39
Rechter Teil. 31, 14—32, 18
Wohlduft,
den der hohe Lichtkönig ihnen verliehen, mit Gebet und Lob-
preisung,
die sich in ihır Herz legten, stehen in einer Liehtwolke und ver-
ehren
und preisen (ihn) '). (5. 6. 45)
6.
Sie hungern nicht und dursten nicht und empfinden weder Hitze
noch
Kälte. (50)
7.
Die Könige?) der Lichterde sind alle voll Lobpreises und stehen da
und
preisen den Lichtkönig: lebende, die nicht sterben, an denen kein Fehl
ist.
Hell und leuchtend ist das Firmament, in dem sie wohnen. (18)
8.
Die Welt, in der er steht, ist ohne Vergehen:
eine
Welt des Glanzes und des Lichtes ohne Finsternis,
eine
Welt der Sanftheit ohne Auflehnung,
eine
Welt der Rechtlichkeit ohne Wirrsal und Trubel,
eine
Welt der Wohlgerüche ohne bäßlichen Duft,
eine
Welt des Lebens in Ewigkeit ohne Vergehen,
[32]
eine Welt lebenden Wassers, über dessen Geruch die Engel frohlocken,
eine
Welt der Treue und des Glaubens ohne Lug und Trug.
Eine
reine Welt ist es ohne schlechte Mischung. (41)
9.
Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkönig
in
dem Glanze und dem Lichte, das er ihnen verliehen.
Die
Engel des Glanzes preisen den Lichtkönig
in
den Gewändern des Glanzes, die er ihnen verliehen.
Die
Engel des Glanzes preisen den Lichtkönig
in
den Turbanen des Glanzes, die er ihnen verliehen.
Die
Engel des Glanzes preisen den Lichtkönig
in
den Kränzen des Glanzes, die er ihnen verliehen.
Die
Engel des Glanzes preisen den Lichtkönig
mit
der Kraft und der Festigkeit, die er ihnen verliehen.
Die
Engel des Glanzes preisen den Lichtkönig
mit
der Treue, der Gemeinschaftlichkeit und dem Glauben, die er
ihnen
verliehen. (42)
10.
Sie alle sind sanft, weise und angenehm ohne Lug und Trug. (43)
11.
Die Bäume der Lichterde sind sämtlich voll Glanz und Helligkeit.
Die
Jordane der Lichtwelten sind voll weißen Wassers. In den Wolken des
Lichtes
sind Skinäs des Glanzes eingerichtet‘). In den Skimas des Glanzes
verrichten
die Könige Anbetung und Lobpreis. Sie und alle Wesen preisen
den
Großen, Erhabenen, den Herrn der Größe, der über allen Welten
wohnt.
(55. 60)
12.
Ich bin der lautere Gesandte, den mich der Lichtkönig bei meinem
Namen
Hibil-Ziwä hervorrief‘). (79)
1)
Man vergleiche die Parallelstelle.
?®)
Im Texte steht „Bäume“, das fälschlich aus Text 32, 12 hierher geraten ist.
®)
Lies PINNIW.
*)
xp hat sich von der Bedeutung „rufen“ weiter eur Bedeutung „hervorrufen“, durch
„18—83,
21 Zweites Buch. Erstes Stück. 33
13.
Als der hohe Lichtkönig es wollte, rief er mich aus seiner Skina
jes
Glanzes hervor, aus jener Skina, die er, der Große, zu seiner Rechten
zegründet,
und sprach: „Geh zur Welt der Finsternis, die ganz von
Schlechtigkeit
voll ist. Sie ist ganz voll von Schlechtigkeit, voll verzehren-
jen
Feuers. Zur Welt des Wirrsals und des Trubels ohne Festigkeit, zur
Welt
der Finsternis ohne einen Strahl des Lichtes, zur Welt der Verfolgung
ınd
des Todes ohne Leben in Ewigkeit.‘ (80)
14.
Er sprach: „Geh, tritt die Finsternis nieder und die Insassen,
33]
die aus ihr geformt wurden. Spanne das Firmament aus und bilde
larin
Sterne. Schaffe Engel des Feuers. Verleihe Glanz der Sonne, die
siner
von ihnen ist, Helligkeit dem Monde, Schimmer den Sternen und hebe
sie
zur Himmelssphäre empor. (81)
15.
Die Erde Tibil entstehe und Früchte, Trauben und Bäume, die in
ier
Welt prangen. Es entstehe Viehgetier, Fische im Meere und Geflügel,
von
jeder Gattung Männlein und Weiblein. (82)
16.
Mann und Weib sollen entstehen, und ihr Name soll Adam und
Hawwä
sein. Von den Engeln des Feuers sollen einige Adam dienstbar sein.
Wer
von deinem Worte abweicht, soll in das lodernde Feuer eingeschlossen
werden.
Drei Engel sollen kommen und Adam Gesellschaft leisten. (83)
17.
Lebendes Wasser komme und mische sich mit dem trüben Wasser,
Durch
den Duft des lebenden Wassers prange die ganze Welt. Die vier
Winde
sollen entstehen, die über die \Velt wehen. Feuer entstehe und
dehne
sich auf alle Körper, sowie die Früchte, Trauben und Bäume aus.
Es
fresse einen Fraß in der Welt; wenn es den Fraß in der Welt gefressen
u......
’). (84)
18.
Das Feste, das im Wasser ist, soll zu den Seelen gerechnet, das
Fließende
an der Speise soll zu den Körpern gerechnet werden’). Alle
Sämereien,
Blumen, wohlriechende Pflanzen, Gewürze, Blätter und Heil-
kräuter,
das Viehgetier, Geflügel, das Leckere, überhaupt alles was gut und
schön
ist, soll Adam und seinem ganzen Geschlechte zu Diensten sein.
19.
Jene Welt soll durch die Hand Ptahils aufleuchten.“
20.
Der hohe Lichtkönig sprach das Wort aus, da entstand jegliches
Ding
durch sein Wort. (85)
das
ausgesprochene Wort schaffen entwickelt. An einzelnen Stellen ist es
zweifelhaft, welche
Bedeutung
vorliegt.
1)
Der Text ist verstümmelt, der Nachsatz scheint zu fehlen. X1% „irren“ findet
sich
auch
im Mandäischen: Joh. 48,12 und öfter im Pariser Diwan, daselbst auch das Nomen
NND
(Z. 562f., 315, 627 und sonst). Aber das paßt hier nicht; dazu müßte das
Imperfekt
SW)
heißen. Auch kann x), das weiblich ist, nicht Subjekt dazu sein. Ebensowenig
paßt
es, wenn man es mit syr. »e3gä „Nebel im Sommer‘ (PAYNE SMITH, col. 2475)
identi-
tiziert
und zum folgenden Satze zieht.
%)
Der Sinn des Satzes, der anscheinend sekundär eingeschoben ist, ist nicht ganz
klar.
Das
Feste im Flüssigen wird dem Flüssigen im Festen entgegengesetzt. Jenes soll mit
dem
Flüssigen
zum Seelischen, dieses mit dem Festen zum Körperlichen gezählt werden. Vgl.
auch
Abs. 21, 57.
Lidzbarski,
Ginza. 3
15
D
°
30
34
Rechter Teil. 33, 21—35, 3
21.
Ptahil kam, hob den Himmel des Wassers in die Höhe, spannte
das
Firmament aus, und die Erde Tibil wurde gedichtet. Er schuf die
Engel
des Feuers, er verlieh Glanz der Sonne, Helligkeit dem Monde,
Schimmer
den Sternen und hob sie zur Himmelssphäre empor. Geschaffen
wurden
[34] Wind, Feuer und Wasser, geschaffen wurden Früchte, Trauben,
Bäume,
Heilkräuter, Sämereien und wohlriechende Blumen. Er schuf Vieh-
getier
und wildes Getier jeglicher Gattung aus Erdenstaub, die Röte’), den
Guß
und die Trübung der Nebelwolken, Wind, Feuer und Wasser, Geschlecht
(Samen),
Blut und Galle und die sonstigen Mysterien dieser Welt. (86)
ıo
22. Adam und Hawwä wurden gebildet; durch die Kraft des hohen
Lichtkönigs
fiel die Seele in Adam und Hawwä. Als die Seele in sie fiel,
waren
sie im Paradiese. Als sie im Paradiese waren, begriffen und ver-
standen
sie nichts. (87)
23.
Der hohe Lichtkönig sprach: Von den Engeln des Feuers sollen
ı5
einige Adam dienstbar sein. Sie sollen kommen, sich vor ihm verneigen
und
von seiner Rede nicht abweichen. Nur er allein, der Böse, von dem
das
Böse gebildet wurde, wich vom Worte seines Herrn ab und richtete
sich
nicht nach dem Worte seines Herrn. Als er sich nicht nach dem
Worte
seines Herrn richtete, wurde er in seinem Wagen mit Gottes Fessel
gefesselt.
(88)
in
D
°
24.
Mich rief und beauftragte mein Herr und sprach: Gehe, rufe eine
hehre
Stimme Adam und seinem Weibe Hawwä zu. Eine hehre Stimme
rufe
Adam und seinem Weibe Hawwä zu und belehre sie über jegliches
Ding:
über den hohen Lichtkönig, den Herrn aller Welten, dessen Macht
25
weitreichend und gewaltig, unendlich und unvergänglich ist; über die Engel
der
Lobpreisung, die dastehen und unaufhörlich Lobpreis verrichten; über
die
Lichtwelten, die unvergänglichen. (89)
25.
Belehre Adam, daß sein Herz erleuchtet werde, festige ihn, daß
sein
Sinn erleuchtet werde. Zeige dich ihm gnädig und freundlich und
leiste
ihm Gesellschaft, du und die beiden Engel, die mit dir zur Welt
gehen
sollen. Lehre Wissen Adam, Hawwä, sein Weib, und seine Sippen.
Sage
ihnen, daß sie nicht sinken und die Bösen und Satan, der Untaug-
liche,
sie nicht verführen sollen. (90)
26.
Lehre sie Gebet und Lobpreisung, damit sıe hintreten und
[35]
den hohen Lichtkönig, den Herrn aller Welten, preisen: dreimal am
Tage
und zweimal des Nachts. (91)
27.
Sage ihnen: Nehmet ein Weib und bildet einen Stamm, damit die
Welt
sich von euch vermehre. (92)
[e)
3
3
in
!)
Das Folgende ist wohl sekundär eingeschoben, beachte das doppelte N) N NP.
Der
Einschub stammt vielleicht aus derselben Quelle wie der in Abs. 18. Jedenfalls
sind die
Worte
nicht so aufzufassen, daß die Tiere aus Erdenstaub und den weiterhin aufgezählten
Substanzen
gebildet seien. NN) NNDW auch R 126,17. Zu NH siehe R 28,5
(neben
X).
35.
3—36, 8 Zweites Buch. Erstes Stück. 35
98.
Wenn ihr euch euren Frauen nähert, waschet euch mit Wasser
ınd
haltet euch rein. (93)
29.
Buhlet nicht und stehlet nicht und tötet keine vollkommenen,
Jläubigen
Menschenkinder'). (94)
30.
O ihr Vollkommenen und Gläubigen! Weichet nicht von eurer
Rede
ab und liebet nicht Frevel und Lüge. Liebet nicht Gold und Silber
ınd
den Besitz dieser Welt. Denn diese Welt vergeht, und ihr Besitz geht
verloren.
(95)
31.
Verehret nicht den Satan und die Götzen. Sie sollen vielmehr
sure
Diener sein und in der Welt gehorchen. Denn wer den Satan verehrt,
wird
im lodernden Feuer gequält werden, bis zum Tage, dem Tage des
Serichtes,
bis zur Stunde, den Stunden der Erlösung, so lange der Licht-
könig
es will, der Richter, der alle Welt richtet. Er richtet die Seelen,
edermann
nach den Werken, die er getan. (96)
32.
Lernet nicht des Satans Zauberwerk und leget kein Zeugnis der
Lüge
ab. Wenn ihr Recht sprechet, so sollen wahrhafte Zeugen kommen
ind
zeugen. Wenn sie Zeugen aufrufen, so sollen gläubige Männer zeugen’).
Haltet
gerades Recht und verdrehet es nicht. Nehmet keine Bestechung an
ınd
verdrehet nicht das Recht. Ein jeder, der das Recht verdreht, fällt in
las
lodernde Feuer. (97)
33.
Liefert nicht rechtschaffene Diener in die Hand ihrer Herren
us.
(98)
34.
Gebet Almosen den Armen. Wenn ihr gebet, bezeuget es nicht.
Gebet
ihr mit eurer Rechten, so saget es nicht eurer Linken. Gebet ihr mit
wurer
Linken, so saget es nicht eurer Rechten. Wenn jemand Almosen gibt
ınd
es bezeugt, wird es ihm getilgt und nicht angerechnet. (104)
35.
Ehret Vater und Mutter und die älteren Brüder wie den Vater.
Fin
Sohn, der Vater und Mutter verachtet, wird im Gerichtshause verurteilt
werden.
(99)
36.
Beuget euer Haupt nicht vor dem Satan. Eure Augen [36] sollen
nicht
zwinkern, eure Ohren nicht auf Schlechtes horchen, euer Herz keinen
Neid
aufnehmen. Wer Neid in sich aufnimmt, wird kein Vollkommener
genannt.
37.
Blicket nicht mit Gier und Verlangen nach etwas, das nicht euer
st.
Wenn euer Herr es euch gewährt — — —, aber streitet nicht darum.
Denn
nach dem Willen eures Herrn wurde euch jedes Ding in Güte zu-
geschrieben
und gewährt. (100)
38.
Wenn Unheil über euch kommt, bleibet fest und standhaft im
Glauben.
Verdrehet nichts und verändert nichts und beuget nicht euer Knie
vor
dem hinsinkenden Satan. (101)
39.
Haltet euch fern von einem jeden, der den Satan anbetet; sei ihm
__
1)
Beachte die Einschränkung gegen A.
®)
Auch hier eine Einschränkung gegenüber A.
3*
wi
1
o
20
1)
un
30
40
2
in
5
30
4
ın
[e)
36
Rechter Teil. 36, 8—37, 16
kein
Freund‘). Wenn er hört, gläubig wird und den einen Herrn aller
Welten,
den hohen Lichtkönig, der aus sich selber wurde, bezeugt, so liebet
ihn,
nähert ihn euch und erweiset ihm Gutes von dem, was ihr besitzet.
Hört
er nicht, legt kein Zeugnis ab und wird nicht gläubig, so wird er
wegen
seiner Sünden zur Rechenschaft gezogen werden. (102)
40.
Denn einem jeden, der in seiner Kindheit sündigt und sich vergeht,
dann
in sich geht, nicht mehr sündigt und sich vergeht, wird die Nachsicht
seines
Herrn zuteil werden. Er, der hohe Lichtkönig, ist nachsichtig und
barmherzig,
er ist ein Erlasser der Sünden und Vergehen. (119)
41.
Ein jeder, der Almosen spendet und sonst viel Gutes (tut), hernach
aber
das Almosen abschafft, fällt in den Brand, bis seine Sünden beendet
sind.
(104)
42.
Sehet ihr jemand, der hungert, so sättiget ihn, jemand, der durstet,
so
gebet ihm zu trinken. Sehet ihr einen Nackten, so leget ihm um den
Nacken
ein Gewand und bedecket ihn. (105)
43.
Sehet ihr einen Gefangenen, der gläubig und rechtschaffen ist, so
gebet
Lösegeld und löset ihn aus. Doch nicht mit Gold und nicht mit Silber
allein]
sollet ihr den Gefangenen‘) auslösen und erretten, sondern mit
lauterer
Rede und mit Glauben löset aus und errettet den Gefangenen:
von
der Finsternis zum Lichte, vom Bösen [37] zum Guten, von den Un-
gläubigen
zu den Gläubigen, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Untreue
und
Auflehnung zum Lobpreis eures Herrn, der ohne Ende, Zahl und
Aufhören
ıst. (103)
44,
Wer Seelen loslöst und wer die Pfade der Kusta und des Glaubens
wandeln
läßt, den wird man den Pfad der Kustä und des Glaubens wandeln
lassen,
und er wird auf dem Wege der Gläubigen emporsteigen.
45.
Ein jeder, der aus Liebe zu seinem Herrn seinen Leib zum Morde
hingibt,
wird ohne Sünden und Vergehen emporsteigen und den großen
Lichtort
schauen. (108)
46.
Ein jeder, der Gold und Silber und den Besitz dieser Welt liebt
und
einen Mord darum begeht‘), wird selber ermordet und fällt in das
lodernde
Feuer. (120)
47.
Bei eurem Stehen und eurem Sitzen, bei eurem Essen und eurem
Trinken,
bei eurem Gehen und eurem Kommen, bei eurem Ruhen und
eurem
Liegen, überhaupt bei allen Handlungen, die ihr übet, nennet und
preiset
den Namen eures Herrn, des hohen Lichtkönigs, des Herrn aller
Welten.
(122)
48.
Lasset frei fließen (?) den Jordan und taufet euch. Taufet eure
Seele,
sprechet die Lobpreisung über das Pihta und esset es, sprechet die
Lobpreisung
über das Mambüha und trinket es und saget den Segensspruch
über
das Öl und zeichnet euch damit‘). (123)
%)
Wohl auch hier Samnad zu lesen, siehe die Parallelstelle.
3)
Lies NOW 72. 8) Lies ba und vgl. A. “) Siehe Lit., p. 35®, 57*.
37,
16—38, 22 Zweites Buch. Erstes Stück. 37
49.
Wenn eine Seele vom Körper erlöst wird und scheidet, so weinet
über
sie nicht, erhebet über sie keine Klage und Jammer und esset über
sie
kein Brot ...... Einen jeden, der über eine Seele weint, werden Meere
und
Flüsse abtrennen‘). Wer sein Gewand über sie zerreißt, wird den
Fehler
an seinem Gewande behalten. Wer sich die Haare über sie ausrauft,
den
wird man in den Finsterberg stellen’). (134)
50.
Wenn eine Seele aus eurer Mitte scheidet, traget den Leuten
Hymnen
und Gebetsordnungen vor und belehret sie, damit ihr Herz nicht
strauchele.
Gebet für sie (die Seele) Almosen, verteilet für sie Brot, leset
für
sie Totenmessen, verrichtet für sie Gebet und Lobpreisung und [traget
für
sie] Hymnen und Gebetsordnungen [vor]. Bekleidet für sie mit Ge-
wändern,
[38] umhüllet mit Hüllen, zahlet Lösegeld und verrichtet Gebete,
damit
er, der Große, voll Erbarmens mit ihr werde. (136)
51.
O ihr Vollkommenen und Gläubigen! Zahlet den Lohn des Löhners,
und
wenn er euch um den Lohn angeht, bleibe dieser nicht bei euch. (139)
52.
O ihr Vollkommenen nach dem Worte eures Herrn! Beraubet
nicht
den Teilhaber. Ein jeder, der seinen Genossen beraubt, wird der
Gnaden
der Lichtwelt beraubt werden. (140)
53.
Wenn ihr ein Wort sprechet, so kehret davon nicht um. Reichet
einander
eure Rechte in Treue und kehret von eurer Rechten nicht um. :
Denn
von reichem Glanz und gewaltigem Licht ist der Befehl, die Warnung
und
die Kustä, die von den Großen) kamen, kam das Zusammenhalten in
die
Skinas. Alle Engel‘) des Lichtes leisten einander den Treueid und küssen
sich
die Rechte. Wenn ihr ein Wort guter (Menschen) sprechet und ein-
ander
die Rechte reichet, kehret davon nicht um. (141)
54.
Seid demütig, sanft und bescheiden gegen die trefflichen Lehrer,
die
euch Weisheit und Wahrheit lehren. Überhebet euch nicht über die
Machthaber
°), die euer Herr über euch eingesetzt hat. Wenn ihr euch über-
hebet,
verleugnet ihr das Wort eures Herrn, und ihr werdet im lodernden
Feuer
sieden. (142)
55.
Gehet nicht zu den Wahrsagern und Chaldäern der Lüge, denn
die
Wahrsager und Chaldäer werden in der Finsternis untergebracht. (143)
56.
Schwöret keine falschen Schwüre, denn ein jeder, der falsch
schwört,
wird in der Finsternis untergebracht. (144).
57.
Esset keine Tiere°). Esset kein totes, kein [in +«*+»»] dastehendes,
kein
fallendes, kein trächtiges, keines, das ein wildes Tier überfallen hat.
Esset
das Fleisch der Tiere, die von den Früchten des Wassers hervor-
gerufen
wurden’). Der Anteil des Lichtes werde dem Lichte, der Anteil
!)
Vom Jenseits. 2) Siehe oben, p. 21°.
#3)
NY27 steht hier wohl nicht wie anderwärts sehr oft für 03% nn „das große
Leben“.
Die „Großen“ sind die höheren Wesen, siehe weiterhin.
*)
BD „Könige“, vgl. auch A. 5) In A ist von diesen nicht die Rede.
%)
In A steht: das Blut der Tiere!
°)
Es ist unklar, was hier mit den Früchten des Wassers gemeint ist, anscheinend
wi
En
5
30
Io
20
25
30
35
38
Rechter Teil. 38, 22—40, 4
der
Finsternis der Finsternis zugezählt. Auch esset keines, über das nicht
das
Eisen gefahren ist. (125)
58.
Verzehret nicht Zins und Zinseszins von Gold und Silber, damit
ihr
nicht in das verzehrende Meer') fallet. (145)
59.
Huret nicht, [39] singet nicht, tanzet nicht, und euer Herz lasse
sich
nicht für den Gesang einnehmen, den der Satan gesungen, der, ganz
von
Zauberei und Blendwerk voll, das Herz der Gläubigen verdreht. (146)
60.
Liebet und ertraget einander und wappnet euch mit der rechten
Weisheit
eures Herrn. Bleibet fest und haltet stand in der Welt und haltet
in
ihr aus, bis euer Maß voll ist. Seid eine Hilfe und Stütze den Voll-
kommenen,
an die Verfolgung herantritt. (147)
61.
Unter euch sei nicht Haß, Eifersucht und Zwietracht. Wenn euer
Herz
in Zorn und Bitterkeit wallet, so beruhiget und haltet nieder euer
Herz
durch das rechte Wort eures Herrn. Denn die Gedanken derer, die
sich
mit dem Zorn und dem Gifte des Satans rüsten, werden durch die
rechte
Weisheit und den Glauben zur Bescheidenheit hingezogen. Wer sich
nicht
durch den Glauben zur Bescheidenheit hinziehen läßt, wird durch
Schwert
und Säbel hingerafft. Hingerafft wird er durch Schwert und Säbel
und
fällt in die wohlgeheizte Gehenna. (148)
62.
Wenn jemand euch Gutes erweist, so zeiget euch dafür dankbar.
Verachtet
ihn nicht, sondern ehret ihn, seid ihm gefällig und verleugnet die
Wohltat
nicht. Wenn ihr die Wohltat verleugnet, dann zeigt ihr euch der
Wohltat
unwürdig, und die Wohltat bleibt bei euch aus.
63.
Sehet ihr einen Guten, so nähert euch ihm, nehmet von ihm.
Weisheit
an und handelt danach. Wenn ihr einen Bösen sehet, der weise
ist,
so haltet euch von ihm fern. Lernet nicht von seiner Weisheit, tuet
nichts
von seinen Werken und wandelt nicht auf seinem Pfade. (149)
64.
Bei allen euren Handlungen haltet Grenze und Maß ein außer
beim
Gebet, der Lobpreisung und der Verehrung eures Herrn. Übet Lohn-
zahlung,
Almosenspende, Wohltat und wahrhafte Barmherzigkeit aus vollen,
vollen
Kräften. Für diese Wohltaten gibt es weder Grenze noch Maß.
65.
O ihr Vollkommenen und Gläubigen! Alles, was euch unlieb und
verhaßt
ist, tuet auch eurem Nächsten nicht an. [40] Alles, was euch gut
scheint,
tuet, wenn eure Kraft hinreicht, und stützet einander. (150)
66.
Meine Auserwählten! Horchet und seid gläubig und nehmet das
Wort
eures Herrn an. Glaubet mit eurem Herzen, sehet mit euren Augen,
höret
mit euren Ohren, sprechet mit eurem Munde, übet mit euren Händen
überhaupt
Früchte, die vom Wasser ihre Nahrung erhalten. Noch unklarer ist die Stelle
R
100,14, die nicht bloß das Viehgetier, sondern auch die Früchte der Erde aus
den Wasser-
früchten
entstanden sein läßt. Hier erhielte man einen besseren Sinn, wenn man NY
striche:
die aus dem Wassar entstanden sind. Hingegen stehen die ND NO R 124,2 im
Gegensatz
zu den gutartigen Früchten; es sind schlechte, totbringende Früchte.
!)
Die Bezeichnung findet sich auch R 376, 24. NODN hat hier dieselbe Bedeutung
wie
in
XDDN N) und in NOIR NO, siehe oben, p.15°. Es ist ein Flammenmeer in der
Unterwelt.
40,
4—41,13 Zweites Buch. Erstes Stück. 39
Almosenspende
und Wohltat und handelt nach dem Willen eures Herrn,
doch
handelt nicht nach dem Willen der Leiber, noch nach dem Willen des
hinsinkenden
Satans. (152)
67.
Habet kein Vertrauen auf die Schönheit der Körper, denn ganz
plötzlich
verderben sie. (153).
68.
Habet kein Vertrauen auf den hinsinkenden Satan, der zu nichts
taugt
und sich selber nicht aus dem verzehrenden Brande retten kann, der
die
Dews und alle Scharen des Satans verzehrt und vernichtet, die an die
Werke
dieser Welt gebunden sind und') hier zurückgelassen wurden, daß
sie
den Kindern Adams dienstbar seien und in der Welt wandern’).
69.
Über einen jeden, der das Wort seines Herrn verleugnet und dem
Bösen
einen Weg offen läßt, wird die Hand des Satans Macht haben. Wer
den
Willen des Satans nicht getan, wird an der Pforte des Feuers nicht
vorbeizugehen
brauchen. Tuet den Willen eures Herrn, damit ihr siegreich
zu
den Lichtwelten emporsteiget.
70.
Bedrücket nicht die Niedrigen, die mit euch nicht kämpfen können.
71.
Verschiebet nicht die Grenzen im Unrecht und verrücket nicht
die
Grenzsteine. Wenn jemand die Grenzen verschiebt, wird ein Ver-
dammungsurteil
über ihn gesprochen werden.
72.
Tadelt eure Freunde aufrichtig und leitet recht eure Freundschaft.
Schmeichelt
einander nicht und sprechet keine Rede von Lug und Trug.
Wer
schmeichelt, den schleift man auf dem Gesichte ins lodernde Feuer.
73.
Tuet das große Siegel’) auf euren ganzen Körper und löset es
von
eurem Körper nicht bis zu dem Tage, da ihr aus eurem Körper scheidet,
jenem
Tage [41] der Erlösung.
74.
Fastet das große Fasten: (109)
75.
Fastet mit eurem Kopfe im Glauben und verehret und preiset
euren
Herrn, den Herrn aller Welten. Verehret nicht die Satane und
Götzen,
die in der Welt sind, so werden sie euch untertänig sein. Wenn
der
Glaube in euch ist, werden sie eure Diener sein. Wenn ihr jedoch
vom
Worte eures Herrn nachlasset, werden die Dews euren Augen ver-
borgen
bleiben.
76.
Fastet mit euren Augen von bösem Zuwinken an einander. Sehet
und
tuet nichts Böses. (110)
77.
Fastet mit eurem Munde von lügenhafter, übler Rede; saget nichts
Falsches
und Lügnerisches. (112)
78.
Fastet mit euren Ohren vom Horchen auf Böses. Höret und tuet
nichts
Böses. (111)
79.
Fastet und läutert euer Herz durch den Glauben. Heget keine
bösen
Gedanken. Sinnet nicht auf Böses und gehet nicht mit eurem
1)
Lies PANWI-
2)
Er hat mit den letzten Worten die Planeten im Auge, siehe oben, p. 24*.
8)
Mit „Siegel“ ist sonst die Ölung gemeint, siehe Lit., p. 114. Hier bezeichnet
es die
Taufe
mit ihrem ganzen Beiwerk.
25
o
[89
In
[0
40
Rechter Teil. 41, 13—42, 21
Nächsten
in Arglist um. An wem Arglist ist und wessen Sinn nicht
durch
die Kustä geläutert ist, dem werden Gebet, Lobpreis, Verehrung,
Lohnzahlung
und Almosenspende nicht angerechnet; er fällt in das lodernde
Feuer.
(113)
80.
Fastet mit eurem Körper von einer Gattin, die nicht die eurige
ist.
(115)
81.
Fastet mit euren Händen von der Verübung eines Mordes an den
Kindern
Adams. (114)
82.
O ihr Vollkommenen und Gläubigen! Eure Hände sollen keine
böse
Zauberei üben.
83.
Fastet mit euren Knien von dem Niederknien vor dem hinsinken-
den
Satan, den trügerischen Bildern und den nichtigen Konterfeien und
Werken.
Denn alles, was geboren wird, stirbt, und alles, was mit den
Händen
gemacht wird, verdirbt. Habet kein Vertrauen darauf. (116. 154)
84.
Meine Auserwählten! Habet Vertrauen auf den hohen Lichtkönig,
den
Herrn aller Welten, auf’) die rechte Weisheit, die Kustä und den
Glauben,
[42] die erhabenen Reden und die wundersamen Befehle, die euer
Herr
gegeben. Denn durch sie kommt euch Sieghaftigkeit, durch sie wird
eure
Seele erlöst.
85.
Dies ist das Fasten, das euch bestimmt wurde; brechet es nicht,
bis
euer Leib stirbt. (118) i
86.
Vertrauet auf die schönen Werke, die ihr übet. Wenn ihr aus
eurem
Körper scheidet, könnet ihr euch auf die schönen Werke stützen,
die
ihr in der Welt übet. (155)
87.
Meine Auserwählten! Habet kein Vertrauen auf die Könige, Edlen,
Herrscher
und Bedrücker, die ın der Welt sınd, auch nicht auf Heeresmacht,
Rüstung,
Krieg, Kampf, Rotte und Heer, die sie zusammenscharen und Ge-
fangene
in der Welt zusammenbringen, auf Gold, Silber, Geld und Gut dieser
Welt.
Alsdann schwindet ihr Königtum, und ihre Geißel und ihre Herrscher-
macht
wird ihnen nicht zur Stütze. Sie gehen zugrunde und lassen es
zurück,
sie ziehen hin und sieden im Feuer, bis zum Tage, dem Gerichts-
tage,
bis zur Stunde, den Stunden der Erlösung. (121)
88.
Meine Auserwählten! Zeiget keine Verachtung gegen das, was
(euch)
in der Welt zu tun obliegt. Zeiget Rechtlichkeit, Sanftmut, Be-
scheidenheit
und Freundlichkeit, die von der Natur des Lichtes sind. Zeiget
Nachsicht
und treue Freundschaft, die von der Natur des Lichtes sind. (156)
89.
Wenn sich jemand mit einer Bitte an euch wendet und ihr es
dazu
habet, so enthaltet es ihm nicht vor”). Denn wenn jemand, der be-
dürftig
ist, würdig ist, sich an seinen Nächsten mit einer Bitte wendet)
und
dieser, obwohl er es kann und vermag, ihm nichts gibt, so wird die
Gnade
bei ihm ausbleiben.
1)
Lies n8OYDın dy. ®) Es ist nicht sicher, daß dies der Sinn der Worte ist.
P)NOINID
ist aus der vorhergehenden Zeile fälschlich wiederholt. Auch 877 ist wohl
zu
streichen.
A
42,
21—44, 2 Zweites Buch. Erstes Stück. 41
90.
Gewähret Unterkunft und Wohnung, Brot und Wasser dem-
jenigen,
der in der Fremde wandert, und versehet ihn mit Reisezehrung
für
seinen Weg.
91.
Wer kein Wissen hat und von dieser Weisheit nicht weise wird,
den
nähert euch und belehret ihn, damit die Verführer über ihn nicht
herfallen.
92.
[43] O ihr Männer, die ihr Frauen nehmet, o ihr Frauen, die ihr
an
Männer kommet, liebet, prüfet und nehmet'‘). Alsdann, sofern es für
euch
niedergeschrieben ist’) und sie in eurem Herzen geliebt ist, nehmet.
Wenn
ihr über sie nicht prüfet und nichts bekommet‘), so ertraget es als
Krankheit
am Lager. Wenn sie häßliche Werke übt, so hat sie mit sich
selber
kein Erbarmen. Entfernet euch von ihr, ihr werde keine Liebe zu-
teil
und saget euch von ihr los. Denn sie gleicht dem Leiden‘), für das
es
keine Heilung gibt. (157)
93.
Nehmet zur Frau keine Sklavin, die nicht von ihrem Herrn frei- ı
gelassen
ist und bringet somit eure Kinder nicht in ein Herrenhaus. Nehmet
ihr
eine, so löset sie aus, und man wird euch Dank wissen. (158)
94.
Nehmet zur Frau keine Sklavin, die nicht freigelassen ist und
bringet
somit eure Kinder nicht in ein Herrenhaus. Wenn für jemand
Söhne
und Töchter niedergeschrieben sind und er bringt sie in ein Herren-
haus,
so werden am Tage, da der Diener sündigt und sein Herr über ihn
zürnt,
die Sünden, die der Diener begeht, über das Haupt seines Vaters
kommen.
(158)
95.
Empfanget treue Liebe von einem Weibe der Treue, die nach
dem
Willen eures Herrn die eurige ist. Verachtet einander nicht, bis euer 2
Maß
voll ist. Wenn jemand sein Weib hintergeht, während an ihr Trug
und
Fehl nicht ist, und liebt und gelüstet die Lust dieser Welt, so ist an
ihm
Trug und Fehl. Er wird im Gerichtshause verurteilt, in der Finsternis
untergebracht
werden. (159)
96.
Wenn ihr Kinder erhaltet, so lehret sie, sobald sie sich aufs :
Wissen
verstehen, Gebet und Lobpreisung, woran keine Mischung noch
Lüge
ist. Wenn ihr ihnen die Wege der Wahrheit und des Glaubens zeiget
und
sie es nicht annehmen, seid ihr von ihren Sünden frei. (160)
97.
Neigt sich einmal irgend ein Böser aus eurer Mitte und vom
Worte
seines Herrn weg. so richtet ihn wieder”) auf und stützet ihn.
Neigt
sich ein Weinstock°) zum zweiten Male weg, so [44] richtet ihn
wieder
auf und stützet ihn. Neigt sich ein Weinstock zum dritten Male
weg,
so richtet ihn wieder auf und stützet ihn. Wenn ihr ihn stützet, er
!)
Weiter unten steht »)5 in anderem Sinne.
2)
Im Schicksalsbuche oder nach dem Ausweis des Horoskops. Über dieses siehe Joh.
II,
p.
187. Vielleicht bezieht sich auch das angeratene Prüfen hierauf.
®)
Keine Kinder, siehe die Parallelstelle. *) Cod. B: dem schlimmen Leiden.
5)
Lies INN.
®)
So recht charakteristisch für die banausische Art dieses Umarbeiters.
°
o
ep}
35
in
Io
15
20
25
30
35
49
Rechter Teil. 44, 2-45, 10
sich
aber nicht stützen läßt, so reißet den bösen Weinstock aus‘), bringet
ihn
an das Tor des Tempels, lasset ihn Hymnen und Gebetsordnungen
hören,
zeiget ihm Schriften und Reden, damit sein Herz und Sinn durch
sie?)
erleuchtet werde. Wenn er hört, bezeugt und sich erwecken läßt, so
liebet
ihn, bringet ihn an seine Stelle und verdammet ihn nicht. Wenn er
nicht
hört, bezeugt und sich erwecken läßt, so reißet den bösen Weinstock
aus,
bringet einen guten und pflanzet ihn an seine Stelle. Wenn er nicht
hört,
bezeugt und sich erwecken läßt, so wird er durch den Machthaber‘)
getötet
werden. Getötet wird er durch den Machthaber und fällt in das
lodernde
Feuer. Weil man ihm ins Auge gezeigt, er aber nicht sehen
wollte,
man ihm ins Ohr gerufen, er aber nicht hören wollte, soll er ein
Anteil
des verzehrenden Feuers werden. (161)
98.
Wenn ihr Elende, Verfolgte und Vollkommene sehet, die ein
körperliches
Übel und Gebrechen befällt, so lachet nicht über sie in eurem
Herzen.
Denn nur die aus Fleisch und Blut gebildeten Körper werden
durch
Leiden und Gebrechen verächtlich‘). Die Körper werden durch
Leiden
und Gebrechen verächtlich, doch die Seele wird durch Leiden und
Gebrechen
nicht verächtlich. Die Seele wird nur durch die häßlichen Werke
verächtlich,
die sie begeht, während sie im Kerker wohnt. (162)
99.
Die keine Weisheit annehmen wollen, sinken gleich denen, die
den
Willen des Körpers tun, mit ihrem Körper in die Finsternis. Die den
Willen
des Satans tun, wandern mit dem Satan ins Feuer.
100.
Wer den Willen des hohen Lichtkönigs tut, wird in dieser Welt
nicht
erniedrigt. Wenn sein Maß voll ist, gehen Lichtengel ihm entgegen.
Mit
Lichtengeln steigt er empor, und sein Antlitz leuchtet und strahlt. Ein
jeder
reicht ihm von seinem Glanze, bedeckt ihn mit seinem eigenen Lichte,
Siegeskränze°)
von seinen eigener legt er ihm [45] um das Haupt, und so
wird
er den Engeln des Glanzes gleich. Sie lehren ihn reiche, unvergäng-
liche
Lobpreisung, und er steht in einer Lichtwolke und verehrt und preist
den
hohen Lichtkönig. Dieser wird voll Erbarmens mit ihm und gewährt
ihm
reiche, große Gnade am Orte des Lichtes. Er wird mit einer Festigung
der
Sicherheit gefestigt, die nichts von einem körperlichen Gewande ist.
Seine
Gestalt ist reines, unvergängliches Licht. Ein jeder, der wahrhaft
und
zuverlässig im ersten Glauben steht, erhält Bestand für alle Ewigkeit.
101.
Meine Auserwählten! Lobpreiset nicht die Engel, die bei Tag
und
Nacht wandern‘), seit dem Tage, da man ihnen Glanz und Helligkeit
verlieh,
um die Welten zu erleuchten. (163)
“
3) Der Umarbeiter hat diese Worte hier sinnlos stehen lassen, siehe weiterhin
und A.
®2)
Lies NIRIRIIT.
)
Im vorhergehenden Satze ist gesagt, daß er aus der Gemeinde ausgestoßen werden
soll,
in diesem, daß er in die Gewalt des weltlichen Herrschers fallen und von ihm
getötet
werden
wird. Von Mandäern soll er nicht getötet werden.
a)
NIN) NINND gibt keinen Sinn. Da hat vielleicht auch NODNF’D gestanden. Die
Worte
sind auseinandergezerrt, vgl. A.
5)
Vgl. Joh. II, p. 2. *) Siehe oben, p. 24*.
45.
10—46, 18 Zweites Buch. Erstes Stück. 43
102.
Lobpreiset nicht den wütigen Sami$ (die Sonne), dessen Name
Qädos,
dessen Name Adonai, dessen Name El-El ist. Dazu hat er noch
Namen,
die in der Welt nicht geoffenbart sind. (165)
103.
Wenn Jerusalem, die Stadt der Juden gebaut wird »*x*x xx, der
Abraham,
der Prophet, in Jerusalem genannt wird.
104.
Er, Adonai, ruft Moses vom Berge Sinai, er bekannte Moses und
verlieh
ihm «*++xx'). Dieser ruft ein Volk für sich heran und schafft sich
ein
Bethaus. So entstand das Volk der Juden. Opfer vom Fett der Tiere
bringen
sie ihm dar, das Blut der Tiere gießen sie im Tempel vor sich aus
und
tun was man nicht soll. Das Volk vom Hause Israel werden sie ge-
nannt.
Sie beschneiden sich mit dem Schwerte, mit ihrem Blute bespritzen
sie
sich das Gesicht und beschmieren sich den Mund. Die Männer verlassen
ihre
Frauen und gehen zu einander. Sie verleugnen das Wort ihres Herrn
und
wenden sich von diesem Glauben ab. Sie werden Juden genannt,
[46]
weil sie gesündigt haben’). (166)
:105.
Ich belehre euch, meine Jünger, ihr Auserwählten, Vollkommenen
und
Gläubigen, die ihr in jenem Zeitalter leben solltet: Tuet nichts von
ihren
Werken, esset nicht von ihrer Speise und trinket nicht von ihrem
Getränke.
Mischet euch nicht mit ihnen und nehmet von ihnen keine Frau,
von
jenen hurerischen Sklaven, die ihren Herrn nicht anbeten und vom
Worte
ihres Herrn sich abwenden. Sie verleugnen Moses, den Propheten
der
Rühä, der ihnen das Gesetz gebracht. Sie verfälschen es, sie verfälschen
die
Werke Abrahams, des Propheten der Rüha auf dem Berge Sinai”). Da
sein
Herr Adonai ihn lieb gewinnt‘), beschneidet er sich, trennt sich von
seinem
Vater, zieht in die Fremde hinaus, in die Welt, gründet sich einen
Platz
und schafft sich ein Bethaus. Vermischet euch nicht mit jenen Juden,
die
nicht in einer Rede dastehen. (167)
106.
Vom Volke der Juden gehen Völker und Zungen aus. (168)
107.
Mich rief und beauftragte mein Herr, daß ich euch über die
Völker
der Lüge, sowie über die Propheten der Lüge und die Gesandten
des
Fehls belehre: Sie entstehen in der Gebärmutter der Frauen, die Frauen
werden
mit ihnen schwanger und gebären sie. Aus dem Leibe der Frauen
treten
sie in Körper ein und nehmen körperliche Gestalt an. Sie verdrehen
1)
Vielleicht war hier von der Verleihung der Thora die Rede, vgl. Joh. II, p.
192f.
2)
NINDIIN? wird von N (NM) abgeleitet.
#)
Die beiden letzten Sätze sind wohl so aufzufassen, nicht etwa 2 N’IDND im Sinne
„sind
ungläubig durch“, 3 SI270I9 „lügen durch“. Obwohl Moses und Abraham als Pro-
pheten
der Rühä bezeichnet werden, wird dennoch den Juden der Vorwurf gemacht, daß sie
das
Gesetz Mosis verleugnet und die „Werke‘‘ Abrahams, d.h. die von ihm
eingeführten
Kulthandlungen,
verfälscht haben, eine Anschauung, die auch der Islam mit Nachdruck vertritt.
=>
59 im Sinne „verleugnen“ auch R 94,22; 104,11,13. Zur Auffassung von I 372 be-
achte,
daß für 3 D7NDD 27,19 in 51,4 I Una steht, außerdem vgl. 26,19; 49, 16.
%)
In der jüdischen, christlichen und muhammedanischen Literatur wird Abraham be-
sonders
als Freund Gottes bezeichnet, vgl. NÖLDEKE-SCHWALLY, Geschichte des Qoräns?, I,
p.
1472.
AR
Rechter Teil. 46, 18—48, 6
die
erste Lehre, und Lug, Täuschung und Gaukelei bringen sie in die Welt.
Sie
nennen sich Propheten und sagen: wir sind Gesandte. (169)
108.
Ich nun, der erste Gesandte, sage und lehre allen Kindern Adams,
die
waren, die sind und die in jenem Zeitalter geboren werden sollen: Höret
;
nicht auf die Rede der Engel des Fehls, die abfallen und die Menschen-
kinder
zum Abfall treiben. Sie machen sie gierig nach Gold und Silber,
Geld,
Gut und Besitz, [nehmen sie ein]’) durch falsche Bilder, nichtige
Konterfeie
[47] und Gebilde, durch Gesang und die Lust dieser Welt. (170. 171)
109.
Bald lassen sie Schwert’), Säbel, Schlag, Kampf, Krieg, Angst und
;o
Schrecken gegen die Menschen los und erfüllen sie mit Angst und Furcht.
Sie
behaupten, daß sie uns fürchten, uns anbeten und bekennen. (172)
110.
Bald treten sie mit Schlauheit, Demut und Schmeichelei, mit
Süßigkeit,
List und Täuschung an die Kinder Adams heran und nehmen
ihr
Herz gefangen. Den Namen Gottes legen sie ihnen in den Mund und
ı5s
mehren Täuschung und Lug. In Lüge fasten sie und beten und geben
Almosen.
Sie schreiben Bücher und stellen Warnungen für sie auf. Von
der
Weisheit, die der Große, Erhabene mir verliehen und ich euch gebracht
habe,
passen sie sich auch an und sprechen sie nach. Sie mischen darunter
Reden,
durch die ihre (der Gläubigen) Seelen gehemmt werden, sie ver-
:o
drehen ihnen das Herz und bringen Abfall in die Welt. (173)
111.
Ich nun sage euch, meine Jünger: Höret nicht auf die Rede der
Lügenpropheten
und wanket nicht ab vom Wege eures Herrn. Denn die
Engel
des Fehls nehmen unsere, der drei Gesandten, Gestalt an, die wir in
die
Tibil gegangen sind. Ich erklärte euch: Auch sie gehen in der Welt
25
umher, doch gleichen sie nicht uns. Ihr Glanz ist kein Glanz, ihr Gewand
ist
ein Gewand des Feuers. Ihr Gewand gleicht dem Feuer, ihr (Gewand
und)
Kleid der finsteren Dunkelheit. Ja, Propheten sind sie und ahmen
unser
Gewand nach. (174)
112.
Ich sage euch, ihr Vollkommenen und Gläubigen, fallet nicht vom
30
Worte eures Herrn ab. Kleidet ihr euch in Weiß und bedecket euch mit
Weiß
gleich dem Mysterium des lebenden Wassers, den ....... und Ophanen’).
Leget
euch weiße Kopfbinden um das Haupt gleich den Kränzen des Glanzes,
die
die Engel des Glanzes sich um das Haupt legen. Bindet euch Gürtel
um
die Hüften [48] gleich den Gürteln des Glanzes, die die Uthras des
35
Lichtes sich um die Hüften binden. Bedecket euch den Körper mit Ophanen
des
Wassers, damit Herrlichkeit sich auf euch lege. Nehmet Stäbe in eure
Hand
gleich den Stäben lebenden Wassers, die die Engel des Lichtes
tragen.
(175)
113.
O ihr Gläubigen und Vollkommenen! Saget nichts, was ihr nicht
4o
wisset und euch nicht offenbart ist. Es gibt niemanden, dem die ver-
u
Y)
Siehe A.
2)
Z ist gedankenlos aus der Vorlage übernommen, siehe Text 24, 21.
®)
Zu oo siehe Nöld., p. 126,4. NYND1Y enthält ein mißverstandenes hebräisches
DYDIN,
das hier als Gewand gedacht ist, siehe Lit., p. 129.
48,
6—49, 21 Zweites Buch. Erstes Stück. 45
borgenen
Dinge offenbart wären, außer dem Großen, Erhabenen, dem Herrn
der
Größe, dem Herrn aller Welten. (176)
114.
O ihr Gläubigen und Vollkommenen! Wappnet euch mit einer
Rüstung,
die nicht von Eisen ist. Eure Rüstung sei das Näsäräertum und
der
Kusta-Glaube. (177)
115.
Wie ihr von der Weisheit mit euren Augen sehet, mit eurem
Munde
rufet und mit euren Ohren höret, so handelt. Denn die mit ihren
Augen
sehen, mit ihrem Munde rufen, mit ihren Ohren hören und etwas
Gutes
mit ihren Händen nicht tun #«+*+x+» und man reißt aus den bösen
Weinstock,
der Wasser trinkt, während Früchte, Trauben und Bäume ver-
dorren’).
Die Lüge wendet sich am Gerichte des Todes von ihnen ab. Sie
wußten
nicht und verstanden nicht, nun werden sie ihren Werken ent-
sprechend
zur Rechenschaft gezogen werden. Die Zeugen zeugen über sie,
die
zur Rechten und Linken aller Kinder Adams einhergehen. (178)
116.
Ich belehre euch, wie der Große mir befohlen. Ich verkünde
euch
über das Licht, das ausgedehnt und endlos ist. Ich verkünde euch
über
die Finsternis und das lodernde Feuer, das ohne Ruhe und Gnade ist.
Ich
verkünde euch über den Satan, der ohne Kraft und Festigkeit ist, der
im
lodernden Feuer vergeht, in der Natur, aus der er hervorgegangen ist. (179)
417.
Ferner verkünde ich euch, ihr Näsöräer, die ihr in dieser Welt
seid,
entstehet und geboren werden sollet:
118.
Im ersten Zeitalter wird die Welt durch Schwert und Pest hin-
gerafft‘).
Die Seelen scheiden aus ihrem Körper und steigen zum Licht
[49]
empor. Denn es ist den Vollkommenen und Gläubigen bestimmt, daß
sie
bei jenem Scheiden aus ihrem Körper scheiden. Dir, Adam, ist es be- :
stimmt,
tausend Jahre in der Welt zu wohnen, und vor dem Schwert wirst
du
emporsteigen. Dann wird dein Weib Hawwä abscheiden, dann alle deine
Geschlechter,
außer Ram dem Manne und Rud dem Weibe. Von ihnen wird
die
Welt sich vermehren, von ihnen die Welt neu erweckt werden. Alle
werden
in einer Rede und einer Lobpreisung rufen, die ich in diese Welt
gebracht
habe, mit der sie preisen sollen. (181—183)
119.
Alsdann wird die Welt durch Brand hingerafft werden. Denn
es
ist den Söhnen des großen Stammes des Lebens bestimmt, daß sie bei
jenem
Scheiden aus ihrem Körper scheiden, außer zweien, Surbai dem
Manne
und Sarhabel dem Weibe, von denen die Welt sich vermehren soll.
Surbai
der Mann wird das Haupt des Zeitalters genannt werden. Die Seelen,
die
durch den Brand hinscheiden, steigen alle zum Licht empor, weil sie die
Lehre,
die ihr Herr ihnen gesandt, nicht verfälschen. (184)
120.
Vom Zeitalter des Ram und der Rüd bis zum Zeitalter des Surbai
und
der Sarhabel werden die Menschen sich vermehren. Mit diesen Reden
werden
sie preisen und sich vom Worte der Herrlichkeit nicht abwenden. (185)
121.
Wenn fünfundzwanzig Zeitalter ausgehen, wird die Welt durch
2)
Vgl. A. 8, Lies bpnww, vgl. DONM Text 26, 8.
u
YD
u)
RS
16)
in
ty
in
46
Rechter Teil. 49, 21—51, 10
Wasser
hingerafft werden. Die Menschen werden mit einem Scheiden durch
Wasser
aus ihrem Körper scheiden. Denn es ist für jenes Zeitalter nieder-
geschrieben,
daß die Körper durch Wasser‘) sterben, die Seelen jedoch zum
Lichte
emporsteigen sollen, außer Noah, dem Manne, und Nuraitä°?), seinem
Weibe,
[50] und Sum, Jam °») und Jafeth, den Söhnen Noahs, die vom Wasser-
tode
errettet werden sollen. Von ıhnen soll die Welt neu erweckt werden. (186)
122.
Von Surbai und Sarhabel bis zum Zeitalter des Noah sind es
fünfzehn
Generationen. Dann werde ich und die beiden Uthras, meine
Brüder,
den Ruf und die Lobpreisung in der Welt verkünden. (187. 188)
123.
Vom Archen-Noah bis daß Abraham, der Prophet der Rüha, auf-
tritt,
bis daß Moses auftritt, bis die Stadt Jerusalem gebaut wird, sind es
sechs
Generationen. (189)
124.
Dann wird der König Salomo, der Sohn Davids, geboren und
wird
König von Juda. Er baut den Ort Jerusalem, und die Dämonen und
Dews
unterwerfen sich ihm, bis er sich selber verherrlicht und für die Güte
seines
Herrn undankbar ist. Darauf wenden sich alle von ihm ab, und die
Herrschaft
geht ihm verloren. Wer sich selber verherrlicht, muß sich dann
selber
seiner schämen. (190)
125.
Von Moses, dem Sohne des Amrä, bis zum Ende der Welten‘)
werden
Gläubige der Kustä sein; sie werden in diesem Glauben treu be-
funden
werden. Dann werden Lügenpropheten auftreten, die Gestalt von
**xx*x+
annehmen’), in jeder Stadt auftreten. Die Völker werden sich ver-
teilen,
die Zungen sich verteilen über jede Stadt, über jeden Ort. Die Juden
werden
über jede Stadt zerstreut werden. Die Welt wird sich spalten und
Tyrannen
sich eines jeden Ortes bemächtigen. Ein Ort wird über den
anderen
herfallen, eine Stadt über die andere mit Krieg herfallen, und sie
vergießen
Blutströme in der Welt. Ein jeder sucht für sich selber einen
Vorteil
und kämpft um das, was nicht ihm gehört. (191)
126.
Die sieben Engel, [51] die Verführer, verführen sie und rufen sie
an
sich, daraufhin beten sie sie an. Der erste Verführer, eins®), ist Samis
mit
Namen (die Sonne), der zweite ist der heilige Geist, Dlibat, Estra,
Amamit
mit Namen (Venus). Der dritte ist Christus, der Fälscher, der
die
erste Lehre verfälscht. Der vierte ist Sin, dessen Name Mond, dessen
Name
Saurel ist. Der fünfte ist Kewän (Saturn), der sechste Bel (Jupiter),
der
siebente Nerig (Mars). (192)
127.
Die Dews vom Hause des Sami$ streuen Lüge, Hochmut,
Prahlerei
und Üppigkeit des Bauches über die Menschenkinder und ver-
führen
sie. Boten sendet er in die Welt hinaus, Rüha und Christus”), und
sie
beten Sonne und Mond an und verehren das Feuer. (193)
1)
Lies 02. 2?) Siehe Joh. II, p. 58. Man beachte auch hier die Alliteration.
®)
Aus Cham unter Einwirkung von Jafeth entstanden.
#)
Hier wird NOÖN „Welt“ im Sinne von aiöv gebraucht, wie auch Text 53, 18; 58,
23.
5)
Vgl. Absatz 111. 6) Wohl nur als Glosse in den Text geraten.
?)
Diese Worte rühren vielleicht nicht vom Bearbeiter her, sondern sind eingefügt.
51,
10—53,1 Zweites Buch. Erstes Stück. 47
128.
Die Dasws der Rühä, deren Name Esträ ist, gehen zu Christus
und
werfen Abtrünnigkeit in die Welt. Sie werfen Ehebruch, Hurerei,
Gesang,
Tanz und Lüsternheit in die Herzen der Menschenkinder. Die
Liliths
<Zauberinnen), die Dews (Zauberer) ') lassen sich auf Bergen und
Höhen,
lassen sich an jeglichem Orte nieder. Sie unterweisen die Menschen-
kinder,
verbreiten sich unter ihnen, holen sie aus ihren Häusern und ihren
Familien,
verschleppen sie auf Berge und Höhen, holen sie auf die Ebenen
hinaus
und lassen sie für sich dasitzen. Sie lieben Schmutz, Blut und
Menstrualfluß,
lieben Frevel und Trug. Im Feuer erscheint ihnen jener
Christus
und ruft seine Verehrer auf?). (194. 195)
129.
Die Dews vom Hause des Kawän werfen Klage und Weinen in
die
Herzen der Menschen. Sie bannen sie weg von der Gnade und ver-
schleppen
sie auf die Berge. (196)
130.
Die Dews vom Hause des Nerig fallen über die Menschenkinder
her
und schinden sie. (197)
131.
Ich belehre euch, meine Jünger, [52] über den Lügen-Messias.
Wenn
er das erste Mal erscheint, zeigt er ihnen Wunderwerke im Feuer.
Mit
Feuer ist er bekleidet, mit Feuer umhüllt. Amünel ist sein Name,
Jesus
der Heiland nennt er sich selber. Auf Feuer ist sein Wohnsitz, und
in
einem Feuerwagen sitzt er. Er kommt und tritt vor euch, nimmt euch
gefangen
und spricht zu euch: „Kommet, tretet zu mir ins Feuer, ohne
daß
ihr verbrennet. Glaubet an mich.“ (198)
132.
Wenn er euch bedrängt und ihr zu ihm übergehet, so bekennet
ihn
doch nicht und wendet euch nicht von eurem Glauben ab. Nennet den
Namen
des hohen Lichtkönigs, der über allen Welten steht. Sein Name sei
in
eurem Herzen und eurem Munde, und seine Kraft ruhe bei euch. (199)
|
133. Alsdann erkläre ich euch, meine Jünger, daß er auch eine andere
Gestalt
annimmt. Er tritt vor euch, mit Feuerglanz umkleidet, mit Feuer
umhüllt.
Jedoch ist er vor euren Augen verborgen, indem er die Augen
blendet.
Er spricht zu euch: „Ich bin es, der aus Gott entstanden ist.“
Jener
Betrüger spricht: „Ich bin der Sohn Gottes, den mich mein Vater
hierher
gesandt hat.“ Er spricht zu euch: „Ich bin der erste Gesandte, ich
-
bin Hibil-Ziwa, der ich aus der oberen Höhe gekommen bin.“ Doch be-
-
kennet ihn nicht. Denn ich bin nicht mit einem Feuerkleide bekleidet, und
ich
offenbare mich in jenem Zeitalter nicht den Menschenkindern. Vielmehr
Enos-Uthra
kommt (vor den Wasserfluten zu Noah und seinem Geschlechte.
134.
Alsdann, wenn die Welt durch die Wasserfluten hingerafft wird
und
dann wiederum Ruhe eintritt, werden sich von Noah, seinem Weibe
und
seinen Geschlechtern aus die Menschenkinder vermehren.
135.
Wenn die Kinder Israel sich verteilen, wird die Stadt Jerusalem
gebaut
werden. Enos-Uthra kommt) [53] und begibt sich nach Jerusalem, (be-
2)
Die Worte XNNWNINT und NWNINT sind wohl nur Glossen.
2)
Die Angaben über Dlibat-Rühä und Nbü-Christus sind hier zusammengeworfen.
un
Io
>
o
RO
F
2
5
wa
48
Rechter Teil. 53, 1—54, 8
vor
sich die Dews in die Welt begeben. Zweitausend Jahre geht Ano$ in der
Welt
umher)'). Sein Gewand ist ein Gewand von Wasserwolken und ver-
hüllt
seinen Glanz. Sein Gewand ist?) kein körperliches, und Glut und Wut
ist”)
an ihm nicht. (200)
136.
Er’) kommt in diese Welt in den Jahren des Pilatus, der dann
König
in der Welt ist. Anos-Uthra kommt in die Welt mit der Kraft des
hohen
Lichtkönigs. Er heilt die Kranken, macht die Blinden sehend, reinigt
die
Aussätzigen, richtet die Verkrüppelten auf, daß sie gehen können, und
macht
die Taubstummen redend. Mit der Kraft des hohen Lichtkönigs belebt
er
die Toten. Er gewinnt Gläubige unter den Juden und zeigt ihnen: es
gibt
Leben und es gibt Tod, es gibt Licht und es gibt Finsternis und
loderndes
Feuer, es gibt Wahrheit und es gibt Irrtum. Er führt einen
jeden
von ihnen hinaus‘), der eifrig und fest im Glauben an den Einen,
den
Herrn aller Welten, ist. (201)
137.
Alsdann, wenn er seinen Freunden die Wahrheit zeigt, die Stadt
Jerusalem
verwüstet und wir zu den Lichtwelten und den Skinas des
Glanzes
emporsteigen, offenbaren wir uns nicht mehr in der Welt, bis die
Zeit
kommt und das Maß der Welt voll ist. (202)
138.
Dann, am Ende der Welten’), kommen wir zu den Seelen der
Vollkommenen
und zu den Seelen der Schuldigen, die in der Welt gesündigt
und
gefrevelt haben und daher in der Finsternis hausen. Ein jeglicher wird
seinen
Werken entsprechend aus dem Feuer und der Finsternis errettet
werden
außer jedem, der die große Sünde begangen und eine Person aus
den
vollkommenen und gläubigen Adamskindern vernichtet hat‘). Ferner
wer
sich vom Worte seines Herrn abwendet, zu dem man gesprochen, ohne
daß
er hören wollte [54] und gläubig wurde. Ferner wer aus eigenem
Willen
den Satan anbetet, nicht Umkehr tut und somit sich selber ver-
dammt.
Ferner wer sich vom Jordan, dem Zeichen und der Taufe im
Jordan
lebenden Wassers abwendet, der auf den Namen des ersten Lebens
getauft
wird und dann das Leben verleugnet; dessen Wurzel wird von den
Lichtwelten
abgetrennt. Dann kommen wir in diese Welt mit’) dem Glanze
der
Sonne, mit der Helligkeit des Mondes, mit dem Schimmer der Sterne,
mit
der Kraft des Windes, mit dem Schein, der dem Feuer verliehen, und
!)
Die durch ( ) eingeklammerten Stücke sind eingeschoben und rühren von einem
Manne
her, der das Erscheinen des Enös in die Urzeit verlegte, vgl. auch R 265. Wahr-
scheinlich
stand in diesem Einschiebsel statt Wı)yY die andere Form WY)N, die in den man-
däischen
Schriften mit W)y abwechselt (an erster Stelle abgeändert), und daraufhin wurde
auch
weiterhin WIN geschrieben.
®)
In B steht entsprechend der Verlegung in die Vergangenheit das Perfektum.
®)
Die vorangehenden Worte NY1737 NONT NORD SON sind aus dem Folgenden
hierher
geraten.
*)
Der Kompilator von B hat D%'NMD) der Vorlage mißverstanden, siehe A Text 29,
14.
5)
Siehe oben, p. 46.
SEVelep#3323:
”,
Im Texte steht hier und im Folgenden „auf“. ı
54,
8—55, 14 Zweites Buch. Erstes Stück. 49
mit
der Helligkeit, die dem lebenden Wasser verliehen ist. Bis zu jener
Zeit
offenbaren wir uns nicht in der Welt.
139.
Ferner erkläre ich euch, meine Gläubigen: Wenn Nbü') aus der
Mitte
der Engel des Fehls kommt, ruft ihn Rüha dQudsa, seine Mutter. Auf
dem
Kranze Himmels und der Erde, auf dem Berge Tabdanä”), versammeln
sich
die Engel des Fehls. Sie salben Nbü aus dem Ölhorn und bekleiden
ıhn
mit Feuer.
140.
Ferner erscheint Christus, der Verführer, in einer anderen Gestalt.
Er
tritt vor euch und spricht zu euch: „Ich gehe über das Wasser hin.
Kommet
mit mir, ihr werdet nicht ertrinken.“ Doch tuet es nicht und
glaubet
ihm nicht. Wenn er euch bedrängt und welche von euch tötet, so
ängstiget
euch nicht. Wenn er tötet, so tötet er nur euren Körper, doch
eure
Seele wird auf der Lichterde weilen. Erschrecket nicht, ängstiget euch
nicht
und fürchtet euch nicht vor Christus, dem Rhomäer), dem nichtigen,
und
vor dem, der die Reden abändert‘).
141.
Ferner reißt er Früchte, Reben und Bäume von dieser Seite des
Meeres
aus und wirft sie auf die andere Seite des Meeres. Dann sprießt es
auf
deı Stelle auf’) und trägt Früchte.
142.
Ferner verfertigt er eine Leiter, wirft sie hin vom Erdboden bis
zum
Himmel, steigt auf und nieder, schwebt zwischen Himmel und Erde
[55]
und spricht zu euch: „Sehet‘), daß ich aus der Höhe komme; ich bin
euer
Herr.“ Doch glaubet ihm nicht. Denn die Leiter des Christus ist
durch
Täuschung, Zauberei und Blendwerk hergestellt. Wo der Christus
steht,
blendet er die Augen, verhüllt den Glanz der Sonne und spricht zur
Sonne:
„Verhülle deinen Glanz.“ Doch die Sonne verhüllt ihren Glanz
nicht.
Nun schafft er durch Zauberei Dunkelheit an dem Orte, wo er steht,
und
spricht zu euch: „Sehet, ich sprach zur Sonne, und sie verhüllte ihren
Glanz,
denn ich bin Gott, der Erlöser ’).*
143.
Ich nun sage euch, ihr Menschenkinder: „Glaubet ıhm nicht.
Vielmehr
preiset ihr den hohen Lichtkönig, den Herrn aller Welten. Preiset
nicht
den nichtigen Christus. Er verführt die Welten, Generationen und
Völker,
und sie kennen die Natur nicht, aus der er hervorgegangen ist.“
144.
In diesen Gestalten kommt er, macht Gefangene in der Welt,
verführt
Menschenkinder und bringt ihnen seine Weisheit bei. „Gottes-
fürchter“
und „Gerechte“ nennen sie sich selber. Christianer nennt er sie.
!)
Bezeichnung für Christus, siehe A 192.
2)
Der Berg ist nur an dieser Stelle genannt. Der Name ist aus NINTINT „des Ver-
derbens‘“
unter Einwirkung des % von NM gebildet.
3)
Christus wird als Byzantiner gekennzeichnet. Vielleicht schwebte dem Verfasser
bei
8'829) ein Wortspiel mit X)97 „Betrüger“ vor, siehe NÖLDEKE, Zeitschr. f.
Assyriologie
XXX
(1916), p. 144. er
#)
Der die echten Ofienbarungen verfälscht. siehe p. 43°.
5)
Wohl identisch mit 777 „sich entilammen“.
°)
Lies 1177, siehe Text Zeile 6.
?)
Vielleicht eine Reminiszenz an die Finsternis bei der Kreuzigung Jesu.
Lidzbarski,
Ginze. 4
in
vi
[e)
[077
[o)
50
Rechter Teil. 55, 15—57,.1
Er
macht sie zu „Gottesfürchtern“ und „Gottesfürchterinnen“. „Gottes-
fürchter“,
„Heilige“, „Gerechte“ und „Gerechtinnen“ nennt er sie.
145.
Sie verlassen ihre Häuser und werden Mönche und Nonnen. Sie
hemmen
ihren Samen von einander, die Frauen von den Männern und die
Männer
von den Frauen. Sie hemmen ihren Samen und ihre Nachkommen-
schaft
von der Welt. Sie legen ihrem Munde Fasten auf, und man legt sie
in
Fesseln. Sie halten Speise und Trank von ihrem Munde fern, halten
fern
weiße Gewänder von ihrem Leibe. Man läßt sie einsam dasitzen, dann
gehen
Liliths zu ihnen, legen sich hin, empfangen Samen von ihnen und
ıo
werden schwanger; davon entstehen Geister und Schrate, die über die
Menschenkinder
herfallen. Arznei, Heilmittel und ......... [56] nehmen
sie
nicht an, sondern vom Samen, Dreck (Gestank) und Schmutz jener
Mönche
bewirft man sie und bestreicht sie. Einige von ihnen lassen dann
ab,
andere nicht. (195)
15
146. Ferner erkläre ich euch, meine Jünger: Auf neun Monate tritt
Nbü-Christus
in den Bauch seiner Mutter, der Jungfrau, ein und hält sich
da
verborgen. Alsdann tritt er als Körper, Blut und Menstrualfluß heraus.
Auf
ihrem Schoße wächst. er heran und saugt Milch.
147.
Wenn er herangewachsen ist, tritt er in das Volkshaus‘) der
20
Juden ein, eignet sich seine ganze Weisheit an°), verdreht die Thora und
verändert
ihre Lehre und alle Werke.
148.
Er betört Leute unter den Juden, macht sie zu „Gottesfürchtern“
und
zeigt ihnen Zaubererscheinungen, an die sie glauben. Er legt ihnen
einen
farbigen Rock an, er scheert ihnen eine Tonsur am Kopfe und be-
25
kleidet sie der Finsternis gleich. Am Sonntag halten sie ihre Hände still’).
149.
Er spricht zu ihnen: „Ich bin der wahre Gott, den mich mein
Vater
hierher gesandt hat. Ich bin der erste, ich der letzte Gesandte; ich
bin
der Vater, ich bin der Sohn, ich bin der Heilige Geist, der ich aus der
Stadt
Nazareth ausgezogen bin‘).“ Darüber ist sein Wagen. Er hält sich
30
in Demut und geht nach Jerusalem. Er nimmt unter den Juden welche
durch
Zauberei und Täuschung gefangen und zeigt ihnen Wunderwerke
und
Erscheinungen. Dews von seiner Begleitung läßt er in einen Toten
eintreten,
und sie sprechen in dem Toten. Darauf ruft er den Juden zu
und
spricht zu ihnen: „Kommet, sehet, ich bin der, welcher Tote er-
weckt,
Auferstehungen erwirkt, Erlösungen vollzieht. Ich bin Anos, der
Näsoräer.*“
(200)
150.
Alsdann läßt Rüha einen Ruf in Jerusalem ertönen und spricht
das
Zeugnis über ihn aus. Er nimmt die Menschenkinder durch Zauberei
gefangen
und beschmutzt sie mit Blut und Menstruation. [57] Er tauft sie°)
un
3
nn
1)
Der Ausdruck findet sich als Bezeichnung für den jüdischen Tempel, vgl. Joh.
II. p. 76.
?)
Zum Gebrauche von 5} bei NNMY1DYr7 siehe Joh. I, p. 116%.
®)
Siehe zu dem Satze die Einleitung.
*,
Hier ist wohl eine Lücke.
’)
Hier steht das christliche Wort für .taufen“.
57.
1-58. 7 Zweites Buch. Erstes Stück. 51
in
abgeschnittenem Wasser‘). Er verdreht die lebendige Taufe und tauft sie
im
Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Er wendet: sie
ab
von der lebendigen Taufe im Jordan lebenden Wassers, mit der du,
Adam,
getauft wurdest. n
151.
Ferner wird in jenem Zeitalter ein Kind geboren werden, dessen
Name
Johana°) genannt wird, der Sohn des greisen Vaters Zakhria, der ihm
im
Greisenalter, am Ende von hundert Jahren, zuteil wurde. Seine Mutter,
das
Weib Enisbai, ward mit ihm schwanger, im Greisenalter gebar sie ihn.
Wenn
Johanä in jenem Zeitalter Jerusalems groß wird, wird Glaube in seinem
Herzen
ruhen, er wird den Jordan nehmen, zweiundvierzig Jahre die Taufe
vollziehen,
bevor Nbü einen Körper anzieht und sich in die Welt begibt.
152.
Wenn Johanä in jenem Zeitalter Jerusalems lebt, den Jordan
nimmt
und die Taufe vollzieht, kommt Jesus Christus, geht in Demut ein-
her,
empfängt die Taufe des Johäna und wird durch die Weisheit des Johanä
weise.
Dann aber verdreht er die Rede des Johänä, verändert die Taufe im
Jordan,
verdreht die Reden der Kusta und predigt Frevel und Trug in der
Welt.
153.
Am Tage, da Johänas Maß voll wird’), komme ich selbst zu ıhm,
erscheine
Johänä als kleiner Knabe im Alter von drei Jahren und einem
Tage,
spreche mit ihm über die Taufe und belehre seine Freunde. Alsdann
hole
ich ihn aus dem Körper, führe ihn siegreich zu der Welt empor, die
lauter
Glanz ist, taufe ihn im weißen Jordan lebenden, prangenden Wassers,
bekleide
ihn mit Glanzgewändern und bedecke ihn mit Lichtturbanen, er-
richte
Lobpreis in seinem reinen Herzen von dem Lobpreise der Licht-
engel,
mit dem sie ihren Herrn in Ewigkeit ohne Aufhören preisen.
154.
Nach Johänä wird die Welt [58] in Lüge dastehen. Der Rhomäer
Christus
wird die Völker spalten, die zwölf Verführer‘) ziehen in der Welt
umher,
dreißig Jahre zeigt sich der Rhomäer in der Welt.
155.
In jenem Zeitalter bewähret euch, ihr Männer von erprobter
Gerechtigkeit‘),
ihr Wahrhaftigen und Glaubensfesten. Ein jeder, der wahr-
haftig
und glaubensfest ist, horche nicht auf die Lehre®) des Christus und
auf
die falsche Weisheit der zwölf Völker‘) und verlasse nicht diese erste
Lehre.
Bleibet fest und standhaft in eurem Glauben, denn gar bald werdet
>
»)
In Wasser, das aus dem Flusse geholt und in ein Gefäß getan ist, siehe p. 15°.
.
2)
Zur Aussprache des Namens siehe Joh. II, p. 74f.
8)
Das in diesem Absatz Angedeutete wird im vierten Stück des fünften Buches aus-
führlich
erzählt.
#,
Hier sind die Apostel gemeint, doch liegt darin eine Anspielung auf die
Zodiakal-
geister,
siehe p. 24*.
5)
Oder „Frömmigkeit“, siehe zu dem Ausdrucke Joh. II, p. 50°. 6) Lies anwb.
?,
Nach dem vorhergehenden Absatze sollte man erwarten, dab hier von den „zwölf
Verführern“
die Rede sei, und eine irrtümliche Vertauschung der Wörter SONDN und
NYNWDND
ist um so eher möglich, als sie kurz vorher nahe nebeneinander stehen. Doch
könnte
hier immerhin von den fremden, falschen Religionen allgemein die Rede sein und
SNDIAN
NIDNDON im Sinne von INDN 1282 (siehe p. 20°) stehen.
st
in
_
oO
5
20
30
vn
35
92
Rechter Teil. 58, 7-59, 11
ihr
die Welt verlassen. Horchet nicht auf die Lügenlehre dessen, der in
Lüge
befangen ist.
156.
Wenn der Große es will, begibt sich Anos-Uthra hierher. Er
wird
die Lüge des Lügners Jesus aufdecken, der sich den Lichtengeln gleich
macht.
Er wird den Rhomäer Christus, den Lügner, den Sohn eines Weibes,
das
nicht aus dem Lichte kam, schuldig sprechen, daß er einer von den
sieben
Verführern ist, die in der Welt umhergehen, daß er an der (Himmels)-
sphäre
wandert‘). Er wird den Rhomäer Christus als Lügner entlarven.
Dieser
wird durch die Juden gefesselt werden, seine Verehrer werden ihn
fesseln,
und er wird ans Kreuz geschlagen werden. Sein Körper wird ge-
tötet
werden, und seine Verehrer werden ihn in einzelne Teile zerteilen.
Er
wird auf dem Berge Marä°) gefesselt werden; wenn die Sonne aufgeht,
läßt
sie von ihrer Glut auf ihn los, weil er Irrtum und Verfolgung in die
Welt
wirft.
157.
Auch alle Verführer, welche die sieben Planeten in der Welt ge-
nannt
werden, und die Menschenkinder, die sie bekennen‘°), wandern alle
ins
Feuer. Denn man ruft ihnen zu, doch sie wollen nicht hören, man
zeigt
ihnen, doch sie wollen nicht sehen, man befiehlt ihnen, doch sie
wollen
nicht handeln. Sie wenden sich vom Licht ab, machen ........ 2)
und
lieben Ansehen’), Berühmtheit (Namen) und den Besitz dieser Welt.
158.
Meine Auserwählten! Euch sage ich, den Vollkommenen, die in
jenem
Äon, da der Rhomäer erscheint, sind und geboren werden: Wendet
euch
nicht, sage ich euch, von der wahren Weisheit ab, [59] ändert nichts
an
den klaren Reden ab, zeuget nicht und verweilet nicht bei den Träumen
und
Gaukeleien, welche die Verführer euch zeigen. Zeuget (für sie) nicht
um
Gold und Silber, durch das die Menschenkinder trunken werden und
dann
ins lodernde Feuer fallen.
159.
Lobpreiset nicht mit dem Gesang, den Nbü-Christus in der Welt
singt.
Wenn er eine andere Gestalt annimmt, nennen sie ihn den lüsternen
Oros‘),
der den Gesang der Zauberei und Wollust singt, tanzt, in die Hände
klatscht
und die Herzen der Menschen gefangen nimmt. Sie nennen ihn
den
lüsternen Oros, »+*++x» wirft er in die Welt. Seine Mutter Rühä brüstet
sich
seiner. Durch sein liebliches Aussehen’) und durch Zauberei verführt
er
die Menschenkinder. Auf seinen Ruf verlassen die Bräute das Braut-
gemach
und die Wöchnerin das Geburtshaus. Er wirft in der Welt Lüstern-
t)
Wie einer der Planeten.
?2)
Im Texte steht N%00%. Kaum „seines Herrn“ (NOT): vielleicht liegt eine
Reminiszenz
an Moriah vor.
°)
Lies PIMRDT.
*)
Das dastehende NN „Freunde“ paßt nicht. Der Schreibfehler ist durch das
folgende
Wort beeinflußt.
>)
Vgl. Lit., p. 78%.
°)
Oder Oreus. Wahrscheinlich aus Orpheus entstellt (DYYN aus DIN). Christus
wurde
mit Orpheus identifiziert, vgl. Joh. II. p. 20.
?)
Leid. hat ©.
59,
11-—60. 17 Zweites Buch. Erstes Stück. 53
heit
über die Männer, Lallen und Lüsternheit über die Weiber. Die Männer
laufen
den Weibern, die Weiber den Männern nach. Er treibt Greise und
Greisinnen
aus ihren Häusern, verehelichte Männer von ihren Gattinnen
weg.
Er treibt die Jünglinge aus ihrer Familie, und sie nennen den Namen
ihrer
Familie nieht mehr. Er wirft”) Unzucht, Ehebruch, Hurerei, Brunst
und
Leidenschaft tiber Männer und Frauen, über Junggesellen und Jung-
frauen.
Sie werden zu Hurern «+++» singen. Die Weiber tanzen den
Männern,
die Männer tanzen den Weibern entgegen. Er wirft Lüsternheit
und
Falschheit in die Welt.
160.
Die Dews des Nerig streuen Diebstahl unter die Menschenkinder.
Durch
ihren Diebstahl”) werden die Menschenkinder geschunden. Erzürner
und
Götzen fallen über die Menschenkinder her und erfüllen sie mit Zorn,
und
diese werden geschunden. Jene werden Schinder, werden Priester und
Orakelmänner’)
und zerschneiden ihnen den Körper. Jene Dews und
Hmurthas‘)
des Nerig und die Satane legen sich auf sie, essen von ihrem
Fleische,
trinken von ihrem Blute und werden ein (böses) Schauspiel in der
Weit.
[60] Sie treiben Sterndeuterei, und die Wahrsager bereiten ihnen’)
Opfergaben
und Opferkuchen. Sie lassen sich nieder auf ihren Tempeln,
an
jeglichem Orte, auf den Tells, Dächern, Bergen, Höhen, an jeglicher
Stätte
und entfernen die Menschenkinder vom Wege des Glaubens. Sie
verführen
alle Welt durch Tamburine, Flöten, Hörner, Sofars, sprechen mit
lauter
Stimme und verführen die Welt. Sie verführen die Herzen der
Menschenkinder
und machen sie trunken durch die Trunkenheit der Liebe,
die
Üppigkeit des Goldes und Silbers und durch walzenförmige Bildwerke,
die
aus Lehm gebildet sind. Diese nichtigen Werke ihrer eigenen Hände
beten
sie dann an, werfen sich nieder und räuchern vor ihnen. (197)
161.
Manche unter ihnen verehren die Feuerengel und die Sterne, die
an
der Himmelssphäre wandern‘), die Glanz und Helligkeit an sich haben,
um
die Welten der Finsternis zu erleuchten. Die Stumpfen, Schandbaren
wissen
nicht, daß dieser Glanz aus der oberen Höhe gekommen ist und nur
den
Wanderern verliehen wurde, damit sie bei Tag und Nacht wandern
sollen
’).
162.
Auch du, Adam und dein Weib und deine Kinder und deine
Geschlechter,
ein jeder, der wahrhaftig und glaubensfest ist, wer froh und
wohlgemut
sein will: haltet euch fern von den nichtigen, häßlichen Werken
2)
ON steht hier und weiterhin irrtümlich für SON”), siehe auch Joh. II, p. XII,
24.
An
dieser Stelle hat Leid. S°ON\, doch weiterhin YANT.
3)
Vielleicht ist hier eine Lücke, oder der Satz ist in Gedankenlosigkeit
geschrieben.
°)
Unsicher. Leid. hat 187 NDONYN; vielleicht ist MIR 07 NOYDnYN zu lesen.
Siehe
die Parallelstelle.
4)
Kleine Steinchen und Muscheln, die man als Sitz von Gottheiten ansah,
Baitylien,
die
dann selber für Dämonen gehalten wurden, siehe Uthra, p. 541. Oben p. 13, 24
findet sich
das
Wort noch in der ursprünglichen Bedeutung.
5)
Wohl YDY7aN zu lesen. Leid. hat NYTaRT.
8)
Für P7NYT verschrieben, siehe Text 58, 13. ?) Siehe Joh. II, p. 42°.
ın
[6]
[7
b)
D
wn
35
un
E
vı
54
Rechter Teil. 60. 17—61. 19
des
:Satans, von den Dews, Dämonen, Geistern, Hmurthäas, Liliths, Götzen,
die
er‘) in die Welt gelassen hat, um die Kraft der Menschenkinder auf die
Probe
zu stellen. Manche unter diesen sündigen auch. Doch alle, die nach
dem
Willen jener handeln, die den Willen des Satans und den Willen ihres
eigenen
Leibes tun, bringen sich selber dem lodernden Feuer dar.
163.
Bewahre! Die Männer von erprobter Gerechtigkeit, die Voll-
kommenen
und Gläubigen, reichen ihre Hand nicht dem Satan und tun nicht
den
Willen des Satans, so wird auch die Hand des Satans keine Gewalt
über
sie haben. Denn sie sind mit dem Glauben gewappnet, [61] nehmen
den
Kampf mit dem Satan auf und üben fromme Werke, wie ihr Herr es
ihnen
gelehrt.
164.
Ferner belehre ich euch, ihr Vollkommenen und Gläubigen: Nach
allen
Propheten wird ein Prophet von der Erde aufstehen. Der arabische
Prophet
kommt und herrscht über alle Völker. Dann ist die Not groß in
der
Welt. Nach jener Herrschaft wird die Welt in Wirrsal dastehen. Nach
dem
Araber Mahammad, dem Sohne des Bizbat, wird kein Prophet mehr in
der
Welt auftreten, und der Glaube wird von der Erde verschwinden. (203)
165.
Das große Leben sei gepriesen im Lichte, Mandä dHaije gefestigt
in
Sieg.
Dieses
ist das Buch des Herrn der Größe.
Zweites
Stück.
Ein
eindringliches Sündenbekenntnis mit der Bitte um Gnade. Das Stück wird in der
Schlußnotiz
„Das Buch des Jordans“ genannt. Damit ist gesagt, daß es bei der Taufe ge-
sprochen
werden soll, doch ist es in die Taufliturgie (Lit., p. 3ff.) nicht eingereiht.
Im
Namen des großen Lebens sei gepriesen der Glanz und das große.
erste
Licht.
Herr
der Lobpreisung! Sieh uns an und verdamme uns nicht.
Unser
Herr! Wir haben gesündigt und gefehlt; erlasse uns unsere
Sünde
und Schuld.
Erbittlicher,
Versöhnlicher, Barmherziger! Sieh uns an und verdamme
uns
nicht.
Seher
und Erkenner! Sieh uns an und verdamme uns nicht. Sieh uns
an
und in deiner Barmherzigkeit erbarme dich unser. Bei deiner Kraft und
Zuversicht?)
gib nach und erbarme dich unser.
!)
Der Satan, siehe weiterhin. Er:
”)
Vielleicht hat ursprünglich JNINY7}7) „und unsere Zuversicht‘ im folgenden
Satze
gestanden,
ist dann fälschlich hierher geraten und wurde ROUND angepaßt.
61,
19—62, 17 Zweites Buch. Zweites Stück. 55
Unsere
Hoffnung und unser Vertrauen! In deiner Barmherzigkeit er-
barme
dich unser.
Weiser
und Herrscher! Bei deiner Geneigtheit und Barmherzigkeit
erbarme
dich unser.
Hoher
Lichtkönig! Höre auf unseren Ruf und verdamme uns nicht.
Großer,
Hoher, Gepriesener! Weil wir gesündigt haben, verdamme
uns
nicht.
Offenbarer,
der die verborgenen Dinge offenbart! In deiner Barm-
herzigkeit
erbarme dich unser.
Gott
der Lobpreisung! Sieh uns an und verdamme uns nicht.
Erlöser
aller Gläubigen! Erhöre uns und verdamme uns nicht.
[62]
Festiger aller Guten! Weil wir gesündigt haben, verdamme uns
nicht.
Schöpfer
aller guten Wesen! In deiner Barmherzigkeit erbarme dich
unser.
Retter
aller‘) schönen Wesen! Höre auf unseren Ruf und verdamme
uns
nicht.
Geber
aller Gaben! Gib uns Kraft und verdamme uns nicht.
Erlöser
aller Gläubigen! Erlöse uns von einem jeden, der böse ist.
Retter
der Seelen! Rette uns von einem jeden, der sündigt.
Beseitiger
aller Übel! Beseitige von uns Schwert und Zorn.
Befestiger
aller seiner Freunde! Gewähre uns Festigkeit, damit wir
nicht
fallen.
Glänzender
von reicher Kraft! Gewähre uns Kraft, damit wir nicht
in
Schande kommen.
Herr
aller Lobpreisung! Deine Lobpreisung ruhe über uns’).
Behiüter
der Wahrhaftigen! Deine Obhut sei uns bewahrt’).
Ansporner
aller Auserwählten! Deine Anspornung ruhe über uns.
Sender
jeglichen Gebetes und Lobpreises! Deine Lobpreisung ruhe
über
uns.
Hoher
König voll Erbarmens! In deiner Barmherzigkeit erbarme dich
unser.
Arzt,
der seine Freunde heilt! Heile uns von unseren Sünden und
verdamme
uns nicht.
-
Arzt, der die Seelen heilt! Heile uns und verdamme uns nicht.
Gewaltiger
von gewaltiger Macht! Zerbrich die Macht der Empörer.
1)
Leid. hat NDNTERD 1927.
2)
Sehr häufig wird der Wunsch geäußert, daß der Glanz oder das Licht der Gottheit
über
dem Gläubigen ruhe, vgl. z. B. R 62, 18f.; Lit. 109,4; 208,6. Da nun auch HMI
mit
„Glanz“ und „Licht“ zusammensteht (vgl. R 64,12; 74,4,6; 304, 24; Lit. 205, 7),
scheint
es,
daß es neben „Lobpreis‘‘ die Bedeutung „Herrlichkeit, Glanz“ angenommen hat,
daß hier
also
dieselbe Verbindung verschiedener Bedeutungen vorliegt wie bei ööfa. Bei der
noch
immer
ausstehenden eingehenderen Untersuchung der Geschichte dieses Wortes wird auch
der
Gebrauch
von &nmawın berücksichtigt werden müssen.
8)
Man erwartet eher ein Aktivum: „bewahre uns“ (NNYNIN).
in
30
35
wı
25
35
56
Rechter Teil. 62, 17—63,15
Glänzender
von großem Glanze! Von deinem Glanze ruhe ein Teil
auf
uns.
Großes,
unvergängliches Licht! Von deinem Lichte ruhe ein Teil
auf
uns.
Der
du den Vollkommenen die Hand reichest! Reiche uns die Hand,
damit
wir nicht fallen.
Der
du auf die Pfade der Wahrheit stellst! Laß uns von deinen Pfaden
nicht
abweichen.
Mächtiger,
Weiser! Beseitige den Zorn von deinen Freunden.
Wahrhafter,
der die Wahrhaftigen zur Wahrhaftigkeit führt! Sieh uns
an
und verdamme uns nicht.
Großer
Herr alles Erbarmens! In deiner Barmherzigkeit vernichte
allen
Zorn.
Der
[63] Leben von Tod scheidet! Beseitige den Zorn von deinen
Freunden.
Der
Licht von Finsternis scheidet! Beseitige den Zorn von deinen
Freunden.
Der
Gutes von Bösem scheidet! Beseitige den Zorn von deinen
Freunden.
Der
Wahrheit von Irrtum scheidet! Beseitige den Zorn von deinen
Freunden.
Erleuchter
der Leuchten’)! Beseitige den Zorn von deinen Freunden.
Der
mit seiner Kraft den Himmel ausspannt! Beseitige den Zorn von
deinen
Freunden.
Der
durch sein Wort die Erde dichtet! Beseitige den Zorn von deinen
Freunden.
Sender
des lebenden Wassers! Beseitige den Zorn von deinen Freunden.
Der
Früchte, Trauben und Bäume prangen läßt! Beseitige den Zorn
von
deinen Freunden.
Bewahrer
der Seelen! Bewahre sie‘) vor allem, was häßlich ist.
Sender
der Boten der Kusta°). Beseitige den Zorn von deinen Freunden.
Geber
der Weisheit und der Lobpreisung! Beseitige den Zorn von
deinen
Freunden.
Richter,
der die Seelen richtet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden.
Offenbarer,
dessen Augen offen sind‘)! Beseitige von uns Schwert
und
Zorn.
Schuldloser
ohne Fehl! Laß uns ohne Schuld und verdamme uns nicht.
Wir
sind Sklaven der Sünden! Weil wir gesündigt haben, verdamme
uns
nicht.
')
Der Sterne am Himmel, siehe p. 25, 31.
°)
Leid. hat IN39an) „bewahre uns“, siehe auch die Lesung in C.
®)
Des wahren Glaubens.
*)
Leid. hat INON] APNT NINON). Siehe auch Lit., p. 108, wo sich auch sonst Ein-
flüsse
dieses Stückes zeigen.
63,
1664. 12 Zweites Buch. Drittes Stück. 57
Wir
sind Sklaven, die wir gesündigt haben. Herr! Verdamme uns nicht.
Unser
Haupt ging in die Sünde ein. Weil wir gesündigt haben, ver-
damme
uns nicht.
Unser
Auge gab (unkeusche) Winke. Weil wir gesündigt haben, ver-
damme
uns nicht. 5
Unser
Ohr erhorchte Böses. Weil wir gesündigt haben, verdamme
uns
nicht.
Unser
Mund schwatzte') Lüge. Weil wir gesündigt haben, verdamme
uns
nicht.
Unsere
Hand beging Diebstahl und tat Böses. Herr! Verdamme uns ro
nicht.
Unser
Herz ersann böse Gedanken. Herr! Verdamme uns nicht.
Unser
Körper trieb Ehebruch. Weil wir gesündigt haben, Herr, ver-
damme
uns nicht.
Unser
Knie beugte sich vor den Bösen. Erlasse uns unsere Sünde 15
und
Schuld. Herr! Verdamme [64] uns nicht.
Unser
Fuß ging barfuß. Herr! Verdamme uns nicht.
Wir
sind Sklaven der Sünden. In deiner Barmherzigkeit erbarme dich
unser.
Herr
aller Seelen! Wir schauten deinen Glanz und erhielten Leben. 20
Wir
schauten dein Licht und wurden gläubig. Wir hörten deine Lobpreisung,
und
in unser Herz legte sich Kustä. Kustä legte sich in unser Herz, wir
nahmen
deine Lobpreisung an und hörten die Worte der Lobpreisung, die
du
uns gesandt hast.
Herr!
Wir haben gesündigt und gefehlt; erlasse uns unsere Sünde >;
“und
Schuld. Gepriesen sei dein Name am Orte des Lichtes.
Dieses
ist das Buch des Jordans.
Drittes
Stück.
Verkündigung
des Lichtgesandten über sein Erscheinen in der Welt und die Wirkung,
die
sein Erscheinen ausübte. Das Stück ist in Versen geschrieben. Über den Bau des
30
mandäischen
Verses siehe Lit., p. VIILf.
®
Im
Namen des großen Lebens.
Als
ich kam, ich, der Gesandte des Lichtes,
der
König, der ich vom Lichte hierher ging,
da
kam ich®), Gemeinschaftlichkeit”) und Glanz in meiner Hand, 35
Licht
und Lobpreis‘) auf mir,
1)
Vgl. Joh. II, p. 41°. Ä
2)
MNN steht parallel dem ersten M’NN. Weniger gut ist MMN Leid.: „Da brachte
ich
Gemeinschaftlichkeit und Glanz in meiner Hand.“
®,
Vgl. Lit., p. 13°. *#) Siehe oben, p. 55°.
u
50
Rechter
Teil.
Glanz
auf mir und Erleuchtung,
Ruf
und Verkündigung auf mir,
das
Zeichen’) auf mir und die Taufe,
und
ich erleuchte die finsteren Herzen.
Mit
meiner Stimme und meiner Verkündigung
sandte
ich einen Ruf in die Welt hinaus.
Einen
Ruf in die Welt sandte ich hinaus
von
den Enden bis zu den Enden der Welt.
Ich
sandte einen Ruf in die Welt hinaus:
Jedermann
gebe auf sich selber acht.
Ein
jeder, der auf sich selber achtgibt,
wird
aus dem verzehrenden Feuer befreit werden.
Heil
den Dienern der Kusta,
den
Vollkommenen und Gläubigen.
Heil
den Vollkommenen,
die
sich von allem Bösen fernhalten.
Der
Gesandte des Lichtes bin ich,
den
der Große*) in diese Welt gesandt hat.
Der
wahrhaftige Gesandte bin ich,
an
dem keine Lüge ist;
der
Wahrhaftige‘), an dem keine Lüge ist,
nicht
ist an ihm Mangel und Fehl.
Der
Gesandte des Lichtes bin ich;
ein
jeder, der seinen Duft riecht, erhält Leben.
Ein
jeder, der seine Rede in sich aufnimmt,
dessen
Augen füllen sich mit Licht.
Mit
Licht füllen sich seine Augen,
[65]
sein Mund füllt sich mit Lobpreisung.
Mit
Lobpreisung füllt sich sein Mund,
sein
Herz füllt sich mit Weisheit.
Die
Ehebrecher rochen mich‘),
da
ließen sie eilig von ihrem Ehebruch.
Von
ihrem Ehebruch eilig ließen sie,
kamen
und umgaben sich mit meinem Geruch.
Sie
sprachen:
Als
wir ohne Kenntnis waren°), trieben wir Ehebruch,
64.1265.
5
jetzt
wo wir die Kenntnis haben, ehebrechen wir nicht mehr.
!)
Das Zeichen der Ölung, siehe Lit., p. 27, 40 u.a.
°)
Damit ist hier wie in Buch I und Buch II,1 der Lichtkönig gemeint.
?)
Leid. hat weniger gut NIN NWWND, das auch durch das fehlerhafte nYwND D nicht
gestützt
wird.
*)
Vielleicht hat hier ursprünglich die 3. Pers. gestanden, vgl. p. 59, 8, 25.
°)
Als wir den rechten Glauben noch nicht kannten, in der äyvora waren.
TE
65,
5—
22
Zweites Buch. Drittes Stück. 59
Der
wahrhaftige Gesandte bin ich,
an
dem keine Lüge ist,
der
Wahrhaftige, an dem keine Lüge ist,
nicht
ist an ihm Mangel und Fehl.
Ein
jeder, der seinen Duft riecht, erhält Leben ').
Ein
jeder, der an ihm riecht,
dessen
Augen füllen sich mit Licht.
Die
Lügner rochen ıhn,
da
ließen sie eilig von ihrer Lüge.
Von
ihrer Lüge eilig ließen sie,
kamen
und umgaben sich mit meinem Geruch.
Sie
sprachen:
Herr!
Als wir ohne Kenntnis waren, sprachen wir Lüge,
jetzt
wo wir die Kenntnis haben, sprechen wir sie nicht mehr.
Der
Gesandte des Lebens bin ich,
der
Wahrhaftige, an dem keine Lüge ist,
der
Wahrhaftige, an dem keine Lüge ist,
nicht
ist an ihm Mangel und Fehl.
Der
Baum der Lobpreisung,
von
dessen Geruch ein jeder Leben erhält.
Ein
jeder, der an ihm riecht,
dessen
Augen füllen sich mit Licht.
Mit
Licht füllen sich seine Augen,
[sein
Mund füllt sich mit Lobpreisung).
Die
Mörder rochen ihn,
da
ließen sie eilig von ihrem Morde.
Von
ihrem Morde eilig ließen sie,
kamen
und umgaben sich mit meinem Geruch.
Sie
sprachen:
Herr?)!
Als wir ohne Kenntnis waren, begingen wır Mord,
jetzt
wo wir die Kenntnis haben, morden wir nicht mehr.
Die
Zauberer rochen ihn,
da
ließen sie eilig von ihrer Zauberei.
Von
ihrer Zauberei eilig ließen sie,
kamen
und umgaben sich mit meinem Geruch.
Sie
sprachen: |
Herr!
Als wir ohne Kenntnis waren, trieben wir Zauberei,
jetzt
wo wir die Kenntnis haben, tun wir es nicht mehr.
Ein
Weinstock sind wir’), des Lebens Weinstock,
ein
Baum, an dem keine Lüge ist.
\)
Siehe p. 58, 23f. 2) ININD hier nur in Leid.
3)
NORBERG hat, vielleicht nur als Konjektur, XIN „bin ich“ (p. 124).
15
33
40
5
10
15
30
Sa
40
60
Rechter
Teil. 65, 22—66, 16
Der
Baum der Lobpreisung,
von
dessen Geruch ein jeder Leben erhält.
Ein
jeder, der seine Rede höret,
dessen
Augen füllen sich mit Licht.
Mit
Licht füllen sich seine Augen,
sein
Mund füllt sich mit Lobpreisung.
Mit
Lobpreisung füllt sich sein Mund,
[66]
sein Herz füllt sich mit Wahrheit.
Die
Winker') rochen ihn,
da
verließen sie eilig ihr Winken.
Ihr
Winken eilig verließen sie,
kamen
und umgaben sich mit meinem Geruch.
Sie
sprachen:
Als
wir ohne Kenntnis waren, gaben wir Winke,
jetzt
wo wir die Kenntnis haben, winken wir nicht mehr.
Von
dem Tage an, da wir dich schauten,
von
dem Tage an, da wir deine Rede hörten,
von
dem Tage an, da wir dich schauten,
füllte
sich unser Herz mit Ruhe.
Wir
glaubten an dich), Guter,
wir
schauten dein Licht und werden dich nicht mehr vergessen.
Wir
werden dich alle unsere Tage nicht vergessen,
nicht
eine Stunde aus unserem Herzen dich lassen.
Denn
unser Herz soll nicht erblinden °),
diese
Seelen nicht gehemmt werden.
Ich
sprach zu ihnen:
Ein
jeder, der Umkehr tut,
dessen
Seele soll nimmer abgeschnitten werden;
nimmer
wird der Herr ihn verdammen.
Doch
die Bösen, sie, die Lügner,
verdammen
sich selber.
Denn
man zeigt ihnen, und sie wollen nicht sehen,
man
ruft ihnen zu, und sie wollen nicht hören uud gläubig werden.
Die
Bösen sinken nach ihrem eigenen Willen
in
das große Süf-Meer.
Sie
werden in der Finsternis untergebracht,
und
der Finsterberg verschlingt sie,
bis
zum Tage, dem Gerichtstage,
bis
zur Stunde, den Stunden der Erlösung.
Doch
uns, die wir (dich) preisen, Herr,
wirst
du unsere Sünde und Schuld erlassen.
!)
Die unkeusche Winke geben. ®) Lies TNINIONT.
®)
Leid. hat schlecht IxI31)nD „soll nicht zu Grunde gehen“.
66,
17—67, 11 Zweites Buch. Viertes Stück. 61
Gepriesen
seiest du, König des Lichtes,
der
du uns, deinen Freunden, die Wahrheit gesandt hast’).
Siegreich
warst du, Mandä dHaije,
und
verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
Das
Leben siegt über alle Werke.
Viertes
Stück.
Ermahnungen.
besonders zum ehelichen Leben.
Im
Namen des großen Lebens.
Euch
rufe ich zu, Pflanzen, die ich gepflanzet, Auserwählte, die ich
_
auserwählt habe:
Buhlet
nicht und stehlet nicht — warum wollt ihr auch Winker sein,
warum
den Schwachen dem Starken ausliefern °)?
Gleichet
nicht den Propheten des Truges, noch den Richtern der Lüge;
nicht
steigen sie empor’) aus dem Jordan, noch wurden sie gefestigt durch
diesen
[67] Herrn, der in der oberen Höhe sitzt.
Dann
sage und zeige ich euch, ihr Auserwählten und Vollkommenen,
die
ihr den Glauben an den Herrn der Größe angenommen habet. Ich be-
lehrte
euch über die Junggesellen und Jungfrauen, über die Männer, die
keine
Frauen, und über die Frauen, die keine Männer suchen.
Steiget
an das Ufer des Meeres, sehet die Fische im Meere: zu zweien
ziehen
sie im Meere dahin und gehen nicht zu Grunde. Sehet‘) die fliegenden
Vögel
am Himmel: zu zweien fliegen sie dahin und gehen nicht zu Grunde.
Du
nun, siehe, warum willst du zu Grunde gehen?
Steiget
an das Ufer des großen Fuphrat, sehet die Bäume, die am Ufer
des
großen Euphrat stehen: sie trinken Wasser und tragen Früchte und
gehen
nicht zu Grunde.
Doch
sehet den trocknen Fluß, in dem kein Wasser hinzieht. Er
trocknet
aus’), und die Bäume an seinem Ufer vertrocknen und sterben hin.
1)
GD und Leid. haben PONIRTRDT „der du deinen Freunden gesandt hast‘.
2)
Siehe zu diesem Satze die Ermahnungen Joh. 174f. (II, p. 174). Mit „Winkern“
oder
„Nickern“
sind Leute gemeint, die unkeusche Winke geben, wie NM’ NTONN oben p. 60,9
(Text
66,1). Zu yD siehe Nöld, p. 39, 11. Auch L 60,5; 105, 15; Joh. 175, 11, 12;
185,14
stehen
Y%D und 17 zusammen. An Ny2 im Sinne von 13 BIN (bezw. psı> CISL,
141,2)
ist trotz des folgenden Satzes nicht zu denken. — Leid. hat einfacher ahp/\ab)
NINND
nananad
„liefert nicht den Schwachen dem Starken aus“.
2)
Leid. hat NPINDNST.
+)
Leid. hat vorher noch YX32 „Meine Söhne!“
#)
Die Münchener Handschrift hat hier gut NYN3 7.
in
Io
25
62
Rechter Teil. 67, 11-68, 10
Ebenso‘)
vertrocknen und sterben hin die Seelen der Junggesellen und
Jungfrauen,
der Männer, die keine Frauen, und der Frauen, die keine
Männer
suchen. Wenn sie ihren Körper verlassen, erhalten sie ihren Sitz
in
finsterem Gewölk. Denn sie werden aus ihrem eigenen Bauche be-
fruchtet,
und es kommt ihnen aus dem Munde heraus: weil sie’ getan
haben,
was ich ihnen nicht befohlen.
Ferner
rufe ich euch zu und erkläre euch: In der Welt, in der ihr
wohnet,
machet Hochzeit für eure Söhne, die Männer, sowie für eure
Töchter,
die Weiber, und glaubet an euren Herrn, den hohen Liehtkönig. °
Denn
diese Welt nimmt ein Ende und vergeht.
Ferner
rufe ich euch zu und erkläre euch, ihr Auserwählten und Voll-
kommenen,
die ihr den Glauben an den Lichtkönig angenommen habet:
Warum
verkehret ihr mit diesen Junggesellen und Jungfrauen, den Männern,
die
keine Frauen, und den Frauen, die keine Männer suchen? Wenn ihr
mir
mit ihnen verkehret, werdet ihr in die Gehenna fallen, für deren
Dach
nicht tausend mal tausend, für deren Wände nicht zehntausend
mal
zehntausend Zedern hinreichen. Wenn ihr euch jedoch nicht [68] zu
ihnen
haltet, werdet ihr emporsteigen und sein ruhiges Antlitz schauen.
Ferner
rufe ich euch zu und zeige euch, ihr Auserwählten und Voll-
kommenen,
die ihr den Glauben an den Lichtkönig angenommen habet. Ich
belehre
euch über die Tiere, die fliegenden Vögel, die Fische im Meere und
das
Getier im Meere. Sie schlachtet, waschet ab, reiniget, spület ab und
kochet,
betet über sie und esset, dann werdet ihr keine Prüfung zu be-
stehen
haben).
Das
Leben ist siegreich über alle Werke.
Die
Utlras sprechen zu Jözataqy Mandä dHaije: Dein Gewand leuchte
und
deine Gestalt sei geehrt bei jenem deinem Vater, dem Herrn der Größe.
‘)
Hier hat sich MD im ursprünglichen Sinne erhalten. Danach ist Nöld., p. 206f.
zu
ergänzen.
2,
Über erlaubte und verbotene Speisen siehe p. 20,125; 37, 57.
DZ
Rene
Drittes
Buch.
Das
Buch enthält einen ausführlichen Schöpfungsbericht und ist der umfangreichste
unter
den erhaltenen mandäischen Traktaten. Es ist aus verschiedenen Stücken
zusammen-
gefügt,
die schlecht verarbeitet sind, und die Widersprüche stoßen oft auf einander.
Dadurch
daß
die bösen Mächte die Schöpfung zu verhindern oder in ihrem Sinne zu gestalten
suchen,
wird
mehrfach ihr Treiben eeschildert. und diese Partien gehören nicht zu den
schlechtesten
in
dem Buche.
An
der Spitze stehen zwei Berichte über die Urschöpfung; in beiden wird alles aus
einer
Urfrucht hergeleitet. Nach dem zweiten Berichte geht das „Leben“ aus dem groben
Mänä
hervor, und das erste Leben schafft durch sein bittendes Wort das zweite Leben.
Dieses
schafft Uthras, unter denen besonders drei hervortreten (siehe Brandt, Rel.. p.
122).
Die
drei Uthras bitten das zweite Leben, ihren Vater, Skinäs und eine Welt gründen
zu
dürfen.
Die Bitte wird ihnen vom zweiten Leben gewährt, doch dem großen (ersten) Leben
gefällt
es nicht. Dieses wendet sich an den großen Mänä, der darauf Kbar den (iroßen
schafft.
Kbar wird mit Mandä dHaije identifiziert, und im Folgenden ist bis auf eine
Stelle
(Text
77,7£.) von ihm nicht weiter die Rede. Nach mehreren vergeblichen Anrufungen
wird
Mandä
dHaije aufgefordert, den Uthras zuvorzukommen, zur Unterwelt hinabzusteigen und
ihren
Plan zu vereiteln (Text 71). Er weist auf die Gefahren bei diesem Werke hin,
doch
wird
ihm vom großen Mänä Schutz zugesagt. Er begibt sich in das Haus des Lebens, das
ihn
gleichfalls auffordert, den Uthras entgegenzutreten (73). Es folgen Fragen und
Ant-
worten
über die Finsternis und die Urschöpfung. die nicht zu einander passen und
offenbar
aus
Stücken verschiedener Herkunft bestehen. Dabei wird auch eine dritte
Darstellung der
Schöpfung
aus der Urfrucht gegeben. in der an die Stelle des großen Mänä der Lichtkönig
getreten
ist. Mandä dHaije wird dann zum Abstieg in die Unterwelt ausgerüstet, und der
Hinabstieg
findet statt (79f.). Hier tritt er aber nicht den Uthras, sondern den Unholden
(8792)
der
Finsternis entgegen, an deren Spitze Rühä und ihr Sohn Ur, der König der
Finsternis,
stehen.
Mandä dHaije nimmt den Kampf gegen diesen auf, er überwindet ihn, fesselt ihn
und
legt
eine Mauer um ihn. Er steigt dann zum Leben empor, das ihm für sein Werk dankt.
-
Text 98, 2 wird in einem neuen Stück an die Vorstellung vom zweiten Leben
angeknüpft.
Hier
wird es aber nicht mehr so, sondern „der Zweite“ genannt. Berührungen mit dem.
14.
Buche
(R 291—298). Auch an den Zweiten wenden sich die Uthras mit der Bitte, eine
Welt
gründen
zu dürfen. Die Bitte wird ihnen gewährt, und sie schaffen Ptahil. B’haq-Ziwä
mabßt
sieh
unter den Söhnen des Zweiten eine besondere Stellung an. er hält sich für
Abathur und
un
[)
o
19}
un
30
in
15}
In
40,
64
Rechter Teil.
sieht
sich als Vater der Uthras an. Er ruft Ptahil, der nach R 297, 20 sein Sohn ist,
nennt
ihn Gabriel (siehe auch p. 89,6) und beauftragt ihn mit der Schöpfung. Von dem
Widerstande,
auf den er stoßen würde, benachrichtigt er ihn nicht und wappnet ihn nicht.
Ptahil
steigt unterhalb der Skinäs hinab. Er verliert von seinem Glanze, die Verdichtung
gelingt
ihm nicht, und dies ermutigt Rühä ihm entgegenzutreten. Sie fordert dreimal
ihren
Sohn
auf, bei ihr zu liegen, dann werde er seine Kraft und seine Freiheit wieder
gewinnen.
Sie
gebiert dann erst sieben, dann zwölf, dann fünf Unholde (siehe p. 13*), deren
Aussehen
sie
mit Entsetzen erfüllt... Ptahil holt sich nun vom Leben ein Gewand lebenden
Feuers, er
tritt
damit in das trübe Wasser, Staub von der Erde Siniawis fällt auf das trübe
Wasser,
und
dadurch entsteht eine Verdichtung. Auch das Firmament wird ausgespannt (97).
Die
Planeten
und die anderen Bösen umgeben Ptahil und bieten ihm ihre Dienste an. Er nimmt
dies
unter der Bedingung an, daß sie nur Gutes tun. Darauf wird ihm das Haus, d. h.
die
irdische
Welt, weggenommen, und die Bösen erhalten die Herrschaft darüber (98 unt.).
Ptahil
faßt
nun den Entschluß, Adam zu schaffen, zieht jedoch zu dem Werke auch die
Planeten
heran.
Sie schaffen den Körper, können aber keine Seele in ihn werfen (101). Sie rufen
den
Luftwind
heran, damit er die Knochen aushöhle, auf daß Mark sich in ihnen bilde. Sie
können
aber trotz aller Bemühungen Adam nicht auf die Beine stellen. Da begibt sich
Ptahil
zu seinem Vater, der aus dem „verborgenen Orte“, d. h. aus dem Hause des
Lebens,
einen
Mänä holt und ihn Ptahil übergibt. Das Leben ruft nun herbei (oder ruft
hervor?)
Hibil,
Sitil und Anös als Helfer, die die Seele behüten sollen. Nach einer verderbten
Stelle
erscheint,
den Zusammenhang störend, Adakas-Ziwä, d. h. der verborgene Adam (= DNIN |
N'DND),
das jenseitige Gegenbild zum irdischen Adam, der beauftragt wird, die Seele zu
be-
hüten
(102); er wird im Folgenden mit Mandä dHaije zusammengeworfen. Dieser beseelt
zusammen
mit Ptahil den Körper, und er wird vom Leben beauftragt, Adam die wahre Lehre
zu
verkünden. Rühä und die Planeten ihrerseits stellen Adam nach und wollen ihn
durch
ihre
Künste verführen (105). Mandä dHaije tritt ihnen kraftvoll entgegen. Auf den
Rat
der
drei Uthras veranstaltet Mandä dHaij® zusammen mit diesen dem Adam eine
Hochzeit,
und
sie geben ihm Hawwä zur Frau. Rühä, die Sieben und Zwölf beschenken das Paar
mit
allerhand
Luxus, mit Gewändern, Gold, Wein, Blumen, um sie abtrünnig zu machen. Mandä
dHaije
und seine Begleiter vereiteln jedoch ihre Pläne. Er verhilft Adam einen Stamm
zu
gründen
(107). In einem fragmentarischen Stücke werden die Kinder Adams und Hawwäs,
vielleicht
auch die des jenseitigen Gegenpaares Adakas-Ziwä und Anäna dNhürä genannt.
Mandä
dHaije unterweist Adam und Hawwä in den Kulthandlungen. Wiederum suchen Rühä
und
ihr Kreis, sein Werk zu vereiteln. Sie versammeln sich auf dem Berge Karmel und
fassen
den Plan, den fremden Mann zu beseitigen (110). Durch allerhand Zauberkünste
suchen
sie Adam und seinen Stamm zu betören. Die Mittel der Verführung werden unter
die
sieben Planeten verteilt, und auch den Zwölf wird ihr Wirkungskreis
zugeschrieben.
Adam,
der schlief, erwacht infolge der Unruhe in der Welt und ruft nach einem Helfer
(113).
Statt
Mandä dHaije’s erscheint hier Hibil-Uthra, der ihn und seine Söhne aufklärt und
be-
ruhigt.
Im Anschluß daran wird von dem Abfalle eines Sohnes Adams erzählt, der im Fol-
genden
Adam, Sohn Adams, genannt wird und von dem sonst nicht die Rede ist. Er geht
zu
Rühä und den Sieben und wird von ihnen mit Freuden empfangen (115). Weiterhin
wird
er
mit Adam selbst identifiziert. Um ihn zu täuschen und an sich zu ziehen, nimmt
Rüha
die
Gestalt der Hawwä an. Der Erlöser erscheint, deckt ihre Gaukelei auf und
hestraft sie
68.
11-69, 2 Drittes Buch. 65
und
die Planeten (118). Es folgt eine Übersicht über die falschen Religionen und
ihre Be-
ziehungen
zu den Planeten. Darstellung der Verteilung der Weltdauer unter die Tierkreis-
zeichen
und Herleitung der Tiere und Pflanzen von den einzelnen Zeichen.
Das
Buch ist in Versen geschrieben. Aber in zwei Stücken lassen sich, selbst bei
nachsichtiger
Beurteilung des Versbaues, keine Verse gewinnen. Das erste Stück steht am
Antange
des Buches. Es reicht ungefähr so weit als .der große Mänä der Herrlichkeit als
höchstes
Wesen erscheint; nachher tritt an dessen Stelle das große Leben. Beim
Übergange,
wo
noch vom großen Mänä die Rede ist, findet sich mehrmals der Plural, der im
jetzigen
Texte
sinnlos ist, so NND Text 71, 16, SYNINW 72. 19; 8127 72,22. Es läßt sich nur so
erklären,
daß auch an diesen Stellen, und wohl schon vorher, ursprünglich das Leben ge-
nannt
war, dab eine Umarbeitung mit Einfügung des großen Mänä stattfand, aber
versehent-
lich
der Plural stehen gelassen wurde. So ist wohl auch die Wiederholung p. 67, 33
und 69, 3
entstanden.
Bei dieser Umarbeitung, bei der auch die beiden Stücke über die Urfrucht ein-
gefügt
sein mögen, ging die Versform verloren.
Das
zweite Stück ist Text 99, 22 bis 101, 4. Der Anfang ist offensichtlich einge-
schoben,
weiterhin ist das Stück umgearbeitet.
Nach
den Bemerkungen am Anfange und am Schlusse des Buches hat die Schrift den
"Pitel
„Buch der lebendigen, ersten Lehre“. Am Anfange wird das Buch das „erste“
genannt,
wohl
mit Rücksicht auf die einleitenden Worte im folgenden Buche. — Siehe zu dem
Buche
Brandt.
Rel.. p. 24ff., 34ff.. 50. 122: Schr., p. 12511.
Im
Namen des großen, fremden Lebens, des erhabenen, das über allen
Werken
steht, werde Heilung und Sieghaftigkeit, Kraft und Festigkeit und
ein
Sündenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin NN und meinen Kindern
NN.
NN, und ihr Name werde aufgerichtet im Hause des Lebens.
Im
Namen des großen, fremden Lebens aus den Lichtwelten, des er-
habenen,
das über allen Werken steht.
Dies
ist das Mysterium und das erste Buch der lebendigen, ersten
Lehre,
die von jeher war.
Als
die Frucht noch in der Frucht, als der Äther noch im Äther war,
|
als der große Mäna') der Herrlichkeit da war, aus dem gewaltige, große
Manas
hervorkamen, deren Glanz ausgedehnt, [69] deren Licht groß ist, vor
denen
niemand in der großen Frucht war, die ausgedehnt und endlos ist,
!,
Bedeutet geistiges Wesen, Geist, auch den Geist im Menschen. Der ursprüngliche
Sinn
ist wahrscheinlich „Gefäß“. Bei den Semiten wird vielfach der Gegenstand, den
man
sich
als Sitz des göttlichen Wesens, des Gottes, denkt, der Stein, Baum, Pfahl,
Altar u. a.
mit
dem Gotte identifiziert und dessen Bezeichnung auf den Gott übertragen. So
konnte
denn
auch der Geist nach dem ihn bergenden Behälter, dem „Gefäß“, benannt werden.
Siehe
Uthra,
p. 538°; NÖLDERE, Zeitschr. f. Assyriologie XXX (1916), p. 145, 160;
REITZENSTEIN,
Das
mand. Buch des Herrn der Größe, p. 361. Die Bezeichnung oxedos &vripov, wie
die
abgeschiedene
Seele sich bei den Herakleoniten selbst benennt (Epiphanius, Haer. 36, 3), ent-
spricht
mandäischem NDR? SIND R 325, 12; 326, 1,13, oder XTPN' SIND R 135, 5, 14.
@.
HOFFMANN’s Erklärung von NIND als „Gewand“ (ZNTW IV. 1903, p. 284°) ist unwahr-
scheinlich.
Lidzbereki,
(rinza. 5)
in
_
[6]
-
si
wvı
15
[9
in
66
Rechter Teil. 69, 2—-70, 9
deren
Glanz zu ausgedehnt für die Rede mit dem Munde, deren Licht zu
groß
für das Erzählen mit den Lippen ist, die in jener Frucht war, da
kamen
aus ihr hervor tausend mal tausend Früchte ohne. Ende und zehn-
tausend
mal zehntausend Skinas ohne Zahl. In jeder einzelnen Frucht
waren
tausend mal tausend Früchte ohne Ende und zehntausend mal zehn-
tausend
Skmäs ohne Zahl. Sie stehen da und preisen jenen großen Mana
der
Herrlichkeit, der im großen Äther des Lebens wohnt, der im Jordan
weißen
Wassers ist, das aus dem großen Manä herausgekommen war, dessen
Duft
angenehm ist, an dem alle Wurzeln des Lichtes und des großen, ersten
Glanzes
riechen. Der große Jordan entstand ohne Ende und Zahl. An ihm
stehen
Pflanzen, freuen sich und frohlocken. Sie sind alle voll Lobpreises
und
stehen vollendet da. Aus dem großen Jordan kamen Jordane ohne
Ende
und Zahl.
Als
die Frucht noch in der Frucht, als der Äther noch im Äther war,
als
der große Glanz‘) war, dessen Glanz und Licht ausgedehnt und groß
ist,
vor dem niemand war, aus dem der große Jordan lebenden Wassers
kam,
(aus dem selbst das Leben entstand) °), da ergoß sich dieses zur Erde
des
Äthers, auf der°) das Leben sich niederließ und sich in der Gestalt des
großen
Mänä hinstellte, aus dem es hervorgekommen war, und dieses richtete
eine
Bitte an sich selbst‘). Auf die erste Bitte entstand der gefestigte
Uthra,
den das Leben das zweite Leben nannte. [70] Auch entstanden
Uthras
ohne Ende und Zahl’). Und aus jenem lebenden Wasser entstand
ein
Jordan, der wie der erste Jordan sich zur Lichterde ergoß, und das
zweite
Leben nahm festen Sitz in ihm®). Jenes zweite Leben schuf dann
Uthras,
gründete Skinas und schuf einen Jordan, in dem die Uthras festen
Sitz
erhielten.
Drei
Uthras entstanden, die eine Bitte an das zweite Leben richteten;
sie
baten, für sich Skinäs schaffen zu dürfen. Was die drei Uthras vom
zweiten
Leben erbaten, gewährte es ihnen. Sie beraten sich und schaffen
Skinas.
Sie beteten”) und sprachen zu ihrem Vater, sie fragten ihren Vater
1)
Hier steht N.
2)
Ich streiche diese Worte, die den Gedanken unterbrechen und im Widerspruch zu
der
bald darauf folgenden Äußerung stehen, daß das Leben aus dem großen Mänä
hervorge-
gangen
sei. Die Worte sind unter Einwirkung des dritten Schöpfungsberichtes p. 73
hierher
gesetzt.
°)
Nach der syntaktischen Stellung scheint mir 27 sich eher auf IN’N7 NPIN als
auf
NZ) NITIN? zu beziehen, obwohl letztere Auffassung eine Stütze im Folgenden
hätte.
*)
Auch in anderen Religionen findet sich die Vorstellung, daß göttliche Wesen zu
sich
selber beten. Vgl. NÖLDEKE, Neue Beiträge zur sem. Sprachwissenschaft, p. 29.
°)
Dieser Satz ist wohl zu streichen. Das Folgende ist wohl zu NW 09 N 9)
zu
ergänzen, vielleicht fehlt aber auch noch mehr.
6)
Man könnte hier DN’NPNY im Sinne „gefestigt werden, getauft werden‘ annehmen,
siehe
Lit., p. XXIII, auch besonders R 293, 5, doch paßt dieser Sinn weiterhin p-
67,12 nicht.
°)
Oder „sie baten“, d. h. sie sprachen bittend (um Bescheid) zu ihm. Vielleicht
ist
aber
auch mit „beten“ gemeint: sie beteten für ihn, sie sprachen eine Wunschformel
als Be-
grüßung
aus, siehe auch weiterhin p. 67, 17.
70,
9--71, 15 Drittes Buch. 67
und
sprachen zu ihm: „Bist du es, der diesen Jordan lebenden Wassers,
der
so wundersam, und von dessen Wasser der Duft so lieblich ist, und die
Uthras,
die in ihm festen Sitz erhielten, so groß sind, hervorgerufen hat,
und
sind es deine Uthras'), die in ihm festen Sitz erhielten?“ Darauf er-
widerte
das zweite Leben und sprach zu den drei Uthras: „Mich, euren
Vater,
mich hat das Leben hervorgerufen, der Jordan ist des Lebens, und
ihr
seid durch die Kraft des Lebens entstanden.“
Darauf
sprachen sie zu ihm: „Gewähre uns von deinem Glanze und
deinem
Lichte und von dem, was (sonst) an dir ist, und wir wollen auf-
brechen
und unterhalb der Wasserbäche’) hinabsteigen. Wir wollen dir
Skinas
hervorrufen, dir eine Welt schaffen, und die Welt sei unser
und
dein. Wir wollen in ihr Bestand und Sitz erhalten, Uthras in ihr
schaffen,
und sie seien unser und dein. Den Namen des Lebens wollen
wir
aussprechen®).“ Dies gefiel ihm, und er sprach: „Ich will es ihnen ge-
währen.“
Als
er dies sprach, gefiel es aber dem Großen nicht, und dem Leben
war
es nicht recht. Es betete ein Gebet für den großen Manä der Herr-
lichkeit
‘), der in der großen Frucht wohnt, und pries ihn. Da erhob sich
der
große Mana in Glanz, Licht und Herrlichkeit, schuf Kbar den Großen,
dessen
[71] Name Kbar-Ziwa ist, Nbat-Jawar, den Sohn des Jöfin-Jofafin,
Sam,
den wohlbewahrten Mänä,. den Weinstock, der ganz Leben, der ge-
liebt
von den Uthras ist, in herrlicher Pracht’) und sprach zu ihm: „Du,
erhebe
dich über die Uthras und siehe nach, was die Uthras treiben und
worauf
sie sinnen, die da sagen: Wir wollen eine Welt schaffen und Skinas
gründen,
gleich den gewaltigen Uthras, den Söhnen des Lichtes. Du, Mandä
dHaije,
gefällt es dir, daß die Uthras des Lichtes das Licht verlassen und
ihr
Antlitz zur Finsternis gerichtet haben, zum großen Suf-Meer, zur heu-
lenden
Dunkelheit, zum verzehrenden, verderblichen Wasser, zum Orte, der
voll
von Dämonen ist, die mit lauter Stimme reden, worin das verzehrende
Feuer
redet?“
Doch
der Uthra des Lebens wahrt Schweigen, und nicht war an ihm
Mangel
noch Fehl.
Dann
sprach er (der Manä) zum zweiten Male zu ihm: „Siehe, Mandä
dHaije,
zu welchem Zwecke die Uthras des Lichtes sich beratschlagen 2);
warum
ihr Herz in Verwirrung geraten ist, so daß sie ihr Antlitz nach dem
Orte
richteten, der grund- und uferlos ist, nach dem Orte, in dem kein
lebendes
Wasser fließt und kein Glanz wohnt.“
t),
Ich vermute NM statt MIMY IV.
2)
SD N'PVDNN, aus dem biblischen DW YPYDN entstanden (Joh. p. XVI, Anm.), be-
zeichnet
bei den Mandäern das Grenzwasser, das die Lichtwelt von dieser Welt abtrennt,
vel.
BRANDT, Jahrbücher für protest. Theologie XVIIL (1892), p. 405, 427 ff.
®,
Siehe Nöld., p. 216 unt. #) NINPY” steht hier nur in Leid.
5)
Bezieht sich auf den großen Mänä; vielleicht ist auch DNP „er stand da” ausge-
fallen.
6) Lies OIOWNM.
ns
in
30
Ur
Io
4
in
25
68
Rechter Teil. 71, 15—72, 22
Wiederum
wahrt der Uthra des Lebens Schweigen. Da wandten sich
die
Mänas’) zum dritten Male in ihrer Majestät an Manda dHaije und sprachen:
„Du
bist der König der Uthras, der Herr der Kusta, der Schöpfer der Schätze.
Über
alle Lichtwelten haben wir dich als Herrscher eingesetzt, sowie über
alle
Uthras des Lichtes, die in den Skinas wohnen, auch über die unteren
Welten
der Finsternis. Du bist es, der für jene (die andere) Welt bestimmt
und
begehrt ist. Steige früher zur Welt hinab, bevor die Uthras dahin-
gehen
und etwas tun, das für uns häßlich und unschön, dem Leben nicht
recht
und dir, Manda dHaije, nicht lieb ist. Denn du [72] bist es, der du
die
Uthras in Ordnung hältst, einen Weg aufwirfst und einen Wegstein
aufrichtest.
Wenn wir dich riefen‘), weswegen riefen wir dich? Weil du,
wenn
du gerufen bist, würdig und wie geschaffen für diese Schöpfung °) bist.“
Darauf
erwiderte Manda dHaije und sprach zum großen, gewaltigen
Mänä:
„Wenn ich dich suche, wen werde ich erblicken? Wenn ich in Be-
drängnis
bin, auf wen soll ich Vertrauen haben? Worauf soll ich mein
Inneres,
das mit euch war, stützen?“
Der
Mana sprach darauf in Majestät und erwiderte Manda dHaije: „Du
sollst
von uns nicht abgeschnitten werden, wir wollen vielmehr bei dir sein.
Alles,
was du sagst, gilt fest bei uns. Du bist bei uns gefestigt und sollst
von
uns nicht abgeschnitten werden. Wir sind bei dir, denn das Leben ist
der
Güte zu dir voll. Es schuf dir Helfer, es schuf dir sanfte und ge-
festigte
Uthras, sanfte und gefestigte Uthras, damit sie dir Helfer seien.
Dann
schuf es dir Helfer, die als deine Söhne dort Bestand erhalten sollen.
Deine
Söhne sollen den Ruf des Lebens vernehmen lassen und Kaufleute
sein,
die Handel treiben und ihren Handel erfolgreich durchführen *).“
Er,
der Große, verlieh ıhm dann Glanz und Licht
und
vermehrte ihm noch was er hatte.
Er
verlieh ihm ein weites Gewand,
wundersam
und endlos.
Er
segnete ihn mit reichem Segen,
mit
dem die Gewaltigen gesegnet wurden.
Sie
machten‘) ihn zum Vater der Uthras,
der
seine Freunde mit Zehrung versorgt.
Auf
Befehl der großen Frucht der Herrlichkeit
schloß
ich Brudertreue mit ihnen’),
brach
auf und kam zum Hause des Lebens.
Das
Leben befragte mich über den Mana,
von
dem ich geschaffen war:
‘)
Der Plural steht statt des zu erwartenden Singulars, siehe p- 65, 9.
®)
Wiederum zweideutig, siehe oben, p. 32%. ®) Leid. hat 822.
*)
Die Handelsware sind gute Werke, vgl. R 340,15; Lit., p. 107,1; 154,9; Joh. II,
p.
178, 16.
®)
Ks ist unsicher, ob damit: der Mänä (siehe Ann. 1) oder die Uthras gemeint
sind.
72,
22--78, 19 Drittes Buch.
„Da
du durch die Güte der Großen‘) gekommen bist,
69
wie
ist deine Natur geschaffen (Pflanzung gepflanzt)?“
Das
Leben sprach in seiner Majestät zu Manda dHaije®):
Du
sahest, Mandä dHaije,
was
die Uthras [75] tun,
was
tun die Uthras
und
was sie über dies und das sinnen.
Du
sahest, daß sie das Haus des Lebens verlassen
und
ihr Antlitz nach dem Orte der Finsternis gerichtet haben.
Sie
verließen die Gesellschaft des Lebens
und
liebten die Gesellschaft der Finsternis.
Sie
verließen den Ort des Glanzes und des Lichtes,
gingen
hin und liebten die nichtige Wohnung.
Sie
verließen die Süßigkeit,
gingen
hin und liebten die Bitterkeit.
Sie
gingen hin und liebten die Bitterkeit,
an
der keine Süßigkeit ist.
Sie
verließen den Jordan lebenden Wassers
und
gingen zum trüben Wasser.
Zum
trüben Wasser gingen sie,
gingen
zur lodernden Flamme.
Sie
verließen das lebende Feuer,
gingen
hin und liebten das verzehrende Feuer.
Sie
liebten das verzehrende Feuer
und
liebten die lodernde Flamme.
Ja,
siehe, Mandä dHaije,
das
taten die Uthras!
Siehe,
was die Uthras taten
und
wie Mangel und Fehl an ihnen war.
Stoßen
wir die Welt um und verlassen sie,
wer
wird unter ihnen ein Ordner sein?
Wer
wird ein Ordner unter’ ihnen sein,
wer
sie vom Mangel und Fehl befreien?
Wer
wird sie vom Mangelhaften befreien,
das
sie von selbst vollführt haben?
Wer
wird sie den Ruf des großen (Lebens) vernehmen lassen,
das
im Hause der Vollendung thronet?“
Das
Leben redete und sprach
zum
rüstigen, wohlgerüsteten Uthra:
„War
nicht, bevor die Uthras existierten,
deine
Schöpfung vollbracht ’)?
3)
Man erwartet den Singular XD”, siehe oben, p. 65, 9.
»)
D.h. warst du geschaffen.
:)
Siehe p. 67 unt.
4o
15
25
30
35
70
Rechter Teil. 73,19-74, 11
Bevor
die Uthras existierten,
hat
das große (Leben) dich geschaffen ') und beauftragt.
Geschaffen
und beauftragt hat dich das Große,
dich
gerüstet, beauftragt, hingesandt
und
bevollmächtigt über jegliches Ding.
Es
beauftragte dich über die Skinäs
und
die mächtigen Pforten des verborgenen Ortes.
Es
verlieh dir die Herrschaft über die verborgenen Uthras,
die
dastehen und das gewaltige (Leben) preisen.
Es
verlieh dir die Herrschaft über den Jordan des Gewaltigen
und
über das lebende, prangende Wasser.
Als
das Gewaltige es befahl,
schuf
man dir Uthras,
[74]
schuf dir Boten’),
sanfte,
gefestigte Uthras.“
Als
das Leben mir dies sagte,
verneigte
ich mich und pries das Gewaltige.
Ich
pries das große Leben,
daß
das Leben für mich eine Schöpfung vollführet,
daß
eine Schöpfung das Leben für mich vollführet
und
mir Helfer bescherte.
Ich
leuchtete in meiner Lobpreisung),
während
ich am verborgenen Orte dastand.
Ich
leuchtete in meiner Erleuchtung
mit
dem, was das Leben mir gewähret.
Ich
glänzte in meiner Lobpreisung‘)
über
jegliches Ding am verborgenen Orte.
Ich
glänzte°) in meiner Erleuchtung
und
richtete meine Augen auf die Empörer.
Bevor
die Uthras da waren,
ging
ich zum Orte der Finsternis.
Als
ich im Hause des Lebens dastand,
schaute
ich die Empörer°),
schaute
die Pforten der Finsternis,
schaute
die Tiefe, die ganz Finsternis,
‘)
Lies NP.
°)
Ein Wort persischer Herkunft, dessen Bedeutung nicht ganz sicher ist, siehe
Lit.,
p.
17°, NÖLDEKE, Zeitschrift f. Assyriol. XXXILL (1920), p. 80.
®)
Siehe oben, p. 55?. *) Leid. hat dahinter noch MIND ‚ich leuchtete“.
5)
Leid. hat NIMND „ich leuchtete“.
)
Es ist so gedacht, daß Mandä dHaije vom Hause des Lebens aus die Unterwelt
überschaut,
doch gehörte die folgende Schilderung vielleicht zu einer Darstellung, nach der
Mandä
dHaije schon in der Unterwelt war, zu der auch der vorhergehende Satz gehörte,
der
hier
nicht am Platze ist.
74.
11-75, Drittes Buch. il
schaute
die Verderber
und
den Herrn der finsteren Wohnung,
schaute
die Kämpen,
die
in der Finsternis begraben sind,
schaute
die Pforten des Brandes,
wie
sie brennen und lodern.
Es
brennen und lodern die Bösen,
und
dabei beratschlagen sie Mangel und Fehl.
Ich
schaute das Weib Hewath'),
wie
sie in Finsternis und Bosheit redet.
Sie
redet in Bosheit,
in
Zauberei und Hexerei, die sie treibt.
Sie
redet in Weisheit der Gaukelei
und
sitzt auf Blendwerk.
Ich
schaute das Tor der Finsternis
und
die Ader der Erde Siniawis, wie sie sind.
Ich
schaute das schwarze Wasser in ihnen,
das
in die Höhe steigt, kocht und sich windet.
Wer
darauf tritt, stirbt,
wer
es erblickt, wird versengt.
Ich
schaute die Drachen,
die
darin hingeworfen sind und sich winden.
Ich
schaute die Drachen
jeglicher
Gattung und jeglicher Art.
Ich
schaute die Fahrzeuge‘) [der Söhne] der Finsternis,
die
einander nicht gleichen.
Ich
schaute die bösen Rebellen,
wie
sie in Fahrzeugen sitzen.
Ich
schaute die bösen Rebellen,
wie
sie mit der Waffe [75] der Bösen bekleidet sind.
Sind
bekleidet mit der Waffe der Bösen
und
sinnen auf Böses gegen den Ort des Lichtes.
Als
ich sie sah,
wandte
ich mich zum Vaterhause um.
N)
MN erscheint namentlich in diesem Abschnitte als Name der Hauptdämonin der
Unterwelt.
Ich identifiziere dieses NN mit MM auf einer Tabella defixionis aus Karthago
als
Namen der Unterweltsgöttin, siehe Ephemeris I, p. 30. Das Wort bedeutet
ursprünglich
„Schlange“
und liegt auch im Namen an Eva vor, vgl. Nachrichten der Götting. Geselisch.
der
Wissensch., phil.-hist. Kl. 1916, p. 9i. Aus HT ist ANY mit Aufgabe des Kehl-
lautes
entstanden. Damit erledigt sich auch die Nöld., p. 311 angenommene syntaktische
Schwierigkeit.
2)
Die Markabäthä, die „Wagen“, finden sich zunächst als Wagen der Planeten, siehe
Joh.
II, p. 76°, doch wie hier auch anderer Wesen. Das Suffix in NMRIRDINIDD zeigt,
daß
dahinter
ein Wort im Plural gestanden hat; vielleicht ist N%327 zu ergänzen.
15
25
30
Io
20
30
72
Rechter Teil. 715, 3—-22
Ich
trat vor das Leben
und
berichtete ihm, wie ich sie gesehen hatte.
Ich
berichtete ihm über den König der Finsternis,
berichtete
ihm über dies und das.
Wie
ich die Dinge gesehen hatte,
berichtete
ich vor dem Leben.
„Wie
soll ich nach jenem Orte wandern, der Stätte der Finsternis,
(in
die Finsternis,) in der kein Lichtstrahl ') ist,
zur
Ader des Wassers der Erde der Finsternis,
das
siedet, in die Höhe steigt und sich windet?
Wer
darauf tritt, stirbt,
wer
es erblickt, wird versengt.“
Ich
will zum Großen emporsteigen und sprechen ®):
„Woher
kam die Finsternis,
woher
kam die Finsternis,
woher
deren Bewohner?
Woher
kommen ihre Werke,
die
so häßlich und furchtbar sind?
Woher
kam ihr Fehler’),
der
so ausgedehnt ist,
dessen
Anblick so häßlich und furchtbar ist,
der
ganz voll von Rissen ist?
Ganz
voll von Rissen ist er,
KK:
Woher
kamen die gewaltigen, bösen Unholde,
die
in dem Brande sitzen?
Woher
kam das schwarze Wasser,
das
so kocht und sich windet?
Wer
darauf tritt, stirbt,
wer
es erblickt, wird versengt.
Woher
kamen die Drachen,
die
in das Wasser geworfen sind und sich winden?
Woher
kamen ihre Fahrzeuge,
woher
die Bösen, die in ihnen sitzen?
Woher
kam Hewath, das Weib‘),
jeglicher
Gattung und jeglicher Art?“
Als
ich so vor dem Leben sprach,
zeigte
sich das Leben, mein Vater, in seiner Fülle, ohne Mangel.
‘)
Vgl. Joh. II, p. 222, 17.
*)
Dieser Satz, vielleicht auch das Folgende, gehört zu einem Stücke, nach dem
Mandä
dHaije
schon in der Unterwelt war, siehe auch oben, p. 708,
.”)
Dahinter ist eine Lücke; die folgenden Worte beziehen sich auf den Ort der
Finsternis.
*) Hier ist eine Lücke.
75,
2276,14 Drittes Buch.
Das
Leben weiß es wohl,
das
Leben weiß es und wahrt Schweigen.
Das
Leben weiß es wohl
und
spricht zu mir:
„Komm,
damit wir dich aufklären, Manda dHaije,
du
rüstiger, wohlgerüsteter Uthra.
Bevor
alle Welten entstanden,
war
diese große Frucht da.
Als
die große Frucht in der großen Frucht war,
entstand
der große Lichtkönig der Herrlichkeit.
[76]
Aus dem großen Lichtkönig der Herrlichkeit
entstand
der große Glanzäther.
Aus
dem großen Glanzäther
entstand
das lebende Feuer.
Aus
dem lebenden Feuer
entstand
das Licht.
Durch
die Macht des Lichtkönigs
entstand
(das Leben und) die große Frucht.
Die
große Frucht entstand,
und
in ihr .entstand der Jordan.
Der
große Jordan entstand,
es
entstand das lebende Wasser.
Es
entstand das glänzende, prangende Wasser,
und
aus dem lebenden Wasser bin ich, das Leben,
Ich,
das Leben, entstand,
und
alsdann entstanden alle Uthras.“
Ich
sprach dann vor dem Leben:
„Da
du, das Leben, da warest,
wie
entstand da die Finsternis?
Wie
entstand die Finsternis,
wie
entstand Mangel und Fehl?“
Als
ich so zum Leben gesprochen,
war
es voller Güte.
Das
Leben war voller Güte
und
sprach zu Manda dHajje:
„Du
rüstiger Uthra,
du
rüstiger, wohlgerüsteter Uthra,
du,
rüstiger Uthra, weißt nicht,
wie
die Finsternis entstand,
wie
entstand die Finsternis,
wie
entstand Mangel und Fehl?“ —
73
entstanden.
td
wn
30
Se
40
15
20
25
30
74
Rechter Teil. 76, 14--77,7
Als
das Leben so zu mir sprach, RN
bat
ich um die Ermächtigung zu sagen, wie es war.:
Ich
sprach zum großen Leben,
zum
Leben, das von jeher war:
„Wenn
ich nicht darüber sprechen sollte,
gehörte
ich nicht zu den Gewaltigen.
Da
ich aber zu den Großen gehöre,
klärte
mich das Leben selbst darüber auf, wie es war').
Das
Leben sprach zu mir in seiner Majestät,
[sprach
zu mir] bei seinem „Lobpreis“:
„Wir
ermächtigen dich, rüstiger Uthra,
rüstiger,
wohlgerüsteter Uthra,
wir
ermächtigen dich, rüstiger Uthra,
zu
sagen, wie es war,
die
verborgenen Uthras zu belehren,
alle
Auserwählten zu belehren,
wie
die Uthras des verborgenen Ortes enstanden sind.“
Als
das Leben so zu mir sprach,
wiederholte
ich mit der Lobpreisung des Gewaltigen,
mit
der Freude über das große Leben,
was
[77] das Leben zu mir gesprochen, (nämlich):
„Du,
Uthra, mache dich auf, gehe zum Hause der Großen,
nach
dem Orte, wo die Gewaltigen sitzen,
dem
Orte, wo die Großen sitzen,
damit
sie dir über dies und das Bescheid geben ’).“
Als
das Große so zu mir sprach,
ging
ich nach dem Hause der Gewaltigen,
dem
Orte, wo die Großen sitzen,
dem
Orte, wo dıe Guten dort wohnen.
Ich
trat vor sie hin und wollte ihnen sagen,
wie
es am Urbeginn war.
Als
ich zu ihnen sprechen wollte,
liebkosten
und küßten sie mich,
festigten
mich an meinem Orte und sprachen:
1)
Aus der jetzigen Textform geht es nicht klar hervor, aber aus dem Folgenden ist
zu
ersehen, daß Mandä dHaije darum gebeten hat, die Uthras über die Schöpfung
aufklären
zu
dürfen.
2)
Von einer solchen Aufforderung war vorher nicht die Rede. In diesem und im fol-
genden
Satze sind mit N und W271 offenbar andere Wesen gemeint als das große, ge-
waltige
(Leben). Es sind höhere Wesen, zu deren Sitz Mandä dHaij& sich begeben
soll.
Aber
infolge der Zweideutigkeit von N12% und W272 ist im Folgenden eine arge Ver-
wirrung
entstanden, und es ist vielfach unsicher, wer damit gemeint ist.
79.7:
19 Drittes Buch.
=
ot
„Wir
ermächtigen dich, Kbar-Ziwä.
du
sanfter, gefestigter Uthra.
Wir
ermächtigen dich, Kbhar-Ziwa,
Uthra,
der seine Freunde festigt.
Wir
ermächtigen dich, rüstiger Uthra,
du
rüstiger, gefestigter Uthra.
Wir
ermächtigen dich, rüstiger Uthra,
zu
sagen, wie es war,
die
verborgenen Uthras zu belehren.
Wenn
du nach jenem Orte gehest,
belehre
deine Freunde,
belehre
die Männer von erprobter Gerechtigkeit,
die
wahrhaften, gläubigen Männer.
Wir
wollen dir zu deiner Ehrung') sagen,
daß
es keine Grenze für das Licht gab.
Für
das Licht gab es keine Grenze,
und
es wurde nicht bekannt, wann es entstand.
Nichts
war, als das Licht nicht war,
nichts
war, als der Glanz nicht war.
Nichts
war, als das gewaltige (Leben) nicht war’);
eine
Grenze für das Licht gab es nie.
Nichts
war, als das Wasser nicht war;
das
Wasser ist älter als die Finsternis.
Älter
als die Finsternis ist das Wasser;
es
gibt nichts, das endlos wäre°).
1)
Unsicher. Wörtlich: zum Bilde der Ehrung. 2) Siehe p. 6,1; 31, 32.
3)
Der Ausdruck findet sich viermal in diesem Buche, viermal im vierzehnten Buche,
außerdem
R 229,4; 236,1. Er steht immer außerhalb des Zusammenhanges. Der glatte Sinn
der
Worte ist nicht zweifelhaft, aber über den Zweck der Verwendung bin ich zu
keinem
abschließenden
Urteile gelangt. Die Erklärung, die NÖLDEKE Gram., p. 433 gibt, ist nicht
richtig,
führt auch zu keinem Ergebnisse. Die Worte spielen offenbar auf die öfter von
höheren
Dingen gebrauchte Wendung Som NONDT „das endlos ist“ an und sagen, dab es
.
nichts gebe, das endlos wäre. Eine Verneinung der Endlosigkeit der höheren
Wesen ist
jedenfalls
auch darin ausgesprochen, aber dies ist nicht der Zweck des Ausspruches. In R
293, 7:
294,24
ist offensichtlich eine Lücke. Eine solche liegt aber wohl auch in 295, 3;
296,13 vor,
ebenso
in 236,1. Hinter Shah 2 ehe erwartet man „für den Lichtort‘‘ oder einen
ähnlichen
Ausdruck.
Auch sind die Worte Fpnınd nr zu kurz im Vergleich mit denen des
parallelen
Satzes. Aber auch an dieser Stelle haben wir wohl eine Lücke. Obwohl sonst
NOND
und WIND oft zusammenstehen (vgl. besonders Text, p. 69), kann NND Fbndı
keine
Fortsetzung von =bmb NINDT sein. Es müßte sonst NIND FonnbF oder NOND AD
NINIID
NDd heißen. Der Ausdruck würde danach auf die Vergänglichkeit der Dinge hin-
weisen.
Die Stellen 94,23, in demselben Zusammenhange 95,21, dann 100,7 sehen jedoch
nach
einem absichtlichen Abbruch der Erzählung aus, und ein solcher ist auch an
dieser
Stelle
nicht unmöglich. Danach hätten die Worte den Sinn: wenn ich alles hinschreiben
sollte,
wäre es endlos, doch nichts ist endlos. Andererseits kann ich die Worte 229,4
nur
als
abwehrende Glosse verstehen. Ein Leser oder Abschreiber fand wohl die für das
Tragen
farbigen
Zeuges angedrohte Strafe zu hart; vielleicht hatte er selber ein schlechtes
Gewissen.
wi
u
AS)
107
w
76
Rechter Teil. 77.19-78.13
Es
gibt keine Zahi‘), von der wir dir sagen könnten,
wie
groß sie war, als die Uthras noch nicht da waren.
Die
Uthras sınd älter als die Finsternis,
älter
als die Finsternis sind dıe Uthras,
älter
als ıhre Bewohner.
Die
Güte ist älter
als
die Schlechtigkeit des Ortes der Finsternis.
Die
Sanftmut ist älter
als
die Auflehnung des Ortes der Finsternis.
Das
lebende Feuer ist älter
als
das verzehrende Feuer des Ortes der Finsternis.
Die
Lobpreisung ist älter
[78]
als die Zauberei und Hexerei, die die Bösen treiben °).
Der
dritte Jordan ist älter
als
das verzehrende Wasser des Ortes der Finsternis.
Die
Einsicht ist älter als dies und das,
was
die Bösen des Ortes der Finsternis treiben.
Die
Stimme der Uthras ist älter
als
die der gewaltigen Bösen des Ortes der Finsternis.
Wir
haben dir Bescheid über die Ersten’) gegeben,
nun
wollen wir dir Bescheid über die Zweiten geben, wie sie waren.
Der
sanfte Thron ist älter
als
der aufrührerische Thron‘).
Die
Hymnen und Gebetsordnungen sind älter
als
die Zauberei des fürchterlichen Weibes Hewath.
Der
Behälter des Äthers ist weit älter
als
das Gerede, das Ruhä redet.
Wir
haben dir Bescheid gegeben über die Zweiten,
nun
wollen wir dir Bescheid geben über die Dritten, wie sie waren.
B’haq-Ziwä
ist älter
als
Ruüha, wie sie war.
Der
Gedanke aller Uthras
ist
älter als der aufrührerische Ruf.
Das
Gebiet der Guten ist älter
als
der Herr des ganzen Ortes der Finsternis.
Man
sollte annehmen, daß der Ausdruck wenigstens in demselben Traktat einheitlich
verwandt
werde,
daher sehe ich die Erörterung über seinen Sinn nicht als abgeschlossen an. Eine
An-
spielung
auf diese Wendung liegt anscheinend Lit. 4,7 vor.
1)
Für die Dauer der Zeit. 2) Lies mit C, Leid. NYIIN.
3)
Über die Dinge erster Ordnung. Leid. hat NTINDTINDD.
*)
Nach NND ist vorher mit B, Leid. 877%) zu lesen. Gemeint ist freilich auch bei
dieser
Lesung der Thron des Sanften, des Aufrührerischen.
1
1
78,
13—79, 7 Drittes Buch.
Die
Männer von erprobter Gerechtigkeit sind älter
als
alle Schöpfungen der Finsternis, wie sie auch sein mögen.“
Als
das Große‘) so zu mir gesprochen,
als
das Gewaltige, mein Vater, der mich geschaffen, so zu mir
als
das Große so zu mir gesprochen, [gesprochen, :
begriff
ich es in meinem Sinne.
Als
ich es in meinem Sinne begriff,
sprach
ich zu ihm: „Wie entstand die Finsternis?
Wie
entstand die Finsternis,
woraus
wurde sie an ihrer Stätte gebildet? 10
Wo
du, Auserwähltes?), so groß bist,
warum
hört die Finsternis nicht auf?
Warum
hört nicht auf die Finsternis
und
ist das Licht (die Leuchte) vollkommen aufgerichtet ’).“
Bevor
ich zum Großen sprach, 15
sprach
das Große zu mir:
„O
geordneter Uthra,
geordneter,
wohlgeordneter Uthra,
o
geordneter Uthra,
Uthra,
der seine Freunde festigt‘)! 20
Am
Guten war bei seiner Güte
weder
Mangel noch Fehl.
Der
Gute ist kraft seiner Güte
gefestigt
über die [79] Maßen.
Dem
Guten ist kraft seiner Güte a5
die
Wurzel festgepflanzt an ihrer Stätte.
Der
Gute lodert in seinem Glanze:
das
Wasser ist in seinem Gewande verborgen.
Die
verborgenen Worte
sind
in ihren Büchern verborgen und bewahrt. ;o
Wasser
vermischt sich nicht mit Pech,
und
die Finsternis wird nicht zum Lichte gezählt’).
Nieht
wird zum Lichte die Finsternis gezählt,
die
dunkle Wohnung wird nicht erhellt.
Nicht
wird die dunkle Wohnung erhellt, =
und
das trübe Wasser pranget nicht.
Die
Finsternis erweiterte sich °),
_
und ihre Bewohner wurden gebildet.
E“
a) Wegen 723% 7 SNIINTINDN nehme ich an, dab hier wieder vom Leben die Rede
ist;
weiterhin
p. 78, 24 wird es ausdrücklich genannt.
2)
QYY372 ist wohl nicht in Ordnung.
®)
Lies PNYy oder yııny. vel. Text 79, Ss +), Lies ONSDH, vgl. p. 75,4.
5)
Siehe Joh. II. p. 147°. Leid. hat INNDY.
78
vi
20
W
wi
transitivem
Sinne auffassen: „Die Finsternis erweiterte sich und bildete ihre Bewohner. Die
Finsternis
bildete (sie), und als sie (sie) gebildet hatte, prüfte sie ihr Heer.“ Aber der
in-
transitive
Gebrauch von IND} ergibt sich aus, dem verwandten Text 83,22. Intransitives
ON25
haben wir auch R 34,11; 278, 24; Joh. 51,9; Lit. 4,9, siehe auch Nöld., p.
215,3.
(laß
der Zweite, d.h. Jösamin, nachdachte, daß sein Gedanke schwanger wurde und der
Ge-
danke,
d.h. der Plan der Schöpfung, nahe daran war, durch den Zweiten zustande zu
kommen.
Man
sollte erwarten, daß gesagt wird, Jößamin sei mit dem Gedanken schwanger
geworden,
wie
denn in demselben Stücke weiterhin (296,15) I so gebraucht wird, aber es liegt
ein
Denkfehler
vor. Auch hier ist die Schwangere der Gedanke des Zweiten, der sich mit dem
Plane
der Schöpfung trägt. Statt des zweiten Lebens heißt es der Zweite, da damit
Jöfamin
gemeint
ist, siehe auch p. 63,29. NÖLDERE’s Abänderung von SINN zu INN (Gram.,
p.
122#) ist nicht richtig.
Rechter
Teil. 79.722
Die
Finsternis wurde gebildet,
und
als sie gebildet war, prüfte sie ihr Heer’).
Wegen
der Schlechtigkeit, die sie im Sinne hat,
wird
sie in ihren eigenen Behälter eingeschlossen.
Sie
wird in ihren eigenen Behälter eingeschlossen,
und
alle ihre Werke vergehen.
Die
Kinder der Finsternis vergehen,
doch
die Kinder des gewaltigen (Lebens) haben Bestand.
Das
Haus der Bösen vergeht,
und
das verzehrende Feuer erlischt.
Ihr
Zauberwerk stirbt ab und erlischt,
weil
es nicht von früher her bestand.
Ihre
Geschöpfe nehmen ein Ende,
doch
die Stämme des Lebens haben Bestand für immer.
Die
lebendige Lehre kommt auf
und
erleuchtet die nichtige Wohnung.“
Als
das Große so zu mir gesprochen,
wurde
mein Herz auf seiner Stütze aufgerichtet.
Ich
hub in der Kraft des Großen an,
sprach
und pries das Gewaltige:
„Da
nicht durch dich, Gutes, das Böse in ihnen entstand,
warum
soll ich nach jenem Orte gehen?“
Als
ich so sprechen wollte,
sprach
das große Leben zu mir:
„Eine
Schwangere wurde schwanger im Zweiten ’).
Steige
zeitig zur Welt hinab.
Durch
deine Kraft werden Uthras entstehen,
durch
deinen Glanz werden Gewaltige aufgerichtet werden.“
Das
Große in seiner Größe
verlieh
mir reichlich Glanz.
1)
Die Übersetzung der letzten Worte ist unsicher. Man würde hier 982) eher in
®)
Leid. hat SNIYOND. Der Satz wird durch R 295,24 verständlich. Dort heißt es,
79,
22—80, 16 Drittes Buch.
Reichlich
verlieh es mır Glanz,
reichlich
gab es mir Licht mit.
Es
verlieh mir Sieghaftigkeit,
die
mich vor allem Hassenswerten bewahrt.
Es
verlieh mir ein weites Gewand,
ausgedehnt
und [80] endlos.
Es
verlieh mir ein weites Gewand
und
machte mich zum Großen in honem Maße.
Es
verlieh mir einen Olivenstab lebenden Wassers’),
einen
Stab, durch den die Rebellen niedergestreckt werden.
Es
verlieh mir einen Kranz lebenden Feuers,
wundersam
und lichtvoll ohne gleichen.
Es
wappnete mich durch seine Wappnung,
es
koste und küßte mich wie Gewaltige‘).
Es
sprach zu mir:
„Ziehe
aus gegen die Rebellen der Finsternis,
die
Böses gegen uns sinnen.
Sie
sinnen in Bosheit,
und
der Böse schloß sich in seinen Behälter ein.
In
seinen Behälter schloß der Böse sich ein,
und
von deinem Worte wird nichts an ihn gelangen.“
Es
spricht zu mir:
„Der
Gute wird wegen seiner Tugend emporsteigen
und
den Ort des Lichtes schauen.
Der
Böse wird wegen seiner Bosheit
zu
den Pforten der Finsternis hinabstürzen.
Hinausgerufen
sind die Rufe,
wohlausgedacht
sind die Reden °).
Ein
Ruf kommt -
und
belehrt über alle Rufe.
Eine
Rede kommt
und
belehrt über alle Reden.
Ein
Mann kommt
und
belehrt über dies und das.“
Als
das Große so zu mir gesprochen,
ging
ich durch seine Kraft nach dem Orte der Finsternis,
nach
dem Orte, in dem die Bösen hausen,
nach
der Wohnung, die voll von Verderbern ist,
2!)
Wie die Lichtwesen ihn tragen, siehe p. 26, 35.
2)
Als ob ich einer der Gewaltigen wäre.
®)
Vgl. Lit., p. 187. B und Leid. haben auch hier yrmann.
20
30
Rechter Teil. 80, 16—81, 5
nach
dem Orte der Drachen '),
nach
den Öfen verzehrenden Feuers,
nach
den Feueröfen, deren Flamme’) emporsteigt
und
die Mitte des Firmamentes erreicht.
Ich
ging hin und traf
die
rebellischen Unholde der Finsternis.
Ich
ging hin und fand sie,
wie
sie alle in Bosheit sinnen.
Sıe
stehen da und sinnen in Bosheit,
sie
stehen da und schmieden Waffen.
Sie
stehen da und schmieden Waffen
und
sinnen Böses gegen die Guten.
Sie
sinnen in Bosheit
und
beratschlagen mit einander.
Sie
beratschlagen mit einander
und
sprechen:
„Gibt
es ein anderes Wesen ’),
das
eine Teilung in unserer Welt vornehmen will?
Wenn
es jemand gibt, der stärker ist als wir,
so
wollen wir uns erheben und mit ihm kämpfen.
Wir
wollen sehen, woher er stammt,
woher
seine Wohnung und Welt stammt.
Dieses
Haus gehört [81] ganz uns;
keine
Teilung gibt es in unserer Welt.
Gibt
es (Wesen), deren Kraft größer ist
als
die der Unholde?
Es
gibt keine, deren Kraft größer ist
als
die der Engel unseres Ortes“.
Alle
sinnen und suchen,
und
alle stolpern über einander.
Rühä,
die Buhlerin ‘*):
ihr
Sinn ist tückisch, voller Lüge.
So
ist der Sinn der Lügnerin Rüha,
die
ganz voller Zauberei ist.
’)
So nach B, Leid. Nach AC „der Zweiten“, nach D „des Zweiten", siehe oben,
p. 78%.
Die
Abänderung zu ISIN (Nöld., p. 122) scheint mir auch hier unnötig. |
®)
Die Bedeutung ist nur nach dem Zusammenhange geraten. Leid. hat nayy.
ZIMMERN
schreibt mir zu NDYON: „ef. dazu event. ein assyr. aläku wahrscheinlich
„&N-
zünden“
(von Räucheropfer usw.)- Belege dafür bei MEISSNER, Supplement 7b; ZIMMERN,
Zum
babylonischen Neujahrsfest 138° (BSGW, Bd. 58, 1906).*
®)
Siehe p. 6t.
*)
Mit Rücksicht auf ZIMMERN’s Bemerkungen KAT’, p. 423 über gadistw als Be-
zeichnung
für Istar, hebe ich hervor, daß Rühä hier NMWYIND genannt wird, wie Joh. 187,7
Libat.
Eine Anspielung auf NN NM liegt wohl nicht vor.
8.5-.24
Drittes Buch. S1
Ganz
von Zauberei ist sie voll,
voll
von Hexerei und (falscher) Weisheit.
Hewath,
das Weib, Rüha, sitzt mit ihren Hmurthas’) da
und
rauft sich die Locken am Kopfe aus.
Sie
sitzt da und treibt lügnerisches Zauberwerk,
sie
samt ihren Hmurthas°), und übt sich in der (falschen) Weisheit.
Wie
Rüha sınnt und sucht
und
in lügnerischem Zauberwerk wühlt,
in
bösem Zauberwerk befangen ist (?),
worin
sie bewandert ist,
wie
sie sinnt und in Zauberwerk wühlt,
erfuhr
Rühä dies und das.
Wer
sagte es der Rülıä’),
wer
belehrte die Fehler- und Mangelhafte,
wer
belehrte die Lügnerin,
das
Weib, die Mutter des hinfälligen Unholdes,
wer
belehrte die Lügnerin,
daß
der fremde Mann hierher gegangen ist?
Die
Lügnerin stand auf,
sie
samt allen ihren Hmurthäs,
sie
kam und fand
die
gewaltigen Unholde, wie sie dasaßen.
Sie
kam und fand sie,
wie
sie alle mit Waffen bekleidet waren.
Alle
waren mit Waffen bekleidet
und
saßen vor dem König der Finsternis.
Der
König der Finsternis mit großer Gewalt
tobte
in seiner Skinä umher und rief:
„Gibt
es jemand, der kraftvoller ist als ich‘),
dem
alle Welten frohnen?
Sollte
es jemand geben, der kraftvoller ist als ich,
so
erhebe er sich zum Kampfe mit mir,
dessen
Speise Berge sind,
in
dessen Bauch nur Gift, kein Blut sich findet’).
Alle
Großen und Riesen,
sie
und ihre Dämonen und Dews,
sie
alle frohnen mır.
Sie
stehen da und frohnen mir,
und
täglich verneigen sie sich vor mir.“ —
1)
Siehe oben, p. 53*.
2)
Lies MOM. 3) Siehe R 328,22: 332,15. auch Joh. IT. p. 117,6.
*)
Siehe auch R 280, 25 ff.
s)
Vielleicht zu lesen KINWWMRD ROT NO My227, siehe R 281, 2F.
Lidzbarski,
Ginzä. 6
1y
wr
[#27
[u
Io
40
52
Rechter Teil.
Als
der König der Finsternis so sprach,
[82]
wankte Ruha von ihrem Throne herunter.
Rühä
schrie und weinte,
sie
samt allen ihren Hmurthas.
Rühä
sprach zu ihrem Sohne,
belehrte
den König der Finsternis:
„Es
gibt jemand, der größer ist als du
und
dessen Macht alle deine Welten übertrifft.
Es
gibt eine Welt, die ausgedehnter ist als deine,
in
der Gewaltige wohnen.
Gewaltige
wohnen in ihr,
und
ihre Gestalt leuchtet mehr als alle Welten.“
Als
Namrus so gesprochen
vor
dem sinkenden Berge‘),
füllte
er auf der Stelle sein Gewand ganz aus?)
und
wurde der Weltenfülle gleich °).
Er
wurde voll böser Bitterkeit
EL
in Bosheit,
er
spie und warf Geifer aus,
glühend
gleich Feuer.
Er
beriet sich in Bosheit
und
sammelte ein hinfälliges Heer.
Ein
hinfälliges Heer sammelte
„Ich
will aufstehen und aus dem Orte der Finsternis emporsteigen.
Ich
will meine Binde an die Erde heften und sie entwurzeln,
und
mit meinem Seile will ich die ganze Welt umschlingen.
Ich
wıll sie verschlucken
und
die Gewaltigen von ihren Thronen herunterstürzen.*
er
und sprach:
Der
Böse wurde voll böser Bitterkeit,
er
öffnete seinen verderbten Mund,
er
öffnete seinen stinkenden Mund,
daß
sein übler Duft hervordrang.
Er
öffnete seinen stinkenden Mund,
weit
gleich der Weltenfülle.
Als
ich ıhn erblickte,
zeigte
ich mich ihm im Gewande des gewaltigen (Lebens);
im
Gewande des Gewaltigen zeigte ich mich ihm,
das
weıt und endlos ist.
Als
ich ihm in ausgedehntem Glanze erschien,
ausgedehnt
und alle Welt überragend,
*)
Vor dem hinfälligen, plumpen Riesen, vgl. auch p. 81,16.
®)
Er blähte sich auf.
®)
Siehe Joh. IT, p. 137 €.
31.24.82,
0
82,
20-83, 15 Drittes Buch.
zeigte
ich ihm den Olivenstab lebenden Wassers,
den
mein Vater mir verliehen.
Ich
zeigte ihm den Olivenstab lebenden Wassers,
mit
dem die Rebellen niedergestreckt werden.
Ich
zeigte ihm den Kranz lebenden Feuers,
bei
dessen Anblick die Dämonen erschrecken.
Als
ich Namrus erschien,
rief
sie Wehe, Wehe!
Als
ich dem Riesen erschien,
[83]
verließen ihn alle seine Heere.
Als
seine Heere ihn verließen,
zog
er gegen') seine Scharen.
z0g
gegen die Krieger,
die
zu den Waffen gegen ihn greifen,
zog
gegen alle Dämonen,
Dews,
Hmurthas und Liliths.
Er
erhob sich und vernichtete die ganze Welt.
Er
umfaßte sie mit seiner ganzen Kraft
und
vergrub seinen halben Mund in die Erde’).
Er
nahm zwölf ...... ’) Staub
und
verschlang vom Orte der Finsternis.
Er
verschlang das schwarze Wasser,
verschlang
alle Dämonen und Dews, die darin waren.
[Er
verschlang?] alle Hmurthäs und Liliths;
er
erhob sich und vernichtete die ganze Welt.
Seine
Augen erglühten blutrot‘),
und
sein Herz stand in Kummer da.
Sein
Herz stand da in Kummer,
weil
er nun leer in der Welt dastand.
Wiederum
erschien ich ihm mit dem Rufe des großen (Lebens),
da
fiel ihm die Krone vom Haupte herunter.
Als
ihm die Krone vom Haupte herunterfiel,
zog
sich seine Galle an der Erde hin.
Vom
Hauch, der ihm aus dem Munde kam,
erheben
sich die Berge und sieden.
Die
Berge erheben sich und sieden
vom
Gifte, der aus dem Munde des Ur kam.
vn
20
!)
Dies oder ähnliches ist, wohl der Sinn von NINY. Es dürfte cher Part. act. Peal
als
Perf. Pael enthalten. Etwa „lagerte unter“?
2)
Um sie zu verschlingen. Wie D hat auch Leid. RPAN2.
3)
Der Ausdruck findet sich auch R 380,3. XDD%) scheint ein Maß zu sein.
*)
NÖLDERE's Erklärungsversuch Gram.. p. 40° ist mir nicht wahrscheinlich. Leid.
hat
NDT2,
wodurch 8972 gestützt wird.
g*
20
30
S4
Rechter Teil. y 83, 15 --84,7
Ich
erschien ihm mit der Kraft des Großen,
da
kam von seinem Hauch etwas an mein Gewand.
Als
von seinem Hauch etwas an mein Gewand kan,
erlosch
das lodernde Feuer’).
Das
lodernde Feuer erlosch.
Er
umfaßte die Erde und verschlang sie.
Als
er die Erde umfaßte und sie verschlang,
fiel
sein Nabel auf die Pforte der Ader der Finsternis.
Als
sein Nabel sich auf der Ader der Finsternis schüttelte,
bildete
sich die ganze Finsternis von ihm.
Dann
erweiterte sich die Pforte der Finsternis’).
und
er faßte diese mit seinem Herzen.
Mit
seinem Herzen faßte er die Finsternis,
den
Behälter, aus dem er gekommen war.
Ich
packte seine Augen,
[84]
knickte sein Herz.
Ich
löste seine ..... 2), |
zerdrückte
seine Leber.
Ich
legte seinen Bauch in die Därme
und
umwickelte ıhn mit vier Tüchern ').
Einen
Wickel legte ich um seinen Nabel
und
band einen Knoten um sein Herz.
Gift
legte ich ihm in die Därme
und
Galle in seinen ganzen Körper.
Eine
Träne fiel ihm ins Auge,
glühend
gleich Feuer.
Er
wurde mit einer Fessel gebunden,
die
dicker war als er.
Dicker
als er war sie,
und
sie zermalmte seine Knochen.
Ein
Maulkorb legte sich ihm um den Mund.
und
er wurde mit eisernem Zaume gezäumt.
Y)
Das mit dem Hauch herausgekommen war.
2)
Die Übersetzung des letzten N) ist unsicher, siehe oben, p. 77,37. Zu den
anderen
INN
siehe Text 74,18. NIWM INMN in Z. 23 ist durch das häufige Non INDN beeinflußt,
die
meisten Handschriften haben NIYW IN.
5)
NÖLDEKE deutet NMNDY® im Sinne von „Kehricht“ (Gram., p. 54%), was nicht paßt.
Nach
dem Zusammenhange muß es einen inneren Körperteil bezeichnen, anscheinend
zwischen
Herz
und Leber. ZIMMERN schreibt ınir: „Event. in Betracht kommend assyr. ipa „Fett“
(des
Körpers), vgl. bei HOLMA, Namen der Körperteile, S. 8 und Anm. 3 (in DELITZSCH
Handwörterb.
unter libü 8. 369a aufgeführt, bei MEISSNER, Suppl., S. 105b, bei MUss-
ARNOLT,
S. 469b unter %dbu 1 und li(p)ba 2). Dagegen ist Zubbu (Tuppu) mit der angeblichen
Bedeutung
„Schmeer, Fett“ wohl sicher anders zu fassen.“
4)
Siehe auch R 167, 6.
84,.7--85.1
Drittes Buch. 85
Er
wurde an Händen und Füßen geknebelt,
Wehe‘)
fiel ihm in die Seite.
Krämpfe?)
fielen ihm in den Kopf,
seine
Augen erblindeten und waren nicht hell.
Die
Rede wurde dem Dew im Munde schwer,
und
er schloß sich in seinen eigenen Behälter ein.
In
seinen eigenen Behälter schloß er sich ein,
und
Ach, Ach rief er über sich.
Ach,
Ach rief er über sich,
und
sein eigenes Feuer erglühte auf ihn.
Wehe,
Wehe rief er über sich,
weil
Zorn über ihn gekommen war.
Über
ihn war Zorn gekommen,
und
Schwären bedeckten ihn von Kopf bis Fuß.
Wehe,
Wehe ruft der Böse,
und
alle Wasser trübten sich.
Es
trübten sich die Wasser.
Seine
Augen wurden dunkel und leuchteten nicht.
Seine
Arme (Flügel) schlug er gegen die Erde,
eine
Erschütterung entstand in seinem Herzen.
Mit
seiner Ferse stampfte er auf die Erde,
Krämpfe
fielen ihm in die Seite.
Der
König der Finsternis schloß sich in seinen eigenen Behälter ein,
und
von meinem Worte gelangte nichts an ihn.
Er
verzehrte sich ın Seufzen und rief:
„Barmherziger,
erbarme dich meiner.“
Als
er rief „Barmherziger, erbarme dich meiner“,
warf
er alles, was er gegessen hatte, aus dem Munde.
Alles,
was er gegessen hatte, warf er aus dem Munde,
und
abscheulich war sein Gestank.
Als
er rief „Mitleidiger, habe Mitleid mit mir“,
verließen
ihn alle seine Anbeter‘).
Seine
Anbeter verließen ıhn,
und
seine eigene Last drückte ihn.
Ihn
drückte seine eigene Last,
die
groß [85] und endlos war.
Als
er zappelte, umherzappelte,
brachte
er seine Skina ins Wanken.
!)
Vielleicht so nach allzx 1 MUSS-ARNOLT, p. 39b. Oder nach alla 1 ebda., col.
&
„eine
Kette legte sich ihm an die Seite“?
2)
INT (DY7, MU) heißt „sich zusammenziehen“ und hängt wohl mit syr. yan zu-
sammen
(R 137,23; 154,8; 192,6; L 48,22; Pael L 44,3). Davon ist wohl dieses NI9\1
abzuleiten.
L 12.3 steht es in einem Zusammenhange, wo anscheinend vom Sonnenstich
die
Rede ist. 3) Die ihm seine Last tragen halfen.
86
Rechter Teil. s5,1—18
Als
er seine Skina ins Wanken brachte,
wurden
Wächter über ihn eingesetzt‘).
Die
Wächter, die über ihn eingesetzt wurden,
waren
rohe Riesen der Welt.
Durch
die Rohen und Riesen
entstand
eine Erschütterung im Herzen der Rüha.
Eine
Erschütterung entstand im Herzen der Rüha,
sie
weint, stöhnt und schreit‘).
Sie
spricht zu dem niedrigen Rohling,
der
häßlichen, schmutzigen Schlange°),
deren
Gestank aufsteigt:
„Wer
hat dir dies angetan,
wer
hat diese ........: a
Darauf
sprach er zu Namrus,
dem
Schatze ...... °), aus dem er hervorgekommen war.
Als
er zu ihr sprechen wollte,
bewegte
sich der Zaum in seinem Munde.
Der
Zaum bewegte sich in seinem Munde,
und
der Mann heulte und schrie.
Wehe
heulte, Wehe schrie
der
Mann, der Herr der ganzen Welt‘).
Er
sprach zu Namrus,
der
Mutter dieser Welt:
„Der
Mann, der mir dies angetan,
ist
größer als alle Welt.
Ich
schaute das Bild seines Antlitzes
und
war seiner ganzen Größe nicht gewachsen.
Nicht
war ich seiner ganzen Größe gewachsen,
weil
er größer als alle Welt ist.“
Als
er so zu seiner Mutter sprach,
wollte
er sie zu sich heranziehen.
Die
Engel, die auf ihn achtgaben,
riefen
seinen nichtigen Namen aus.
1)
Die Bedeutung ist nicht ganz sicher; die Wendung findet sich auch Joh. 190, 5t.
”)
Lies NINNP).
®)
my hat wohl diesen Sinn und gehört zu RT, siehe weiterhin p. 88,17, gegen
Nöld.,
p. 156 unt. Siehe auch oben, p. 71. j
*)
Leid. hat 8%3137. Der Ausdruck findet sich nur an dieser Stelle, und die Bedeu-
tung
ist ungewiß. Weder 837 „Faß“, noch babyl. danänu oder seine Ableitungen passen
bier.
Eine Weiterbildung von N)7 im Sinne von „unterjochen“ liegt auch kaum vor.
5)
Vielleicht ist hier eine Bezeichnung für die Gehenna (sonst mand. ONIM, ON)
entstellt.
Leid. hat 83.
©)
Der Böse, der äpxwv tod Köcnov ToUToD.
85,
18-86. 12 Drittes Buch.
Einer
spricht zum andern:
„Ur
rührt sich weg von seinem Orte.“
Als
Rüha dies hörte,
schlägt
sie mit ihren Händen ans Haupt.
Ihre
Hände schlägt sie ans Haupt
und
rauft sich die Locken am Kopfe aus.
Die
Locken rauft sie sich am Kopfe aus
und
ruft Wehe, Wehe.
Rüha
und die Astarten stehen da
und
schmieden geheime Pläne.
Sie
stehen da und schmieden geheime Pläne
gegen’)
die Riesen, die Wächter des Ur.
Als
ich es sah,
umgab
ich ihn mit einem Reifen‘).
[86]
Mit einem Reifen umgab ich ihn,
der
am Herzen des Himmels ...... io:
Ich
schuf und machte eine Mauer für ihn, eine eiserne Mauer,
und
umgab damit seine ganze Wohnung.
Über
die Mauer, mit der ich ihn umgab,
setzte
ich Hüter ein,
Hüter,
die auf sein Lager achtgeben sollten.
Vierundzwanzig
Tore schuf ich in ihr,
durch
die seine Welt bewacht wird.
Durch
sie wird seine Welt bewacht
und
steigt Staub auf ihn.
Als
ich vierundzwanzig Tore in ihr geschaffen,
rief
er Ach, Ach, Wehe.
„Wenn
ich hungre, was soll ich essen;
wenn
ich dürste, was soll ich trinken?
\Worauf
soll ich mich legen,
und
wer soll mir Gesellschaft leisten ?“
Ich
erwiderte darauf und sprach
zu
Ur, dem nichtigen Könige der Finsternis:
„Der
Gute steigt ob seiner Tugend empor
und
schaut den Ort des Lichtes‘).
Der
Böse wird wegen seiner Bosheit
am
Orte der Finsternis abgeschnitten.
1)
Lies by. Leid. hat N'ININD. ®) Siehe Joh. H, p. 30%.
ws
us
wi
s)
922D ist entstellt. Daß es „Leiter“ oder „meine Leiter‘ bedeute (Nöld., p. 173,
14;
176,
3) ist unwahrscheinlich. Vielleicht ist hier gesagt, daß der Reifen am Herzen
des
Himmels
befestigt wurde, siehe R 97,19; 118, 11. % Vgl. p. 79, 23.
20
HD
we
(9)
Li
38
Rechter Teil. 86..12— 87,7
An
den Pforten der Finsternis sollst du lagern,
des
Behälters, aus dem du hervorgegangen bist.
Sıe
soll dir Gesellschaft leisten,
der
Behälter, in den du dich. eingeschlossen hast.
Wenn
du hungerst, so iß von deinen Scharen,
von
allem, was sich dir beigesellt hat.
Dein
Trunk sei aus jenem schwarzen Wasser,
in
dem du Wohnung genommen hast.“
„Wenn
ich esse und nicht satt werde,
wer
wird mein Inneres an seinem Orte stützen?
Wenn
ich trinke und mich nicht. sättige,
wer
wird meinen Durst stillen ?*
Als
der Böse so sprach,
lachte
ich, indem ich in meinem Gewande prangte,
ich
trotzte und lachte über ihn,
die
Schlange ohne Hände und Füße:
„Du
wolltest die ganze Welt verschlingen, |
doch
da kam das Wort des Lebens,
das
zu herrschen und zu befehlen die Macht hat.“
u
Als
ich so zu ihm sprach,
jammerte
er und weinte über sich.
Er
jammerte und weinte über sich
und
sprach:
„Gibt
es jemand, [87] der größer ist als du,
der
über alle Welten die Herrschaft inne hat?
Wenn
es jemand gibt, der größer ist als du,
so
sei nachsichtig gegen mich.
Verdamme
mich nicht, weil ich gesündigt habe;
sei
nachsichtig gegen mich.
Unser
Herr! Wir haben gesündigt und gefehlt,
vergib
uns unsere Sünde und Schuld').
Sei
nachsichtig gegen mich,
und
wir alle wollen uns dir unterwerfen.“
Ich,
der Gute, ıch zum Guten,
zu
dir, Leben, das die Macht hat’),
*+xx*+xx
Ich sprach zu ihm:
!)
Siehe oben, p. 54, 28.
2)
Diese Worte stammen aus einem anderen Zusammenhange. Es folgt eine Ansprache
an
Ur, die eine Frage voraussetzt, wie lange er in der Fessel werde ausharren
müssen, ähn-
lich
wie sie weiterhin p. 89,31 steht. Seine Fesselung soll bis zur Schaffung der
irdischen
Welt
dauern, siehe p. 92 und R 127 ok.
87.7--88.3
Drittes Buch.
„Bis
das Leben es wünscht
und
Abathur hierher gepflanzt wird,
bis
Abathur geschaffen
und
die Söhne des Heils”) geschaffen werden.
Das
wundersame, lebende Feuer soll gestiftet
und
Gabriel, der Gesandte, soll geschaffen werden.
Er
soll geschaffen und beauftragt werden,
und
man wird ihn hierher senden.
Er
soll geschaffen und beauftragt werden,
und
er wird die Welt schaffen.
Er
soll kommen und die Verdichtung dichten
und
die Erde griechisch kunstvoll schaffen.
Er
soll die Erde griechisch kunstvoll schaffen
und
den Brunnen trüben Wassers verstopfen.
Von
dem Staube, der aus Siniawis emporsteigt,
bilde
sich für dich ein Zuflußrohr?).
(Es
breite sich über das lebende Feuer)
Es
fülle sich’) mit lebendem, prangendem Wasser,
89
dessen
Duft angenehm ist und woraus Wonniges geholt wird.
Von
dem Gusse jenes Wassers
wird
dein Trunk sein, wenn du dürstest.
Von
dem Fraße, den das verzehrende Feuer frißt,
soll
auf dich‘) herabfallen.
Von
dem, was übrig bleibt und abfällt,
soll
deine Nahrung sein.
Von
deinen Dämonen, Dews, Hmurthas und Liliths
soll
deine Nahrung sein.
Wenn
das Firmament ausgespannt wird,
wird
sich die Glut auf dich senken.“
Ur
stöhnte laut
und
sprach zu mir:
„Wie
lange soll ich allein dastehen
[88]
und die Bürde der Welt tragen?“
Als
Ur so sprach,
zitterte
und bebte Rühä, seine Mutter.
Rühä
ängstigte sich und bebte
und
rief Ach, Ach.
1)
Eine häufige Bezeichnung für die höheren Wesen, doch siehe besonders R 93, 9,
23
und
297, 12.
2)
NINITIND „Markgraf“ ist mit NIIND zusammengeworfen, vgl. auch R 132, 17.
3)
Fbl)anmıN ist aus Faomın verderbt, vgl. auch Text 102, 5.
#,
Lies ndy.
50
30
Rechter Teil. 88, 3--19
Rühä
stöhnte laut wie eine Gebärende
über
den Riesen, der erniedrigt war.
Sıe
rief ihm zu:
„Wer
wird dir gleichen,
hintreten
und die Welt lenken?
Wer
wird der Herr über deine Dämonen,
der
Herrscher über deine Hmurthas sein,
ein
Gewaltiger, ein Riese?
Wer
wird deinen Schmuck tragen')?
Deinen
Schmuck wird wer tragen
und
dann die Frauen, den Leib der Frauen ’)?“
Als
die Bösen so sprachen,
antwortete
ich ihnen über alles°):
„Wie
das Große es will,
so
wurde es auf der Stelle.
Wie
das Große es will,
mein
Vater, der mich geschaffen, spricht es zu mir.
Hinausgerufen
sind die Rufe, |
wohlausgedacht
sind die Reden‘).
Doch
was Rüha ersinnt,
werden
nichtige Rufe sein.
Wenn
die Sieben entstehen,
von
denen der Fehl herkommt,
werden
die Namen jener Rufe |
über
sie niedergeschrieben und ausgesprochen.
Dann
entstehen zwölf Rufe),
von
denen Mangel und Fehl herkommt.
Nach
dem Plane der Lügnerin
werden
sie in Leid festgebunden‘).
Es
entstehen fünf Rufe,
die
mit Schrecken angesehen werden.
Die
Welten erblicken sie und fürchten sich.
Sie
erscheinen in einem Behälter lodernden Feuers.
‘)
Oder: wer soll deine Gesellschaft ertragen?
2)
Die Bedeutung von NM) in AND ist unsicher; „Stolz der Frauen‘ paßt nicht.
Das
erste X'W)y ist wohl auch nicht in Ordnung; eine Form von „vergessen“ wird hier
kaum
gestanden haben.
®)
Die Worte 9% 519 Sy gehören schwerlich zum Folgenden, siehe auch R 92, 11.
*)
Siehe oben, p. 79, 27.
°)
Der Ruf verdichtet sich zum konkreten, durch den Ruf geschaffenen Wesen. Hier
sind
es die zwölf Tierkreisbilder und die sieben bezw. fünf Planeten, vgl. p. 13,
27. Von
den
Sternen gehen wieder Rufe aus, siehe den Schluß dieses Buches.
°)
Die festen Tierkreisbilder im Gegensatz zu den wandernden Planeten.
88.
19-89, 15 Drittes Buch. 91
Sie
wandeln an Rädern des Zornes,
sie
erscheinen in Feuerfarbe.
Sie
gaben mir Bescheid über die ersten Dinge
und
belehrten mich über dies und das.
Sie
belehren mich über alle Rufe,
wie
sie aus ihrem Orte hervorgekommen sind.
Eın
Ruf kommt
und
belehrt über alle Rufe.
Eine
Rede kommt
und
belehrt über alle Reden’).
Ein
[89] geliebter Sohn kommt,
der
aus dem Schoße des Glanzes gebildet wurde.
Gebildet
wurde er aus dem Schoße des Glanzes,
und
sein Abbild ist an seinem Orte wohlbewahrt.
Er
kommt mit der Erleuchtung des Lebens,
mit
dem Befehle, den sein Vater erteilet.
Er
kommt im Gewande lebenden Feuers
und
begibt sich in deine Welt.
Er
bezeigt Verehrung dem großen (Leben),
läßt
Erleuchtung aus seinem Sinne hervorkommen.
Erleuchtung
läßt er aus seinem Sinne hervorkommen,
er
bringt Verdichtung und wirft sie ins Wasser.
Verdichtung
ins Wasser wirft er ö
und
schafft einen Damm für die Welten.
Er
bringt das lebende Feuer
und
wirft es in das trübe Wasser.
Er
beschwichtigt die Gruben
und
trocknet das trübe Wasser aus.
Er
schafft sich eine Welt
und
baut’) einen Bau gleich den Gewaltigen.
Er
bringt Glanz aus dem Hause des Lebens
und
erleuchtet seine Skina.
Er
schafft der Welt einen König
und
wirft eine Seele in seinen Körper.
Eine
Seele in seinen Körper wirft er,
und
sie essen körperliche Speise.
-
Durch die Kraft des lebenden Feuers
redet
das verzehrende Feuer.
Das
verzehrende Feuer redet,
und
alles, dies und das, entsteht daraus.
!)
Siehe p. 79, 29.
?)
Siehe Nöld., p. 83, 16.
530
4O
20
539
35
techter
Teil. 39, 16%, 10
Wenn
die Blätter, Blumen und Kräuter entstehen,
sowie
alle Früchte, Trauben und Bäume,
die
ın der Welt prangen,
wird
durch den Duft des lebenden Wassers und des lebenden Feuers
ihr
übler Duft wohlriechend werden.
Von
dem Fraß, den das fressende Feuer frißt,
wird
dir deine Speise zukommen.
Drei
Uthras werden kommen')
und
die Seele bewachen.
Sıe
werden den Ruf des Lebens vernehmen lassen
und
das hinfällige Haus erleuchten.
Zweı
Uthras werden kommen
und
an der Spitze des Wassers hierher gehen.
Sie
werden Wasser bringen
und
einen Jordan in der Welt schaffen.
Einen
Jordan werden sıe ın der Welt schaffen
und
Glanz über ıhn breiten.
Sie
werden Pflanzen [W] ........... °) pflanzen.
Sie
werden sein voll Glaubens, Weisheit und Einsicht
und
einen hehren Ruf vernehmen lassen.
Einen
hehren Ruf werden sie vernehmen lassen
und
über das Haus Glanz breiten.
Der
Guß, der sich aus dem Wasser ergießt,
das
auf die Erde Tibil fällt,
der
Guß der Erde Tibil
soll
dir, wenn du dürstest, als Wasser dienen.
Das
Haus’) der Erde Tibil
soll
dır als Hüter dienen.
Von
deinen Söhnen, die aus dir hervorkommen,
sollen
dır Hüter werden.
Hüter
sollen sie über dich sein‘),
die
auf deinen Reifen achtgeben.
Auf
deinen Reifen sollen sie achtgeben,
auf
die Fessel, die der Weltenfülle gleicht.
Sie
sollen auf den hohen Fußblock achtgeben,
der
schwerer als alle Welten ist.“
Als
der Böse dies hörte,
wurde
sein Herz voll Ingrimm.
X)
Var. „entstehen“. Vgl. auch p. 15, 13.
2)
Die Bedeutung des Wortes ist unsicher, siehe Joh. I, p. 212.
®),
D. h. die Insassen.
*)
Leid. hat NONRJD hinter 7Nby.
90,
10—91.1 Drittes Buch. 93
Voll
Ingrimm wurde sein Herz,
und
er erschütterte den Amboß der Erde.
Den
Amboß der Erde erschütterte er,
er
erschütterte die Reifen,
er
erschütterte die Fessel,
die
der Weltenfülle gleicht.
Ich
erhob mich in der Kraft des Lebens
und
richtete eine Bitte an das große Leben.
[eh
rief dann hervor und schuf um ihn eine Mauer. eine eiserne
und
legte einen Reifen um ihn. [Mauer,
Einen
Reifen legte ich um ihn’),
dessen
Stärke niemand gewachsen ist.
Niemand
ist seiner Stärke gewachsen,
um
ihn von seiner Stelle zu rücken.
Mit
meiner Ferse stampfte ich auf die Erde
und
schüttelte sein Herz von dessen Stütze herunter.
Einen
Wickel legte ich um sein Herz
und
knüpfte einen Knoten um seinen Körper.
Ich
knüpfte sieben Knoten um ihn,
daß
die Stimme der Finsternis aus ihm herausdrang.
leh
knüpfte den großen Knoten
und
machte seine ganze Rede zu nichte.
Mit
zwölf Wickeln umwickelte ich ihn,
daß
seine zwölf (bösen) Gedanken’) bei ihm blieben.
Ich
fesselte ihn mit lauter Stimme,
daß
ihr’) ganzer Fehler von ihnen wich.
ich
fesselte ihn mit einer Fessel‘),
daß
die sieben ..... ’, bei ihm blieben.
Ich
warf mit der Keule nach ihm und schlug ihn
und
spaltete ihm einen Spalt in den Kopf.
[91]
Ich ließ ihn stöhnen gleich den Weibern
und
ließ ihn weinen wie ein Kind.
1,
Lies TONITEN.
2)
Siehe Joh. II, p. 17!.
»)
Der Bösen.
4),
NEID TNOND könnte zu AD) oder MD gehören: „ich krümınte ihn mit einer
Krümmung“,
doch paßt nach dem Zusammenhange besser N82. Danach steht 7NHIND für
MON.
d. I. mne2. und NND ist RIND. Siehe auch R 170, 14.
>,
NÖLDEKE nimmt für 0°IInT nach dem Syrischen die Bedeutung „Strahlen“ an
(Gram.,
p. 127, 18). Doch hat es im Mandäischen nirgends diesen Sinn, auch nicht R 377,
8,
wo
sieben NSI"N7NT aus der Nase Urs, des Herrn der Finsternis, herauskommen;
hier sind
es
wohl Feuerflammen und so anscheinend auch R 96, 14. R 242, 22 ist es im Sinne
von
Geburtswehen
gebraucht, doch steht es da vielleicht irrtümlich für X!TI7R% (vgl. R 158, 11).
ötwas
wie „Schmerzen“ würde auch an dieser Stelle passen, (loch ist die Herleitung
unsicher.
w
wt
10
12
un
to
71
Snymaon
ursprünglich anenabı dagestanden: und seine Bosheit und seine Wnt.
nicht
von vornherein unmittelbar an das Vorhergehende angeschlossen.
bier
vielleicht, wie R 292, 24; 296, 3, Adatan und Jadatan gemeint.
Trotzdem
ist hier nicht ENINDDY zum ähnlichen DNDNINY abzuäandern. siehe R 152, 2.
Rechter
Teil. 91, 2—16
Kot
machte ich zu seiner Speise,
Harn
zu seinem Tranke.
Ich
löschte aus den Brand und die Glut
des
verzehrenden, verderblichen Feuers.
Die
Gier nahm ich von ihm
und
bekleidete ihn mit Wut‘).
ich
ebnete einen Pfad für die Guten
und
schuf ein Tor für die Welt?).
Ein
Tor für die Welt schuf ich
und
stellte in ihm einen Thron auf.
Einen
Thron für die Guten stellte ich auf
und
richtete an ıhm eine Leuchte her.
Eine
Leuchte richtete ich an ihm her,
über
die Maßen vollkommen.
Eine
Warte für die Söhne des Heils [richtete ich auf]
am
Orte, wo sie in Fülle, ohne Mangel leben.
Ich
stellte ihnen Throne auf
und
überreichte ihnen Gewänder.
Den
Jordan des großen (Lebens) schuf ich
und
stellte an ihm Hüter auf.
Ich
stellte an ıhm zwei Uthras auf,
überreich
ohne Mangel’).
Einen
Thron stellte ich für den Obersten der Glauzwesen auf‘)
und
stellte davor eine Leuchte auf.
Eine
Leuchte stellte ich auf,
über
die Maßen vollkommen.
Mit
Erleuchtung und Lobpreisung,
mit
dem, was das Leben mich hat vernehmen lassen,
mit
Erleuchtung und Lobpreisung
machte
ich mich auf und ging zum Hause des gewaltigen (Lebens)®).
In
der Freude, die ich empfand,
sprach
ich zu dem Gewaltigen.
Das
Große freute sich und zeigte sich fest®),
es
freute sich meiner über die Maßen.
2:
De zweite Halbvers enthält einen Widerspruch zum ersten. Vielleicht hat statt
?)
Das Folgende schildert die Wirkung der Überwindung Urs, doch hat es sich wohl
»)
Als Hüter des Jordans gelten gewöhnlich die Genien Silmai und Nidbai. doch sind
*)
Siehe auch R 373, 8.
®)
Siehe p. 74 unt., 95%.
°)
Eine beliebte Verbindung ist DNDNINN N77, siehe R 97. 18: 115, 8; 122.
1)
Leid. hat NONON.
2)
Alte Segensformel, siehe auch R 240, 15: 343. 23: Lit... p. Of.
3)
Siehe oben, p. 91, 25.
91,
17-92, 8 Drittes Buch. 95
Das
Leben zeigte sich mir erkenntlich
und
erhöhte meinen Glanz über das frühere Maß hinaus.
Es
sprach zu mir’):
„Kustä
erhalte dich heil, Guter,
und
erhalte heil das Wort, in dem du dich geäußert hast*).“ 5
Das
Leben wandte sich in seiner Freude
an
die Uthras und sprach:
„Preiset
die Kraft des Mannes,
der
das Wasser durch Feuer heilte‘).
Preiset
die Kraft des Mannes, 10
an
dem das Feuer sich nicht versündigt hat.
Das
Feuer versündigte sich nicht an ihm:
Der
Uthra glänzte in seinem Glanze.
In
seinem Glanze glänzte der Uthra
und
schuf einen Pfad für die Vollkommenen. 15
Für
die Vollkommenen schuf er einen Pfad
und
gewährt den Vollkommenen Heil.
Heil
gewährt er den Vollkommenen
und
gedenkt ihres Namens [92] im Hause des Gewaltigen.“
Der
Uthra war wohlgemut und froh, 20
als
das Leben sich ihm erkenntlich zeigte.
Es
koste und küßte den Uthra
und
reichte ihm Kusta wie einem der Gewaltigen.
‚Er
tat und hatte Erfolg‘ nannte es den Uthra.
„In
allem, was du tuest, sollst du Erfolg haben. 25
Wenn
du Uthras schaffest und pflanzest,
so
deine Uthras an jenen Ort gehen wollen
KekKcKkEKKK
großer Vater, R
dem
das Leben sehr erkenntlich ist.“
Ich
empfing Kustä von ihm’) 30
und
ging nach dem Hause der (sewaltigen.
dem
Orte, wo die Guten wohnen,
dem
Orte, wo die Guten dort wohnen.
Als
ich im Hause der Guten ankam,
verneigte
ich mich vor dem gewaltigen (Leben). 35
*)
Vom Leben, siehe vorher Z.23. Wie der Text jetzt: dastebt, muß man ihn so auf-
fassen,
daß Mandä dHaije sich vom Leben zum Hause der Großen und Gewaltigen begibt.
siehe
p. 74. Doch ist wohl wrsprünglich auch im folgenden Stücke wie im vorhergehenden
vom
Leben die Rede.
96
personifiziert.
Hier ist die auf die irdische Welt gebrachte Seele gemeint. i
Rechter
Teil. 92, 8— 98,2
Sobald
ich zum Großen sprechen wollte.
sprach
das Große selber zu mir’).
Sobald
ich ıhm erzählen wollte,
dankte
mir das Große.
Das
Große dankte mır
und
erzählte mir über Alles.
Das
Große nannte mich in seiner Majestät
einen
Großen über die Maßen.
Das
Große nannte mich ‚Er tat und hatte Erfolg‘,
einen
Uthra, der seine Freunde festigt.
‚Er
tat und hatte Erfolg‘ nannte mich das Große:
„in
allem, was du tuest, sollst du Erfolg haben.
Der
Vater der Uthras sollst du sein,
der
seine Freunde mit Zehrung versieht.
Du
seiest der Auserwählte der Uthras,
und
mache recht’) alle Werke.
Alle
Werke mache recht’),
denn
du bist ‚Er tat und hatte Erfolg‘.
Manda
dHaije,
du
rüstiger, wohlgerüsteter Uthra,
auf,
leite hin die Leitung des lebenden Wassers
und
führe sie in jene Welt hin.
Rufe
die drei Uthras,
die
den Schatz des Lebens‘) behüten sollen.
Behüten
sollen sie des Lebens Schatz, |
der
von hier geholt wird.
Ihn
holen einfältige Uthras
und
bringen ihn nach jener Welt.
Sie
stecken ihn in Kot’)
und
kleiden ihn in Fleischfarbe‘).
Sie
stecken ihn in Kot
und
bekleiden ihn mit einem nichtigen Gewande.
Mit
einem nichtigen Gewande bekleiden sie ihn
und
schaffen an ihm Mangel und Fehl.
[93]
Mangel und Fehl schaffen sie an ihm,
und
Schiefheit entsteht bei ihnen.
Bei
ıhnen entsteht Schiefheit,
und
es widerfährt ihnen dies und das.“ —
1)
Siehe oben, p. 77, 15.
2)
Lies TPM), siehe weiterhin.
®)
Leid. hat NANNY PD PPRMD.
*)
Siehe Joh. II, p. 201. Der „Schatz des Lebens“ ist auch zu einem weiblichen
Wesen
5)
D. h. in den unreinen Körper. ®, Vgl. Nöld., p. 45 ob., 302 unt.
3,
2-—16 Drittes Buch.
Alsdann
richtete sich der Zweite auf‘).
Seine
Uthras erhoben sich und erteilten ihm Ratschläge.
Es
erhoben sich seine Uthras und erteilten ihm Ratschläge‘),
indem
sie sprachen:
„Gewähre
uns‘), daß wir eine Welt schaffen und dir Skinas errichten, 5
die
die deinen genannt werden sollen.“
Da
verlieh ihnen der Zweite von seinem Glanze und seinem Lichte
und
von dem, was ihm das Leben sonst gewähret.
Er
verlieh ihnen von seinem Glanze
und
befahl ihnen‘), eine Welt zu schaffen.
Die
Söhne des Zweiten machten sich auf,
gingen
hin und stiegen zum Orte der Finsternis hinunter.
Sie
riefen Ptahil-Uthra hervor,
sie
riefen ihn hervor und festigten ihn an seinem Orte.
Sie
riefen die Söhne des Heils hervor
und
richteten sie auf ihren Thronen auf.
Sie
riefen hervor und schufen Skinäs
und
schufen in ihnen Uthras.
Sie
gingen an die Wasserbäche‘),
sehauten
hin und erblickten den Ort der Finsternis.
B’hag-Ziwa‘)
erglänzte”) in seiner Seele
und
sah sich als Gewaltigen an.
Als
Gewaltigen sah er sich an
und
verließ den Namen, den sein Vater geschaffen hatte‘).
Er
sprach:
„Ich
bin der Vater der Uthras.
Der
Uthras Vater bin ich,
der
ich den Uthras Skinäs geschaffen habe.“
Er
sann über das trübe Wasser
und
sprach: „Ich will eine Welt schaffen.“
1)
Siehe oben, p. 63, 29: 78°.
2)
Vgl. R 296, 22#.
»)
Lies INONINN.
4)
73) heißt „ziehen, hinziehen“‘ und steht besonders bei Wasser: es pabt also
hier
nicht.
Es dürfte aus 7N7D „er befahl“ verderbt sein unter Einwirkung von Text 92, 18.
5)
Siehe oben, p. 67°.
©,
Er ist oben, p. 76, 30 kurz erwähnt. Ausführlicher ist von ihm R 297 die Rede.
Er
ist
vom zweiten (Leben) geschaffen und maßt sich den Namen „Vater der Uthras“ an,
d. h.
er
identifiziert sich mit Abathur, dessen Name so gedeutet wird, siehe Joh., p. XXIX.
?)
92 „erglänzte“‘ paßt nicht, man erwartet etwas wie „überhob sich“. Vielleicht
ist
IND aus INTNIMY entstellt, wenn nicht wie R 297, 17 WORT NHOND FINN „er
schaute
auf seine eigene Welt‘ zu lesen ist.
8)
Oder „ausgerufen hatte‘, siehe p. 32%.
Lidzbarski,
Ginza-
1
20
W
un
15
30
35
38
hin
Text 94, 10 gegen 94, 8. Leid. hat schlecht FauNHN Kulehlai Sehe
Rechter
Teil. 93, 16--94, 8
Er
ging mit sich nicht zu Rate
und
kannte das trübe Wasser nicht.
Das
trübe Wasser kannte er nicht,
er
kannte nicht das verzehrende Feuer, an dem kein Glanz war.
Der
Vater der Uthras ließ sıch nicht beraten’),
und
er gewährte ihnen keine Helfer°).
Er
rief Ptahil-Uthra,
koste
und küßte ihn wie’) Gewaltige.
Er
verlieh ihm Namen,
die
an ihrem Orte verborgen und verwahrt sind.
Er
gab ihm den Namen Gabriel, der Gesandte,
rief
ihn, beauftragte ihn und sprach zu ihm:
„Auf,
geh, steig hinunter
an
den Ort, wo es keine Skinas und keine Welten giht.
Schaffe
und mache dir eine Welt
wie
die Söhne des Heils, die du geschauet.
Schaffe
und richte eine Welt her‘).
Schaffe
dir eine Welt und bilde darın Uthras.
Der
Vater der Uthras sagte ihm in seinem Hochmut’) nichts von der
Gegnerschaft,
[94]
er rüstete ihn nicht und belehrte ihn nicht.
Ptahil-Uthra
machte sich auf,
ging
hin und stieg unterhalb der Skimas hinab,
an
den Ort, wo es keine Welt mehr gibt.
Er
trat in den kotigen Dreck,
trat
in das trübe Wasser.
Er
begann zu sprechen,
da
veränderte sich (an ihm) das lebende Feuer.
Als
das lebende Feuer sich veränderte,
betrübte
er sich in seinem Herzen und sprach:
„Da
ich ein Sohn Großer bin,
warum
veränderte sich das lebende Feuer?“
Als
Ptahil-Uthra so sprach,
fühlte
Rühä sich gestärkt.
Rühä
fühlte sich gestärkt,
und
ihre Seele nahm Hochmut an.
t)
Siehe auch R 296, 23f.
2)
Diese Worte beziehen sich wohl auf die Darstellung im Folgenden.
®)
Leid. hat I, siehe auch oben, p. 79, 14.
*)
Auch hier ist wie weiterhin 7'2y zu lesen. Leid. hat TIYN.
®)
Man erwartet eher die Schreibung NN12%2, siehe Joh. II, p. 331: vgl. auch
weiter-
94,824
Drittes Buch. 99
Sie
sprach: „Sein Glanz hat sich verändert,
an
seinem Glanz entstand Mangel und Fehl.“
Sie
machte sich auf, zerstörte ihre Habe’)
und
kleidete sich in ein weites Gewand;
sie
veränderte ihren Geist in Hochmut’)
und
stellte sich hin, wie sie nicht war.
Sie
sprach zu dem Krieger,
dem
törichten, sinn- und verstandlosen.
Sie
sprach zu ihm:
„Auf,
sieh, wie der Glanz des fremden Mannes sich verringert hat,
wie
an seinem Glanze Mangel und Fehl sich bildete.
Auf,
schlafe bei deiner Mutter,
damit
du von der Fessel befreit werdest, mit der du gefesselt,
die
stärker als alle Welt ist.“
Als
der Böse dies hörte,
schüttelte
er sich mit seinen Knochen,
er
legte sich zur Rühä,
und
sie empfing sieben Gestalten von einer Handlung.
Nach
sieben Tagen kreißte sie
und
gebar die Verächtlichen,
sie
gebar die Planeten,
von
denen die sieben Gestalten ausgingen’).
Als
sie sie erblickte,
fiel
ihr das Herz von der Stütze herunter.
Sie
sprach:
„Ich
sagte, doch es wurde mir nicht gesagt,
was
ich wollte ist nicht geworden,
keiner
gleicht dem andern.“
Als
Rühä so sprach,
lehnten
ihre Söhne sich auf.
Sie
lehnten sich auf und verleugneten ihren Vater.
Es
gibt nichts, das endlos wäre.
Ptahil
wusch seine Hände im trüben Wasser
und
sprach:
„Es
werde eine Erde,
wie
sie im Hause der Gewaltigen ward.“
!)
Der Ausdruck findet sich nur hier und weiterhin. Soll er soviel heißen wie
„auf-
brechen‘
?
2)
Doch wohl so aufzufassen, hier nicht X) als Eigenname, sondern nimm parallel
Swon).
Zur Lesung ANWUN (auch Leid.), siehe R 117, 6; 173, 16.
®)
Die ihrem eigenen Wesen entsprechen, siehe p. 114, 4, 15: 138 unt.
Rt
40
100
Rechter
Teil. 94, 25--95, 17
Als
er seine Hände eintauchte,
bildete
sich eine Verdichtung.
Eine
[95] Verdichtung bildete sich,
die
hingeworfen lag und sich hin und her bewegte (?), als ob es
keine
Verdichtung wäre.
Als
so keine Erde entstand und sich verdichtete,
geriet
sein Herz in Zwiespalt.
Als
sein Herz in Zwiespalt geriet,
fühlte
'Rühä sich wiederum gestärkt.
Sie
sprach:
„tech
wıll mich aufmachen, meine Habe zerstören
und
zu dem Könige der Welt‘) gehen.“
Sie
machte sich aufs Neue auf,
zerstörte
ihre Habe und bekleidete sich mit ihrem Gewande.
Sie
machte sich auf, zerstörte ihre Habe,
ging
zu dem Unhold hin und sprach zu ihm:
„Auf,
großer Unhold, auf,
siehe,
die ganze Welt ist dein.
Ich
habe gehört, daß das Haus verlassen wurde
und
alle Knoten gelöst sind’).
Als
der Böse dies hörte,
fühlte
sich sein Herz um das Doppelte gestärkt.
Als
sein Herz gestärkt war,
sprach
sie zu ihm: „Ich bin deine Schwester.
Wenn
du bei mir liegest,
wird
deine Kraft sich verdoppeln.“
Als
er bei ihr schlief,
empfing
sie von einer Handlung zwölf Unholde.
Sie
empfing von ihm zwölf Unholde,
von
denen kein Einziger etwas taugte.
Nach
zwölf Tagen
bekam
Rüha die Wehen.
Sie
kreißte und gebar zwölf Gestalten,
von
denen keine der anderen glich.
Sie
glichen nicht einander;
ein
jeder ritt auf dem Schoße des anderen.
Als
sıe sie erblickte,
fiel
ihr das Herz von der Stütze herunter.
Das
Herz fiel ihr von der Stütze herunter,
und
sie heulte und weinte über sich.
!)
D. h. dieser Welt, siehe p. 868. ®) Alles ist außer Rand und Band.
|
95,
1796, 8 Drittes Buch.
Sie
sprach:
„Ich
sagte mir, ich würde tragen und gebären,
und
sie würden gleich dem Herrn der Welt‘) sein.
Ich
bin gelaufen, mein Herr, doch nicht hingelangt;
Qual
habe ich mir selber aufgeladen?).‘
Als
Namrus so sprach,
erbosten
alle zwölf.
Alle
erbosten
und
verleugneten ihren Vater.
Es
gibt nichts, das endlos wäre.
Ptahil
stand in Gedanken da.
In
Gedanken stand Ptahil und sprach:
„Ich
will die Welt verlassen.“
Als
Rüha dies hörte,
richtete
sich ihr Herz wieder auf der Stütze auf”).
Sie
sprach:
„Der
Fremde ist mir kein Widersacher;
der
Fremde hat keine Macht über die Welt.“
Sie
machte sich auf, zerstörte ihre Habe
und
zog [96] ihr Gewand an.
Sie
machte sich auf, zerstörte ihre Habe
und
ging nach ihrer Heimat‘) im Orte der Finsternis.
Sie
sprach zu dem niedrigen Krieger,
der
ohne Hände und Füße ist:
„Steh
auf, mein Vater, siehe,
ich
bin deine Tochter.
Kose
und küsse mich
und
liege bei mir.
[Liege]
bei mir
und
fülle deine Augen mit der Welt’).
Deine
Augen fülle mit der Welt
und
siehe, daß die ganze Welt‘) dir gehört.
Der
Fremde, der ın deine Welt kam,
101
hat
sie eilig wieder verlassen und ist zu seinem Orte emporge-
Wenn
du bei mir liegest,
werden
deine Augen bleiben wie sie sind.“ —
?)
Leid. hat INN.
2)
Anscheinend ein Zitat, siehe auch weiterhin. Leid. hat INVDRID.
»)
Dies Fbyrın oder Toymıny.
*)
Wohl 73ND5 zu lesen.
5)
Sieh dir die Welt voll an, siehe Joh. II, p. 47°.
6)
Leid. hat no 7127.
[stiegen.
20
B
35
Io
35
102
der
Schwangerschaft; von der Geburt ist erst nachher die Rede.
Rechter
Teil. 96, 5-97, 2
Als
der Böse dies hörte,
koste
und küßte er sie und schlief bei ihr.
Er
küßte sıe und schlief bei ıhr,
und
sie empfing von ihm eine Schwangerschaft.
Sie
empfing von ihm fünf Wüteriche'),
die
einander verleugnen’).
Sie
verleugnen einander
und
geben sich einem unwürdigen, unschönen Treiben hin).
Am
ersten Tage spaltete sich (der Himmel), und es blitzte.
Am
zweiten Tage donnerte es.
Am
dritten Tage wurde (der Himmel) von Feuerflammen umgeben‘).
Am
vierten Tage bebte ein Beben an den Pforten der Finsternis.
Am
fünften Tage krampfte sich ihr (der Rühä) Herz und ward traurig.
Ihr
Sinn empfand den Schmerz einer kreißenden, gebärenden
Wöchnerin.
Sie
kreißte und gebar fünf Gestalten,
von
denen keine der anderen glich.
Keine
glich der anderen,
und
sie strauchelten über einander.
Von
ihnen geht der Fehl aus,
dem
alle Welten nicht gewachsen sind.
Als
sie sie erblickte,
schlug
sie mit ihren Händen an das Haupt.
Mit
ihren Händen schlug sie an das Haupt
und
raufte sich die Locken am Kopfe aus.
Die
Locken raufte sie sich am Kopfe aus
und
brachte Schiefheit in ihr Herz.
Sie
sprach:
„Ich
bin gelaufen, mein Herr, doch nicht hingelangt ;
ich
habe mir selber Qualen aufgeladen.
Ich
sah sie nicht und fand keine Befriedigung,
ich
sprach, und es trat nicht ein.
Alle
meine Hexenkünste gingen mir verloren,
und
alle meine Worte verließen mich.
Was
habe ich davon, [97] daß ich meine Habe zerstörte,
und
was habe ich davon, daß ich mein Gewand anzog?
Was
habe ich davon, daß ich mein Gewand anzog?),
wo
ich keinen Anteil am Hause habe?“ —
ya
m IS
?2)
Durch ihre Unähnlichkeit, als ob sie nicht zu einander gehörten.
®)
Dies ist vorweggenommen. Die im Folgenden genannten fünf Tage sind die Tage
#4)
Vgl. p. 93°. 5) Leid. hat MW RaHNNT.
7,2—21
Drittes Buch. 103
Ptahil
dachte in seinem Sinne nach,
beriet
sich in seiner Weisheit und sprach:
„Ich
will mich aufmachen, mich vor dem Leben verneigen
und
mich dem Großen unterwerfen.
Es
ist mein Wunsch, ein Gewand lebenden Feuers zu nehmen
und
im trüben Wasser umherzugehen.
Im
trüben Wasser will ich umhergehen
und
angeben, was geschehen soll.“
Als
Ptahil nach dem weisen Plane, den er gefaßt,
das
Leben angebetet und gepriesen hatte,
empfing
er ein Gewand lebenden Feuers
und
ging im trüben Wasser umher.
Als
das lebende Feuer sich mischte
mit
dem trüben Wasser,
stieg
infolge des Duftes des Gewandes lebenden Feuers
Staubpulver
von der Erde Siniawis empor.
Von
der Erde Siniawis stieg Staub empor
und
fiel überall) hin.
Alle
Meere wurden verstopft,
alle
Gruben beschwichtigt’).
Trocknes
entstand,
eine
Verdichtung bildete sich und fiel in das Wasser.
Ein
Vorhang hob sich’) in die Höhe,
stieg
empor und stellte sich am Herzen des Himmels auf‘).
Als
das Firmament ausgespannt war,
verneigte
er sich und pries den Mann, seinen Schöpfer.
Als
er den hohen Thron erblickte°),
freute
er sich und ward frohen Herzens.
Er
faßte den Nabel der Erde
und
wollte ihn an das Herz des Himmels knüpfen.
Als
er den Nabel der Erde fassen wollte,
umkreisten
ihn die Hinfälligen‘).
Es
umkreiste ihn der Korb’) der Listigen,
der
voll (falscher) Weisheit ist.
1)
Lies INDN INDND.
2)
Siehe oben, p. 91, 27 und Joh. II, p. W.
3)
Leid. hat NORD.
%),
Der „Vorhang“ ist wohl das Firmament, siehe weiterhin, nicht das NNEYMD des
Ptahil,
von dem R 306, 19; 340, 8 die Rede ist.
5)
Der hohe Thron ist das Firmament, nicht ist damit Ptahils Thron te
©)
Oder „die Hinsinkenden“. Es ist eine Bezeichnung für die Dämonen, siehe oben,
7183035,
40. Das Wort wird auch öfter für die vergänglichen irdischen Dinge gebraucht,
ars
im Ausdruck NDDN) NMIND „das hinfällige Haus“, d. h. diese Welt.
?)
Das Wort nnDYp findet sich mandäisch nur an dieser Stelle. Im Talmud ist es
[627
oO
104
in
20
w
in
häufiger,
siehe LEVY, Newkebr. Wörterb. IV, p. 270f. Das daraus entlehnte arabische
quffe
(guffe) bezeichnet jetzt in Babylonien das runde geflochtene mit Lehm
bestrichene
Flußboot.
„Der Korb der Listigen“ bezeichnet wohl verächtlich das Pack der Listigen.
schen
x98Dy7 (vgl. Joh. II, p. 50%) und wnnDwNW, siehe auch R 361, 17. Die Bedeutung
„Strafen“
(Nöld., p. 21,12; 140, 1; 325, 9; 327, 21) paßt nicht. Die Herleitung ist
ungewiß.
Weder
N”%& noch 95 bietet eine passende Erklärung, doch liegt ein dazu gehöriges
Verb
vielleicht
Text 99, 2; 114, 14 vor.
“
Rechter
Teil. 97,22-98,12 |
Er
ist voll Bleudwerk,
ganz
voll von Weisheit.
Er
ist voll Blendwerk,
der
Weibskorb') der Hexerei.
Es
umkreisten ihn die sieben Planeten
und
die zwölf nichtigen Unholde.
Es
umkreisten ıhn [98] Atarpan und Lufan,
die
beiden Fürsten der Welt,
Urpel
und Marpel,
die
in der Tibil über den Zorn eingesetzt sind.
Sie
umkreisten den großen Drachen’),
stiegen
empor und stellten sich an die Wölbune.
Als
er den Nabel der Erde faßte,
ihn
emporhob und an die Wölbung band,
als
er den hohen Reifen des Firmamentes faßte.
in
die Höhe stieg und ihn an seinen Thron band,
wurden
die Planeten gebunden,
und
sie stiegen empor, stellten sich an die Wölbung.
Die
Unholde stellten sich hin
und
wurden in ihren Banden’) gefesselt.
Ihre
fünf Lenker
rufen
jammernd Wehe, Wehe‘).
Ptahil
in seiner Weisheit sitzt da
und
fragt sie einzeln aus:
„Woher
kamet ihr, ihr Bösen,
deren
Gestalt nicht aus dem Vaterhause stammt?“
Als
er so zu ihnen sprach,
antwortete
ihm Rüha von unten’).
„Wir
kommen‘), wir wollen deine Diener sein,
wir
wollen hintreten und dir Helfer sein.
1)
Lies NRDD.
?)
Siehe NÖLDEKE, Zeitschr. f. Assyriol. XXV (1911), p. 356.
>)
SINN, NSIIND muß etwa diesen Sinn haben. Es steht R 225, 21; 377, 18 zwi-
*)
Die Oxforder Handschrift hat gut NOONSDT.
°)
So steht fälschlich da; es sind die Planeten, die ihm antworten.
°)
Oxf. hat gut INN.
98,
12— 9, 3 Drittes Buch. 105
Helfer
wollen wir dir bei allem sein, was du unternimmst,
und
dich auf deinem Throne ungestört lassen.
Wir
wollen dich ungestört auf deinem Throne lassen,
wir
wollen hintreten und die Welt in Ordnung halten.
Wir
wollen gut sein
und
dir in jeder Hinsicht ergeben sein.“
Als
die sieben Planeten so zu ihm sprachen,
erwiderte
er ihnen: „Ihr seid meine Söhne.
Wenn
ihr gute Werke tuet,
will
ich euch zu meiner Parteı zählen.“
Als
Ptahil so sprach,
wurde
ihm das Haus weggenommen.
Das
Haus wurde ihm weggenommen,
und
die Hinfälligen erhielten die Herrschaft darüber,
wie
bevor das Firmament ausgespannt
und
die Erde durch die Verdichtung fest geworden war.
Als
Ptahil so sprach,
wurde
ihm das Haus weggenommen.
Ptahil
klärt sich bei seiner Klugheit auf und spricht:
„Ich
will mich aufmachen und zum Hause meines Vaters empor-
[steigen.
Ich
will zu meinem hohen Vater sprechen:
Alles
was du mir befahlest, habe ich ausgeführt.“
Als
Ptahil so sprach,
klärt
sich Rüha bei ihrer Klugheit auf und spricht’):
„Ich
will Hmurthäs und Astarten schaffen,
die
meine Kinder m der Welt sein sollen.
[99]
Die Planeten und ihre Dämonen
sollen
sich zur Gegnerschaft erheben.
Die
Unholde und Dews sollen sich erheben,
und
wir wollen alle Welt ...... )
Die
fünf Herrscher des Hauses’)
sollen
sich erheben und Krieg führen.“ —
2)
Leid. hat SION) MNI2D NNEDTI NDR2D RIND NM, was ich nicht verstehe.
2,
Das Wort TON) findet sich in demselben Zusammenhange auch R 114, 14. Aus
dieser
Stelle ist zu ersehen, daß NDR DD Objekt ist Die Bedeutung ist ungewiß, siehe
oben,
p. 104°. Zwei Londoner Handschriften und Leid. haben an dieser Stelle PEN), was
eine
Verschlimmbesserung ist, zumal Leid. dort auch 7ND8) hat.
3)
Die fünf Planeten als Herren der irdischen Welt.
Lı
30
33
106
Rechter Teil. 99, 3-21
Als
Ptahil sie erblickte,
leuchtete
es ihm bei seiner Klugheit auf.
Er
ballte die Faust
und
schlug auf die Vorhöfe seiner Brust').
Er
sprach:
„Bevor
ich zum Vaterhause gehe,
setze
ich über diese Welt einen Herrn ein.
Die
Herren des Hauses wissen nicht,
daß
diese Welt einen Herrn hat?).“
Als
er zum Hause des Lebens ging, zu seinem Vater‘),
sprach
der Uthra zu ihm: „Ich habe die Welt geschaffen.“
Rühä
schuf Hmurthas
und
schuf Astarten, die verschleiert sind‘).
Sie
bildete Liliths
jeglicher
Gattung und Art.
Die
Planeten schufen Dämonen,
zahlreich
und unbegrenzt.
Die
Unholde schufen Dews
als
ihr Abbild in der Welt.
Die
Fünf bildeten das Schwert,
sie,
die über den Zorn in der Welt eingesetzt sind.
Von
einigen sind die Abbilder auf der Erde,
von
anderen im trüben Wasser.
„Wir
wollen im Himmel weilen,
doch
unsere Geschöpfe in der ganzen Welt.
Die
Erde soll uns gehören,
und
niemand sonst soll über diese Welt herrschen.
Das
Haus, das unser Vater uns gebaut,
wollen
wir nach ihm bewohnen.
Denn
wir sind die Herren des Hauses;
Rüha
sei die Herrin an unserem Orte.
Rüha
dQudsa mit uns,
wir
wollen seine Hüter sein.
Die
zwölf Gestirne sollen hintreten
und
Tage und Monate einteilen.
Sie
sollen Stunden und Sosse einteilen,
sollen
Minuten und Sekunden’) einteilen.
)
D. h. die herausragenden Teile der Brust, siehe Joh. II, p. 37°.
®)
Die Sätze sind unklar. Statt FbnnW lese ich FONNWwy. Der Herr, den er über
die
Welt einsetzen will, ist Adam. Die Herren des Hauses sind die Planeten. Diese
wissen
nicht,
daß er, Ptahil, der eigentliche Herr der Welt ist. Siehe auch R 110, 22.
®)
Zu B’hag-Abathur, siehe p. 97, 21.
*)
Siebe Joh. II, p 2231,
°)
Der Sossos ist bei den Mandäern der zwölfte Teil einer Stunde, siehe Joh. II, p
1801.
39.
22--101. 2 Drittes Buch. 107
Wenn
wir dies tun,
wird
das ganze Haus uns gehören ').“
Von
der Zeit, da die Erde gedichtet wurde, bis daß Adam kam, sind
es
dreihundertsechzig Tausend Jahre. Von der Zeit, da Adam kam, bis zum
Ende
der Welt sind es vierhundert [100] achtzig Tausend Jahre. Die sieben
Planeten
verteilten die Jahre, daß keiner vor dem andern zu kurz kam‘).
Die
Verführerin Rühä verteilte die ganze Welt. Von den zwölf Söhnen
der
Mangelhaften hatte keiner weniger als der andere. Rühä und alle
Planeten
ahnten und wußten nicht, daß die Welt einen Herrn hat und
ihm
Helfer zur Seite stehen. Wie sie dastehen und Pläne schmieden und
der
Welt einen Herrn geben wollen, — es gibt nichts, das endlos wäre®).
Ptahil
kehrte wieder zur Welt zurück und horchte auf das, was sein
Vater
ihm gesagt. Er sprach: „Ich bin hergekommen, um einen geliebten
Sohn
zu schaffen. Ich will ihn schaffen und festigen, dann erhebe er sich
und
preise das gewaltige (Leben). Wenn er auf den Füßen steht, wird er
mit
der Hand gegen das wilde Getier schlagen. Er wird mit der Hand
gegen
das wilde Getier und das Viehgetier schlagen und dieses anweisen,
daß
es Nutzen stifte wegen dessen, was die Planeten getan haben. Diese
verteilten
das (Erden)reich, daß es den Körpern gehöre, daß diese alles
Viehgetier
und alle Früchte der Erde essen, die alle aus den Wasserfrüchten
kamen).
Als
Ptahil kam und zu /allen)’) den Planeten sprach: „Wir wollen
Adam
schaffen, daß er König über die Welt sei“, als er so zu ihnen sprach,
berieten
sich alle miteinander: wir wollen ihm sagen, daß wir Adam und
Hawwa
schaffen wollen, denn er gehört zu uns. Sie sagen ihm nun:
„Wohlan,
wir wollen Adam und Hawwä, das Haupt des ganzen Geschlechtes,
schaffen.“
Als
die Planeten so zu ihm sprachen, ward Ptahil im Herzen betrübt
und
sprach: „Wenn ich allein Adam und Hawwä, das Haupt des ganzen
Geschlechtes,
schaffe, was weiß dann Adam in der Welt anzufangen?“
Darauf
sprach Ptahil-Uthra zu den Planeten und sagte ihnen: „Adam ist
mein
Sohn, der König dieser Welt.“ Darauf sprachen die Planeten
[101]
und sagten zu Ptahil: „Im Vertrauen worauf stehen wir dann da°), und
Auch
NYI8) und xD müssen kleine Zeitteile bedeuten; vielleicht etwa Minuten und
Sekunden.
Sie stehen R 112,19 in demselben Zusammenhange. Die Bedeutung von NN}
als
kurzer Zeiträume geht auch aus L 76,17 hervor. Das hier stehende NM ist kaum
mit
No „Festversammlung, Festmahl“ identisch.
1)
Der Absatz läuft in eine Rede der Sieben aus. Das folgende Stück ist
eingeschoben.
2)
Ausführlicher R 378, 37 ff.
9)
Siehe oben, p. 75%. Der folgende Abschnitt setzt eine Rede Abathurs voraus,
“)
Cod. B und Leid. haben 175197, siehe oben, p. 37°.
&)
na ist vielleicht an dieser Stelle zu streichen. Es ist wohl aus der folgenden
Zeile
hierher geraten.
®)
D.h. worauf dürfen wir rechnen.
-
°
0
5
9)
°
30
im
[07
Li
108
Rechter Teil. 101, 2—18
worüber
haben wir (dann) Macht in der Welt?“ Da erwiderte ihnen Ptahil
und
sprach: „Ihr sollt ıhm Pfleger sein und in jeder Hinsicht zu Diensten
stehen.“
Sie
schufen dann Adam und legten ihn hin,
ohne
daß eine Seele in ıhm war.
Als
sie Adam schufen,
konnten
sıe keine Seele in ıhn werfen.
Da
riefen sie den Luftwind'),
daß
er seine Knochen aushöhle.
Er
höhle seine Knochen aus,
und
Mark bilde sich in ihnen.
Mark
bilde sıch in ihnen,
damit
er auf seinen Füßen feststehe.
Sie
riefen den Glanz des lebenden Feuers,
damit
es sein Gewand licht mache.
Es
mache sein Gewand licht,
damit
er auf seinen Füßen feststehe.
Sıe
riefen den Dunst der Bäche
und
den Qualm des verzehrenden Feuers’),
daß
sie in seinen Rumpf einträten,
auf
daß er die Faust balle
und
mit seinen Armen aufschlage,
damit
er schelte und sich schüttle,
damit
er auf seinen Füßen feststehe.
Die
Planeten sprachen dann
und
wandten sich an Ptahil:
„Gewähre
uns, daß wir von dem Geist in ihn werfen,
den
du mit dir aus dem Vaterhause brachtest.“
Alle
Planeten bemühten sich darum,
die
Herren der Welt bemühten sich darum.
Doch
obwohl alle sich darum bemühten,
konnten
sie ihn nicht auf die Füße stellen.
Da
machte sich Ptahil in seiner Erleuchtung, auf
und
stieg zum Orte des Lichtes empor.
Er
trat vor den Vater der Uthras°),
da
sprach sein Vater zu ihm: „Was hast du vollbracht?“
’)
Siehe oben, p. 157.
?)
Die Bedeutung von X’PINW ist sicher, siehe Nöld., p. 113,5. Aus dem schlechten,
ungesunden
Wasserdunst und dem Qualm des kösen Feuers bildete sich in Adam der Jähzorn,
siehe
auch Joh. II, p. 57 ob.
®)
D.h. vor B’hag-Abathur, siehe oben, p. 97, 21.
101.
18--102,6 Drittes Buch. 109
Darauf
erwiderte er ihm:
„Was
ich sonst geschaffen, ist gelungen,
doch
mein und dein Abbild ist nicht gelungen ').“
Da
erhob sich der Vater der Uthras,
machte
sich auf und ging nach dem verborgenen Orte.
Er
holte den Mana’),
daß
er alle verweslichen Dinge erleuchte,
daß
er das Körpergewand erleuchte,
jeglicher
Gattung und Art.
Er
wickelte ihn in seinen reinen Turban
unter
den Namen, die das Leben ihm verliehen).
Er
faßte ihn an den Enden seines Turbans‘),
brachte
ihn hin und übergab ihn seinem Sohne Ptahil.
Als
er ihn Ptahil-Uthra übergab,
rief
das Leben die Helfer herbei.
Es
rief Hibil, Sitil und Anos,
die
Uthras, [102] die überragend und ohne Mangel sind.
Es
rief sie und richtete an sie Befehle,
sowie
Warnungen über die Seelen.
Es
sprach zu ihnen:
„Behütet
ihr sie,
daß
alle Welt über sie nichts erfahre.
Der
böse Ptahil erfahre nicht,
wie
die Seele in den Körper fällt.
Wie
die Seele fällt in den Körper,
und
wie das Blut in ihm spricht).
Wie
in ihm das Blut spricht’)
und
wie durch ihn dringe ......
BE
...-... °, Adakas-Mänä,
er
sei ihr ein Hüter.
Y)
Leid, hat INONTI- statt INMDT: „gelang vor mir, doch dein Abbild ist nicht ge-
ungen.
2)
097 ist zu streichen. Hier ist nicht der große Mänä, das höchste Wesen,
gemeint,
sondern
Seelensubstanz, die den toten Körper füllen und beleben soll.
»)
D. h. unter Anrufung der Namen, die das Leben ihm mitgeteilt.
#)
Lies INIOINUT) NIDAND2.
5)
Siehe auch R 349, 14ff. Statt SybrSHnnD von bu haben wohl ursprünglich Formen
von
N®9 gestanden. An erster Stelle etwa Fan), an zweiter Stelle hat Leid. wohl
richtig
Sypıbpm, danach: wie das Blut sich in ihm (im Körper) fülle, siehe auch p. 89°.
Daß
bier NY statt NOT wie in 2. 17 (Text) zu lesen sei, glaube ich nicht.
©)
Oder: durch sie (die Seele) dringe. Zu NS im Sinne „spalten, durchdringen“
siehe
Joh.
Il, p. 76*, 110%. Die Bedeutung von WIN (Leid. hat Fin) ist unsicher. Häufig
ist NIN,
pl.
SS im Sinne „Zweig“ bei NDN „Myrten‘“ (Lit. 146.7 und sonst in den Ritualen).
Dies
20
30
m
ON)
Rechter Teil. 102. 5—19
Wenn
er (Adam) sich in den Glanz des Lebens hüllt
und
fest auf den Füßen steht,
wenn
er mit reinem Munde spricht,
bring
du ihn‘) wieder an seinen Ort zurück.
Bring
ihn an seinen Ort wieder zurück
und
bewahre ihn davor und davor.“
Ptahil
wickelte ihn in seinen reinen Turban
und
umhüllte ihn‘) mit seinem Gewande.
Der
Uthra fliegt und geht hin,
und
seine Helfer gehen mit ihm.
Seine
Helfer, die mit ihm gehen,
sind
Männer, die über die Seelen eingesetzt sind.
Als
sie zur Tihil kamen
und
zum körperlichen Rumpfe,
als
er’) sie (die Seele) in den Rumpf werfen wollte,
nahm
ich‘) sie ihm aus der Tasche.
Während
Ptahil Adam anfaßte,
richtete
ich seine Knochen auf.
Während
er die Hände auf ihn legte,
ließ
ich ihn den Duft des gewaltigen (Lebens) riechen.
Der
Körper wurde voll Mark,
und
der Glanz des Lebens sprach in ihm.
Als
der Glanz des Lebens in ihm sprach,
öffnete
er die Augen im körperlichen Rumpfe.
Als
der Glanz des Lebens in ihm sprach,
stieg
Adakas-Ziwa zu seinem Ort empor.
hängt
wohl mit S3N „Dom“ in der Misnah zusammen (Löw, Aram. Pflanzennamen, p. 146).
Davon
ist wohl zu trennen NIX sing. mit NY). Lit. 180,3; Lond. Rolle A, 380. An
letzterer
Stelle
heißt es
ARAMINI
NM INT NIIT NUN NYDSY,
also
auch hier SJN mit NY zusammen. Dann heißt es im Mand. Diwan B 49: INN
TOM
829 NND 7992 I TRI2 ONTRD FT MbnR017 bimanars Sınkar Sıbnn
NWN
RIBI RUN NIS NTS Fond FOND NTIRD map MAR IN FIRID
N.
„Alsdann sprach Abathur zu Ptahil folgendermaßen: Trage deinen Sohn Adam hin,
gehe,
baue ihm einen großen Bau, setze ihn hinein. gehe, bringe den Stier Qadiel,
bändige
ihn,
laß ihn ein Joch tragen, daß er NN in den Bergen spalte und Samen aussäe.“ Da
steht
es anscheinend im Sinne von „Furche‘‘. Man beachte, daß auch im Syrischen NY$
vom
Bepflügen
des Bodens gebraucht wird (PAYNE SMITH, col. 3439 unt.). Bedeutet XJN hier
die
Gänge im Körper, durch die das Blut fließt? Ebenso unsicher ist der Sinn von
BINDIND.
Äußerlich
ist es ein erweitertes Partizip von OWN „tragen“, aber darum ist doch der Sinn
ungewiß.
Nach dem Versbau und DNIDNINT scheint es zum Folgenden zu gehören, aber
neben
DNINTNT steht die Lesung DNININ. Die Stelle ist wohl lückenhaft.
‘)
Die Ansprache gilt hier wohl dem Adakas.
?)
Ich vermute TIIUNIN) statt TDPINTMN. 2, D, 1. Diahnl
*)
Hier ist Mandä dHaije gemeint, nicht Adakas, siehe weiterhin.
102,
19—103, 10 Drittes Buch. 111
Ich
führte ihn zu seinemOrte, zum Hause des gewaltigen (Lebens), empor,
dem
Orte, wo das Große thronet.
Ich
übergab ihn den Schatzhütern,
den
Uthras, die den Jordan in ihrer Obhut haben.
Das
Leben dankte dem Uthra'),
der
die Seele brachte.
Das
Große rief mir”) befehlend zu
und
sprach zu mir: „Gehe, rufe eine hehre Stimme.
Eine
hehre Stimme rufe”),
daß
die Bösen nichts von der Seele erfahren.“
Ich
kam und fand die Bösen,
sie
alle, wie sie dasitzen.
Wie
die Bösen dasitzen
und
Hexerei über sie ausschütten‘).
Über
sie [103] schütten sie Hexerei aus,
und
die Bösen wollen sie in einzelne Teile zerteilen.
Als
ich sie erblickte,
erglänzte
ich in meinem reinen Gewande.
Ich
zeigte mich den Welten in dem reichen Glanze,
den
mein Vater mir verliehen.
Ich
zeigte mich Ptahil-Uthra,
da
heulte er und weinte über sich.
Er
heulte und weinte über sich,
wegen
dessen’), das er getan hatte.
Ich
zeigte mich der verführerischen Rüha,
die
alle Welt verführet.
Ich
zeigte ihr das große Mysterium,
durch
das die Rebellen niedergeworfen werden.
Ich
zeigte ihr das große Mysterium,
doch
sie war blind‘) und sah nichts.
Ich
zeigte ihr ein zweites,
da
legte ich ihr einen Kameelzaum an.
Ich
zeigte ihr ein drittes Mysterium,
da
schlug ich ihr einen Spalt in den Kopf.
!)
Damit ist Adakas gemeint, nicht Mandä dHaije. Man könnte nach diesem Verse
annehmen,
daß mit Adakas hier überhaupt die Seele gemeint sei, die von Mandä dHaije in
die
Höhe gebracht wird, danach auch Uthra auf Mandä dHaije beziehen, doch siehe p.
112, 36 ff.
Der
Passus ist infolge schlechter Verarbeitung der Quellen ganz unklar, und der
Bearbeiter
scheint
selber Adakas und Mandä dHaij& zusammengeworfen zu haben.
2)
Dem Mandä dHaije. 8) Siehe p. 16, 7; 34, 21.
4)
Zu N°Y7D und YO) siehe Joh. II, p. 1075, 136°. YE) wird auch vom Ausleeren der
Exkremente
gebraucht, und N7%D findet sich wenigstens im Talmud im Sinne von trockenen
Exkrementen;
vielleicht wird auf diese Bedeutungen angespielt.
5)
Leid. hat vorher noch XD21 ..und er weinte‘‘, 6, Leid. hat NYIND.
112
Rechter Teil. 103, 10-104, 6
Als
sie mich erblickten, gerieten sie alle in Angst und erklärten sich
die
Sieben erklärten sich als Schuldige. [für schuldig;
Sie
erklärten sich als Schuldige,
stürzten
sich hin und fielen auf ihr Antlitz.
Sie
stürzten sich hin und fielen auf ihr Antlitz;
sie
legten ihre Hände auf ihr Gesicht.
Sie
sprachen:
„Unser
Herr! Wir haben gesündigt und gefehlt,
doch
erlasse uns alle unsere Sünden.“
Als
die Bösen so sprachen,
schlug
ich eine Bresche in ihre Phalanx ').
Ich
beschwor sie beim großen Mysterium,
daß
sie sich nicht an der Seele versündigen sollten °).
Ich
verbarg mich vor den Sieben, ich bezwang mich,
ich
nahm Körpergestalt an.
Ich
nahm Körpergestalt an
und
sagte mir, ich wolle die Seele nicht AneSDS
Die
Seele will ich nicht ängstigen,
und
sie ängstige sich nicht in ihrem Gewande.
Ich
erschien ihr in Körpergestalt
und
setzte mich zu ihr in Glanz.
Ich
breitete Glanz vom großen Mana über sie,
aus
dem er°) geschaffen worden war.
Ich
setzte mich zu ihm und belehrte ihn über das,
was
das Leben mir aufgetragen.
Ich
predigte ihm mit hehrer Stimme,
die
hehr und leuchtender als alle Welt war.
Ich
predigte ihm mit sanfter Stimme
[104]
und weckte sein Herz aus dem Schlafe.
Ich
sprach mit ihm in der Rede der Uthras
und
lehrte ihn meine Weisheit.
Aus
meiner Weisheit lehrte ich ihn und sagte ihm,
daß
er sich erhebe und das gewaltige (Leben) anbete und preise.
Er
preise den hohen Ort,
die
Stätte, an der die Guten wohnen.
Er
preise Adakas-Ziwa,
den
Vater, von dem er herkam.
Wie
ıch dasaß und ihn unterwies,
erhob
er sich, verehrte und pries das Gewaltige.
4)
Hier ist das griechische Wort gebraucht, vielleicht nur um ein Wortspiel zu er-
möglichen.
2) Leid. hat FIOTNNIT.
®)
Von hier an ist Adam Subjekt, nicht die Seele.
104.
6— 105. 2 Drittes Buch. 113
Er
pries seinen Vater Adakas-Ziwä,
den
Mänä, von dem er geschaffen worden war.
Als
er seinen Vater, den Uthra, anbetete und pries,
erschien
er ihm aus dem verborgenen Orte.
Als
er seinen Vater, den Uthra, erblickte,
wurde
er voll Lobpreises über die Maßen.
Er
sang Hymnen mit lauter Stimme
und
stürzte die Planeten um.
Er
stürzte die Planeten um,
stürzte
um die Herren der Welt.
Er
verleugnete die Söhne des Hauses ')
und
alle Werke, die sie geschaffen hatten.
Er
zeugte für den Namen des Lebens
und
den Uthra, der ihn seine Stimme hatte vernehmen lassen.
r
verleugnete die Werke der Tibil
und
erhob seine Augen zum Orte des Lichtes.
5
Als
er dies tat,
wurde°)
der Uthra des Lebens’) voller Güte gegen ıhn.
Er
wurde voller Güte gegen ihn
und
ließ ihm einen Bau bauen.
Er
ließ ihm einen Bau bauen
und
ließ ihm eine Pflanzung pflanzen.
Er
ließ ihm einen Jordan schaffen,
damit
er, wenn sein Maß voll ist,
ihn
(Adam) emporhebe und in seinem Bau aufrichte:
ihn
am Lichtorte bei seinem Vater Adakas-Ziwä aufrichte
und
ihn zum Uthra am Lichtorte mache.
Als
Rüha und die Planeten hiervon hörten,
saßen
sie alle in Klage da.
Alle
saßen sie in Klage da,
dann
begannen sie (böse) Pläne zu schmieden.
Sie
begannen Pläne zu schmieden und sprachen:
„Wir
wollen Adam einfangen und packen.
Einfangen
und packen wollen wir Adam
und
ihn bei uns in der Welt zurückhalten.“
[105]
Sie sprachen:
„Wenn
er in sanftem Tone spricht,
wollen
wir‘) in rebellischem Tone sprechen.
)
D.h. dieser Welt.
2)
Im Texte steht fälschlich der Plural infolge falscher Beziehung auf N.
3)
Das ist Mandä dHaije.
*
yrıya ist durch &77y) beeinflußt. Leid. hat IN.
Lidzbarski,
Ginza. 8
Io
25
us
un
15
20
[93
uı
35
114
Rechter
Teil. 105. 2—20
Wenn
er ißt und trınkt,
wollen
wir die Welt einfangen.
Wir
wollen die Welt einfangen
und
in ihr verschiedene Gestalten schaffen ').
Wir
wollen ..... °) nehmen
und
Umarmung üben in der Welt.
Umarmung
wollen wir in der Welt üben
und
eine Gemeinde in der Welt gründen.
Eine
Kirche wollen wir ın der Welt gründen,
ihn’)
einfangen und in unsere Kirche einführen.
Wir
wollen ibn in unsere Kirche aufnehmen,
sein
Herz fangen und packen.
Wir
wollen ihn einfangen durch Hörner und Flöten,
damit
er sich von uns nicht losmache.
Wir
wollen in ihr (in der Welt) sieben Gestalten schaffen ‘),
verschiedener
Art und Gattung.“
Als
die Bösen in ihrer Bosheit die Ränke schmiedeten,
ging
ich guten Plänen nach,
um
Gutes in der Welt zu stiften.
Ich
rief die Uthras, meine Brüder,
die
Männer, die den Stamm) festigen.
Ich
rief die Uthras, meine Brüder,
sanfte,
gefestigte Uthras.
Ich
trat hin und sprach zu den Uthras, meinen Brüdern,
die
über den Stamm) eingesetzt sind:
„Wisset
ihr Uthras, meine Brüder, nicht,
was
die Planeten planen?
Die
Planeten stehen da und planen und sprechen:
„Wir
wollen den Stamm des Lebens verführen.
Verführen
wollen wir des Lebens Stamm
und
ihn bei uns in der Welt abschneiden.“
Als
die Uthras dies hörten,
die
sanften, gefestigten Uthras,
sprachen
sie:
„Gewähre
uns, daß wir Adam eine Pflanzung pflanzen
und
seinen Stamm zahlreich machen.
’)
Ihre Abbilder, die ihrem eigenen Wesen entsprechen, siehe weiterhin und p. 99.
22.
?)
Siehe über das Wort Joh. II, p. 219°.
”)
Wohl von hier an schon in Beziehung auf Adam.
!)
Leid. hat ADNW). Dies steht für TINRWN, siehe Text, Z. 3.
’)
D. h. den Stamm, die Gemeinde der Gläubigen, siehe weiterhin.
®)
Auch hier ist wohl NNIMW zu lesen.
195.
20— 106. 12 Drittes Buch.
Wir
wollen Adam eın ......... '), schaffen
und
ihn fest pflanzen.
Fest
wollen wir ihn pflanzen
und
ihm eine Hochzeit herrichten.
Eine
Hochzeit wollen wir Adam herrichten,
ihn
unterweisen und eine Frau nehmen lassen’).
Wir
wollen Adam eine Frau geben
und
ihm eine Gefährtin schaffen.
Eine
Gefährtin wollen wir ihm schaffen
und
seinen Stamm zahlreich machen.
Hymnen
und Gebetsordnungen [106] wollen wir vorlesen,
und
das Leben soll das Gebet verrichten’).
Wir
wollen die Planeten ....... )
damit
sie zu unserer Versammlung kommen.
Sie
sollen zu unserer Versammlung kommen
und
bei uns sein.
Bei
uns sollen sie sein,
und
Adam soll über sie alle triumphieren.
Ich
und die Uthras, meine Brüder,
stifteten
alles Gute.
Wir
stifteten Gutes
und
richteten eine Hochzeit für Adam in der Welt her.
Wir
richteten eine Hochzeit für Adam her
und
gaben ihm eine Gattin.
Wir
gaben ihm Hawwa als Gattin),
wie
man sie an ihrem Orte gepflanzt hatte.
Wir
stehen da und freuen uns,
wir
freuen uns über ihn in hohem Maße.
Doch
bald schmerzte es Rüha,
und
die Planeten, sie alle betrübte es.
Rüha
nahm Weihrauch ‘)
und
spricht über ihn ein Wort der Lüge aus.
Die
Sonne brachte ein Gewand,
der
Mond brachte einen Rock.
Nbü
brachte Gold,
Kewän
Stiefel und Schuhe.
»)
xy steht falsch da. Hier steht kaum „Reichtum“ im Sinne von Nachkommenschaft.
2)
Leid. hat Spmonn SS1an8. Die Lesung 710719) scheint mir den Vorzug zu
verdienen,
siehe auch p. 117, 21.
3)
Wohl xM12 zu lesen, siehe p. 66%.
4)
Trotz Text 104, 10 möchte ich hier eher pop „wir wollen sie einladen“ annehmen.
5)
Leid. hat MN.
6,
Er ist hier ein Bild des christlichen Kultus.
[57
vr
15
30
35
116
Rechter
Teil. 106, 12—107,7
Bäl
brachte Brot und Wein,
Nerig
brachte ..... Ö%
Alle
zwölf Gestirne
in
allen Gattungen und Arten:
einige
von ihnen waren Zimmerer,
einige
ihrer Dämonen wanden Kränze,
ihre
Dews waren gehorsame Diener,
einige
ihrer Ekurs”) Schenken,
ihre
Hmurthas waren Tänzer,
ihre
Kobolde Gaukler.
Myrten
brachten sie in Lasten,
wohlriechende
Blumen haufenweise.
Sie
brachten den großen Jasmin,
der
aus der Skina des Lebens stammte.
Sie
brachten den großen Jasmin
und
schufen an ihm Mangel und Fehl.
Sie
brachten Maru astargän’),
der
aus der Skina der Uthras stammte.
Sie
brachten Maru astargän
und
taten an ihm alles Böse.
Sie
brachten Wasserminze und Ocimum basilicum,
deren
Duft aus der Skinä der beiden reinen Berge kam‘).
Sie
brachten Wasserminze und Ocimum basilicum
[107]
und taten daran alles Häßliche.
Sie
brachten Narcisse, Myrte und Marmahaz’)
und
taten daran Verkehrtes,
Sie
brachten alle wohlriechenden Blumen
jeglicher
Gattung und Art
und
taten an ihnen alles Böse.
Ihre
Kobolde machten sie zu Köchen,
ihre
Dämonen zu Bäckern,
ihre
Stammler machten sie zu Schlächtern,
ihre
Schrate zu Bäckern,
alle
ihre Unholde zu Schenken.
Alle
waren sie gehorsame Diener
und
gehorchten Adam und seinem ganzen Stamme.
?)
Das Wort NYMDNIN (R’PDNIN) findet sich nur an dieser Stelle. Die Bedeutung ist
unbekannt.
Babylonisch scheint es nicht zu sein.
2)
Bedeutet ursprünglich „Tempel“, dann „Tempelgeist‘“, vgl. Uthra, p. 541°.
»)
Eine Ferula-Art, siehe Löw, Aramäische Pflanzennamen. p. 31.
“,
Zu der Vorstellung der beiden Berge, die man sich als Geburtsstätte der Sonne
dachte,
siehe Joh. II, p. 189.
®)
Siehe LÖW, p. 252.
107,
7 —24 Drittes Bueh. lalerf
ich
und die Uthras, meine Brüder,
machten
ihre Schlechtigkeit zunichte.
Ihre
Schlechtigkeit machten wir zunichte
und
schufen Gutes für Adam.
Gutes
für Adam schufen wir
und
brachten ihn über die Maßen in die Höhe.
Wir
veranstalteten ihm eine große Hochzeit
mit
trefflichen Hymnen und Gebetsordnungen.
Wir
machten die Rede der Rüha zu Schanden,
zunichte
ihren aufrührerischen Ruf.
Wir
beseitigten die Schlechtigkeit der Planeten
und
unterdrückten alle Unholde.
Wir
richteten die Wurzel des Lebens auf;
sie
siegte und brachte ihrem ganzen Stamme Sıeg.
Wir
blieben bei Adam,
bis
Hawwa ihre Wehen bekam ').
Bis
Hawwä die Wehen bekam,
blieben
wir bei ihnen.
Wir
blieben bei ihnen,
und
ich war ihm ein ..... der Frauen’).
Ich
unterwies Adam, eine Frau zu ehelichen,
wie
Männer eine Frau ehelichen’).
Ich
unterwies Adam, eine Frau zu ehelichen
und
sagte mir: der Stamm des Lebens vermehre sich.
Es
vermehre sich des Lebens Stamm,
und
von ihnen werde die Welt erweckt.
Die
Welt werde von ihnen‘) erweckt,
und
das Leben wird ihnen dankbar sein.
Dankbar
wird ihnen das Leben sein,
es
wird sie erlösen und in die Höhe heben
aus
dieser Welt der Bösen.
An
der Spitze des ersten Geschlechtes
stand
Adakas-Ziwä.
Da
war Adakas-Ziwa,
und
da war die Lichtwolke®).
1)
Brandt, Rel., p. 37m. übersetzt diesen Satz falsch: „Wir waren die Ehre des
Adäm,
bis die Hawä [es?] verdarb.“ Damit ist auch seine Bemerkung „Hier findet sich
die
einzige
Stelle, welche den Sündenfall des ersten Menschen vorauszusetzen scheint‘
unrichtig.
2)
Was DYAND der Frauen ist, ergibt sich aus dem Folgenden mit einiger Sicherheit.
Es
ist ein Mann, der den angehenden Ehegatten in die Geheimnisse der Ehe einweiht.
Aber
ich
kann das Wort DYDND nicht herleiten.
)
Lies NOIR RINT NIT 72. *) Leid. hat hier RIM.
5)
Als erstes Paar werden hier nicht Adam und Hawwä genannt, sondern Adakas, der
verborgene,
überweltliche, präexistente Adam, der oben als Vater Adams bezeichnet wird, und
wn
19}
un
118
Rechter Teil. 107. 24-108, 15
Die
Lichtwolke war da.
Als
[108] ihr die erste‘) Schwangerschaft ward,
wurden
Hibil und Anath-Haije geboren.
Als
ihr eine zweite Schwangerschaft ward,
5
wurden Anan-Nsab und Anhar-Ziwä geboren.
Geboren
wurden Anan-Nsab und Anhar-Ziwä,
dessen
Name”) den Welten angenehm ist:
Anan-Nsab-Ziwa-Sitil
und
Anhar-Ziwä-Hawwä, die von Hawwa geboren ward,
ıo
denen’) die Welten und Generationen „Bestand“ zurufen,
dessen
Name°) in den Welten Bestand hat.
Bei
der dritten Schwangerschaft
wurden
Bar-Haije und Dmüth-Haije geboren‘):
Bar-Ano$-Adam°),
der seinen Stamm festigt;
15
Dmüth-Haije, von der aus die Welt hervorgerufen wurde.
Hibil,
der Herr der Erde,
den
die Welten erblickten und sich vor ıhm fürchteten.
Sitil,
die treffliche Pflanzung,
der
Uthra, der die Vollendeten festigt.
20
Anos, der sanfte Uthra,
der
seinen Stamm festigt.
Adam,
der König der Uthras,
den
alle Welten verehren‘°).
Adam
richtete ich den Großen gleich
an
der Spitze des Baues auf.
Hawwa
machte ich der Lichtwolke gleich
zur
Herrin der ganzen Welt.
als
Stammutter der „Wolken“, womit von den Mandäcrn die Frauen im Allgemeinen
benannt
werden
(siehe Uthra, p. 539), die „Lichtwolke“. Hinter dem folgenden Halbvers ist eine
Lücke,
in der vielleicht Adam und Hawwä genannt waren. Auch das Folgende ist ab-
gerissen
und verworren. Doch können die aufgezählten Paare auch von Adakas und der
Licht-
wolke,
nicht von Adam und Hawwä hergeleitet sein. Vielleicht kam hier ursprünglich die
Vorstellung
zum Ausdruck, von der SIOUFFI, p. 1f., 62 spricht, dab es sowohl in der jen-
seitigen,
wie in der irdischen Welt erst2 Paare gab, deren Kinder sich miteinander ver-
mischten
und von denen aus beide Welten bevölkert wurden, siehe auch Brandt, Rel., p.
37. ”
3)
pnamn ist zu streichen. Es ist aus der folgenden Zeile hierher geraten.
®)
Soll wohl heißen „deren Namen“.
3)
Auch hier steht im Text der Singular.
*)
„Sohn des Lebens“. siehe Joh. II, p. 96°, und „Abbild des Lebens“, siehe Lit.,
p. 84°.
5)
Hier wird anscheinend Anös mit Adam, andererseits auch mit dem Leben identi-
fiziert.
6)
Ohne Zusammenhang mit dem Vorhergehenden werden die drei Uthras Hibil, Sitil
und
Anö$ genannt. Ganz unmotiviert ist auch die Nennung Adams am Ende. Die Pariser
Handschriften
haben alle DNTIN, ebenso Leid. Die Schreibung DNIN” scheint ein Versehen
PETERMANN’s
zu sein, so daß man nicht DNINT NNIIW DYAPNT lesen darf. Außerdem
steht
hier wohl ANINW DOYNPOT in demselben Sinne, wie einige Zeilen vorher.
108.
13-109. 5 Drittes Buch. 119
Als
ich ') Adam einsetzte,
setzte
ich über ihn drei Uthras eın.
Den
Uthras, die ich über Adam und Hawwä einsetzte,
trat
ich selber an die Spitze.
Ich
stellte mich hin und lehrte sie °)
wundersame
Hymnen.
Ich
lehrte sie Gebetsordnungen,
damit
sie die Massagthäs (nach Art) der Uthras vollziehen‘).
ich
lehrte sie Gebete,
damit
sie durch die Gebete an das Leben gefestigt werden. 10
lelı
sprach zu ihnen:
„Ihr
seid aufgerichtet und gefestigt
am
Orte, an dem die Guten gefestigt werden.
Zwischen
den Mänäs des Lichtes
sollt
ihr dort gefestigt werden“ ‘). 15
Ich
setzte mich hin und unterrichtete sie,
wie
ein Lehrer seine Schüler’).
Ich
sprach einen Segen über sie aus:
der
Segen der Guten ruhe auf ihnen.
Adam
und seine Kinder und sein Stamm 20
sollen
den Ort des Lichtes schauen.
in
[109]
Als Rühä sie sah,
rief
sie die Unholde.
Die
Unholde rief sie
und
erteilte ihnen einen nichtswürdigen hat).
Einen
nichtswürdigen Rat erteilte sie ihnen,
ungünstig
für den Ort des Lichtes.
Sie
spricht zu ihnen:
„Was
haben wir davon, daß wir im Hause‘) sind
und
in der Welt leuchten? 30
Was
haben wir davon, daß wir leuchten,
wo
wir keinen Anteil an ihr haben?
ı)
D. h. Mandä dHaije.
2)
Nach dem Folgenden sind es Adam und Hawwaä.
3)
Leid. hat YPDN). Die Massagtha, „der Aufstieg“, d.h. der Seele, ist die Kult-
handlung
und Liturgie, die beim Abscheiden der Seele geübt wird, vgl. Lit., p. 62#8.
#)
Dieses Gebet ist in erweiterter Form in die Tauf- wie in die Sterbeliturgie
ein-
gefügt,
siehe Lit., p. 45, XXIX; 95, LXV.
5)
Das Wort NORM, NONWN „Schüler“, besonders der angehende Priester, wovon
ich
Lit.. p. 6° spreche, ist babylonischer Herkunft, vgl. ZIMMERN, Akkadische
Fremd-
wörter,
p. 16.
6,
Leid. hat hier und im folgenden Vers den Plural NDUND NIC „nichtswürdige
Ratschläge“.
?)
Siehe oben, p. 15°.
ts
un
in
ty
wı
120
Rechter Teil. 109. 5—21
Wir
haben keinen Anteil an ihr,
und
das ganze Haus gehört nicht uns.
Auf!
Wir wollen dem Fremden') sagen,
daß
er uns einen Anteil an der Welt gewähre.
Wenn
er uns keinen Anteil gewährt,
werden
wir Streit gegen ihn erregen.
Wenn
er uns keinen Anteil gewährt’),
werden
wir sofort die Welt verlassen.
Wir
werden sofort die Welt verlassen,
wer
wird dann Glanz in ihr sein?
Glanz
wird wer in ihr sein
und
die Welt erleuchten?*
Als
Rüha und die Planeten so sprachen,
die
Kinder der nichtigen Wohnung,
wandte
ich mich und sprach
zu
den nichtswürdigen Unholden:
„Wenn
ihr wegziehen wollet, ziehet weg von dem Hause;
ich
will es dann allein erleuchten.
Ich
will dieses Haus erleuchten
und
es in bester Ordnung halten.“
Alle
Unholde erklärten sich gegen ihn
und
traten hin, um geheime Pläne zu schmieden.
Alle
sinnen auf Böses |
und
sprechen:
„Auf!
Wir wollen eine Feier’) veranstalten,
auf,
wir wollen ein Trinkgelage veranstalten.
Wir
wollen Mysterien der Liebe treiben
und
die ganze Welt verführen.
Wir
wollen Mysterien der Zauberei schaffen
und
unserer Welt‘) ein Ende bereiten.
Wirswollen
...2 °) stiften
und
den Ruf des Lebens beseitigen.
Y)
D.h. dem vom Jenseits herkommenden Manne, siehe oben, p. 5°. Hier ist es
Mandäa
dHaije.
®)
Leid. hat auch hier NND. Das folgende ”>y (auch Leid.) ist aus der vorher-
gehenden
Zeile hierher geraten.
»)
Dies ist wohl der Sinn von XD. Obwohl es nun der Bedeutung nach XY)D nahe-
steht,
scheinen mir die beiden Wörter nicht identisch zu sein. Vielmehr identifiziere
ich
NND
mit dem jüdischen DD, umsomehr als auch beim ND nach p. 123,4 NNNID ausgeteilt
werden,
d.h. ia)b@ Est. 9,19,22. Daß der Verfasser etwa das jüdische Purim im Auge
hatte
und
dieses als Feier der Bösen hinstellen wollte, ist unwahrscheinlich. Er hätte
dann den
Plural
mit übernommen, außerdem scheint NE N7D eine feste Verbindung zu sein.
*)
Man erwartet eher: ihrer Welt.
5)
Die Bedeutung von NMYWNIIND ist unsicher. An dieser Stelle könnte man an
109,
21—110. 14 Drittes Buch. 121
Den
Ruf des Lebens wollen wir beseitigen;
wer
wird rufen Beine ar
Streit
wollen wir im das Haus werfen,
der
in aller Ewigkeit nicht geschlichtet werde.
Streit
wollen wir in das Haus werfen
und
den Fremden töten.
Den
Fremden wollen wir töten
und
[110] seinen ganzen Stamm beseitigen.
Wir
wollen Adam zu unserem Anhang machen
und
sehen, wer ihm dann zum Befreier wird.“
Rühä
und die Planeten brachen dann auf
und
stiegen auf den Berg Karmel’).
[Auf
den Berg Karmel] stiegen sie
und
heckten Mysterien der Liebe aus.
Die
Unholde sitzen da und schmieden Pläne,
sie
greifen zu den Mysterien ihrer aller.
Sie
greifen zum Mysterium der Rüha;
sie
sitzen da und treiben Zauberei.
Sie
sitzen da, grübeln in ihrer Klugheit
und
sprechen:
„Auf!
Wir wollen eine Feier veranstalten
und
bei ihr Opfergaben darbringen ’).
Wir
wollen die zwölf Gestirne versammeln,
und
wir alle wollen geheime Dinge treiben.
Wir
alle wollen Eide leisten,
und
wir wollen die Mysterien der Liebe nicht verraten.
Wir
wollen das Mysterium der Liebe mit der Myrte begehen
und
alle Welt einiangen.
Wir
wollen das Mysterium der Liebe mit Wein begehen
und
in unserem Rausch die Welt einfangen.
Wir
wollen das Mysterium der Liebe mit Wasser‘) begehen
_
und alle Welt aufrühren.
Wir
wollen alle Welt aufrühren
und
sie einfangen
durch
das große Mysterium der Liebe,
daß
niemand etwas über uns erfahre.
wıman
„Aufruhr“ oder an RONNTIIRD „Zorn“ denken. Aber das Wort scheint identisch
zu
sein mit XMIND R 223,7, das dort zusammen mit „Blut“ und „Befleckung‘“ steht.
!)
In IND 92 steckt vielleicht NOW „unser Zeichen“.
2)
Die Kenntnis des Karmels, der auch sonst in den mandäischen Schriften genannt
wird,
ist wahrscheinlich aus der Geschichte des Elias und der Baalspriester zu den
Mandäern
gelangt,
vgl. Joh. II, p. 94%. .
®)
Das Wort NIUNI findet sich nur an dieser Stelle; es ist das babylonische
nindabu.
4)
Leid hat 02).
19?)
us
un
Io
25
30
3
40
122
Rechter
Teil. 110. 14—111, 10
Niemand
erfahre das Geheimnis unserer Eide,
und
wir wollen unsere Rede nicht bekannt geben.
Wir
wollen unsere Eide nicht bekannt geben
und
was wir alles in unserer Welt ersonnen haben.
Nein’),
wir wollen alle Mysterien nicht verraten,
und
wir wollen seine Partei in Verwirrung bringen,
die
Partei, die der Fremde gegründet,
damit
er keinen Anteil an der Welt habe. |
Er
habe keinen Anteil an der Welt,
das
ganze Haus gehöre vielmehr uns.
Es
gehöre ganz uns,
und
sonst sei niemand in dieser Welt.
Was
hat der Fremde nur im Hause getan, |
daß
er sich darin eine Partei gründen konnte?
Die
Herren des Hauses”) wissen nicht,
daß
das ganze Haus uns gehört.
Das
Haus gehört uns,
und
sie haben keinen Anteil daran.“
Sie
erhoben sich, verwirrten ihre Werke
und
taten an ihnen Mangel und Fehl.
Mangel
und Fehl taten sie an ihnen,
[111]
weil das Haus nicht?) ihr ist.
Das
Haus wurde nicht ihr
und
war nicht ihretwegen geschaffen.
In
das Haus, das die Uthras geschaffen,
haben
sie mich gesandt,
mich
und die Uthras‘), meine Brüder,
damit
ich komme und Gutes darin stifte.
Damit
ich Gutes darin stifte,
auf
daß die Guten es sehen und Gutes empfangen.
Die
Guten sollen es sehen und Gutes empfangen,
sie
sollen emporsteigen und den Lichtort schauen.
Die
Bösen sollen es sehen und sich schämen;
in
die Feueröfen sollen sie hinabsinken.
Sie
sollen in die geheizten Öfen hinabsinken,
in
den Ort, aus dem sie geschaffen wurden.
An
dem Orte, aus dem sie geschaffen wurden,
da
soll ihr Geist aufhören.
Da
soll aufhören ihr Geist,
weil
sie nichts Schönes getan haben.
1)
Leid. hat wie B NY.
®)
Die Uthras, die sich dafür halten, es ist hier also anders gebraucht als p.
106, 8.
3)
Leid. hat 1x. 4) Leid. hat nImy>.
111.
10-112, 4 Drittes Buch. 123
Da
sie nichts Schönes getan haben,
sollen
sie am Tage des Endes ein Ende nehmen.
Sie
erhoben sich, veranstalteten eine Feier
und
verteilten Portionen unter sich).
Portionen
verteilten sie unter sich,
sie,
die des Lichtortes unwürdig sind.
Sie
verdrehten das Gute,
was
der Herr der Welt geschaffen °ı.
Sie
verdrehten die rechten Mysterien,
was
der Erste’) geschaffen. 10
Sie
verdrehten die Reden der Wahrheit
und
hielten Reden der Lüge.
Reden
der Lüge hielten sie,
weil
sie des Lichtortes unwürdig sind.
Den
Kopf machten sie zum Schwanz, 15
den
Schwanz machten sie zum Kopfe.
Sie
verdrehten ihre Werke
und
taten Böses in der Welt.
Sie
brachten alle Früchte
und
taten an ihnen alles Böse. 20
Sie
brachten die Kräuter
und
taten an ihnen Mangel und Fehl.
Sie
brachten das lebende Wasser
und
gossen Trübung hinein.
Sie
brachten das Haupt des Stammes ‘)
und
übten an ihm das Mysterium der Liebe und der Lust.
durch
das alle Welten (Wesen) in Glut geraten.
Sie
übten an ihm Verführung,
durch
die alle Welten betört werden.
Sie
übten an ihm das Mysterium der Trunkenheit,
durch
das alle Welten trunken werden.
[112]
Sie gaben ihnen’) aus dem Kelch der Trunkenheit zu trinken,
damit
sie ihr Antlitz nach dem großen Süf-Meer richten.
Sie
brachten Gold und Silber,
sowie
die Perlen dieser Welt. 35
Sie
brachten Gold und Silber,
durch
das die Welten‘) trunken werden.
ist
IB}
wu
197)
(6)
t)
Siehe oben, p. 120°.
2)
Hier ist damit das gute höchste Wesen gemeint.
s)
Leid. hat NYNOTNDT mit Beziehung auf NM.
“)
Damit kann nur Adam gemeint sein. Zum Gebrauche von NIND vgl. Joh. II, p. 4*.
5)
Dies bezieht sich allgemein auf die Menschen oder die „Welten”.
©)
Leid. hat auch hier NDR apa") „alle Welten“.
194
Rechter Teil. 112, 4—23
Die
Welten werden dadurch trunken
und
richten ihr Antlitz nach dem Süf-Meer.
Sie
brachten Geld und Gut
und
taten damit alles Böse.
Der
Rühä teilten sie die Wollust zu,
die
die Welten sehen und in Glut geraten.
Nbü
teilten sie die (falsche) Weisheit zu
und
machten ihn zum Herrn der Liebe.
Sie
teilten ihm die Pauken und Flöten zu,
wodurch
alle Welten gefangen werden.
Kewän
teilten sie die Schlechtigkeit zu,
von
der Mangel und Fehl ausgehen.
Samis
(der Sonne) teilten sie die Lüge zu,
durch
die alle Welten betört werden‘).
Sin
(dem Monde) teilten sie den Mangel zu,
von
dem aller Mangel ausgegangen ist.
Bel
teilten sie das Mysterium des Wassers zu,
womit
er alle Welten aufrührt.
Er
rührt alle Welten auf
und
mischt das Gute mit dem Bösen.
Nerig
teilten sie die Waffe zu,
Krieg
in der Welt zu führen.
Sie
riefen die zwölf Gestirne
und
teilten ihnen den Tierkreis zu.
Sie
verteilten unter sie die einzelnen Häuser
und
warfen sie wieder in die Bosheit.
Wieder
warfen sie sie in die Bosheit:
Haß,
Eifersucht und Zwietracht.
Sie
verteilten die Tage und Monate,
sie
verteilten die Stunden und Sosse.
Die
Stunden und Sosse verteilten sie,
verteilten
die Minuten und Sekunden’).
Sie
verteilten die ganze Fehlerhaftigkeit,
verteilten
allen Mangel und Fehl.
Sie
verteilten unter sich die ganze Welt,
ohne
des Namens des Ersten) zu gedenken.
Sie
schlossen ihren Bund
und
wamenee.r... 2
t)
Lies WIRD. 2) Siehe oben, p. 106°.
»)
Hier hat auch Leid. so.
#)
Die beiden hier stehenden Worte sind entstellt. Auch NANIp CD ist verdächtig
trotz
Text 113,5. Leid. hat 8292. In MN ist vielleicht eine Form von %) „schwören
enthalten.
112,
23—113. 18 Drittes Buch.
Sie
bekräftigten ihre Eide,
ihrer
aller, die sich zur Lüge bekennen.
Sie
bekräftigten die Eide,
die
sie [113] auf dem Berge Karmel geschworen hatten.
Auf
der Feier, die die Sieben feierten,
sprachen
alle Äonen und Dämenen.
Es
sprachen darin die Pauken und Gesänge,
das
Haupt aller Zauberei,
das
Haupt des großen Einfangens,
womit
alle Welten eingefangen werden.
Es
sprachen darin die Hörner und Bilüre'),
das
Haupt aller Opferschlachtung,
das
Haupt aller Kämpfe,
womit
alle Welten eingefangen werden.
Es
sprach darin die Zither der Wollust,
durch
die sich die Wollust über sie verbreitete.
Sie
sprachen darin mit Tamburinen,
womit
alle Rühas sprechen.
Damit
sprechen alle Rühas
und
machen einen Fang in der Welt.
Sie
sprachen darin mit Hörnern,
sprachen
darin mit allen ......... äh
Sie
sprachen darin mit den Flöten °, der Lügnerin,
von
denen alle Lüge ausging.
Sie
sprachen darin mit starkem Getöse,
daß
ein Getöse in der Welt entstand.
Ein
Getöse entstand in der Welt,
daß
sie die ganze Welt erschütterten.
Sie
erschütterten die ganze Welt,
erschütterten
die Erde von Grund auf.
Sie
erschütterten den Amboß der Erde,
erschütterten
das ganze Firmament.
Das
ganze Firmament erschütterten sie
und
brachten überall Gefangenschaft hin.
Auf
ihren Schall und den Schall ihres Getöses
stieg
ein Mäna aus dem Meer empor‘).
Ein
Manä stieg aus dem Meer empor,
und
alle Reben und Bäume wurden gepflanzt’).
2,
Ein Musikinstrument. siehe Joh. II, p. 63.
2)
77 ist wohl aus dem Namen eines Instrumentes entstellt.
3)
Lies NIMION2-
#,
Hier scheint eine Reminiszenz an den Mythus von Ea-Oannes vorzuliegen.
8)
Leid. hat 232NY.
IV
St
35
126
vi
20
18}
u
10}
Vı
werden
öfter die beiden mit einander vertauscht. Es ist auch möglich, daß schon vorher
hie
und da mit dem Uthra Hibil gemeint ist, siehe z. B. p. 113, 14. Der Verfasser
sieht in
ihm
ein anderes Wesen als in dem vorher und weiterhin genannten Sohn Adams.
sich.“
Rechter
Teil. 113, 19-114. 13
Als
die Reben und Bäume gepflanzt wurden,
fiel
ihr Laut in Adams Ohr. |
Als
ihr Laut in Adams Ohr fiel,
wachte
Adam aus dem Schlafe auf.
Adam
wachte aus dem Schlafe auf
und
erhob sein Antlitz zum Orte des Lichtes.
Er
rief seine Helfer,
rief
die sanften, gefestigten Uthras.
Er
sprach zu Hibil-Uthra,
dem
Manne, der ihn seine Stimme hatte vernehmen lassen‘):
„Was
ist in dem Hause geschehen,
was
in dieser [il4] Welt?
Was
ıst in dem Hause geschehen,
daß
der Schall des Getöses bis zum Himmel emporsteigt?
Die
ganze Erde erbebte,
das
ganze Firmament wurde zermalmt?).
Das
Herz aller Welten wurde erfaßt
und
wich von seinem Platze.“
Als
Adam so sprach,
zog
sich ihm eine Träne im Auge zusammen’).
Als
Adam so sprach,
erglänzte
ich in meinem Gewande.
Ich
erglänzte in dem Gewande lebenden Feuers,
das
mein Vater mir verliehen.
Ich
erglänzte in dem reinen Gewande,
das
weit und endlos ist.
Ich
näherte mich Adam, faßte ihn an der Fläche seiner Rechten
und
ließ sein Herz wieder auf seiner Stütze ruhen.
Ich
beruhigte ıhn und erzählte ihm,
wie
die Sieben gehandelt.
Ferner
erzählte ich ihm, wie es an seiner Stelle geschehen war
und
wie sie ein Komplott schmieden.
Es
ist die Stimme der Planeten,
die
einen bösen Rat beratschlagten.
Einen
bösen Rat beratschlagten sie,
indem
sie sprachen: „Wir wollen Streit erregen.“
*)
Hier erscheint Hibil-Uthra als Erlöser an Stelle von Mandä dHaije. Auch sonst
2)
Ich vermute DNINENY, oder INDNDNY s. v. w. syrisch MANN. danach .streckte
2)
Siehe Jah. IL. p. 110. j
114.
13— 115.6 Drittes Buch. 197
Sie
sprachen: „Wir wollen Streit erregen‘,
sie
sprachen: „Wir wollen die Welt ...... Me
Sie
sprachen: „Wir wollen die Weit .....
und
in ihr Mangel und Fehl stiften.“
Ich
sprach zu ihm:
„Sei
ruhig und gefaßt, Adam,
und
habe keinen Kummer um sie.
Habe
keinen Kummer um die Planeten
und
um Namrus, die Mutter der Welt.
Ich
werde dir ein Schauspiel gewähren an deinen Verfolgern
und
deine Verfolger erniedrigen.
Beruhige
Hawwaä, dein Weib,
und
nicht sei an dir Mangel und Fehl.“
Nachdem
ich so zu Adam gesprochen,
sprach
ich auch zu allen seinen Söhnen.
Hibil
freut sich seines Glanzes,
und
Sitil ruft laut?) nach seinem Helfer.
Sitil
ob seines Glanzes
und
Ano& ob der Rede, die seine Brüder, die Uthras, ihn hatten
freuen
sich, hüpfen und frohlocken, [vernehmen lassen, ,
und
sie kümmern sich nicht um alle Welt.
Ais
Adam gegessen und sich gütlich getan,
rief
er sein Weib Hawwä und flößte ihr Hoffnung ein’),
im
Vertrauen darauf, daß Hibil-Uthra
sich
an seinem Platze eingehüllt und hingelegt hatte‘).
[115]
Doch einem von Adams Söhnen
kam
Mangel in den Sinn.
Ihm
kam Mangel in den Sinn,
Schlaf
kam nicht über seine Augen.
In
seinem Herzen bebte es,
und
sein Körper stand da und zitterte.
Er
faßte böse Pläne
und
verließ seinen Vater Adam.
Er
verließ seine Mutter Hawwä,
verließ
seine Brüder, als sie schliefen.
Er
verließ alle seine Brüder
End
stieg ..... ’) an der Wand empor.
')
Siehe oben, p. 105°. 2, Leid. hat Fbnapn.
3)
ANDDN ist hier wohl in diesem Sinne aufzufassen. Die gewöhnliche Bedeutung von
SNDDN
ist „unterrichten.“ Es ist wohl eine Umschreibung für „Begatten“.
#)
Siehe oben, p. 126’. Der Vers scheint mir zum Vorhergehenden zu gehören. doch
ist
eine Verbindung mit dem Folgenden nicht ausgeschlossen.
5)
Die Bedeutung von NYPN ist unsicher. „Burgen“ heißt es hier natürlich nicht.
[97
wi
30
[9%
wı
15
Rechter
Teil. 115. 6—23
sn
an der Wand stieg er empor
und
begab sich in ihre Versammlung‘).
Als
Rühä ıhn erblickte,
lachte
sie, freute sich und war wohlgemut.
Rühä
freute sich und war wohlgemut,
und
es freuten sich alle Planeten.
Rüha
holte Feuer,
und
Sami$ holte Weihrauch.
Rüha
kniete in Verehrung nieder,
sie
streckte ihren Körper hin und pries ihn.
Rüha
warf Weihrauch (ins Feuer)),
und
Sami$ verneigte sich vor ilım.
Bel
nahm prahlerisch Myrten
und
ging ihm entgegen.
Sie
treten hin, segnen ihn und sprechen zu ihm:
„Unser
Segen komme über dich?).“
Kewän
[segnete ihn] in seinem Innern,
er
steckte ihm Weinblüten in die Hand.
Er
reichte ihm einen Kranz in die Hand,
verneigte
sich, koste und küßte ıhn.
Sin
segnete ihn im Herzen,
und
Rühä segnete ihn mit ihrem Gaumen‘).
Sie
segnete ihn mit Bilüren
und
führte ihn unter Lockreden in die Versammlung ein.
Als
die Planeten ihn umgaben,
warf
er die Hände an sein Gewand.
An
sein Gewand warf er die Hände
und
schüttelte sein Gewand.
Er
spie und warf Galle aus,
er
schüttelte sein ..... 3)
Er
gedachte der Uthras, seiner Brüder,
gedachte
der Rede, die die Uthras, seine Brüder, ihn hatten
Lange
gedachte er der Rede der Uthras, [hören lassen.
bis
sie ıhn an ihre Spitze setzten,
bis
sie ihn setzten an ihre Spitze
und
bis sie ihm den Becher in die Hand gaben,
1)
Oder in ihre Kirche. ®) Siehe Lit.. p. 64, 14; 116, 11.
%)
Dieser Vers gehört wohl hinter die folgenden drei.
%,
Das steht da, aber vielleicht ist IN72 „in ihrem Busen" zu lesen.“
5)
Das Wort N3PWYP bezeichnet vielleicht auch ein Gewand; es findet sich nur an
dieser
Stelle. NÖLDERE verweist Gram. p. 128, 6 auf talm. 83777, das keinen hier
passen-
den
Sinn bietet.
Lidzbarski,
Ginza.
115,
23—116,14 Drittes Buch.
bis
sie ihm den Becher zu trinken gaben,
bis
sie es zum zweiten und zum dritten Male taten.
Als
sie es zum zweiten und dritten Male taten,
geriet
sein Herz in Zwiespalt.
[In
Zwiespalt geriet sein Herz],
und
sein Körper verlangte von ihm nach Tanz.
Als
Adam, der Sohn Adams, dies tat,
123
[116]
wischten die Uthras seinen Namen aus dem Blatte aus’).
Als
er in die Trunkenheit der Planeten geriet,
sprang
er auf und tanzte in der Trunkenheit.
Als
er nachließ und sich hingesetzt hatte,
stand
er auf und wollte an seinen Ort zurückkehren.
Io
Da
nahm Ruha die Gestalt der Hawwä, seiner Gattin, die seine
[Schwester
ist”), an
und
trat an ihn an der Hälfte des Weges heran’).
Sie
richtete ein Bett‘) des Truges her,
schuf
eine Stätte des Frevels.
Sie
warf die Zeiten durcheinander,
sie
stand auf und faßte ihn an der Hand.
Als
sie ihn an der Hand faßte?),
begehrte
es ihn nach Hurerei:
sie
mit dem Munde anzusprechen,
sie
mit dem Körper zu umfangen.
In
der Wollust, die seinen Sinn erfaßt hatte,
sprach
er zu Rüha folgendermaßen:
„Da
du meine Schwester Hawwä bist,
wo
deine Kleider weiß sind,
warum
kleidest du dich in einen Rock
von
verschiedener Farbe und Art?
Deine
Statur ist (wie) eine hohe Zeder,
warum
wäschest du dich mit Wasser?‘)
Deine
Schenkel sind Reben aus Äther,
warum
legst du Gold an?
Deine
Fittiche (Arme) sind Hüllen’) aus Äther,
warum
legst du Silber an?
1)
Siehe Joh. II, p. 104n.
td
wur
103)
[e)
®,
Die Worte ÄNNRTR 777, durch die der Vers zu lang wird, sind wohl nur eine
Glosse.
3) Leid. hat NIONDS statt NND Fans
#)
Ich vermute NND statt NYVD, vgl. R 147, 23; 148, 61.
5)
Leid. hat Ann)> M7y2 72.
6)
Das Waschen ist sonst geboten, siehe Joh. II, p. 99, 18 hier ist nur das
Waschen im
Dienste
der Putzsucht gemeint, siehe weiterhin.
”)
Dies paßt nicht: vielleicht NYNIND „Stengel, Stämme“.
20
35
40
130
Rechter
Teil. 116, 14—117, 8
Dein
Haupt ist eine Lichtwolke,
warum
wäschest du dich und kämmest du dich?
Deine
Augen sind Glanzaugen,
warum
häufst du Schminke daran?“
"Darauf
erwiderte sie und sprach zum Lügenpropheten,
zum
Mangelhaften voll Mangel und Fehl:
„Schweige
still, Adam!
Wenn
es keine Ungradheit gäbe,
gäbe
es keine Ungradheit,
so
hätten wir nur eine Natur.
Wir
hätten nur eine Natur
und
als einen Mana hätte man uns beide geschaffen.
Jetzt,
wo es Ungradheit gibt,
haben
sie dich zum Manne und mich zum Weibe gemacht.
Sie
haben mich zum Weibe gemacht,
brachten
mich und stellten mich vor dich.
Sie
sagten mir, daß du in Liebe zu mir entbrennen
und
wir mit dir etwas machen sollen.
Daß
wir mit dir etwas machen sollen
und
daß von uns‘) die Welt erweckt werden soll.“
Als
er sie anfaßte und küßte
und
mit ıhr etwas machen wollte,
erschien
ich ihm in einer Wolke des Glanzes
und
ließ ihn [117] einen wundersamen Ruf vernehmen.
Einen
wundersamen Ruf ließ ich ihn vernehmen
und
warf sein Herz von der Stütze herunter.
Ich
ließ die Zauberkünste der Rüha zerrinnen
und
zeigte ihm, daß sie nıcht Hawwä war.
Ich
zeigte ihm, daß sie nicht Hawwa war,
er
sah sich an und schämte sich vor sich selber.
|Er
schämte sich], und [sein Inneres]?’) fühlte sich beschämt,
und
er fühlte sich schuldig.
Schuldig
fühlte er sich,
weil
jegliche häßliche Art an ihm war.
Ich
reichte ihm nicht Kusta,
weil
er vom Rufe des Lebens abgewichen war.
Er
war vom Rufe des Lebens abgewichen
und
von dem, was das Leben ihm befohlen.
Er
hatte die Gesellschaft der Uthras, seiner Brüder, verlassen,
er
ging hin und liebte die Gesellschaft der Planeten.
*)
Leid. hat IND.
2)
Vor ANAMNINYN ist wohl NYN72. dahinter TWHONI ausgefallen.
1)
Die Versammlung ist auf dem Berge Karmel. ?) D. h. deinen Frauen.
117,
9118, 6 Drittes Buch.
Er
hatte die Gesellschaft seiner Gattin Hawwä verlassen,
er
ging hin und fiel in das lodernde Feuer.
Er
sah den Feuerofen:
wer
ıhn ansieht, stirbt,
wer
ihn umfaßt, verbrennt sich.
Wer
sich auszieht und bei ihr schläft,
fällt
in den Weltuntergang.
In
den Weltuntergang fällt er,
und
seine Augen schauen nicht das Licht.
Ich
nahm Körpergestalt an,
ging
hin und stieg zu ihrer Versammlung hinauf’).
Sie
alle, als sie mich erblickten,
stürzten
hin und fielen auf ihr Antlitz.
Sie
stürzten hin und fielen auf ihr Antlitz,
dann
standen sie auf und unterwarfen sich mir.
Sie
unterwarfen sich, segneten mich und sprachen:
„Sei
du unser Haupt und das Haupt unserer ganzen Welt.
Du
sei unser Haupt,
und
wir wollen dein Gefolge sein.
Der
Rühä in ihrer Herrlichkeit
weise
einen Platz unter den Frauen’) an.
Unter
den Frauen weise ihr einen Platz an,
und
du sei unser Haupt in dieser Welt.“
Als
die Planeten so zu mir sprachen,
die
Verführer dieser Welt,
als
die Planeten so zu mir sprachen,
trotzte
ich ihnen und lachte sie alle aus.
Ich
sprach zu den Sieben,
die
sich selber verdammt hatten:
„Wenn
[118] ihr wollet, daß ich euer Haupt seı,
wenn
ihr wollet, daß ich Rühä unter den Frauen einen Platz
dann
auf, zerreißet eure Festgemeinschaft, [anweise,
auf,
verlasset eure Versammlung.
Teilet
mir eure Geheimnisse mit,
enthüllet
mir alle eure Reden.“
Als
ich unter ihnen saß,
nahm
ich ihnen ihre Geheimnisse weg
und
erglänzte in meinem Gewande.
Ich
erglänzte in meinem reinen Gewande,
das
weit und‘endlos ist.
9*+
131
25
30
35
40
Io
25
50
132
Rechter
Teil. 118, 6—21
Ich
enthüllte ihre Geheimnisse
und
strafte ihre Rede Lügen.
Ihre
Rede strafte ich Lügen,
strafte
Lügen ihre Eide, die sie auf dem Berge Karmel ge-
[schworen
hatten.
Ich
warf Rühä von ihrem Throne herunter
und
legte ihr einen Kameelzaum an’).
Ich
warf sie hin, schlug sie mit meiner Keule
und
schlug ihr einen Spalt in den Kopf.
Ich
umstriekte sie mit ihren Locken
und
band sie am Herzen des Himmels fest?).
Sami$
packte ich an den geheimen Dingen’)
und
machte ihn einem Weibe gleich.
Ich
machte Jörabbä‘) einem Weibe gleich,
weil
er bei Rühäa geschlafen hatte.
Sin
schlug ich mit der Peitsche,
zog
ihm sein Gewand aus und nahm es weg.
Ich
nahm ihm sein Gewand weg
und
ließ ihn in nichtigem Gewande zurück.
Ich
ließ ihn im Gewande verzehrenden Feuers zurück,
denn
Zorn war über ihm.
Über
ihm war Zorn,
und
er saß in Aussatz’) an seiner Stätte.
Dieter
°) des Nbü zerbrach ich
und
zerbrach in seiner Hand ....... 5
Ich
deckte seine Blöße auf
und
zeigte seine Scham‘) in der Welt.
Ich
beschwor den ...... );
daß
sein Bild nicht in der Welt gesehen werde.
Ich
packte den bösen Stern'"),
ich
stürzte ihn hin und warf ihn von seinem Throne herunter.
ı
)
Leid. hat NNDONN.
2)
Anscheinend eine Anspielung auf eine übliche Tortur, siehe weiterhin, p. 137,
6.
)
)
w
D.
h. an seinen Geschlechtsteilen.
*,
Der mit Samis identifiziert wird, siehe Joh. II, p. 182.
5)
Die Lesung NII2 ist richtig, nicht N%2%32 C „im Norden“. Über den Mond als
Aussätzigen
(wegen seiner Farbe und seiner Flecken) siehe Joh. II, p. 183°.
®)
Das Wort scheint ein Musikinstrument zu bedeuten. vgl. Nöld., p. 151, 18 und
Bin
p. 2218
?)
Auch die Bedeutung dieses Wortes, das nur an dieser Stelle vorkommt, ist
unsicher.
Es
ist schwerlich s. v. a. 827977 „Beil“.
°)
Zu NANNY im Sinne „Blöße‘“ siene R 242, 10. Leid. hat ANINI TANMN,, siehe
zu
NNIW LEVY, Neuhebr. Wörterb. IV, p. 354 b.
9)
Siehe Joh. II, p. 1088.
+
10), Man beachte, daß 02932 in der jüdischen Literatur schlechthim den Merkur
bezeichnet.
118,
22—119, 12 Drittes Buch. 133
Ich
zerbrach ihm das Rückgrat
und
machte ihn zum Gegenstande der Verachtung’) in der Welt.
Ich
zerbrach ihn, streckte ihn aus
und
setzte ihn in die Verborgenheit.
Ich
warf den bösen Stern hin’),
damit
kein Zorn in der Welt sei. —
[119]
Bel schlug ich mit der Peitsche
und
nahm ihm die Krone vom Haupte.
Die
Krone nahm ich ihm vom Haupte
und
brachte ihm ein Gebrechen in den Körper. —
Nerig
schlug ich mit der Keule
und
zerstückelte seine Glieder’).
Seine
Glieder zerstückelte ich
und
gab sie seinen Pfaffen.
Ich
gab sie seinen Pfaffen und Verehrern,
damit
sie in der Wüstenei in der Welt umherziehen‘).
Damit
sie in der Welt in der Wüstenei umherziehen’)
und
ihre Torheiten in der Welt zeigen.
Ich
verfuhr gegen die Planeten,
die
sich über den Stamm des Lebens überheben,
ich
verfuhr gegen die Planeten,
daß
ich Raub°) unter sie warf.
Raub
warf ich unter sie
und
zeigte ihre Torheiten‘) in der Welt.
Was
ich an den Planeten tat,
werden
sie an ihren Pfaffen und Verehrern tun,
damit
sie aus der Welt verschwinden.
Als
ich zu Adam kam,
sprach
ich zu ihm: „Ich gewährte dir ein Schauspiel an deinen
[Verfolgern.
An
deinen Verfolgern gewährte ich dir ein Schauspiel,
an
der bösen Sippe, daß sie hingemordet wurden.
2)
Ich vermute XV, das unter Einfluß des an dieser Stelle wiederholt vorkom-
menden
SNNYYYW abgeändert wurde.
3)
Shin scheint mir nach dem Vorhergehenden besser zu passen als Fanny Leid.
und
die anderen auf %" .schwören“ hinweisenden Varianten.
9)
NY ist hier wohl in diesem Sinne aufzufassen, wie das jüdische NYIN, denn im
Folgenden
wird auf den Reliquienkult angespielt. „Fittich‘“ oder ‚Arm‘ paßt schlecht.
4)
Lies YMDWT, siehe weiterhin, p. 137, 15.
5)
Leid. hat YIMDYI RNY2.
6
snn2 kann nur „Raub‘ heißen. Man erwartet jedoch nicht dies, sondern „Ver-
achtung‘“‘
od. ähnl. Aber im Aramäischen findet sich nicht 873 für ND2. Das Nomen hierzu
ist
im Mandäischen N30°D)2, und eine Abänderung dieses Wortes zu NND ist schwer an-
zunehmen.
Eine Verbindung mit 73 118, 2 (Text) führt zu nichts.
?,
Oder „Blöße“, siehe p. 132, 26.
Di
15
20
25
39
35
40
134
Rechter
Teil. 119, 12—120, 9
Alle
ihre Pfaffen und Verehrer
sollen
dir Sklaven sein.
Sklaven
sollen sie sein
und
dir in jeder Hinsicht gehorchen.
Nachsicht
werde nicht allen Planeten zuteil,
noch
den Männern, die sie verehren.
Denn
ein jeder, der ihre Werke übt,
ist
des Lichtortes unwürdig.
Wenn
ich zum Hause des Lebens gehe,
werde
ich die Welt in trefflicher Weise herrichten und ordnen.
Ich
werde die Wurzel des Lebens in die Höhe bringen
und
seinen Stamm in trefflicher Weise emporrichten.
Als
die Sieben den Tierkreis verteilten,
wurde
der Welt der Tod als Strafe auferlegt.
Der
Tod wurde der Welt als Strafe auferlegt,
doch
die Seelen‘) der wahrhaften und gläubigen Männer,
sowie
der vollkommenen Frauen
werden
emporsteigen und den Lichtort schauen.
Hingegen
werden die Seelen der Planeten
in
ihren Wachthäusern gefesselt werden.
Sie
werden in ihren Wachthäusern gefesselt werden,
bis
ihr Geist aufhört.
Bis
aufhört ihr Geist
[120]
und sie sterben und erlöschen, als ob sie nie dagewesen.“
Die
Pforten’), die Rühä geschaffen hat,
die
Verführerin zur Lüge,
die
Pforten, die Rühä geschaffen,
werden
alle durch das Schwert hingerafft werden.
Die
Pforten, die Rühä geschaffen,
sitzen
täglich fastend da.
Täglich
sitzen sie fastend,
täglich
sitzen sie trauernd da.
Sie
sitzen täglich trauernd da,
bis
ihr Geist aufhört.
Wenn
ihr Maß voll ist,
werden
sie ihr Antlitz nach dem Orte der Finsternis richten.
Die
Pforten, die Christus geschaffen hat,
bezichtigen
sich alle gegenseitig der Lüge.
Sie
alle bezichtigen sich gegenseitig der Lüge
und
stehen nicht in einer Rede da.
1)
Lies NANOWN oder NANDWN.
?®)
Die Religionsparteien, siehe p. 20°.
120,
9—121, 2 Drittes Buch. ib
SS
w
Nicht
stehen sie in einer Rede da,
weil
sie aus der Schöpfung der Lüge hervorgegangen sind.
Er
verdreht die Reden,
was
der Erste’) geschaffen.
Er
verdreht die Reden
und
bringt Torheit in die Welt.
Die
Torheit, die Christus schafft,
wird
ganz am Tage des Endes ein Ende nehmen.
Aus
der Pforte, die Samis geschaffen,
den
alle Welt Adoönai nennt,
aus
der Pforte, die Adonai geschaffen,
ist
das ganze Volk Haus Israel hervorgegangen.
Aus
dem Volke Haus Israel,
die
einander mit der Hand schlugen’),
die
mit der Hand einander schlugen,
die
tun, was man nicht soll’);
was
man nicht soll, tun sie,
daher
sollen sie am Tage des Endes ein Ende nehmen.
Aus
dem Volke der Juden
sind
alle Pforten hervorgegangen.
Hervorgegangen
ist das Volk der Jazugqäer‘),
die
Verächtlichen, die das Feuer verehren,
die
Verächtlichen, die verehren das Feuer,
die
aus dem Abbilde des Gewandes Christi hervorgegangen sind.
Die
Jazugäer werden ein Ende nehmen,
ein
Ende nehmen, die auf ihren Ruf hören.
Aus
der Pforte, die Agzel schuf,
den
alle Welt Sin nennt,
Sin
nennt ihn alle Welt,
[121]
weil seine Gestalt allerorten häßlich?) ist,
aus
der Pforte, die Sin schuf,
sind
alle Schmerzen und Plagen hervorgegangen.
!)
D und Leid. haben NYRHTNDT siehe p. 123, 10.
2)
Die sich gegenseitig bekämpften. ») Ein Anakoluth.
4)
Nach dem Folgenden und R 223, 23ff. scheint es eine persische Sekte mit christ-
lichem
Einschlage zu sein. Die Schreibung X’XPYN) läßt eine Form jazögaja und
jazzügaja
zu.
Bemerkenswert ist die Gleichartigkeit der Form mit Nalwpeios wie mit
Zaddoukatos, und
vielleicht
ist sie durch diese Formen beeinflußt. Daß der Name irgend etwas mit
"legaı, dem
Namen
des Bruders des Elxai, zu tun habe (Brandt, Rel., p. 127; Zichasai, p. 130),
glaube
ich
nicht. Nach ANDREAS ist das Wort persisch und zurückzuführen auf den Nominativ
yazva
eines altiranischen Stammes yazvan „Verehrer“ nebst mitteliranischem k-Suffix.
5),
Im Mandäischen ein W ortspiel.
Io
15
Ur
20
ty
ur
136
Rechter Teil. 121, 2—17
Sie
sitzen über Zauber- und Hexenspuk,
sie
verdrehen die Herzen,
sie
bringen die Menschen in der Welt zu Falle.
Ein
jeder, der auf ihre Rede hört,
fällt
in den Weltuntergang.
Die
Pforte, die Koöwän schuf,
fürchten
die Tage und Stunden‘).
Die
Tage fürchten sie und die Stunden
und
sitzen täglich fastend da.
Täglich
sitzen sie fastend da
und
bringen Lügenpropheten hervor.
Sie
wurden Faster und Fasterinnen,
die
über Lüge sitzen.
Sie
sitzen über Lüge
und
bringen (falsche) Weisheit aus ihrem Verstande hervor.
Sie
und die Unverehelichten und Heiligen?) insgesamt
werden
am Tage des Endes ein Ende nehmen.
Ein
jeder, der auf ihre Rede hört,
wird
den Lichtort nicht schauen.
Aus
der Pforte, die Angel schuf,
den
alle Welt Bel nennt,
aus
der Pforte, die Bel schuf,
sind
alle Vögte und ...... *) hervorgegangen.
Aus
ihr sind die Vögte und....... hervorgegangen,
die
über den Zorn in der Tibil eingesetzt sind.
Täglich,
alltäglich
sitzen
sie auf dem Throne der Empörung.
*)
D. h. ihre Konstellationen. Man hat 5777 hier nicht im Sinne von „verehren‘“
auf-
zufassen.
?)
Die Mandäer gebrauchen das Wort NUN? nicht für ihre eigenen Religiosen, son-
dern
verwenden es nur ironisch für die christlichen „Heiligen“, siehe auch oben, p.
50, 2.
?)
Die Worte SIND und NTINTUNR)IN bezeichnen Machthaber, deren näherer Cha-
rakter
unsicher ist. ZIMMERN bemerkt zu den beiden Wörtern: Vgl. dazu event. den rad,
in
der Hammurabi-Zeit etwa „Gefolgsmann“, später aber anscheinend auch Bezeichnung
für
einen
höheren Grad, etwa „Offizier“. Siehe alles Nähere darüber bei A. WALTHER, Das
altbabylonische
Gerichtswesen, 1917 (Lpz. Sem. Stud. VI 4/6), S. 173#f., insbesondere da-
selbst
Anm. 3 auf $. 173. WALTHER verweist daselbst auch bereits auf die Stelle bei
THURBAU-DANGIN,
Huitieme Campagne de Sargon, Paris 1912, S. 8/9, Z. 33, wo un-
mittelbar
neben einander genannt werden Sakkanakki u rede muma’iruüt mäti-zu „les pre-
fets
et officiers qui administrent son pays.“ Ähnlich auch ibid., S. 56/57, Z. 367
(amel) 3üt-
rese-ja
u (amel) redi-ja „mes fonctionnaires (eig. meine DYO"D) et mes officiers.“
Man
könnte
auf den Gedanken kommen, das RUND, falls es nicht etwa anders befriedigend
zu
erklären ist [cfr. Nöld. MG. 76 zu NORBERG’s Zusammenstellung mit „D], als eine
ent-
stellte
Entlehnung aus Sakanakku zu betrachten.
Hiç yorum yok:
Yorum Gönder