[40]
Dein Glanz komme vor dir her,
und
dein Licht sei hinter dir gefestigt.
Dein
Thron sei aufgerichtet, wie er aufgerichtet war,
und
die Sieben werden ohne Wohl sein.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
Zweites
Stück.
Ein
Mäna bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
hat mich in Geheimnisse und Winke geworfen?
In
Geheimnisse und Winke hat wer mich geworfen,
wer
mich in Mangel und Fehl gegossen ')?
In
Mangelhaftigkeit und Fehlerhaftigkeit hat wer mich gegossen,
wer
das Bild der ....... °) mir gezeigt?
Wer
hat mich auf der Erde der Zerstörung wohnen lassen °),
auf
der alle Berge bald zerstört werden?
Alle
hochstehenden Recken, die auf ihr sind, werden vernichtet werden,
ihre
Kraft unter ihnen abgeschnitten werden.
Wie
der Mänä dasteht und nachdenkt,
kommt
der Mann, sein Helfer.
Sein
großer Helfer kommt,
der
ihn versorgt, der ihn wohl versorgt hat:
„Nach
dem Hause, in dem du wohnest,
warum
fragest du?
Du
wußtest nicht, Mäna,
daß
es so geschieht, wie du sagtest‘)?
Wir
fügen uns’) im Verborgenen,
daß
du sie rasch verlassest.
Rasch
wirst du sie verlassen
und
zu uns emporsteigen.
ı)
TWN „gießen“ wird durch Text 39,5 gestützt. Besser würde freilich INTY „hat
mich
gestürzt“ passen, vgl. das vorhergehende IX und D.
?)
Wiederum ist der Sinn von ND dunkel. siehe p. 259. „Matte“ oder „Feier“ paßt
auch
hier nicht.
®)
Hier ist wohl INIVN zu lesen nach INTTYON Leid.
*)
Doch wohl als Frage aufzufassen.
°)
Eigentlich „wir unterwerfen uns“, doch hat ursprünglich vielleicht ein anderes
Wort
dagestanden.
40,
18—41, 10 Zweites Buch. Drittes Stück. 457
Zu
uns sollst du emporsteigen
und
in unserer Skinä weilen.“
Als
der Helfer so zum Manä sprach,
schloß
er ab und beruhigte sich.
Der
Mäna schloß ab und beruhigte sich
und
fragte nicht mehr nach den Vergänglichen.
Nicht
fragte er mehr nach den Vergänglichen,
die
das hinfällige Haus gebaut haben.
Er
geduldete sich eine kurze Weile und wohnte darin '),
doch
bald flog er enipor und gelangte an seinen Ort. 10
Bald
gelangte er an seinen Ort,
die
Stätte, aus der er geschaffen worden war,
die
Stätte, aus der er geschaffen worden war
und
in der seine Gestalt aufgeleuchtet war.
Der
Mänä freut sich in seinem Herzen 15
[41]
und klärt sich in seinem Rumpfe auf:
„Wie
wundersam ist, was du mir sagtest, Vater A),
wie
wundersam, was das große (Leben) mir aufgegeben.
Gehet,
gehet, ihr Planeten,
gehet,
werdet ein Anteil eurer Häuser. ee
Gehet,
werdet ein Anteil eurer Häuser,
und
eure Häuser mögen ein Anteil von euch werden.
Ich
und die Wurzel’) meines Vaters steigen empor,
das
Haus wird um euch verlassen.“ —
Und
gepriesen sei das Leben. 25
vı
Drittes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
hat mich in das Leid der Welt‘) geworfen? 30
In
das Leid der Welt‘) hat wer mich geworfen,
wer
mich in die böse Finsternis versetzt?
!)
In diesem Buche stehen häufig SNSD und IN7 zusammen. Die ursprüngliche Ver-
bindung
ist 977) bp „ertragen und dulden“, und so steht sie auch L 79, 20 (Lit., p.
158,1),
aber
daraus wurde mißverständlich 7) b9D „ertragen und wohnen (in ....)“ gemacht.
2)
BCD (auch Leid.) BOIRDNT. danach .‚was mein Vater mir sagte“.
®)
Leid. hat NY.
4)
Leid. hat SOON „der Welten“.
35
40
458
Linker
Teil. 41, 10-42, 7
Wer
versetzte mich in die böse Finsternis,
wer
zeigte mir das lodernde Feuer?
Wer
zeigte mir das Feuer,
und
wer warf mich in das trübe Wasser,
aus
dem die Verderber gebildet werden.
Daraus
werden die Verderber gebildet,
und
daher werden sie trübe.
Vielleicht
werde ich zurückgehalten
und
trübt sich meine Gestalt gleich ihrer Gestalt.
Vielleicht
trübt sich meine Gestalt
und
verliert sich meine Rede weg von meinen Eltern.
Wie
der Mäna dasteht und sich aufzuklären sucht,
kommt
der Mann, sein Helfer.
„Nicht
bist du ein Anteil des Leids, daß du darüber grübelst,
nicht
bist du ein Anteil der Finsternis, die dir ein Ende mache.
Nicht
bist du ein Anteil des Feuers,
daß
du das lodernde Feuer schauest.
Nicht
bist du ein Anteil der Trübung,
daß
deine Gestalt gleich ihnen trübe werde.
Du
bist ein Anteil der Helligkeit,
die
ohne Trübung ist.
Du
bist ein Anteil der Lichterde,
an
der keine Finsternis ist, die dir ein Ende mache.
Du
'wirst gewinnen, Mana,
und
deine eigene Gestalt wird dich erleuchten.
Dein
Sinn wird dich fest stützen,
und
dein Herz wird dir ein Helfer und Baumeister sein,
Halte
aus in der Welt und wohne in ihr,
bis
wir nach dir verlangen.
[42]
Wenn wir nach dir verlangen,
werden
wir uns hierher begeben und zu dir kommen.
Wir
werden uns hierher begeben und zu dir kommen,
dann
werden wir dich herausholen‘) und zu deinem Schatzhaus
[emporheben.“
Wie
sein Vater den Mänä stützte,
sprach
er und sang wundersame Hymnen.
Er
sprach und sang wundersame Hymnen
und
suchte sich in seinem Sinne über die vergänglichen Dinge
„Warum
trage ich nicht vor, [aufzuhellen.
wo
die Kraft meines Vaters mich in hohem Maße stützte?
Gar
lange hielt ich es aus und wohnte in der Welt,
gar
lange wohnte ich unter den Werken meiner Hände.
!)
Leid. hat PORN.
42,
7-43, | Zweites Buch. Viertes Stück. 459
Gar
lange wohnte ich in ihr,
bis
meine Zahl voll wurde.
Wo
meine Zahl voll ist,
gedachte
mein Sinn meines Heimatshauses.
Ich
dachte an das erste Tannä'),
aus
dem alle Uthras geschaffen wurden.
Mein
großer Helfer kam zu mir,
der
Mann, der mich in hohem Maße stützte,
der
Mann, dessen Kraft mit mir weilte
und
[mein Herz?] in der Welt beruhigte.
Er
faßte mich mit seiner Rechten,
hob
mich zu meinem Schatzhaus empor und verbarg mich da.
Als
ich mein Schatzhaus erblickte,
vergaß
ich die nichtigen Wohnungen.
[ch
sprach mit der Rede [der Uthras?]°) und leuchtete auf,
und
meine Stirnlocken wurden mir durch seinen Segen auf denı
[Haupte
gedreht.“ —
\
Gesegnet sei das große Lieben, das Leben ist siegreich.
Viertes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens.
Wer
holte mich aus meinem Schatzhaus heraus?
Aus
meinem Schatzhaus holte wer mich heraus,
wer
warf mich in das Haus des Vierten’)?
Wer
warf mich in des Vierten Haus,
daß
die Bösen auf mich zürnen?
Die
Bösen zürnen auf mich
und
sinnen täglich auf Böses gegen mich.
Sie
sinnen gegen mich in (bösem) Sinnen
und
sprechen:
„Wir
wollen ihn bei uns abschneiden, wir wollen ihn bei uns zurück-
und
von seinem Herkunftsorte absperren. [lassen
Wir
wollen ihn absperren [43] von seinem Herkunftsorte,
und
er werde ein Anteil von uns.“
!)
Siehe oben, p. 151°.
2)
Hinter XNWI ist ein Wort ausgefallen; vielleicht ist NMYT zu ergänzen, vgl.
Text
43, 7£.
»
D. h. Ptahils.
wi
460
Io
20
25
30
Linker
Teil. 43, ee
Der
Mäna sinnt nach und spricht:
„Vielleicht
schneiden sie mich vom Herkunftsorte meines Vaters
Wie
der Mänä dasteht und nachdenkt, [ab.“
kommt
der Mann, sein Helfer.
Sein
großer Helfer kommt,
der
ihn hierher gebracht hat:
„Mäna!
Grüble nicht und verzehre dieh nich!
und
betrübe dich nicht um die Vergänglichen.
Die
schandbaren Vergänglichen vermögen nicht
dich
abzuschneiden und bei sich zurückzulassen.
Nicht
vermögen sie dich bei sich zurückzulassen
und
dich vom Herkunftsorte deines Vaters abzusperren.
Die
Kraft deines Vaters ist mit dir,
und
die Rede der Uthras ruht auf dir.“
Als
der Mänä dies hörte,
grübelte
er nicht mehr in Bösen
und
machte die Pläne der Vergänglichen zu nichte.
Er
rief’) mit lauter Stimme
und
bezeugte den lichten Sproß.
Er
rief') mit hehrem, außerweltlichem Lobpreis,
da
kam zu ihm der große Helfer.
[Der
große Helfer kam zu ihm]
und
holte ıhn aus der Welt:
„Steh
auf, Manä, komm mit mir,
geh
mit mir an deinen Ort.
Ziehe
dein verborgenes Gewand an,
dem
Verderben ®) und Zorn nicht anhaften.
Verderben
und Zorn haften ihm nicht an;
die
Uthras ziehen es an und prangen.“
Den
Schatz, den er ihm verlieh, nahm das Leben an Mi);
der
Bote, der zu ihm kam, war siegreich.
Das
Leben richtete den Mänä auf,
und
die Boten stellten ihn an seinem Platze auf. —
Und
das Leben ist siegreich.
')
Lies Fanny.
°)
Dieser Sinn paßt hier besser als „‚Vergehen. Fraß“, siche 94
®)
Nicht ganz sicher.
43,18
44.9 Zweites Buch. Fünftes Stück. 461
Fünftes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Sohn reichen Glanzes, ein Sohn lichter Herrlichkeit. E
Warum
entblößten sie mich meines Glanzes,
brachten
mich hin und warfen mich in das kürperliche Gewand?
In
das körperliche Gewand warfen sie mich,
das
er') angezogen und abgelegt hat.
Weh
und leid ist mir im körperlichen Gewande, 10
in
das sie mich gebracht und geworfen haben.
Wie
oft muß ich es ablegen, wie oft anziehen,
soll
immer wieder meinen Streit schlichten
und
das Leben in seiner Skinä nicht schauen.
Wie
der Mäna dasteht und sich aufzuklären sucht,
[44]
kommt der Mann, sein Helfer:
„Du
sollst mit mir wohnen,
und
in deinem Herzen werden wir Platz nehmen.
Wir
werden in deinem Herzen Platz nehmen
und
dich zu deiner hehren Skinä emporheben. 20
Rasch
vergehend will ich machen und zusammenziehen die Monate
Be.
2... n
Dein
Maß sei wie nichts,
die
ganze Welt will ich verächtlich machen‘).
Du
gehörtest mir hier‘), 2
nun
will ich dich aus der Welt wegnehmen und emporheben.
Ich
will dich aus ihr wegnehmen und emporheben
und
will rasch alle verlassen.
Verlassen
will ich alle,
sie
sollen alle sterben und vergehen. . 30
Du
bist mein Abbild,
dich
will ich emporheben und in meinem Gewande bewahren.
In
meinem Gewande, das das große (Leben) mir gewähret,
in
dem reinen Duft, den es mir anvertraut.
Dieses
Gewand, in dem du weiltest,
will
ich dem um den Kopf schlagen, der es geschaffen.
[6>}
1)
Ein Wechsel in der Person, siehe p. 14°.
2)
NIDSNT bezeichnet hier anscheinend ein von I377 gebildetes Konkretum. Kaum
Scherben“.
Dahinter wird etwas wie 17% gestanden haben.
3)
Siehe oben, p. 428'°.
*)
Leid. hat A Was dasteht, paßt nicht zum Folgenden; vielleicht ist won
oder
wenn zu lesen.
wi
ty
wa
30
462
Linker
Teil. 44, 945,
Denn
zu Falle kommen und vergehen
die
Männer. die es hergestellt.
ls
vergehen die Männer des Auftrages ').“
Kr
wurde dem Manä ein Helfer.
Er
koste und hiebkoste ihn
und
legte von seinem Segen auf ihn.
Von
seinem Segen legte er auf ihn
und
festigte ihn in der Skinä seiner Väter. —
Das
Leben ist siegreich über alle Werke.
Sechstes
Stück.
Ein
Mänaä bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Ich
bin durch die Gnade meines Vaters gefestigt.
(refestigt
hin ich durch meines Vaters Gnade,
ich
leuchte im Glanze, über den sie mich aufgekläret.
Noch
konnte ich mich der Gnade meines Vaters nicht freuen,
noch
nicht den Glanz begreifen, über den sie mich aufgekläret.
Hinterlistig?)
versetzten sie mich in die Tibil,
hinterlistig?)
vertrieben sie mich aus meinem Ort und meiner Stätte.
Sie
vertrieben mich und holten mich aus meiner Stätte,
verscheuchten
mich aus meinem Vaterhause.
Geschlagen
und hingemordet soll der Bildner der Körper werden,
der
mit seinen Plänen die Welt geschaffen.
Geschlagen
und verflucht sollen die Planeten werden,
die
an der Spitze seiner Schöpfung standen.
Ich
will (von) unter ihrer Hand entweichen,
will
hingehen und die Gnade meines Vaters annehmen,
will
annehmen [45] den Glanz, über den sie mich aufgekläret.
Ich
will mich seines ganzen Schatzes freuen,
durch
seine ganze Weisheit vollendet sein’).
/
Wie
der Mana dasteht und nachsinnt,
kommt
der Mann, sein Helfer, heran,
kommt
heran der große Helfer:
')
Die mit der Herstellung beauftragt wurden?
”)
Unsicher. Leid. hat MXDY und ANDY\, was schlechter paßt.
°®)
Vgl. Joh. TI, p. 116%.
45,3—21
Zweites Buch. Siebentes Stück. 463
„Wenn')
du die Gnade deines Vaters annehmen willst,
annehmen
den Glanz, über den sie dich aufgekläret,
wenn
du deinen ganzen Schatz annehmen und dich seiner freuen,
wenn
du durch deine ganze Weisheit vollendet sein willst,
wenn
du dich recht einrichten willst,
harre
aus und wohne in der Welt.
Harre
aus und wohne in der Welt,
bis
dein Maß dir voll wird,
bis
dir voll wird dein Maß
und
ganz wird die Zahl, die sie dir verliehen.
Dann
will ich zu dir mit reichem Glanz kommen
und
mit Licht ohne Ende.“
Gar
lange harrte ich aus und wohnte in der Welt,
bis
mein Maß voll war.
Mein
Maß war voll, und meine Zahl war ganz,
da
ging her und kam zu mir mein Helfer.
Er
holte mich weg aus ihrer Mitte,
hob
mich empor und richtete mich im Hause der Vollendung auf.
Ich
begriff die Gnade meines Vaters,
begriff
den Glanz, über den sie mich aufgekläret.
Ich
freute mich des Schatzes, den (mein Vater) geschaffen,
und
war vollendet durch seine Weisheit‘). —
Und
das Leben ist siegreich.
Siebentes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mana bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
warf mich in das Elend der Engel?
Wer
warf mich in das Elend der Engel,
die
häßlich sind, deren Duft übel riecht
und
deren Gestalt häßlich und unförmig ist?
Gar
häßlich ist ihre Gestalt;
wer
hat mich unter sie geworfen?
Wie
soll ich unter ihnen groß werden,
wo
ihre Wohnsitze für mich nicht taugen?
1)
Lies MUND Y.
2)
Wohl Fa und TIMONINY) zu lesen.
35
40
464
Linker
Teil. 45. 21-46, 14
Wie
soll ich ihr Gewand anziehen
und
in ihrer Wohnung wohnen?
Wie
der Mäna dasteht und sich aufzuklären sucht.
kam
sein Helfer zu ihm heran.
Sein
Helfer kam zu ihm
und
ließ ihn einen hellen Ruf vernehmen.
[Einen
hellen Ruf] ließ er ihn vernehmen
und
sprach zu ihm in glänzender Rede:
„Abscheulich
ist der Geruch der Engel,
doch
[kümmere dich nicht]') um ihren Geruch, [46] da er an dir
Wenn
ihre Gestalt unförmig ist, [nicht haften bleibt.
warum
fragst du nach ihnen?
Du
hast unsere Stimme gehört,
unsere
unvergängliche Rede wurde von dir vernommen.
Wir
sprachen zu dir mit unserer glänzenden Rede‘),
so
harre aus und wohne im Hause des Elends.
Abscheulich
sind die Engel,
ihre
eigene Finsternis hat sie abscheulich gemacht.
Siehe
uns an und halte dich rein
und
richte deinen Blick nach deiner Stätte hin.
Nach
deiner Stätte richte deinen Blick hin,
wir
gehören dir.
Wir
sind bei dır,
und
deine Gestalt leuchtet durch uns.“
Als
er so zum Manä sprach,
verrichtete
dieser ein rechtes Gebet.
Ein
rechtes Gebet verrichtete er
und
betete in festen Worten:
„Ich
habe meinen Helfer gehört’),
nun
will ich ausharren und in der Welt wohnen.
Ausharren
will ich in der Welt und in ihr wohnen,
so
lange als es meinem Helfer gefällt.
Wenn
es meinem Helfer gefällt,
gehe
er und komme zu mir.
Er
gehe und komme zu mir
und
hole mich aus dem Elend der Engel.
Aus
dem Elend der Engel hole er mich,
deren
Gestalt häßlich und unförmig ist.“
Bald
kam mein Helfer,
er
hellte mich auf und klärte mich auf.
!)
Dies oder Ähnliches ist zu ergänzen. ®) Lies INONDDND ®», Lies MOM.
46,
14—47, 4 Zweites Buch. Achtes Stück. 465
Er
holte mich aus meinem Körper
und
führte mich unter seinem Geleite fort.
Er
brachte mich‘) nach dem Schatze, zu dem er sich begab,
und
festigte mich an der Stätte, an der er gefestigt war.
Er
festigte mich und schloß Gemeinschaft mit mir
und
rechnete mich zu seiner eigenen Rechnung. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Achtes
Stück.
Ein
Manä°) bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänäa bin ich des großen Lebens,
der
ich aufbrach, um in die Welt zu kommen.
Um
in die Welt zu kommen brach ich auf,
nicht
merken es ihre Bewohner insgesamt.
Nicht
bemerken mich ihre Bewohner insgesamt,
nicht
nehmen mich wahr alle Welten.
Gar
lange bemerkten mich nicht die Äonen,
bis
man mich in den Rumpf warf.
Bis
man mich warf in den Rumpf
und
Adam auf seinen Füßen stand.
(Adam
stand auf seinen Füßen,
während
der Schlaf [47] ihn übermannte.)
Als
Adam auf seinen Füßen stand,
verfluchte
er den Mann, seinen Schöpfer’).
Er
verfluchte den Bildner der Körper‘),
in
dessen Händen seine Werke nicht recht wurden.
Wurden
denn seine Werke in seinen Händen recht’),
bis
er Adam schuf?
Bis
er schuf Adam,
bis
dieser seinem Bilde glich,
2)
Lies INN.
2)
Siehe zu diesem Stücke REITZENSTEIN, Das mandäische Buch des Herrn der
Größe,
p. 3.
s)
Nach dem Folgenden ist NIYN) hier in diesem Sinne aufzufassen.
4)
Siehe Lit., p. 102 ob.
5)
Lies Ypnny mit BC und Leid., d.h. PN NY, siehe Nöld., p. 434 unt.
Lidzbarski,
Ginza- 30
4o
466
Linker
Teil. 47.4—23
bis
er lebenden Feuers voll war,
wie
sein Vater ihn damit gefüllt hatte.
Er
schuf und machte es nicht recht,
bis
er den falschen Rumpf schuf.
Er
schuf den falschen Rumpf
und
die nichtige Herberge.
Sie
scheuchten mich von meiner Stätte weg
und
vertrieben mich aus der Mitte meiner Brüder.
Aus
meiner guten Brüder Mitte vertrieben sie mich,
aus
der Mitte der Rüstigen, Wohlgerüsteten.
Wann
werde ich den Rumpf verlassen,
werde
ihn der Vernichtung und Zerstörung anheimgeben,
werde
seine Werke verlassen,
werde
die rebellische Ruine schließen?
Ich
werde zu meinem Orte emporsteigen,
die
Planeten werden dann hinstürzen, ohne aufzustehen.
Wie
der Mänä dasteht und sich aufzuklären sucht,
gelangte
heran und kam zu ihm sein Helfer,
sowie
seine eigenen Beschützer
und
die großen, guten ....... '), die ihn begleiteten:
„Auf,
Mäna, verlasse diese Welt!
Die
Verkehrtheit, die dich schmerzte, werden ihre eigenen Herren
Der
Schlaf, aus dem du erwacht bist, [übernehmen.
wird
sich wenden und auf sie drücken.
Auf,
bekleide dich mit dem reichen Glanze
und
bedecke dich mit dem teuren Lichte,
Binde
dir den Gürtel der offenen Augen um,
der
ganz Augen ist, ganz und gar.“
Der
Mänä stieg von ihnen empor,
und
die Planeten geben sich der Klage hin.
Täglich
geben sie sich der Klage hin,
täglich
essen sie um mich ...... a)
Sie
liegen auf Matten,
die
Bösen sitzen gleich Gefangenen da.
Der
Mäna stieg zum Hause des Lebens empor
und
grübelte nicht in Trauer und Klage.
In
Trauer und Klage grübelte er nicht,
von
ihrer Verkehrtheit war nichts an ihm.
Nichts
war von ihrer Verkehrtheit an ihm,
nichts
nahm er von ihnen an.
!)
Im Texte steht XMYw. was keinen Sinn gibt.
°)
Siehe p. 211.
47,23—48.
15 Zweites Buch. Neuntes Stück.
Der
Mana xxsxxxrx#x+%*
**++x
Im Verborgenen stellten sie mich auf
und
stützten mich auf das Abbild des großen Lebens. —
-Und
gepriesen sei das große Leben.
Neuntes
Stück.
[48]
Ein Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mäna bin ich des großen Lebens,
der
sich in seinem Sinne aufzuklären sucht:
„Warum
hat meine Gestalt sich verändert?
Wohin
wollen sie mich bringen?
An
welchen Ort noch
wollen
sie meine Skina fortschaffen ?
Sie
wollen mich fortbringen
von
ihren glänzenden Reden.
Sie
wollen mich von ihren Gebeten ...... Sn
die
sie im Hause der Vollendung verrichten.
Sie
wollen mich [vom] reinen Lichtschimmer’) fortschaffen
und
im stinkenden Gewande wohnen lassen.
Wenn
ich jenes Gewand sehe,
wer
wird kommen und mich hinüberführen °)?
Wer
wird mir ein Rufer,
wer
mir ein hehrer Helfer sein?
Wer
wird sich zu mir setzen und mich liebkosen,
daß
ich nicht von hier, von meinem Orte aus, vergesse, was
467
uı
mir
>25
[aufgetragen
ist?*
Wie
der Manä dasteht und nachsinnt,
faßte
ihn sein Helfer fest an.
Sein
Helfer faßte ihn fest an
und
ward ihm ein Rufer:
„Dein
vom Leben herkommender Glanz ist ausgedehnt und groß,
warum
nennst du ihn einen Lichtschimmer?
Um
den Glanz fortzunehmen ‘)
und
das Licht vom Gewande abzuschneiden!
Die
Guten fehlen,
obwohl
sie noch nicht gesehen haben, was häßlich ist.
!)
Hier stand wohl auch eine Form von ann.
2)
Leid. hat NDY)y, siche auch weiterhin.
3)
Vielleicht INTERN „und mich wecken“ zu lesen. *) Lies INDIR.
30*
20
25
30
35
468
Linker
Teil. 48, 16—49, 9
Wo
sie noch nicht gesehen haben, was häßlich ist,
warum
fehlen sie und vergehen sich?“
Darauf
der Mäna mit seinem lauteren Munde
erwiderte
dem Helfer, der ihn gefestigt hatte:
„ich
war voll Mangels,
jetzt
hast du mich gestützt, und das Licht wurde überreich.
Gestützt
hast du mich jetzt, überreich wurde das Licht,
und
Kraft und Festigkeit kam in Fülle
durch
die Kraft meines großen Helfers,
durch
die Kraft des Mannes, der mich gefestigt.
Er
faßte mich fest mit seiner Rechten an
und
übertrug von seinem Wesen auf mich.
Durch
seine über mich [gelegten] Strahlen‘) leuchtete ich auf,
ich
wohnte im stinkenden Körper und grübelte nicht.
Die
Stunden zogen sich zusammen, die Sosse zogen sich zusammen.
und
der Lauf der Welt wurde eingeteilt.
Die
sieben Sterne wurden verteilt,
und
der Mangel drückte auf sie.
Mein
großer Helfer kam
und
ließ mich den Körper [49] des Todes ausziehen.
Den
Körper des Todes ließ er mich ausziehen
und
kleidete mich in den Glanz seiner Strahlen.
Er
belehrte mich über die Totenmesse,
die
sie jeglichen Ortes abhielten.“
Er
und sein großer Helfer
leuchten
in einer Skina.
In
einer Skina leuchten sie
und
leben in einem Lobpreis.
Kine
Sıieghaftigkeit hat man ihnen geschaffen,
und
sie nehmen zur Hälfte den Anteil an der Gnade.
Sie
suchen sich in einer Skinä aufzuhellen,
und
wie sie sich aufzuhellen suchen, werden sie aufgeklärt. —
Und
gepriesen sei das Leben.
Zehntes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Mana bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
der
sich durch die Erleuchtung seines Vaters aufzuklären sucht:
!)
Daß SWINTT hier diesen Sinn hat, nicht „Reden“ ist aus Z. 22 zu ersehen.
49,
10—50, 3 Zweites Buch. Zehntes Stück. 469
„Von
dir, mein Vater, erhalte ich Belehrung,
du
wurdest mir ein Helfer.
Ein
Helfer wurdest du mir,
sage
mir, wohin du mich sendest.“
Darauf
erwiderte der Urvater
und
sprach zum Mäna, dem Sohne Gewaltiger'):
„Wir
senden dich hierher an deinen Ort,
den
die Uthras, die Söhne des Heils, geschaffen haben.“ —
„Wenn
du mich dahin sendest,
sage
mir, wer von den Uthras den Ort geschaffen hat.
Sage
mir, wer ihn geschaffen hat von den Uthras,
damit
ich das Elend ertrage, das an ihm ist,
wenn
ich, mein Urvater, hineingeworfen bin,
[74
ZkFrekkrKkr
KK ceN
Der
Manä stieg zur Welt hinab.
Zur
Welt stieg der Mänä hinab,
kam
hin und geriet in das Elend.
Er
kam hin, geriet in das Elend,
und
Seufzen empfing ihn.
Der
Mänä klagt”) und seufzt,
daß
er von seiner Stätte abgeschnitten wurde:
„Mein
sanfter Vater beschützte mich nicht,
er
belehrte mich nicht über jedes einzelne Ding
und
klärte mich nicht über die Welt auf.
Jetzt,
wo ich hinabgestiegen’) und zu ihr gelangt bin,
wurden
alle voller Schlechtigkeit.
Wieviel
soll ich von ihr hören‘),
wieviel
von ihrem Leid erdulden!
Weh
und leid ist mir,
daß
mein Vater mich nichts von seiner Rede vernehmen ließ.
Nichts
ließ mein Vater mich von seiner Rede vernehmen,
nicht
erteilte er mir einen Rat der Gläubigen.
Wenn
es meinem sanften Vater beliebt,
sende
er mir einen Mann, [50] einen Helfer.
Einen
Helfer sende er mir, einen ersten Helfer,
in
dessen Skina alles, was er sagt, Gehör findet.“
„Du
weißt, Mäna,
wer
die Welt geschaffen hat,
1)
So nach Text 50, 16f.
2)
72) ist wohl so aufzufassen (siehe auch Text 53, 13), wie es sonst oft mit
Wörtern
für
„Klage“ verbunden ist. 3) Lies MNNYT. 4) Lies NOWY.
20
25
30
35
470
Linker
Teil. 50, 3—20
wer
geschaffen hat die Welt,
und
dir wurde geraten, was recht ist.“
Als
der Mänä dies hörte,
sann
er über die Welt nach:
„leh
will nach dem Worte meines guten Vaters
im
nichtigen Körper wohnen.
Ich
will so lange in ihm weilen und wohnen,
als
es meinem Vater beliebt.
Wenn
es meinem Vater beliebt,
wird
er kommen und mich aus eurer (der Bösen) Mitte holen.
Denn
mir ist weh und leid
in
eurem üblen Dufte.
Weh
und leid ist mir bei dem falschen Gerede
und
Gehör, das euch eigen ist.
Ihr
sprechet und höret in Falschheit,
verübet
nichtige Werke.“
Ich
sprach [in der Rede] des Lebens:
das
war meinem Vater lieb und angenelım.
Lieb
war es und angenehm meinem Vater,
und
er sandte seinen Helfer zu mir.
Er
sandte seinen Helfer,
der
in seiner Skinä spricht und erhört wird:
Ich
öffnete meine Augen,
da
wurden sie des Lichtes voll.
Ich
öffnete meinen Mund und pries ihn;
nicht
fand er an mir Mangel und Fehl:
„Wenn
du weißt, daß ich gegen eure Rede gefehlt habe,
lasset
mich in meinem Körper an meiner Stelle.“
Da
erwiderte mein‘) erster Helfer
und
sprach zum Mäna, dem Sohne Gewaltiger:
„Schweig
und sei ruhig, Mäna,
Sohn
Gewaltiger, schweig und sei ruhig.
Mänä,
du hast nicht gefehlt,
nein,
hast noch ein Übriges getan.“ —
„Wenn
ich noch ein Übriges getan und nicht gefehlet,
was
ist es nun, was ihr mir angetan?“
Als
er dies von ihm hörte,
holte
er ihn aus seinem Körper.
'!)
Man erwartet NYNYIN „der erste Helfer“, doch ist ein solcher Wechsel in der
Person,
wie hier schon mehrfach hervorgehoben wurde, nicht selten.
50.20-51.12
Zweites Buch. Klftes Stück. 471
Er
holte ihn aus seinem Körper und trug Hymnen vor,
er
beruhigte ihn, erlöste ihn und richtete ihn auf.
Er
hob ihn empor und zeigte ihm den großen Herrn der Vollendung
und
stellte ihn in teurem Glanze auf. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Elftes
Stück.
Ein
Manä bin ich des großen Lebens,
ein
Mäna bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens.
Wer
hat mich im körperlichen Gewande wohnen lassen?
[51]
So lange ich auch in ihm wohnte,
nicht
war an ihm‘) Mangel und Fehl.
Ich
fehlte nicht und verging mich nicht
und
nahm keinen Fehler an.
Keinen
Fehler nahm ich an
und
schuf vor mir keine Anstöße.
Keine
Mischung war an mır,
nicht
wandte ich meine Rede von der Rede meines Vaters ab.
Ich
leuchte durch die Kraft meines Vaters,
durch
den Mann, der mich im körperlichen Gewande hat wohnen
Er
ließ mich im körperlichen Gewande wohnen, [lassen.
da
harrte ich aus und weilte darin
und
bereitete kein Fehl meinem Vater.
Nicht
sage er: Der Mänä hat vergessen, was man ihm aufgetragen,
der
Mana ließ an dem fehlen, was er seiner Heimat schuldig war.
Mit
der Kraft und der Rede des Mana
erbittet
er und erreicht bei seinem Vater’).
Er
erbittet und erreicht;
er
machte mich los und holte mich aus der Welt.
Er
holte mich heraus und ließ mich nicht da,
und
nicht war an mir Mangel und Fehl.
Mein
sanfter Vater wußte,
daß
Mangel und Fehl nicht an mir”) war.
(Ich
sprach:) „Wenn es dir beliebt,
werde
ich kommen und deine Gestalt schauen.“
1,
Am Körper, doch ist wohl NDNIND „nicht war an mir“ zu lesen.
2)
Wiederum ein Wechsel in der Person. ») Auch hier ist wohl NIININDT zu lesen.
15
30
35
25
Linker
Teil. 51, 12—52, 5
Mein
Vater sandte mir einen Boten
und
befreite mich aus der Welt.
Er
befreite mich von den Verbrechern
und
den Fälschern allen.
Von
allen, die von Schwert(kampf) voll sind,
die
von Gewalttat und Trug reden.
Er
hob mich zum Hause des Lebens empor
und
stellte mich unter den Leuchten auf.
Jeder
einzelne preist und erhöht mich:
„Gesegnet
und gepriesen seiest du, Mana,
der
du die Herrlichkeit deines Vaters hochgehalten und
Du
hast dich von ihnen befreit; [gewahrt hast.
du
kamest und richtetest dich bei uns auf.
Zu
uns kamest du und richtetest dich auf,
kamest
und sprachest mit unserer Rede, wie sie war.“ —
Und
gepriesen sei das große Leben im Lichte.
Zwölites
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Sie
gingen hin und brachten mich in die Tibil.
Sie
gingen hin und brachten mich in die Tibil,
das
Haus, das die Lügner gebauet.
Das
Haus haben Lügner gebaut,
Fälscher
wohnen darin.
Kein
Wissender war da, der mich kannte,
kein
[52] Kundiger, der von mir Kunde hätte.
Kein
Gerechter war da,
dessen
Rede der der Uthras gliche.
Wie
soll ich wohnen
in
dem Hause, das Lügner gebauet?
Fälscher
wohnen darin,
die
insgesamt voller Gier sind.
Wenn
es dir, König der Großen, beliebt,
richte
mir einen Wegstein auf.
Einen
Wegstein richte mir auf
und
vor dem Wegstein einen großen Damm.
Schaffe
mir einen Rufer,
einen
Rufer schaffe mir.
52,
5—22 Zweites Buch. Zwölftes Stück. 413
Wenn
ich schlafe, wecke er mich,
wenn
ich strauchele, hebe er mich hoch’).
Wenn
die Sieben mich schlagen,
heile
er mich und hebe mich hoch.
Wie
der Mana dasteht und sich aufzuklären sucht,
kam
zu ihm sein Helfer heran.
Sein
großer Helfer kam heran,
er
begab sich hin und richtete ihm einen Wegstein auf.
Er
ging hin, richtete ihm einen Wegstein auf
und
vor dem Wegstein einen Damm.
Er
war ihm ein Helfer,
er
war ihm ein Rufer.
Wenn
er schlief, weckte ihn sein Gebet,
wenn
er strauchelte, hob ihn sein Lobpreis empor’).
Wenn
die Sieben ihn schlugen,
wurde
ihm seine verborgene Kraft zum Heiler.
Er
ward ihm zum Heiler,
er
hob ihn empor und richtete ihn auf,
er
ebnete ihm einen ebenen Weg.
Er
zeigte ihm’) und richtete ihm einen Pfad auf
und
einen Steg, damit er an seinen Ort emporsteige:
„Komm,
komm, Mäna,
komm,
steig auf deinem Pfad empor.
Komm,
steig auf deinem Pfad empor,
komm,
tritt auf deinen Weg des Lebens.
Komm,
tritt auf deinen Weg des Lebens,
denn
ich wurde dir zum Helfer.
Ich
holte dich aus der Welt der Finsternis,
richtete
hoch deinen Thron auf.
Deinen
Thron richtete ich hoch auf,
weil
du die Verfolgung in der Welt ertrugest.
Weil
du die Verfolgung ertrugest,
werden
wir dir alle Sünden erlassen.“
Sei
gnädig, sei gnädig,
Herr
der hehren Seligkeit,
Herr
der hehren Seligkeit,
der
dasitzt und die Uthras recht hält‘). —
Und
gepriesen sei das große Leben.
t)
Wohl INN) zu lesen, siehe weiterhin. 2) Siehe die vorhergehende Anmerkung.
3)
Für Yy lies 7. Man wäre auch geneigt, Su bzw. ONNT zu NYNW „er schuf“
abzuändern,
doch siehe Text 71,17; 72,14. E
4)
Die letzten beiden Verse sind wohl ein Schlußgebet, das an das höchste Wesen
gerichtet
ist.
25
20
474
Linker Teil. 2,2358, 14
Dreizehntes
Stück.
Ein
Mäna bin ich des großen Lebens,
ein
Mäna bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänaä bin ich des großen Lebens.
Wer
hat mich hierher gebracht?
Wer
hat [53] hierher mich gebracht
unter
die finsteren Empörer?
Wie
soll mein Herz es ertragen '),
wie
soll ich die Verfolgung der Welt erdulden?
Wie
soll ich mit Löwen hausen,
mit
fressenden Drachen?
Wie
soll ich mit den Bösen) hausen,
die
täglich Böses loslassen?
Täglich
lassen sie Böses los,
täglich
lassen sie Schrecken los.
Täglich
lassen sie Schrecken los
und
sprechen: „Wir wollen den Mänä ängstigen.
Ja,
ängstigen wollen wir ihn,
so
wird er bei uns erniedrigt werden.
So
wird er bei uns erniedrigt werden,
und
wir stehen dann über ihm.
Ja,
wir wollen ihn erschrecken,
dann
wird er unter den Werken unserer Hände wohnen können.“
Der
Mänä mit seinem lauteren Munde
sprach
dann zu den Planeten:
„Durch
die Kraft meines hohen °®) Vaters
wird
euer Schrecken nicht über mich kommen.
Durch
die Kraft der Sprüche meines Vaters
trifft
mich eure Beängstigung nicht.
Durch
die Kraft meines großen Helfers‘)
werde
ich über euch stehen.
Ich
bin besser als ihr,
und
meine Rede ist wundersamer als die eurige.
Wundersam
sind die Sprüche,
die
aus dem Schatze meines Vaters gekommen sind.“
Alle
jammern
und
streuten Staub auf ihr Haupt.
!)
Lies NIT, bzw. NITD.
®)
Siehe Joh. II, p. 106.
®)
Leid. hat NH”.
#,
Hier, in Parallele mit IN. kann ISIN) auch „mein Schöpfer bedeuten.
53,
14— 94. 6 Zweites Buch. Dreizehntes Stück. 475
Staub
streuten sie auf ihr Haupt
und
zerrissen die Gewänder ihrer Wollust.
Sie
erglühten in ihrer bösen ') Glut
und
zürnten gegen sich selber:
„Wie
konnten wir sagen,
daß
wir den Mäna unter uns vernichten würden?“
Als
die Planeten so sprachen,
kam
eine Stimme aus dem Hause des großen Lebens.
Eine
Stimme kam aus dem Hause des großen Lebens,
rief
den Manä und weckte ihn.
Sie
rief und weckte den Mänä,
er
stand auf und erhob sich über sie.
Er
stand auf, erhob sich über sie
und
sprach einen Tadel gegen sie aus:
„Machet
euch fort und verschwindet vor mir,
ihr
Bösen, Abgeschnittenen, Vergehenden.
Das
Licht wird nicht zur Finsternis gezählt,
nicht
wird den Sündern Festigkeit gewährt.
Würde
den Sündern Festigkeit gewährt,
so
hätte die Verfolgung kein ...... 2).
Nicht
hätte die Verfolgung ein ...... 3
nicht
wäre sie hier verlassen worden.“
en...
®) nicht und nahmen [54] von ihm nichts an,
um
es in verschiedenen Teilen auszuteilen.
Der
Mänä in Sicherung seine Augen
richtete
und erhob nach seinem Orte hin.
Da
kam mein Helfer, er gelangte zu mir,
er
erreichte mich‘) und bildete mir einen Beschützer.
Er
tadelte die Engel —-
wenn
du nur nicht zu mir mit vergehenden Worten gelangest.
Gar
wohl wußte das große (Leben),
gar
wohl wußte das Gewaltige,
gar
wohl wußte das Große,
daß
der Manä vieles trefflich erduldete,
daß
vieles der Mänä erduldete,
daher
gelangte und kam zu ihm sein Beschützer.
Sein
Helfer erlöste ihn,
er
umarmte ihn’) und hob ihn empor‘).
1)
Lies NN. 2) Siehe Joh. II, p. 67n.
2)
ale!\p) ist wohl nicht in Ordnung: „verachten“ paßt nicht.
%,
Unsicher, siehe Joh. II. p. 148%. 5) Leid. hat FIIRIRIN?N TIER}:
$)
Lies IIDN.
wi
25
30
>)
ww.
us
u
I76
Linker Teil. 54, 7—23
Er
hielt fest und harrte lange aus,
wie
jener‘) hier ausgeharrt hatte:
„Komm,
komm, Mäna,
wir
wollen dich in das Haus des großen (Lebens) bringen.
In
des Großen Haus wollen wir dich bringen;
auf,
erzähle dem Gewaltigen.
Auf,
erzähle dem Großen,
was
die Sieben dir angetan:
daß
sıe dich bei sich abschneiden wollten,
um
sich über dich zu stellen.“
Ja,
der Mänä brach mit seinem Uthra auf
und
begab sich vor das gewaltige (Leben).
Er
trat vor das Gewaltige
und
erzählte ihm, was die Sieben ihm angetan:
„Weißt
du nicht, Großes,
weißt
du nicht, Gewaltiges,
weißt
du nicht, Großes,
daß
ich Tadel gegen die Sieben richtete?
Trotz
ihrer Kraft tadelte ich sie,
und
die Sieben sanken unter mich hinunter.
Unter
mich hinunter sanken die Sieben,
und
ich stand über ihnen.
Über
ihnen stand ich,
da
gelangte und kam zu mir mein Helfer.
[Mein
Helfer] kam zu mir und erreichte mich,
es
kam zu mir und erreichte mich mein Geleiter.
Es
langte an und erschien mir mein Geleiter,
mein
Beschützer, Helfer und Geleiter.
Er
umarmte mich, und ich kam zu dir,
erzählte
dir, was die Sieben mir angetan.“
Darauf
segnet mich das Große
und
bewahrt mich das Gewaltige:
„Wie
hast du ausgehalten und ausgehanrt,
bis
der Auftrag an dich sich erfüllte!
Bis
dein Scheiden eintrat
und
du aus den Händen der Zöllner befreit wurdest.“
Das
Große sah ihn an und liebte ihn,
die
Uthras des Lichtes ehrten ihn. —
Und
gepriesen sei das Leben.
‘)
Der Erlöser (Hibil)?
54,
24—55. 17 Zweites Buch. Vierzehntes Stück.
Vierzehntes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen Lebens,
[55]
ein Mana bin ich des großen Lebens.
Sie
trieben ihn fort aus dem Hause seiner Brüder ')
und
sandten ihn in diese Welt.
In
diese Welt sandten sie ihn,
zu
kommen und in der öden Einöde zu wohnen,
zu
kommen und die Einöde zu bewachen;
die
Planeten spähten aus und erblickten ıhn.
Es
spähten aus und erblickten ihn die Planeten,
die
verkehrt und verdreht sind.
Offen
ist ihr Mund;
er
gleicht dem Süf-Meere.
Ihre
Lippen gleichen dem verzehrenden (Feuer?) °).
Ihr
Geruch ist häßlich und widerlich.
Wie
böse und verworfen sind sie!
un
Ich
erblickte sie, da geriet ich in Angst, und Furcht kam über
Ich
geriet in Angst, und Furcht kam über mich,
weil
mein Helfer nicht bei mir ist.
Nicht
ist mein Helfer bei mir, nicht ist er da;
wenn
ich nur nicht abgeschnitten werde!
Doch
das große (Leben) wußte,
daß
Angst über den Mänä gekommen war.
Da
kam der Ruf des großen Helfers,
der
dem Mänä in der Welt zurief.
Er
sprach zu ihm:
„Was
schautest du, Adam, daß du in Furcht gerietest,
warum
kam Angst und Bangen über dich?
Wenn
du die häßlichen Engel geschaut hast,
so
will ich dir ihre Niederwerfung gewähren.
Wegen
der häßlichen Dews, die dich ängstigten,
will
ich dir sagen’), womit sie gefesselt werden.
Über
ihren Mund, der dem (Meere) Süf gleicht,
wird
ihre eigene Finsternis kommen.
Über
ihre Lippen, die dem verzehrenden (Feuer?) gleichen,
wird
große Bindung kommen.“
Die
Stimme des sanften Manä ist es,
der
seinem Helfer zuruft.
Er
spricht zu ihm:
1)
Leid. hat NN.
2)
Oder „einer Keule‘? Siehe Hohe Il, p. 166°. ®) Lies TRÖNIINEN.
mich.
ty
wi
40
er
-1
9.0)
u
Ur
[®)
3)
4o
Linker
Teil. 55. 17—56, 12
„Mem
Vater! Wenn rechte Ordnung obwaltete,
warum
ist Ptahil aus seiner Stätte hervorgegangen?
Warum
ist Ptahil aus seiner Stätte hervorgegangen,
warum
säte er bösen Samen aus
und
schuf nichtswürdige Zungen ?*
Da
kam die Stimme des großen Helfers,
der
dem Mänä in der Welt zurief:
„Sei
ruhig und schweige, Adam,
und
die Ruhe der Guten umfange dich.
Siehe
zu, wenn es dir weh und bange ist,
siehe
zu, daß du nicht Ptahil fluchest ').
Fluche
nicht Ptahil-Uthra,
dem
Uthra, der sich aus unserer Mitte ausgesondert hat,
dem
Uthra, der sich ausgesondert hat aus unserer Mitte
und
dann die nichtswürdigen Zungen geschaffen hat.
Er
ıst Abathurs Sohn,
dessen
Eltern [56] ihn nicht zur Finsternis verdammen.
Wenn
diese Welt vergeht
und
das Firmament der Engel zusammengerollt wird,
wenn
zusammengerollt wird der Engel Firmament
und
Sonne und Mond vergehen,
wenn
vergehen Sonne und Mond
und
[Glanz und] Helligkeit von ihnen genommen werden.
wenn
von ihnen genommen werden Glanz und Helligkeit,
die
Hüter darauf achtgeben
und
den Sternen insgesamt kein Schimmer mehr ist,
wenn
diese Werke vergehen,
wird
Ptahils Gewand zurechtgelegt werden.
Dem
Ptahil wird sein Gewand zurechtgelegt werden,
und
man wird ihn hier im Jordan taufen.
Hier
im Jordan wird man ihn taufen,
und
er wird alle Verfolgung vergessen, die er erduldet hat.
Dann
wird Ptahil und du, Mäna,
in
einer Skina lohen,
dann
wird er dein König,
o
Mana, genannt werden.“
Also
sprach der Helfer,
und
der Mana verließ sich auf ihn.
\Wenn
er Verfolgung und Bosheit erdulden mußte.
fluchte
er doch Ptahil nicht,
sondern
er verzieh ihm seine Sünden und Vergehen.
!}
Siehe auch p. 367 unt.: 311f.,
b6,
12—57, 2 Zweites Buch. Fünfzehntes Stück. 479
Er
sprach:
„Blick
auf mich, Helfer, blick auf mich,
erreiche
mich, komme zu mir und erlöse mich,
zeige
mir meinen Weg,
den
alle meine Brüder gehen.“
Als
der Helfer seinen Ruf hörte,
erhörte
er ihn') aus den Früchten des Glanzes.
Er
faßte ihn bei der Fläche der Rechten
und
führte ihn an den Wachthäusern vorbei.
An
den Wachthäusern vorbei führte er ihn
und
ließ ihn die Wage passieren.
Die
Wage ließ er ihn passieren
und
brachte ihn in die Nähe der Söhne des Heils.
In
die Nähe der Söhne des Heils brachte er ihn’)
und
führte ihn über die Wasserbäche.
Er
führte ihn über die Wasserbäche,
und
er stieg zusammen mit ihm zum Hause des Lebens empor.
Als
das Leben ihn erblickte, gewann es ihn lieb,
hüllte
ihn ein und setzte ihn auf seinen Thron. —
Und
gepriesen sei das Leben.
r
Fünfzehntes
Stück.
Ein
Mäna bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
„Auf,
geh zum Hause der Sieben!
Auf,
zum Hause der Sieben geh,
der
nichtigen Rebellen der Finsternis.
Die
nichtigen Rebellen der Finsternis’) sind finster,
und
kein Licht ist unter ihnen.“
Wenn
ihr mich nach dem Hause [57] der Sieben sendet,
unterrichtet
mich über die Werke, die sie üben.
Sie
üben [nichtige] Werke,
und
der Ausfluß des Lebens ist nicht bei ihnen.
%)
Vielleicht ist NN zu lesen: kam er.
*)
Leid. hat OXDW 82 DO Fnnp TIIRp NaNdWw RD DR.
3)
Leid. hat NIYWTT RTIRD NORD NIEND RONITT RITIND.
Io
20
30
35
A480
Linker Teil. 57,2—18
Sind
sie etwa schön,
und
ist der Ausfluß des Lebens bei ihnen?
Sind
sie etwa schön,
dann
will ich euch unter sie senden.“ —
„Dazu
senden wir dich hin,
damit
deine Werke schön werden.
Geh,
falle in den Rumpf,
und
sie werden ohne Vernunft sein.“
Der
Mänä änderte nichts an dem,
was
die Großen‘) ihm gesaget.
Er
schied aus ihrer Mitte,
ging
hin und kam zum Hause der Planeten.
Er
ging hin, kam zum Hause der Planeten
und
sah, daß ihre Werke zu nichts taugen.
Zu
nichts taugen ihre Werke,
und
der Ausfluß des Lebens ist nicht bei ihnen.
Er
kam und fiel in den Rumpf
und
leuchtete mehr als alle.
Sie
öffneten ihren Mund,
doch
blieben sie alle auf ihrem Wege sitzen.
Sie
alle [blieben sitzen] auf ihrem Wege,
und
die Verfluchten wissen nicht, was sie ihm sagen sollen.
Da
öffnete der Mana seinen Mund
und
sprach zu den dumpfen Verfluchten:
„O
ihr dumpfen Verfluchten,
habt
ihr einen Mäna gleich mir?
Habt
ihr einen Mana,
habt
ihr eine Gestalt gleich meiner Gestalt?
Seid
ihr gut,
ist
eure Gestalt recht?
War
unter euch der Ausfluß des Lebens,
war
unter euch ein Mänä gleich mir ’)?*
Die
Sieben neigten ihr Haupt
und
tuschelten miteinander:
„Lasset
uns den Mana packen’),
wir
wollen ıhn binden und in unser Netz werfen.
')
Wiederum ist die Bedeutung von XY27% unsicher. Obwohl weiterhin vom Leben
die
Rede ist, scheint mir doch nach der Art, wie im vorhergehenden Absatze die
Auftrag-
geber
angeredet werden und vom Ausfluß des Lebens gesprochen wird, daß hier die
Großen,
die
oberen Wesen gemeint sind. Der Ausdruck MNDND2 ID PNDJ ist nicht maßgebend,
siehe
Text 18,8; 58,18; 61,19; 64,3: 91,8.
®)
Lies m5"7. 3) Leid. hat yaypbm.
57,
18—58, 11 Zweites Buch. Fünfzehntes Stück. 481
Wir
wollen ihn in unser Wurfnetz ') einschließen,
in
unser Blei’) und unsere Finsternis legen °).“
Darauf
öffnete der Mana seinen Mund
und
sprach zu den Planeten:
„Ich
werde euch, Planeten, dahin bringen,
daß
eure Hand nicht auf mich fällt.
In
euer Netz werde ich nicht geraten,
von
eurem Wurfnetz nicht gefangen werden.
Eure
Finsternis wird mich nicht verschlingen
und
euer Blei mich nicht hinlegen.
Ihr
alle, so viel ihr seid,
werdet
in eure Maschen und Netze verwickelt werden.
Ich
richtete meinen Sinn nach dem Leben,
und
mein Gemüt stützte sich auf die Kraft und die Erleuchtung,
die
das große (Leben) aus meinem Orte mir beigegeben.
Während
[58] eure Gestalt häßlich ist,
ist
meine Gestalt wundersam.
Ich
war siegreich, da das große (Leben) mich beauftragt hat,
und
siegreich sind®) in hohem Maße die emporsteigen.
Ihr
seid verächtlich und schandbar,
woher
habet ihr Wurzel und Sieg, daß ihr damit siegreich seiet?
Ich
steige zu meinem Ort empor,
ihr
werdet hinabsteigen ohne emporzukommen.“
Der
Mana kleidete sich ın weıß,
stieg
empor und setzte sich auf die Höhe.
Auf
der Höhe sitzt der Mäna
und
ruft den Mann, den Helfer:
„Komm,
mein Helfer, hebe mich empor,
sie
konnten mich in ihrer Wohnung nicht zurückhalten.
Ich
entkam ihrem Netze
und
ihrem Blei, in das sie mich legen wollten.
Du
sprachest zu mir, und ich hielt stand,
nun
komm rasch zu mir und hebe mich empor.“
Der
Helfer beriet sich mıt dem Leben,
ihm
lichten Glanz zu bringen:
„Gewähre
mir Glanz,
ich
will hingehen und den Mäna darin kleiden.
Den
Maänä will ich emporheben,
zu
dir ihn bringen.
>)
Vgl. Joh. I, p. 148°. ®) Leid. hat TI) IRIIAm. ö) Lies DIN.
Lidzbarski,
Ginza. 31
15
35
20
25
35
482
Linker
Teil. 58, 1159, 4
Ich
will ihn zu dir bringen, und freue dich seiner,
denn
er ist ihrem Netze entronnen,
denn
ihrem Netze ist er entronnen
und
blieb in ihrem Blei nicht liegen.
Der
Mana hüpft und freut sich,
er
sprang auf und kleidete sich in weiß.
Er
sprang auf und kleidete sich in weiß,
er
stieg empor und setzte sich auf die Höhe.
Der
Maänä sitzt auf der Höhe,
er
spricht und ruft mich und spricht zu mir:
„Ich
blieb fest und harrte aus,
nun
komm rasch zu mir und hebe mich empor.“ —
„Auf,
geh hin, bring den Mana her,
bring
ihn her, damit er bei uns aufgerichtet werde.
Er
weile bei unserer Lobpreisung, er werde unter uns aufgerichtet,
wir
wollen uns seiner freuen, und er liebe uns und segne uns
[mit
unserer Lobpreisung.* —
Für
dich wurde das Leben des Lebens voll'),
und
der Manä fand, was er suchte. —
Und
gepriesen sei das Leben.
Sechzehntes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
der
im leuchtenden Schatze sitzt.
Im
leuchtenden Schatze sitzt er
und
spricht mit der Rede der Uthras.
Er
spricht [59] mit dem Lobpreis der Gewaltigen,
und
sie sprechen zu ihm mit Worten,
deren
eines wundersamer ist als das andere.
Wie
der Mänä dasteht und sich aufzuklären sucht,
verlangte
nach ihm das gewaltige (Leben)°) und hob ihn empor
Es
sprach zu ihm:
„Komm,
ich will zu dir sprechen, Mana,
begib
dich zu mir, ich will dich belehren.“ --
!)
So nach D. Leid. hat 07 wsHny, auch hier ohne SI NDR.
®)
Von hier an wohl so aufzufassen.
59,
4—19 Zweites Buch. Sechzehntes Stück.
„Ich
bin vor dir erschienen,
sage,
was du wünschest.“
Darauf
sprach es zu ihm:
„Die
Welt ist durch Blendwerk geschaffen,
auf,
steige hinunter und gehe zu Ihr.
Wenn
du nicht hinuntersteigest,
wer
soll ihr ein Beistand sein,
wer
soll Glanz über sie werfen?
Wer
soll über sie Glanz werfen
und
nicht zulassen, daß der Stamm abgeschnitten werde?
Das
verzehrende Feuer ward heftig‘)
und
entfachte das Feuer’).“ —
„Ich
will aufbrechen und zur Welt hinabsteigen;
was
für Werke tragest du mir auf?“
„Brich
auf, steige zur Welt hinab,
geh
hin und wachse im Körper auf.
Geh
hin, wachse auf im Körper,
in
jenem Gewande, das man dir anbefohlen.
Geh
hin und wachse unter den Mysterien auf,
und
die Mysterien sollen durch dich leuchten.
Durch
dich sollen die Mysterien leuchten,
soll
deinem Stamme Festigkeit zuteil werden.
Dein
Stamm soll an seinen Ort emporsteigen,
und
das Maß der Welt erfülle sich.
Es
erfülle sich das Maß der Welt,
und
zwei Leuchten sollen sie bewachen.
Bewachen
sollen sie zwei Leuchten
und
Glanz in hohem Maße entstehen.
Dureh
deinen Glanz werde das Haus behütet,
und
durch dich werde die Welt aufgerichtet.
Dich
sollen lautere Wächter behüten,
deine
Wurzel winde sich empor und steige in die Höhe.
Empor
steige der Sieg,
den
ich an deinem Orte ausgeteilt habe.“
!)
Sielle oben, p. 206°.
483
in
25
®)
Der Sinn ist unklar. Mit dem Feuer scheint das Gesamtfeuer gemeint zu sein,
schwerlich
ist „lebendes‘‘ zu ergänzen. INNNDN sieht nach einem Aphel von NYD aus, das ge-
wöhnlich
den Sinn „fliegen“ hat (MD), doch paßt dies nicht. Da wir R 376,9 NINTPNN NND
haben,
ist es möglich, daß ein Aphel vom Stamme 18 vorliegt, also etwa „entfachen“,
und
so
ist vielleicht auch das oben, p. 105° erörterte ÄNON) zu erklären: „wir wollen
sie auf-
rühren‘.
il
20
30
484
Linker
Teil. 59, 19-—60, 12:
Der
Mänä änderte nichts an dem,
was
das große (Leben) ihm befohlen.
Er
trat in den Körper ein,
in
jenes Gewand, das es ihm anbefohlen.
Er
wohnte im Rumpfe,
und
die Mysterien leuchteten durch ihn.
Er
verneigte sich vor dem Großen
und
beugte sich vor dem Gewaltigen.
Er
verneigte sich vor dem Großen,
das
sich dir und mir‘) erkenntlich zeigen wird.
Dir
und mir wird es sich erkenntlich zeigen,,
denn
[60] zwischen dir und mir war kein Lug. —
Und
gepriesen sei das Leben.
Siebzehntes
Stück.
Ein
Mäna bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
an
dem Untreue’) und Tücke nicht ist.
Nicht
ist an mir Untreue und Tücke,
nicht
Rede der Vergewaltigung.
Ich
winkte und zwinkerte nicht
und
weilte nicht als Schuldiger unter den Schuldigen.
Worin
habe ich gegen das Leben gesündigt,
gegen
das Große, das dort thronet?
Worin
habe ich gegen das Verborgene gesündigt,
daß
es mich in die Gefangenschaft und Verbannung warf,
in
die Gefangenschaft, in die die Äonen mich gebracht,
in
den Raub, den die Welten an mir begangen?
Wenn
sie mich nur nicht hingesandt hätten, in eurem Gewande zu
im
Raube, den die Äonen begangen! [wohnen,
„Wir
haben nicht gesagt, daß du, Mänä,
in
die Gefangenschaft der Äonen°) geraten sollest,
daß
du geraten sollest‘) in die Gefangenschaft der Äonen’),
nicht
daß die Welten dich rauben sollen.
ı)
In der ersten Person spricht wohl wieder der Mänä, die zweite bezieht sich wohl
auf
den „Helfer“. ?) Siehe Joh. II, p. 42%.
®)
Leid. hat MIN 77. #) Leid. hat zweimal NINWN.
60,
12—61, 4 Zweites Buch. Siebzehntes Stück. 485
Vielmehr
ist es uns lieb,
daß
du fest bleibest und ertragest und nicht gefangen werdest.
Höre
auf den Ruf, den wir dir zurufen,
zu
ihm habe Vertrauen.
Im
Vertrauen auf uns‘) 5
wirst
du mit uns an deinen Ort emporsteigen.
Du
wirst hinter uns°) aufgerichtet werden,
und
wir werden dich segnen.“
„Entsprechend
dem, was du, großes (Leben), mir sagtest,
komme
täglich eine Stimme zu mir.
Täglich
rufe mir eine Stimme zu, 10
die
mich wecket, damit ich nicht strauchle.
Wenn
du mir zurufest,
fangen
mich nicht die bösen Welten.
Die
bösen Welten fangen mich nicht,
und
ich gerate nicht in den Raub der Äonen.“ 15
Dem
großen (Leben) gefiel,
was
ich zu ihm gesprochen.
Täglich
Stimme, Kraft und Rede
schuf
und sandte es mir.
Es
schuf und sandte mir 20
Stimme,
Kraft und Rede,
und
was das Große mir sandte,
weckte
mir das Herz, so daß ich nicht strauchle.
So
lange er den Ruf des Lebens hörte,
veränderte
er nicht, was das Gewaltige ihm aufgetragen. 25
Ich
ertrug so lange, ich harrte so lange aus,
als
das Große es wünschte.
Wenn
das Große mich wünscht,
wird
es mich in seinem Schatze bewahren.
[61]
Es wird zu mir sagen: „Komm, Mana, 30
der
du dich belehren ließest und von der Welt her (vieles) er-
Wir
werden dich stützen [duldetest.
und
dir Sünde und Schuld erlassen.
Sünde
und Schuld werden wir dir erlassen,
weil
du auf uns hörtest und von der Welt her (vieles) er- 35
Und
das Leben ist siegreich. duldetest.* —
!)
Leid. hat 1807 RINYIIDN. °) Lies INIMNI „an unserem Orte‘ ?
25
30
486
Linker
Teil. 61,523
Achtzehntes
Stück.
Ein
Mänä biu ich des großen Lebens,
ein
Mana bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
brachte mich aus dem Hause des Lebens?
Aus
dem Hause des Lebens brachte mich wer,
wer
sandte mich in die Tibil und ließ mich in ihr wohnen?
Wer
ließ mich in der Tibil wohnen,
wer
mich im Hause meimer Feinde sitzen?
Wer
ließ mich im Hause meiner Feinde sitzen,
daß
meine Schatzmeister‘) nichts von mir wissen?
Meine
Schatzmeister wissen nicht von mir,
daß
man mich in das Haus meiner Feinde gesetzet.
Der
Uthra zog hin und kam,
bis
er zum körperlichen Rumpfe gelangte.
Er
gelangte zum körperlichen Rumpf,
da
sprach er zum verborgenen Adam’):
„O
verborgener Adam,
wer
hat dich aus dem Hause des Lebens hergebracht?
Wer
hat dich hergebracht aus dem Hause des Lebens,
wer
hat dich in die Tibil gesandt und dort wohnen lassen?
Wer
sandte dich hin und ließ dich in der Tibil wohnen,
wer
dich im Hause deiner Feinde sitzen?
Wer
ließ dich im Hause deiner Feinde sitzen,
daß
deine Schatzmeister nichts von dir wissen?
Nicht
wissen deine Schatzmeister von dir,
daß
man dich in das Haus deiner Feinde gesetzet.
Wenn
das Große von dir wüßte,
wenn
das Gewaltige von dir wüßte,
wenn
das Große von dir wüßte,
hätte
es dich nicht aus seiner Mitte weggeheißen.
Nicht
hätte es dich aus seiner Mitte weggeheißen,
dich
nicht in dieser Tibil wohnen lassen.
Nicht
hätte es dich in dieser Tibil wohnen lassen,
dich
nicht in das Haus deiner Feinde gesetzet.“
Darauf
sprach der verborgene Adam
und
erwiderte dem Manne, der ihn gefraget:
')
Seine Hüter im Schatzhause, in dem er früher aufbewahrt war, siehe den Schiuß.
*)
Der im körperlichen Adam (vgl. p. 242,18) verborgene innere Adam, die Seele.
Aus
NIDND
DNIN ist DNINTIN gekürzt, siehe p. 239, 13.
61,
23—62, 15 Zweites Buch. Neunzehntes Stück.
„Mein
Vater, das Große weiß von mir,
das
Gewaltige weiß von mir,
das
Große weiß von mir:
487
die
Welt, [62] die werden soll, können wir nicht unterdrücken ').“
Als
er dies von ihm hörte,
freute
er sich seiner über die Maßen.
Er,
ja er?) hatte ihn hierher gebracht,
nun
ward er ihm zum Geleiter ins Jenseits.
Er
zog ihm [sein Gewand] aus und bekleidete ihn mit seinem eigenen
er
führte ihn hin, hob ihn empor und richtete ihn im Hause des :o
Er
faßte ihn bei der Rechten
und
übergab ihn seinen eigenen Schatzmeistern.
Seine
Schatzmeister freuten sich seiner;
sie
wurden ihm zum Hüter.
Zum
Hüter wurden sie ihm,
führten
ihn in ihr Schatzhaus ein und verbargen ihn darin. —
Und
das Leben ist siegreich.
Neunzehntes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens.
Vom
Schatze des Lebens ruht etwas auf mır.
Ich
leuchte durch die Rede meines Vaters,
durch
die Lobpreisung des Mannes, meines Schöpfers.
Wann
auf mir etwas von seinem (des Lebens) Schatze ruhte,
verlangte
es nach mir [aus seinem Schatze].
Wann
es nach mir aus seinem Schatze verlangte,
sandte
es mich nach dieser Welt.
Als
ich aus seinem Schatzhause kam,
schaute
ich hin und erblickte die Welt.
Ich
schaute hin und erblickte die Welt;
sie
ist häßlich und ihre Gestalt unförmig.
Ich
schalt und verwarf‘),
ich
verachtete die Männer, die sie geschaffen.
Ich
spreche zu ihnen:
1)
Siehe p. 388,17. Leid. hat T®217, siehe Nöld., p. 216 unt.
2)
Leid. hat wie B I 1.
3)
Leid. hat Fund Frwabe.
[Gewande’),
[gewaltigen
(Lebens) auf.
*)
Siehe p. 428".
15
35
20
25
30
35
488
Linker
Teil. 62, 16—63, 9
„Wie
soll ich die ruhigen Mysterien verlassen
und
in die aufrührerischen Mysterien eintreten?
Wie
soll ich die Lobpreisung meiner Väter verlassen
und
in die Kümmernisse des nichtigen Gewandes hineinfallen?
Wie
soll ich die Wahrheit der Großen verlassen
und
im hinfälligen Rumpfe wohnen?“
Wie
Adam dasteht und sich aufzuklären sucht,
kam
der Mann, sein Helfer.
Der
hohe Helfer kam zu ihm,
der
ihn in ein Stück reichen Glanzes hineintrug.
Er
sprach zu ihm:
„Ziehe
dein Gewand an,
damit
du in deinem eigenen Glanze feststehest.
Vergiß
nicht, was das große (Leben) dir befohlen,
und
werde nicht ein Schuldiger bei ihm genannt.
Tritt
ein und wohne‘) in diesem Rumpfe,
aus
dem der Stamm hervorgehen soll.
[Aus
ihm] soll der Stamm [63] hervorgehen
und
Bestand erhalten.“
Darauf
öffnete Adam den Mund
und
sprach zu seinem Helfer:
„Welche
Kraft verleiht ihr mir in Fülle,
daß
ich dieses Gewand anziehe?
Mit
welcher Stütze stützet ihr mich in der Tibil,
daß
ich im hinfälligen Hause wohnen soll?“
Da
erwidern sie ihm):
„Deine
Kraft ist die Kraft des großen (Lebens),
deine
Erleuchtung ist von ihrer Stätte her geschaffen.
Die
Männer, die dein Gewand geschaffen,
dienen
dir, bis du abscheidest.“
Darauf
kam ich hin und wohnte darin
und
wich nicht ab von dem, was meine Helfer mir befohlen.
Ich
wusch mir die Hände und betete das Leben an,
ich
ging hin und kam in die Welt.
Es
machten halt und segneten mich
die
Bösen, Ahbgeschnittenen, Vergehenden.
Doch
ich schalt und verwarf sie,
ich
verachtete sie, jeden einzeln.
‘)
Im Texte steht: „ich werde eintreten und in ihm wohnen.“
”)
Der Plural bezieht sich allgemein auf die oberen Wesen.
63,
9—64, 3 Zweites Buch. Neunzehntes Stück.
Ich
spreche zu ihnen:
„Wer
mit dem Segen der Großen gesegnet ist,
bedarf
nicht des Segens der Vergänglichen.“
Als
sie dies von mir hörten,
sahen
sie sich als unterlegen an.
Als
unterlegen sahen sie sich an,
und
alle verfielen in Nachdenken.
In
böse Gedanken verfielen alle
und
schmieden böse Pläne gegen mich, Adam.
Sie
sprechen:
„Wohlan,
wir wollen ihn bearbeiten, wir wollen ihn hemmen
und
ihn uns gleich machen.
Wir
wollen ihn gleich uns machen,
denn
jetzt steht er abseits von uns.“
Adam
singt Hymnen
und
sucht sich in seinem Sinne aufzuklären.
Er
spricht:
„Was
wollet ihr Beschämenswerten mir antun,
wo
meine Augen zu meinem Orte emporschauen?
Meine
Augen schauen zu meinem Orte empor,
und
ich glänze durch die Lobpreisung meines Schöpfers.
So
lange ich unter euch bin,
was
sprechet ihr über mich bei eueren Plänen?
Bald
kommt zu mir der große Uthra'),
kommt
der Mann, mein Helfer.
Er
spricht zu mir:
„Steh
auf, steh auf mit mir, Adam,
489
daß
sie dich nicht mit den vergehenden Mysterien abschneiden.
Nicht
sollen dich die Mysterien des lodernden Feuers gefangen nehmen ’),
das
brennt und lohet.
Steh
auf, ziehe das Gewand des lebenden Feuers an,
das
der Herrlichkeit gleicht.
Steh
auf, steige zu deinem Schatzhaus empor,
[64]
komme nicht an ihren Anstößen und Verschuldungen zu Falle.“
Adam
stand dann auf und stieg zum Hause des Lebens empor,
er
verließ die Mysterien dieser Welt.
Adam
sprach zum großen (Leben):
„Ich
war außerhalb von dır.
ı)
NUINRD NIMNY, siehe Lit., p. 279 s. WNIN, hier p. 146°, 370,2 und L 94, 24.
2)
Lies 7RY2WNRD. Die Lesung ist durch NPNIW Text 64,2 beeinflußt.
15
25
30
35
ur
20
490
Linker Teil. 64,319
[Außerhalb]
von dir [war ich]'), dann wurde ich erlöst und stieg empor;
gesegnet
sei der Mann, der mich erlöst und emporgehoben hat.
Gesegnet
seiest du, großes Leben,
da
du mir diesen Helfer gesandt hast.“ —
„Schön
bist du emporgestiegen,
und
wer nach dir kommt, wird schön emporsteigen.
Das
Zeitalter wurde mangelhaft,
und
Verfolgung wird reichlich gegen sie?) losgelassen.
Schön
bist du, Adam, emporgestiegen,
und
wer vermag, wird nach dir emporsteigen.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist Mandä dHaije und seine Helfer.
Zwanzigstes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mana bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens.
Ich
weilte unter verborgenen Pflegern.
Unter
verborgenen Pflegern weilte ich,
die
wundersam, gesegnet und gefestigt sind.
Wer
mit ihrem Segen gesegnet wird,
geht
nicht zu Grunde,
wer
ihre Rede hört, kommt nicht zu Falle.
Wer
sich durch ihren Lobpreis aufklärt,
kommt
auf den Leitern der Äonen nicht zu Falle’).
Demama.
.... spricht zu den Sieben:
„leh
wohne nicht unter euch.
[Unter
euch] wohne ich nicht
und
strauchle nicht durch eure Anstöße.
Ich
gerate nicht in eure Gefangenschaft
und
nehme von euch nichts an.
Mich
machte nichts klug von eurer Klugheit,
und
euer Blendwerk wird bei mir nicht bewahrt.
t)
Fraglich, ob so zu ergänzen ist.
2)
Gegen die Gläubigen.
®)
Ich vermute N52%D2. Es sind wohl Leitern, auf denen die Seele emporsteigen
soll,
siehe auch oben, p. 208f. Leid. hat X’93ND7. Vielleicht hat hier die Wendung
XOI3RDT
NTINT
(siehe p. 457!) eingewirkt. Weiterhin hat Leid. statt NyD, das hier nicht paßt,
das
noch schlechter passende NY)Y.
s
64,
19—65, 12 Zweites Buch. Einundzwanzigstes Stück.
Ich
lerne nichts von eurer häßlichen Lehre
und
übe nichts von euren Werken insgesamt:
denn
ich bin nicht von euch.
Ich
spitzte meine Lippen über euch
und
verachtete alle eure Werke‘).
Ich
entspringe euch,
den
Fangstricken, die ihr in die Welt geworfen,
allen
euren Stricken und euren Reifen
und
allen euren Ketten.
Ich
begebe mich an meinen Ort
und
höre [65] die Rede meiner Pfleger.
Die
Rede meiner verborgenen Pfleger höre ich,
die
wundersam, gesegnet und gefestigt sind.
Ich
glänze durch ihr Gewand
und
bin weise durch ihre Weisheit.
Ich
lerne, was sie in ihrem Herzen haben,
und
tue alles, was sie tun.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
Einundzwanzigstes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mana bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Manä bin ich des großen Lebens,
der
ich durch die Lobpreisung meines Schöpiers glänze.
Wenn
sie mich in die Gefangenschaft brachten,
mich
in diese Welt sandten und brachten,
da
sandten sie mich in die Welt der Verbrecher,
die
alle abgeschnitten und dem Untergange geweiht sind,
in
die Welt, deren Gestalt häßlıch ist
und
deren ....... °) nicht leuchtet.
Ihre
Diener haben keinen Gang,
alle
ihre Geschöpfe haben keinen Glanz.
Sıe
sind nicht sanft, nicht ruhig,
und
keine Gemeinsamkeit ist unter ihnen.
Finster
ist ihre Gestalt’),
und
ihr Aussehen ist dunkel.
1)
Man hat wohl Pamndy und nannmayd zu lesen.
®)
Der Text hat unpassend 07319 Abllevrer. ®) Lies NINMINS-
491
wi
30
35
20
30
>
492
Linker Teil. 65, 12—66, 2
Ihre
Häuser sind niedergesunken,
und
sie sitzen alle in der Einöde.
Sıe
wurden schwarz und nahmen Schwärze an,
alle
sind häßlich und schwarz’).
Flüsternd
stehen sie alle da,
böse
Verbrecher, die voll #»+++*+»+ sind).
Was
frommt es mir, für euch zu bürgen ’)
und
zu euch gezählt zu werden?
Ich
soll durch eure Bosheit abgeschnitten werden
und
unter euch hinabsinken?
Was
frommt es mir, euren Dunst zu sehen,
wo
ein jeder, der ihn sieht, zu Falle kommt?
Was
frommt es mir, daß ich eure Werke sah,
die
keinen reinen Namen tragen?
Ich
gehe nach dem Hause des Lebens,
warum
soll ich eure Wohnung lieben?
Die
Planeten stehen da,
sind
mit Fesseln gefesselt und sprechen:
„Als
Adam uns entfloh,
zerbrachen
unsere Wachthäuser.
Als
Adam von uns in die Höhe stieg,
wurde
unser Glanz uns rasch genommen.
Rasch
wurde unser Glanz uns genommen,
und
unserer ‘) wurde als ob er nie dagewesen.“
Er
erhob sıch und stieg zum Hause des Lebens empor,
sie
wuschen ihn im Jordan und behüteten ihn.
Sie
wuschen ihn und behüteten ihn im Jordan,
sie
legten ihre Rechte auf ihn.
Sie
tauften ihn mit ihrer Taufe
und
festigten ihn [66] durch ihre reinen Worte. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
u)
TIDR „essen“ paßt nicht; es hat wohl eine Form von DIN „schwarz sein‘ dage-
standen.
?)
Statt 0YW12 ist vielleicht NW)27 „Verbrecher, die voll Böses sind,“ zu lesen.
°)
Siehe Nöld., p. 242,4, doch scheint mir die Erklärung nicht ganz sicher.
*)
Siehe Joh. IL, p. 66°.
66,
3—20 Zweites Buch. Zweiundzwanzigstes Stück.
Zweiundzwanzigstes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens.
Ich
war im verborgenen Schatzhause.
Im
verborgenen Schatzhause war ich
unter
den teuren Schatzmeistern.
Noch
hatte ich den Schatz nicht geschauet.
den
mein Schöpfer öffnete und den er anstaunte.
Noch
hatte ich den Schatz nicht geschauet,
noch
nicht in meiner Erleuchtung ausgerufen ').
Noch
hatte ich den Schatz nicht geschauet,
da
brachten sie mich hin und sandten mich in diese Welt.
Wie
schön ist, was ich geschauet,
wie
häßlich, was ihr mir dann zeigtet!
Ich
hatte Erleuchtung in Fülle geschaut‘),
da
brachten sie mich hin und zeigten mir die Finsternis.
Wann
soll ich entfliehen
der
Finsternis, die sie mir gezeigt?
Wann
soll ich ihr entfliehen,
daß
ich hingehe und schaue, was ich jenseits geschauet?
Also
sprach der Mäna,
und
seine Stimme stieg zum Hause des Lebens empor.
Zum
Hause des Lebens empor stieg seine Stimme,
493
wa
seine
Ergebung stieg zum Hause des gewaltigen (Lebens) empor.
Es
sprach zu ihm:
„Ertrage
du vieles,
dann
wirst du bald deinen Schatz schauen.
Bald
wirst du deinen Schatz schauen,
den
dein Vater öffnete und anstaunte.
Richte
du deine Gedanken weg von der Tibil,
und
wir werden von hier unsere Gedanken auf dich richten.
Bete
du von der Tibil her,
und
wir werden für dich beten (ein Gebet) reich und groß®). 35
Du
Mänä, der du das Leben geschauet,
siehe
zu, daß du nicht den Tod liebest.
Siehe
zu, daß du nicht den Tod liebest
und
verkehrte Rede bezeugest.
ı)
Einen Ruf der Überraschung. ®2) Man beachte den Widerspruch.
3)
Siehe p. 389 unten.
494
Linker Teil. 66, 20—67, 13
liebe
nicht Dinge der Lust
und
lasse nicht den lichten Glanz im Stich.
Vergiß
nicht die Großen,
vergiß
nicht was du schauen wolltest und nicht schautest.*
ä
Als der Mänä dies hörte,
spitzte
er seine Lippen über die Welten.
ir
verachtete Jorabba
und
die sieben Gestalten, die bei ihm wohnen.
Er
verachtete die Planeten,
10
wie sie in ihren Wagen [67] sitzen.
Er
verachtete die Buhlerin '),
von
der alle häßlichen Dinge ausgehen.
Er
verließ sie voller Verachtung,
er
begab sich fort und ging an seinen Ort,
15
während alle seine Wächter verblüfft dasaßen.
Er
sprach:
„leh
will hingehen und nach dem sehen, was das große (Leben) mir
sehen
den Schatz des gewaltigen (Lebens). (aufgetragen,
Ich
will hingehen und die Kostbarkeit?) schauen,
20
die mein Vater öffnete und anstaunte.“
Bald
kam der reine Bote,
er
nahm mich von hier weg, befreite mich von hier
und
hob mich zu seinem Schatzhaus empor.
Er
sprach:
25
„Komm, komm, Maänä,
komm,
schaue die Kostbarkeit.
Komm,
schaue die Kostbarkeit,
die
du schauen wolltest und nicht schautest.
Du
hast gut ausgehalten, Mänä,
39
du hast dich gut befreit und bist emporgestiegen.“
Der
Manä freut sich der Kostbarkeit
und
segnet das gewaltige (Leben).
Er
spricht zu ihm:
„Wenn
ich emporgestiegen bin), werde ich dir sagen,
was
aus deinem lebenden Feuer wird.
Wenn
dein ...... im Gerichte der Welten zurückgelassen wird,
wird
ein Teil deiner Weinlese ‘) in die Hand der Planeten geraten.“ —
eF7
wı
!)
Rüha, siehe p. 80%.
?)
Dies scheint hier der Sinn von XMNY zu sein.
®)
Eine Frage paßt hier nicht, man erwartet 72 oder ah apäle) Y.
*)
Siehe p. 330, 34.
67,
13—68, 7 Zweites Buch. Dreiundzwanzigstes Stück. 495
„Du
hast gesprochen und verwirklicht, Mäna,
geh,
setze dich auf deinen Thron.
Wir
wissen wohl,
daß
dies vom Zweiten ausgeht.“ —
Und
gepriesen sei das Leben.
Dreiundzwanzigstes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mänä bin ich des großen Lebens,
der
ich in teurem Glanze leuchte.
Wer
hat mich gepflanzt, mich hingesandt
und
in die Täuschung dieser Welt gebracht?
Wer
hat mich in den Rock, den körperlichen Rock, geworfen,
daß
ich aus den Schmerzen und Gebrechen nicht herauskomme ')?
Wer
hat mir ihre Täuschung gezeigt,
wer
mich in ihr Blendwerk versetzt?
Wer
hat mich aus dem Glauben entfernt,
wer
mich unter die verkehrten Zungen geworfen?
Wer
warf mich unter die verkehrten Zungen,
an
denen kein Schatten von Gradheit ist?
Wer
warf mich unter die Wüteriche,
die
alle voll Wut, [68] Lüge und Täuschung sind?
Wenn
ich nur nicht hingehe und dann nicht schaue
meinen
Ort, den Ort des Lichtes.
Wenn
ich nur nicht sie (die Oberen) vergesse
und
nichtige Werke verübe.
Wenn
ich nur nicht die Sanftheit vergesse,
die
das Leben mir zugerufen und gelehrt hat.
Die
verderblichen Geheimnisse drückten auf mich,
und
die Geheimnisse des Lichtortes können mich nicht sehen.
Die
Stimme meines lauteren Erlösers ist es,
die
Stimme des Mannes, meines Helfers,
die
Stimme meines lauteren Erlösers,
der
mit seiner Stimme lehrte und mich vernehmen ließ.
Er
lud mir eine reine Last auf,
bei
dessen Anblick die Welten erbeben.
1)
Wohl NIPYDRIND zu lesen.
un
15
530
496
Linker Teil. 68, 7—23
Er
spricht:
„ich
habe dich versehen, wohl versehen,
wenn
du willst, steige hierher empor.
Wenn
sie dich erblicken,
5
unterwirf du dich ihnen.
Wenn
sie zürnen und erzürnen,
sei
du, Mänä, voller Ruhe.
Erhitze
dich nicht, zürne nicht und sündige nicht (Mana,)
und
nimm keinen Fehler auf dein Gewand.
10
Ducke dich unter deiner reinen Last
und
suche Ruhe in der Erleuchtung, die man dir gewähret.
Siehe
nach deinem verborgenen Glanze
und
entrinne dem fehlerhaften Rocke.
Bekenne
die rechten Gläubigen,
15
die alle vor dir aufhören’).
Wenn
du so handelst,
wird
dein Gewand an seinem Orte aufgerichtet werden.
An
seinem Orte wird dein Gewand aufgerichtet werden,
und
du wirst bei uns gefestigt werden.“
20
Als der Mänä dies hörte,
richtete
ihm das Leben den Sinn auf.
Es
sprach zu ihm:
„Sei
gläubig und standhaft,
dann
wirst du emporsteigen und die Gewaltigen schauen.* —
25
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Vierundzwanzigstes
Stück.
Ein
Manä bin ich des großen Lebens,
30
ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens,
den
sie [aus dem Hause des großen (Lebens)] brachten.
Sie
brachten mich aus dem Hause des Großen;
ich
bin gekommen, um den Stamm zu ...... ih
!)
Man kann sich bei dem Verse nichts Rechtes denken. Vielleicht hat am Ende ein
anderes
Verb gestanden.
®)
Etwas wie „gründen“ muß dagestanden haben. PNDYI „emporsteigen“ gibt keinen
Sinn.
68,
23—69, 16 Zweites Buch. Vierundzwanzigstes Stück. 497
den
Stamm zu ...... kam ich
und
fernzuhalten’) das Fehlerhafte, das da war.
Als
Adam aus dem Hause des Lebens kam,
[69]
schauten die Planeten hin und erblickten ihn.
Es
schauten hin und erblickten ihn die Planeten,
die
verkehrt und verdreht sind.
Als
die Planeten ihn erblickten,
wußte
Adam nicht, was er ihnen sagen sollte’).
Wie
er an seiner Stelle steht, ängstigte er sie,
alsdann
ging er vorbei (?) und sprach zu ihnen:
„O
ihr verdrehten Augen,
warum
erhebet ihr euch zu den reinen °)?
OÖ
du böser Mund,
was
willst du der rechten Zunge sagen‘)?
OÖ
die ihr ein Ende nehmet,
was
wollet ihr von den wahrhaftigen Lippen lernen?
Ö
ihr Mangelhaften, Abgeschnittenen,
was
wollet ihr von der leuchtenden Gestalt lernen?
Nicht
euch zuliebe bin ich hierher gekommen,
sondern
das Leben hat mich hergesandt.
Nicht
euch zuliebe bin ich hierher gekommen,
denen
vom Leben kein Rat erteilt wurde.
Des
Zweiten wegen bin ich gekommen,
damit
seine Werke nicht zu Grunde gehen.
Seine
Werke sollen nicht zu Grunde gehen,
weil
seine Rechte rein ist.“
Als
sie dies von ihm hörten,
wurden
sie ihm zu Pflegern.
Einer
schuf Wasser,
ein
anderer schuf Wind.
Einer
schuf Wind
und
fügte eine Krone zusammen für alle°).
Jeder
einzelne‘) gewährte ihm Glanz,
und
sie zogen ihn mit Speise groß.
Er
wiederum erleuchtete sie
ohne
Aufhör’).
0)
xD) „füllen“ paßt schlecht; vielleicht XC)DO) zu Y3, siehe Joh. 46, 13ff.
2)
Wohl arla Niahhi zu lesen.
3)
Lies NDNIONTD; Leid. hat NDNINTND.
*)
Lies YxH'Nn. Der Gegensatz zu NIPNN BINWD sind die NYIOY NWNWD Text 67,23.
5,
Für alle Winde? 6) Leid. hat N 87.
?)
Wahrscheinlich fehlt hinter SONDN) etwas.
Lidzbarski,
Ginza. 32
15
35
5
298
Linker Teil. 69. 17--70 8
Sie
waren ihm Pfleger,
doch
von Zeit zu Zeit ließen sie Angst gegen ihn los.
Da
betet der Mäna in Erleuchtung,
und
die Angst wird gegen ihn nicht losgelassen.
Lobpreisend
betete Adam zum großen Leben:
Sende
mir diesen Helfer.
Nur
kurze Zeit weilte er unter ihnen,
bald
entwich er ihren Händen.
[Er
entwich] dem Mangel,
er
stieg weg von den Anschlägen empor.
Sıe
sehen seinen reichen Glanz,
wie
helles Licht ihn umgibt’).
Er
stieg empor und schaute die reine Vollkommenheit,
die
zu ihm herankam.
Er
sprach zu ihr:
„Komm,
komm, sanfter Helfer,
denn
dir zuliebe [70] wohnte ich’) in der Welt.
Deines
Glanzes und deiner Rede wegen
wurde
keine Angst gegen mich losgelassen.“*
Sie
faßte Adam bei der Rechten,
stieg
empor und richtete ihn in ihrer Skina auf,
an
der Stätte, an der das große (Leben) wohnet
und
ihr Glanz und ihre Gestalt hell sind:
„
Jener Adam, den du mir übergabest,
ist
wieder bei dir”) aufgerichtet‘).“
Das
Leben segnete ihn mit seinem reinen Munde
und
sprach freundlich zu ihm:
„Gesegnet
seiest du und dein Schöpfer, der dich geschaffen hat,
diesen,
Manä°), brachte ich zu dir®).“ —
Und
gepriesen sei das Leben.
Fünfundzwanzigstes
Stück.
Ein
Mänä bin ich des großen Lebens’),
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
')
Lies FIIRIRINM. ®) Lies MIRT RD DMOIEN.
®»*)
Diese Worte nach Leid.: INDNINY (lies RSMONIYT) FOYnannıyT ONIN ın
TDIRNND.
*)
Die Worte sind von der Adam geleitenden „Vollkommenheit“ gesprochen.
®)
Hier ist der Mänä als Seele von Adam getrennt.
-6)
Leid. hat -NIMDN. ?) Siehe auch den Anfang des vierten Stückes.
70,
9-71, 2 Zweites Buch. Fünfundzwanzigstes Stück. 499
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
brachte mich von meinem Orte weg?
Von
meinem Orte brachte wer mich weg,
wer
ließ mich im Hause der Planeten wohnen?
Im
Hause der Planeten ließ wer mich wohnen,
daß
die Bösen auf mich zürnen?
Die
Bösen zürnen auf mich,
und
täglich sinnen sie auf Böses gegen mich.
Sie
sinnen in Bosheit gegen mich und sprechen:
„Wir
wollen ihn abschneiden und bei uns lassen.
Wir
wollen ıhn abschneiden und bei uns lassen
und
von seinem Herkunftsorte absperren.
Absperren
wollen wir ihn von seinem Herkunftsorte,
und
er soll unser Anteil genannt werden.“
Adam
sinnt nach und spricht:
„Vielleicht
verdammen sie mich.
Vielleicht
verdammen sie mich hier
und
schneiden mich vom Herkunftsorte meines Vaters ab.“
Wie
Adam dasteht und nachdenkt,
kommt
sein Helfer zu ihm heran.
Heran
zu ihm kommt sein Helfer,
der
Uthra, der ihn hierher gebracht hat.
Er
spricht zu ihm:
„Nach
dem Hause, in dem du wohnest,
warum
fragest du?
Du
weißt nicht, Adam,
daß
es so geschieht, wie du sagtest ')?
Wir
im Verborgenen, wir wissen,
daß
du bald daraus scheidest
und
zu uns emporsteigest.
Du
steigest zu uns empor
und
wohnest in unserer Skina.“
Als
Adam dies hörte,
fragte
er nicht mehr nach den Vergänglichen.
Er
fragte nicht mehr nach denen, die das hinfällige Haus gebauet;
er
harrte aus und wohnte darin.
Doch
bald [71] flog er empor und gelangte an seinen Ort,
die
Stätte, aus der er geschaffen worden war,
die
Stätte, aus der er geschaffen
und
in der seine Gestalt aufgeleuchtet war.
!)
Siehe oben, p. 456, 25f.
ke
20
25
30
35
40
25
30
500
Linker
Teil. 71, 3—20
Adam
freut sich in seinem Sınne,
klärt
sich in seinem Sinne auf:
„Wie
wundersam ist, was mein Vater mir gesaget,
wie
wundersam, was das große (Leben) mich gelehret.
Gehet,
gehet, ihr Planeten,
seid
ein Anteil eurer eigenen Häuser.
Gehet,
seid ein Anteil eurer Häuser,
und
eure Häuser seien euer Anteil.
Ich
steige mit der Wurzel meines Vaters empor,
während
das Haus euch gelassen wird.* —
Gepriesen
sei das Leben, siegreich ist das Leben, das die Freunde
seines
Namens nicht verdammt.
Sechsundzwanzigstes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Hier
unter den Äonen weilte ich.
Hier
weilte ich unter den Äonen,
und
Hibil war mir ein Pfleger.
Ein
Pfleger war mir Hibil,
und
er war mein lauterer Helfer.
Der
Sohn des reichen Glanzes,
und
seine Kraft‘) war mir eine Stütze.
Er
war mir eine Stütze, er festigte mich,
und
er erlöste mich von der Welt.
Er
erlöste mich aus der Hand
und
den Werken der Sieben.
Allzeit
zeigte er mir den Weg
und
schuf mir einen Pfad zum Lichtort.
Er
hob mich mit sich empor
und
ließ mich nicht in der nichtigen Wohnung zurück.
Er
bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes |
und
holte mich mit Gepränge aus der Welt. —
Und
das Leben ist siegreich.
!)
Leid. hat Fin, diese Auffassung wird auch durch Text 72, 12,17 gestützt.
71,
21— 72.10 Zweites Buch. Siebenundzwanzigstes Stück. 501
Siebenundzwanzigstes
Stück.
Ein
Mana bin ich des großen Lebens,
ein
Mana bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
brachte mich von meinem Orte weg? 5
Von
meinem Orte brachte wer mich weg,
wer
stürzte mich zwischen die Berge’)?
Wer
stürzte mich zwischen die Berge,
und:
wer warf mich in den Ort des Todes?
In
den Ort des Todes warf wer mich, 10
vom
Leben trennte wer mich?
Wer
trennte mich vom Leben,
das
überreich, ohne Mangel ist?
[72)
Wie der Mana nachsinnt,
kam
zu ihm sein Helfer heran. 15
Sein
Helfer kam zu ihm heran,
zeigte
ihm den Kranz, den man ihm anvertrauet,
zeigte
ihm den lauteren Schatz,
der
an seiner Stätte?) gegründet und geschaffen war:
„Wenn
du dich vom Leben lossagtest, 20
hätte
es dir diese Kränze nicht zuerteilt.
Nicht
hätte es dir zuerteilt diese Kränze,
noch
diesen Schatz dir geschaffen.
Dir,
Mänaä, ist es bestimmt,
daß
du ausharrest und in der Welt wohnest. 25
Zu
nichte werden sollen die Werke,
die
dein Vater, der Zweite, geschaffen.
Jedesmal,
wo es dir schwer wird,
wird
unser Ruf zu dir gelangen.
Er
wird zu dir gelangen; 30
ändere
nichts an dem, was wir dir sagten.“
Die
drei Uthras stützten den Mäna’),
und
er, der Mänaä, fand Ruhe in seiner Erleuchtung.
Er,
der Mäna, fand in seiner Erleuchtung Ruhe,
er
erhielt fest und gesetzt seinen Sinn. 35
",
Mit ihren unebenen, schwierigen Wegen?
2)
Wohl NN217 (FNDT) zu lesen. Das angehängte }' ist vielleicht durch das folgende
rn
beeinflußt.
s)
Drei Uthras als Beschützer und Hüter der Seele oben, p. 92,8f.; 96.237. und
sonst,
siehe
auch Brandt, Rel., p. 122.
502
15
20
25
30
Linker
Teil. 72,11—73,1
Seinen
Sinn erhielt er fest,
er
harrte aus und wohnte in der Welt,
der
Welt, deren Widerwärtigkeit kein Ende nimmt.
Sie
faßten den Mäna mit all ihrer Kraft
und
hielten ihn mit beiden Händen fest.
Sie
holten ihn aus dem Körper
und
richteten ihn an seinem Orte auf.
Sie
öffneten ihm das Tor des Lichtes
und
zeigten ihm die Wege der Sicherheit.
Er
geht dahin, während seine Kraft immer wächst),
und
preist die Männer, die ihn unterwiesen haben.
Er
preist den Turban, den sie ihm gezeiget,
die
Gewänder des Glanzes, die sie ihm angelegt.
Er
preist seinen Helfer,
durch
dessen Kraft er in der Welt hat wohnen können. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Achtundzwanzigstes
Stück.
Eın
Manä bin ich des großen Lebens,
ein
Manä bin ich des gewaltigen Lebens,
ein
Mana bin ich des großen Lebens.
Wer
brachte mich von meinem Orte weg?
Von
meinem Orte brachte wer mich weg,
im
Hause der Planeten ließ wer mich wohnen?
Wer
ließ mich im Hause der Planeten wohnen,
wer
hat mich in die Mangelhaftigkeit geworfen?
Wer
warf mich an den Ort, der voller Schändlichkeiten ist,
wo
alle voller Täuschung und Trug sind?
Wer
schloß mich in ihre Mysterien ein,
wer
fesselte mich mit ihren Ketten?
Wer
legte mich in ihren großen Fußblock,
wer
[73] zeigte sie mir’)?
Wer
warf mich in ihr Gemäuer,
wer
schloß ihr Tor vor mir?
1)
Lies FORT RIND) NNDND?
2)
no ist kaum ursprünglich. Sollte vielleicht das assyrische medilu „Riegel“
darin
stecken
?
73,
2—19 Zweites Buch. Achtundzwanzigstes Stück. 503
Wer
tat mich mit ihren Zöllnern zusammen
und
führte mich an ihren Wachthäusern vorbei?
Als
ich sie erblickte, erschrak ich,
und
Angst überkam mich.
Ich
erschrak, mich überkam Angst,
und
ich sagte mir, daß ich vergesse, was das gewaltige (Leben)
[mir
befohlen.
Wie
der Mänä dasteht und nachsinnt,
kam
sein Helfer zu ihm heran:
„ieh
bin zu dir gekommen,
damit
du unter den Werken deiner Hände wohnest.
Wenn
du unter ihnen weilest,
sieh
dich vor, deine Seele zu verderben.
Sieh
dich vor, ihre (der Bösen) Sünden zu begehen,
daß
du mit zu ihrem Ende gezählt werdest.
Wenn
du dich abseits von ihnen hältst,
werden
sie dir nichts anhaben können.
Sie
werden dich mit ihren Verschlüssen nicht festhalten,
werden
dir nicht auf dem Wege vorangehen.
Ich
werde dich rasch von ihnen erlösen
und
von den nichtigen Wachthäuslern,
sowie
von den finsteren Mauern,
die
ein Anteil der Vergänglichen sind.
we
..:; das Leben deine Werke;
in
wahrhafter Liebe werde ich dich emporheben.
Ich
werde dir Sam, den verborgenen '), offenbaren,
sowie
seinen guten Namen, in dem du weiltest.
Ich
werde dir die drei reinen (Dinge) zeigen,
die
wundersam und außerweltlich sind.
Dein
Herz, das dich schmerzt, wird Ruhe finden,
und
du wirst die Verfolgung der Welt vergessen.“
Der
Mänä segnet
und
preist seinen großen Helfer:
„Wenn
du mir diese Dinge zeigest,
warum
soll ich mit den Vergänglichen wohnen?“
Sein
Maß wurde voll, und seine Zeit kam,
da
stieg der Mana an seinen Ort empor.
Der
Mana stieg an seinen Ort empor,
und
die sanften Uthras gingen ihm entgegen.
»)
N'DND DND findet sich nur an dieser Stelle, doch steht das Beiwort den häufigen
Bezeichnungen
%D DND und NY’OD NIND DND nahe.
5
20
25
30
504
Linker Teil. 73, 19—74, 2
Die
Uthras gingen ihm entgegen,
sie
brachten ihm Glanz, Licht und Leuchten.
Sie
bekleideten ihn mit Glanz
von
dem, womit sie sich an ihrer Stätte kleiden.
5
Sie bedeckten ihn mit einem Turban von Licht,
von
der Art, wie sie an ihrem Orte bedeckt sind,
[und
öffneten ihm] die Pforte mit ihrer Lobpreisung.
„Ja,
so’) liebten und ehrten wir dich,
weil
du dich befreitest und von der Welt emporgestiegen bist!
>
Du hast dich befreit, bist von ihnen emporgestiegen
und
wurdest unter uns [74] in Herrlichkeit aufgerichtet.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
')
DNDN heißt in der Regel „wie“, dies paßt aber hier schlecht. Es hat wohl hier
den
Sinn „so“ wie oben, p. 62,1. MNIDN 87 könnte für MNIINT stehen, das B hat,
siehe
auch
R 239, ]. ult. mit Varr.
N
E-,
eo)
& =}
FH
Drittes
Buch.
Das
Buch enthält eine bunte Sammlung von Gedichten, die sich alle mit dem Schicksal
der
Seele befassen. Einige finden sich auch im Qolastä. Die Seele wird vorwiegend
NOW)
statt
NDOW) genannt, siehe Lit., p. 121. Auf die längeren Gedichte folgen in der
Regel
kurze,
die man sich als Responsionen der Gemeinde zu denken hat. Die liturgische Ver-
5;
wendung
der Sammlung bei einem Todesfalle ergibt sich aus der Randglosse am Anfange
des
Buches in A: „Wenn man das Buch lesen will nach dem (Tode eines)
Abgeschiedenen,
mag
der Abgeschiedene ein Mann oder ein Weib oder ein Priester sein, so verrichte
er (der
Priester)
erst ein Gebet für sich und die ganze Generation!).“ Vor Stück 14 steht in C am
Rande:
„Wenn du anlangst bei „Als die Finsternis Pläne schmiedete“, dann legt man den
10
Abgeschiedenen
ins Grab, wenn er ein Priester oder Ganzibrä (siehe p. 150°) ist.“
Im
Namen des großen Lebens werde die Gemeinschaft und die Selig-
keit
des Lebens, sowie ein Sündenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin
NN
und meinen Kindern NN, sowie den Seelen unserer Väter, unserer
Meister,
unserer Brüder und unserer Schwestern, die aus ihrem Körper ge- 1;
schieden
sind und die noch in ihrem Körper weilen.
OÖ
sanfter Mänä,
o
geordneter, wohlgeordneter Mänä,
o
sanfter Mänä,
mögen
mit dir Helfer kommen, 20
bis
daß die Wage wäget
Werke
und Lohn.
Erstes
Stück.
Im
Namen des großen Lebens
sei
verherrlicht das hehre Licht. — 25
Nachdem
das Firmament ausgespannt,
nachdem
die Erde gedichtet,
ı)
Für „Gebet‘‘ steht N’OMNN, das auch „Gebete“ bedeuten kann. Vielleicht ist nur
das
kurze Gebet; gemeint, das an der Spitze des Buches steht.
1o
20
25
30
35
40
506
Linker
Teil. «4. 15—75, 12
nachdem
die Sonne gekommen,
nachdem
der Mond sich offenbaret,
nachdem
die Sieben gekommen
und
diese Zwölf hierher gegangen waren,
formten
sie den Körper Adams,
doch
legten sie keine Seele in ihn.
Wegen
des Körpers Adams
kam
die Seele aus dem Hause des großen Lebens.
Aus
dem Hause des großen Lebens kam die Seele,
und
die drei Uthras kamen mit ihr.
Mit
ihr kamen die drei Uthras
und
stellten sie außerhalb des Körpers hin.
Außerhalb
des Körpers stellten sie sie hin;
sie
wollen sie in den Körper einführen, doch sie tritt nicht ein.
Sıe
wollen sie in den Körper einführen, doch sie tritt nicht ein,
sie
weint, jammert und ergießt sich (in Tränen):
„Zu
euch spreche ich, ihr Uthras, meine Brüder,
lasset
mich nur eine Stunde am Tage warten.
Nur
eine Stunde am Tage [75] lasset mich warten,
damit
ich meine Stimme zum Lichtort emporsteigen lasse.
Ich
will zu den Uthras, meinen Brüdern, sprechen:
‚Was
habe ich unter euch gesündigt?
Was
habe ich gesündigt unter euch,
daß
ıhr mich betörtet und aus eurer Mitte wegbrachtet?
Ihr
habt mich aus meinem Heime weg in die Gefangenschaft gebracht,
mich
betört und aus meinem Vaterhause weggeholt.‘
Ich
will zu Manda dHaije sprechen:
‚Sende
rasch einen Guten zu mir.
Rasch
sende einen Guten zu mir,
daß
er mich aus der Welt erlöse.
Er
zerstöre den Bau
und
übergebe den Körper seinem Herrn.
Er
hebe mich zum Orte des Lebens empor,
wo
meine Wurzel vorher stand,
damit
die Bösen mich nicht blind,
die
Sünder mich nicht taub machen.
Damit
die Bösen mich nicht blind machen
und
nicht wissen, woher ich gekommen bin.
Damit
sie mich nicht durch ihre Ekurs taub machen
und
ich nicht höre, was sie von mir sagen.
Jetzt
bedrücken mich die Völker, Grenzen und Zungen
und
werfen mich in das Meer der Galle.
75,
12—76,5 Drittes Buch. Erstes Stück.
Jetzt
bedrückt mich das Götzentum,
und
ich liefere mich jeglicher Stadt aus’).
Jetzt
knüpfen die Bösen Bilüre zusammen,
und
verwünschte Schalmeien sprechen durch meinen Mund.
Sie
lehren mich die Stimme des Abfalls,
und
ich vergesse meinen Herrn aus meinem Sinne.
Sie
werfen mich in einen tiefen Brunnen,
in
den die Bösen fallen, ohne emporzukommen.
Die
Drachen verschlingen mich,
507
und
sie nehmen mich in den Wohnsitzen der Schwelgerei in
[Musik
gefangen.“
Ein
jeder spricht zu ihr:
„Des
Lebens schuldlose Seele!“
Ein
jeder spricht zu ihr:
„Botin
aller Leuchten!“
Ein
jeder spricht zu ihr,
zu
des Lebens schuldloser Seele:
„O
Seele, steh auf, geh hin,
tritt
in den Körper ein
und
laß dich im Palaste gefangen halten.
Der
grimme Löwe wird durch dich gefangen genommen werden,
der
grimme, grimmige Löwe’).
Der
Drache wird durch dich gefangen genommen werden,
der
Böse wird an seinem Orte getötet werden.
Durch
dich wird der König der Finsternis gefesselt werden,
dessen
Kraft niemand gewachsen ist.“ —
(Ein
jeder spricht zu ihr:
„Des
Lebens schuldlose [76] Seele!“
Ein
jeder spricht zu ihr,
zur
Botin aller Leuchten!)
„Guter,
wenn du wünschest, daß ich hingehe,
in
den Körper eintrete
und
im Palaste gefangen sei,
gib
mir eine hohe Waffe,
daß
ich meine Verfolger von mir abwehre.“
Ein
jeder spricht zu ihr:
„Botin
aller Leuchten!*
Ein
jeder spricht zu ihr:
„Des
Lebens schuldlose Seele!
1)
Ich muß hingehen, wohin man mir beiiehlt?
2)
Siehe p. 433 unt.
10
20
25
35
vr
25
35
Linker
Teil. 76, 5—77,1
Was
für eine hohe \Vaffe wünschest du, Seele,
daß
wir sie dir aus dem Schatze des Lebens gewähren?
Deine
Waffe ist das Näsaräertum,
die
wahren Worte, die zu dir aus dem Lichtort gekommen sind.“
Ferner
sprachen sie zu ihr:
„Dir
zuliebe, Seele,
wurde
dieses Firmament ausgespannt ’),
wurde
ausgespannt dieses Firmament
und
wurden Sterne in ihm gebildet.
Dir
zuliebe, Seele,
ist
dieses Festland entstanden,
ist
entstanden dieses Festland,
bildete
sich die Verdichtung und fiel ins Wasser.
Dir
zuliebe, Seele, kam die Sonne,
dir
zuliebe, Seele, offenbarte sich der Mond,
dir
zuliebe kamen die Sieben
und
gingen diese Zwölf hierher,
wurden
die vier Winde geschaffen
und
der Äther, der auf dich weht,
goß
man dir Weisheit ins Herz,
daß
du deines Herrn gedenkest und ihn preisest.
Jetzt
kommt die Zeit und der Termin,
kommt
der Termin und die Zeit.
Jahre
schwinden hin wie Schatten,
und
Monate fliegen dahin wie das Morgengrauen.
Jahre,
Tage, Monate, Zeiten, Stunden und Sosse
sinken
hin und vergehen, als ob sie nie dagewesen ‘).
Die
Weinstöcke der Freude werden ausgerissen,
und
ihr Gesang geht dahin und verliert- sich.
Das
Gold geht verloren,
und
das Silber wird gesucht und nicht gefunden.
Die
Edlen und Herren
scheiden
in ihrem Herzenskummer von der Welt.
Sıe
erwerben und lassen es ihren Kindern zurück,
sie
gehen dahin und sieden im Feuer.
Die
Kinder der Elenden und Verfolgten
verlassen
in Wehleid die Welt.
Die
Tibil vergeht und nimmt ein Ende
in
den Tiefen des Gestankes der Finsternis.“
Auf
den Namen meines Herrn Manda [77] dHaije hin,
auf
seine Kraft hin ging ich und trat in den Körper ein.
ı)
Sichel lit, 9.223! 2) Siehe Joh. II, p. 180.
‚1-19
Drittes Buch. Zweites Stück. 509
Ich
ging hin und trat in den Körper ein
und
ließ mich im Palaste gefangen halten.
Von
dem Tage an, da ich in den Körper eintrat,
war
ich seine Gemahlin in den Zeitaltern.
Seine
Gemahlin in den Zeitaltern war ich, 5
und
die Bösen zürnten aus den Tiefen auf mich.
Aus
den Tiefen zürnten die Bösen auf mich,
und
sie wünschen, daß die Seele des Lebens unter sie gehe.
Als
ich sie erblickte,
hielt
ich sie abseits von der Welt fest. 10
Als
Mandä dHaije mich erblickte,
ließ
er mir Kraft schaffen.
Er
ließ mich mit Glanz bekleiden
und
mit teurem Lichte bedecken.
Er
legte mir einen Kranz von Siegen auf, 15
dessen
Blätter leuchten.
Er
sprach:
„O
Seele, nimm dich mit deiner Rede in acht,
daß
sie dich nicht im Hause der Zöllner fesseln.” —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 20
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen st.
Mein
Sinn liebte das Leben,
und
meine Seele bekannte den Lichtort.
Zweites
Stück ).
Versehen,
wohlversehen bin ich, 25
die
Uthras des Lichtes haben mich versehen.
Ich
bin versehen, das Leben hat mich versehen,
ich
bin wohlversehen, die Uthras des Lichtes haben mich versehen.
Sie
versahen mich mit der Reisezehrung der Kustä,
sie
rüsteten mich mit all ihrer Weisheit aus. 30
Weswegen
war Ptahil,
weswegen
hat er die Welt geschaffen?
Weswegen
entstand der Plan
und
haben sie mich aus meinem Orte weggebracht?
1)
Steht auch Lit., p. 161.
25
35
40
510
Linker
Teil. 77,19 — 78, 14
Sie
sandten mich in die Welt der Anstöße,
die
ganz voller Knoten und Siegel ist.
Sie
ist ganz voll Feuer,
mit
Dornen und Disteln besäet.
Sie
ist ganz voll Blendwerk,
ganz
voll Trug und Lug.
Die
Planeten, die in ihr wohnen,
sınnen
täglich auf Böses gegen mich.
Sie
sinnen [gegen mich] in Bosheit
und
sagen: wir wollen seinen Sinn zwiespältig machen.
Von
meinem Herzen, das mit Kustä erfüllt ist,
sagen
sie: wir wollen es von uns her [78] straucheln lassen.
Von
meinen Augen, die zum Licht emporschauen,
sagen
sie: sie sollen (unkeusche) Winke geben.
Von
meinem Munde, der das Leben preist,
sagen
sie: er soll Lüge sprechen.
Von
meinen Händen, die Almosen spenden (und Kustä darreichen),
sagen
sie: sie sollen morden.
Von
meinen Knien, die sich vor dem Leben verneigen,
sagen
sie: sie sollen sich vor den Sieben verneigen.
Von
meinen Füßen, die die Pfade der Kustä (und des Glaubens) wandeln,
sagen
sie: sie sollen barfuß gehen.
Ich
hob meine Augen zur Höhe empor,
mit
meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin ').
Als
das Leben meinen Ruf hörte,
sandte
es mir einen Geleiter entgegen.
Der
Geleiter, der mir entgegen kam,
brachte
mir ein prächtiges Gewand.
Er
enthüllte Glanz und zeigte ihn mir,
und
ich legte den stinkenden Körper ab.
Er
faßte mich bei der Fläche meiner Rechten
und
führte mich über die Wasserbäche.
Über
die Wasserbäche führte er mich,
er
leitete mich hin und stützte mich auf das Abbild des Lebens*).*
Das
Leben stützte das Leben,
das
Leben fand das Seinige.
Das
Seinige fand das Leben,
und
meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie er-
Das
Leben ist siegreich, [hoffte. —
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
!)
Var. MNDD „meine Seele schaute zum Hause des Lebens hin“.
%)
Siehe p. 452*,
«8,
15— 79. 4 Drittes Buch. Drittes Stück.
Die
Seele spricht zu den Uthras:
„Meine
Brüder, ihr Uthras, die ihr dort sitzet,
bei
eurem Leben, ihr Uthras, meine Brüder,
saget
mir, woher ') Hibil-Ziwa’s Wohnsitz ist.
Er
betörte mich und führte mich in den Körper ein,
dann
ließ er mich zurück und stieg an seinen Ort empor.“
Drittes
Stück .
Heil
dir, Heil dır, Seele,
daß
du die Welt verlassen hast.
Du
hast die Verwesung verlassen
und
den stinkenden Körper, in dem du weiltest,
die
Wohnung, die Wohnung der Bösen,
den
Ort, der lauter Sünder ist,
die
Welt der Finsternis,
des
Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht,
die
Wohnung, in der die Planeten hausen,
die
Schmerzen und Gebrechen bringen.
Schmerzen
bringen sie und Gebrechen,
\
und täglich erregen sie Unruhe.
Steh
auf, steh auf, Seele,
steig
zu deiner Urheimat empor.
Zu
deiner Urheimat steig empor,
*zu
dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest,
zu
dem Orte, aus dem du wurdest gepflanzt’),
zu
deiner guten Wohnung der Uthras.
Rege
dich, ziehe dein Gewand des Glanzes an
und
lege [79] deinen prangenden Kranz auf.
Setze
dich auf deinen Thron des Glanzes,
den
das Leben am Lichtort aufgerichtet hat.
Steig
empor‘), wohne in den Skinäs
zwischen
den Uthras, deinen Brüdern.
Wie
du gewohnt bist, segne
deine
Urheimat
und
verwünsche diesen Ort
des
Hauses deiner Pfleger.
!)
Man erwartet eher „wo.
®*)
Dies nur nach dem Qolastä.
®)
Steht auch Lit., p. 159.
*
Dies nach dem Golastä.
20
25
30
Io
30
35
ou
I}
Linker
Teil. 719. 4—22
Denn
die Jahre, dıe du in diesem weiltest,
waren
die Sieben deine Gegner.
Deine
Gegner waren die Sieben,
und
die Zwölf waren deine Verfolger. —
Das
leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Sonntag,
Kustä und Almosen,
ihr
seied Zeugen der Seele,
ihr
seied ihr Zeugen
und
bringet sie am Hause der Zöllner vorbei.
Viertes
Stück ').
Geh
ın Frieden, Auserwählte, Reine,
Sündenlose
ohne Fehl.
Du
hast deinen’ Platz aus der Tibil heraus erwählt,
und
dein Los ist aus den Zeitaltern herausgesprungen ).
Herausgesprungen
aus den Zeitaltern ist dein Los,
über
aller Welt stehest du.
Du
sagtest, Auserwählte, Reine:
ich
bin eine Seherin, Unterscheiderin.
Eine
Seherin bin ich, eine Unterscheiderin,
und
die Welten versammeln sich zum Gericht.
Zum
Gericht versammeln sich die Welten,
und
ihnen wird Recht gesprochen.
Recht
wird ihnen gesprochen,
die
nicht die Werke eines wahrhaften Mannes geübt haben.
Du
allein, Auserwählte, Reine,
du
hellglänzender Mana,
du
wirst nicht zum Gerichtshofe gehen,
dir
wird nicht Recht gesprochen werden.
Nicht
wird dir Recht gesprochen werden,
da
du die Werke eines wahrhaften Mannes geübt hast.
Was
sie (hier) ertragen und dulden,
wirst
du, Erwählte, vor dir nicht finden.
Entrinne
der Gewalt
der
Planeten, der Machthaber dieser Welt.
!)
Steht auch Lit., p. 157.
2)
Es ist nicht mehr-an die Zeitläufte dieser Welt gebunden, siehe auch Joh. II,
p. 1178.
79,
22—80, 16 Drittes Buch. Fünftes Stück. 513
Nimm,
ziehe dein Gewand des Glanzes an
und
setze dir deinen prangenden Kranz auf.
Beuge
deinen Körper, verneige dich und strecke dich hin
und
preise das gewaltige Leben.
Preise
den Ort des Lebens, 5
zu
dem deine Väter [80] hinziehen.
Du,
Erwählte, kamest nicht von hier,
und
nicht von hier ist deine Pflanzung gepflanzet.
Dein
Ort ist der Ort des Lebens,
dein
Wohnsitz ist der lichte Wohnsitz. 10
Dir
ist ein Thron der Ruhe aufgerichtet,
an
dem Glut und Wut nicht ist.
Dir
ist ein Gürtel bewahrt,
an
dem ..... ') und Fehler nicht ist.
Gute,
steig zum Hause des Lebens empor, 15
geh
zum lichten Wohnsitz.
Zwischen
den Lampen des Lichtes
sollen
deine Lampen emporgezogen werden und leuchten.
Zu
deiner Zeit und deinem Termin steig empor
und
schaue den Lichtort. — 20
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Meine
Erleuchtung”) und meine Lobpreisung führen mich hinüber.
Der
du durch die Wache hindurchführest, führe mich hinüber,
die
Lichtwolke, und sie steige empor 25
siegreich
zum Orte des Lichtes.
Fünftes
Stück).
Ruhe
und Heil walte
auf
dem Wege, den Adam recht gebauet,
Ruhe
und Heil walte 30
auf
dem Wege, den die Seele gehet.
Gehe,
Seele, siegreich
nach
dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest,
nach
dem Orte der Freude,
an
dem das Antlitz pranget. 35
ı)
Das Wort NJDN ist anscheinend entstellt, siehe Lit., p. 158%.
®)
Auch Lit., p. 156. 3) Steht mit Abweichungen auch Lit., p. 101.
Lidzbarski,
Ginza. 3
199)
in
514
Linker
Teil. 30.16—81,9
Die
Seele löste die Kette,
sie
sprengte die Bande.
Sie
legte den körperlichen Rock ab,
dann
wandte sie sich um, sah ihn und erbebte.
Die
Stimme der Seele des Lebens ist es,
die
aus dem Körper des Kehrichts') [scheidet] ?).
Der
Löser, der die Seele löset, weint,
daß
sie ihn nicht lassen, daß er sie löse’).
Die
Seele fliegt und zieht hin,
bis
sie an das Tor des Hauses des Lebens kam.
Als
sie an das Tor des Hauses des Lebens kam,
gehen
Uthras ihr entgegen und segnen sie‘):
„Komm
in Frieden, du Edelgeborene,
die
du in der Wohnung der Bösen eine Magd warest.
Komm
in Frieden, du Duftspendende,
die
du den stinkenden Körper duftend machtest.
Komm
in Frieden, du reine Perle,
die
du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest’).
Komm
[81] in Frieden, Erwählte, Reine,
die
du das finstere Haus erleuchtetest.“
Die
Seele fliegt und zieht hin,
bis
sie an das Tor des Hauses des Lebens kam.
Als
sie an das Tor des Hauses des Lebens kam,
kommt
ihr der Geleiter entgegen.
Einen
prangenden Kranz trägt er in der Hand,
auf
beiden Armen ein Gewand:
„Rege
dich, Seele, ziehe dein Gewand an
und
setze deinen prangenden Kranz auf.
Steig
empor, gehe zur Skina,
der
Stätte, an der die Uthras sitzen.
Zur
Stätte, an der die Uthras sitzen
und
deine Brüder in ihren Skinas untergebracht sind.*
Das
Leben reichte ihr die Hand, es schloß mit ihr Gemeinschaft,
wie
die Auserwählten sie am Lichtort schließen. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
’)
Siehe Nöld., p. 54*. Der Sinn ist nicht sicher, siehe oben, p. 843,
2)
So nach Text 132,18, oder NYDND ist nach 97,9 zu wiederholen, dann „weinet“.
s)
Für das erste NW” hat Leid. MW. Der Satz paßt hier schlecht.
4)
Das dahinter stehende vom bzw. O4) ist zu streichen.
5)
So besser nach einer Handschrift des Qolastä als MNIYINY „gepflanzt wurdest“.
81,
10— 82,4 Drittes Buch. Sechstes Stück. 515
Sechstes
Stück.
Ruhe
und Heil walte
auf
dem Wege, den Adam recht gebauet.
Ruhe
und Heil walte
auf
dem Wege, den die Seele gehet:
„Gehe,
Seele, siegreich
nach
der Wohnung, aus der du gepflanzt wurdest,
nach
dem Orte der Freude,
an
dem das Antlitz pranget.
Das
Antlitz pranget an ihm, 10
die
Gestalt wird leuchtend und verfinstert sich nicht.“
im
Die
Seele löste die Kette,
sie
sprengte die Bande.
Sie
legte den körperlichen Rock ab,
dann
wandte sie sich um, sah ihn und erbebte. 15
Die
Versorger rufen ihr zu,
die
Männer, die die Seele versorgen.
Die
Versorger rufen ihr zu,
sie
versorgen sie und segnen sie '):
„Komm
in Frieden, du Lichtspendende, 20
die
du das hinfällige Haus erleuchtetest.
Komm
in Frieden, du Duftspendende,
die
du den stinkenden Körper duftend machtest.
Komm
in Frieden, du Perle,
(die
du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest’). 25
Komm
in Frieden, du Edelgeborene,
die
man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.
Komm,
rege dich, ziehe dein Gewand an
und
setze deinen prangenden Kranz auf.
Binde
deinen Gürtel um, 30
in
dem es keine Schmerzen und Gebrechen gibt.
Komm,
wohne in den Skinas
unter
den Uthras, deinen Brüdern, wie sie dasitzen.* --
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. ER
[82]
Singet Hymnen
und
lasset diese Seele vernehmen,
daß
ihr Maß voll
und
ihr Gang nach dem Orte des Lebens gerichtet ist.
1)
Vielleicht so; vorm) paßt auch hier nicht, siehe p. 514,12. ®2) Siehe p. 514,
17.
33*
Linker
Teil.
Siebentes
Stück ).
Am
Tage, da die Seele hinauszieht,
am
Tage, da die Vollendete emporsteig!,
am
Tage, da die Seele hinauszieht
weg
von unterhalb der Räder des Todes,
De
ei ist Streit geworfen
in
die Tibil der Vergänglichkeit.
Rüha
sıtzt in Trauer,
die
Sieben sitzen in Erstarrung da.
Der
Rock der Sterne ist zerfetzt,
Staub
ist auf das Haupt der Rüha geworfen.
Die
Glöckner weinen,
die
Wachthäusler sind erschrocken.
Der
Mann, der mich hierher brachte,
brachte
mir ein prächtiges Gewand.
Er
bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes
und
bedeckte mich mit einem Turban des Lichtes.
Er
setzte mir einen Kranz aus Äther auf
und
was sonst das große (Leben) den Uthras gewährte.
Er
hob mich zum Hause des Lebens empor,
zur
Wohnung, die ohne Grenze ist.
Er
richtete mich unter den Uthras auf,
stellte
mich unter den Vollendeten auf. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Du
von erprobter Gerechtigkeit,
ich
komme mit dir und geleite dich,
bis
daß die Wage wäget
Werke
und Lohn.
Achtes
Stück.
Am
Tage, da die Seele hinauszieht,
am
Tage, da die Vollendete emporsteigt,
am
Tage, da die Seele hinauszieht,
ist
Streit in die Tibil geworfen.
’)
Steht auch Lit., p. 163.
82,5—22
82,
23-83, 15 Drittes Buch. Achtes Stück. 517
In
die Tibil ist Streit geworfen,
Aufruhr
ist in sie geworfen und Unruhe.
Es
versammelten sich und ..... ”)
die
Schatzmeister dieser Welt.
Sie
sprechen: 5
„Wer
hat die Perle hinausgebracht,
die
das hinfällige Haus erleuchtete?
[83]
Im Hause, das sie verlassen hat,
barsten
die Wände und stürzten ein.
Seine
Wände barsten und stürzten ein, 10
und
die Pfosten seines Tores fielen zur Erde.
Seine
Fenster wurden geschlossen,
und
seine Lampen erloschen und leuchten nicht.
Meine
Augen sehen nicht mehr,
was
man in den Zeitaltern treibt. 15
Meine
Ohren hören nicht mehr,
was
man in den Zeitaltern spricht.
Meine
Füße schreiten nicht mehr
in
den Zeitaltern und ..... nicht °).“
Die
Seele spricht und geht dahin, 20
mit
ihr auch wer des lichten Wohnsitzes würdig ıst:
„Nackt
brachte man mich’) in die Welt,
und
leer holte man mich‘) aus ihr.
Leer
holte man mich‘) aus ihr,
wie
einen Vogel, den nichts begleitet’). 25
Meine
Lohnzahlung geht mir voran,
meine
Almosenspende folgt mir.
Die
Wasserwogen‘) halte ich in meiner Hand
und
richte mich im lichten Wohnsitz auf.“
Als
die Sieben die Seele erblickten, 30
stellten
sie sie wieder am abgeschnittenen Orte, im Hause der
Sie
zerstoßen sie, doch sie wird nicht süß‘), [Zöllner, auf.
sie
drängen sie und suchen sie hinzuwerfen, doch sie fällt nicht.
Sie
zerreißen ihr das Gewand am Halse,
doch
sie ist mit dem Glanze des Lebens bekleidet. 35
1)
IRUNINY „wurden hingemordet‘‘ paßt nicht. Man erwartet hier am ehesten ANINDDY,
doch
liegt es graphisch von SRDNINY zu weit ab.
2)
„Wiederholen“ paßt für KINN ebensowenig wie für INN R 366,14, siehe oben,
p-
389°.
»)
Wohl BON zu lesen, obwohl auch Text 97,9 Sonn hat.
4)
Leid. hat NDR. 5) Lies ÜonD.
6)
Die des Jordans, in dem sie die Taufe empfing.
?)
Schlecht angebrachtes Zitat aus p. 186, 2, 30.
ID}
un
Linker
Teil. 83, 13— 84,5
Sie
fragen sie aus,
die
Toten, die das Leben nicht geschauet:
„Mit
wessen Kraft bist du hinausgegangen,
und
wessen Name ist über dich ausgesprochen?“ —
„Ich
bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen,
und
der Name des Obersten der Glanzwesen ist über mich aus-
Die
Wasserwogen halte ich in meiner Hand [gesprochen.
und
richte mich im lichten Wohnsitz auf.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
An
den Wegen steht die Seele
und
spricht zu den Uthras:
„Wisset
ihr nicht, ihr Uthras, meine Brüder,
daß
ich unter euch gewohnt habe?“
Neuntes
Stück.
Zwischen
dem Verborgenen und dem Glanze'),
zwischen
dem Geoffenbarten und dem verborgenen Orte
stehen
die Kundigen aus dem Vaterhause.
Die
Großen, die Weisheitskundigen,
stehen
da und fragen die Seele aus,
die
die Welt verlassen hat.
Sie
sprechen zu ihr:
[84]
„Die Guten gehen dahin;
wer
soll den Glanz der Guten ertragen?
Den
Glanz der Guten soll wer ertragen,
wer
ihre Erscheinung dämpfen °)?“
Darauf
erwiderte die Seele und sprach
zu
den Großen, den Weisheitskundigen:
.
„Die Großen, die von erprobter Gerechtigkeit sind,
werden
durch die Täuschung dieser Welt nicht zurückgehalten.
Die
Armen und die Jünger
werden
durch die Täuschung dieser Welt nicht zurückgehalten.
!)
Siehe auch Stück 20.
°)
Die Bedeutung von NMNY hier ist unsicher. „Gesellschaft“ paßt schlecht, siehe
auch
p. 529,15
84,
5—25 Drittes Buch. Neuntes Stück. 519
Die
Kinder der Armen und der Jünger
werden
durch die Täuschung dieser Welt nicht zurückgehalten.
Doch
die Vögte und Häscher
werden
durch die Täuschung dieser Welt zurückgehalten.
Die
Edlen und die Herren
verlassen
in ihrem Herzenskummer die Welt.
Sie
erwerben und lassen es ihren Kindern zurück,
sie
gehen dahin und sieden im Feuer.“ —
„Seele,
wappne dich
mit
deiner Lohnspende, deinen Werken und deinem Almosen.
Denn
der Weg, den du gehen mußt,
ist
weit und endlos.
Auf
ihm sind keine Meilen abgemessen,
keine
Wegsteine auf ihm nach dem Maß aufgestellt.
Auf
ihm sind Wachthäusler zurückgelassen,
und
Vögte und Zöllner stehen an ihm.“
„Welchem
Dinge glichest du gestern, Seele,
welchem
Dinge gleichest du heute?“ —
„Gestern
glich ich einem hohen Bau, den der Baumeister kunstvoll
heute
ist er zusammengefallen und eingestürzt ').“ — [aufgeführt,
„Welchem
Dinge glichest du gestern, Seele,
welchem
Dinge gleichest du heute?“ —
„Gestern
aß und trank ich,
heute
sind mir meine Gedanken voll.
Gestern
fegte und begoß ich,
heute
stieg ich auf den Kehricht hinauf.
Gestern
wusch und kämmte ich mich,
Blesist......
mein Zusammengekämmtes’).
Gestern
glich ich einer Rose an ihrem Stengel,
heute
ist sie an ihrer Stelle vertrocknet.“
„Wenn
es dir leid tut, Seele,
tritt
wieder in deinen Rumpf ein.
Tritt
wieder ein in deinen Rumpf,
in
den körperlichen Rumpf, in dem du weiltest.“ —
„Meine
Brüder, saget mir nicht:
‚Tritt
wieder in deinen Rumpf ein.
Tritt
wieder ein in deinen Rumpf,
in
den körperlichen Rumpf, in dem du weiltest.‘
1)
Der Text enthält hier einige irrige Wiederholungen.
2)
IRNPYID und nnwmo sind wohl zu vertauschen. Zu letzterem vgl. NYY'D „Un-
rat“
LEVY, Neuhebr. Wrtb. IV, p. 145a. Statt NIND) hat Leid. x772). Es findet sich
ein
Nomen
x12% (Lit., p. 76,7; 77, 12) und ein Eigenname 1023 (R 208,3; L 27,15), aber
ein
Verb
}2) nur hier. Der Sinn ist unsicher; vielleicht bedeutet es „zerstreuen“.
vr
15
20
30
35
520
Linker Teil. S4. 25-85, 17
Mein
Körper [85] ist ein räuberisches Meer,
das
Lämmer raubt und verschlingt.
Ein
böser Drache ist er‘),
der
sieben Köpfe hat.
Sieben
Köpfe hat er,
er
ist ohne Verstand und Sinn ?).“
(„Wenn
es dir um ihn leid tut, Seele,
tritt
wieder in deinen Rumpf ein.
Tritt
wieder ein in deinen Rumpf,
in
den körperlichen Rumpf, in dem du weiltest.
Denn
das Leben gedachte deiner in Güte.
In
Güte gedachte das Leben deiner,
und
die Uthras des Lichtes fragten nach dir.*)
„Sie
trieben mich heraus und verschlossen die Türen vor mir
und
versperrten die ....... 2"
Sie
versperrten mir die beiden Fenster‘),
die
die Rede des Lebens aufnehmen.
Sie
löschten mir die beiden Lampen?) aus,
die
Tag und Nacht leuchten.
Das
große Tor°) wurde versperrt,
das
täglich das Leben preiset.
Die
beiden Wag(schal)en ’) wurden zerbrochen,
die
Lohn und Almosen spenden.
Sie
spenden Lohn und Almosen
und
reichen Kustä in vollkommener Weise,
e
beiden Säulen ‘°) stürzten‘) und fielen hin,
die
Festigkeit des ganzen Palastes.
Der
Körper hat seinen Herrn überlistet,
und
das ganze Haus ist mit Dunkelheit angefüllt.“
D;
_
D;
=
e
Seele fliegt und zieht hin
allein
durch den Äther, ohne sich zu fürchten.
Als
die Bösen davon hörten,
stellten
sie sie wieder am abgeschnittenen Orte, im Hause der
Sie
sprechen zu ihr: [Zöllner, hin.
„Mit
wessen Kraft bist du hinausgegangen, Seele,
und
wessen Name ist über dich ausgesprochen?*
')
RWONIN 2 ist wohl zu streichen. ?) Ich vermute NORD NENYT.
’)RYNWD
(Var. N'DWNWD), das sich nur hier findet, muß auch etwas wie Tür"
bedeuten.
Leid. hat 0292 n2wm5, was hier keinen Sinn gibt.
4)
Die Ohren. 5) Die Augen. ©) Der Mund. ”) Die Hände.
®)
Die Beine. 9) RINWy gehört zu yAW.
4
85,
17— 86, 9 Drittes Buch. Neuntes Stück. 521
Darauf
erwidert sie ihnen:
„leh
bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen,
und
der Name des Mandä dHaije ist über mich ausgesprochen.“
Da
sprechen sie zu ihr:
„O
Seele, du steigest zum Hause des Lebens empor,
du
stehst vor Gericht und siegest oh.
Wenn
du zum Hause des lebens gehest,
gedenke
unser vor dem Leben.“
Darauf
erwidert sie ihnen:
„Wenn
ich zum Hause des Lebens emporsteige
und
zum lichten Wohnsitz hinziehe,
wenn
das große (Leben) mich fraget,
wenn
das gewaltige (Leben) mich fraget,
wenn
das große (Leben) mich fraget,
werden
Zeugen kommen und zeugen.
Wahrhafte
Zeugen sind es,
wahr
ist alles, was sie sagen).
Ich
werde euch antun, ihr Planeten,
daß
eure Augen [86] kein Licht schauen werden.
Eure
Augen werden kein Licht schauen
und
eure Füße keine Festigkeit finden.
Ich
und die Uthras, meine Brüder,
werden
emporsteigen und den Lichtort schauen,
den
Ort, dessen Sonne nicht untergeht
und
dessen Lichtlampen nicht dunkel werden.
An
jenen Ort
sind
eure Seelen gerufen und geladen ’).“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
OÖ
sanfter Manä,
o
geordneter, wohlgeordneter Mänä,
o
sanfter Mana,
mögen
mit dir Helfer kommen,
bis
daß die Wage wäget
Werke
und Lohn.
1)
Siehe Lit., p. 34.
®2)
Siehe Lit., p. 101.227. Der letzte Vers ist an die Gläubigen gerichtet.
30
35
19)
wa
us
wi
40
Linker
Teil.
Zehntes
Stück.
Das
Haupt der Kundigen bin ich unter den Erwählten,
das
Haupt der Gläubigen bin ich.
Von
Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet,
und
ich ging an das Ufer des Jordans.
Von
Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet.
Die
Dämonen stehen auf den Straßen.
Sobald
die Sieben mich erblickten,
stellten
die Sieben sich hin und bewaffneten sich.
Sie
sprechen:
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns demen Kopf und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns deinen Kopf,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ —
„Meinen
Kopf gebe ich euch nicht,
auf
meinem Kopfe ist mir das Zeichen aufgerichtet.“
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns deine Augen und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns deine Augen,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ —
„Meine
Augen gebe ich euch nicht,
meine
Augen sind des Lichtes voll.“
Von
Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet,
und
ich ging an das Ufer des Jordans.
Die
Sieben erblickten mich und bewaffneten sich,
alle
meine Feinde nehmen die Straßen ein:
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns deine Ohren und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns deine Ohren,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ -——
„Meine
Ohren gebe ich euch nicht,
meine
Ohren hören Hymnen.“
„Du
gehst hinaus, Mann,
gıb
uns deinen Mund und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns deinen Mund,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ —
„Meinen
Mund [87] gebe ich euch nicht,
mein
Mund ist voll von Kusta.*
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns deine Hände und dann geh hinaus.
86.
10-87, 2
87.2—21
Drittes
Buch. Zehntes Stück.
Mann,
gib uns deine Hände,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ —
„Meine
Hände gebe ich euch nicht,
meine
Hände geben Almosen.
Almosen
geben meine Hände,
und
sie reichen Kusta.
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns dein Herz und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns dein Herz,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.* —
„Mein
Herz gebe ich euch nicht,
in
meinem Herzen wohnt das Wissen ').“
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns deine Kniee und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns deine Kniee,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ —
„Meine
Kniee gebe ich euch nicht,
meine
Kniee beugen sich vor dem Leben.“
„Du
gehst hinaus, Mann,
gib
uns deine Füße und dann geh hinaus.
Mann,
gib uns deine Füße,
vielleicht
kommst du dann zu uns zurück.“ —
„Meine
Füße gebe ich euch nicht,
meine
Füße gehen die Wege der Kusta.
Die
Wege der Kustä gehen meine Füße
n
vom
Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes.“
Auf
den Wegen der Kustä und des Glaubens
werdet
ihr emporsteigen und den Lichtort schauen. —
Siegreich
warst du, Manda dHaije,
und
verhalfest allen deinen Freunden zum Siege. —
Und
das Leben ist siegreich.
Der
Maänä°) freut sich der Schätze
und
der Erleuchtung des Lebens, die auf ihm ruhet.
Ich
bekannte dich, (Mann) von erprobter Gerechtigkeit,
denn
du befreitest meine Seele von den Sündern.
!)
Hier NND. 2) Steht auch Lit., p. 159.
or
in
wu
102)
>24
Linker Teil. 87, 22--88, 13
Elfites
Stück.
In
Güte werde gedacht des großen (Lebens) '),
in
Güte werde gedacht des gewaltigen (Lebens),
in
Güte werde gedacht des großen (Lebens),
das
mich erlöste und aus der Welt holte,
aus
der Welt des Mangels
und
aus den nichtigen Werken.
Es
schuf mich und bekleidete mich [88] mit Glanz,
wie
die erwählten Männer sich damit kleiden.
Damit
kleiden sich die erwählten Männer,
die
wahrhaften, gläubigen.
Ich
steckte meinen Kopf hinein,
da
wurde ich der Weltenfülle gleich.
Ich
öffnete meine Augen darin,
da
wurden meine Augen des Lichtes voll.
Ich
schwang meine Flügel?) darin,
da
bildete man mir Flügel des Glanzes.
Flügel
des Glanzes bildete man mir
und
die sonstigen Gebilde gut und leuchtend.
Ich
singe Hymnen und gehe
zu
allen Seelen hin.
Als
sie mich erblickten,
versammelten
sie sich und gingen mir entgegen ‘).
Sie
versammelten sich und gingen mir entgegen,
und
alle begrüßten mich.
Sie
sprechen:
„Sohn
Guter! Sprich zu deinem Vater:
Wann
werden die Gefangenen erlöst werden?
\Wann
werden die Gefangenen erlöst werden
und
wird es den Beengten, denen enge ist, weit werden?“
„Bevor
ich zu meinem Vater spreche,
will
ich es euch sagen:
Alle,
die häßliche Werke taten,
bleiben
hier in Fußblöcken sitzen,
bis
der Euphrat an der Mündung austrocknet
und
der Tigris seinen Lauf verlegt (?),
‘)
Eine alte Segensformel, siehe meine Nordsemitische Epigraphik, p. 16%.
?)
D. h. meine Arme.
*)
Diese Stelle ist im Scholienbuche des Theodor bar Khöni zitiert. siehe POGNoNn,
Inser.
Mandaites, p. 233 ff.
88,
13—89. 6 Drittes Buch. Zwölftes Stück.
St
IV
Sy
bis
alle Meere austrocknen
und
alle Flüsse, Bäche und Quellen sich ausgießen.
Dann
wird derjenige, der in den Brunnen geworfen ist, emporkommen,
und
wer mit der Fessel gefesselt ist, wird frei werden.
Es
wird weit werden den Seelen,
die
hier im Hause des Leides wohnen.
Es
wird weit werden den Edlen,
die
früher besaßen und jetzt nichts mehr haben ').
Es
wird weit werden den Witwen,
die
Bedrängnis in der Tibil ertragen. io
Sie
ertragen Bedrängnis in der Tibil,
dann
sollen sie aus der Hand der Sieben erlöst werden.
Aus
der Hand der Sieben sollen sie erlöst werden;
es
wird weit werden den Beengten, denen enge ist.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 15
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
wi
„Ich
wünsche mit den beiden Uthras zu gehen,
die
zu mir gekommen sind.
Ich
fürchte, daß ich mit den Weachthäuslern gehen muß,
die
am Wege lagern.“ — >o
„Warum
fürchtest du dich, Seele,
wo
Uthras dich begleiten?“
Zwölftes
Stück.
[89]
Wie sehr freue ich mich,
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Ich
fliege und ziehe hin, en)
bis
ich zum Wachthause der Sonne komme.
Ich
rufe:
„Wer
wird mich am Wachthause der Sonne vorbeiführen?” —
„Deine
Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat
werden
dich am Wachthause der Sonne vorbeiführen.“ 35
!)
Siehe p. 393.
40
826
Linker
Teil. 89, 6— 23
\Wie
sehr freue ich mich,
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Ich
fliege und ziehe hin,
bis
ich zum Wachthause des Mondes komme.
Ich
rufe:
„Wer
wird mich am Wachthause des Mondes vorbeiführen?* —
„Deine
Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat
werden
dich am Wachthause des Mondes vorbeiführen.“
Wie
sehr freue ich mich,
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Ich
fliege und ziehe hin,
bis
ich zum Wachthause des Feuers komme.
Ich
rufe:
„Wer
wird mich am Wachthause des Feuers vorbeiführen?* —
„Deine
Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat
werden
dich am Wachthause des Feuers vorbeiführen.*
Wie
sehr freue ich mich,
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Ich
fliege und ziehe hin,
bis
ich zum Wachthause der Sieben komme.
Ich
rufe:
„Wer
wird mich am Wachthause der Sieben vorbeiführen?* —
„Deine
Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat
werden
dich am Wachthause der Sieben vorbeiführen.“
Wie
sehr freue ich mich,
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
89.
23—%. 17 Drittes Buch. Dreizehntes Stück. _ 527
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Ich
fliege und ziehe hin,
[90]
bis ich zum Wachthause der Rüha komme.
Ich
rufe:
„Wer
wird mich am Wachthause der Rühä vorbeiführen?* —
„Deine
Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat
werden
dich am Wachthause der Rühä vorbeiführen.“
Wie
sehr freue ich mich,
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Ich
fliege und ziehe hin,
bis
ich zu den Wasserbächen komme.
Als
ich bei den Wasserbächen ankam,
kam
der Ausfluß des Glanzes mir entgegen.
Er
faßte mich bei der Fläche meiner Rechten
und
führte mich über die Wasserbäche.
Man
brachte Glanz und bekleidete mich damit,
brachte
Licht und bedeckte mich damit.
Das
Leben stützte das Leben,
das
Leben fand das Seinige.
Das
Seinige fand das Leben,
und
meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie er-
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich, [hoffte. —
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Sohn
Guter,
zeige
mir den Weg, auf dem du kamest,
und
den Aufstieg, auf dem dein Vater emporstieg
zum
Orte des Lichtes.
Dreizehntes
Stück.
Die
Hoffnung auf Gutes kam mir,
denn
sie sagen: Du sollst hinausgehen.
3
20
20
35
4o
528
Linker
Teil. 90, 17-91, 9
Dann
kam mir abermals die Hoffnung,
denn
sie sagen: Du sollst dahingehen.
Sende
zu meinen Brüdern und sage ihnen,
daß
sie kommen und für mich beten.
Wie
gut sind meine Brüder,
daß
sie von selber gekommen sind!
„Meine
Brüder, bei eurem Leben,
‚ihr
Guten, bei euer aller Seele!
Wenn
ihr etwas Häßliches schauet,
lasset
von eurer Last nicht ab.
Wenn
ihr abermals etwas Häßliches schauet,
lasset
nicht nach, sondern tuet ein Übriges.
Denn
wer beladen ist, steigt empor,
wer
leer ist, wird hier abgeschnitten.
Ich
bin beladen und steige empor,
meine
Werke und meine Lohnspende gehen mir voran,
und
ich stütze mich auf mein Wohltun.“
Meine
Seele, warum betrübt es dich,
daß
du das Haus verlässest?
[91]
[Das Haus] fällt der Zerstörung anheim,
und
der Rechtsstreit der Gefangenen soll geschlichtet werden.
Das
Haus der Planeten [soll verfallen],
und
die Werke ihrer Hände sollen vergehen.
Ich
fliege und ziehe hin,
bis
ich zu den Planeten komme‘).
Am
Tore der Planeten
stehen
sie da und tuscheln.
„Warum
tuschelt ihr, ihr Sieben ?
Ich
gehöre nicht zu euch.“
Ich
fliege und ziehe hin,
bis
ich zum Hause des Lebens komme.
Wie
ich zum Hause des Lebens komme,
geht
mir das Leben entgegen.
Es
holte Glanz heraus und bekleidete mich damit,
es
brachte Licht und bedeckte mich damit.
Es
schloß mich in seine Rechnung ein,
und
das Gute stellte mich in seiner Mitte auf.
Mein
Licht bereitete das Pihta,
und
mein Sinn stellte sich hin und pries das Leben.
Findest
du einen Guten,
so
nähere dich ihm,
1)
Vielleicht NINIW M25 RDDN zu lesen, siehe weiterhin.
91,
9—92, 2 Drittes Buch. Vierzehntes Stück. 5239
findest
du einen Bösen,
so
halte dich von ihm fern.
Zwischen
den Lampen des Lichtes
werden
deine Lampen emporgezogen werden und leuchten )).
Ihr
wurdet aufgerichtet und gefestigt 5
durch
das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist.
Das
Wort der Wahrheit ist zu den Guten gekommen,
das
wahrhafte Wort zu den Gläubigen.
An
den Ort, der ganz Leben ist,
sind
eure Seelen gerufen und geladen’). — 10
Und
das Leben ist siegreich.
Die
Guten gehen dahin,
der
Rechtsstreit der Erwählten wird geschlichtet.
Die
Guten gehen dahin;
wer
soll den Glanz der Guten ertragen’)? 15
Vierzehntes
Stück.
Als
die Finsternis Pläne schmiedete,
verließ
Adam seinen Körper.
Adam
verließ seinen Körper,
in
Glanz und Licht wurde die Seele geborgen. 20
Die
Seele wurde in Glanz und Licht geborgen,
und
das Herz der Rühä verfinsterte sich.
Rühä
spricht:
„Die
Seele ist zum Hause des Lebens aufgestiegen.“
So
lange die Seele in der Welt der Bösen war, =)
saß
die ganze Finsternis in Bedrängnis.
In
Bedrängnis saß die ganze Finsternis,
und
Rühä verhüllte ihr Haupt.
[92]
Sie sprach:
„Wehe
mir, daß ich nichts wußte 2)
von
ihren Schätzen ‘), die ich begehrte.
Ich
will (der Seele) antun,
daß
ich sie in die Martern der Erde stürze.
1)
Siehe p. 513,17; Lit., p. 104,7; 214,3. ?) Siehe Lit., p. 214.
3)
Siehe oben, p. 518. 25. *, Der oberen Wesen, siehe auch p. 530, 28.
Lidzbarski,
Ginza. 34
40
530
Linker
Teil. : 92.2—21
In
die Martern der Erde will ich sie stürzen
und
an den Pforten der Finsternis zurückhalten.
Ich
will sie zurückhalten an den Pforten der Finsternis
und
in den Wachthäusern fesseln.
Den
ganzen Stamm wollen wir bei uns verächtlich machen,
zur
Finsternis se“ ...2.2..20%
drang
ihre Stimme zum Hause des großen Lebens.
Als
das große (Leben) dies hörte,
sandte
es einen Boten des Lichtes.
Das
Große sprach zu Hibil-Ziwa '):
„Guter
Uthra lieblichen Namens!
Erlöse
Adam aus der Finsternis
und
hebe ihn hierher empor.“
Ich
bekleidete mich mit Glanz aus meinem Orte
und
kam aus meiner Stätte.
Ich
holte Adam aus der Welt der Bösen
und
führte ihn an jedem häßlichen Gebilde vorbei.
Ich
machte finster das Licht der Bösen
und
zerbrach alle ihre Wachthäuser.
Rüha
dQudsa kommt und findet
den
Körper Adams, wie er ohne Seele ist.
Rühä
klagt und schlägt sich
und
ruft die Astarten, die mit ıhr waren.
Sie
spricht zu den Liliths und Astarten:
„Kommet,
wir wollen klagen und weinen,
die
Astarten sollen schreien’),
aaß
dies der fremde Mann getan hat,
während
ich von ihren Schätzen nichts wußte.“
Ich
brachte Adam an jedem häßlichen Dinge vorbei
und
gelangte vor die Skina des Ptahil.
Als
ich an der Skina des Ptahil anlangte,
stand
Ptahil von seinem Throne auf.
Ptahil
stand von seinem Throne auf
und
betete mit einer Verneigung vor dem Leben.
Er
betete mit einer Verneigung vor dem Leben
und
reichte Kusta der Seele.
Der
Seele reichte er Kustä
und
sprach zu ihr:
„Dein
Maß ist voll, Seele,
und
du hast die Welt der Bösen verlassen.“
!)
Das erste NYMY fehlt auch in Leid.
2)
Leid. hat NP) SANYNDY\; der Text ist hier wohl nicht in Ordnung.
92,
21—93, 16 Drittes Buch. Vierzehntes Stück. 531
Darauf
sprach sie zu ihm:
„Setze
dich, einfältiger Uthra,
der
nichts auf der Tibil versteht.“
Ptahil
setzte sich auf seinen Thron,
und
ich kam vor die Skina des Abathur.
[93]
Abathur erhob sich von seinem Throne
und
betete mit einer Verneigung vor dem Leben.
Er
betete mit einer Verneigung vor dem Leben
und
reichte Kusta der Seele.
Er
reichte der Seele Kustä;
dann
führte ich sie an Josamin vorbei.
Als
Jösamin die Seele erblickte,
erhob
er sich von seinem Throne.
Josamin
erhob sich von seinem Throne
und
betete mit einer Verneigung vor dem Leben.
Er
betete mit einer Verneigung vor dem Leben
und
reichte Kustä der Seele.
Er
reichte der Seele Kustä;
[dann
führte ich sie an Enos-Uthra vorbei].
Als
Enos-Uthra die Seele erblickte,
betete
er mit einer Verneigung vor dem Leben.
Er
betete mit einer Verneigung vor dem Leben
und
reichte Kustä der Seele.
Er
reichte der Seele Kustä;
dann
führte ich sie an den Söhnen des Heils vorbei.
Als
die Söhne des Heils die Seele erblickten,
beteten
sie mit einer Verneigung vor dem Leben.
Sie
beteten mit einer Verneigung vor dem Leben
und
reichten Kustä der Seele.
Sie
reichten der Seele Kustä;
[dann
führte ich sie vor das Leben].
Als
das Leben mich erblickte,
gewann
es mich lieb.
Die
Uthras des Lichtes freuten sich meiner’),
das
Leben segnete mich,
und
Manda dHaije war mir dankbar.
Sie
sprechen zu ihr:
„Gesegnet
seiest du, Seele,
und
gesegnet sei der Mann, der dich erlöst und emporgebracht
Und
zu ihm sprachen sie: [hat.“
sicher.
1)
Diese von NÖLDEKE Gram., p. 46,8 angenommene Bedeutung scheint mir nicht
Die
Lesungen schwanken sehr. Leid. hat NIANYTY, was sicher unrichtig ist.
ad
20
25
35
40
533
Linker Teil. 93. 16-94, 10
„Du
hast die Seele hergetragen, du hast sie hergebracht,
und
du warst ihr ein Helfer.“
Er
schuf ihr Glanz an seiner Stelle
und
bekleidete sie mit seinem eigenen Gewande.
5
Mit seinem eigenen Gewande bekleidete er sie
und
setzte sie auf den Thron, den er ihr errichtet.
Er
schuf ihr Glanz an seiner Stelle,
und
sie bekleidete sich mit seinem‘) Gewande.
Mit
seinem Gewande bekleidete sie sich
10
und setzte sich auf den Thron, den er ihr errichtet.
Als
sie auf dem Throne saß, den er ihr errichtet,
da
hüpfte sie in Glanz und Licht.
Als
sie in Glanz und Licht hüpfte,
da
sprang sie auf und erhob sich von ihrem Throne.
15
Sie sprang auf, erhob sich von ihrem Throne
und
betete mit einer Verneigung vor dem Leben.
Sie
betete mit einer Verneigung vor dem Leben
und
[94] pries das große Leben.
Sie
pries Mandä dHaije,
20
der sie erlöst und hierher emporgebracht hat’).
Die
Seele preist und spricht: „Auf diesem Aufstiege, auf dem ich auf-
gestiegen
bin, sollen die wahrhaften, gläubigen und trefflichen Näsoräer,
sowie
die vollkommenen Frauen aufsteigen, wenn sie aus ihrem Körper
scheiden.“
—
25
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Ich
erblickte mein Gewand und meinen Kranz,
da
fühlte meine Seele sich gerüstet für den Lichtort.
Fünfzehntes
Stück.
30
„Mein Maß ist voll, und ich ziehe hinaus.* —
Der
Geist spricht zur Seele:
„Wenn
du hinausziehest, warum tut es dir leid?
Wenn
es dir leid tut, warum ziehst du hinaus?“ —
!,
AWONJT ist hier widersinnig aus dem Vorhergehenden übernommen.
2)
Das war Hibil-Ziwä! Vgl. p. 438, 16.
94,
11—95, 6 Drittes Buch. Füntzehntes Stück. 533
„Ziehe
ich hinaus, so stehen die Dämonen da,
kehre
ich um, meine Zahl ist ja voll.
Wo
ist das Leben, das ich geliebet,
wo
ıst das Leben, das mich geliebet?
Wo
ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit,
auf
dessen Namen ich Almosen gespendet?
Wo
ist Mandä dHaije,
auf
dessen Namen ich zum Jordan gegangen bin?
Wo
gehst du, Herr der Kusta, hin,
wo
die Dämonen meinen Körper umringen?
Die
Dämonen umringen meinen Körper,
und
die Sieben stehen da und sinnen auf Böses.
Die
Sieben sinnen gegen mich
und
schmieden geheime Pläne gegen mich.
Sie
sprechen:
‚Wenn
er von uns weggeht '),
wollen
wir ihn im Hause der Zöllner fesseln.
Wenn
er ruft, wer wird ihm antworten,
und
wer wird ihm ein Erlöser sein?
Wer
wird ihm ein Erlöser sein,
wenn
er im Hause der Zöllner gefesselt ist?“
Auf
der Stelle entstand ein Beben
in
dieser Welt.
Zu
mir wurde ein Uthra gesandt,
ein
Mann, der hervorragend in der Welt ist.
Zu
mir wurde ein großer Uthra gesandt,
ein
Mann, der mir ein Helfer sein soll.
[95]
Ein Helfer soll er den Männern sein,
die
den Stamm festigen.
Er
zerbrach ihre Wachthäuser
und
schlug eine Bresche in ihre Burg.
In
ihre Burg schlug er eine Bresche,
und
die Sieben flohen weg’) aus seinem Wege.
Er
brachte Glanz und bekleidete mich damit
und
holte mich mit Gepränge aus der Welt.
Die
Sieben mit ihren Dämonen und Hmurthäs
sitzen
trauernd da.
Alle
sitzen da und trauern
um
den Mann, der der Tibil entsprungen ist,
\)
Lies DEN).
?)
Leid. hat 177. Doch heißt 777 „wegstoßen“. Entweder ist Nr77Yy (Ethpeel) zu
lesen.
oder NT „sie eilten zitternd fort‘, siehe Lit., p. 24, 6.
Bi
20
25
30
55
Io
15
20
25
534
Linker
Teil. 95,6—24
um
den Mann, der entsprungen ist der Tibil
und
in ihre Burg eine Bresche schlug.
Er
schlug eine Bresche in ihre Burg,
und
man holte ihn mit Gepränge aus der Welt.
Als
die Sieben dies sahen,
sahen
sie sich als unterlegen an,
sie
kehrten um und setzten sich an ihrem Wege hin.
Doch
die Auserwählten (und die Uthras) stiegen mit ihrem Lobpreis
und
schauten den Ort des Lichtes. — [empor
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Die
Seele erblickte den Glanz,
sie
steht an ihrem Herkunftsort und pranget.
Sechzehntes
Stück.
Die
Seele in der Frucht des Lebens
blüht
und erblühet.
Sie
blüht und erblühet.
Die
Uthras traten hin und fragten sie aus:
„Als
du in der Tibil warest,
im
hinfälligen Hause,
als
du unter den Sieben warest,
den
Söhnen der nichtigen Wohnung,
was
haben dir die Sieben angetran,
als
du unter ihnen warest?*
Darauf
erwidert sie ihnen:
„Sie
nannten mich einen Sklaven, der keinen Herrn hat,
und
täglich holten sie mich zum Gericht.
Sie
verkehrten‘) das Gericht gegen mich,
sie
spitzten ihre Lippen gegen mich.
Sie
nannten mich einen Sklaven, der keinen Herrn und keine Herrin
ein
jeder, der ihn erreicht?), schlägt ihn, [hat:
ein
jeder, der ihn trifft, erbost ihn,
und
ein jeder, der zu ihm kommt, verachtet ihn.
t)
NIDDN gibt keinen Sinn; es ist wohl durch 1ND°D beeinflußt. Ich vermute NYIDON.
®)
Leid. hat SYYIR7T IND 912; lies ANNRTT.
95,
24—96, 18 Drittes Buch. Sechzehntes Stück.
Sie
nannten mich einen Fluß ohne Übergang‘),
der
sich gehoben hat und an der Mündung verstopft ist.
Er
hat sich gehoben und ist an der Mündung verstopft,
[96]
und die Pflanzen an ihm verdursten und sterben vor Durst ab.
Sie
nannten mich einen Gefangenen ohne Heimatsort,
der
keinen Vater hat.
Keinen
Vater hat er
und
keinen Pfleger.
Weh
und leid war mir,
daß
ich so lange auf meinen Helfer hoffen mußte.
Auf
meinen Helfer mußte ich hoffen,
-
den Mann, der mich seine Stimme hat vernehmen lassen,
daß
er komme und mich von den Bösen losmache,
mich
von den Sündern losmache,
daß
er mich von den Vögten losmache, die Horcher loslassen,
die
über den Zorn in der Tibil eingesetzt sind,
daß
er mich von den Wachthäuslern losmache, mich von den Richtern
die
ein falsches Urteil fällen. [losmache,
Ich
sagte mir: Wann werde ich herauskommen
aus
der wüsten Einöde’)?
Ich
sagte mir: Wann werde ich aus ihr herauskommen
und
den Lichtort schauen?“
Wie
ich an meinem Orte stehe,
erblickte
ich meinen Helfer.
Ich
erblickte den sanften Uthra,
den
Mann, der mich seine Stimme hat vernehmen lassen.
Er
schrie und ließ mich seine Stimme vernehmen
und
stützte mein Herz auf seine Stütze.
Als
ich meinen Vater, den Uthra, erblickte,
den
Mann, der mir ein Helfer ist,
als
ich meinen Vater, den Uthra, erblickte,
erstrahlte
ich (in meiner Überlegenheit) über die Welten.
Er
sprach und redete
zu
den Söhnen der nichtigen Wohnung:
„Ich
bin ein Sklave, dessen Herr Einer ist,
keinen
Edlen gibt es, der mir gliche.
Ich
habe zum Vater einen Uthra,
ich
habe einen Pfleger.
Ich
habe zum Vater einen Richter,
der
meine Rechtssache mit meinen Verfolgern versieht.
t)
Siehe Nöld., p. 430°. ?) Leid. hat NY7032 0217.
10
20
25
30
35
40
536
Linker Teil. 96. 18— 97,12
Ich
habe einen Herrn der Pflanzen,
der
seine Pflanzen mit Wasser versieht.“
Die
Planeten stehen da,
sie
tuscheln und sprechen:
5
„Mit wessen Kraft steht er da,
daß
sein Sinn ihm so fest gestützt ist?
Wer
ist sein Herr, wer sein Helfer,
wer
ist der Richter, der seine Rechtssache mit seinen Verfolgern
versieht?*
10
Darauf erwiderte ich den Sieben,
die
sich selber verdammt haben‘):
„Der
Sklave des Fremden bin ich,
des
Mannes, der seine Freunde festigt.
[97]
Der Sklave des Fremden bin ich,
15
des Mannes, der ein Helfer ist.
[Ein
Helfer] ist er den Männern «x ++ xx +»,
und
er festigt seinen Stamm.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
20
Als ich unter euch weilte,
kümmertet
ihr euch nicht um mich.
Jetzt
will ich dahingehen,
was
habe ich mit euch gemein?
Siebzehntes
Stück.
25
Die Stimme der Seele des Lebens höre ich,
die
aus dem Körper des Kehrichts weinet.
Sie
spricht:
„Nackt
brachte man mich?) in die Welt,
und
leer holte man mich aus ihr.
30
Leer holte man mich aus ihr,
wie
einen Vogel, den nichts begleitet.“
Die
Stimme der Seele ist es,
die
an ihrem Orte jammert und weint.
2)
38397 Leid. ist eine Verschlimmerung, vgl. R 54,2; 117,23
2)
Siehe oben, p. 517, 22.
97.12—98,
7 Drittes Buch. Siebzehntes Stück. 537
Sie
spricht:
„Was
soll ich mit. dir, mein Körper,
in
jener’) Welt anfangen?
Wärest
du, mein Körper, ein Gewand von Glanz und Licht,
so
zöge ich dich an,
und
du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du ein Gürtel von Glanz und Licht,
so
wärest du mir um die Hüften gebunden,
und
du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du ein Kranz von Glanz und Licht,
so
wärest du mir auf das Haupt gelegt,
und
du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du ein Stab von Glanz und Licht,
so
hielte ich dich in der Hand,
und
du stiegest mit mir zum Hause ir Lebens empor.
Wärest
du Sandalen von Glanz und Licht,
so
wärest du mir an die Füße gelegt,
und
du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.“
Also
sprach und sprach die Seele,
und
der Körper begleitete sie nicht.
Die
Stimme des Gesandten des Lebens höre ich,
der
der Seele des Lebens zuruft:
„Komm,
komm’), du Lichtspendende,
die
du das finstere Haus erleuchtetest.
Komm,
komm, du Duftspendende,
die
du den stinkenden Körper duftend machtest.
Komm,
komm, du Edelgeborene,
[98]
die man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.*
Die
Seele wendet sich um und schaut
nach
dem Körper und dem Palaste, aus dem man sie geholet.
Sie
spricht zum Körper:
„Wärest
du nicht ein Körper,
aus
einem Lehmklumpen geformt!
Aus
einem Lehmklumpen bist du geformt,
und
die Sieben, die dich verfolgten, blieben als Unterlegene stehen.
Die
Sieben, die dich verfolgten, blieben als Unterlegene stehen
innerhalb
dieser Welt.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
t)
So, nicht „in dieser“, wie dasteht, siehe auch p. 3383
2)
Siehe oben, p. 5i4f.
20
25
30
35
20
30
Linker
Teil. 98, 8—23
Die
Seele steht auf dem Wege
und
geht den Wahrhaften entgegen.
Sie
spricht zu ihnen:
„Kommet,
esset und trinket, ıhr Guten,
ich
werde bei euch sein).
Achtzehntes
Stück.
Obwohl
noch jung, wurde mein Maß voll,
obwohl
noch jung, fand mein Ausgang statt;
obwohl
noch jung, wurde mein Maß voll
weg
von dieser Welt.
Gehe
ich hinaus, so stehen die Dämonen da,
kehre
ich um, meine Zahl ist ja voll.
Wie
töricht sind die Äonen,
wie
einfältig sind die Welten,
wie
töricht sind die Äonen,
die
um mich in Trauer dasitzen.
In
Trauer um mich sitzen sie da
und
essen ...... ?) um mich.
Um
mich essen sie ...... ;
und
um mich liegen sie auf Matten.
Sie
liegen um mich auf Matten
und
zerreißen ihren Schatz um mich’).
Um
mich zerreißen sie ihren Schatz,
und
um mich vergießen sie Tränen.
Tränen
vergießen sie um mich
und
raufen sich um mich die Haare aus.
Ein
jeder, der um mich sein Kleid zerreißt,
wird
den Fehler an seinem Gewande behalten.
Ein
jeder, der Tränen um mich vergießt,
wird
Meere und Flüsse vor sich finden‘).
Einen
jeden, der sich die Haare um mich ausrauft,
wird
man in den Finsterberg einschließen °).
Mein
Maß wurde voll, meine Zeit kommt,
und
ich ziehe zum Lichtort hin. —
ı)
Die Worte klingen wie die Einladung eines Gottes zum Kultmahl.
2)
Zu X'2%) und zum Folgenden siehe p. 21 ob.; 466 unt.
3)
Scheint hier so viel wie Gewand zu sein, siehe das Folgende.
“4,
Auf seinem Wege zum Jenseits. 5) Leid. hat MINDN.
98,
23—99, 16 Drittes Buch. Neunzehntes Stück. 539
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
[99]
Als ich im körperlichen Gewande wohnte,
wurde
mir mein Gewand nicht genommen;
jetzt,
wo sie mich daraus weggeholt,
ist
mein Vertrauen auf das Leben gerichtet.
Neunzehntes
Stück.
Auf
meiner Höhe stehe ich,
und
meine Augen schauen nach der Tibil.
Ich
schaue hin und sehe die Seele,
wie
sie weint, klagt und sich (in Tränen) ergießt
und
mit ihren Haaren die Straßen fest.
Mit
ihren Haaren fegt sie die Straßen,
mit
ihren Nägeln gräbt sie Erde aus.
Mit
ihren Nägeln gräbt sie Erde aus,
mit
ihren Tränen befeuchtet sie den Erdkloß.
Den
Erdkloß befeuchtet sie mit ihren Tränen,
mit
ihren Händen fügt sie Gewölbe zusammen.
Gewölbe
fügt sie mit ihren Händen zusammen,
so
steht sie da und führt den Bau auf.
Sie
baute ihn und putzte ıhn ab,
dann
stieg sie in die Höhe und setzte sich auf die Ringmauer').
Sie
zog den Rosenrock aus
und
staunte ob seiner Schönheit.
Sie
spricht zu ihm:
„Wehe
dir, Körperpracht,
es
ist recht, daß dich das Höllengewürm frißt.
Wehe
dir, Rosenrock,
den
die Vögel in der Luft zerfetzen.“
Die
Seele sitzt da und wartet:
vielleicht
kommt ein Geleite.
Vielleicht
kommt ein Geleite
und
ich gehe mit ihnen zusammen.
Die
Seele blickt empor und sieht,
wie
das Geleite der Bösen herankommt.
t)
Zweifelhaft, siehe Joh. II, p. 30°.
20
30
20
25
35
Linker
Teil. 99, 16—100, 7
Finsternis
geht vor ihnen einher,
Dunkelheit
folgt ihnen.
Dämonen
begleiten sie,
Liliths
sind ihre Geleiterinnen.
Eine
Meile und eine halbe Meile‘) hin
dringt
der Laut ihres Weinens.
Eine
Meile und eine halbe Meile hin
dringt
der Geruch ihres Gestankes.
Als
sie zur Seele kamen,
sprach
zu ihnen des Lebens schuldlose Seele:
„Was
sind eure Werke, ihr Bösen,
daß
eure Reisezehrung so ausschaut?“
Darauf
erwidern sie ihr:
„Unser
Haupt drang in die Erde ein’)
innerhalb
dieser Welt.
Unsere
Augen gaben Winke
innerhalb
dieser Welt.
Unsere
Ohren lauschten an den Türen
innerhalb
dieser Welt.
Unsere
Hände begingen Mord
innerhalb
dieser Welt.
Unser
Herz war [100] zwiespältig
innerhalb
dieser Welt.
Unser
Körper trieb Unzucht
innerhalb
dieser Welt.
Unsere
Kniee beugten sich vor den Sieben
innerhalb
dieser Welt.
Unsere
Füße gingen barfuß
innerhalb
dieser Welt.“
Darauf
sprach zu ihnen
des
Lebens schuldlose Seele:
„Wenn
dies eure Werke sind, ihr Bösen,
so
paßt vortrefflich eure Reisezehrung.
Gehet,
gehet, ihr Bösen,
ich
komme nicht mit euch in eurem Geleite.“*
Die
Seele sitzt da:
vielleicht
kommt ein Geleite.
Vielleicht
kommt ein Geleite,
und
ich gehe mit ihnen in ihrem Geleite.
)
D. bh. eine Meile und darüber hinaus, ähnlich wie un corsaire et demi.
®2)
Um zu lauschen oder um Erdmantik zu treiben? Siehe auch R 63, 16.
100,
8—101, 1 Drittes Buch. Neunzehntes Stück.
Die
Seele blickt empor und sieht,
wie
das Geleite der Guten herankommt.
Glanz
geht vor ihnen einher,
Licht
folgt ihnen.
Uthras
des Lebens begleiten sie,
Engel
des Glanzes sind ihre Geleiter.
Eine
Meile und eine halbe Meile hin
dringt
ihr Wohlduft.
Da
sprach zu ihnen
des
Lebens schuldlose Seele:
„Wenn
es euch, meine guten Brüder, beliebt,
führet
mich mit euch in eurem Geleite,
Ich
will eine Gesellschaft den Guten,
ein
Geleite den Gläubigen sein.“
Darauf
sprechen sie zu ihr:
„Was
sind deine Werke, Seele,
daß
wir dich mit uns in unserem Geleite auf dem Wege führen ?*
Da
spricht sie zu ihnen:
„Mein
Vater verteilte Brot,
und
meine Mutter spendete Almosen:
meine
Brüder sangen Hymnen,
und
meine Schwestern reichten Kusta.“
Darauf
sprechen sie zu ihr:
„Dein
Vater, der Brot verteilte,
tat
es für sich;
deine
Mutter, die Almosen spendete,
tat
es für ihre Seele.
Deine
Brüder, die Hymnen sangen,
werden
auf den Pfaden der Kusta emporsteigen;
deinen
Schwestern, die Kustä reichten,
wird
Manda dHaije ein Helfer sein.
Was
sind deine Werke, die du für dich getan,
daß
wir dich mit uns in unserem Geleite hinführen?“
Da
erwidert sie ihnen:
„leh
will euch sagen, meine Brüder,
ich
will euch sagen, wahrhafte, gläubige Männer;
ich
will euch sagen, meine Brüder,
ich
will euch sagen, wie es war.
Meine
Brüder nach ihrem Willen,
meine
Schwestern [101] nach ihrem eigenen Willen,
meine
Brüder nach ihrem Willen
machten
mich zur Braut der Bösen.
41
4c
=D
Linker Teil.
Zur
Braut der Bösen machten sie mich,
die
Lohnzahlung und Almosen nicht gewähren.
Lohnzahlung
und Almosen gewähren sie nicht,
daher
werden sie in der Finsternis gefesselt.
Doch
bei mir, die ich das Leben geliebet,
nahm
Manda dHaije im Sinne Platz.
Wenn
der Samstag am Abend ausging,
wenn
der Sonntag zum Guten eintrat‘),
nahm
ich Almosen in meine Tasche,
nahm
ein Stück Brot in meine Hand.
Ich
nahm Almosen in meine Tasche
und
ging an das Tor des Tempels.
Das
Almosen tat ich unter die anderen Almosen ‘)
101,2—18
und
das Stück Brot zur gemeinsamen Speisung (für die Armen) ’).
Fand
ich eine Waise, so sättigte ich sie
und
füllte die Tasche der Witwe.
Fand
ich einen Nackten,
so
legte ich ihm um den Nacken ein Gewand.
Fand
ich einen Gefangenen,
so
löste ich ihn aus und schickte ihn in seinen Heimatsort zurück.
Ich
löste ihn aus, schickte ihn zurück in seinen Heimatsort
und
versah ihn mit Reisezehrung auf den Weg.“
Da
brachten sie Glanz und bekleideten sie damit,
brachten
Lieht und bedeckten sie damit.
Sie
banden ihr ein großes Diadem des Glanzes um
und
legten ihr einen prangenden Kranz auf.
Sie
banden ihr einen Gürtel um,
der
ganz in hohem Maße Glanz ist.
Sie
legten ihr einen Übergang über die Meere,
legten
ihr einen Damm durch die Flüsse.
Sie
faßten sie an der Fläche der Rechten
und
führten sie über die Wasserbäche.
Das
Leben stützte das Leben,
das
Leben fand das Seinige.
Das
Seinige fand das Leben,
und
meine Seele, die des NN dieses Aufstieges,
!)
Siehe auch Lit., p. 220, LIV.
2)
Wohl in die Sammelstelle für Almosen.
Stelle
zusammengebracht und die Armen dort gemeinschaftlich gespeist.
das
vielleicht durch das arabische sebdil „milde Gabe“ beeinflußt ist.
S)
Ihn NÖSD vermute ich ovpßoAr, das auch im syrischen &D2ND und im
talmudischen
nbyaD
(Levy, Neuhebr. Wtb. IH, p. 468b) vorliegt. Die milden Gaben wurden an einer
[erhoffte.
—
fand,
was sie |
Leid.
hat NO2D,
101,
18—102, 9 Drittes Buch. Zwanzigstes Stück. 543
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Am
Wege steht die Seele ')
und
schaut aus nach ihrem Helfer:
Nach
dir lasse ich meine Augen ausschauen,
Herr,
der du ganz Gnade bist.
Zwanzigstes
Stück’).
”
Zwischen dem Verborgenen und dem Glanze,
zwischen
dem Lichte und den Uthras,
zwischen
dem Verborgenen und dem Glanze
stehen
sie da und fragen die Seele aus.
Sie
sprechen:
„Sage,
sage, Seele,
wer
dich gebildet hat.
Wer
hat dich gebaut, wer dich gebildet‘),
wer
war [102] der Mann, dein Schöpfer?“
„Einer
hat mich gebaut, Einer mich gebildet,
Einer
war der Mann, mein Schöpfer.
Einer
von den Söhnen des Heils
nahm
gütig einen Teil.
Er
wickelte mich in einen Wickel des Glanzes,
nahm
und übergab mich Adam.
Adam
in seiner Einfalt
schämte
sich, da er nicht wußte, schämte sich, da er nicht ver-
Adam
in seiner Einfalt [stand.
nalım
und legte mich in den körperlichen Rumpf.
Er
nahm und legte mich in den körperlichen Rumpf
von
Wermut, Bitterkraut und ...... W
Die
Seele sitzt da und behütet
die
körperliche Herberge’), die man ihr anvertrauet.
Sie
sitzt da und behütet sie,
bis
ihr Maß und ihre Zahl erfüllt ist.
!)
Leid. hat NIOWYI NO’ND. 2) Steht auch Lit., p. 99.
3)
122 gehört hier wohl nach dem ganzen Zusammenhange zu 032, nicht zu 2, obwohl
man
ININD Text 46,14 (hier p. 464,41; Nöld., p. 270,23) zu 12 zu ziehen hat.
4)
Vale Bit, p. 1008. 5) Leid. hat wie Qol. NN’EW.
30
35
544
1)
Siehe Joh. II, p. 47®, ?) Siehe oben, p. 540.
Linker
Teil. 102. 9—103, 4
Als
ihr Maß und ihre Zahl erfüllt war,
ging
der Löser zu ihr.
Der
Löser ging zu ihr und löste sıe,
es
führte sie fort, der sie gebunden hatte.
Der
die Seele gelöst hatte, ging ihr voran,
der
sie gebunden hatte, folgte ihr.
Die
Seele lief [und erreichte] den, der sie gelöst hatte,
der
sie gebunden hatte, lief, doch er erreichte sie nicht.
Die
Seele allein und ihr Löser
gehen
zum Orte des Lebens hin. —
Und
das Leben ist siegreich.
Was
frommt es mir, daß ich kam und wohnte
im
trügerischen, nichtigen Rumpfe?
Was
frommt es mir, daß ich kam und in ihm wohnte,
wo
er nicht mit mir zum Lichtort emporsteigt?
Einundzwanzigstes
Stück.
Die
Seele geht hinaus,
ihr
Maß ist voll, und ihre Zeit ist gekommen.
Voll
ist ihr Maß, gekommen ist ihre Zeit,
und
sie hat ihr Auge voll des Lösers').
Voll
des Lösers hat sie ihr Auge,
und
ihr Herz ist voll Weinens.
Voll
Weinens ist ihr Herz,
und
der Löser nimmt keine Bestechung an.
Er
nimmt keine Bestechung an
und
tauscht nicht den Körper um die Seele ein.
Man
löste die Seele und führte sie hin,
man
stellte sie vor dem Richter auf.
Der
Richter fragt sie aus
[103]
nach ihren Sünden und Verfehlungen:
„Was
für Werke hast du, Seele, getan
in
der Welt der Täuschung, in der du weiltest?“
„Du
bist mein Zeuge, Richter,
daß
ich um meinetwillen keine Schlechtigkeit begangen habe.
Ich
habe keinen Ehebruch getrieben °)
und
nicht nach dem Willen der Bösen gehandelt.
103,
4—23 Drittes Buch. Einundzwanzigstes Stück. 545
Ich
habe keinen Mord begangen
und
keines Adamssohnes Blut vergossen.
Mein
Haupt drang nicht in die Erde ein,
und
meine Hände begingen keinen Diebstahl.
Ich
habe keine Zauberei getrieben 5
und
nicht die Seele im Körper gequält.
Ich
habe nicht den Knecht in die Hand seines Herrn ausgeliefert,
nicht
die Magd in die Hand ihrer Herrin,
auch
habe ich kein falsches Zeugnis abgelegt.
Ich
habe keine Grenzen verschoben, 10
keine
Grenzsteine verrückt.
Meine
Augen gaben keine Winke,
und
mein Mund brachte keine Lüge hervor.
Die
Wahrsager sagten mir nicht wahr,
und
die betrügerischen Chaldäer chaldäerten mir nicht. 15
Ich
aß nicht ein doppeltes Almosen ')
und
verehrte nicht zwei Herren.
Den
Armen gewährte ich Almosen,
und
dem Blinden war ich ein Geleiter.
Fand
ich einen Hungrigen, so sättigte ich ihn, 20
und
füllte die Tasche der Witwe.
Fand
ich einen Nackten,
so
legte ich ihm um den Nacken ein Gewand.
Fand
ich einen Gefangenen,
so
löste ich ihn aus und sandte ihn in seinen Heimatsort zurück. 25
Ich
löste ihn aus, sandte ihn in seinen Heimatsort zurück
und
versah ihn mit Reisezehrung auf den Weg.
Mit
dem Kranken stieg ich zu seinem Lager hin,
mit
dem Verstorbenen ging ich zum Friedhofe.* —
„Wenn
dies deine Werke sind, Seele, 30
so
mögen deine Zeugen kommen und zeugen.“
Als
die Seele noch vor dem Richter stand,
flogen
ihre Zeugen heran und gelangten zu ihr.
Der
Jordan und seine beiden Ufer
zeugten
für die Seele’). 35
Die
Taufe, mit der sie getauft worden war,
das
Pihta, die Kustä und das Mambügä
zeugten
für die Seele.
Lohnzahlung
und Almosenspende (und die Taufe)
zeugten
für die Seele. 40
1)
Ich ließ mir nicht von verschiedener Seite Almosen geben?
®)
Siehe Lit., p. 33f.
Lidzbarski,
Ginza. 35
Io
25
546
Linker
Teil. 103, 23—104, 17
Sie
faßten die Seele an der Fläche der Rechten,
hoben
sie empor und richteten sie im Hause der Vollendung auf,
am
Orte, [104] dessen Sonne nicht untergeht
und
dessen Lichtlampen nicht dunkel werden. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Im
Alter bildete man ihr‘) Flügel,
sie
sprang hin und setzte sich in eine Wolke des Glanzes.
Zweiundzwanzigstes
Stück.
Ich
werde erlöst, mein Maß ist voll,
ich
werde erlöst, meine Zahl ist voll,
ich
werde erlöst, mein Maß ist voll. —
Wenn
die Seele den Körper abstreift,
hält
der Rumpf den Mund (geschlossen),
das
Zimmer?) zeigt Erstarrung.
Die
sieben Planeten
umringen
meinen Körper und sitzen da.
Sie
sprechen zu ihr (zur Seele):
„Wenn
du hinausgehst’°), Seele,
bringen
wir dich hinein vor die Zöllner.“ —
„Gehe
ich hinaus‘), so stehen die Dämonen da,
kehre
ich um, meine Zahl ist ja voll.
Wo
ist der Lauf, den ich lief,
wo
ist der Gruß, den meine Hände reichten ?
Wo
sind die Sandalen meiner Füße,
die
ich mit meinen Freunden abtrat?
Wo
gehst du, Herr der Kusta, hin,
wo
die Dämonen meinen Körper umringt haben?
Die
Dämonen haben meinen Körper umringt,
und
meine Augen färben sich mir im Kopfe.“
Ich
hob meine Augen zur Höhe empor,
mit
meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin’).
1)
Lies ZbINy, der Seele. 2) D.h. der Körper.
3)
Das vorangehende PD „Geh hinaus“ ist hier und Text 116,12 nicht am Platze.
Die
Planeten wünschen ja nicht, daß die Seele den Körper verlasse. Ironisch ist es
kaum
“
gemeint.
*)
Lies PDY. 5) Leid. hat NNID, siehe p. 510!.
104,
17—105, 9 Drittes Buch. Dreiundzwanzigstes Stück. 547
Ich
hob meine Augen zur Höhe empor
und
erblickte den Mann, meinen Helfer.
„Hilf
mir, hilf mir“, ruft die Seele,
„hilf
mir vor ihnen und laß mich nicht im Stich ').“
Er
half mir aus der Mitte der Sieben, 5
hob
mich über die Zöllner hinaus,
brachte
mich empor und richtete mich im Hause der Voll-
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich, [endung auf. —
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Der
Mänä freut sich, empfindet Freude, 10
daß
Hibil-Ziwa kommet
aus
dem Hause des Lebens zu ihm.
Dreiundzwanzigstes
Stück.
Eine
Stimme rief aus der Höhe
und
aus dem oberen Königreiche. 15
[105]
Eine Stimme rief aus der Höhe, die sprach:
„Die
Gefangenen sollen befreit werden.“
Sie
sprach: „Die Gefangenen sollen befreit werden,
und
den Beengten, denen enge ist, soll es weit werden ’’).“
Ich
zog hin und kam, 20
bis
ich zu ihrem Gefängnis gelangte.
Als
ich bei ihrem Gefängnis anlangte,
kam
der Aufseher der Gefangenen’) mir entgegen.
Ich
redete und sprach
zum
Aufseher aller Gefangenen: 25
„Was
ist die Speise,
und
was ist das Getränk der Gefangenen?“ —
„Die
Speise der Gefangenen ist Wermut, Bitterkraut und ..... Ä
das
Getränk der Gefangenen ist schwarzes Wasser und Schmutz.“
Darauf
redete ich und sprach 30
zum
Aufseher aller Gefangenen:
„Nimm
Pflöcke und Schlüssel
und
öffne das Tor des Gefängnisses.
!)
Ich lese YI’R2%9 statt 139, siehe Text 116, 25.
®2)
Siehe p. 393, 22; 525 ob. 3) Siehe p. 405 unt.
So
20
25
30
35
548
Linker
Teil. 105, 9—106, 4
Das
Tor des Gefängnisses öffne
und
die Gefangenen, die eingeschlossen sind, lasse frei.
Lasse
die Gefangenen frei, die eingeschlossen sind;
es
soll weit werden den Beengten, denen enge ist.“
Darauf
spricht er zu mir:
„Wieviele
soll ich dir herauslassen von tausend,
wieviele
soll ich dir herauslassen von zehntausend?*
Er
öffnete mir das Tor
und
setzte das Zeichen auf das Dokument‘).
Er
sucht die Ehebrecher und Diebe aus
und
führt sie hinaus zur Pforte der Seol.
Er
sucht die Zauberer und Hexen aus
und
führt sie hinaus zur Pforte der Seol.
Er
sucht die Wahrsager und Winker aus
und
führt sie hinaus zur Pforte der Seol.
Er
sucht die, die Grenzen verschieben und Grenzsteine verrücken, aus
und
führt sie hinaus zur Pforte der Seol.
Ich
ging durch das Gefängnis
und
fand (dort) keinen wahrhaften Mann.
Darauf
redete ich und sprach
zum
Aufseher aller Gefangenen:
„Schließe
die Bösen wegen ihrer Werke ein
und
achte auf die Seelen,
bis
daß das große (Leben) zu Gerichte sitzet;
dann
sollen die Bösen kommen und geprüft werden.“
Die
Gefangenen singen Hymnen und freuen sich,
denen
die Fessel abgenommen ward.
Die
Gefangenen weinen und heulen,
auf
denen die Fessel gelassen ward.
Sie
sprechen:
„Wir
haben von dir gehört, Guter‘), [dammest.* —
daß
du nicht (die Leute) auf den abgeschnittenen Berg ver-
„Meine
Söhne, einen abgeschnittenen Berg gibt es nicht,
und
niemanden gibt es, den sein Herr auf ihn verdammte.
[106]
Nein, eure Angehörigen haben euch verdammt,
die
in der Täuschung der Welt leben. [anstaltet
Sie
haben für euch keine Totenmessen, nicht meine Gedenkfeier ver-
und
den Tisch’) des Almosens und der Messe nicht aufgestellt.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
t)
Hier doch wohl 3%} babyl. göttu „Dokument“. Es ist das dem Erlöser mitgegebene
Geleitschreiben.
2)
Vgl. Joh. II, p. 106'. ») Leid. hat NINNDDN.
106,
5— 18 Drittes Buch. Vierundzwanzigstes Stück.
O
sanfter Mana,
o
geordneter, wohlgeordneter Mana,
o
sanfter Mana,
mögen
mit dir Helfer kommen.
Vierundzwanzigstes
Stück.
Am
Tore der Gefangenen bin ich vorbeigegangen,
mein
Glanz ging über ihrem Gefängnisse auf.
Über
ihrem Gefängnisse ging mein Glanz auf,
und
sie wurden durch meinen Duft wohlriechend.
Durch
meinen Duft wurden sie wohlriechend,
und
die Seol leuchtete durch meinen Glanz.
Die
Seelen nahmen es wahr,
da
weinen sie und heulen und ergießen sich (in Tränen).
Ich
rufe dem Gefangenenaufseher zu:
„Öffne
den Seelen das Tor.“
Darauf
spricht er:
„Wieviele
soll ich dir herauslassen von tausend,
wieviele
soll ich dir herauslassen von zehntausend?“
Er
öffnete mir das Tor
und
setzte das Zeichen auf das Dokument.
Er
öffnete mir das Tor
und
gab ihnen den Lohn für ihre Ketten‘).
Brot
legte er für die Armen hin,
Gastmähler
teilte er an die Verfolgten aus’),
er
wies ihren Tischen den Lohn für ihre Ketten zu.
Die
Seelen wurden ausgesondert
aus
dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. —
Und
das Leben ist siegreich.
1)
Er entschädigte sie für die in den Ketten erlittenen Leiden.
2)
Lies YINDD oder JOND.
549
20
25
20
25
30
35
550
Linker
Teil. 106, 19—107, 10
Fünfundzwanzigstes
Stück.
Eine
Seele habe ıch in der Tibil,
sie
liegt eingehüllt in der Welt da.
Eingehüllt
liegt sie in der Welt da,
ein
Uthra trete an ihren Pfühl').
An
ihren Pfühl trete ein Uthra
und
rüttle sie aus dem Schlafe:
„Steh
auf, steh auf, Seele,
steh
auf, schaue zum Hause des Lebens hin.
Steh
auf, schaue zum Hause des Lebens hin
und
hebe dein Antlitz zum Lichtort empor.
Siehe,
die ganze Welt
ist
ein Ding ohne Wert.
Ein
Ding ohne Wert ist sie
und
verdient kein Vertrauen.
[107]
Siehe das große Meer,
durch
das es keinen Übergang gibt.
Siehe
den Fluß Hitpüun),
durch
den kein Damm gelegt ist.
Siehe
das Wachthaus,
an
dem Rebellen stehen.
Siehe
die Feuerbrände,
deren
Qualm emporsteigt und das Firmament erreicht.
Siehe
die Doppelgruben,
die
Rüha auf dem Wege gegraben hat.
Siehe
den hohen Berg,
auf
dem kein Weg geebnet ist.
Siehe
die Mauer, die Eisenmauer,
die
wie ein Kranz die Welt umgibt.
Wie
ein Kranz umgibt sie die Welt,
und
keine Bresche ist in sie geschlagen.
Wenn
du, Seele, hörest, was ich dir sage,
und
meiner Rede nicht zuwiderhandelst,
so
wird dir über dieses große Meer
ein
Übergang gelegt werden.
Durch
diesen Fluß Hitpün
wird
dir ein Damm gelegt werden’).
Y)
Vgl. p. 430, 32.
2)
Bedeutet „sie rissen mich fort‘. Vielleicht hat man sich N% „Wasser“, das
Plural
ist,
als Subjekt zu denken.
®)
Vielleicht stehen 789%, ROTYD (TROINYH) für ROY, INIMYDY „ich werde
dir
legen“, siehe weiterhin 7x5W ID (RUND).
107,
10—108, 1 Drittes Buch. Sechsundzwanzigstes Stück. 551
Ich
werde dich am Wachthause vorbeiführen,
an
dem die Rebellen stehen.
Ich
werde dich an den Feuerbränden vorbeiführen,
deren
Qualm emporsteigt und das Firmament erreicht.
Ich
werde dich an den Doppelgruben vorbeiführen, 5
die
Rühä auf dem Wege gegraben hat.
Auf
diesem hohen Berge
werde
ich dir einen Weg ebnen.
In
diese Mauer, die Eisenmauer,
werde
ich dir eine Bresche schlagen. 10
Ich
will mit meiner ganzen Kraft dich fassen
und
mit meinem ganzen Körper dich strecken ').
Mit
meiner ganzen Kraft will ich dich fassen
und
mit mir zum Lichtort emporheben.“ —
Und
das Leben ist siegreich. 15
Kommen
die Auserwählten aus der Erde Tibil,
so
kommen sie und werden von meinem Weinstock umschlungen.
Sie
kommen, werden umschlungen von meinem Weinstock
und
steigen empor, schauen den Lichtort.
Sechsundzwanzigstes
Stück. 20
Wessen
Seele ist diese,
die
so gebaut, wohlgebaut ist”)?
So
gebaut, wohlgebaut ist sie,
so
wahrhaft und gläubig.
So
wahrhaft und gläubig ist sie, 25
so
gerüstet, wohlgerüstet.
Sie
ängstigt und fürchtet sich nicht,
sie
kennt keine Angst und Furcht.
Nicht
vor den Zöllnern fürchtet sie sich,
nicht
vor den verkehrten Engeln. 30
Man
legte ihr einen Ätherkranz auf das Haupt
und
holte sie aus der Welt.
Diese
Seele fliegt und zieht dahin,
[108]
bis sie zum Hause der Zöllner kam.
1)
Man erwartet eigentlich etwas anderes.
2)
Hier, sowie in Stück 34 ist es nicht ganz sicher, daß }32 zu 832 gehört (siehe
Nöld.,
p.
307,17 und oben, p. 543°); es könnte auch zu }1I gehören, siehe oben p. 391,
14.
20
25
30
35
952
Linker
Teil. 108, 1—20
Als
der Oberzöllner die Seele erblickte,
fragte
er sie aus:
„Mit
wessen Kraft bist du hinausgegangen, Seele,
und
wessen Name ist über dich ausgesprochen?“ —
„Ich
bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen,
und
der Name des Manda dHaije ist über mich ausgesprochen.“
„[Womit]
soll ich dich vergleichen, Seele,
womit
vergleichen in dieser Welt?
Ich
vergleiche dich mit der Sonne des Tages,
ich
vergleiche dich mit dem Monde der Nacht.
Ich
vergleiche dich mit der Nordluft ’),
wenn
sie sich in der Welt reget).
Ich
vergleiche dich mit den Wogen des Wassers,
wenn
die Nordluft über sie weht.“
Die
Seele leuchtete mehr als die Sonne des Tages,
sie
war heller als der Mond der Nacht.
Sie
war stärker als die Nordluft,
wenn
sie sich in der Welt reget.
Sie
war angenehmer als die Wogen des Wassers,
wenn
der Nord über sie weht.
Der
Oberzöllner neigte sein Haupt,
und
die Seele stieg auf ihn:
„Geh,
Seele, steig empor,
geh,
fliege und gelange hin.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Wie
sehr freue ich mich’),
wie
sehr freut sich mein Herz,
wie
sehr freue ich mich
auf
den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,
auf
den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit
und
mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!
Siebenundzwanzigstes
Stück »).
Ein
wohlversiegelter Brief ist es,
der
aus der Welt hinausgeht,
?)
Siehe über diese p. 281 ob. ° Lies FIIR'RYNH, siehe auch p. 4405.
®)
Siehe auch Stück 12. * Steht mit einigen Abweichungen auch Lit., p. 111.
108,
20—109, 13 Drittes Buch. Siebenundzwanzigstes Stück.
ein
Brief, geschrieben mit Kustä,
gesiegelt
mit dem Siegelring Großer.
Vollkommene
haben ihn geschrieben,
gläubige
Männer ihn gesichert.
Sie
hängten ihn um den Hals der Seele
und
sandten ihn an das Tor des Lebens.
Woher
kam es, daß Daium sah,
daß
die Seele den Brief trug?
Woher
kam es, daß Daium sie sah,
während
ihre sieben Söhne um sie versammelt waren?
[109]
Diese sprechen:
„Wer
schrieb den Brief,
dessen
Geheimnis wir nicht kannten?
Der
Brief ist mit Kusta geschrieben,
mit
dem Siegelring Großer gesiegelt.
Fromme,
Vollkommene haben ihn geschrieben,
gläubige
Männer ihn gesichert.
Sie
hängten ihn um den Hals der Seele
und
sandten ihn an das Tor des Lebens.“
Die
Seele in ihrer Weisheit
breitete
Glanz über ihn und verwahrte ihn,
hüllte
ihn in Licht und wickelte ihn ein.
Die
Sieben neigten ihr Haupt,
und
die Seele stieg auf sie.
Man
legte ihr einen Ätherkranz auf das Haupt
und
holte sie aus der Welt.
Die
Seele fliegt und zieht dahin,
bis
sie zu den Wasserbächen kam.
Als
sie bei den Wasserbächen anlangte,
ging
der große Ausfluß des Glanzes ihr entgegen.
Er
faßte sie bei der Fläche der Rechten
und
führte sie über die Wasserbäche').
Sie
richteten sie in ihrer Skina auf,
an
der Stätte, an der die Uthras sitzen.
Das
Leben stützte das Leben,
das
Leben fand das Seinige.
Das
Seinige fand das Leben,
und
Bar-Haije führte das Seinige hin. —
Und
das Leben ist siegreich.
553
2)
Leid. hat 728. Dahinter steht hier noch N’YDRD KM MN) NT NNWDIDN PIOIN
Sie
holten Glanz heraus und bekleideten sie damit,
sie
brachten Licht und bedeckten sie damit.
25
35
25
30
Linker
Teil. 109, 14—110, 2
Meine
Erleuchtung und meine Lobpreisung führen mich hinüber.
Der
du durch die Wache hindurchführest, führe mich hinüber,
die
Lichtwolke, und sie steige empor
siegreich
zum Orte des Lichtes.
Achtundzwanzigstes
Stück.
Ich
scheide von meinem Körper,
meine
Zeit ist gekommen, und mein Maß ist voll.
Mein
Maß ist voll, meine Zeit ist gekommen,
und
das Scheiden aus dem Körper ist nahe.
Die
Wache zieht eilig hinaus.
Der
Rumpf hielt den Mund (geschlossen),
das
Zimmer zeigte Erstarrung.
Der
körperliche Rumpf erbebte.
Die
Unholde durchbohren mein Herz’).
Wer
von den Bösen sagte ihm:
„Rüste
aus und stelle Engel auf dem Wege auf)?“
Ziehe
hinaus, du scheidest, Seele,
man
wird dich vor den Richter hineinbringen.
Deine
Werke und deine Taten
werden
dich vor den Richter hineinbringen.
Steh
auf, gehe mit ihm,
mit
dem König®) des großen (Lebens), der zu dir gekommen ist.
Der
Weg, den ich gehe,
ist
weit und endlos.
Durch
die Durchfahrt, durch die ich hindurchziehe,
dringt
kein Steuer.
Die
Sonne geht darüber nicht unter,
die
Lampen [110] des Lichtes werden nicht dunkel.
Die
Männer, die dort sind,
legen
sich prangende Kränze auf.
Mit
einem Glanze sind sie bekleidet,
ein
Licht ist über alle gebreitet ‘).
')
Statt NIDIDDND lies NISYNWND. Ich ziehe NWINT der Lesung NYWINT (auch
Leid.
so) vor. Zu WI = W)7 siehe Nöld., p. 41,6. Dann IND statt 027.
?)
Die Worte sind wohl an ein unterirdisches Wesen gerichtet. Auch die „Engel“
sind
hier schlimme Genien, siehe p. 4.
®)
„König“ ist auch hier so viel wie himmlisches Wesen, siehe p. 6°.
*)
Lies DD.
110,
3—19 Drittes Buch. Neunundzwanzigstes Stück.
Sie
stehen in gleicher Größe da
und
nehmen voneinander das Maß an.
Wenn
die Guten sprechen,
ist
ihre Rede eins. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Seele,
steh auf, gehe
mit
dem König des großen (Lebens), der zu dir gekommen
Neunundzwanzigstes
Stück.
Ich
wurde erlöst, mein Maß wurde voll,
das
große (Leben) sandte nach mir.
Ich
spreche zu meinen Sprossen
und
belehrte die Großen '').
Zu
meinen Sprossen spreche ich,
den
Großen gab ich Verordnungen:
„Meine
Sprosse, ich verlasse euch;
was
werdet ihr, meine Sprosse, tun?“
Ich
setzte mich in den Schatten meiner Weinstöcke‘),
und
mein Glanz ging über meinen Weinstöcken auf.
Über
meinen Weinstöcken ging mein Glanz auf,
und
meine Weinstöcke sprachen von ihrer Stätte aus.
Sie
tragen vor und sprechen:
„Du
scheidest von uns, Mann,
was
gibst du uns auf?
Sprich
uns von deinem Namen,
eine
lebendige Rede, ausgedehnt und endlos.
Sprich
uns von den verborgenen Reden
und
vom festen Mana, wenn er hinausgeht’).
Sage
uns, was das große (Leben) ihm aufgegeben ‘),
wenn
er aus der Welt scheidet.“
„Ich
will euch von den verborgenen Reden mitteilen
und
vom festen Mana.
L)
Hier im Sinne „Vornehme, Edle‘. „Große, Erwachsene“ heißt N%27% nicht.
2)
Das sind seine Sprosse. s) Es ist die abscheidende Seele.
#)
7827 IIPND ist nicht in Ordnung; vielleicht XI NYIPND.
or
fo]
1St.
30
20
30
55
556
Linker
Teil. 110, 19-111, 10
Wenn
er von hier scheidet,
sind
die Sieben seine Gegner.
Bis
zum Hause des Ptahil
stehen
die Sieben zur Gegnerschaft des Mana da.
Wenn
er aus dem Hause des Ptahil heraustritt,
empfängt
ihn Abathur mit seinem Glanze
und
seinem Lichte unbegrenzt.
Ob
seines ausgedehnten Glanzes
kommt
Angst über den Zweiten.
Der
Zweite erhebt sich von seinem Throne
und
preist das gewaltige Leben:
„Gepriesen
seiest du, gewaltiges Leben,
daß
du mir diesen Helfer gesandt hast.“
Meine
Sprosse neigten ihr Haupt,
sie
jammerten und weinten an ihrer Stätte.
[111]
Sie sprechen:
„Du
scheidest von uns, Mann;
wann
werden wir deine Stätte schauen?
Wann
werden wir deine Gestalt schauen,
die
nun von der Welt verborgen ist?“
Darauf
erwidert er ihnen:
„Wenn
das große (Leben) mich ließe,
würde
ich bei euch in der Welt groß werden.
Doch
jetzt, wo das Große mich wünschte,
fügten
mich die verborgenen Vollkommenen sich zu.
Ich
wurde den verborgenen Mänäs hinzugefügt,
dem
Glanze, der im Weinstock lohet.*“ —
Das
große Leben spricht zu ihm und beauftragt ihn,
das
in Güte nach ihm gesandt hat.
Es
spricht zu ihm:
„Du
Mann, wem hast du deine Sprosse überlassen,
und
wer ist der Mann, der sie unterrichten soll?“
Darauf
erwidert er ihm '):
„Deine
Kraft wird sie bewahren,
und
deine Erleuchtung wird ihnen eine Hilfe sein.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
1)
55 trotz der Beziehung auf X”, siehe p. 2409; 301273332
111,
11—112, 2 Drittes Buch. Dreißigstes Stück.
ar
ot
I
Dreißigstes
Stück.
Am
Tore des Gartens ging ich vorüber,
ich
hörte die Stimme des Gärtners.
Die
Stimme des Gärtners hörte ich,
der
weinte und die Bäume des Gartens zum Weinen brachte 5
Warum
weinest du, Gärtner,
und
bringst die Bäume deines Gartens zum Weinen?
Ging
etwa das...... ') in deinen Händen fort,
oder
wurde das Wasser in deinen Kanälen gehemmt?“
Bllicht
ging das .....- ', in meinen Händen fort, 10
noch
wurde das Wasser in meinen Kanälen gehemmt.
Doch
gestern, doch am Abend
wurde
eine Zeder aus meinem Garten entwurzelt.
[Eine
Zeder wurde entwurzelt] aus meinem Garten,
eine
weibliche Zeder?) an der Wurzel herausgerissen. 15
Ich
weine um meine Gefährten?) und um die Pflanzen,
die
er bei ihr‘) gelassen hat).“
„Die
Zeder, die aus deinem Garten entwurzelt ist,
sie
hat der Mann entwurzelt, der sie gepflanzet.
Die
weibliche Zeder, die an der Wurzel herausgerissen ist, 20
sie
wird hier bei uns aufgerichtet.
Die
guten Pflanzen, die man bei dir gelassen hat,
werden
sich emporwinden und trefflich gedeihen.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
Ich
bin ein großer Mäna, 2
ich
bin ein Manä, ein Sohn des gewaltigen (Lebens).
Ich
bin ein großer Mänä,
der
ich im Meere wohnte.
Ich
wohnte im Meere,
bis
man mir Flügel bildete, 30
bis
man mir bildete Flügel,
[112]
bis ich ein Geflügelter wurde,
bis
ich wurde ein Geflügelter
und
meine Flügel gegen den Lichtort emporhob.
1)
Siehe oben, p. 431°. 2?) Siehe oben, p. 409, 4.
3)
Event. „meine Gefährtin“; Leid. hat INMINY.
#)
Er, der Dieb, bei der Zeder? Nach dem Folgenden erwartet man IRDNYDT „bei mir“.
5)
Die Zedern sind die Seelen, die von hier weggeholt wurden. Sollte 8YWN wirklich
die
weibliche Zeder sein, so könnte auf männliche und weibliche Abgeschiedene
angespielt sein.
588
Linker Teil. 112, 3—20
Einunddreißigstes
Stück.
Am
Tore des Gefängnisses
ging
der Glanz des Sonntags vorüber.
Der
Glanz des Sonntags ging vorüber,
und
am Tore der Gefangenen füllte sich das Licht.
Als
die Seelen den Glanz und das Licht des Manda dHaije erblickten,
empfanden
sie') Freude in ihren Ketten.
Da
sprach zu ihnen der Gefangenenaufseher,
der
unter ihnen wohnte:
„Welcher
ist mein (bester) Tag unter den Tagen’)?
Der
Tag, an dem ihr Freude in euren Ketten empfandet’).“
Darauf
sprachen‘) zu dem Gefangenenaufseher
die
Gefangenen’), unter denen er wohnte:
„Unser°)
(bester) Tag unter allen Tagen ist,
da
der Glanz des Sonntags vorüberging.
Der
Glanz des Sonntags ging vorüber,
und
am Tore der Gefangenen füllte sich das Licht.
Als
wir den Glanz und das Licht des Mandä dHaije erblickten,
empfanden
wir Freude in unseren Ketten.“
Darauf
sprach ich zu dem Gefangenenaufseher,
der
unter ihnen wohnte:
„Du
Aufseher aller Gefangenen, du Gefangenenaufseher!
Laß
deine Seelen los”) und gib sie mir.
Laß
los und gib mir die Seelen,
die
des Lichtortes würdig und wert sind,
einen
jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet
und
in den vier Jordanen°) getauft ist.“
Da
sprach zu ihm der Gefangenenaufseher,
der
unter ihnen wohnte:
„Guter,
zahlreich sind deine Seelen,
end-
und zahllos.
Forsche
nach ihnen®) in deinem sanften Sinne
und
sprich mit deiner hehren Stimme. |
1)
Eigentlich „suchen sie“. 2) Siehe Lit., p. 186. 3) Siehe Nöld., p. 255%. |
#)
Leid. hat FORHYT. 5) Leid. hat IN77 N'T'Dy. %) Lies INDM.
?),
Siehe Joh. II, p. 245m.
s)
Die „vier Jordane“ finde ich nur noch an einer Stelle im Mand. Diwan (links
gegen-
über
dem zweiten Hunde 37), die von diesem Stücke abhängig ist: (|. NIIYT) NDNNT IND
so
WORWT
NDIRDND 18 MDETIRD NDNWINT NMTINY IIND „Einen jeden, der in den vier
Jordanen
getauft ist, bringt Sonntag am Wachthause des Samis vorüber.‘
®)
Vielleicht „trage ihnen vor“, siehe den folgenden Halbvers.
112,
20—113, 14 Drittes Buch. Einunddreißigstes Stück.
Mit
deiner hehren Stimme sprich
und
suche deine Seelen aus und führe sie hin.
Suche
aus und führe deine Seelen hin,
die
des Lichtortes würdig und wert sind,
einen
jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet
und
in den vier Jordanen getauft ist.“
Ich
forschte in meinem sanften Sinne
und
sprach mit meiner hehren Stimme.
Mit
meiner hehren Stimme sprach ich,
suchte
meine Seelen aus [113] und führte sie hin.
Ich
suchte aus und führte hin meine Seelen,
die
des Lichtortes würdig und wert sind,
einen
jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet
und
in den vier Jordanen getauft ist.
Da
sprach zu ihm der Gefangenenaufseher,
der
unter ihnen wohnte:
„Guter,
du suchtest deine Seelen aus und führtest sie hin;
wer
wird ihnen Erleichterung von ihren Ketten gewähren?“
Darauf
erwiderte ich und sprach
zum
Aufseher aller Gefangenen:
„in
der Welt, in der diese Seelen weilten,
dort
schafft man Linderung).
Linderung
schafft man dort
und
gibt Brot den Armen.
Auf
den Tisch legt man
die
Erleichterung von ihren Ketten,“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Ich
gehe meinem Abbild entgegen,
und
mein Abbild geht mir entgegen.
Es
kost und umarmt mich,
als
käme ich aus der Gefangenschaft zurück.
1)
Durch Veranstaltung von Totenmessen und Übung frommer Werke, siehe p. 548
559
unt.
20
25
560
Linker Teil. 113, 15—114, 5
Zweiunddreißigstes
Stück.
Wann
wird mein Maß voll sein,
wann
wird mein Rechtsstreit geschlichtet werden?
Wann
werde ich das körperliche Gewand ablegen
und
nach dem Orte des Lebens gehen,
nach
dem Orte des Hauses der Guten,
nach
der Welt, in der mein Haus‘) steht?
Ich
will hinausziehen und zu meinem Vaterhause gehen,
werde
nicht zu meinem Hause hier”) zurückkehren.
Weh
und leid war mir,
daß
ich in dieser Welt wohnen mußte,
wo
das Leben mir aus den Früchten,
der
Glanz mir aus der Ferne antwortete.
Aus
einem Orte, der weit und fern ist,
schaute
und erkannte ich meinen Vater. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Dreiunddreißigstes
Stück
Welchem
Dinge gleichen die Guten,
wenn
sie aus ihrem Körper scheiden?
[114]
Sie gleichen flinken (?) Pfeilen’’),
die
man glättete‘) und die so diese Welt verließen.
Welchem
Dinge gleichen die Bösen‘),
wenn
sie aus ihrem Körper scheiden?
Sie
gleichen den Bienen,
wenn
sie ihren Stock verlassen.
Sie
haben ihren Honig abgegeben‘),
dann
gingen sie hin und legten sich auf den steinigen Berg. —
!)
Ich vermute [38] MIT „in der mein Vaterhaus‘, siehe den folgenden Vers. NDON
PN
steht wohl auch hier irrtümlich für 87 NOON, siehe p. 338°.
2)
Wohl NINT zu lesen. DNN und DNNNT sind durch das vorhergehende DNNNN
beeinflußt.
An „das Haus meines Schwiegervaters“ ist nicht zu denken.
®)
Siehe Joh. II, p. 19°.
*)
AND (AND) heißt „bestreichen, glätten“. Eine dieser Bedeutungen kann hier wohl
vorliegen.
Doch erwartet man eine andere Form, etwa oT oder NOW (Part. pass. pl.).
5)
Siehe Joh. II, p. 106.
®)
B und Leid. haben vorher noch Sy, womit ich nichts anzufangen weiß. „Ab-
messen“
paßt hier nicht.
114.521
Drittes Buch. Vierunddreißigstes Stück. 561
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Ich
will emporsteigen und zum großen (Leben) sprechen:
„Täglich,
alltäglich
sende
mir Stimme und Kraft.
Die
Stimme und die Kraft, die du mir sendest,
werden
mich wachhalten, daß ich nicht strauchle.*“
Vierunddreißigstes
Stück.
Wessen
Seele ist diese,
die
so gebaut, wohlgebaut ist‘)?
So
wohlgebaut, gebaut ist sie,
so
gerüstet, wohlgerüstet.
So
wohlgerüstet, gerüstet ist sie,
so
wahrhaft und gläubig.
Sie
sitzt in einer Glanzwolke,
und
Engel bereiten ihr eine Stütze.
Uthras
gehen vor ihr einher,
Kustä
ebnet ihr den Weg.
Die
Seele zog durch das Gefängnis’),
verließ
eilig”) das Haus des Leides.
Die
Seele zieht hin und geht,
bis
sie zum Hause der Zöllner kommt.
Die
Zöllner rufen nach den Dienern,
nach
den Männern, die die Seol warten:
„Nehmet
das ganze Waffengerät mit
und
ziehet zur Hälfte des Weges hin.
Sehet
nach, wessen Seele diese ist,
die
so gebaut, wohlgebaut ist.
So
wohlgebaut, gebaut ist sie,
so
gerüstet, wohlgerüstet.
So
wohlgerüstet, gerüstet ist sie,
so
wahrhaft und gläubig.
1)
Siehe oben, p. 551°.
2)
X7N kann heißen „durchgehen“ und (häufiger) „vorbeigehen“. Es ist unsicher,
welcher
Sinn hier vorliegt. Siehe einerseits den folgenden Halbvers, andererseits p.
445 ff.
3)
Lies P77NW) wie weiterhin Text, Z. 23.
Lidzbarski,
Ginzä. 36
Io
20
25
30
55
562
Linker
Teil 114, 21—115, 12
Sie
sitzt ın einer Glanzwolke,
und
Engel bereiten ihr eine Stütze.
Uthras
gehen vor ihr einher,
Kustä
ebnet ihr den Weg.
Sie
zog durch das Gefängnis,
verließ
eilig das Haus des Leides.“
Nahmen
sie nicht das ganze Waffengerät
und
zogen zur Hälfte des Weges hin?
Doch
die Seele stieg zum Hause des Lebens empor,
während
die Sieben [115] beschämt umkehrten. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Fünfunddreißigstes
Stück.
Sie
(die Seele) sprach: In das Leben ordneten sie mich ein;
in
seine Ordnung ..... sie mich ').
In
Güte werde gedacht des Lebens’),
in
Güte werde gedacht des gewaltigen (Lebens),
in
Güte werde gedacht des Lebens,
das
mein Gewand außerweltlich machte.
Es
zog mir den Rock der Finsternis aus
und
zog mir ein Gewand des Glanzes an.
Es
zog mir ein Gewand an,
das
wundersam und endlos ist.
Ich
streckte meinen Körper darin aus,
er
wurde der Weltenfülle gleich.
Ich
schwang meine Flügel darin,
ich
zog hin und gelangte bis zum Firmament.
Ich
öffnete meine Augen darin,
meine
Augen wurden des Lichtes voll.
Ich
ziehe in meinem Gewande dahin,
im
Gewande, das das Leben mir angezogen.
Ich
ziehe im Gewande des Lebens dahin,
bis
ich zum Hause der Sieben komme.
Wie
ich am Hause der Sieben ankomme,
stehen
sie da und tuscheln.
’)
a7 „verfolgen“ paßt nicht; vielleicht stand auch hier IMTD.
2)
Siehe oben, p. 524,
115,
12—116, 5 Drittes Buch. Fünfunddreißigstes Stück.
„Warum
tuschelt ihr, ihr Sieben?
Ich
gehöre nicht zu euch.“
Ich
ziehe in meinem Gewande dahin,
bis
ich zum Hause des Abathur komme:
„Kusta
über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit!“ —
„Gebet
mir Kusta von der eurigen '’).“
Ich
ziehe in meinem Gewande dahın,
in
dem Gewande, das das Leben mir angezogen.
Ich
ziehe ın meinem’) Gewande dahın,
bis
ich zu den Söhnen des Heils komme:
„Kustä
über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit!“ —
„Gebet
mir Kusta von der eurigen.“
Ich
ziehe in meinem Gewande dahın,
in
dem Gewande, das das Leben mir angezogen.
Ich
ziehe in meinem Gewande dahin,
bis
ich zu den Wasserbächen komme.
Als
ich bei den Wasserbächen anlangte,
ging
der Ausfluß des Glanzes mir entgegen.
Er
faßte mich bei der Fläche meiner Rechten
und
führte mich durch die Wasserbäche:
„Kustä
über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit.“ —
„Gebet
mir Kustä von der eurigen.*
Ich
ziehe in meinem Gewande dahın,
in
dem Gewande, das das Leben mir angezogen.
Ich
ziehe in meinem Gewande dahin,
bis
ich zum Hause des Lebens komme.
Als
ich am Hause des Lebens anlangte,
gingen
die Guten mir entgegen.
[116]
Sie holten Glanz heraus und bekleideten mich damit,
brachten
Licht und bedeckten mich damit:
„Kusta
über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit.“ —
„Gebet
mir Kustä von der eurigen.“
Die
Guten zählten mich‘) zu den ihrigen
und
verrichten für uns das Gebet an das große (Leben). —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
1)
Man hat die Worte wohl als Begrüßung des Ankommenden und dessen Gegengruß
aufzufassen.
2)
Lies wnDsn, siehe weiterhin. ?) Lies 90.
302
20
25
30
35
20
25
30
35
Linker
Teil. 11%, 6-23
Dem
großen (Leben) gefiel es;
was
ich ihm sagte, erhörte es:
„Täglich,
alltäglich
sende
mir Stimme und Kraft.
Die
Stimme und die Kraft, die du mir sendest,
werden
mich wachhalten, daß ich nicht strauchle.“
Sechsunddreißigstes
Stück )).
„Mein
Maß ist voll, und ich ziehe hinaus.“ —
Wenn
die Seele den Körper abstreift,
hält
der Rumpf den Mund (geschlossen),
das
Zimmer zeigt Erstarrung.
Die
Sieben umringten den Körper,
sitzen
da (und sprechen):
„Wenn
du hinausgehst”), Seele,
bringen
sie dich hinein vor die Zöllner.“ —
„Gehe
ich hinaus, so stehen die Dämonen da,
kehre
ich um, meine Zahl ist ja voll.
Wo
ist das Leben, das ich geliebet,
wo
ist das Leben, das mich geliebet?
Wo
ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit,
auf
dessen Namen ich Almosen spendete?
Wo
ist Manda dHaije,
auf
dessen Namen ich zum Jordan ging?
Wo
ist der Jordan lebenden Wassers,
aus
dem ich Sieghaftigkeit holte?
Aus
ihm holte ich Sieghaftigkeit
und
empfing ich das reine Zeichen.
Wo
ist der Lauf, den ich lief,
wo
ist der Gruß, den meine Hände reichten?
Wo
sind die Schuhe meiner Füße,
die
ich mit meinen Freunden abtrat?
Wo
gehst du, Herr der Kusta, hin,
wo
die Dämonen meinen Körper umringt halten?
Die
Dämonen halten meinen Körper umringt,
und
meine Augen färben sich mir im Kopfe.“
Ich
hob meine Augen zur Höhe empor
und
erblickte den Mann, meinen Helfer.
',
Siehe auch Stück 15. 22. ®) Siehe p. 546°.
116,
23—117.6 Drittes Buch. Siebenunddreißigstes Stück. 565
Er
sprach zu mir:
„Geh
hinaus‘), Seele,
deinetwegen
bin ich hierher gekommen.“ —
„Trage,
trage mich“, ruft die Seele,
„trage,
trage mich weg von ihnen und laß mich nicht zurück.“ 5
Er
trug mich hinaus aus der Mitte der Sieben,
er
hob mich über die Zöllner hinaus.
Er
hob mich hinaus [über die Zöllner],
[117]
brachte mich in die Höhe und richtete mich im Hause der
am
Orte der ganz Glanz, [Vollendung auf, 10
in
der Wohnung, die ganz Leuchten ist.
An
jenen Ort
sind
auch eure Seelen gerufen und geladen. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 15
Er
stieg empor und hob mich mit sich empor
und
ließ mich nicht in der nichtigen Wohnung zurück.
Siebenunddreißigstes
Stück ’).
Obwohl
noch jung, wurde mein Maß voll,
obwohl
noch jung, fand mein Ausgang statt; 20
obwohl
noch jung, fand mein Ausgang statt,
weg
aus dieser Welt,
Wie
töricht sind die Äonen,
wie
einfältig sind die Welten,
wie
töricht sind die Äonen, 25
daß
sie um mich in Trauer dasitzen.
In
Trauer um mich sitzen sie da,
und
um mich liegen sie auf Matten.
Die
wehklagen, sterben,
die
auf Matten liegen °), werden getötet. 30
Bher.....
essen,
schauen
nicht den Ort des Lichtes.
1)
Hier wiederum stört NTEN). *) Siehe auch Stück 18.
%)
Lies dy NIDDNW.
20
25
30
35
566
Linker
Teil. 117.7—15
Wenn
ihr nicht wehklaget,
wenn
ihr nicht auf Matten lieget,
so
werde ich, wenn ihr mich rufet, euch rasch antworten.
Ich
werde vor euch sprechen,
wenn
ich euch das Glanzgewand bringe,
das
aus dir, großer Jordan, kommt.
Wenn
ihr wehklaget,
wenn
ihr auf Matten lieget,
so
werde ich, wenn ihr mich rufet, euch nicht antworten.
Ich
werde nicht vor euch sprechen,
werde
euch kein Glanzgewand gewähren,
keinen
prangenden Kranz gewähren.
Am
Tage eures Scheidens
werdet
ihr im Hause der Zöllner gefesselt werden. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Achtunddreißigstes
Stück.
Den
Laut, den Laut eines Lautes
zweier
Stimmen hörte ich,
den
Laut zweier Stimmen (von zweien),
die
dasitzen und sich gegenseitig aufklären.
Die
Stimme des Geistes und die Stimme der Seele,
die
dasitzen und sich gegenseitig unterweisen.
Der
Geist spricht zur Seele,
[es
spricht] der Geist zur Seele:
„Bei
deinem Leben, meine Schwester,
führe
mich mit dir, wenn du dahingehst.“ —
„Wie
soll ich dich mit mir führen,
wo
du ein lügnerischer Geist bist?
Du
bist ein lügnerischer Geist,
erlügest,
was du nicht gesehen hast.
Wie
soll ich dieh mit mir führen, mein Bruder,
wo
der Mann der Wage aufgerichtet dasteht?
Der
Mann der Wage steht aufgerichtet da
und
wägt Werke und Lohn.
Werke
und Lohn‘) wägt er
und
tut den Geist mit der Seele zusammen.
RT)
NIINDIY ist vielleicht doppelt zu lesen, doch fehlt es auch Text 128, 12.
4
117,
16—118. 6 Drittes Buch. Neununddreißigstes Stück. 567
Wenn
er jemand wägt und er sich als vollwichtig erweist,
so
hebt man ihn empor und gewährt ihm eine Stütze im Leben.
Wenn
er jemand wägt und er sich nicht als vollwichtig erweist,
so
erledigt man ihm schon dort den Rechtsstreit ').“
„Führe
mich mit dir 5
bis
(dahin, wo) die Wage aufgerichtet ist.
Dann
mögen sie mich auf die Wage bringen,
Werke
und Lohn hineinbringen.
Wenn
sie mich beim Wägen vollwichtig befinden,
mögen
sie den Geist mit der Seele zusammenbringen: 10
Wenn
sie mich beim Wägen minderwertig befinden,
mögen
sie mich hinter dir abschneiden. —
Wie
gut bist du*), meine Schwester, Seele,
daß
du mich mit dir führtest, als du hingingest ’’),
bis
(dahin, wo) die Wage aufgerichtet ist, 15
die
Werke und Lohn wäget.
Sie
fanden mich beim Wägen vollwichtig,
da
brachten sie den Geist mit der Seele zusammen.“ —
Wie
freut sich die Seele,
daß
sie den Geist mit der Seele zusammenbrachten! — 20
Das
Leben [118] stützte das Leben,
das
Leben fand das Seinige.
Und
das Leben ist siegreich,
Neununddreißigstes
Stück.
Ob
Kustä gut ist für den Guten 25
und
Manda dHaije für die Söhne des Heils‘)? —
Während
sie noch in ihrem Körper weilen
und
sich kraft des Namens des Lebens aufzuklären suchen,
„Wann
soll es finster, wann hell werden’), [[sprechen sie]:
wann
soll das Maß der Welt voll werden? 30
Wann
soll das Gute aus dem Bösen heraustreten,
wann
das Süße aus dem Bittern?
!)
Siehe p. 4öl unt. ?®) Lies MNIND-
®)
Die Seele ist dem Wunsche des Geistes nachgekommen.
*)
Siehe auch p. 142, 13.
5)
Wann soll die Helligkeit an die Stelle der Finsternis treten?
Io
I5
20
25
30
568
Linker
Teil. 118, 7—24
Wann
soll das Leben ') aus dem Tode heraustreten;
wann
soll das Leben vor seinen Vater emporsteigen?
Wann
soll das Bitterkraut und ..... abgelegt werden’),
das
die Seele auf dieser Welt tragen mußte?“
„Wenn
es auch nicht finster, wenn es auch nicht hell wird,
so
wird doch bald das Maß des Körpers voll.
Wenn
auch nicht die Kustä hierher zu den Guten kommt
und
Manda dHaije zu den Söhnen des Heils,
das
Licht aus der Finsternis heraustritt
und
das Gute aus dem Bösen,
das
Süße aus dem Bittern heraustritt
und
das Leben aus dem Tode,
das
Leben vor seinen Vater emporsteigt
und
die Seele des Lebens zu den Söhnen des Heils,
das
Bitterkraut und ..... abgelegt wird,
das
die Seele auf dieser Welt tragen mußte,
so
werdet ihr doch aufgerichtet und gefestigt werden
am
Orte, an dem die Guten gefestigt werden.“ —
Und
gepriesen sei das Leben.
Vierzigstes
Stück.
Die
Stimme der Seele höre ich,
die
aus dem Körper heraus weinet’):
„Wer
wird mich aus meinem Körper holen ‘),
wer
mich aus meinem Leibe herausnehmen?
Es
schmerzt und bedrückt mich
in
dieser Welt,
der
Welt, die ganz Nacht,
ganz
voller Ränke ist,
ganz
mit Knoten geknotet,
ganz
mit Siegeln gesiegelt ist,
mit
Knoten ohne Zahl,
mit
Siegeln ohne Maß.“
„Der
Mann, der sich selber schaute
und
um die Körper zeugte, sie zu lösen”),
ı)
Hier nicht das Leben als höchstes Wesen, sondern das Leben an sich.
?)
Lies PORN. 9) Lies NOND. 4) Lies INPDN).
5)
Was dasteht, läßt sich nicht anders übersetzen, doch verstehe ieh den Sinn
nicht.
Auch
im Folgenden ist manches dunkel.
118,
25—119, 15 Drittes Buch. Einundvierzigstes Stück.
der
die Sterne am Himmel zählte’),
das
Weltmeer unter den Meeren maß,
[119]
der Sin (den Mond) am Himmel schaute,
vor
ihm schwach wurde und sich hier stützte,
der
das große Tor schaute,
aus
dem er die Welten holte,
er
wird deine Knoten lösen,
jener
Mann wird deine Siegel aufbrechen.
Ihr
habt gesucht und gefunden,
wiederum
werdet ihr suchen und finden.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
Einundvierzigstes
Stück.
Ein
Mana (bin ich) aus dem Hause des großen (Lebens),
ein
Mäna aus dem Hause des gewaltigen (Lebens),
ein
Mänä aus dem Hause des großen (Lebens).
Aus
dem Hause des großen (Lebens) brachte mich wer?
Wer
brachte mich aus dem Hause des großen (Lebens),
wer
warf mich in die Tibil?
Wer
warf mich in die Tibil,
in
den Rumpf ohne Hände und Füße?
Ich
sitze da und bewache
die
Herberge, die man mir anvertrauet.
Ich
sitze da und bewache sie,
bis
mein Maß voll ist.
Ist
mein Maß voll,
dann
kommt der Löser.
Wenn
der Löser kommt,
löst
er mich und führt mich zum Lichtort.
Der
mich gelöset, geht vor mir,
der
mich gebunden, läuft hinter mir her.
Ich
lief und hielt mich an den, der mich gelöset;
die
mich gebunden, erreichten mich nicht. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
1)
Lies 99”.
20
25
30
20
25
30
70
Linker Teil. 119, 16—120, 6
ji
Zweiundvierzigstes
Stück.
Die
Seele, die Seele des Lebens spricht:
„Wer
sperrte mich in die Tibil?
Von
dem Tage an, da ich in Adam hineinfiel,
schaute
ich vier Mysterien ').
Ich
ging zum Abbild des Wassers;
das
Wasser ist das Leben dieser Welt.
Ich
ging zum Abbild der Sonne,
die
Sonne ist das Licht dieser Welt.
Ich
ging zum Abbild des Mondes,
der
Mond ist die Zählung dieser Welt.“
Die
Seele, die Seele des Lebens spricht:
„Wer
warf mich in die Tibil?
In
die Tibil warf wer mich’),
wer
schloß mich in die Mauer ein?
Wer
warf mich in den Fußblock,
der
der Weltenfülle gleicht?
Wer
legte eine Kette um mich’),
die
über die Maßen ist?
Wer
[120] bekleidete mich mit einem Rock
von
allen Farben und Arten?
Ja,
Mandä dHaije ist es,
der
aufbrach, um in die Welt zu kommen.
Fürwahr,
er holte mich aus der Erde,
zog
mich aus ...... 5):
Er
holte mich aus dem Fußblock,
der
der Weltenfülle gleicht.
Er
nahm die Kette von mir’),
die
über die Maßen ist.
Er
zog mir den Rock aus
von
allen Farben und Arten.
Der
mich gelöst hatte, ging vor mir,
der
mich gebunden, lief hinter mir her.
»)
Siehe Joh. II, p. 167. Hier werden nur drei aufgezählt.
2)
RPIN 12 ist wohl zu streichen; vielleicht ist es als Glosse zu San 312 in den
Text
hineingeraten. An der entsprechenden Stelle weiterhin steht zwar NP 1 ID, doch.
--
ist
dort auch für NW ein anderes Wort gesetzt.
3)
Lies ININMDT.
*)
Das Wort NWIINT findet sich nur hier und Text 122,6,19. Es scheint etwas wie
Fessel
zu bedeuten. Hängt es vielleicht mit babyl. zörgüuts „Band“ (MUSS-ARNOLT I, p.
297)
zusammen
? 5), Lies WIM.
>
ME
120,
6—22 Drittes Buch. Dreiundvierzigstes Stück. 571
Ich
lief und hielt mich an den, der mich gelöset;
ich
lief, der mich gebunden hatte, erreichte mich nicht.
Das
Leben antwortete mir aus den Früchten,
der
Glanz antwortete mir aus der Ferne.
Aus
einem Orte, der weit und fern ist, 5
schaute
und erkannte ich meinen Vater.“ —
Und
das Leben ist siegreich.
Dreiundvierzigstes
Stück ).
Ich
liege eingehüllt da
in
einem Gewande’), an dem kein Fehler ist, 10
in
einem Gewande, an dem ist kein Fehler,
nicht
ist an ihm Mangel und Fehl.
Das
Leben wußte um mich;
Adam,
der schlief, erwachte.
Es
faßte mich an der Fläche meiner Rechten 15
und
gab mir nicht ...... in die Hand.
Es
warf Licht in die Finsternis,
und
die Finsternis füllte sieh mit Licht.
Am
Tage, da das Licht emporsteigt,
wird
die Finsternis an ihren Ort zurückkehren. 20
Er
näherte sich der Wolke des Lichtes,
sein
Gang ist nach dem Orte des Lebens gerichtet. —
Und
das Leben ist siegreich.
Vierundvierzigstes
Stück ’).
„Mein
Maß ist voll, und ich ziehe hinaus.“ — 25
Der
Geist spricht zur Seele:
„Wenn
du hinausziehest, warum tut es dir leid?
Tut
es dir leid, warum ziehst du hinaus?“ —
„Ziehe
ich hinaus, so stehen die Dämonen da,
kehre
ich um, meine Zahl ist ja voll. 30
Wo
ist das Leben, das ich geliebet,
wo
ist das Leben, das mich geliebet?
1)
Steht auch Lit., p. 96. 2) Lies nIWYy2. ®) Siehe auch Stück 15.
15
30
O5
572
Linker
Teil. 120, 22—121, 16
Wo
ist Manda dHaije,
auf
dessen Namen ich zum Jordan ging?
Auf
seinen Namen gingen wir zum Jordan
und
empfingen das reine Zeichen.
Wo
ist [121] der Jordan lebenden Wassers,
aus
dem wir Sieghaftigkeit holten?
Wo
ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit,
auf
dessen Namen wir Almosen spendeten?
Wo
ist der Lauf, den wir liefen,
wo
der Gruß, den unsere Hände reichten ?
Wo
sind die Schuhe unserer Füße,
die
wir mit unseren Freunden abtraten?
Wo
gehst du, Herr der Kustä, hin,
wo
die Dämonen meinen Körper umringt halten?
Mandäa
dHaije ist fern,
sei
du mir nahe.
An
seiner Stätte pflanzte Mandä dHaije Kustä,
nun
ist Kusta reichlich in der Welt').“
Darauf
sprach er zu mir:
„Wie
bist du in die Verwesung geraten?
Hat
das Leben dich gesandt,
oder
bist du von selbst gekommen?
Das
Leben sandte mich
zu
dir, Seele des Lebens.
Es
sendet dich aus der Welt,
aus
der Welt der Finsternis,
des
Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht.
Aus
der Welt der Finsternis
werde
ich dich zum lichten Wohnsitz emporheben.* —
Du
warst siegreich, Manda dHaije,
und
verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
Fünfundvierzigstes
Stück.
Obwohl
noch jung, wurde mein Maß voll,
obwohl
noch jung, fand mein Ausgang statt.
Wen
soll ich rufen, und wer soll mir antworten,
wer
soll mir ein Helfer sein?
®)
Unsicher. Allenfalls auch: nun sitzt er in den Welten der Kustä.
121,
16—122, 6 Drittes Buch. Sechsundvierzigstes Stück. 573
Ich
will nach der Stimme des Lebens rufen,
ich
will nach der Leuchte rufen, die ganz Licht ist,
ich
will nach dem Manne von erprobter Gerechtigkeit rufen,
der
gläubig Almosen spendete ').
Er
spendet gläubig [Almosen], 5
und
das Leben richtete ihn in vollkommener Weise auf.
wen....
Kustä,
und
Mandä dHaije hörte meinen Ruf.
Es
kam, kam der Mann von erprobter Gerechtigkeit,
der
gläubig Almosen spendet. 10
Er
spendete gläubig Almosen
mit
wahrhaftem, gläubigem Herzen.
Es
kam, kam der Sohn des Lebens (und sprach):
„Ich
werde dir ein Helfer sein.
Ich
werde dich an den Planeten vorbeiführen, 15
den
Männern, die die Tibil bewachen.
Ich
werde dich an Jorabba und Rüha vorbeiführen,
die
die Oberzöllner genannt werden.
Ich
werde dich emporführen und dir den Weinstock zeigen,
der
außerhalb der Welten steht.“ 20
Die
Freunde des Auserwählten sind aufgerichtet.
KkkkkKkK
Außerhalb
der Welten steht er
[122)
und ruft nach den Vollkommenen.
Die
Stimme des Lebens ruft, 25
wir
sehen ihn’) am Orte des Lichtes. —
Gepriesen
sei das Leben, das Leben ist siegreich.
Sechsundvierzigstes
Stück.
Der
Manä weint in den Zeitaltern:
sein
Name ist lieb den Welten. 30
Die
Erde wird durch seine Tränen bewegt,
der
Himmel durch seine Stimme erschüttert.
Der
Herr der Erde ist bewegt,
und
die Bedrückten des...... ”) antworten ihm‘).
!)
Nach dem Folgenden ist damit Mandä dHaije gemeint, obwohl die Aussage des
zweiten
Halbverses von ihm auffällig ist, doch siehe auch p. 424, 16.
?)
Das steht da, aber man erwartet: wir folgen ihm (oder Ähnliches) bezw. ihr zum
Orte
des Lichtes. ®) Siehe oben, p. 570%.
#)
Sie schließen sich ihm an. Fo) ist wohl durch 7) beeinflußt.
‘
574
15
20
25
30
35
Linker
Teil.
Das
Gewand Adams weint,
das
aus dem Sandarakbaume'') herausgetreten ist.
Frucht,
Traube und Baum traten heraus
und
wahren Geheimnis und Schweigen.
Die
Auserwählten versammelten sich,
und
die Vöglein nehmen die Berge in Besitz).
Der
Maänä spricht zu den Äonen
und
läßt alle Welten hören:
„Ich
bin eine Krone aus Beryll,
die
auf dem Haupte des großen (Lebens) aufgerichtet wird.
Wer
hat mich hierher gebracht,
ging
hin und legte mich in die Hand der Rüha und der Planeten?“ —
Und
das Leben ist siegreich.
Siebenundvierzigstes
Stück.
Der
Manä spricht in den Zeitaltern:
„Ich
bin eine Krone aus Beryll.
Eine
Krone aus Beryll bin ich,
ein
leuchtender Gürtel aus Gold.
Eine
Krone aus Beryll bin ich,
die
auf dem Haupte des großen (lebens) aufgerichtet wird.“
Der
Mana weint in den Zeitaltern,
sein
Name ist lieb den Welten.
Der
Himmel ist durch seine Stimme bewegt,
die
Erde wird durch seine Tränen erschüttert.
Das
Gewand Adams weint,
das
aus dem Sandarakbaume herausgetreten ist.
Der
Herr der Erde weint,
und
die Bedrückten des ..... antworten ihm.
Die
Auserwählten versammeln sich,
die
Vöglein nehmen die Berge in Besitz.
Der
Mäna spricht in den Zeitaltern:
„Ich
bin eine Krone aus Beryll.
Ich
bin eine Krone aus dem Hause des Lebens;
wer
brachte mich hin und warf mich in den Wohnsitz der Bösen?
Sie
warfen mich in den Wohnsitz der Bösen,
den
Wohnsitz, in dem die Sünder wohnen.
!)
Siehe p. 325, 13.
2)
Lies NYDNM, siehe Text 2.19.
122,
6-22
422,
23—123, 12 Drittes Buch. Achtundvierzigstes Stück. 575
Die
Bösen nahmen mich gefangen,
alle
Welten suchen mich zu betören ').
Durch
die Kraft meines Vaters, des Mänä’),
und
die Erleuchtung, die aus dem Hause des Lebens kam,
konnte
Rüha mich nicht gefangen nehmen,
alle
Welten mich nicht betören.* —
Und
gepriesen sei das Leben.
Achtundvierzigstes
Stück.
[123]
Ein Guter, ein Sohn Großer, bin ich,
der
ich im Tränengewande wohnte,
im
Gewande verzehrenden Feuers,
das
finster ist und nicht leuchtet.
Ich
wohnte im Hause der sieben Planeten,
die
täglich Waffen gegen mich schmieden.
Ich
wohnte im Gewande der Finsternis
und
machte mich ihnen gleich.
Weh
und leid war mir
im
nichtigen Gewande.
Weh
und leid war mir in meinem Gewande,
wenn
er’) es anzog und wenn er es ablegte.
Bin
ich nicht ein Sohn Großer,
wer
sperrte mich mit den Sieben ein?
Ich
breite mein Licht über sie,
doch
‚sie sind finster und leuchten nicht.
Sie
sagen sich im Innern:
„Wir
wollen ihn abschneiden und bei uns zurücklassen.“
Doch
da begab sich der Fremde zu mir
und
zog mich aus ihrer Mitte.
Er
zog mich aus dem verzehrenden Feuer
und
bekleidete mich mit dem Gewande des gewaltigen (Lebens).
Er
ebnete mir einen Weg
von
hier zum lichten Wohnsitz. —
Und
gepriesen sei das Leben.
)
Lies NOWIRWD) wie weiterhin WYINYND).
2)
Hier hat vielleicht etwas anderes gestanden.
2)
Wohl der Körper. Eine Beziehung wie p. 461,9 ist bier und L 135,9 kaum möglich.
20
25
30
or
1
[op
Linker
Teil. 123, 13—124. 2
Neunundvierzigstes
Stück.
Ein
großes Glanzwesen bin ich,
an
dem weder Mangel noch Fehl war.
Als
ich im körperlichen Gewande wohnte,
5
buhlte ich nicht und stahl nicht,
nicht
war an mir Mangel und Fehl.
Ich
trieb kein heimliches Wesen und winkte nicht,
nicht
war an mir Mangel und Fehl.
Ich
hielt mich heil von den Sieben
10
und trieb nichts von ihren Werken.
Jetzt,
wo mein Maß voll ist,
sitzen
sie alle in Trauer da.
Ich
zog das Gewand des hohen Vaters an
und
schaute das Gewand des gewaltigen (Lebens).
15
Man') richtete mich in der Wage auf,
nicht
war an mir Mangel und Fehl.
Man
bekleidete mich mit einem Gewande lebenden Feuers,
an
dem Glut und Wut nicht ist.
Man
setzte mir einen Kranz des Glanzes und des Sieges auf,
20
dessen Blätter leuchten.
Man
bekleidete mich mit einem Gewande lebenden Feuers,
dann
stieg ich empor und schaute den Lichtort. —
Und
das Leben ist siegreich.
Fünfzigstes
Stück.
2
Aus einem rechten Orte
kam
zu mir der Mann, der Helfer,
kam
zu mir die Rede
und
wappnete meine Seele’) auf der Stelle.
Er
rief mir den Ruf des Lebens zu
30
und schuf mir Helfer.
Die
Helfer, die er mir schuf,
waren
aus [124] dem Orte des Lichtes.
Er
rief laut mit seiner Stimme und ließ mich vernehmen,
er
weckte meine Seele aus dem Schlafe.
1)
Lies NN. ®) Lies HROWWD FIR.
124.
2—20 Drittes Buch. Fünfzigstes Stück.
Er
weckte den Herrn der Mysterien,
Adam,
den er unter die Körper ausgesät hatte‘).
Er
weckte mich aus dem Schlafe,
den
das Leben mir in den Sinn gelegt hatte.
Er
brachte die sieben Mysterien in Verwirrung’),
die
bei mir in meinem Gewande waren.
Er
entfernte sie aus ıhrer Stelle,
von
ihrem Zorn (?) ließ er einen Teil auf sie los.
Er
brachte die Glöckner in Verwirrung,
die
Männer, die die Erde bewachen.
Er
stürzte und warf hin die Wachthäusler
und
schlug eine Bresche in ihre Burg.
Eine
Bresche in ihre Burg schlug er
und
brachte Streit hinein.
Ja,
er trat unter sie,
und
sie wußten nicht, gegen wen sie kämpfen.
Sie
sahen nicht -den hohen Vater,
sahen
nicht meine Helfer.
Sie
sahen nicht meinen sanften Geleiter,
der
mich aus ihrer Mitte zog und wegführte.
Er
zog mich aus ihrem Gewande
von
Wermut, Bitterkraut und ......
Er
zog mich aus dem körperlichen Gewande,
aus
dem nichtigen Gewande.
Er
bekleidete mich mit Glanz von sich,
bedeckte
mich mit teurem Licht von sich.
Er
band mir einen Gürtel um
und
machte meine Gestalt leuchtender als die Sieben.
Als
die Sieben mich erblickten,
sahen
sie sich als unterlegen an.
Durch
die Kraft meines hohen Vaters
kam
ich an ihnen allen vorbei.
(Die
Wage war aufgerichtet.)
Ich
schaute das große Vaterhaus,
in
dem meine Brüder wohnen.
Als
meine Brüder mich erblickten,
bekleideten
sie mich mit Glanz von sich.
Die
Guten schlossen mich in ihre Rechnung ein
und
bewahrten mich in ihrer Mitte. —
Und
das Leben ist siegreich.
1)
Vielleicht ist NW zu lesen: der unter den Körpern wohnte.
2)
Gehört eher zu syrisch a9 als zu 892.
Lidzbarski,
Qinza. 37
577
Io
20
25
30
35
40
us
20
25
30
578
Linker Teil. 124, 21—125, 10
Einundfünfzigstes
Stück.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben '),
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin,
bis
ich zum Ersten’) kam.
Die
Diener des Ersten kamen mir entgegen:
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
mag
er kommen und uns ein Gesellschafter sein.
Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen
und
ihn fragen, woher er gekommen ist:
Genosse,
[125] woher kamest du’) hierher,
wohin
gehst du denn?“ —
„Ich
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —
„Dies
ist das Haus des Lebens.
Hierher!
Wohin gehst du denn?
Wenn
du dich unter sie begibst‘),
tun
sie (dir) alles Erdenkliche an.“ —
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin,
bis
ich zum Zweiten kam.
Die
Diener des Zweiten kamen mir entgegen:
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
wir
wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:
')
Das Gedicht schildert anschaulich den Aufstieg der Seele durch den Bereich der
sieben
Planeten, wie sie die Versuche, sie dort festzuhalten, zurückweist und
schließlich zur
Ogdoas,
zum Hause des Lebens, gelangt. Das Gedicht rührt vielleicht von demselben Manne
her
wie das Lit., p. 31. Beide zeigen einen gleichen Inhalt der Strophen bis auf
das eine
Stichwort
— die wenigen Abweichungen sind wohl sekundär —, und der Vers „Das ist
nicht,
was ich wünsche“ usw. findet sich nur in ihnen.
?)
Zum ersten der Planeten. ®) Siehe Text 125,10; 126, 8.
*)
Der Plural bezieht sich wohl auf die oberen Wesen, doch könnte auch das Leben
gemeint
sein. NMNI2 kann trotzdem stehen, siehe Text 128,2 und hier p. 4801,
125,
10—126, 6 Drittes Buch. Einundfünfzigstes Stück. 579
Genosse,
woher kamest du hierher,
wohin
gehst du denn?“ —
„Ich
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben, 5
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —
„Dies
ist das Haus des Lebens.
Hierher!
Wohin gehst du denn? 10
Wenn
du dich unter sie begibst,
tun
sie (dir) alles Erdenkliche an.“ —
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben, 15
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin,
bis
ich zum Dritten kam. 20
Die
Diener des Dritten kamen mir entgegen:
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
wir
wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:
Genosse,
woher kamest du hierher,
wohin
gehst du denn?“ — 25
„Ich
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben, 30
nach
dem Orte [126] des Lebens ist mein Gang.“ —
„Dies
ist das Haus des Lebens.
Hierher!
Wohin gehst du denn?
Wenn
du dich unter sie begibst,
sprechen
sie den Namen des Todes aus.“ — 35
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin, 40
bis
ich zum Vierten kam.
Die
Diener des Vierten kamen mir entgegen:
20
25
30
35
580
Linker
Teil.
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
er
komme und sei uns ein Gesellschafter.
Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
wir
wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:
Genosse
'), woher kamest du hierher,
wohin
gehst du denn?“ -—
„Ich
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —
„Dies
ıst das Haus des Lebens.
Hierher!
Wohin gehst du denn?
Wenn
du dich unter sie begibst,
sprechen
sie den Namen des Todes aus,
sie
fesseln und peinigen (dich).“ —
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
(nach
dem Orte des Lebens war mein Gang)
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin,
bis
ich zum Fünften kam.
Die
Diener des Fünften kamen mir entgegen:
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
er
komme und sei uns ein Gesellschafter.
Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
wir
wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:
(Genosse,
woher kamest du hierher,
wohin
gehst du denn?* —
„Ieh
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —
„Dies
ıst das Haus des Lebens.
Hierher!
Wohin gehst du denn?
Wenn
du dich unter sie begibst,
tun
sie (dir) alles Erdenkliche an.
Wenn
du dich unter sie begibst,
sprechen
sie den Namen [127] des Todes aus.* —
t)
Lies INYINT statt NIDNN.
126,
6127, 1
127,119
Drittes Buch. Einundfünfzigstes Stück.
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin,
bis
ich zum Sechsten kam.
Die
Diener des Sechsten kamen mir entgegen:
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
wir
wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:
Genosse,
woher kamest du hierher,
wohin
gehst du denn?“ —
„Ich
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Ich
komme aus der Tibil,
nach
dem Orte des Lebens ist mein Gang.* —
„Wenn
du dich unter sie begibst,
sprechen
sie den Namen des Todes aus.“ —
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hın,
bis
ich zum Siebenten kam.
Die
Diener des Siebenten kamen mir entgegen:
„Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
er
komme und sei uns ein Gesellschafter.
Auf,
wir wollen den Mann gefangen nehmen,
wir
wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:
Genosse,
woher kamest du hierher,
wohin
gehst du denn?* —
„Ich
komme aus der Tibil,
aus
dem Hause, das die Planeten gebauet.
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —
„Wenn
du dich unter sie begibst,
fesseln
und peinigen sie (dich).
Wenn
du dich unter sie begibst,
sprechen
sie den Namen des Todes aus.“ —
581
20
30
35
40
ö
582
Linker Teil. 127, 20—128, 12
„Das
ist es nicht, was ich wünsche,
das
ist es nicht, was meine Seele begehrt.“
Meine
Seele verlangte in mir nach dem Leben,
in
meinem Innern blühte mir das Wissen auf.
5
Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,
nach
dem Orte des Lebens war mein Gang.
Ich
flog und zog hin,
bis
ich zum Hause des Lebens kam.
Als
ich am Hause des Lebens anlangte,
10
ging das Leben mir entgegen.
[Das
Leben] ging mir entgegen,
[128]
es kleidete mich in Glanz, brachte Licht und bedeckte mich
Es
schloß mich in seine Rechnung ein, [damit.
und
in seiner Mitte kamen auch die Guten heraus:
15
„Zwischen den Lampen des Lichtes
sollen
deine Lampen emporgezogen werden und leuchten.“
Ihr
wurdet aufgerichtet und gefestigt
durch
das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist.
Das
Wort der Wahrheit ist zu den Guten gekommen,
20
das Wort der Wahrhaften zu den Gläubigen. —
Und
das Leben ist siegreich.
Zweiundfünfzigstes
Stück.
„Warum
stehst du so (lange) da;
wessen
Weg bewachest du?“ —
25
„Seinen Weg') bewache ich,
der
in der Welt sitzen muß.“ —
„Woher
kam, woher ist die Gestalt
des
Mannes, dessen Weg du bewachest?“ —
„Sein
Gewand ist ein Gewand des Glanzes,
30
und Licht ist ihm über die Schultern gelegt.
Er
drang durch die Welten, kam,
spaltete
das Firmament und offenbarte sich’).
Die
Wage ist vor ihm aufgerichtet,
er
wägt Werke und Lohn’).
‘)
Im Texte steht „meinen Weg“, doch steht dies in Widerspruch mit dem Folgenden
?)
Siehe p. 197, 16. ?) Siehe p. 451 unt.; 566 unt.
128,
12—129, 5 Drittes Buch. Dreiundfünfzigstes Stück. 583
[Werke
und Lohn] wägt er
und
tut den Geist mit der Seele zusammen.
Wenn
er jemand wägt und er sich als vollwichtig erweist,
so
hebt man ihn empor und gewährt ihm eine Stütze im Leben.
Wenn
er jemand wägt und er sich nicht als vollwichtig erweist, 5
so
läßt er ihn in dieser Welt zurück.“ —
Uns,
die wir dich‘) preisen,
wirst
du unsere Sünden und Vergehen erlassen. —
Und
das Leben ist siegreich.
Dreiundfünizigstes
Stück. S
Am
Tore der Gefangenen ging ich vorüber,
an
der Pein dieser Welt.
Die
Stimme der Seelen höre ich,
die
aus dem Gefängnisse heraus weinen.
Sie
sprechen: 15
„Wehe
uns, daß die Welt uns überlistet,
die
Gottheit in ihr uns überlistet hat.
Unser
Geld und Gut
hat
uns an diese Stätte gefesselt.
Wer
will hingehen und unseren Kindern sagen, 20
die
wir in der Welt zurückgelassen,
daß
sie nichts von unseren häßlichen Werken üben,
damit
sie nicht an diese Stätte gefesselt werden’)?
Sie
sollen [129] den großen Arzt verehren,
sie
sollen die große Leuchte verehren, die ganz Licht ist, 25
sie
sollen Manda dHaije verehren,
damit
er hintrete und ihnen ein Helfer sei,
ein
Helfer den Vollkommenen
aus
dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes.“ —
Du
warst siegreich, Manda dHaijje, 30
du
warst siegreich und verhalfest deinen Freunden zum Siege. —
Und
das Leben ist siegreich.
1)
Lies 7RIINWYNT. ®) Lies PINDYR)T.
Io
20
25
30
584
Linker Teil. 129. 621
Vierundfünfzigstes
Stück.
OÖ
ihr Vöglein der Johannisbrotbäume,
die
ihr auf ihren Kerzen sitzet’)!
Was
esset ihr, Vöglein, von den Johannisbrotbäumen,
was
trinket ihr aus den Kerzen?
Wenn
die Zeit kommt,
daß
ihr aus eurem Körper scheidet,
was
wird eure Reisekost,
was
wird eure Wegzehrung sein?
Nicht
Gold, nicht Silber
ist
eine Wegzehrung.
Nicht
Geld, nicht Gut
ist
eine Wegzehrung.
Alle
Völker versammelten sich
und
kamen an das Tor des Sohnes des Lebens:
„Sage
uns, Sohn des Lebens,
zur
Zeit, da unser Scheiden stattfindet,
was
wird unsere Reisekost,
was
wird unsere Wegzehrung sein?“ —
„Eure
Hände sollen Almosen spenden
und
euer Herz fest im Glauben stehen. |
Dies
ist eure Reisekost,
die
euch eine Wegzehrung sei.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Fünfundfünfzigstes
Stück.
Auf
dem Baue, )
auf
dem Gipfel der ganzen Wölbung’),
auf
dem Gipfel der ganzen Wölbung
steht
das große (Leben) und trägt vor.
Das
große (Leben) steht und trägt vor
und
zählt die Sünden dieser Welt auf):
NY
enthält doch wohl IM, und NIT (RER?) NONTIND) ist candela, sieh:
Nöld.,
p. XXX unt. Nach dem Folgenden sieht es so aus, als ob die Früchte des Baumes
sa
genannt
würden, die aber nicht wie Kerzen aussehen. — Die Seelen sind als Vögel gedach
wie
nach alter Vorstellung, siehe oben, p. 574, auch Joh. II, p. 129f.
®)
Lies A209? ®) Siehe Joh. II, p. 169 ob.
129,
21—130, 12 Drittes Buch. Sechsundfünfzigstes Stück. 585
„OÖ
du törichte Welt,
o
du verworrene, durcheinandergeratene Welt '),
o
du törıchte Welt,
worauf
ist dein Vertrauen gerichtet?
Worauf
ist dein Vertrauen gerichtet, 5
an
wen heftet sich dein Glaube?
Ich
werde dir wegheben und wegnehmen
den
Schimmer des Lichtes, [130] den man dir gegeben.
Ich
werde dir wegheben und wegnehmen
die
Welt, die hinfällt, ohne aufzustehen. 10
O
du Welt, du wildes Tier,
das
sich von links nach rechts nicht auskennt!
Die
Planeten sind Mastochsen,
die
auf den Märkten zum Verkaufe ausstehen.
Jetzt
mögen sie dir dienen! 15
Jetzt
sollst du dich vom Schlaf aufrütteln °),
jetzt
die Fäuste ballen,
auf
die Vorhöfe deiner Brust schlagen
und
sprechen:
„Wehe
mir, was habe ich getan, 20
was
habe ich reichlich getan
innerhalb
dieser Welt!
Sie
riefen mich auf den Weg des Lebens,
doch
ich blieb abseits vom Wegstein.* —
Und
das Leben ist siegreich. 25
Sechsundfünfzigstes
Stück.
Mein
Maß ist voll, und ich ziehe hinaus,
ein
Kundiger, der von den Wachsamen’) gelernt hat.
Von
den Wachsamen habe ich gelernt
und
wohnte in der Welt. 30
Krk
rK
und
ich vernahm die Rede [meines Vaters] ‘).
Der
Mann, der über mich eingesetzt war,
ließ
mich die Rede des großen (Lebens) vernehmen
und
sonderte mich ab von der Welt?). 35
!)
Siehe Joh. II, p. 93, 2. 2) Wohl 782% }D zu lesen. ®) Siehe p. 440P.
*
Siehe p. 587,10. 5) Siehe ebenda.
20
25
30
85
40
586
Linker
Teil. 130, 12—131, 5
Er
schenkte mir Lobpreis
und
entfremdete mich der Welt.
Ich
wurde entfremdet
den
Bösen und den Sündern.
Ich
widmete mich dem Lobpreise
und
pries den lichten Wohnsitz.
Ich
pries den weiten Ort
und
die Uthras ohne Zahl.
Mein
Maß war voll, und ich zog hinaus,
die
Sieben traten mir auf dem Wege entgegen.
Sie
verschlossen die Tore vor mir,
um
mich auf dem Wege festzuhalten.
Die
Bösen sprechen von mir:
„Wir
wollen ihn abschneiden und bei uns zurücklassen.“
Da
hob ich meine Augen zur Höhe empor,
mit
meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin').
Das
Leben antwortete mir aus den Früchten,
der
Glanz antwortete mir aus der Ferne.
Das
große Leben zeigte sich geneigt
und
sandte den Sohn des Lebens zu mir.
Es
sandte zu mir den Mann,
der
mich seine Stimme vernehmen ließ.
Er
öffnete die Türen und kam,
spaltete
das Firmament und offenbarte sich.
Er
öffnete die Türen und kam,
er
öffnete vor mir die Tore
und
entfernte die Sieben von meinem Wege.
Er
bekleidete mich mit Glanz von sich
und
bedeckte mich mit Licht von sich.
Er
verlieh mir einen Kranz des Glanzes,
und
meine Gestalt leuchtete [131] mehr als alle Welten.
Die
Planeten stehen da,
tuscheln
und sprechen:
„Als
er unter uns war,
als
er unter den Werken unserer Hände wohnte,
als
er unter uns wohnte,
hörte
er nicht auf unsere Rede.
Jetzt,
wo sein Maß voll ist,
leuchtet
seine Gestalt mehr als alle Welt.“
Darauf
redete ich und sprach
zu
den Bösen, die sich selber verdammt haben:
!)
Leid. hat MNID, siehe p. 510'; 546°.
EG
nz 4
Drittes
Buch. un Stück. 587
as
tuschelt ihr, ıhr Sieben?
ch
gehörte nicht zu euch.
eb
nicht eure Werke
und
wurde nicht zu euch gezählt.
ı
nannte nicht] euren Namen ') 5
und
redete nicht eure Rede.
Ich
war kein Chaldäer,
kein
Wahrsager und kein Prophete.“
Der
Sohn des Lebens sprach,
und
ich vernahm die Rede meines Vaters. 10
)er
Mann, der über mich eingesetzt war,
ließ
mich die Rede des großen (Lebens) vernehmen,
und
ich sonderte mich ab von der Welt.
dte
mir einen Kranz des Glanzes;
ie
Sieben unterlagen, und ich siegte. 15
nze
meines Vaters gehe ich dahin,
Glanze?]?)
des Mannes, der über mich eingesetzt war.
&
und zog hin,
s
ich zum Wagemann kam.
zum
Wagemann, 20
er
Werke und Lohn wägt
n
Geist mit der Seele zusammentut;
richtete
mich in der Wage auf.
änä,
ein »++++°) löste für mich die Kleiderfalte des Lebens‘),
nd
sie stützten mich auf das Abbild des Lebens. — 25
ben
stützte das Leben,
as
Leben fand das Seinige. —
en
sei das Leben, siegreich ist Manda dHaije und die seinen
n.
hat
YI%RMNY mit Verbum dagestanden.
ist
hier eine größere Lücke, und es hat etwas anderes dagestanden.
jier
noch einmal 707, doch hat wohl ein anderes Wort dagestanden.
p.
452.
=
25
35
588
oder
babyl. pasäku gibt einen passenden Sinn. Man hat jedenfalls NN) NOTINDD zu
Linker
Teil. 131, 20—132, 12 |
Siebenundfünizigstes
Stück.
Die
Stimme einer Seele höre ich,
die
aus der Wohnung der Bösen und aus dem Innern der Finster-
Sie
spricht: [mise er )
„Wehe
mir, daß mein Gold und mein Silber mich nicht ließen,
Werke
vor mir zu schaffen.
Mein
Gold warf mich in die Gehenna,
mein
Silber brachte mich in die Tiefen der Finsternis.
Meine
Edelsteine und Perlen, meine Genossen,
welche
Schlechtigkeit haben sie mich gelehrt’)!
Mein
Geld und mein Gut, meine Genossen,
**x***»
und gehen verloren.
[132]
Mein Gesang und meine Lust,
sie
wurden mir Schlingen und Ketten.
Schlingen
wurden sie mir und Ketten,
gefesselt
ist meine Gestalt’) in jeder Hinsicht.“
Sie
spricht:
„Die
Bösen verleiteten mich,
und
ich liebte weltlichen Wunsch.
Weltlichen
Wunsch liebte ich,
und
mein‘) Herz ließ mich an alles Böse denken.
Mein
Herz ließ mich an Bosheit denken,
und
meine Zunge brachte mich durch Lüge zum Straucheln.“
Manda
dHaije sprach zu mir,
der
Bote aller Leuchten:
„OÖ
Seele! Als ich dich rief), da antwortetest du nicht,
jetzt,
wo du rufest, wer soll dir antworten?
Da
du Gold und Silber liebtest,
sollst
du in das Innerste der Seol eingeschlossen werden.
Da
du Traum und Trug liebtest,
sollst
du in die Kessel fallen, während sie brodeln.
Oder
aber, wenn deine Vergehen erledigt
und
alle deine Sünden beendet sind,
steigest
du auf dem Aufstieg empor,
auf
dem die Vollkommenen emporsteigen.
Wenn
deine Sünden nicht erledigt
und
alle deine Vergehen nicht beendet sind,
')
WB findet sich nur an dieser Stelle. Weder dieses noch eine Ableitung von
°)
Lies NIIDN. %) Lies MT oder RMDT. *) Lies IND.
)
Lies "bmp.
132,
12— 133, 4 Drittes Buch. Achtundfünfzigstes Stück.
wirst
du, Seele, eines zweiten Todes sterben,
und
deine Augen werden das Licht nicht schauen.* —
Ich
und die Uthras, meine Brüder,
werden
emporsteigen und den Lichtort schauen. —
Gesegnet
sei das große Leben,
und
gesegnet sei sein Name am Lichtort.
Achtundfünfzigstes
Stück ).
Die
Stimme einer Seele höre ich,
die
aus dem Körper des Kehrichts scheidet.
Aus
dem Körper des Kehrichts scheidet sie,
aus
dieser Welt.
Sie
spricht:
„Nackt
brachte man mich in die Welt,
und
leer holte man mich aus ihr).
Leer
holte man mich aus ıhr,
wie
einen Vogel, den nichts begleitet.“
Die
Seele wendet sich um und spricht
zum
Palaste, den sie verlassen hat:
„Was
soll ich mit dir anfangen, mein Körper,
was
soll ich mit dir in jener Welt’) anfangen?
Was
soll ich mit dir anfangen, du schöne Körperpracht,
die
das Höllengewürm frißt‘)?
Was
soll ich mit dir, Rosenrock, anfangen,
den
die Vögel in der Tibil zerfetzen?
[133]
Wärest du ein Gewand von Glanz und Licht,
daß
ich dich anziehen könnte, mein Körper,
so
stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du ein Gürtel von Glanz und Licht,
daß
ich dich umbinden könnte, [mein Körper,]
so
stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du ein Turban von Glanz und Licht,
daß
ich mich mit dir bedecken könnte, mein Körper,
so
stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.
?)
Siehe Stück 17. 2) Siehe p. 517, 22. 3) Siehe p. 537, 3.
+),
Hier vielleicht vom Verfasser so aufgefaßt, siehe p. 539, 26.
30
590
Linker
Teil. 133, 5—22
Wärest
du ein Kranz von Glanz und Licht,
daß
ich dich mir auf das Haupt legen könnte, [mein Körper,
so
stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du ein Stab von Glanz und Licht, mein Körper,
daß
ich dich in die Hand nehmen könnte,
so
stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.
Wärest
du Schuhe von Glanz und Licht,
daß
ich dich an meine Füße legen könnte, mein Körper,
so
stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.
Was
soll ich mit dir anfangen, mein Körper,
der
du aus einem Lehmklumpen gebildet wurdest?
Aus
einem Lehmklumpen wurdest du gebildet,
und
die Sieben und die Zwölf waren deine Verfolger.“
Wie
die Seele dasteht und spricht
zum
Palaste, den sie verlassen hat,
wie
sie dasteht und zu ihm spricht,
flogen
und kamen heran zu ihr die Gesandten des Lebens;
es
kamen die Gesandten des Lebens,
die
Boten, die keine Bestechung annehmen.
Sie
sprachen zu ihr:
„Komm,
komm, du Perle,
die
du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest ').
Komm,
komm, du Duftspendende,
die
du den stinkenden Körper duftend machtest.
Komm,
komm, du Lichtspendende,
die
du das finstere Haus erleuchtetest.
Komm,
komm, du Edelgeborene,
die
man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.
Komm,
rege dich, ziehe dein Gewand an
und
setze deinen prangenden Kranz auf.
Steig
empor, wohne in den Skinäs
unter
den Uthras, während sie dort sitzen.“
Gesegnet
sei das große Leben, und gesegnet der Name des Lebens
am
Orte des Lichtes.
1)
Siehe oben, p. 5l4f.
133,
23—134, 16 Drittes Buch. Neunundfünfzigstes Stück.
Neunundfünfzigstes
Stück.
Eines
von den Kindern der Kustä
weint
in der Wohnung der Finsternis:
„Ich
bin eine Tochter frommer Männer,
eine
Tochter [134] gläubiger Männer.
Ich
bin eine Tochter Frommer;
wer
hat mich in die Wohnung der Finsternis geworfen?“
„Dein
mit Brot gefüllter Korb,
den
du dem Hungrigen vorenthieltest.
Dein
mit Rauschtrank gefüllter Krug,
den
du dem Durstigen vorenthieltest.
Deine
mit Öl gefüllte Flasche -?),
die
du dem Schwerkranken') vorenthieltest.
Deine
mit Gewändern gefüllte Truhe,
die
du dem, der sich bekleiden wollte, vorenthieltest.
Dein
zurechtgemachtes”) Bette,
das
du dem, der sich hinlegen wollte, vorenthieltest.
Der
Weg, der breitgetreten ist und hingelangt,
den
du den Ankommenden absperrtest.
Wie
du absperrtest‘), so sollst du abgesperrt werden
innerhalb
dieser Welt.“
„Wenn
ich nur gewußt hätte, daß ich sterben würde,
wenn
ich nur gewußt hätte‘), daß ich straucheln würde!
Dann
hätte ich meinen mit Brot gefüllten Korb
nicht
dem Hungrigen vorenthalten.
*
Meinen mit Rauschtrank gefüllten Krug
hätte
ich nicht dem Durstigen vorenthalten.
Meine
mit Öl gefüllte Flasche
hätte
ich nicht dem Schwerkranken vorenthalten.
Meine
mit Gewändern gefüllte Truhe
hätte
ich nicht dem, der sich bekleiden wollte, vorenthalten.
Mein
zurechtgemachtes Bette
hätte
ich nicht dem, der sich hinlegen wollte, vorenthalten.
Den
Weg, der breitgetreten ist und hingelangt,
hätte
ich den Ankommenden nicht abgesperrt.
Wie
ich absperrte°), so wurde ich abgesperrt
innerhalb
dieser Welt.
2)
NDR hat hier vielleicht dieselbe Bedeutung wie an im Neuhebräischen.
2)
Ich vermute NN’NINYD. 3) Lies N997, siehe weiterhin.
*)
Leid. hat YNdy. 5) Leid. hat MIN.
20
25
30
35
592
Linker Teil. 134, 17-135, 8
Doch
wir haben von dir gehört‘), Guter,
daß
du niemand am abgeschnittenen Orte zurücklässest.
Guter,
ich habe gesündigt und zur Sünde verleitet,
doch
du erlasse mir meine Sünden und Vergehen.
*+++*3+»
meinen Vater”), der Brot verteilte,
und
meine Mutter, die Almosen spendete.“
„Dein
Vater, der Brot verteilte,
tat
es für sich;
deine
Mutter, die Almosen spendete,
tat
es für ihre Seele.“ —
Ein
Erlasser der Sünden und Vergehen wird euren Seelen gelassen
werden
wegen der Tugend der Frommen und der Kusta der Gläubigen’).
Sechzigstes
Stück.
Ein
Glanzwesen, ein Sohh von Glanzwesen, bin ich,
ein
Glanzwesen, ein Sohn Gewaltiger bin ich,
ein
Glanzwesen, ein Sohn Großer bin ich.
[135]
Wer brachte mich in die Tibil und ließ mich da wohnen‘)?
Wer
ließ mich in der Tibil wohnen,
in
dem Hause, das die Lügner gebauet?
Er
ließ mich im verzehrenden Feuer wohnen,
das
finster ist und nicht leuchtet.
Es
ist finster und leuchtet nicht,
kein
Lichtschimmer ist daran.
Ich
breite Licht über sie,
doch
sie bleiben finster.
Ich
bin der erste Glanz;
wer
ließ mich im Hause der Sieben wohnen?
Wer
ließ mich wohnen im Hause der Sieben,
und
wer breitete ihr Gewand über mich’)?
Wer
warf mich in den Rumpf
von
Wermut, Bitterkraut und ...... e
Weh
und leid war mir,
daß
ich in der Welt wohnen mußte.
)
Lies ROWW.
*)
Etwa „denke an meinen Vater“ oder „wegen meines Vaters“.
”)
Ein angehängter Trostschluß, der zum Vorhergehenden nicht paßt.
*)
Lies hier und im Folgenden INTWON. °) Lies 30.
135,
9— 24 Drittes Buch. Einundsechzigstes Stück. 593
Weh
und leid war mir
in
meinem Gewande, wenn er (der Körper) es anzog und wenn
Wann‘)
wird der hohe Mann kommen, [er es ablegte.
der
mich seine Stimme hat hören lassen?
Er
ließ mich seine sanfte Stimme hören,
liebkoste
und festigte mich.
Er
offenbarte und zeigte mir
leuchtende
und feststehende Mysterien.
Wie
er dasteht und sich aufzuklären sucht,
kommt
der Mann, der Helfer, heran.
Der
hohe Helfer kommt,
er
und mit ihm’) großer Glanz.
Er
zog ihm das körperliche Gewand aus
von
Wermut, Bitterkraut und ......
Er
befreite ihn von’) ihrem Begehren
und
wusch ihm die Angst vor ihnen ab‘).
Er
zog ihm das Gewand des großen (Lebens) an
und
führte ihn an dem Manne vorbei, der ihn geschaffen.
Er
führte ihn an den Skinas vorbei,
in
denen er gewohnt hatte.
Er
führte ihn an den Söhnen des Heils vorbei,
den
Männern, die Kustä reichen.
Er
hob ihn empor und zeigte ihm Hauraran’),
in
dem die Seelen vollkommen werden.
Die
Seelen werden darın vollkommen,
und
es wird ihnen zum Zeugen.
Er
zog ihm‘) eilig das Gewand lebenden Feuers an,
hob
ihn empor und richtete ihn im Hause der Vollendung auf. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Einundsechzigstes
Stück.
Wem
und wem hast du gedienet,
o
Seele, in der Welt!
1)
Lies DNNY. 2) Wohl richtig 7728); Leid. hat N12 An.
3)
Ergänze }D. *) Oder lies ON „ihre Glut“?
5)
Hier wie oben, p. 302,28 ein Land, das etwa Tarwän entspricht.
6)
Lies FWOhn.
Lidzbarski,
Ginza. 38
15
20
25
30
25
594
Linker Teil. 136, 1—14
[136]
Die Männer, denen du gedienet,
waren
nicht von der Welt.
Mehr
als du, Sonne, sind sie ausgedehnt‘),
mehr
als du, Licht, leuchten sie.
Lampen
des Lichtes sind sie’),
die
in der Welt leuchten.
Als
du nachforschtest, dientest du dem Ersten,
dem
Leben, das von jeher war.
Du
dientest dem Zweiten,
dem
Leben, das aus dem Leben ward.
Du
dientest dem Dritten,
dem.
2.22 °) lieblichen Namens.
Du
gingst zum Vierten,
woher
Mangel und Fehl war.
Mangel
und Fehl ist dort‘),
dort
sind Geheimnisse und Winke.
Geheimnisse
und Winke sind da,
da
ist der Zorn (?) der Welt.
Warum
skkkKkKrK*
wickelst
du dich in die Kleiderfalte des Mänä ein?
Als
ich es sah, ging ich fort,
verachtete
und verließ sie alle.
[Sie
alle] verließ ich
und
ging Mandä dHaije nach.
Er
sondere euch ab vom Bösen zum Guten,
von
der Bosheit und Not dieser Welt. —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
‘)
Wohl so nach S’WDN) in CD. Leid. hat won) TiwnnW. Man erwartet freilich
„glänzen
sie“.
®)
Leid. hat par.
°)
Nicht bloß beim Ersten, sondern auch beim Zweiten und den Folgenden steht
Plural,
weil auch bei ihnen an X’) gedacht ist. Die Bezeichnung des Dritten, d.h.
Abathı
als
NINBOSNIND (Leid. NYNTIYTIND) ist mir unverständlich. Xpıotiavös, wonach es aus
kann
es natürlich nicht sein.
*)
Lies NY DNA WEN VDNI WIN TDNT NT DANN el.
136,
15—137, 4 Drittes Buch. Zweiundsechzigstes Stück.
Zweiundsechzigstes
Stück.
Am
Tore des Hauses der Abaddons
ist
ein Thron für den Geist’) hingestellt.
Für
den Geist ist ein Thron hingestellt,
vor
ihm ist ein Gefäß hingestellt.
Er
ruft den Dieben zu:
„Kommet,
fallet in das Gefäß.
Kommet,
fallet in das Gefäß,
kommet,
werdet euch klar.
Kommet,
werdet euch klar
über
das, was ihr in der Welt geübet.“ —
Er
ruft den Mördern zu:
„Kommet,
fallet in das Gefäß.
Kommet,
fallet in das Gefäß,
kommet,
werdet euch klar.
Kommet,
werdet euch klar
über
das, was ihr in der Welt geübet.“
Am
Tore des Hauses der Abaddons
ist
ein Thron für den Geist hingestellt.
Für
den Geist ist ein Thron hingestellt,
vor
ihm ist ein Gefäß hingestellt.
Er
ruft den Ehebrechern zu:
„Kommet,
fallet in das Gefäß.
Kommet,
fallet in das Gefäß,
kommet,
werdet euch klar.
Kommet,
werdet euch klar,
über
das, was ihr in der Welt geübet.“ —
Er
ruft den Winkern zu:
„Kommet,
fallet in das Gefäß.
Kommet,
fallet in das Gefäß,
kommet,
werdet euch klar.
[137]
Kommet, werdet euch klar
über
das, was ihr in der Welt geübet.“
Am
Tore des Hauses der Abaddons
ist
ein Thron für den Geist hingestellt.
Für
den Geist ist ein Thron hingestellt,
vor
ihm ist ein Gefäß hingestellt.
Er
ruft den Zauberern zu:
„Kommet,
fallet in das Gefäß.
=)
NINDY, sonst Totengeist, siehe Nöld., p. 136,14 und oben, p. 418,22ff., scheint
hier
ein
herrschender Geist in der Unterwelt zu sein.
38*
595
20
25
30
35
596
Io
Linker
Teil. 137, 4—12
Kommet,
fallet in das Gefäß,
kommet,
werdet euch klar.
Kommet,
werdet euch klar
über
das, was ihr in der Welt geübet.“
„Guter,
wir haben gesündigt und gefehlt,
mag
er') uns alle unsere Sünden vergeben.
Er
vergebe uns unsere Sünden und Vergehen,
die
wir in der Welt begangen haben.“
Darauf
rief eine Stimme des Lebens:
„Ein
Ohr, das wachsam ist’), hört.
Mancher
hörte und lebte auf,
mancher
hüllte sich ein und legte sich (zum Schlafen) hin.“ —
Das
Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und
siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
!)
Siehe oben, p. 14.
2)
N2yT ist besser als NY'727 oder NYYY727. Leid. hat N7y7, was schon grammatisch
unmöglich
ist.
Die
oberen und unteren Wesen.
Abathur
(nsa8), der Mann mit der Wage, das dritte Leben (vgl. Joh.,
Ber),
89, 2f. 173, 31, 37. 174, 1ff. 195. 196,5. 199,5. 210,6. 230, 16.
249f.
266, 23. 283,8. 284, 10. 285,40. 286,8. 290°. 297, 132,195 2399
305,27.
310,3. 311, 25ff. 313, 34f. 321,29. 323, 371. 324,1. 349ff. 3571.
363ff.
403, 5. 407,26. 408, 3. 440, 21f. 451. 478, 16. 531,5f. 556,6. 563, &.
Abathur-Uthra
358, 9. 359, 5. 405, 35.
Adakas
(OxDnT), der verborgene Adam (x'DxD DNTN, siehe 64,21. 486°),
246,1.
Adakas-Malalä 236,25. 237,9. Adakas-Mäna 109,29. 143, 30. 146, 30.
244,14,38.
245,1,9. Adakas-Ziwa 110,26. 112,36. 113,1,26. 117,352 237 23:
243,6.
246, 7.
Adam
(oxıs), der erste Mann, 15,7ff. 16,1ff. 27. 33, 16ff. 34, 10ff. 45,25.
51,4.
53,33. 107f. 126ff. 141. 176 unt. 220. 2421f. 261,5. 266,21,23. 284,18.
285,1.
351,24. 853,1,3. 387f. 400, 13, 15. 404. 408. 42411. 465. 477,28.
478,8.
A88ff. 497ff. 506,5,7. 513,29. 515,3. 529,18f. 530. 543, 2211. 570,4.
571,14.
574. 577,2. Großer Adam 251,13. 269, 10. 270,9. 298,32. Körper-
licher
Adam 242,19. 247,9. 255,35. 307,32. 349,1. Verborgener Adam 486.
Adamssohn
256,13. 436,7. 545,2. Söhne (Kinder) Adams 13,34. 26, 16. 28,25.
39,10.
40,8. 44,3,13. 45,14. 48,24. 201,17. 232,31. 256,4. 260,24. 391,24.
392,
13f. 442, 6, 36. 443, 11.
Adatan
und Jadatan (INNNINN INDNTN), ein Genienpaar (siehe Lit., p. 278),
13.27.2389,
30. 292, 17. 327, 11.
Agzel
(yın), Beiname des Sin, 135, 27).
Ajar
(ww), der Äther. Ajar-Gufna 451,39. Ajar-Ziwa 429, 12.
Amamit
(mann), eine Dämonin, 154,6. Beiname der Rüha 28, 27.
46,
32.
Anan
(is), wahrscheinlich nicht „Wolke“, da diese weibliche Wesen
bezeichnet,
vielleicht „er erhörte mich“ zu x2y; siehe auch Joh. IEp=157
')
Ich gebe die Endung Sy in diesen Namen durch &@l, nicht durch iel (j&l)
wieder, ob-
wohl
SIOUFFI iel schreibt. Das i müßte in der Schreibung dargestellt sein, außerdem
beachte
man,
wie neben Azazel und Nürel besonders Namen mit iel angenommen werden.
398
Die oberen und unteren Wesen.
402,33.
Gewöhnlich mit 2x3) verbunden: 118, 5f. 144,26. 222,2. 402, 15.
Anan-Nsab-Ziwa-Sitil
118, 8.
Ananä
(s3n3n) bei Namen bedeutet „Wolke“ und bezeichnet weibliche
Wesen,
siehe p. 118n.
Anath-Haije
(sn), weibliches Wesen, darin hat sich wohl die
Gottheit
nıy erhalten, vgl. ymın3y, >smianıy in den Papyri, 118,3.
Anatan
(xhn3n), ein Dämon der Unterwelt, 155, 9, 14, 18. 158, 15ff.
Angel
(y33x), Beiname des Bel, 136, 20.
Anhar-Ziwa
(sY7 8), weibliches Wesen, 118, 5ff.
Anös
(vi), der biblische Enos, 48,1. 50,35. 109, 16. 118,20. 127, 19.
141,35.
143, 29. 146, 11ff. 148, 14. 166, 31. 223,19. 243,30. 246,21. 249, 11.
259,
32. 260, 10. 261, 12ff. 268, 34. 283,13. 284*. 286,3. 295,18. 370,2.
424,
15. 440,28. Enos (way) 48‘. Die Schreibung schwankt vielfach in
den
Handschriften. Großer Anos 251,12. 269,9. 270,8. Guter Enos 184,12.
191,12.
Kleiner Enos 263ff. Anos-Uthra 48,6. 52,3. 146, 25. 286, 14, 19.
337ff.
405,33. Enos-Uthra 29,32. 30,2,10. 47,36,41. 531,19f. Bar-Anos-
Adam
118, 14.
Arhum
(ons), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8.
Atarpan
(od), ein Dämon, 104,7.
Azazel
('yıaı), von ny „stark sein“ gebildet, 144,26. 173, 2.
Azaziel
(van), gleichfalls, 173, 21.
Bärath
(ns), eine „Wolke“, 402, 16.
Barbag
(x2182), ein Uthra, 144, 25.
Bar-Haije
(av792), „Sohn des Lebens“, 118,13. 553,38. Siehe auch
Register
unter Sohn.
Bar-Sfag
(1850 22), Beiname des Ur, 143, 6.
B’haq
(px72), ein demiurgisches Wesen. B’haq-Uthra 293. Bhagq-
Ziwä
76, 30. 97, 21.
B’hir
O2), „Erwählt“, ein Uthra, 222, 1.
Bihram
(O8%72, siehe Lit., p. 279), 323,6. 403,6. Bihräm-Uthra 406, 26.
Bihrun
(m2), „es (das Leben) erwählte mich“, ein Uthra, 222, 1.
Dajum
(oYx7), Beiname der Rüha, 553, 7,9.
Dinänukht
(A21n27) 205ff.
Din-Milıkh
(755 77), ein Uthra, 208ff.
Disai
(IRY7) 205ff.
Dmüth-Haije
(sYnnın7), „Abbild des Lebens“, weibliches Wesen, 118,
13,
15. 290,25. Siehe auch Register unter Abbild.
EI
(19) der Große, neben Rüha, 260, 20,28. Siehe auch Register unter
El-El.
|
Ei-Siddai
(w7w >), der biblische El-Saddai, 179, 32,
Ethrauribath
(nxamıny), eine „Wolke“, 402, 16.
Ewath
(nsıy), Beiname der Rüha (siehe 71'), 197, 24, 34. 203, 16, 31.
207,
32. 450,8. Ewath-Ruüha 209, 6.
Gaf
(en), Vater des Ur, 143,1. 159ff. 164,39. 165,44. — Gaf und
Gafan
(non), ein Dämonenpaar, 154f. 159, 9. 162, 27.
Die
oberen und unteren Wesen. 599
Gew
(1), ein Dämon, 156. 158, 3.
Guban
(21) und Gubran (72), ein Genienpaar, 173, 25.
Gufna
(3011) bei Namen bedeutet „Weinstock*“.
Hag
(187), ein Dämon, 154, 16ff.
Hailel
(ybnn), von 5m „Kraft“ gebildet, 173, 27.
Halsel
(yyonn), ein geheimer Name (zu yon „rüstig sein“ oder zu
mand.
yon „bedrücken“) 168, 9.
Ham-Ziwä
(817 DNT), ein geheimer Name (zu our „heiß sein“) 189,3.
Hamamöl
('ynxHoan), ein geheimer Name (desgleichen) 168, 8.
Hamgai-Ziwa
(st sion), Sohn des Hamgagai-Ziwa (87 'NINIONT),
316,
18.
Hananel
S'y3s3n7), ein geheimer Name (zu }n „gnädig sein“) 162, 29.
Hannel
('y3N7), ein geheimer Name (desgleichen) 162,29. Ein Hüter
173,
23.
Hathmel
$'ynnsn), ein geheimer Name (zu onm „siegeln“) 168, 8.
Hawwä
(sn), Eva, 15,10,24. 16,6,14. 33,17. 34, 10ff. 45,27. 107, 25ff.
115.
117, 16f. 118,9,26. 119,3. 127ff. 176,37. 220, 13,16. 242ff. 255, 35.
256,4.
266, 22,24. 284, 18. 285, 2. 353,1. 408, 1,5. A1ff.
Hewath
(ns), eine Dämonin, 71,9. 72,35. 76,25. 81,3. 147, 21,25.
Hibil
&2Y7), der biblische Abel, 109,16. 118,3,16. 127,16. 141, 35.
146,23.
148,14. 152,2. 166,31. 173,35. 175,1. 177,5. 223,19. 242ff. 256,35.
257,31.
259f. 261,10. 264,30. 268,9,34. 274,33. 275,3. 283,13. 284*. 286,3.
303,7.
319,5, 9, 28. 404, 22. 424, 15. 500, 19f. Hibil-Jawar 152, 21. 166, 26.
167,10.
Hibil-Mäna 163,25. Hibil-Mana-Jawar 153,8. Hibil-Uthra 126, 9.
127,
24. 142,19. 174,18. 369,37. Hibil-Ziwä 14,26. 29, 30ff. 32,39. 47, 33.
142,18.
143, 18ff. 144, 35ff. 152ff. 204,1. 220, 195. 222,9. 30618211, 33
325,31.
326, 30. 350, 35. 352, 37. 356, 21. 357ff. 362,42. 363,20. 365, 10.
366,
19,37. 368ff. 386, 16. 401,24. 402,2. 403,4. 404, 17,21. 437,10, 16.
439ff.
511,4. 530, 10. 547, 11.
Himün
(non), ein Dämon, 179, 30. 209, 24.
In-Hai
(87 yy), „Lebensquell“, 195, 29.
Jadatan
(Inn), nur hier ohne Adatan, 143, 25.
Jahur
(ns), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8.
Jasana
(s3NDN’), ein Uthra, 269, 21. 270, 32. 271,4.
Jasmus
(OHDR"), eine „Wolke“, 402, 6.
Jathrün
(nn), Vater des Silmai, 196ff.
Jattir-Jathrun
(Mn8® nn), eine „Leuchte“, 146, 18.
Jawar
(IS1N), siehe p. 151°) 159,28. 120,7. 171,6,9. 172,15,34.276. 32
190,
14. 280, 12. 289, 2, 19. 290, 28. 291f. 294, 171. 295, 16. 299, 7.02, 0
310,
14, 22. 325, 14. 326, 36. 385, 8f. Verborgener Jawar 230,20. Voraus-
bestimmter
Jäwar 288,20. 327,2. Jawar, Sohn Jäwars, 173,11. Jäwar-
Hibil
153,25. 168,22. 171,7. 174,14. 175,36. Jawar-Kbar 151,24. Jäwar-
Manda
dHaije 303,7. 400,35. 401,22. Jawar-Smir 289,1. Jäwar-Ziwa 31,7.
also.
142,11. 172,27. 173,6. 177, 8. 204,6. 219,34. 238,16. 268,37. 289,8.
290,
21. 380, 22. 402, 34f.
600
Die oberen und unteren Wesen.
Jöfin
(Noy), ein Uthra, 148,30. Siehe zu diesem und den folgenden
Namen
Joh., p. XXIVff.
Jöfin-Jofafin
(Paran Po) 67,20. 191,3. 196, 12. 428,7.
Jokabar
(AnanDY) 390,6. Jokabar-Kusta 318ff. Jokabar-Ziwa 401, 10.
Jokasar-Kanna
(RI8D NW) 145,2.
Jorabba
(sa) 132, 14. 188,25. 189,4,7. 221, 1f.,39. 222. 270,4. 316,
22,26.
410,9, 17. 494,7. 573, 17.
Josamin
(MaRwN) 147,28. 148,7. 167,29. 173,36. 283,8. 284,10. 285,37.
288,
21. 290, 14, 25ff. 291f. 304, 2. 805, 22,25. 311, 25, 32,85. 37er
339.
861. 3ESH. 381, se E: Britt.
Josmir
(YWDY), ein Weinstock, 326,27. Josmir-Kannä 143,24. Josmir-
Uthra
325, 29.
Jozatag
(paunm), Beiname des Mandä dHaije, 62, 26. 241,22. 242,6, 9.
Jur
(WW), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8.
Jura
(x) 324, 14. 325, 23. 327,9. 386, 24. 402, 10.
Kafan
(xon>) und Kanfan (Ino3ND), ein Genienpaar, 173, 25.
Kannäa
(s3nD) bei Namen bedeutet „Behälter“.
Karafiun
(MonınD), ein Dämon, 189.
Karküm
(o1D18D), ein Dämon, 143,5. 156,38. 411,13. Eine Säule in
Jerusalem
343, 21.
Kbar
(822), eine „Wolke“, 402, 19,22. Kbar-Ziwa 67, 19,20. 75,1,8.
Kimsath
(Nxy92), eine „Wolke“, 401, 38.
Krün
(9), ein Dämon, 142, 20,23. 143, 20, 22. 157, 1ff.
Lufan
(9%), ein Dämon, 104,7.
Lufafan
((oxD»), „das große Licht“, 159,3.
Mag
(iD), eine Dämonin, 154, 16ff.
Malala
(sOson») bei Namen bedeutet „Wort“.
Manda
dHaije &n7 nd) 5,5. 30,23. 54,18. 61,3. 67, 25ff. 69, Sf.
96,
19. 141,34. 142, 14ff. 144,29. 145, 1ff. 148,6,14. 150,31ff. 164,20. 177.
179f.
190ff. 212, 18. 220ff. 223,18. 229, 11. 233,18. 234, 29. 2417. BE
252ff.
283, 10. 284, 28,27. 285,8, 11. 286, 29, 35. 306,20. 335,8. 348, 11.
349,
24. 360, 30. 361ff. 371ff. 388, 26. 397, 16. 406, 32. 487, 27, 33. 438, 22.
441
ff. 452°. 455,11. 490,12. 506,27. 508,40. 509, 11. 521,3. 523,29. 581,36.
532,
19. 533,7. 541,31. 542,6. 552,6. 558, 6,18. 564, 22. 567,26. 568, 8.
570,
22. 572. 573, 8. 583, 26, 30. 588, 24. 594, 24.
Margazel
(Hyd), von PN „erzürnen* gebildet, 173, 21.
Marpel
(yonnn), von hebr. son „Heilung“ gebildet, 104,9. 173,23.
Masglel
(ybpwan), eine „Wolke“, 402, 26.
Namrus
(o2N2), die „Mutter der Welt“ (siehe Joh. II, p. 62°), 82, 13.
83,7.
86, 14, 22. 101,6. 127,9. 296f. 338, 17. 340, 11,18. 342, 28, 34. 354f.
384,
30.
Natrel
(yon), ein geheimer Name (zu "%) „hüten“) 168, 8.
Nbat
(vx2}, siehe Lit., p. XX), 288ff. 380, 17f. 383, 25. Nbat-Jawaı
67,20.
Nbat-Ziwa 290, 5.
Die
oberen und unteren Wesen. 601
Nbaz
(m23) 444,34. Nbaz-Hailä 208,5. Inhaber eines Wachthauses.
Nhar
(1873), eine „Wolke“, 402, 19.
Nhür-Hai
('87 93), „Lebenslicht“, 195, 30.
Nhur-Haije
(s®n m), dasselbe, eine „Wolke“, 401, 36.
Nhür-Ziwä
(at 9), ein geheimer Name, 159,3.
Nidbai
(2713) siehe Silmai.
Nifgath-men-gau-maijä
(8% 9 in nspoN), eine „Wolke“, 402, 14.
Nsab
(283), vgl. Uthra, p. 544), 222, 1. 325, 25. 381, 13. 402, 15.
Nürel
(Syn) und Nüriel Oyaıı), von 3 „Feuer“ gebildet, 173, 27.
Osar-Hai
087 "asıy), „Lebensschatz“, 191,4. 196,14. 292,6. Siehe auch
Register
unter Schatz.
Pasrel
(ywao), ein geheimer Name (zu wo „auflösen“) 168, 9.
Pihtath-Unihrath
(As nano), eine „Wolke“, 402, 13.
Pilpin-Pipin
(oo yob'o), Inhaber eines Wachthauses, 186, 12, 34, 37.
Piriawis
(ons’To), ein Jordan, 235,35. 236,6. Ein Weinstock 451,39.
Pirün
(nv. vgl. Joh. II, p. 7') 326, 40. 401, 39.
Pta-Hai
(7 ano, vgl. Lit., p. XXIT') 191,5. 196, 14. 292, 6.
Ptahil
(Onsno. vgl. Joh., p. XXVIII; Lit., p. XXID), der Demiurg, das
vierte
Leben, 33, 31. 34,1. 99,33. 101,11. 103,1,9. 104,23. estt. 1315.
174ff.
194. 199, 4,20. 209, 34. 229,1. 242ff. 265ff. 284, 13. 284*. 293, 351.
294,
18. 305, 32ff. 311, 25, 32. 326, 16. 348ff. 358f. 364ff. 4092, 27. 407, 27.
408,4.
419. 430, 15. 435, 27. 440,20. 446,41. 447,7. 451,10. 478. 509, 31.
530,30ff.
556,3,5. Ptahil-Uthra 97,13. 98. 107,31. 109,14. 111,21. 94727;
249,1,5.
309, 38. 311, 5, 37. 358, 26. 360, 3. 364,7. 867, 31,35. 478, 12.
Qananit
(ns3np), Beiname der Rüha, 209, 6.
Qarbel
('yanRp), vielleicht von x2n7p „Kampf“ gebildet, 173, 27.
Qin
(7), eine Dämonin, 155, 10, 18. 158, 15ff.
Qmamir-Ziwä
(sr 1ORnp), Beiname des Todesengels, 424ff.
Rahziel
('yın87), ein Uthra, 252, 1.
Ram
(on), das männliche Haupt des zweiten Zeitalters, 27,23,27. 28,1.
45,
28,39. 260, 24. 408,29. Ein anderes Wesen ist Räm-Ziwä 402, 32.
Raza
(sın7) bei Namen bedeutet „Mysterium“.
R’ham-Räza
(sin) DOX7N), gehört zu or „lieben“, 146, 30.
Ruüd
(m), das weibliche Haupt des zweiten Zeitalters, 27,23,27. 28,2.
45,
28, 39. 260, 24. 408, 29.
Ruüha
(x), siehe p. XI, 43, 22f. 46,10, 38. 47,1. 50, 37. 52,32. 76,27,
BEEere86,
61. 37,3ff. 898. YSif. 104. 153,31. 159, 16ff. 164f. 173, 16.
Bein.
185,5. 190,4, 6. 197, 24, 34. 203, 8ft. 220ff. 224, 23. 226, 14,
2271
228ir. 248,8. 249. 255. 258ff. 266, 2, 18ff. 267,5. 287,16. 307,8.
316,
38. 323, 23. 337ff. 347, 2,10. 351, 31f. 352,3. 3721. 382#f. 405, 4f. 410,
Bea.
516,8,11. 527,4ff. 5297. 550,25. 551,6. 578,17. 574,12. 575,5.
Rühas
125,18f. Rüha dQudsa (heiliger Geist) 49,4. 106,32. 147,17. 186.12.
1227271727.
220, 13. 247,26f. 33711. 371,22. 384,1. 530.20. Siehe auch
Register
unter Geist.
602
Die oberen und unteren Wesen.
Rwaz
(7) „er prangte“, ein Weinstock, 211,1. 212,10. 324,34. 326,23.
Sahrath-Ebdath-Ukisrath
(ARNO) DRT2Y INIIND) „sie wachte, machte
und
vollbrachte“, eine „Wolke“, 402,3.
Sam
(oxD, „er schuf“, vgl. Uthra, p. 544), 67,21. 180,17. 191,3. 196, 12.
252,8.
406, 22. 428,7. 503,26. Sam-Smir-Zıwä 291,38. Sam-Ziwa 199,35.
292,
10. 316,1. 326, 28.
Sar
(xD), ein Uthra, 288,23, sonst zusammen mit Sarwän (1ı8D): 176,
25.
222,1. 402, 18.
Sar
RW), „er war fest“, siehe Joh. II, p. 6°, ein Weinstock, 326, 38.
386,
23. 406, 24. Sar-Ziwä, Beiname Hibils, 163,28. Ein Uthra 288, 21.
Sarrath
(nwıNv), „sie war fest“, ein Weinstock, 402,7.
Sarhabel
&yasmıaW), das weibliche Haupt des dritten Zeitalters, sic
p.
VII, 27,31. 28,2ff. 45,35ff. 261,4. 408,36. Ein Mana 240,2. Ein Wein-
stock
326, 29. Sarhakeleirie, ein Uthra, 251, 29.
Saskel
Oyawaw), eine „Wolke“, 402, 25.
Saurel
(ynS), Beiname des Mondes, 28,29. 46,34. Sonst Name des
Todesengels
424ff. Siehe Joh. II, p. 119°,
Sdüm
(Dow), ein Dämon, 156. 158 ob.
S’haq
(PD), „er hüpfte“, 316, 14.
Sidar-Kasia
(NDNI INTD), eine „Wolke“, 402, 8.
Sihlün
pIrw), „es (das Leben) sandte mich“, ein Uthra, 251, 29.
Silmai
(Rnsw), allein nur 196ff. 429,4. Sonst im Genienpaar Silmai
und
Nidbai, den beiden Taufengeln (siehe Joh. I, p XX), 141,35. 143, 29.
146,
28. 148, 15. 222, 19. 273,40. 283, 10. 284, 11. 308ff. 327, 13. 402,217 5
Simath-Haije
(an namD), „Schatz des Lebens“, weibliches Wesen (vgl.
Joh.
Il, p. 201), 31,8. Siehe auch Register unter Schatz.
Sindiriawis
(oYx 720), der Jordan des Lebens (vgl. Joh. II, p. 12),
145,
4. 146, 37.
Siniawis
(oY8'2D), ein Gebiet der Unterwelt (vgl. Joh. II, p. 12'), 71,16.
89,
182.103161. 1505833;
Siglum
(nbpw), ein Dämon, 320, 17.
Sitil
Oynw), der biblische Seth, 109,16. 118,18. 127, 17f. 141,85. 143;
29.
146, 5, 11,24. 148,14. 166, 31. 223,19. 243, 29. 246, 21. 249,11. 259, 32.
260,9f.
261,6. 264,30. 268, 9,34. 283,13. 284*. 286,3. 320,9. 369,38. 424, 15.
426ff.
Großer Sitil 251,13. 269,9. 270,9. Kleiner Sitil 443,9. Sitil-Uthra
146,
7. 370,7.
Smir
(120), „Verwahrt“, ein geheimer Name, 162,29. Ein Uthra 288, 23.
Siehe
auch Jawar.
Sum-Hai
(7 ow), „Name des Lebens“, 195, 30.
Sumgaq
(pspmD), Beiname der Qin, 158, 35. 159, 6. i
Surbai
(RTV), männliches Haupt des dritten Zeitalters, VII, 27,31. 28,
2ff.
45, 341f. 261,4. 408, 36.
Tagfel
('yapan), von rpn „stark sein“ gebildet, 173, 21,23
Tar
(sn) und Tarwän.(sYI8N), ein Genienpaar, 222,1.
Die
oberen und unteren Wesen. 603
Tatagmür
(YH38HRn), ein Baum, 326,21. Eine „Wolke“ 402, 11.
Taurel
(yAıRn), vielleicht ist darin xI1Xd „Stier“ als verehrtes Wesen
{siehe
Ephemeris II, p. 153f.) erhalten, 291, 37. 305, 18,20. Ein Weinstock
326,
19. Taurel-Uthra 144, 27. 267,1.
Ur
(Sy), siehe p. XI, 83,37. 87,2,12,33. 89,30, 34. 142,24. 143,2,12,18.
158,
36. 159,21. 163,12. 165,42. 166,5,9. 167f. 171ff, 203, 14ff.- 315, 22.
406,
2.
Urpel
(yoyıy), gewöhnlich zusammen mit Marpel genannt (siehe Lit.,
p.
279), 104,9. 173, 28.
Zahrel
(Oyınr), eine Dämonin (siehe Joh. II, p. 11°), 160f.
Zamur
(n8N), ein Dämon, 220, 15.
Zan-Hazazban
(2187 Inn), Inhaber eines Wachthauses, 185. 208, 19.
Zartai-Zartanai
(IRINMINT ISDN), ein Dämon, 154. 162.
Zarzel
(ymar), ein geheimer Name (zu Nr „rüsten“) 168,8. Zarzel-
Ziwa,
ein Mana, 325, 27.
Z’hir
(m), „Gesichert“, ein Uthra, 221,39. Z’hir-Smir-Ziwa 252, 8.
Zihan
(in) und Z’ha-Zihan (nn x), zwei „Lichtbinden“, 222, 4.
Zihrun
(mm, „es' (das Leben) warnte mich“ (vgl. Joh. II, p. 216°),
222,1.
Zihrün-Uthra 143, 24.
Ziw-Hai
(7 Y), „Glanz des Lebens“, 195, 30.
Ziwa
(x) bei Namen bedeutet „Glanz, Glanzwesen“.
m
ZI ——n
—s
os
Tr
Ze
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