4 Eylül 2021 Cumartesi

4

 

[40] Dein Glanz komme vor dir her,

und dein Licht sei hinter dir gefestigt.

Dein Thron sei aufgerichtet, wie er aufgerichtet war,

und die Sieben werden ohne Wohl sein.“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

 

 

 

Zweites Stück.

 

 

Ein Mäna bin ich des großen Lebens,

ein Manä bin ich des gewaltigen Lebens,

 

ein Mana bin ich des großen Lebens.

Wer hat mich in Geheimnisse und Winke geworfen?

 

In Geheimnisse und Winke hat wer mich geworfen,

wer mich in Mangel und Fehl gegossen ')?

 

In Mangelhaftigkeit und Fehlerhaftigkeit hat wer mich gegossen,

wer das Bild der ....... °) mir gezeigt?

 

Wer hat mich auf der Erde der Zerstörung wohnen lassen °),

auf der alle Berge bald zerstört werden?

 

Alle hochstehenden Recken, die auf ihr sind, werden vernichtet werden,

ihre Kraft unter ihnen abgeschnitten werden.

 

 

Wie der Mänä dasteht und nachdenkt,

kommt der Mann, sein Helfer.

Sein großer Helfer kommt,

der ihn versorgt, der ihn wohl versorgt hat:

„Nach dem Hause, in dem du wohnest,

warum fragest du?

Du wußtest nicht, Mäna,

daß es so geschieht, wie du sagtest‘)?

Wir fügen uns’) im Verborgenen,

daß du sie rasch verlassest.

Rasch wirst du sie verlassen

und zu uns emporsteigen.

 

 

ı) TWN „gießen“ wird durch Text 39,5 gestützt. Besser würde freilich INTY „hat

 

 

mich gestürzt“ passen, vgl. das vorhergehende IX und D.

 

 

?) Wiederum ist der Sinn von ND dunkel. siehe p. 259. „Matte“ oder „Feier“ paßt

 

 

auch hier nicht.

 

 

®) Hier ist wohl INIVN zu lesen nach INTTYON Leid.

*) Doch wohl als Frage aufzufassen.

°) Eigentlich „wir unterwerfen uns“, doch hat ursprünglich vielleicht ein anderes

 

 

Wort dagestanden.

 

 

40, 18—41, 10 Zweites Buch. Drittes Stück. 457

 

 

Zu uns sollst du emporsteigen

und in unserer Skinä weilen.“

 

 

Als der Helfer so zum Manä sprach,

schloß er ab und beruhigte sich.

Der Mäna schloß ab und beruhigte sich

und fragte nicht mehr nach den Vergänglichen.

Nicht fragte er mehr nach den Vergänglichen,

die das hinfällige Haus gebaut haben.

Er geduldete sich eine kurze Weile und wohnte darin '),

doch bald flog er enipor und gelangte an seinen Ort. 10

Bald gelangte er an seinen Ort,

die Stätte, aus der er geschaffen worden war,

die Stätte, aus der er geschaffen worden war

und in der seine Gestalt aufgeleuchtet war.

Der Mänä freut sich in seinem Herzen 15

[41] und klärt sich in seinem Rumpfe auf:

„Wie wundersam ist, was du mir sagtest, Vater A),

wie wundersam, was das große (Leben) mir aufgegeben.

Gehet, gehet, ihr Planeten,

gehet, werdet ein Anteil eurer Häuser. ee

Gehet, werdet ein Anteil eurer Häuser,

und eure Häuser mögen ein Anteil von euch werden.

Ich und die Wurzel’) meines Vaters steigen empor,

das Haus wird um euch verlassen.“ —

Und gepriesen sei das Leben. 25

 

 

 

 

 

 

 

Drittes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

 

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

 

Wer hat mich in das Leid der Welt‘) geworfen? 30

In das Leid der Welt‘) hat wer mich geworfen,

 

wer mich in die böse Finsternis versetzt?

 

 

!) In diesem Buche stehen häufig SNSD und IN7 zusammen. Die ursprüngliche Ver-

bindung ist 977) bp „ertragen und dulden“, und so steht sie auch L 79, 20 (Lit., p. 158,1),

aber daraus wurde mißverständlich 7) b9D „ertragen und wohnen (in ....)“ gemacht.

 

2) BCD (auch Leid.) BOIRDNT. danach .‚was mein Vater mir sagte“.

 

®) Leid. hat NY.

 

4) Leid. hat SOON „der Welten“.

 

 

35

 

 

40

 

 

458

 

 

Linker Teil. 41, 10-42, 7

 

 

Wer versetzte mich in die böse Finsternis,

 

wer zeigte mir das lodernde Feuer?

Wer zeigte mir das Feuer,

 

und wer warf mich in das trübe Wasser,

 

aus dem die Verderber gebildet werden.

 

Daraus werden die Verderber gebildet,

 

und daher werden sie trübe.

Vielleicht werde ich zurückgehalten

 

und trübt sich meine Gestalt gleich ihrer Gestalt.

Vielleicht trübt sich meine Gestalt

 

und verliert sich meine Rede weg von meinen Eltern.

 

 

Wie der Mäna dasteht und sich aufzuklären sucht,

kommt der Mann, sein Helfer.

„Nicht bist du ein Anteil des Leids, daß du darüber grübelst,

nicht bist du ein Anteil der Finsternis, die dir ein Ende mache.

Nicht bist du ein Anteil des Feuers,

daß du das lodernde Feuer schauest.

Nicht bist du ein Anteil der Trübung,

daß deine Gestalt gleich ihnen trübe werde.

Du bist ein Anteil der Helligkeit,

die ohne Trübung ist.

Du bist ein Anteil der Lichterde,

an der keine Finsternis ist, die dir ein Ende mache.

Du 'wirst gewinnen, Mana,

und deine eigene Gestalt wird dich erleuchten.

Dein Sinn wird dich fest stützen,

und dein Herz wird dir ein Helfer und Baumeister sein,

Halte aus in der Welt und wohne in ihr,

bis wir nach dir verlangen.

[42] Wenn wir nach dir verlangen,

werden wir uns hierher begeben und zu dir kommen.

Wir werden uns hierher begeben und zu dir kommen,

dann werden wir dich herausholen‘) und zu deinem Schatzhaus

 

 

[emporheben.“

Wie sein Vater den Mänä stützte,

 

 

sprach er und sang wundersame Hymnen.

Er sprach und sang wundersame Hymnen

und suchte sich in seinem Sinne über die vergänglichen Dinge

„Warum trage ich nicht vor, [aufzuhellen.

wo die Kraft meines Vaters mich in hohem Maße stützte?

Gar lange hielt ich es aus und wohnte in der Welt,

gar lange wohnte ich unter den Werken meiner Hände.

 

 

 

 

 

 

 

 

!) Leid. hat PORN.

 

 

42, 7-43, | Zweites Buch. Viertes Stück. 459

 

 

Gar lange wohnte ich in ihr,

bis meine Zahl voll wurde.

Wo meine Zahl voll ist,

gedachte mein Sinn meines Heimatshauses.

Ich dachte an das erste Tannä'),

aus dem alle Uthras geschaffen wurden.

Mein großer Helfer kam zu mir,

der Mann, der mich in hohem Maße stützte,

der Mann, dessen Kraft mit mir weilte

und [mein Herz?] in der Welt beruhigte.

Er faßte mich mit seiner Rechten,

hob mich zu meinem Schatzhaus empor und verbarg mich da.

Als ich mein Schatzhaus erblickte,

vergaß ich die nichtigen Wohnungen.

[ch sprach mit der Rede [der Uthras?]°) und leuchtete auf,

und meine Stirnlocken wurden mir durch seinen Segen auf denı

[Haupte gedreht.“ —

\ Gesegnet sei das große Lieben, das Leben ist siegreich.

 

 

Viertes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens.

Wer holte mich aus meinem Schatzhaus heraus?

Aus meinem Schatzhaus holte wer mich heraus,

wer warf mich in das Haus des Vierten’)?

Wer warf mich in des Vierten Haus,

daß die Bösen auf mich zürnen?

Die Bösen zürnen auf mich

und sinnen täglich auf Böses gegen mich.

Sie sinnen gegen mich in (bösem) Sinnen

und sprechen:

„Wir wollen ihn bei uns abschneiden, wir wollen ihn bei uns zurück-

und von seinem Herkunftsorte absperren. [lassen

Wir wollen ihn absperren [43] von seinem Herkunftsorte,

und er werde ein Anteil von uns.“

!) Siehe oben, p. 151°.

2) Hinter XNWI ist ein Wort ausgefallen; vielleicht ist NMYT zu ergänzen, vgl.

Text 43, 7£.

» D. h. Ptahils.

 

 

wi

 

 

460

 

 

Io

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

Linker Teil. 43, ee

 

 

Der Mäna sinnt nach und spricht:

„Vielleicht schneiden sie mich vom Herkunftsorte meines Vaters

Wie der Mänä dasteht und nachdenkt, [ab.“

kommt der Mann, sein Helfer.

Sein großer Helfer kommt,

der ihn hierher gebracht hat:

„Mäna! Grüble nicht und verzehre dieh nich!

und betrübe dich nicht um die Vergänglichen.

Die schandbaren Vergänglichen vermögen nicht

dich abzuschneiden und bei sich zurückzulassen.

Nicht vermögen sie dich bei sich zurückzulassen

und dich vom Herkunftsorte deines Vaters abzusperren.

Die Kraft deines Vaters ist mit dir,

und die Rede der Uthras ruht auf dir.“

 

 

Als der Mänä dies hörte,

grübelte er nicht mehr in Bösen

und machte die Pläne der Vergänglichen zu nichte.

Er rief’) mit lauter Stimme

und bezeugte den lichten Sproß.

Er rief') mit hehrem, außerweltlichem Lobpreis,

da kam zu ihm der große Helfer.

[Der große Helfer kam zu ihm]

und holte ıhn aus der Welt:

„Steh auf, Manä, komm mit mir,

geh mit mir an deinen Ort.

Ziehe dein verborgenes Gewand an,

dem Verderben ®) und Zorn nicht anhaften.

Verderben und Zorn haften ihm nicht an;

die Uthras ziehen es an und prangen.“

Den Schatz, den er ihm verlieh, nahm das Leben an Mi);

der Bote, der zu ihm kam, war siegreich.

Das Leben richtete den Mänä auf,

und die Boten stellten ihn an seinem Platze auf. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

 

 

 

') Lies Fanny.

°) Dieser Sinn paßt hier besser als „‚Vergehen. Fraß“, siche 94

®) Nicht ganz sicher.

 

 

 

 

 

43,18 44.9 Zweites Buch. Fünftes Stück. 461

 

 

Fünftes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

 

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens,

 

ein Sohn reichen Glanzes, ein Sohn lichter Herrlichkeit. E

Warum entblößten sie mich meines Glanzes,

 

brachten mich hin und warfen mich in das kürperliche Gewand?

In das körperliche Gewand warfen sie mich,

 

das er') angezogen und abgelegt hat.

Weh und leid ist mir im körperlichen Gewande, 10

 

in das sie mich gebracht und geworfen haben.

Wie oft muß ich es ablegen, wie oft anziehen,

 

soll immer wieder meinen Streit schlichten

 

und das Leben in seiner Skinä nicht schauen.

 

 

Wie der Mäna dasteht und sich aufzuklären sucht,

 

 

[44] kommt der Mann, sein Helfer:

„Du sollst mit mir wohnen,

und in deinem Herzen werden wir Platz nehmen.

Wir werden in deinem Herzen Platz nehmen

und dich zu deiner hehren Skinä emporheben. 20

Rasch vergehend will ich machen und zusammenziehen die Monate

Be. 2... n

 

 

Dein Maß sei wie nichts,

die ganze Welt will ich verächtlich machen‘).

Du gehörtest mir hier‘), 2

nun will ich dich aus der Welt wegnehmen und emporheben.

Ich will dich aus ihr wegnehmen und emporheben

und will rasch alle verlassen.

Verlassen will ich alle,

sie sollen alle sterben und vergehen. . 30

Du bist mein Abbild,

dich will ich emporheben und in meinem Gewande bewahren.

In meinem Gewande, das das große (Leben) mir gewähret,

in dem reinen Duft, den es mir anvertraut.

Dieses Gewand, in dem du weiltest,

will ich dem um den Kopf schlagen, der es geschaffen.

 

 

[6>}

 

 

 

 

 

 

 

 

1) Ein Wechsel in der Person, siehe p. 14°.

 

2) NIDSNT bezeichnet hier anscheinend ein von I377 gebildetes Konkretum. Kaum

Scherben“. Dahinter wird etwas wie 17% gestanden haben.

 

3) Siehe oben, p. 428'°.

 

*) Leid. hat A Was dasteht, paßt nicht zum Folgenden; vielleicht ist won

oder wenn zu lesen.

 

 

wi

 

 

ty

wa

 

 

30

 

 

462

 

 

Linker Teil. 44, 945,

 

 

Denn zu Falle kommen und vergehen

die Männer. die es hergestellt.

ls vergehen die Männer des Auftrages ').“

Kr wurde dem Manä ein Helfer.

Er koste und hiebkoste ihn

und legte von seinem Segen auf ihn.

Von seinem Segen legte er auf ihn

und festigte ihn in der Skinä seiner Väter. —

Das Leben ist siegreich über alle Werke.

 

 

 

 

 

Sechstes Stück.

 

 

Ein Mänaä bin ich des großen Lebens,

ein Manä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

Ich bin durch die Gnade meines Vaters gefestigt.

(refestigt hin ich durch meines Vaters Gnade,

ich leuchte im Glanze, über den sie mich aufgekläret.

Noch konnte ich mich der Gnade meines Vaters nicht freuen,

noch nicht den Glanz begreifen, über den sie mich aufgekläret.

Hinterlistig?) versetzten sie mich in die Tibil,

hinterlistig?) vertrieben sie mich aus meinem Ort und meiner Stätte.

Sie vertrieben mich und holten mich aus meiner Stätte,

verscheuchten mich aus meinem Vaterhause.

Geschlagen und hingemordet soll der Bildner der Körper werden,

der mit seinen Plänen die Welt geschaffen.

Geschlagen und verflucht sollen die Planeten werden,

die an der Spitze seiner Schöpfung standen.

Ich will (von) unter ihrer Hand entweichen,

will hingehen und die Gnade meines Vaters annehmen,

will annehmen [45] den Glanz, über den sie mich aufgekläret.

Ich will mich seines ganzen Schatzes freuen,

durch seine ganze Weisheit vollendet sein’).

 

 

/

 

 

Wie der Mana dasteht und nachsinnt,

kommt der Mann, sein Helfer, heran,

kommt heran der große Helfer:

 

 

') Die mit der Herstellung beauftragt wurden?

”) Unsicher. Leid. hat MXDY und ANDY\, was schlechter paßt.

°®) Vgl. Joh. TI, p. 116%.

 

 

 

 

 

45,3—21 Zweites Buch. Siebentes Stück. 463

 

 

„Wenn') du die Gnade deines Vaters annehmen willst,

annehmen den Glanz, über den sie dich aufgekläret,

wenn du deinen ganzen Schatz annehmen und dich seiner freuen,

wenn du durch deine ganze Weisheit vollendet sein willst,

wenn du dich recht einrichten willst,

harre aus und wohne in der Welt.

Harre aus und wohne in der Welt,

bis dein Maß dir voll wird,

bis dir voll wird dein Maß

und ganz wird die Zahl, die sie dir verliehen.

Dann will ich zu dir mit reichem Glanz kommen

und mit Licht ohne Ende.“

 

 

Gar lange harrte ich aus und wohnte in der Welt,

bis mein Maß voll war.

Mein Maß war voll, und meine Zahl war ganz,

da ging her und kam zu mir mein Helfer.

Er holte mich weg aus ihrer Mitte,

hob mich empor und richtete mich im Hause der Vollendung auf.

Ich begriff die Gnade meines Vaters,

begriff den Glanz, über den sie mich aufgekläret.

Ich freute mich des Schatzes, den (mein Vater) geschaffen,

und war vollendet durch seine Weisheit‘). —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Siebentes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

 

ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

 

Wer warf mich in das Elend der Engel?

Wer warf mich in das Elend der Engel,

 

die häßlich sind, deren Duft übel riecht

 

und deren Gestalt häßlich und unförmig ist?

 

Gar häßlich ist ihre Gestalt;

 

wer hat mich unter sie geworfen?

Wie soll ich unter ihnen groß werden,

 

wo ihre Wohnsitze für mich nicht taugen?

 

 

1) Lies MUND Y.

2) Wohl Fa und TIMONINY) zu lesen.

 

 

35

 

 

40

 

 

464

 

 

Linker Teil. 45. 21-46, 14

 

 

Wie soll ich ihr Gewand anziehen

und in ihrer Wohnung wohnen?

 

 

Wie der Mäna dasteht und sich aufzuklären sucht.

kam sein Helfer zu ihm heran.

Sein Helfer kam zu ihm

und ließ ihn einen hellen Ruf vernehmen.

[Einen hellen Ruf] ließ er ihn vernehmen

und sprach zu ihm in glänzender Rede:

„Abscheulich ist der Geruch der Engel,

doch [kümmere dich nicht]') um ihren Geruch, [46] da er an dir

Wenn ihre Gestalt unförmig ist, [nicht haften bleibt.

warum fragst du nach ihnen?

Du hast unsere Stimme gehört,

unsere unvergängliche Rede wurde von dir vernommen.

Wir sprachen zu dir mit unserer glänzenden Rede‘),

so harre aus und wohne im Hause des Elends.

Abscheulich sind die Engel,

ihre eigene Finsternis hat sie abscheulich gemacht.

Siehe uns an und halte dich rein

und richte deinen Blick nach deiner Stätte hin.

Nach deiner Stätte richte deinen Blick hin,

wir gehören dir.

Wir sind bei dır,

und deine Gestalt leuchtet durch uns.“

 

 

Als er so zum Manä sprach,

verrichtete dieser ein rechtes Gebet.

Ein rechtes Gebet verrichtete er

und betete in festen Worten:

„Ich habe meinen Helfer gehört’),

nun will ich ausharren und in der Welt wohnen.

Ausharren will ich in der Welt und in ihr wohnen,

so lange als es meinem Helfer gefällt.

Wenn es meinem Helfer gefällt,

gehe er und komme zu mir.

Er gehe und komme zu mir

und hole mich aus dem Elend der Engel.

Aus dem Elend der Engel hole er mich,

deren Gestalt häßlich und unförmig ist.“

 

 

Bald kam mein Helfer,

er hellte mich auf und klärte mich auf.

 

 

 

 

 

!) Dies oder Ähnliches ist zu ergänzen. ®) Lies INONDDND ®», Lies MOM.

 

 

46, 14—47, 4 Zweites Buch. Achtes Stück. 465

 

 

Er holte mich aus meinem Körper

und führte mich unter seinem Geleite fort.

Er brachte mich‘) nach dem Schatze, zu dem er sich begab,

und festigte mich an der Stätte, an der er gefestigt war.

Er festigte mich und schloß Gemeinschaft mit mir

und rechnete mich zu seiner eigenen Rechnung. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Achtes Stück.

 

 

Ein Manä°) bin ich des großen Lebens,

ein Manä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänäa bin ich des großen Lebens,

der ich aufbrach, um in die Welt zu kommen.

Um in die Welt zu kommen brach ich auf,

nicht merken es ihre Bewohner insgesamt.

Nicht bemerken mich ihre Bewohner insgesamt,

nicht nehmen mich wahr alle Welten.

Gar lange bemerkten mich nicht die Äonen,

bis man mich in den Rumpf warf.

Bis man mich warf in den Rumpf

und Adam auf seinen Füßen stand.

(Adam stand auf seinen Füßen,

während der Schlaf [47] ihn übermannte.)

Als Adam auf seinen Füßen stand,

verfluchte er den Mann, seinen Schöpfer’).

Er verfluchte den Bildner der Körper‘),

in dessen Händen seine Werke nicht recht wurden.

Wurden denn seine Werke in seinen Händen recht’),

bis er Adam schuf?

Bis er schuf Adam,

bis dieser seinem Bilde glich,

 

 

2) Lies INN.

2) Siehe zu diesem Stücke REITZENSTEIN, Das mandäische Buch des Herrn der

Größe, p. 3.

s) Nach dem Folgenden ist NIYN) hier in diesem Sinne aufzufassen.

4) Siehe Lit., p. 102 ob.

5) Lies Ypnny mit BC und Leid., d.h. PN NY, siehe Nöld., p. 434 unt.

Lidzbarski, Ginza- 30

 

 

4o

 

 

466

 

 

 

 

 

Linker Teil. 47.4—23

 

 

bis er lebenden Feuers voll war,

wie sein Vater ihn damit gefüllt hatte.

Er schuf und machte es nicht recht,

bis er den falschen Rumpf schuf.

Er schuf den falschen Rumpf

und die nichtige Herberge.

Sie scheuchten mich von meiner Stätte weg

und vertrieben mich aus der Mitte meiner Brüder.

Aus meiner guten Brüder Mitte vertrieben sie mich,

aus der Mitte der Rüstigen, Wohlgerüsteten.

Wann werde ich den Rumpf verlassen,

werde ihn der Vernichtung und Zerstörung anheimgeben,

werde seine Werke verlassen,

werde die rebellische Ruine schließen?

Ich werde zu meinem Orte emporsteigen,

die Planeten werden dann hinstürzen, ohne aufzustehen.

 

 

Wie der Mänä dasteht und sich aufzuklären sucht,

gelangte heran und kam zu ihm sein Helfer,

sowie seine eigenen Beschützer

und die großen, guten ....... '), die ihn begleiteten:

„Auf, Mäna, verlasse diese Welt!

Die Verkehrtheit, die dich schmerzte, werden ihre eigenen Herren

Der Schlaf, aus dem du erwacht bist, [übernehmen.

wird sich wenden und auf sie drücken.

Auf, bekleide dich mit dem reichen Glanze

und bedecke dich mit dem teuren Lichte,

Binde dir den Gürtel der offenen Augen um,

der ganz Augen ist, ganz und gar.“

 

 

Der Mänä stieg von ihnen empor,

 

und die Planeten geben sich der Klage hin.

Täglich geben sie sich der Klage hin,

 

täglich essen sie um mich ...... a)

Sie liegen auf Matten,

 

die Bösen sitzen gleich Gefangenen da.

Der Mäna stieg zum Hause des Lebens empor

 

und grübelte nicht in Trauer und Klage.

In Trauer und Klage grübelte er nicht,

 

von ihrer Verkehrtheit war nichts an ihm.

Nichts war von ihrer Verkehrtheit an ihm,

 

nichts nahm er von ihnen an.

 

 

!) Im Texte steht XMYw. was keinen Sinn gibt.

°) Siehe p. 211.

 

 

 

 

 

47,23—48. 15 Zweites Buch. Neuntes Stück.

 

 

Der Mana xxsxxxrx#x+%*

**++x Im Verborgenen stellten sie mich auf

 

und stützten mich auf das Abbild des großen Lebens. —

-Und gepriesen sei das große Leben.

 

 

 

 

 

Neuntes Stück.

 

 

[48] Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mäna bin ich des großen Lebens,

der sich in seinem Sinne aufzuklären sucht:

„Warum hat meine Gestalt sich verändert?

Wohin wollen sie mich bringen?

An welchen Ort noch

wollen sie meine Skina fortschaffen ?

Sie wollen mich fortbringen

von ihren glänzenden Reden.

Sie wollen mich von ihren Gebeten ...... Sn

die sie im Hause der Vollendung verrichten.

Sie wollen mich [vom] reinen Lichtschimmer’) fortschaffen

und im stinkenden Gewande wohnen lassen.

Wenn ich jenes Gewand sehe,

wer wird kommen und mich hinüberführen °)?

Wer wird mir ein Rufer,

wer mir ein hehrer Helfer sein?

Wer wird sich zu mir setzen und mich liebkosen,

daß ich nicht von hier, von meinem Orte aus, vergesse, was

 

 

467

 

 

 

 

mir >25

 

 

[aufgetragen ist?*

 

 

Wie der Manä dasteht und nachsinnt,

faßte ihn sein Helfer fest an.

Sein Helfer faßte ihn fest an

und ward ihm ein Rufer:

„Dein vom Leben herkommender Glanz ist ausgedehnt und groß,

warum nennst du ihn einen Lichtschimmer?

Um den Glanz fortzunehmen ‘)

und das Licht vom Gewande abzuschneiden!

Die Guten fehlen,

obwohl sie noch nicht gesehen haben, was häßlich ist.

 

 

 

 

 

!) Hier stand wohl auch eine Form von ann.

 

2) Leid. hat NDY)y, siche auch weiterhin.

 

3) Vielleicht INTERN „und mich wecken“ zu lesen. *) Lies INDIR.

30*

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

468

 

 

Linker Teil. 48, 16—49, 9

 

 

Wo sie noch nicht gesehen haben, was häßlich ist,

warum fehlen sie und vergehen sich?“

 

 

Darauf der Mäna mit seinem lauteren Munde

erwiderte dem Helfer, der ihn gefestigt hatte:

„ich war voll Mangels,

jetzt hast du mich gestützt, und das Licht wurde überreich.

Gestützt hast du mich jetzt, überreich wurde das Licht,

und Kraft und Festigkeit kam in Fülle

durch die Kraft meines großen Helfers,

durch die Kraft des Mannes, der mich gefestigt.

Er faßte mich fest mit seiner Rechten an

und übertrug von seinem Wesen auf mich.

Durch seine über mich [gelegten] Strahlen‘) leuchtete ich auf,

ich wohnte im stinkenden Körper und grübelte nicht.

Die Stunden zogen sich zusammen, die Sosse zogen sich zusammen.

und der Lauf der Welt wurde eingeteilt.

Die sieben Sterne wurden verteilt,

und der Mangel drückte auf sie.

Mein großer Helfer kam

und ließ mich den Körper [49] des Todes ausziehen.

Den Körper des Todes ließ er mich ausziehen

und kleidete mich in den Glanz seiner Strahlen.

Er belehrte mich über die Totenmesse,

die sie jeglichen Ortes abhielten.“

 

 

Er und sein großer Helfer

leuchten in einer Skina.

In einer Skina leuchten sie

und leben in einem Lobpreis.

Kine Sıieghaftigkeit hat man ihnen geschaffen,

und sie nehmen zur Hälfte den Anteil an der Gnade.

Sie suchen sich in einer Skinä aufzuhellen,

und wie sie sich aufzuhellen suchen, werden sie aufgeklärt. —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

 

 

 

Zehntes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens,

der sich durch die Erleuchtung seines Vaters aufzuklären sucht:

 

 

!) Daß SWINTT hier diesen Sinn hat, nicht „Reden“ ist aus Z. 22 zu ersehen.

 

 

49, 10—50, 3 Zweites Buch. Zehntes Stück. 469

 

 

„Von dir, mein Vater, erhalte ich Belehrung,

du wurdest mir ein Helfer.

 

Ein Helfer wurdest du mir,

sage mir, wohin du mich sendest.“

 

 

Darauf erwiderte der Urvater

 

und sprach zum Mäna, dem Sohne Gewaltiger'):

„Wir senden dich hierher an deinen Ort,

 

den die Uthras, die Söhne des Heils, geschaffen haben.“ —

„Wenn du mich dahin sendest,

 

sage mir, wer von den Uthras den Ort geschaffen hat.

Sage mir, wer ihn geschaffen hat von den Uthras,

 

damit ich das Elend ertrage, das an ihm ist,

wenn ich, mein Urvater, hineingeworfen bin,

 

 

[74

ZkFrekkrKkr KK ceN

 

 

Der Manä stieg zur Welt hinab.

Zur Welt stieg der Mänä hinab,

 

kam hin und geriet in das Elend.

Er kam hin, geriet in das Elend,

 

und Seufzen empfing ihn.

Der Mänä klagt”) und seufzt,

 

daß er von seiner Stätte abgeschnitten wurde:

„Mein sanfter Vater beschützte mich nicht,

 

er belehrte mich nicht über jedes einzelne Ding

 

und klärte mich nicht über die Welt auf.

 

Jetzt, wo ich hinabgestiegen’) und zu ihr gelangt bin,

 

wurden alle voller Schlechtigkeit.

Wieviel soll ich von ihr hören‘),

 

wieviel von ihrem Leid erdulden!

Weh und leid ist mir,

 

daß mein Vater mich nichts von seiner Rede vernehmen ließ.

Nichts ließ mein Vater mich von seiner Rede vernehmen,

 

nicht erteilte er mir einen Rat der Gläubigen.

Wenn es meinem sanften Vater beliebt,

 

sende er mir einen Mann, [50] einen Helfer.

Einen Helfer sende er mir, einen ersten Helfer,

 

in dessen Skina alles, was er sagt, Gehör findet.“

 

 

„Du weißt, Mäna,

wer die Welt geschaffen hat,

1) So nach Text 50, 16f.

2) 72) ist wohl so aufzufassen (siehe auch Text 53, 13), wie es sonst oft mit Wörtern

für „Klage“ verbunden ist. 3) Lies MNNYT. 4) Lies NOWY.

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

470

 

 

Linker Teil. 50, 3—20

 

 

wer geschaffen hat die Welt,

und dir wurde geraten, was recht ist.“

 

 

Als der Mänä dies hörte,

sann er über die Welt nach:

„leh will nach dem Worte meines guten Vaters

im nichtigen Körper wohnen.

Ich will so lange in ihm weilen und wohnen,

als es meinem Vater beliebt.

Wenn es meinem Vater beliebt,

wird er kommen und mich aus eurer (der Bösen) Mitte holen.

Denn mir ist weh und leid

in eurem üblen Dufte.

Weh und leid ist mir bei dem falschen Gerede

und Gehör, das euch eigen ist.

Ihr sprechet und höret in Falschheit,

verübet nichtige Werke.“

 

 

Ich sprach [in der Rede] des Lebens:

das war meinem Vater lieb und angenelım.

Lieb war es und angenehm meinem Vater,

und er sandte seinen Helfer zu mir.

Er sandte seinen Helfer,

der in seiner Skinä spricht und erhört wird:

Ich öffnete meine Augen,

da wurden sie des Lichtes voll.

Ich öffnete meinen Mund und pries ihn;

nicht fand er an mir Mangel und Fehl:

„Wenn du weißt, daß ich gegen eure Rede gefehlt habe,

lasset mich in meinem Körper an meiner Stelle.“

 

 

Da erwiderte mein‘) erster Helfer

und sprach zum Mäna, dem Sohne Gewaltiger:

„Schweig und sei ruhig, Mäna,

Sohn Gewaltiger, schweig und sei ruhig.

Mänä, du hast nicht gefehlt,

nein, hast noch ein Übriges getan.“ —

„Wenn ich noch ein Übriges getan und nicht gefehlet,

was ist es nun, was ihr mir angetan?“

 

 

Als er dies von ihm hörte,

holte er ihn aus seinem Körper.

 

 

 

 

 

'!) Man erwartet NYNYIN „der erste Helfer“, doch ist ein solcher Wechsel in der

 

 

Person, wie hier schon mehrfach hervorgehoben wurde, nicht selten.

 

 

50.20-51.12 Zweites Buch. Klftes Stück. 471

 

 

Er holte ihn aus seinem Körper und trug Hymnen vor,

er beruhigte ihn, erlöste ihn und richtete ihn auf.

 

Er hob ihn empor und zeigte ihm den großen Herrn der Vollendung

und stellte ihn in teurem Glanze auf. —

 

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Elftes Stück.

 

 

Ein Manä bin ich des großen Lebens,

ein Mäna bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens.

Wer hat mich im körperlichen Gewande wohnen lassen?

[51] So lange ich auch in ihm wohnte,

nicht war an ihm‘) Mangel und Fehl.

Ich fehlte nicht und verging mich nicht

und nahm keinen Fehler an.

Keinen Fehler nahm ich an

und schuf vor mir keine Anstöße.

Keine Mischung war an mır,

nicht wandte ich meine Rede von der Rede meines Vaters ab.

Ich leuchte durch die Kraft meines Vaters,

durch den Mann, der mich im körperlichen Gewande hat wohnen

Er ließ mich im körperlichen Gewande wohnen, [lassen.

da harrte ich aus und weilte darin

und bereitete kein Fehl meinem Vater.

Nicht sage er: Der Mänä hat vergessen, was man ihm aufgetragen,

der Mana ließ an dem fehlen, was er seiner Heimat schuldig war.

Mit der Kraft und der Rede des Mana

erbittet er und erreicht bei seinem Vater’).

Er erbittet und erreicht;

er machte mich los und holte mich aus der Welt.

Er holte mich heraus und ließ mich nicht da,

und nicht war an mir Mangel und Fehl.

Mein sanfter Vater wußte,

daß Mangel und Fehl nicht an mir”) war.

(Ich sprach:) „Wenn es dir beliebt,

werde ich kommen und deine Gestalt schauen.“

 

 

1, Am Körper, doch ist wohl NDNIND „nicht war an mir“ zu lesen.

2) Wiederum ein Wechsel in der Person. ») Auch hier ist wohl NIININDT zu lesen.

 

 

15

 

 

30

 

 

35

 

 

25

 

 

Linker Teil. 51, 12—52, 5

 

 

Mein Vater sandte mir einen Boten

und befreite mich aus der Welt.

Er befreite mich von den Verbrechern

und den Fälschern allen.

Von allen, die von Schwert(kampf) voll sind,

die von Gewalttat und Trug reden.

Er hob mich zum Hause des Lebens empor

und stellte mich unter den Leuchten auf.

Jeder einzelne preist und erhöht mich:

„Gesegnet und gepriesen seiest du, Mana,

der du die Herrlichkeit deines Vaters hochgehalten und

Du hast dich von ihnen befreit; [gewahrt hast.

du kamest und richtetest dich bei uns auf.

Zu uns kamest du und richtetest dich auf,

kamest und sprachest mit unserer Rede, wie sie war.“ —

Und gepriesen sei das große Leben im Lichte.

 

 

Zwölites Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

 

ein Manä bin ich des gewaltigen lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

 

Sie gingen hin und brachten mich in die Tibil.

Sie gingen hin und brachten mich in die Tibil,

 

das Haus, das die Lügner gebauet.

Das Haus haben Lügner gebaut,

 

Fälscher wohnen darin.

Kein Wissender war da, der mich kannte,

 

kein [52] Kundiger, der von mir Kunde hätte.

Kein Gerechter war da,

 

dessen Rede der der Uthras gliche.

Wie soll ich wohnen

 

in dem Hause, das Lügner gebauet?

Fälscher wohnen darin,

 

die insgesamt voller Gier sind.

Wenn es dir, König der Großen, beliebt,

 

richte mir einen Wegstein auf.

Einen Wegstein richte mir auf

 

und vor dem Wegstein einen großen Damm.

Schaffe mir einen Rufer,

 

einen Rufer schaffe mir.

 

 

52, 5—22 Zweites Buch. Zwölftes Stück. 413

 

 

Wenn ich schlafe, wecke er mich,

 

wenn ich strauchele, hebe er mich hoch’).

Wenn die Sieben mich schlagen,

 

heile er mich und hebe mich hoch.

 

 

Wie der Mana dasteht und sich aufzuklären sucht,

 

kam zu ihm sein Helfer heran.

Sein großer Helfer kam heran,

 

er begab sich hin und richtete ihm einen Wegstein auf.

Er ging hin, richtete ihm einen Wegstein auf

 

und vor dem Wegstein einen Damm.

Er war ihm ein Helfer,

 

er war ihm ein Rufer.

Wenn er schlief, weckte ihn sein Gebet,

 

wenn er strauchelte, hob ihn sein Lobpreis empor’).

Wenn die Sieben ihn schlugen,

 

wurde ihm seine verborgene Kraft zum Heiler.

Er ward ihm zum Heiler,

 

er hob ihn empor und richtete ihn auf,

 

er ebnete ihm einen ebenen Weg.

 

Er zeigte ihm’) und richtete ihm einen Pfad auf

 

und einen Steg, damit er an seinen Ort emporsteige:

„Komm, komm, Mäna,

 

komm, steig auf deinem Pfad empor.

Komm, steig auf deinem Pfad empor,

 

komm, tritt auf deinen Weg des Lebens.

Komm, tritt auf deinen Weg des Lebens,

 

denn ich wurde dir zum Helfer.

Ich holte dich aus der Welt der Finsternis,

 

richtete hoch deinen Thron auf.

Deinen Thron richtete ich hoch auf,

 

weil du die Verfolgung in der Welt ertrugest.

Weil du die Verfolgung ertrugest,

 

werden wir dir alle Sünden erlassen.“

Sei gnädig, sei gnädig,

 

Herr der hehren Seligkeit,

Herr der hehren Seligkeit,

 

der dasitzt und die Uthras recht hält‘). —

Und gepriesen sei das große Leben.

 

 

t) Wohl INN) zu lesen, siehe weiterhin. 2) Siehe die vorhergehende Anmerkung.

 

3) Für Yy lies 7. Man wäre auch geneigt, Su bzw. ONNT zu NYNW „er schuf“

abzuändern, doch siehe Text 71,17; 72,14. E

 

4) Die letzten beiden Verse sind wohl ein Schlußgebet, das an das höchste Wesen

gerichtet ist.

 

 

25

 

 

20

 

 

474 Linker Teil. 2,2358, 14

 

 

Dreizehntes Stück.

 

 

Ein Mäna bin ich des großen Lebens,

ein Mäna bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänaä bin ich des großen Lebens.

Wer hat mich hierher gebracht?

Wer hat [53] hierher mich gebracht

unter die finsteren Empörer?

Wie soll mein Herz es ertragen '),

wie soll ich die Verfolgung der Welt erdulden?

Wie soll ich mit Löwen hausen,

mit fressenden Drachen?

Wie soll ich mit den Bösen) hausen,

die täglich Böses loslassen?

Täglich lassen sie Böses los,

täglich lassen sie Schrecken los.

Täglich lassen sie Schrecken los

und sprechen: „Wir wollen den Mänä ängstigen.

Ja, ängstigen wollen wir ihn,

so wird er bei uns erniedrigt werden.

So wird er bei uns erniedrigt werden,

und wir stehen dann über ihm.

Ja, wir wollen ihn erschrecken,

dann wird er unter den Werken unserer Hände wohnen können.“

 

 

Der Mänä mit seinem lauteren Munde

 

sprach dann zu den Planeten:

„Durch die Kraft meines hohen °®) Vaters

 

wird euer Schrecken nicht über mich kommen.

Durch die Kraft der Sprüche meines Vaters

 

trifft mich eure Beängstigung nicht.

Durch die Kraft meines großen Helfers‘)

 

werde ich über euch stehen.

Ich bin besser als ihr,

 

und meine Rede ist wundersamer als die eurige.

Wundersam sind die Sprüche,

 

die aus dem Schatze meines Vaters gekommen sind.“

 

 

Alle jammern

und streuten Staub auf ihr Haupt.

 

 

!) Lies NIT, bzw. NITD.

 

®) Siehe Joh. II, p. 106.

 

®) Leid. hat NH”.

 

#, Hier, in Parallele mit IN. kann ISIN) auch „mein Schöpfer bedeuten.

 

 

53, 14— 94. 6 Zweites Buch. Dreizehntes Stück. 475

 

 

Staub streuten sie auf ihr Haupt

und zerrissen die Gewänder ihrer Wollust.

Sie erglühten in ihrer bösen ') Glut

und zürnten gegen sich selber:

„Wie konnten wir sagen,

daß wir den Mäna unter uns vernichten würden?“

 

 

Als die Planeten so sprachen,

kam eine Stimme aus dem Hause des großen Lebens.

Eine Stimme kam aus dem Hause des großen Lebens,

rief den Manä und weckte ihn.

Sie rief und weckte den Mänä,

er stand auf und erhob sich über sie.

Er stand auf, erhob sich über sie

und sprach einen Tadel gegen sie aus:

„Machet euch fort und verschwindet vor mir,

ihr Bösen, Abgeschnittenen, Vergehenden.

Das Licht wird nicht zur Finsternis gezählt,

nicht wird den Sündern Festigkeit gewährt.

Würde den Sündern Festigkeit gewährt,

 

 

so hätte die Verfolgung kein ...... 2).

Nicht hätte die Verfolgung ein ...... 3

nicht wäre sie hier verlassen worden.“

en... ®) nicht und nahmen [54] von ihm nichts an,

 

 

um es in verschiedenen Teilen auszuteilen.

 

 

Der Mänä in Sicherung seine Augen

 

richtete und erhob nach seinem Orte hin.

Da kam mein Helfer, er gelangte zu mir,

 

er erreichte mich‘) und bildete mir einen Beschützer.

Er tadelte die Engel —-

 

 

wenn du nur nicht zu mir mit vergehenden Worten gelangest.

 

 

Gar wohl wußte das große (Leben),

gar wohl wußte das Gewaltige,

gar wohl wußte das Große,

daß der Manä vieles trefflich erduldete,

daß vieles der Mänä erduldete,

daher gelangte und kam zu ihm sein Beschützer.

Sein Helfer erlöste ihn,

er umarmte ihn’) und hob ihn empor‘).

 

 

 

 

 

1) Lies NN. 2) Siehe Joh. II, p. 67n.

2) ale!\p) ist wohl nicht in Ordnung: „verachten“ paßt nicht.

%, Unsicher, siehe Joh. II. p. 148%. 5) Leid. hat FIIRIRIN?N TIER}:

 

 

$) Lies IIDN.

 

 

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25

 

 

30

 

 

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I76 Linker Teil. 54, 7—23

 

 

Er hielt fest und harrte lange aus,

wie jener‘) hier ausgeharrt hatte:

„Komm, komm, Mäna,

wir wollen dich in das Haus des großen (Lebens) bringen.

In des Großen Haus wollen wir dich bringen;

auf, erzähle dem Gewaltigen.

Auf, erzähle dem Großen,

was die Sieben dir angetan:

daß sıe dich bei sich abschneiden wollten,

um sich über dich zu stellen.“

 

 

Ja, der Mänä brach mit seinem Uthra auf

 

und begab sich vor das gewaltige (Leben).

Er trat vor das Gewaltige

 

und erzählte ihm, was die Sieben ihm angetan:

„Weißt du nicht, Großes,

 

weißt du nicht, Gewaltiges,

weißt du nicht, Großes,

 

daß ich Tadel gegen die Sieben richtete?

Trotz ihrer Kraft tadelte ich sie,

 

und die Sieben sanken unter mich hinunter.

Unter mich hinunter sanken die Sieben,

 

und ich stand über ihnen.

Über ihnen stand ich,

 

da gelangte und kam zu mir mein Helfer.

[Mein Helfer] kam zu mir und erreichte mich,

 

es kam zu mir und erreichte mich mein Geleiter.

Es langte an und erschien mir mein Geleiter,

 

mein Beschützer, Helfer und Geleiter.

Er umarmte mich, und ich kam zu dir,

 

erzählte dir, was die Sieben mir angetan.“

 

 

Darauf segnet mich das Große

und bewahrt mich das Gewaltige:

„Wie hast du ausgehalten und ausgehanrt,

bis der Auftrag an dich sich erfüllte!

Bis dein Scheiden eintrat

und du aus den Händen der Zöllner befreit wurdest.“

Das Große sah ihn an und liebte ihn,

die Uthras des Lichtes ehrten ihn. —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

‘) Der Erlöser (Hibil)?

 

 

 

 

 

54, 24—55. 17 Zweites Buch. Vierzehntes Stück.

 

 

Vierzehntes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

ein Manä bin ich des gewaltigen Lebens,

[55] ein Mana bin ich des großen Lebens.

Sie trieben ihn fort aus dem Hause seiner Brüder ')

und sandten ihn in diese Welt.

In diese Welt sandten sie ihn,

zu kommen und in der öden Einöde zu wohnen,

zu kommen und die Einöde zu bewachen;

die Planeten spähten aus und erblickten ıhn.

Es spähten aus und erblickten ihn die Planeten,

die verkehrt und verdreht sind.

Offen ist ihr Mund;

er gleicht dem Süf-Meere.

Ihre Lippen gleichen dem verzehrenden (Feuer?) °).

Ihr Geruch ist häßlich und widerlich.

Wie böse und verworfen sind sie!

 

 

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Ich erblickte sie, da geriet ich in Angst, und Furcht kam über

 

 

Ich geriet in Angst, und Furcht kam über mich,

weil mein Helfer nicht bei mir ist.

 

Nicht ist mein Helfer bei mir, nicht ist er da;

wenn ich nur nicht abgeschnitten werde!

 

 

Doch das große (Leben) wußte,

daß Angst über den Mänä gekommen war.

Da kam der Ruf des großen Helfers,

der dem Mänä in der Welt zurief.

Er sprach zu ihm:

„Was schautest du, Adam, daß du in Furcht gerietest,

warum kam Angst und Bangen über dich?

Wenn du die häßlichen Engel geschaut hast,

so will ich dir ihre Niederwerfung gewähren.

Wegen der häßlichen Dews, die dich ängstigten,

will ich dir sagen’), womit sie gefesselt werden.

Über ihren Mund, der dem (Meere) Süf gleicht,

wird ihre eigene Finsternis kommen.

Über ihre Lippen, die dem verzehrenden (Feuer?) gleichen,

wird große Bindung kommen.“

 

 

Die Stimme des sanften Manä ist es,

der seinem Helfer zuruft.

Er spricht zu ihm:

 

 

1) Leid. hat NN.

 

 

2) Oder „einer Keule‘? Siehe Hohe Il, p. 166°. ®) Lies TRÖNIINEN.

 

 

mich.

 

 

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Linker Teil. 55. 17—56, 12

 

 

„Mem Vater! Wenn rechte Ordnung obwaltete,

warum ist Ptahil aus seiner Stätte hervorgegangen?

Warum ist Ptahil aus seiner Stätte hervorgegangen,

warum säte er bösen Samen aus

und schuf nichtswürdige Zungen ?*

 

 

Da kam die Stimme des großen Helfers,

 

der dem Mänä in der Welt zurief:

„Sei ruhig und schweige, Adam,

 

und die Ruhe der Guten umfange dich.

Siehe zu, wenn es dir weh und bange ist,

 

siehe zu, daß du nicht Ptahil fluchest ').

Fluche nicht Ptahil-Uthra,

 

dem Uthra, der sich aus unserer Mitte ausgesondert hat,

dem Uthra, der sich ausgesondert hat aus unserer Mitte

 

und dann die nichtswürdigen Zungen geschaffen hat.

Er ıst Abathurs Sohn,

 

dessen Eltern [56] ihn nicht zur Finsternis verdammen.

Wenn diese Welt vergeht

 

und das Firmament der Engel zusammengerollt wird,

wenn zusammengerollt wird der Engel Firmament

 

und Sonne und Mond vergehen,

wenn vergehen Sonne und Mond

 

und [Glanz und] Helligkeit von ihnen genommen werden.

wenn von ihnen genommen werden Glanz und Helligkeit,

 

die Hüter darauf achtgeben

 

und den Sternen insgesamt kein Schimmer mehr ist,

 

wenn diese Werke vergehen,

 

wird Ptahils Gewand zurechtgelegt werden.

Dem Ptahil wird sein Gewand zurechtgelegt werden,

 

und man wird ihn hier im Jordan taufen.

Hier im Jordan wird man ihn taufen,

 

und er wird alle Verfolgung vergessen, die er erduldet hat.

Dann wird Ptahil und du, Mäna,

 

in einer Skina lohen,

dann wird er dein König,

 

o Mana, genannt werden.“

 

 

Also sprach der Helfer,

und der Mana verließ sich auf ihn.

\Wenn er Verfolgung und Bosheit erdulden mußte.

fluchte er doch Ptahil nicht,

sondern er verzieh ihm seine Sünden und Vergehen.

 

 

!} Siehe auch p. 367 unt.: 311f.,

 

 

b6, 12—57, 2 Zweites Buch. Fünfzehntes Stück. 479

 

 

Er sprach:

„Blick auf mich, Helfer, blick auf mich,

 

erreiche mich, komme zu mir und erlöse mich,

zeige mir meinen Weg,

 

den alle meine Brüder gehen.“

 

 

Als der Helfer seinen Ruf hörte,

 

erhörte er ihn') aus den Früchten des Glanzes.

Er faßte ihn bei der Fläche der Rechten

 

und führte ihn an den Wachthäusern vorbei.

An den Wachthäusern vorbei führte er ihn

 

und ließ ihn die Wage passieren.

Die Wage ließ er ihn passieren

 

und brachte ihn in die Nähe der Söhne des Heils.

In die Nähe der Söhne des Heils brachte er ihn’)

 

und führte ihn über die Wasserbäche.

Er führte ihn über die Wasserbäche,

 

und er stieg zusammen mit ihm zum Hause des Lebens empor.

Als das Leben ihn erblickte, gewann es ihn lieb,

 

hüllte ihn ein und setzte ihn auf seinen Thron. —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

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Fünfzehntes Stück.

 

 

Ein Mäna bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

„Auf, geh zum Hause der Sieben!

Auf, zum Hause der Sieben geh,

der nichtigen Rebellen der Finsternis.

Die nichtigen Rebellen der Finsternis’) sind finster,

und kein Licht ist unter ihnen.“

 

 

Wenn ihr mich nach dem Hause [57] der Sieben sendet,

unterrichtet mich über die Werke, die sie üben.

Sie üben [nichtige] Werke,

und der Ausfluß des Lebens ist nicht bei ihnen.

 

 

%) Vielleicht ist NN zu lesen: kam er.

*) Leid. hat OXDW 82 DO Fnnp TIIRp NaNdWw RD DR.

3) Leid. hat NIYWTT RTIRD NORD NIEND RONITT RITIND.

 

 

Io

 

 

20

 

 

30

 

 

35

 

 

A480 Linker Teil. 57,2—18

 

 

Sind sie etwa schön,

 

und ist der Ausfluß des Lebens bei ihnen?

Sind sie etwa schön,

 

dann will ich euch unter sie senden.“ —

„Dazu senden wir dich hin,

 

damit deine Werke schön werden.

Geh, falle in den Rumpf,

 

und sie werden ohne Vernunft sein.“

 

 

Der Mänä änderte nichts an dem,

 

was die Großen‘) ihm gesaget.

Er schied aus ihrer Mitte,

 

ging hin und kam zum Hause der Planeten.

Er ging hin, kam zum Hause der Planeten

 

und sah, daß ihre Werke zu nichts taugen.

Zu nichts taugen ihre Werke,

 

und der Ausfluß des Lebens ist nicht bei ihnen.

Er kam und fiel in den Rumpf

 

und leuchtete mehr als alle.

Sie öffneten ihren Mund,

 

doch blieben sie alle auf ihrem Wege sitzen.

Sie alle [blieben sitzen] auf ihrem Wege,

 

und die Verfluchten wissen nicht, was sie ihm sagen sollen.

Da öffnete der Mana seinen Mund

 

und sprach zu den dumpfen Verfluchten:

„O ihr dumpfen Verfluchten,

 

habt ihr einen Mäna gleich mir?

Habt ihr einen Mana,

 

habt ihr eine Gestalt gleich meiner Gestalt?

Seid ihr gut,

 

ist eure Gestalt recht?

War unter euch der Ausfluß des Lebens,

 

war unter euch ein Mänä gleich mir ’)?*

 

 

Die Sieben neigten ihr Haupt

und tuschelten miteinander:

„Lasset uns den Mana packen’),

wir wollen ıhn binden und in unser Netz werfen.

 

 

') Wiederum ist die Bedeutung von XY27% unsicher. Obwohl weiterhin vom Leben

die Rede ist, scheint mir doch nach der Art, wie im vorhergehenden Absatze die Auftrag-

geber angeredet werden und vom Ausfluß des Lebens gesprochen wird, daß hier die Großen,

die oberen Wesen gemeint sind. Der Ausdruck MNDND2 ID PNDJ ist nicht maßgebend,

siehe Text 18,8; 58,18; 61,19; 64,3: 91,8.

 

®) Lies m5"7. 3) Leid. hat yaypbm.

 

 

57, 18—58, 11 Zweites Buch. Fünfzehntes Stück. 481

 

 

Wir wollen ihn in unser Wurfnetz ') einschließen,

in unser Blei’) und unsere Finsternis legen °).“

 

 

Darauf öffnete der Mana seinen Mund

 

und sprach zu den Planeten:

„Ich werde euch, Planeten, dahin bringen,

 

daß eure Hand nicht auf mich fällt.

In euer Netz werde ich nicht geraten,

 

von eurem Wurfnetz nicht gefangen werden.

Eure Finsternis wird mich nicht verschlingen

 

und euer Blei mich nicht hinlegen.

Ihr alle, so viel ihr seid,

 

werdet in eure Maschen und Netze verwickelt werden.

Ich richtete meinen Sinn nach dem Leben,

 

 

und mein Gemüt stützte sich auf die Kraft und die Erleuchtung,

 

 

die das große (Leben) aus meinem Orte mir beigegeben.

Während [58] eure Gestalt häßlich ist,

ist meine Gestalt wundersam.

Ich war siegreich, da das große (Leben) mich beauftragt hat,

und siegreich sind®) in hohem Maße die emporsteigen.

Ihr seid verächtlich und schandbar,

 

 

woher habet ihr Wurzel und Sieg, daß ihr damit siegreich seiet?

 

 

Ich steige zu meinem Ort empor,

ihr werdet hinabsteigen ohne emporzukommen.“

 

 

Der Mana kleidete sich ın weıß,

stieg empor und setzte sich auf die Höhe.

Auf der Höhe sitzt der Mäna

und ruft den Mann, den Helfer:

„Komm, mein Helfer, hebe mich empor,

sie konnten mich in ihrer Wohnung nicht zurückhalten.

Ich entkam ihrem Netze

und ihrem Blei, in das sie mich legen wollten.

Du sprachest zu mir, und ich hielt stand,

nun komm rasch zu mir und hebe mich empor.“

 

 

Der Helfer beriet sich mıt dem Leben,

 

ihm lichten Glanz zu bringen:

„Gewähre mir Glanz,

 

ich will hingehen und den Mäna darin kleiden.

Den Maänä will ich emporheben,

 

zu dir ihn bringen.

 

 

>) Vgl. Joh. I, p. 148°. ®) Leid. hat TI) IRIIAm. ö) Lies DIN.

Lidzbarski, Ginza. 31

 

 

15

 

 

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20

 

 

25

 

 

35

 

 

482

 

 

Linker Teil. 58, 1159, 4

 

 

Ich will ihn zu dir bringen, und freue dich seiner,

denn er ist ihrem Netze entronnen,

denn ihrem Netze ist er entronnen

und blieb in ihrem Blei nicht liegen.

Der Mana hüpft und freut sich,

er sprang auf und kleidete sich in weiß.

Er sprang auf und kleidete sich in weiß,

er stieg empor und setzte sich auf die Höhe.

Der Maänä sitzt auf der Höhe,

er spricht und ruft mich und spricht zu mir:

„Ich blieb fest und harrte aus,

nun komm rasch zu mir und hebe mich empor.“ —

„Auf, geh hin, bring den Mana her,

bring ihn her, damit er bei uns aufgerichtet werde.

Er weile bei unserer Lobpreisung, er werde unter uns aufgerichtet,

wir wollen uns seiner freuen, und er liebe uns und segne uns

[mit unserer Lobpreisung.* —

Für dich wurde das Leben des Lebens voll'),

und der Manä fand, was er suchte. —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

Sechzehntes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

ein Manä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens,

der im leuchtenden Schatze sitzt.

Im leuchtenden Schatze sitzt er

und spricht mit der Rede der Uthras.

Er spricht [59] mit dem Lobpreis der Gewaltigen,

und sie sprechen zu ihm mit Worten,

deren eines wundersamer ist als das andere.

 

 

Wie der Mänä dasteht und sich aufzuklären sucht,

 

verlangte nach ihm das gewaltige (Leben)°) und hob ihn empor

Es sprach zu ihm:

„Komm, ich will zu dir sprechen, Mana,

 

begib dich zu mir, ich will dich belehren.“ --

 

 

 

 

 

!) So nach D. Leid. hat 07 wsHny, auch hier ohne SI NDR.

®) Von hier an wohl so aufzufassen.

 

 

 

 

 

59, 4—19 Zweites Buch. Sechzehntes Stück.

 

 

„Ich bin vor dir erschienen,

sage, was du wünschest.“

 

 

Darauf sprach es zu ihm:

„Die Welt ist durch Blendwerk geschaffen,

 

auf, steige hinunter und gehe zu Ihr.

Wenn du nicht hinuntersteigest,

 

wer soll ihr ein Beistand sein,

 

wer soll Glanz über sie werfen?

 

Wer soll über sie Glanz werfen

 

und nicht zulassen, daß der Stamm abgeschnitten werde?

Das verzehrende Feuer ward heftig‘)

 

und entfachte das Feuer’).“ —

„Ich will aufbrechen und zur Welt hinabsteigen;

 

was für Werke tragest du mir auf?“

 

 

„Brich auf, steige zur Welt hinab,

 

geh hin und wachse im Körper auf.

Geh hin, wachse auf im Körper,

 

in jenem Gewande, das man dir anbefohlen.

Geh hin und wachse unter den Mysterien auf,

 

und die Mysterien sollen durch dich leuchten.

Durch dich sollen die Mysterien leuchten,

 

soll deinem Stamme Festigkeit zuteil werden.

Dein Stamm soll an seinen Ort emporsteigen,

 

und das Maß der Welt erfülle sich.

Es erfülle sich das Maß der Welt,

 

und zwei Leuchten sollen sie bewachen.

Bewachen sollen sie zwei Leuchten

 

und Glanz in hohem Maße entstehen.

Dureh deinen Glanz werde das Haus behütet,

 

und durch dich werde die Welt aufgerichtet.

Dich sollen lautere Wächter behüten,

 

deine Wurzel winde sich empor und steige in die Höhe.

Empor steige der Sieg,

 

den ich an deinem Orte ausgeteilt habe.“

 

 

!) Sielle oben, p. 206°.

 

 

483

 

 

in

 

 

25

 

 

®) Der Sinn ist unklar. Mit dem Feuer scheint das Gesamtfeuer gemeint zu sein,

schwerlich ist „lebendes‘‘ zu ergänzen. INNNDN sieht nach einem Aphel von NYD aus, das ge-

wöhnlich den Sinn „fliegen“ hat (MD), doch paßt dies nicht. Da wir R 376,9 NINTPNN NND

haben, ist es möglich, daß ein Aphel vom Stamme 18 vorliegt, also etwa „entfachen“, und

so ist vielleicht auch das oben, p. 105° erörterte ÄNON) zu erklären: „wir wollen sie auf-

rühren‘.

 

 

il

 

 

20

 

 

30

 

 

484

 

 

Linker Teil. 59, 19-—60, 12:

 

 

Der Mänä änderte nichts an dem,

was das große (Leben) ihm befohlen.

Er trat in den Körper ein,

in jenes Gewand, das es ihm anbefohlen.

Er wohnte im Rumpfe,

und die Mysterien leuchteten durch ihn.

Er verneigte sich vor dem Großen

und beugte sich vor dem Gewaltigen.

Er verneigte sich vor dem Großen,

das sich dir und mir‘) erkenntlich zeigen wird.

Dir und mir wird es sich erkenntlich zeigen,,

denn [60] zwischen dir und mir war kein Lug. —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

 

 

 

Siebzehntes Stück.

 

 

Ein Mäna bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens,

an dem Untreue’) und Tücke nicht ist.

Nicht ist an mir Untreue und Tücke,

nicht Rede der Vergewaltigung.

Ich winkte und zwinkerte nicht

und weilte nicht als Schuldiger unter den Schuldigen.

Worin habe ich gegen das Leben gesündigt,

gegen das Große, das dort thronet?

Worin habe ich gegen das Verborgene gesündigt,

daß es mich in die Gefangenschaft und Verbannung warf,

in die Gefangenschaft, in die die Äonen mich gebracht,

in den Raub, den die Welten an mir begangen?

Wenn sie mich nur nicht hingesandt hätten, in eurem Gewande zu

im Raube, den die Äonen begangen! [wohnen,

 

 

„Wir haben nicht gesagt, daß du, Mänä,

in die Gefangenschaft der Äonen°) geraten sollest,

daß du geraten sollest‘) in die Gefangenschaft der Äonen’),

nicht daß die Welten dich rauben sollen.

 

 

ı) In der ersten Person spricht wohl wieder der Mänä, die zweite bezieht sich wohl

 

 

auf den „Helfer“. ?) Siehe Joh. II, p. 42%.

 

 

®) Leid. hat MIN 77. #) Leid. hat zweimal NINWN.

 

 

60, 12—61, 4 Zweites Buch. Siebzehntes Stück. 485

 

 

Vielmehr ist es uns lieb,

daß du fest bleibest und ertragest und nicht gefangen werdest.

Höre auf den Ruf, den wir dir zurufen,

zu ihm habe Vertrauen.

Im Vertrauen auf uns‘) 5

wirst du mit uns an deinen Ort emporsteigen.

Du wirst hinter uns°) aufgerichtet werden,

und wir werden dich segnen.“

 

 

„Entsprechend dem, was du, großes (Leben), mir sagtest,

komme täglich eine Stimme zu mir.

Täglich rufe mir eine Stimme zu, 10

die mich wecket, damit ich nicht strauchle.

Wenn du mir zurufest,

fangen mich nicht die bösen Welten.

Die bösen Welten fangen mich nicht,

und ich gerate nicht in den Raub der Äonen.“ 15

 

 

Dem großen (Leben) gefiel,

was ich zu ihm gesprochen.

Täglich Stimme, Kraft und Rede

schuf und sandte es mir.

Es schuf und sandte mir 20

Stimme, Kraft und Rede,

und was das Große mir sandte,

weckte mir das Herz, so daß ich nicht strauchle.

So lange er den Ruf des Lebens hörte,

veränderte er nicht, was das Gewaltige ihm aufgetragen. 25

Ich ertrug so lange, ich harrte so lange aus,

als das Große es wünschte.

Wenn das Große mich wünscht,

wird es mich in seinem Schatze bewahren.

 

 

[61] Es wird zu mir sagen: „Komm, Mana, 30

der du dich belehren ließest und von der Welt her (vieles) er-

Wir werden dich stützen [duldetest.

 

 

und dir Sünde und Schuld erlassen.

Sünde und Schuld werden wir dir erlassen,

 

weil du auf uns hörtest und von der Welt her (vieles) er- 35

Und das Leben ist siegreich. duldetest.* —

 

 

 

 

 

!) Leid. hat 1807 RINYIIDN. °) Lies INIMNI „an unserem Orte‘ ?

 

 

25

 

 

30

 

 

486

 

 

Linker Teil. 61,523

 

 

Achtzehntes Stück.

 

 

Ein Mänä biu ich des großen Lebens,

 

ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

 

Wer brachte mich aus dem Hause des Lebens?

Aus dem Hause des Lebens brachte mich wer,

 

wer sandte mich in die Tibil und ließ mich in ihr wohnen?

Wer ließ mich in der Tibil wohnen,

 

wer mich im Hause meimer Feinde sitzen?

Wer ließ mich im Hause meiner Feinde sitzen,

 

daß meine Schatzmeister‘) nichts von mir wissen?

Meine Schatzmeister wissen nicht von mir,

 

daß man mich in das Haus meiner Feinde gesetzet.

 

 

Der Uthra zog hin und kam,

bis er zum körperlichen Rumpfe gelangte.

Er gelangte zum körperlichen Rumpf,

da sprach er zum verborgenen Adam’):

„O verborgener Adam,

wer hat dich aus dem Hause des Lebens hergebracht?

Wer hat dich hergebracht aus dem Hause des Lebens,

wer hat dich in die Tibil gesandt und dort wohnen lassen?

Wer sandte dich hin und ließ dich in der Tibil wohnen,

wer dich im Hause deiner Feinde sitzen?

Wer ließ dich im Hause deiner Feinde sitzen,

daß deine Schatzmeister nichts von dir wissen?

Nicht wissen deine Schatzmeister von dir,

daß man dich in das Haus deiner Feinde gesetzet.

Wenn das Große von dir wüßte,

wenn das Gewaltige von dir wüßte,

wenn das Große von dir wüßte,

hätte es dich nicht aus seiner Mitte weggeheißen.

Nicht hätte es dich aus seiner Mitte weggeheißen,

dich nicht in dieser Tibil wohnen lassen.

Nicht hätte es dich in dieser Tibil wohnen lassen,

dich nicht in das Haus deiner Feinde gesetzet.“

 

 

Darauf sprach der verborgene Adam

und erwiderte dem Manne, der ihn gefraget:

 

 

 

 

 

') Seine Hüter im Schatzhause, in dem er früher aufbewahrt war, siehe den Schiuß.

*) Der im körperlichen Adam (vgl. p. 242,18) verborgene innere Adam, die Seele. Aus

 

 

NIDND DNIN ist DNINTIN gekürzt, siehe p. 239, 13.

 

 

61, 23—62, 15 Zweites Buch. Neunzehntes Stück.

 

 

„Mein Vater, das Große weiß von mir,

das Gewaltige weiß von mir,

 

 

das Große weiß von mir:

 

 

487

 

 

die Welt, [62] die werden soll, können wir nicht unterdrücken ').“

 

 

Als er dies von ihm hörte,

 

 

freute er sich seiner über die Maßen.

Er, ja er?) hatte ihn hierher gebracht,

nun ward er ihm zum Geleiter ins Jenseits.

Er zog ihm [sein Gewand] aus und bekleidete ihn mit seinem eigenen

er führte ihn hin, hob ihn empor und richtete ihn im Hause des :o

 

 

Er faßte ihn bei der Rechten

und übergab ihn seinen eigenen Schatzmeistern.

 

 

Seine Schatzmeister freuten sich seiner;

sie wurden ihm zum Hüter.

 

Zum Hüter wurden sie ihm,

führten ihn in ihr Schatzhaus ein und verbargen ihn darin. —

 

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Neunzehntes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens.

 

 

Vom Schatze des Lebens ruht etwas auf mır.

 

 

Ich leuchte durch die Rede meines Vaters,

durch die Lobpreisung des Mannes, meines Schöpfers.

Wann auf mir etwas von seinem (des Lebens) Schatze ruhte,

verlangte es nach mir [aus seinem Schatze].

Wann es nach mir aus seinem Schatze verlangte,

sandte es mich nach dieser Welt.

Als ich aus seinem Schatzhause kam,

schaute ich hin und erblickte die Welt.

Ich schaute hin und erblickte die Welt;

sie ist häßlich und ihre Gestalt unförmig.

 

 

Ich schalt und verwarf‘),

 

 

ich verachtete die Männer, die sie geschaffen.

 

 

Ich spreche zu ihnen:

 

 

 

 

 

 

 

 

1) Siehe p. 388,17. Leid. hat T®217, siehe Nöld., p. 216 unt.

 

 

2) Leid. hat wie B I 1.

 

 

3) Leid. hat Fund Frwabe.

 

 

[Gewande’),

 

 

[gewaltigen (Lebens) auf.

 

 

*) Siehe p. 428".

 

 

15

 

 

35

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

488

 

 

Linker Teil. 62, 16—63, 9

 

 

„Wie soll ich die ruhigen Mysterien verlassen

 

und in die aufrührerischen Mysterien eintreten?

Wie soll ich die Lobpreisung meiner Väter verlassen

 

und in die Kümmernisse des nichtigen Gewandes hineinfallen?

Wie soll ich die Wahrheit der Großen verlassen

 

und im hinfälligen Rumpfe wohnen?“

 

 

Wie Adam dasteht und sich aufzuklären sucht,

kam der Mann, sein Helfer.

Der hohe Helfer kam zu ihm,

der ihn in ein Stück reichen Glanzes hineintrug.

Er sprach zu ihm:

„Ziehe dein Gewand an,

damit du in deinem eigenen Glanze feststehest.

Vergiß nicht, was das große (Leben) dir befohlen,

und werde nicht ein Schuldiger bei ihm genannt.

Tritt ein und wohne‘) in diesem Rumpfe,

aus dem der Stamm hervorgehen soll.

[Aus ihm] soll der Stamm [63] hervorgehen

und Bestand erhalten.“

 

 

Darauf öffnete Adam den Mund

und sprach zu seinem Helfer:

„Welche Kraft verleiht ihr mir in Fülle,

daß ich dieses Gewand anziehe?

Mit welcher Stütze stützet ihr mich in der Tibil,

daß ich im hinfälligen Hause wohnen soll?“

Da erwidern sie ihm):

„Deine Kraft ist die Kraft des großen (Lebens),

deine Erleuchtung ist von ihrer Stätte her geschaffen.

Die Männer, die dein Gewand geschaffen,

dienen dir, bis du abscheidest.“

 

 

Darauf kam ich hin und wohnte darin

und wich nicht ab von dem, was meine Helfer mir befohlen.

Ich wusch mir die Hände und betete das Leben an,

ich ging hin und kam in die Welt.

Es machten halt und segneten mich

die Bösen, Ahbgeschnittenen, Vergehenden.

Doch ich schalt und verwarf sie,

ich verachtete sie, jeden einzeln.

 

 

‘) Im Texte steht: „ich werde eintreten und in ihm wohnen.“

”) Der Plural bezieht sich allgemein auf die oberen Wesen.

 

 

63, 9—64, 3 Zweites Buch. Neunzehntes Stück.

 

 

Ich spreche zu ihnen:

„Wer mit dem Segen der Großen gesegnet ist,

bedarf nicht des Segens der Vergänglichen.“

 

 

Als sie dies von mir hörten,

sahen sie sich als unterlegen an.

Als unterlegen sahen sie sich an,

und alle verfielen in Nachdenken.

In böse Gedanken verfielen alle

und schmieden böse Pläne gegen mich, Adam.

Sie sprechen:

„Wohlan, wir wollen ihn bearbeiten, wir wollen ihn hemmen

und ihn uns gleich machen.

Wir wollen ihn gleich uns machen,

denn jetzt steht er abseits von uns.“

 

 

Adam singt Hymnen

 

und sucht sich in seinem Sinne aufzuklären.

Er spricht:

„Was wollet ihr Beschämenswerten mir antun,

 

wo meine Augen zu meinem Orte emporschauen?

Meine Augen schauen zu meinem Orte empor,

 

und ich glänze durch die Lobpreisung meines Schöpfers.

So lange ich unter euch bin,

 

was sprechet ihr über mich bei eueren Plänen?

Bald kommt zu mir der große Uthra'),

 

kommt der Mann, mein Helfer.

Er spricht zu mir:

„Steh auf, steh auf mit mir, Adam,

 

 

489

 

 

daß sie dich nicht mit den vergehenden Mysterien abschneiden.

Nicht sollen dich die Mysterien des lodernden Feuers gefangen nehmen ’),

 

 

das brennt und lohet.

 

Steh auf, ziehe das Gewand des lebenden Feuers an,

das der Herrlichkeit gleicht.

 

Steh auf, steige zu deinem Schatzhaus empor,

 

 

[64] komme nicht an ihren Anstößen und Verschuldungen zu Falle.“

 

 

Adam stand dann auf und stieg zum Hause des Lebens empor,

 

 

er verließ die Mysterien dieser Welt.

Adam sprach zum großen (Leben):

„Ich war außerhalb von dır.

 

 

ı) NUINRD NIMNY, siehe Lit., p. 279 s. WNIN, hier p. 146°, 370,2 und L 94, 24.

2) Lies 7RY2WNRD. Die Lesung ist durch NPNIW Text 64,2 beeinflußt.

 

 

15

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

ur

 

 

20

 

 

490 Linker Teil. 64,319

 

 

[Außerhalb] von dir [war ich]'), dann wurde ich erlöst und stieg empor;

gesegnet sei der Mann, der mich erlöst und emporgehoben hat.

Gesegnet seiest du, großes Leben,

da du mir diesen Helfer gesandt hast.“ —

„Schön bist du emporgestiegen,

und wer nach dir kommt, wird schön emporsteigen.

Das Zeitalter wurde mangelhaft,

und Verfolgung wird reichlich gegen sie?) losgelassen.

Schön bist du, Adam, emporgestiegen,

und wer vermag, wird nach dir emporsteigen.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist Mandä dHaije und seine Helfer.

 

 

Zwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

 

ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens.

 

Ich weilte unter verborgenen Pflegern.

Unter verborgenen Pflegern weilte ich,

 

die wundersam, gesegnet und gefestigt sind.

Wer mit ihrem Segen gesegnet wird,

 

geht nicht zu Grunde,

 

wer ihre Rede hört, kommt nicht zu Falle.

 

Wer sich durch ihren Lobpreis aufklärt,

 

kommt auf den Leitern der Äonen nicht zu Falle’).

Demama. .... spricht zu den Sieben:

 

„leh wohne nicht unter euch.

[Unter euch] wohne ich nicht

 

und strauchle nicht durch eure Anstöße.

Ich gerate nicht in eure Gefangenschaft

 

und nehme von euch nichts an.

Mich machte nichts klug von eurer Klugheit,

 

und euer Blendwerk wird bei mir nicht bewahrt.

 

 

 

 

 

t) Fraglich, ob so zu ergänzen ist.

 

2) Gegen die Gläubigen.

 

®) Ich vermute N52%D2. Es sind wohl Leitern, auf denen die Seele emporsteigen

soll, siehe auch oben, p. 208f. Leid. hat X’93ND7. Vielleicht hat hier die Wendung XOI3RDT

NTINT (siehe p. 457!) eingewirkt. Weiterhin hat Leid. statt NyD, das hier nicht paßt,

das noch schlechter passende NY)Y.

 

 

 

 

 

s

 

 

64, 19—65, 12 Zweites Buch. Einundzwanzigstes Stück.

 

 

Ich lerne nichts von eurer häßlichen Lehre

und übe nichts von euren Werken insgesamt:

denn ich bin nicht von euch.

Ich spitzte meine Lippen über euch

und verachtete alle eure Werke‘).

Ich entspringe euch,

den Fangstricken, die ihr in die Welt geworfen,

allen euren Stricken und euren Reifen

und allen euren Ketten.

Ich begebe mich an meinen Ort

und höre [65] die Rede meiner Pfleger.

Die Rede meiner verborgenen Pfleger höre ich,

die wundersam, gesegnet und gefestigt sind.

Ich glänze durch ihr Gewand

und bin weise durch ihre Weisheit.

Ich lerne, was sie in ihrem Herzen haben,

und tue alles, was sie tun.“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Einundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Manä bin ich des großen Lebens,

der ich durch die Lobpreisung meines Schöpiers glänze.

Wenn sie mich in die Gefangenschaft brachten,

mich in diese Welt sandten und brachten,

da sandten sie mich in die Welt der Verbrecher,

die alle abgeschnitten und dem Untergange geweiht sind,

in die Welt, deren Gestalt häßlıch ist

und deren ....... °) nicht leuchtet.

Ihre Diener haben keinen Gang,

alle ihre Geschöpfe haben keinen Glanz.

Sıe sind nicht sanft, nicht ruhig,

und keine Gemeinsamkeit ist unter ihnen.

Finster ist ihre Gestalt’),

und ihr Aussehen ist dunkel.

 

 

 

 

 

 

 

 

1) Man hat wohl Pamndy und nannmayd zu lesen.

®) Der Text hat unpassend 07319 Abllevrer. ®) Lies NINMINS-

 

 

491

 

 

wi

 

 

30

 

 

35

 

 

20

 

 

30

>

 

 

 

 

 

492 Linker Teil. 65, 12—66, 2

Ihre Häuser sind niedergesunken,

und sie sitzen alle in der Einöde.

Sıe wurden schwarz und nahmen Schwärze an,

alle sind häßlich und schwarz’).

Flüsternd stehen sie alle da,

böse Verbrecher, die voll #»+++*+»+ sind).

Was frommt es mir, für euch zu bürgen ’)

und zu euch gezählt zu werden?

Ich soll durch eure Bosheit abgeschnitten werden

und unter euch hinabsinken?

Was frommt es mir, euren Dunst zu sehen,

wo ein jeder, der ihn sieht, zu Falle kommt?

Was frommt es mir, daß ich eure Werke sah,

die keinen reinen Namen tragen?

Ich gehe nach dem Hause des Lebens,

warum soll ich eure Wohnung lieben?

Die Planeten stehen da,

sind mit Fesseln gefesselt und sprechen:

„Als Adam uns entfloh,

zerbrachen unsere Wachthäuser.

Als Adam von uns in die Höhe stieg,

wurde unser Glanz uns rasch genommen.

Rasch wurde unser Glanz uns genommen,

und unserer ‘) wurde als ob er nie dagewesen.“

Er erhob sıch und stieg zum Hause des Lebens empor,

sie wuschen ihn im Jordan und behüteten ihn.

Sie wuschen ihn und behüteten ihn im Jordan,

sie legten ihre Rechte auf ihn.

Sie tauften ihn mit ihrer Taufe

und festigten ihn [66] durch ihre reinen Worte. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

u) TIDR „essen“ paßt nicht; es hat wohl eine Form von DIN „schwarz sein‘ dage-

standen.

 

 

?) Statt 0YW12 ist vielleicht NW)27 „Verbrecher, die voll Böses sind,“ zu lesen.

°) Siehe Nöld., p. 242,4, doch scheint mir die Erklärung nicht ganz sicher.

*) Siehe Joh. IL, p. 66°.

 

 

66, 3—20 Zweites Buch. Zweiundzwanzigstes Stück.

 

 

Zweiundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

 

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens.

 

Ich war im verborgenen Schatzhause.

Im verborgenen Schatzhause war ich

 

unter den teuren Schatzmeistern.

Noch hatte ich den Schatz nicht geschauet.

 

den mein Schöpfer öffnete und den er anstaunte.

Noch hatte ich den Schatz nicht geschauet,

 

noch nicht in meiner Erleuchtung ausgerufen ').

Noch hatte ich den Schatz nicht geschauet,

 

 

da brachten sie mich hin und sandten mich in diese Welt.

 

 

Wie schön ist, was ich geschauet,

wie häßlich, was ihr mir dann zeigtet!

Ich hatte Erleuchtung in Fülle geschaut‘),

da brachten sie mich hin und zeigten mir die Finsternis.

Wann soll ich entfliehen

der Finsternis, die sie mir gezeigt?

Wann soll ich ihr entfliehen,

daß ich hingehe und schaue, was ich jenseits geschauet?

 

 

Also sprach der Mäna,

und seine Stimme stieg zum Hause des Lebens empor.

Zum Hause des Lebens empor stieg seine Stimme,

 

 

493

 

 

wa

 

 

seine Ergebung stieg zum Hause des gewaltigen (Lebens) empor.

 

 

Es sprach zu ihm:

„Ertrage du vieles,

 

dann wirst du bald deinen Schatz schauen.

Bald wirst du deinen Schatz schauen,

 

den dein Vater öffnete und anstaunte.

Richte du deine Gedanken weg von der Tibil,

 

 

und wir werden von hier unsere Gedanken auf dich richten.

 

 

Bete du von der Tibil her,

 

 

und wir werden für dich beten (ein Gebet) reich und groß®). 35

 

 

Du Mänä, der du das Leben geschauet,

siehe zu, daß du nicht den Tod liebest.

Siehe zu, daß du nicht den Tod liebest

und verkehrte Rede bezeugest.

 

 

ı) Einen Ruf der Überraschung. ®2) Man beachte den Widerspruch.

3) Siehe p. 389 unten.

 

 

494 Linker Teil. 66, 20—67, 13

 

 

liebe nicht Dinge der Lust

und lasse nicht den lichten Glanz im Stich.

Vergiß nicht die Großen,

vergiß nicht was du schauen wolltest und nicht schautest.*

 

 

ä Als der Mänä dies hörte,

spitzte er seine Lippen über die Welten.

ir verachtete Jorabba

und die sieben Gestalten, die bei ihm wohnen.

Er verachtete die Planeten,

10 wie sie in ihren Wagen [67] sitzen.

Er verachtete die Buhlerin '),

von der alle häßlichen Dinge ausgehen.

Er verließ sie voller Verachtung,

er begab sich fort und ging an seinen Ort,

15 während alle seine Wächter verblüfft dasaßen.

Er sprach:

„leh will hingehen und nach dem sehen, was das große (Leben) mir

sehen den Schatz des gewaltigen (Lebens). (aufgetragen,

Ich will hingehen und die Kostbarkeit?) schauen,

20 die mein Vater öffnete und anstaunte.“

 

 

Bald kam der reine Bote,

er nahm mich von hier weg, befreite mich von hier

und hob mich zu seinem Schatzhaus empor.

Er sprach:

25 „Komm, komm, Maänä,

komm, schaue die Kostbarkeit.

Komm, schaue die Kostbarkeit,

die du schauen wolltest und nicht schautest.

Du hast gut ausgehalten, Mänä,

39 du hast dich gut befreit und bist emporgestiegen.“

 

 

Der Manä freut sich der Kostbarkeit

und segnet das gewaltige (Leben).

Er spricht zu ihm:

„Wenn ich emporgestiegen bin), werde ich dir sagen,

was aus deinem lebenden Feuer wird.

Wenn dein ...... im Gerichte der Welten zurückgelassen wird,

wird ein Teil deiner Weinlese ‘) in die Hand der Planeten geraten.“ —

 

 

eF7

 

 

!) Rüha, siehe p. 80%.

 

?) Dies scheint hier der Sinn von XMNY zu sein.

 

®) Eine Frage paßt hier nicht, man erwartet 72 oder ah apäle) Y.

*) Siehe p. 330, 34.

 

 

 

 

 

 

 

 

67, 13—68, 7 Zweites Buch. Dreiundzwanzigstes Stück. 495

 

 

„Du hast gesprochen und verwirklicht, Mäna,

geh, setze dich auf deinen Thron.

Wir wissen wohl,

daß dies vom Zweiten ausgeht.“ —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

Dreiundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mänä bin ich des großen Lebens,

der ich in teurem Glanze leuchte.

Wer hat mich gepflanzt, mich hingesandt

und in die Täuschung dieser Welt gebracht?

Wer hat mich in den Rock, den körperlichen Rock, geworfen,

daß ich aus den Schmerzen und Gebrechen nicht herauskomme ')?

Wer hat mir ihre Täuschung gezeigt,

wer mich in ihr Blendwerk versetzt?

Wer hat mich aus dem Glauben entfernt,

wer mich unter die verkehrten Zungen geworfen?

Wer warf mich unter die verkehrten Zungen,

an denen kein Schatten von Gradheit ist?

Wer warf mich unter die Wüteriche,

die alle voll Wut, [68] Lüge und Täuschung sind?

Wenn ich nur nicht hingehe und dann nicht schaue

meinen Ort, den Ort des Lichtes.

Wenn ich nur nicht sie (die Oberen) vergesse

und nichtige Werke verübe.

Wenn ich nur nicht die Sanftheit vergesse,

die das Leben mir zugerufen und gelehrt hat.

Die verderblichen Geheimnisse drückten auf mich,

und die Geheimnisse des Lichtortes können mich nicht sehen.

 

 

Die Stimme meines lauteren Erlösers ist es,

 

die Stimme des Mannes, meines Helfers,

die Stimme meines lauteren Erlösers,

 

der mit seiner Stimme lehrte und mich vernehmen ließ.

Er lud mir eine reine Last auf,

 

bei dessen Anblick die Welten erbeben.

 

 

1) Wohl NIPYDRIND zu lesen.

 

 

un

 

 

15

 

 

530

 

 

496 Linker Teil. 68, 7—23

 

 

Er spricht:

„ich habe dich versehen, wohl versehen,

wenn du willst, steige hierher empor.

Wenn sie dich erblicken,

5 unterwirf du dich ihnen.

Wenn sie zürnen und erzürnen,

sei du, Mänä, voller Ruhe.

Erhitze dich nicht, zürne nicht und sündige nicht (Mana,)

und nimm keinen Fehler auf dein Gewand.

10 Ducke dich unter deiner reinen Last

und suche Ruhe in der Erleuchtung, die man dir gewähret.

Siehe nach deinem verborgenen Glanze

und entrinne dem fehlerhaften Rocke.

Bekenne die rechten Gläubigen,

15 die alle vor dir aufhören’).

Wenn du so handelst,

wird dein Gewand an seinem Orte aufgerichtet werden.

An seinem Orte wird dein Gewand aufgerichtet werden,

und du wirst bei uns gefestigt werden.“

 

 

20 Als der Mänä dies hörte,

richtete ihm das Leben den Sinn auf.

Es sprach zu ihm:

„Sei gläubig und standhaft,

dann wirst du emporsteigen und die Gewaltigen schauen.* —

25 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Vierundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Manä bin ich des großen Lebens,

30 ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens,

den sie [aus dem Hause des großen (Lebens)] brachten.

Sie brachten mich aus dem Hause des Großen;

ich bin gekommen, um den Stamm zu ...... ih

 

 

 

 

 

!) Man kann sich bei dem Verse nichts Rechtes denken. Vielleicht hat am Ende ein

anderes Verb gestanden.

®) Etwas wie „gründen“ muß dagestanden haben. PNDYI „emporsteigen“ gibt keinen Sinn.

 

 

 

 

 

68, 23—69, 16 Zweites Buch. Vierundzwanzigstes Stück. 497

 

 

den Stamm zu ...... kam ich

und fernzuhalten’) das Fehlerhafte, das da war.

 

 

Als Adam aus dem Hause des Lebens kam,

 

[69] schauten die Planeten hin und erblickten ihn.

Es schauten hin und erblickten ihn die Planeten,

 

die verkehrt und verdreht sind.

Als die Planeten ihn erblickten,

 

wußte Adam nicht, was er ihnen sagen sollte’).

Wie er an seiner Stelle steht, ängstigte er sie,

 

alsdann ging er vorbei (?) und sprach zu ihnen:

„O ihr verdrehten Augen,

 

warum erhebet ihr euch zu den reinen °)?

OÖ du böser Mund,

 

was willst du der rechten Zunge sagen‘)?

OÖ die ihr ein Ende nehmet,

 

was wollet ihr von den wahrhaftigen Lippen lernen?

Ö ihr Mangelhaften, Abgeschnittenen,

 

was wollet ihr von der leuchtenden Gestalt lernen?

Nicht euch zuliebe bin ich hierher gekommen,

 

sondern das Leben hat mich hergesandt.

Nicht euch zuliebe bin ich hierher gekommen,

 

denen vom Leben kein Rat erteilt wurde.

Des Zweiten wegen bin ich gekommen,

 

damit seine Werke nicht zu Grunde gehen.

Seine Werke sollen nicht zu Grunde gehen,

 

weil seine Rechte rein ist.“

 

 

Als sie dies von ihm hörten,

wurden sie ihm zu Pflegern.

Einer schuf Wasser,

ein anderer schuf Wind.

Einer schuf Wind

und fügte eine Krone zusammen für alle°).

Jeder einzelne‘) gewährte ihm Glanz,

und sie zogen ihn mit Speise groß.

Er wiederum erleuchtete sie

ohne Aufhör’).

 

 

 

 

 

0) xD) „füllen“ paßt schlecht; vielleicht XC)DO) zu Y3, siehe Joh. 46, 13ff.

2) Wohl arla Niahhi zu lesen.

3) Lies NDNIONTD; Leid. hat NDNINTND.

 

 

*) Lies YxH'Nn. Der Gegensatz zu NIPNN BINWD sind die NYIOY NWNWD Text 67,23.

 

 

5, Für alle Winde? 6) Leid. hat N 87.

?) Wahrscheinlich fehlt hinter SONDN) etwas.

 

 

Lidzbarski, Ginza. 32

 

 

15

 

 

35

 

 

5

 

 

298 Linker Teil. 69. 17--70 8

 

 

Sie waren ihm Pfleger,

doch von Zeit zu Zeit ließen sie Angst gegen ihn los.

Da betet der Mäna in Erleuchtung,

und die Angst wird gegen ihn nicht losgelassen.

Lobpreisend betete Adam zum großen Leben:

Sende mir diesen Helfer.

Nur kurze Zeit weilte er unter ihnen,

bald entwich er ihren Händen.

[Er entwich] dem Mangel,

er stieg weg von den Anschlägen empor.

Sıe sehen seinen reichen Glanz,

wie helles Licht ihn umgibt’).

Er stieg empor und schaute die reine Vollkommenheit,

die zu ihm herankam.

Er sprach zu ihr:

„Komm, komm, sanfter Helfer,

denn dir zuliebe [70] wohnte ich’) in der Welt.

Deines Glanzes und deiner Rede wegen

wurde keine Angst gegen mich losgelassen.“*

 

 

Sie faßte Adam bei der Rechten,

stieg empor und richtete ihn in ihrer Skina auf,

an der Stätte, an der das große (Leben) wohnet

und ihr Glanz und ihre Gestalt hell sind:

„ Jener Adam, den du mir übergabest,

ist wieder bei dir”) aufgerichtet‘).“

Das Leben segnete ihn mit seinem reinen Munde

und sprach freundlich zu ihm:

„Gesegnet seiest du und dein Schöpfer, der dich geschaffen hat,

diesen, Manä°), brachte ich zu dir®).“ —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

Fünfundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mänä bin ich des großen Lebens’),

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

 

 

 

 

 

') Lies FIIRIRINM. ®) Lies MIRT RD DMOIEN.

 

®»*) Diese Worte nach Leid.: INDNINY (lies RSMONIYT) FOYnannıyT ONIN ın

TDIRNND.

 

*) Die Worte sind von der Adam geleitenden „Vollkommenheit“ gesprochen.

 

®) Hier ist der Mänä als Seele von Adam getrennt.

 

-6) Leid. hat -NIMDN. ?) Siehe auch den Anfang des vierten Stückes.

 

 

70, 9-71, 2 Zweites Buch. Fünfundzwanzigstes Stück. 499

 

 

ein Mana bin ich des großen Lebens.

 

Wer brachte mich von meinem Orte weg?

Von meinem Orte brachte wer mich weg,

 

wer ließ mich im Hause der Planeten wohnen?

Im Hause der Planeten ließ wer mich wohnen,

 

daß die Bösen auf mich zürnen?

Die Bösen zürnen auf mich,

 

und täglich sinnen sie auf Böses gegen mich.

Sie sinnen in Bosheit gegen mich und sprechen:

 

„Wir wollen ihn abschneiden und bei uns lassen.

Wir wollen ıhn abschneiden und bei uns lassen

 

und von seinem Herkunftsorte absperren.

Absperren wollen wir ihn von seinem Herkunftsorte,

 

und er soll unser Anteil genannt werden.“

 

 

Adam sinnt nach und spricht:

 

„Vielleicht verdammen sie mich.

Vielleicht verdammen sie mich hier

 

und schneiden mich vom Herkunftsorte meines Vaters ab.“

Wie Adam dasteht und nachdenkt,

 

kommt sein Helfer zu ihm heran.

Heran zu ihm kommt sein Helfer,

 

der Uthra, der ihn hierher gebracht hat.

Er spricht zu ihm:

„Nach dem Hause, in dem du wohnest,

 

warum fragest du?

Du weißt nicht, Adam,

 

daß es so geschieht, wie du sagtest ')?

Wir im Verborgenen, wir wissen,

 

daß du bald daraus scheidest

 

und zu uns emporsteigest.

 

Du steigest zu uns empor

 

und wohnest in unserer Skina.“

 

 

Als Adam dies hörte,

fragte er nicht mehr nach den Vergänglichen.

Er fragte nicht mehr nach denen, die das hinfällige Haus gebauet;

er harrte aus und wohnte darin.

Doch bald [71] flog er empor und gelangte an seinen Ort,

die Stätte, aus der er geschaffen worden war,

die Stätte, aus der er geschaffen

und in der seine Gestalt aufgeleuchtet war.

 

 

!) Siehe oben, p. 456, 25f.

ke

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

40

 

 

25

 

 

30

 

 

500

 

 

Linker Teil. 71, 3—20

 

 

Adam freut sich in seinem Sınne,

klärt sich in seinem Sinne auf:

„Wie wundersam ist, was mein Vater mir gesaget,

wie wundersam, was das große (Leben) mich gelehret.

Gehet, gehet, ihr Planeten,

seid ein Anteil eurer eigenen Häuser.

Gehet, seid ein Anteil eurer Häuser,

und eure Häuser seien euer Anteil.

Ich steige mit der Wurzel meines Vaters empor,

während das Haus euch gelassen wird.* —

 

 

Gepriesen sei das Leben, siegreich ist das Leben, das die Freunde

 

 

seines Namens nicht verdammt.

 

 

Sechsundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

ein Mänä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

Hier unter den Äonen weilte ich.

Hier weilte ich unter den Äonen,

und Hibil war mir ein Pfleger.

Ein Pfleger war mir Hibil,

und er war mein lauterer Helfer.

Der Sohn des reichen Glanzes,

und seine Kraft‘) war mir eine Stütze.

Er war mir eine Stütze, er festigte mich,

und er erlöste mich von der Welt.

Er erlöste mich aus der Hand

und den Werken der Sieben.

Allzeit zeigte er mir den Weg

und schuf mir einen Pfad zum Lichtort.

Er hob mich mit sich empor

und ließ mich nicht in der nichtigen Wohnung zurück.

Er bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes |

und holte mich mit Gepränge aus der Welt. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

!) Leid. hat Fin, diese Auffassung wird auch durch Text 72, 12,17 gestützt.

 

 

 

 

 

 

 

 

71, 21— 72.10 Zweites Buch. Siebenundzwanzigstes Stück. 501

 

 

Siebenundzwanzigstes Stück.

 

 

Ein Mana bin ich des großen Lebens,

ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

Wer brachte mich von meinem Orte weg? 5

Von meinem Orte brachte wer mich weg,

wer stürzte mich zwischen die Berge’)?

Wer stürzte mich zwischen die Berge,

und: wer warf mich in den Ort des Todes?

In den Ort des Todes warf wer mich, 10

vom Leben trennte wer mich?

Wer trennte mich vom Leben,

das überreich, ohne Mangel ist?

 

 

[72) Wie der Mana nachsinnt,

kam zu ihm sein Helfer heran. 15

Sein Helfer kam zu ihm heran,

zeigte ihm den Kranz, den man ihm anvertrauet,

zeigte ihm den lauteren Schatz,

der an seiner Stätte?) gegründet und geschaffen war:

„Wenn du dich vom Leben lossagtest, 20

hätte es dir diese Kränze nicht zuerteilt.

Nicht hätte es dir zuerteilt diese Kränze,

noch diesen Schatz dir geschaffen.

Dir, Mänaä, ist es bestimmt,

daß du ausharrest und in der Welt wohnest. 25

Zu nichte werden sollen die Werke,

die dein Vater, der Zweite, geschaffen.

Jedesmal, wo es dir schwer wird,

wird unser Ruf zu dir gelangen.

Er wird zu dir gelangen; 30

ändere nichts an dem, was wir dir sagten.“

 

 

Die drei Uthras stützten den Mäna’),

und er, der Mänaä, fand Ruhe in seiner Erleuchtung.

Er, der Mäna, fand in seiner Erleuchtung Ruhe,

er erhielt fest und gesetzt seinen Sinn. 35

", Mit ihren unebenen, schwierigen Wegen?

2) Wohl NN217 (FNDT) zu lesen. Das angehängte }' ist vielleicht durch das folgende

rn beeinflußt.

s) Drei Uthras als Beschützer und Hüter der Seele oben, p. 92,8f.; 96.237. und sonst,

siehe auch Brandt, Rel., p. 122.

 

 

502

 

 

15

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

Linker Teil. 72,11—73,1

 

 

Seinen Sinn erhielt er fest,

 

er harrte aus und wohnte in der Welt,

 

der Welt, deren Widerwärtigkeit kein Ende nimmt.

 

Sie faßten den Mäna mit all ihrer Kraft

 

und hielten ihn mit beiden Händen fest.

Sie holten ihn aus dem Körper

 

und richteten ihn an seinem Orte auf.

Sie öffneten ihm das Tor des Lichtes

 

und zeigten ihm die Wege der Sicherheit.

Er geht dahin, während seine Kraft immer wächst),

 

und preist die Männer, die ihn unterwiesen haben.

Er preist den Turban, den sie ihm gezeiget,

 

die Gewänder des Glanzes, die sie ihm angelegt.

Er preist seinen Helfer,

 

durch dessen Kraft er in der Welt hat wohnen können. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

 

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Achtundzwanzigstes Stück.

 

 

Eın Manä bin ich des großen Lebens,

ein Manä bin ich des gewaltigen Lebens,

ein Mana bin ich des großen Lebens.

Wer brachte mich von meinem Orte weg?

Von meinem Orte brachte wer mich weg,

im Hause der Planeten ließ wer mich wohnen?

Wer ließ mich im Hause der Planeten wohnen,

wer hat mich in die Mangelhaftigkeit geworfen?

Wer warf mich an den Ort, der voller Schändlichkeiten ist,

wo alle voller Täuschung und Trug sind?

Wer schloß mich in ihre Mysterien ein,

wer fesselte mich mit ihren Ketten?

Wer legte mich in ihren großen Fußblock,

wer [73] zeigte sie mir’)?

Wer warf mich in ihr Gemäuer,

wer schloß ihr Tor vor mir?

 

 

 

 

 

1) Lies FORT RIND) NNDND?

2) no ist kaum ursprünglich. Sollte vielleicht das assyrische medilu „Riegel“ darin

 

 

stecken ?

 

 

73, 2—19 Zweites Buch. Achtundzwanzigstes Stück. 503

 

 

Wer tat mich mit ihren Zöllnern zusammen

und führte mich an ihren Wachthäusern vorbei?

Als ich sie erblickte, erschrak ich,

und Angst überkam mich.

Ich erschrak, mich überkam Angst,

und ich sagte mir, daß ich vergesse, was das gewaltige (Leben)

[mir befohlen.

Wie der Mänä dasteht und nachsinnt,

kam sein Helfer zu ihm heran:

„ieh bin zu dir gekommen,

damit du unter den Werken deiner Hände wohnest.

Wenn du unter ihnen weilest,

sieh dich vor, deine Seele zu verderben.

Sieh dich vor, ihre (der Bösen) Sünden zu begehen,

daß du mit zu ihrem Ende gezählt werdest.

Wenn du dich abseits von ihnen hältst,

werden sie dir nichts anhaben können.

Sie werden dich mit ihren Verschlüssen nicht festhalten,

werden dir nicht auf dem Wege vorangehen.

Ich werde dich rasch von ihnen erlösen

und von den nichtigen Wachthäuslern,

sowie von den finsteren Mauern,

die ein Anteil der Vergänglichen sind.

we ..:; das Leben deine Werke;

in wahrhafter Liebe werde ich dich emporheben.

Ich werde dir Sam, den verborgenen '), offenbaren,

sowie seinen guten Namen, in dem du weiltest.

Ich werde dir die drei reinen (Dinge) zeigen,

die wundersam und außerweltlich sind.

Dein Herz, das dich schmerzt, wird Ruhe finden,

und du wirst die Verfolgung der Welt vergessen.“

 

 

Der Mänä segnet

und preist seinen großen Helfer:

„Wenn du mir diese Dinge zeigest,

warum soll ich mit den Vergänglichen wohnen?“

 

 

Sein Maß wurde voll, und seine Zeit kam,

da stieg der Mana an seinen Ort empor.

Der Mana stieg an seinen Ort empor,

und die sanften Uthras gingen ihm entgegen.

 

 

 

 

 

») N'DND DND findet sich nur an dieser Stelle, doch steht das Beiwort den häufigen

Bezeichnungen %D DND und NY’OD NIND DND nahe.

 

 

5

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

504 Linker Teil. 73, 19—74, 2

 

 

Die Uthras gingen ihm entgegen,

sie brachten ihm Glanz, Licht und Leuchten.

Sie bekleideten ihn mit Glanz

von dem, womit sie sich an ihrer Stätte kleiden.

5 Sie bedeckten ihn mit einem Turban von Licht,

von der Art, wie sie an ihrem Orte bedeckt sind,

[und öffneten ihm] die Pforte mit ihrer Lobpreisung.

„Ja, so’) liebten und ehrten wir dich,

weil du dich befreitest und von der Welt emporgestiegen bist!

> Du hast dich befreit, bist von ihnen emporgestiegen

und wurdest unter uns [74] in Herrlichkeit aufgerichtet.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

') DNDN heißt in der Regel „wie“, dies paßt aber hier schlecht. Es hat wohl hier

den Sinn „so“ wie oben, p. 62,1. MNIDN 87 könnte für MNIINT stehen, das B hat, siehe

auch R 239, ]. ult. mit Varr.

 

 

N E-,

eo) & =}

 

 

FH

 

 

 

 

 

 

 

 

Drittes Buch.

 

 

Das Buch enthält eine bunte Sammlung von Gedichten, die sich alle mit dem Schicksal

 

 

der Seele befassen. Einige finden sich auch im Qolastä. Die Seele wird vorwiegend NOW)

statt NDOW) genannt, siehe Lit., p. 121. Auf die längeren Gedichte folgen in der Regel

kurze, die man sich als Responsionen der Gemeinde zu denken hat. Die liturgische Ver- 5;

wendung der Sammlung bei einem Todesfalle ergibt sich aus der Randglosse am Anfange

des Buches in A: „Wenn man das Buch lesen will nach dem (Tode eines) Abgeschiedenen,

mag der Abgeschiedene ein Mann oder ein Weib oder ein Priester sein, so verrichte er (der

Priester) erst ein Gebet für sich und die ganze Generation!).“ Vor Stück 14 steht in C am

Rande: „Wenn du anlangst bei „Als die Finsternis Pläne schmiedete“, dann legt man den 10

Abgeschiedenen ins Grab, wenn er ein Priester oder Ganzibrä (siehe p. 150°) ist.“

 

 

Im Namen des großen Lebens werde die Gemeinschaft und die Selig-

keit des Lebens, sowie ein Sündenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin

NN und meinen Kindern NN, sowie den Seelen unserer Väter, unserer

Meister, unserer Brüder und unserer Schwestern, die aus ihrem Körper ge- 1;

schieden sind und die noch in ihrem Körper weilen.

 

OÖ sanfter Mänä,

 

o geordneter, wohlgeordneter Mänä,

o sanfter Mänä,

 

mögen mit dir Helfer kommen, 20

bis daß die Wage wäget

 

Werke und Lohn.

 

 

Erstes Stück.

 

 

Im Namen des großen Lebens

 

sei verherrlicht das hehre Licht. — 25

Nachdem das Firmament ausgespannt,

 

nachdem die Erde gedichtet,

 

 

 

 

 

ı) Für „Gebet‘‘ steht N’OMNN, das auch „Gebete“ bedeuten kann. Vielleicht ist nur

das kurze Gebet; gemeint, das an der Spitze des Buches steht.

 

 

1o

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

40

 

 

506

 

 

Linker Teil. «4. 15—75, 12

 

 

nachdem die Sonne gekommen,

nachdem der Mond sich offenbaret,

nachdem die Sieben gekommen

und diese Zwölf hierher gegangen waren,

formten sie den Körper Adams,

doch legten sie keine Seele in ihn.

Wegen des Körpers Adams

kam die Seele aus dem Hause des großen Lebens.

Aus dem Hause des großen Lebens kam die Seele,

und die drei Uthras kamen mit ihr.

Mit ihr kamen die drei Uthras

und stellten sie außerhalb des Körpers hin.

Außerhalb des Körpers stellten sie sie hin;

sie wollen sie in den Körper einführen, doch sie tritt nicht ein.

Sıe wollen sie in den Körper einführen, doch sie tritt nicht ein,

sie weint, jammert und ergießt sich (in Tränen):

„Zu euch spreche ich, ihr Uthras, meine Brüder,

lasset mich nur eine Stunde am Tage warten.

Nur eine Stunde am Tage [75] lasset mich warten,

damit ich meine Stimme zum Lichtort emporsteigen lasse.

Ich will zu den Uthras, meinen Brüdern, sprechen:

‚Was habe ich unter euch gesündigt?

Was habe ich gesündigt unter euch,

daß ıhr mich betörtet und aus eurer Mitte wegbrachtet?

Ihr habt mich aus meinem Heime weg in die Gefangenschaft gebracht,

mich betört und aus meinem Vaterhause weggeholt.‘

Ich will zu Manda dHaije sprechen:

‚Sende rasch einen Guten zu mir.

Rasch sende einen Guten zu mir,

daß er mich aus der Welt erlöse.

Er zerstöre den Bau

und übergebe den Körper seinem Herrn.

Er hebe mich zum Orte des Lebens empor,

wo meine Wurzel vorher stand,

damit die Bösen mich nicht blind,

die Sünder mich nicht taub machen.

Damit die Bösen mich nicht blind machen

und nicht wissen, woher ich gekommen bin.

Damit sie mich nicht durch ihre Ekurs taub machen

und ich nicht höre, was sie von mir sagen.

Jetzt bedrücken mich die Völker, Grenzen und Zungen

und werfen mich in das Meer der Galle.

 

 

75, 12—76,5 Drittes Buch. Erstes Stück.

 

 

Jetzt bedrückt mich das Götzentum,

und ich liefere mich jeglicher Stadt aus’).

Jetzt knüpfen die Bösen Bilüre zusammen,

und verwünschte Schalmeien sprechen durch meinen Mund.

Sie lehren mich die Stimme des Abfalls,

und ich vergesse meinen Herrn aus meinem Sinne.

Sie werfen mich in einen tiefen Brunnen,

in den die Bösen fallen, ohne emporzukommen.

Die Drachen verschlingen mich,

 

 

507

 

 

und sie nehmen mich in den Wohnsitzen der Schwelgerei in

[Musik gefangen.“

 

 

Ein jeder spricht zu ihr:

„Des Lebens schuldlose Seele!“

Ein jeder spricht zu ihr:

„Botin aller Leuchten!“

Ein jeder spricht zu ihr,

zu des Lebens schuldloser Seele:

„O Seele, steh auf, geh hin,

tritt in den Körper ein

und laß dich im Palaste gefangen halten.

Der grimme Löwe wird durch dich gefangen genommen werden,

der grimme, grimmige Löwe’).

Der Drache wird durch dich gefangen genommen werden,

der Böse wird an seinem Orte getötet werden.

Durch dich wird der König der Finsternis gefesselt werden,

dessen Kraft niemand gewachsen ist.“ —

(Ein jeder spricht zu ihr:

„Des Lebens schuldlose [76] Seele!“

Ein jeder spricht zu ihr,

zur Botin aller Leuchten!)

„Guter, wenn du wünschest, daß ich hingehe,

in den Körper eintrete

und im Palaste gefangen sei,

gib mir eine hohe Waffe,

daß ich meine Verfolger von mir abwehre.“

 

 

Ein jeder spricht zu ihr:

„Botin aller Leuchten!*

Ein jeder spricht zu ihr:

„Des Lebens schuldlose Seele!

 

 

1) Ich muß hingehen, wohin man mir beiiehlt?

2) Siehe p. 433 unt.

 

 

10

 

 

20

 

 

25

 

 

35

 

 

vr

 

 

25

 

 

35

 

 

Linker Teil. 76, 5—77,1

 

 

Was für eine hohe \Vaffe wünschest du, Seele,

 

daß wir sie dir aus dem Schatze des Lebens gewähren?

Deine Waffe ist das Näsaräertum,

 

die wahren Worte, die zu dir aus dem Lichtort gekommen sind.“

Ferner sprachen sie zu ihr:

„Dir zuliebe, Seele,

 

wurde dieses Firmament ausgespannt ’),

wurde ausgespannt dieses Firmament

 

und wurden Sterne in ihm gebildet.

Dir zuliebe, Seele,

 

ist dieses Festland entstanden,

ist entstanden dieses Festland,

 

bildete sich die Verdichtung und fiel ins Wasser.

Dir zuliebe, Seele, kam die Sonne,

 

dir zuliebe, Seele, offenbarte sich der Mond,

dir zuliebe kamen die Sieben

 

und gingen diese Zwölf hierher,

wurden die vier Winde geschaffen

 

und der Äther, der auf dich weht,

goß man dir Weisheit ins Herz,

 

daß du deines Herrn gedenkest und ihn preisest.

Jetzt kommt die Zeit und der Termin,

 

kommt der Termin und die Zeit.

Jahre schwinden hin wie Schatten,

 

und Monate fliegen dahin wie das Morgengrauen.

Jahre, Tage, Monate, Zeiten, Stunden und Sosse

 

sinken hin und vergehen, als ob sie nie dagewesen ‘).

Die Weinstöcke der Freude werden ausgerissen,

 

und ihr Gesang geht dahin und verliert- sich.

Das Gold geht verloren,

 

und das Silber wird gesucht und nicht gefunden.

Die Edlen und Herren

 

scheiden in ihrem Herzenskummer von der Welt.

Sıe erwerben und lassen es ihren Kindern zurück,

 

sie gehen dahin und sieden im Feuer.

Die Kinder der Elenden und Verfolgten

 

verlassen in Wehleid die Welt.

Die Tibil vergeht und nimmt ein Ende

 

in den Tiefen des Gestankes der Finsternis.“

 

 

Auf den Namen meines Herrn Manda [77] dHaije hin,

auf seine Kraft hin ging ich und trat in den Körper ein.

 

 

 

 

 

ı) Sichel lit, 9.223! 2) Siehe Joh. II, p. 180.

 

 

 

 

 

‚1-19 Drittes Buch. Zweites Stück. 509

 

 

Ich ging hin und trat in den Körper ein

und ließ mich im Palaste gefangen halten.

Von dem Tage an, da ich in den Körper eintrat,

war ich seine Gemahlin in den Zeitaltern.

Seine Gemahlin in den Zeitaltern war ich, 5

und die Bösen zürnten aus den Tiefen auf mich.

Aus den Tiefen zürnten die Bösen auf mich,

und sie wünschen, daß die Seele des Lebens unter sie gehe.

Als ich sie erblickte,

hielt ich sie abseits von der Welt fest. 10

Als Mandä dHaije mich erblickte,

ließ er mir Kraft schaffen.

Er ließ mich mit Glanz bekleiden

und mit teurem Lichte bedecken.

Er legte mir einen Kranz von Siegen auf, 15

dessen Blätter leuchten.

Er sprach:

„O Seele, nimm dich mit deiner Rede in acht,

daß sie dich nicht im Hause der Zöllner fesseln.” —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 20

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen st.

 

 

Mein Sinn liebte das Leben,

und meine Seele bekannte den Lichtort.

 

 

 

 

 

Zweites Stück ).

 

 

Versehen, wohlversehen bin ich, 25

die Uthras des Lichtes haben mich versehen.

Ich bin versehen, das Leben hat mich versehen,

ich bin wohlversehen, die Uthras des Lichtes haben mich versehen.

Sie versahen mich mit der Reisezehrung der Kustä,

sie rüsteten mich mit all ihrer Weisheit aus. 30

 

 

Weswegen war Ptahil,

weswegen hat er die Welt geschaffen?

Weswegen entstand der Plan

und haben sie mich aus meinem Orte weggebracht?

 

 

 

 

 

1) Steht auch Lit., p. 161.

 

 

25

 

 

35

 

 

40

 

 

510

 

 

Linker Teil. 77,19 — 78, 14

 

 

Sie sandten mich in die Welt der Anstöße,

die ganz voller Knoten und Siegel ist.

Sie ist ganz voll Feuer,

mit Dornen und Disteln besäet.

Sie ist ganz voll Blendwerk,

ganz voll Trug und Lug.

Die Planeten, die in ihr wohnen,

sınnen täglich auf Böses gegen mich.

Sie sinnen [gegen mich] in Bosheit

und sagen: wir wollen seinen Sinn zwiespältig machen.

Von meinem Herzen, das mit Kustä erfüllt ist,

sagen sie: wir wollen es von uns her [78] straucheln lassen.

Von meinen Augen, die zum Licht emporschauen,

sagen sie: sie sollen (unkeusche) Winke geben.

Von meinem Munde, der das Leben preist,

sagen sie: er soll Lüge sprechen.

Von meinen Händen, die Almosen spenden (und Kustä darreichen),

sagen sie: sie sollen morden.

Von meinen Knien, die sich vor dem Leben verneigen,

sagen sie: sie sollen sich vor den Sieben verneigen.

Von meinen Füßen, die die Pfade der Kustä (und des Glaubens) wandeln,

sagen sie: sie sollen barfuß gehen.

 

 

Ich hob meine Augen zur Höhe empor,

mit meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin ').

Als das Leben meinen Ruf hörte,

sandte es mir einen Geleiter entgegen.

Der Geleiter, der mir entgegen kam,

brachte mir ein prächtiges Gewand.

Er enthüllte Glanz und zeigte ihn mir,

und ich legte den stinkenden Körper ab.

Er faßte mich bei der Fläche meiner Rechten

und führte mich über die Wasserbäche.

Über die Wasserbäche führte er mich,

er leitete mich hin und stützte mich auf das Abbild des Lebens*).*

Das Leben stützte das Leben,

das Leben fand das Seinige.

Das Seinige fand das Leben,

und meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie er-

Das Leben ist siegreich, [hoffte. —

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

!) Var. MNDD „meine Seele schaute zum Hause des Lebens hin“.

%) Siehe p. 452*,

 

 

«8, 15— 79. 4 Drittes Buch. Drittes Stück.

 

 

Die Seele spricht zu den Uthras:

 

„Meine Brüder, ihr Uthras, die ihr dort sitzet,

bei eurem Leben, ihr Uthras, meine Brüder,

 

saget mir, woher ') Hibil-Ziwa’s Wohnsitz ist.

Er betörte mich und führte mich in den Körper ein,

 

 

dann ließ er mich zurück und stieg an seinen Ort empor.“

 

 

Drittes Stück .

 

 

Heil dir, Heil dır, Seele,

 

 

daß du die Welt verlassen hast.

Du hast die Verwesung verlassen

 

und den stinkenden Körper, in dem du weiltest,

die Wohnung, die Wohnung der Bösen,

 

den Ort, der lauter Sünder ist,

 

 

die Welt der Finsternis,

 

 

des Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht,

die Wohnung, in der die Planeten hausen,

die Schmerzen und Gebrechen bringen.

Schmerzen bringen sie und Gebrechen,

\ und täglich erregen sie Unruhe.

 

 

Steh auf, steh auf, Seele,

 

 

steig zu deiner Urheimat empor.

Zu deiner Urheimat steig empor,

*zu dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest,

zu dem Orte, aus dem du wurdest gepflanzt’),

zu deiner guten Wohnung der Uthras.

Rege dich, ziehe dein Gewand des Glanzes an

und lege [79] deinen prangenden Kranz auf.

Setze dich auf deinen Thron des Glanzes,

den das Leben am Lichtort aufgerichtet hat.

Steig empor‘), wohne in den Skinäs

zwischen den Uthras, deinen Brüdern.

 

 

Wie du gewohnt bist, segne

deine Urheimat

und verwünsche diesen Ort

 

 

des Hauses deiner Pfleger.

 

 

!) Man erwartet eher „wo.

®*) Dies nur nach dem Qolastä.

 

 

®) Steht auch Lit., p. 159.

* Dies nach dem Golastä.

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

Io

 

 

30

 

 

35

 

 

ou

 

 

I}

 

 

Linker Teil. 719. 4—22

 

 

Denn die Jahre, dıe du in diesem weiltest,

waren die Sieben deine Gegner.

Deine Gegner waren die Sieben,

und die Zwölf waren deine Verfolger. —

Das leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Sonntag, Kustä und Almosen,

ihr seied Zeugen der Seele,

ihr seied ihr Zeugen

und bringet sie am Hause der Zöllner vorbei.

 

 

Viertes Stück ').

 

 

Geh ın Frieden, Auserwählte, Reine,

Sündenlose ohne Fehl.

Du hast deinen’ Platz aus der Tibil heraus erwählt,

und dein Los ist aus den Zeitaltern herausgesprungen ).

Herausgesprungen aus den Zeitaltern ist dein Los,

über aller Welt stehest du.

Du sagtest, Auserwählte, Reine:

ich bin eine Seherin, Unterscheiderin.

Eine Seherin bin ich, eine Unterscheiderin,

und die Welten versammeln sich zum Gericht.

Zum Gericht versammeln sich die Welten,

und ihnen wird Recht gesprochen.

Recht wird ihnen gesprochen,

die nicht die Werke eines wahrhaften Mannes geübt haben.

Du allein, Auserwählte, Reine,

du hellglänzender Mana,

du wirst nicht zum Gerichtshofe gehen,

dir wird nicht Recht gesprochen werden.

Nicht wird dir Recht gesprochen werden,

da du die Werke eines wahrhaften Mannes geübt hast.

Was sie (hier) ertragen und dulden,

wirst du, Erwählte, vor dir nicht finden.

Entrinne der Gewalt

der Planeten, der Machthaber dieser Welt.

 

 

 

 

 

!) Steht auch Lit., p. 157.

2) Es ist nicht mehr-an die Zeitläufte dieser Welt gebunden, siehe auch Joh. II, p. 1178.

 

 

 

 

 

79, 22—80, 16 Drittes Buch. Fünftes Stück. 513

 

 

Nimm, ziehe dein Gewand des Glanzes an

und setze dir deinen prangenden Kranz auf.

Beuge deinen Körper, verneige dich und strecke dich hin

und preise das gewaltige Leben.

Preise den Ort des Lebens, 5

zu dem deine Väter [80] hinziehen.

Du, Erwählte, kamest nicht von hier,

und nicht von hier ist deine Pflanzung gepflanzet.

Dein Ort ist der Ort des Lebens,

dein Wohnsitz ist der lichte Wohnsitz. 10

Dir ist ein Thron der Ruhe aufgerichtet,

an dem Glut und Wut nicht ist.

Dir ist ein Gürtel bewahrt,

an dem ..... ') und Fehler nicht ist.

Gute, steig zum Hause des Lebens empor, 15

geh zum lichten Wohnsitz.

Zwischen den Lampen des Lichtes

sollen deine Lampen emporgezogen werden und leuchten.

Zu deiner Zeit und deinem Termin steig empor

und schaue den Lichtort. — 20

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Meine Erleuchtung”) und meine Lobpreisung führen mich hinüber.

Der du durch die Wache hindurchführest, führe mich hinüber,

die Lichtwolke, und sie steige empor 25

siegreich zum Orte des Lichtes.

 

 

 

 

 

Fünftes Stück).

 

 

Ruhe und Heil walte

auf dem Wege, den Adam recht gebauet,

Ruhe und Heil walte 30

auf dem Wege, den die Seele gehet.

Gehe, Seele, siegreich

nach dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest,

nach dem Orte der Freude,

an dem das Antlitz pranget. 35

 

 

 

 

 

ı) Das Wort NJDN ist anscheinend entstellt, siehe Lit., p. 158%.

®) Auch Lit., p. 156. 3) Steht mit Abweichungen auch Lit., p. 101.

Lidzbarski, Ginza. 3

 

 

199)

in

 

 

514

 

 

Linker Teil. 30.16—81,9

 

 

Die Seele löste die Kette,

sie sprengte die Bande.

Sie legte den körperlichen Rock ab,

dann wandte sie sich um, sah ihn und erbebte.

Die Stimme der Seele des Lebens ist es,

die aus dem Körper des Kehrichts') [scheidet] ?).

Der Löser, der die Seele löset, weint,

daß sie ihn nicht lassen, daß er sie löse’).

Die Seele fliegt und zieht hin,

bis sie an das Tor des Hauses des Lebens kam.

Als sie an das Tor des Hauses des Lebens kam,

gehen Uthras ihr entgegen und segnen sie‘):

„Komm in Frieden, du Edelgeborene,

die du in der Wohnung der Bösen eine Magd warest.

Komm in Frieden, du Duftspendende,

die du den stinkenden Körper duftend machtest.

Komm in Frieden, du reine Perle,

die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest’).

Komm [81] in Frieden, Erwählte, Reine,

die du das finstere Haus erleuchtetest.“

 

 

Die Seele fliegt und zieht hin,

bis sie an das Tor des Hauses des Lebens kam.

Als sie an das Tor des Hauses des Lebens kam,

kommt ihr der Geleiter entgegen.

Einen prangenden Kranz trägt er in der Hand,

auf beiden Armen ein Gewand:

„Rege dich, Seele, ziehe dein Gewand an

und setze deinen prangenden Kranz auf.

Steig empor, gehe zur Skina,

der Stätte, an der die Uthras sitzen.

Zur Stätte, an der die Uthras sitzen

und deine Brüder in ihren Skinas untergebracht sind.*

Das Leben reichte ihr die Hand, es schloß mit ihr Gemeinschaft,

wie die Auserwählten sie am Lichtort schließen. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

’) Siehe Nöld., p. 54*. Der Sinn ist nicht sicher, siehe oben, p. 843,

 

2) So nach Text 132,18, oder NYDND ist nach 97,9 zu wiederholen, dann „weinet“.

s) Für das erste NW” hat Leid. MW. Der Satz paßt hier schlecht.

 

4) Das dahinter stehende vom bzw. O4) ist zu streichen.

 

5) So besser nach einer Handschrift des Qolastä als MNIYINY „gepflanzt wurdest“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

81, 10— 82,4 Drittes Buch. Sechstes Stück. 515

 

 

Sechstes Stück.

 

 

Ruhe und Heil walte

auf dem Wege, den Adam recht gebauet.

Ruhe und Heil walte

auf dem Wege, den die Seele gehet:

„Gehe, Seele, siegreich

nach der Wohnung, aus der du gepflanzt wurdest,

nach dem Orte der Freude,

an dem das Antlitz pranget.

Das Antlitz pranget an ihm, 10

die Gestalt wird leuchtend und verfinstert sich nicht.“

 

 

im

 

 

Die Seele löste die Kette,

sie sprengte die Bande.

Sie legte den körperlichen Rock ab,

dann wandte sie sich um, sah ihn und erbebte. 15

Die Versorger rufen ihr zu,

die Männer, die die Seele versorgen.

Die Versorger rufen ihr zu,

sie versorgen sie und segnen sie '):

„Komm in Frieden, du Lichtspendende, 20

die du das hinfällige Haus erleuchtetest.

Komm in Frieden, du Duftspendende,

die du den stinkenden Körper duftend machtest.

Komm in Frieden, du Perle,

(die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest’). 25

Komm in Frieden, du Edelgeborene,

die man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.

Komm, rege dich, ziehe dein Gewand an

und setze deinen prangenden Kranz auf.

Binde deinen Gürtel um, 30

in dem es keine Schmerzen und Gebrechen gibt.

Komm, wohne in den Skinas

unter den Uthras, deinen Brüdern, wie sie dasitzen.* --

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. ER

[82] Singet Hymnen

und lasset diese Seele vernehmen,

daß ihr Maß voll

und ihr Gang nach dem Orte des Lebens gerichtet ist.

 

 

1) Vielleicht so; vorm) paßt auch hier nicht, siehe p. 514,12. ®2) Siehe p. 514, 17.

 

 

 

 

 

33*

 

 

Linker Teil.

Siebentes Stück ).

 

 

Am Tage, da die Seele hinauszieht,

am Tage, da die Vollendete emporsteig!,

am Tage, da die Seele hinauszieht

weg von unterhalb der Räder des Todes,

De ei ist Streit geworfen

in die Tibil der Vergänglichkeit.

Rüha sıtzt in Trauer,

die Sieben sitzen in Erstarrung da.

Der Rock der Sterne ist zerfetzt,

Staub ist auf das Haupt der Rüha geworfen.

Die Glöckner weinen,

die Wachthäusler sind erschrocken.

Der Mann, der mich hierher brachte,

brachte mir ein prächtiges Gewand.

Er bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes

und bedeckte mich mit einem Turban des Lichtes.

Er setzte mir einen Kranz aus Äther auf

und was sonst das große (Leben) den Uthras gewährte.

Er hob mich zum Hause des Lebens empor,

zur Wohnung, die ohne Grenze ist.

Er richtete mich unter den Uthras auf,

stellte mich unter den Vollendeten auf. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Du von erprobter Gerechtigkeit,

 

ich komme mit dir und geleite dich,

bis daß die Wage wäget

 

Werke und Lohn.

 

 

Achtes Stück.

 

 

Am Tage, da die Seele hinauszieht,

 

am Tage, da die Vollendete emporsteigt,

am Tage, da die Seele hinauszieht,

 

ist Streit in die Tibil geworfen.

 

 

’) Steht auch Lit., p. 163.

 

 

82,5—22

 

 

 

 

 

82, 23-83, 15 Drittes Buch. Achtes Stück. 517

 

 

In die Tibil ist Streit geworfen,

Aufruhr ist in sie geworfen und Unruhe.

 

 

Es versammelten sich und ..... ”)

die Schatzmeister dieser Welt.

Sie sprechen: 5

 

 

„Wer hat die Perle hinausgebracht,

die das hinfällige Haus erleuchtete?

[83] Im Hause, das sie verlassen hat,

barsten die Wände und stürzten ein.

Seine Wände barsten und stürzten ein, 10

und die Pfosten seines Tores fielen zur Erde.

Seine Fenster wurden geschlossen,

und seine Lampen erloschen und leuchten nicht.

Meine Augen sehen nicht mehr,

was man in den Zeitaltern treibt. 15

Meine Ohren hören nicht mehr,

was man in den Zeitaltern spricht.

Meine Füße schreiten nicht mehr

in den Zeitaltern und ..... nicht °).“

Die Seele spricht und geht dahin, 20

mit ihr auch wer des lichten Wohnsitzes würdig ıst:

„Nackt brachte man mich’) in die Welt,

und leer holte man mich‘) aus ihr.

Leer holte man mich‘) aus ihr,

wie einen Vogel, den nichts begleitet’). 25

Meine Lohnzahlung geht mir voran,

meine Almosenspende folgt mir.

Die Wasserwogen‘) halte ich in meiner Hand

und richte mich im lichten Wohnsitz auf.“

 

 

Als die Sieben die Seele erblickten, 30

stellten sie sie wieder am abgeschnittenen Orte, im Hause der

Sie zerstoßen sie, doch sie wird nicht süß‘), [Zöllner, auf.

 

 

sie drängen sie und suchen sie hinzuwerfen, doch sie fällt nicht.

Sie zerreißen ihr das Gewand am Halse,

doch sie ist mit dem Glanze des Lebens bekleidet. 35

 

 

1) IRUNINY „wurden hingemordet‘‘ paßt nicht. Man erwartet hier am ehesten ANINDDY,

doch liegt es graphisch von SRDNINY zu weit ab.

 

2) „Wiederholen“ paßt für KINN ebensowenig wie für INN R 366,14, siehe oben,

p- 389°.

 

») Wohl BON zu lesen, obwohl auch Text 97,9 Sonn hat.

 

4) Leid. hat NDR. 5) Lies ÜonD.

 

6) Die des Jordans, in dem sie die Taufe empfing.

 

?) Schlecht angebrachtes Zitat aus p. 186, 2, 30.

 

 

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un

 

 

Linker Teil. 83, 13— 84,5

 

 

Sie fragen sie aus,

die Toten, die das Leben nicht geschauet:

„Mit wessen Kraft bist du hinausgegangen,

und wessen Name ist über dich ausgesprochen?“ —

„Ich bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen,

und der Name des Obersten der Glanzwesen ist über mich aus-

Die Wasserwogen halte ich in meiner Hand [gesprochen.

und richte mich im lichten Wohnsitz auf.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

An den Wegen steht die Seele

und spricht zu den Uthras:

 

„Wisset ihr nicht, ihr Uthras, meine Brüder,

daß ich unter euch gewohnt habe?“

 

 

Neuntes Stück.

 

 

Zwischen dem Verborgenen und dem Glanze'),

zwischen dem Geoffenbarten und dem verborgenen Orte

stehen die Kundigen aus dem Vaterhause.

Die Großen, die Weisheitskundigen,

stehen da und fragen die Seele aus,

die die Welt verlassen hat.

Sie sprechen zu ihr:

[84] „Die Guten gehen dahin;

wer soll den Glanz der Guten ertragen?

Den Glanz der Guten soll wer ertragen,

wer ihre Erscheinung dämpfen °)?“

 

 

Darauf erwiderte die Seele und sprach

zu den Großen, den Weisheitskundigen:

 

 

. „Die Großen, die von erprobter Gerechtigkeit sind,

 

 

werden durch die Täuschung dieser Welt nicht zurückgehalten.

Die Armen und die Jünger

werden durch die Täuschung dieser Welt nicht zurückgehalten.

 

 

!) Siehe auch Stück 20.

°) Die Bedeutung von NMNY hier ist unsicher. „Gesellschaft“ paßt schlecht, siehe

 

 

auch p. 529,15

 

 

 

 

 

84, 5—25 Drittes Buch. Neuntes Stück. 519

 

 

Die Kinder der Armen und der Jünger

 

werden durch die Täuschung dieser Welt nicht zurückgehalten.

Doch die Vögte und Häscher

 

werden durch die Täuschung dieser Welt zurückgehalten.

Die Edlen und die Herren

 

verlassen in ihrem Herzenskummer die Welt.

Sie erwerben und lassen es ihren Kindern zurück,

 

sie gehen dahin und sieden im Feuer.“ —

„Seele, wappne dich

 

mit deiner Lohnspende, deinen Werken und deinem Almosen.

Denn der Weg, den du gehen mußt,

 

ist weit und endlos.

Auf ihm sind keine Meilen abgemessen,

 

keine Wegsteine auf ihm nach dem Maß aufgestellt.

Auf ihm sind Wachthäusler zurückgelassen,

 

und Vögte und Zöllner stehen an ihm.“

 

 

„Welchem Dinge glichest du gestern, Seele,

welchem Dinge gleichest du heute?“ —

 

 

„Gestern glich ich einem hohen Bau, den der Baumeister kunstvoll

 

 

heute ist er zusammengefallen und eingestürzt ').“ — [aufgeführt,

„Welchem Dinge glichest du gestern, Seele,

welchem Dinge gleichest du heute?“ —

„Gestern aß und trank ich,

heute sind mir meine Gedanken voll.

Gestern fegte und begoß ich,

heute stieg ich auf den Kehricht hinauf.

Gestern wusch und kämmte ich mich,

Blesist...... mein Zusammengekämmtes’).

Gestern glich ich einer Rose an ihrem Stengel,

heute ist sie an ihrer Stelle vertrocknet.“

 

 

„Wenn es dir leid tut, Seele,

tritt wieder in deinen Rumpf ein.

Tritt wieder ein in deinen Rumpf,

in den körperlichen Rumpf, in dem du weiltest.“ —

„Meine Brüder, saget mir nicht:

‚Tritt wieder in deinen Rumpf ein.

Tritt wieder ein in deinen Rumpf,

in den körperlichen Rumpf, in dem du weiltest.‘

 

 

1) Der Text enthält hier einige irrige Wiederholungen.

 

2) IRNPYID und nnwmo sind wohl zu vertauschen. Zu letzterem vgl. NYY'D „Un-

rat“ LEVY, Neuhebr. Wrtb. IV, p. 145a. Statt NIND) hat Leid. x772). Es findet sich ein

Nomen x12% (Lit., p. 76,7; 77, 12) und ein Eigenname 1023 (R 208,3; L 27,15), aber ein

Verb }2) nur hier. Der Sinn ist unsicher; vielleicht bedeutet es „zerstreuen“.

 

 

vr

 

 

15

 

 

20

 

 

30

 

 

35

 

 

520 Linker Teil. S4. 25-85, 17

 

 

Mein Körper [85] ist ein räuberisches Meer,

das Lämmer raubt und verschlingt.

Ein böser Drache ist er‘),

der sieben Köpfe hat.

Sieben Köpfe hat er,

er ist ohne Verstand und Sinn ?).“

 

 

(„Wenn es dir um ihn leid tut, Seele,

tritt wieder in deinen Rumpf ein.

Tritt wieder ein in deinen Rumpf,

in den körperlichen Rumpf, in dem du weiltest.

Denn das Leben gedachte deiner in Güte.

In Güte gedachte das Leben deiner,

und die Uthras des Lichtes fragten nach dir.*)

 

 

„Sie trieben mich heraus und verschlossen die Türen vor mir

und versperrten die ....... 2"

Sie versperrten mir die beiden Fenster‘),

die die Rede des Lebens aufnehmen.

Sie löschten mir die beiden Lampen?) aus,

die Tag und Nacht leuchten.

Das große Tor°) wurde versperrt,

das täglich das Leben preiset.

Die beiden Wag(schal)en ’) wurden zerbrochen,

die Lohn und Almosen spenden.

Sie spenden Lohn und Almosen

und reichen Kustä in vollkommener Weise,

e beiden Säulen ‘°) stürzten‘) und fielen hin,

die Festigkeit des ganzen Palastes.

Der Körper hat seinen Herrn überlistet,

und das ganze Haus ist mit Dunkelheit angefüllt.“

 

 

D;

 

 

_

 

 

D;

 

 

=

 

 

e Seele fliegt und zieht hin

allein durch den Äther, ohne sich zu fürchten.

Als die Bösen davon hörten,

stellten sie sie wieder am abgeschnittenen Orte, im Hause der

Sie sprechen zu ihr: [Zöllner, hin.

„Mit wessen Kraft bist du hinausgegangen, Seele,

und wessen Name ist über dich ausgesprochen?*

 

 

') RWONIN 2 ist wohl zu streichen. ?) Ich vermute NORD NENYT.

 

’)RYNWD (Var. N'DWNWD), das sich nur hier findet, muß auch etwas wie Tür"

bedeuten. Leid. hat 0292 n2wm5, was hier keinen Sinn gibt.

 

4) Die Ohren. 5) Die Augen. ©) Der Mund. ”) Die Hände.

 

®) Die Beine. 9) RINWy gehört zu yAW.

 

 

4

 

 

 

 

 

85, 17— 86, 9 Drittes Buch. Neuntes Stück. 521

 

 

Darauf erwidert sie ihnen:

„leh bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen,

und der Name des Mandä dHaije ist über mich ausgesprochen.“

Da sprechen sie zu ihr:

„O Seele, du steigest zum Hause des Lebens empor,

du stehst vor Gericht und siegest oh.

Wenn du zum Hause des lebens gehest,

gedenke unser vor dem Leben.“

 

 

Darauf erwidert sie ihnen:

„Wenn ich zum Hause des Lebens emporsteige

 

und zum lichten Wohnsitz hinziehe,

wenn das große (Leben) mich fraget,

 

wenn das gewaltige (Leben) mich fraget,

wenn das große (Leben) mich fraget,

 

werden Zeugen kommen und zeugen.

Wahrhafte Zeugen sind es,

 

wahr ist alles, was sie sagen).

Ich werde euch antun, ihr Planeten,

 

daß eure Augen [86] kein Licht schauen werden.

Eure Augen werden kein Licht schauen

 

und eure Füße keine Festigkeit finden.

Ich und die Uthras, meine Brüder,

 

werden emporsteigen und den Lichtort schauen,

den Ort, dessen Sonne nicht untergeht

 

und dessen Lichtlampen nicht dunkel werden.

An jenen Ort

 

sind eure Seelen gerufen und geladen ’).“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

 

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

OÖ sanfter Manä,

 

o geordneter, wohlgeordneter Mänä,

o sanfter Mana,

 

mögen mit dir Helfer kommen,

bis daß die Wage wäget

 

Werke und Lohn.

 

 

 

 

 

1) Siehe Lit., p. 34.

®2) Siehe Lit., p. 101.227. Der letzte Vers ist an die Gläubigen gerichtet.

 

 

 

 

 

30

 

 

35

 

 

19)

wa

 

 

us

wi

 

 

40

 

 

Linker Teil.

 

 

Zehntes Stück.

 

 

Das Haupt der Kundigen bin ich unter den Erwählten,

das Haupt der Gläubigen bin ich.

Von Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet,

und ich ging an das Ufer des Jordans.

Von Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet.

Die Dämonen stehen auf den Straßen.

Sobald die Sieben mich erblickten,

stellten die Sieben sich hin und bewaffneten sich.

Sie sprechen:

„Du gehst hinaus, Mann,

gib uns demen Kopf und dann geh hinaus.

Mann, gib uns deinen Kopf,

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ —

„Meinen Kopf gebe ich euch nicht,

auf meinem Kopfe ist mir das Zeichen aufgerichtet.“

 

 

„Du gehst hinaus, Mann,

 

gib uns deine Augen und dann geh hinaus.

Mann, gib uns deine Augen,

 

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ —

„Meine Augen gebe ich euch nicht,

 

meine Augen sind des Lichtes voll.“

 

 

Von Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet,

und ich ging an das Ufer des Jordans.

Die Sieben erblickten mich und bewaffneten sich,

alle meine Feinde nehmen die Straßen ein:

„Du gehst hinaus, Mann,

gib uns deine Ohren und dann geh hinaus.

Mann, gib uns deine Ohren,

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ -——

„Meine Ohren gebe ich euch nicht,

meine Ohren hören Hymnen.“

 

 

„Du gehst hinaus, Mann,

 

gıb uns deinen Mund und dann geh hinaus.

Mann, gib uns deinen Mund,

 

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ —

„Meinen Mund [87] gebe ich euch nicht,

 

mein Mund ist voll von Kusta.*

 

 

„Du gehst hinaus, Mann,

gib uns deine Hände und dann geh hinaus.

 

 

86. 10-87, 2

 

 

 

 

 

87.2—21

 

 

Drittes Buch. Zehntes Stück.

 

 

Mann, gib uns deine Hände,

 

 

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ —

 

 

„Meine Hände gebe ich euch nicht,

 

 

meine Hände geben Almosen.

 

 

Almosen geben meine Hände,

 

 

und sie reichen Kusta.

 

 

„Du gehst hinaus, Mann,

 

 

gib uns dein Herz und dann geh hinaus.

 

 

Mann, gib uns dein Herz,

 

 

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.* —

 

 

„Mein Herz gebe ich euch nicht,

 

 

in meinem Herzen wohnt das Wissen ').“

 

 

„Du gehst hinaus, Mann,

 

 

gib uns deine Kniee und dann geh hinaus.

 

 

Mann, gib uns deine Kniee,

 

 

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ —

 

 

„Meine Kniee gebe ich euch nicht,

 

 

meine Kniee beugen sich vor dem Leben.“

 

 

„Du gehst hinaus, Mann,

 

 

gib uns deine Füße und dann geh hinaus.

 

 

Mann, gib uns deine Füße,

 

 

vielleicht kommst du dann zu uns zurück.“ —

 

 

„Meine Füße gebe ich euch nicht,

 

 

meine Füße gehen die Wege der Kusta.

 

 

Die Wege der Kustä gehen meine Füße

 

 

n

 

 

vom Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes.“

 

 

Auf den Wegen der Kustä und des Glaubens

 

 

werdet ihr emporsteigen und den Lichtort schauen. —

 

 

Siegreich warst du, Manda dHaije,

 

 

und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege. —

 

 

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Der Maänä°) freut sich der Schätze

 

 

und der Erleuchtung des Lebens, die auf ihm ruhet.

 

 

Ich bekannte dich, (Mann) von erprobter Gerechtigkeit,

 

 

denn du befreitest meine Seele von den Sündern.

 

 

 

 

 

!) Hier NND. 2) Steht auch Lit., p. 159.

 

 

or

 

 

in

wu

 

 

102)

 

 

>24 Linker Teil. 87, 22--88, 13

 

 

Elfites Stück.

 

 

In Güte werde gedacht des großen (Lebens) '),

in Güte werde gedacht des gewaltigen (Lebens),

in Güte werde gedacht des großen (Lebens),

das mich erlöste und aus der Welt holte,

aus der Welt des Mangels

und aus den nichtigen Werken.

Es schuf mich und bekleidete mich [88] mit Glanz,

wie die erwählten Männer sich damit kleiden.

Damit kleiden sich die erwählten Männer,

die wahrhaften, gläubigen.

Ich steckte meinen Kopf hinein,

da wurde ich der Weltenfülle gleich.

Ich öffnete meine Augen darin,

da wurden meine Augen des Lichtes voll.

Ich schwang meine Flügel?) darin,

da bildete man mir Flügel des Glanzes.

Flügel des Glanzes bildete man mir

und die sonstigen Gebilde gut und leuchtend.

 

 

Ich singe Hymnen und gehe

 

zu allen Seelen hin.

Als sie mich erblickten,

 

versammelten sie sich und gingen mir entgegen ‘).

Sie versammelten sich und gingen mir entgegen,

 

und alle begrüßten mich.

Sie sprechen:

„Sohn Guter! Sprich zu deinem Vater:

 

Wann werden die Gefangenen erlöst werden?

\Wann werden die Gefangenen erlöst werden

 

und wird es den Beengten, denen enge ist, weit werden?“

 

 

„Bevor ich zu meinem Vater spreche,

will ich es euch sagen:

 

Alle, die häßliche Werke taten,

bleiben hier in Fußblöcken sitzen,

 

bis der Euphrat an der Mündung austrocknet

und der Tigris seinen Lauf verlegt (?),

 

 

 

 

 

 

‘) Eine alte Segensformel, siehe meine Nordsemitische Epigraphik, p. 16%.

 

?) D. h. meine Arme.

 

*) Diese Stelle ist im Scholienbuche des Theodor bar Khöni zitiert. siehe POGNoNn,

Inser. Mandaites, p. 233 ff.

 

 

88, 13—89. 6 Drittes Buch. Zwölftes Stück.

 

 

St

IV

Sy

 

 

bis alle Meere austrocknen

und alle Flüsse, Bäche und Quellen sich ausgießen.

Dann wird derjenige, der in den Brunnen geworfen ist, emporkommen,

und wer mit der Fessel gefesselt ist, wird frei werden.

Es wird weit werden den Seelen,

die hier im Hause des Leides wohnen.

Es wird weit werden den Edlen,

die früher besaßen und jetzt nichts mehr haben ').

Es wird weit werden den Witwen,

die Bedrängnis in der Tibil ertragen. io

Sie ertragen Bedrängnis in der Tibil,

dann sollen sie aus der Hand der Sieben erlöst werden.

Aus der Hand der Sieben sollen sie erlöst werden;

es wird weit werden den Beengten, denen enge ist.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 15

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

wi

 

 

„Ich wünsche mit den beiden Uthras zu gehen,

 

die zu mir gekommen sind.

Ich fürchte, daß ich mit den Weachthäuslern gehen muß,

 

die am Wege lagern.“ — >o

„Warum fürchtest du dich, Seele,

 

wo Uthras dich begleiten?“

 

 

Zwölftes Stück.

 

 

[89] Wie sehr freue ich mich,

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

Ich fliege und ziehe hin, en)

bis ich zum Wachthause der Sonne komme.

Ich rufe:

„Wer wird mich am Wachthause der Sonne vorbeiführen?” —

„Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat

werden dich am Wachthause der Sonne vorbeiführen.“ 35

 

 

!) Siehe p. 393.

 

 

40

 

 

826

 

 

Linker Teil. 89, 6— 23

 

 

\Wie sehr freue ich mich,

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

Ich fliege und ziehe hin,

bis ich zum Wachthause des Mondes komme.

Ich rufe:

„Wer wird mich am Wachthause des Mondes vorbeiführen?* —

„Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat

werden dich am Wachthause des Mondes vorbeiführen.“

 

 

Wie sehr freue ich mich,

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

Ich fliege und ziehe hin,

bis ich zum Wachthause des Feuers komme.

Ich rufe:

„Wer wird mich am Wachthause des Feuers vorbeiführen?* —

„Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat

werden dich am Wachthause des Feuers vorbeiführen.*

 

 

Wie sehr freue ich mich,

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

Ich fliege und ziehe hin,

bis ich zum Wachthause der Sieben komme.

Ich rufe:

„Wer wird mich am Wachthause der Sieben vorbeiführen?* —

„Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat

werden dich am Wachthause der Sieben vorbeiführen.“

 

 

 

 

 

Wie sehr freue ich mich,

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

 

 

89. 23—%. 17 Drittes Buch. Dreizehntes Stück. _ 527

 

 

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

Ich fliege und ziehe hin,

[90] bis ich zum Wachthause der Rüha komme.

Ich rufe:

„Wer wird mich am Wachthause der Rühä vorbeiführen?* —

„Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat

werden dich am Wachthause der Rühä vorbeiführen.“

 

 

Wie sehr freue ich mich,

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

Ich fliege und ziehe hin,

bis ich zu den Wasserbächen komme.

Als ich bei den Wasserbächen ankam,

kam der Ausfluß des Glanzes mir entgegen.

Er faßte mich bei der Fläche meiner Rechten

und führte mich über die Wasserbäche.

Man brachte Glanz und bekleidete mich damit,

brachte Licht und bedeckte mich damit.

 

 

Das Leben stützte das Leben,

das Leben fand das Seinige.

Das Seinige fand das Leben,

und meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie er-

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, [hoffte. —

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Sohn Guter,

zeige mir den Weg, auf dem du kamest,

und den Aufstieg, auf dem dein Vater emporstieg

zum Orte des Lichtes.

 

 

 

 

 

Dreizehntes Stück.

 

 

Die Hoffnung auf Gutes kam mir,

denn sie sagen: Du sollst hinausgehen.

 

 

3

 

 

20

 

 

20

 

 

35

 

 

4o

 

 

528

 

 

Linker Teil. 90, 17-91, 9

 

 

Dann kam mir abermals die Hoffnung,

denn sie sagen: Du sollst dahingehen.

Sende zu meinen Brüdern und sage ihnen,

daß sie kommen und für mich beten.

Wie gut sind meine Brüder,

daß sie von selber gekommen sind!

„Meine Brüder, bei eurem Leben,

‚ihr Guten, bei euer aller Seele!

Wenn ihr etwas Häßliches schauet,

lasset von eurer Last nicht ab.

Wenn ihr abermals etwas Häßliches schauet,

lasset nicht nach, sondern tuet ein Übriges.

Denn wer beladen ist, steigt empor,

wer leer ist, wird hier abgeschnitten.

Ich bin beladen und steige empor,

meine Werke und meine Lohnspende gehen mir voran,

und ich stütze mich auf mein Wohltun.“

Meine Seele, warum betrübt es dich,

daß du das Haus verlässest?

[91] [Das Haus] fällt der Zerstörung anheim,

und der Rechtsstreit der Gefangenen soll geschlichtet werden.

Das Haus der Planeten [soll verfallen],

und die Werke ihrer Hände sollen vergehen.

Ich fliege und ziehe hin,

bis ich zu den Planeten komme‘).

Am Tore der Planeten

stehen sie da und tuscheln.

„Warum tuschelt ihr, ihr Sieben ?

Ich gehöre nicht zu euch.“

 

 

Ich fliege und ziehe hin,

 

bis ich zum Hause des Lebens komme.

Wie ich zum Hause des Lebens komme,

 

geht mir das Leben entgegen.

Es holte Glanz heraus und bekleidete mich damit,

 

es brachte Licht und bedeckte mich damit.

Es schloß mich in seine Rechnung ein,

 

und das Gute stellte mich in seiner Mitte auf.

Mein Licht bereitete das Pihta,

 

und mein Sinn stellte sich hin und pries das Leben.

Findest du einen Guten,

 

so nähere dich ihm,

 

 

1) Vielleicht NINIW M25 RDDN zu lesen, siehe weiterhin.

 

 

 

 

 

91, 9—92, 2 Drittes Buch. Vierzehntes Stück. 5239

 

 

findest du einen Bösen,

so halte dich von ihm fern.

Zwischen den Lampen des Lichtes

werden deine Lampen emporgezogen werden und leuchten )).

 

 

Ihr wurdet aufgerichtet und gefestigt 5

durch das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist.

Das Wort der Wahrheit ist zu den Guten gekommen,

das wahrhafte Wort zu den Gläubigen.

An den Ort, der ganz Leben ist,

sind eure Seelen gerufen und geladen’). — 10

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Die Guten gehen dahin,

der Rechtsstreit der Erwählten wird geschlichtet.

Die Guten gehen dahin;

wer soll den Glanz der Guten ertragen’)? 15

 

 

 

 

 

Vierzehntes Stück.

 

 

Als die Finsternis Pläne schmiedete,

verließ Adam seinen Körper.

Adam verließ seinen Körper,

in Glanz und Licht wurde die Seele geborgen. 20

Die Seele wurde in Glanz und Licht geborgen,

und das Herz der Rühä verfinsterte sich.

Rühä spricht:

„Die Seele ist zum Hause des Lebens aufgestiegen.“

So lange die Seele in der Welt der Bösen war, =)

saß die ganze Finsternis in Bedrängnis.

In Bedrängnis saß die ganze Finsternis,

und Rühä verhüllte ihr Haupt.

[92] Sie sprach:

„Wehe mir, daß ich nichts wußte 2)

von ihren Schätzen ‘), die ich begehrte.

Ich will (der Seele) antun,

daß ich sie in die Martern der Erde stürze.

 

 

1) Siehe p. 513,17; Lit., p. 104,7; 214,3. ?) Siehe Lit., p. 214.

3) Siehe oben, p. 518. 25. *, Der oberen Wesen, siehe auch p. 530, 28.

Lidzbarski, Ginza. 34

 

 

40

 

 

530

 

 

Linker Teil. : 92.2—21

 

 

In die Martern der Erde will ich sie stürzen

und an den Pforten der Finsternis zurückhalten.

Ich will sie zurückhalten an den Pforten der Finsternis

und in den Wachthäusern fesseln.

Den ganzen Stamm wollen wir bei uns verächtlich machen,

zur Finsternis se“ ...2.2..20%

drang ihre Stimme zum Hause des großen Lebens.

Als das große (Leben) dies hörte,

sandte es einen Boten des Lichtes.

Das Große sprach zu Hibil-Ziwa '):

„Guter Uthra lieblichen Namens!

Erlöse Adam aus der Finsternis

und hebe ihn hierher empor.“

 

 

Ich bekleidete mich mit Glanz aus meinem Orte

und kam aus meiner Stätte.

Ich holte Adam aus der Welt der Bösen

und führte ihn an jedem häßlichen Gebilde vorbei.

Ich machte finster das Licht der Bösen

und zerbrach alle ihre Wachthäuser.

Rüha dQudsa kommt und findet

den Körper Adams, wie er ohne Seele ist.

Rühä klagt und schlägt sich

und ruft die Astarten, die mit ıhr waren.

Sie spricht zu den Liliths und Astarten:

„Kommet, wir wollen klagen und weinen,

die Astarten sollen schreien’),

aaß dies der fremde Mann getan hat,

während ich von ihren Schätzen nichts wußte.“

 

 

Ich brachte Adam an jedem häßlichen Dinge vorbei

und gelangte vor die Skina des Ptahil.

Als ich an der Skina des Ptahil anlangte,

stand Ptahil von seinem Throne auf.

Ptahil stand von seinem Throne auf

und betete mit einer Verneigung vor dem Leben.

Er betete mit einer Verneigung vor dem Leben

und reichte Kusta der Seele.

Der Seele reichte er Kustä

und sprach zu ihr:

„Dein Maß ist voll, Seele,

und du hast die Welt der Bösen verlassen.“

 

 

 

 

 

!) Das erste NYMY fehlt auch in Leid.

2) Leid. hat NP) SANYNDY\; der Text ist hier wohl nicht in Ordnung.

 

 

 

 

 

92, 21—93, 16 Drittes Buch. Vierzehntes Stück. 531

 

 

Darauf sprach sie zu ihm:

„Setze dich, einfältiger Uthra,

der nichts auf der Tibil versteht.“

 

 

Ptahil setzte sich auf seinen Thron,

 

und ich kam vor die Skina des Abathur.

[93] Abathur erhob sich von seinem Throne

 

und betete mit einer Verneigung vor dem Leben.

Er betete mit einer Verneigung vor dem Leben

 

und reichte Kusta der Seele.

Er reichte der Seele Kustä;

 

dann führte ich sie an Josamin vorbei.

Als Jösamin die Seele erblickte,

 

erhob er sich von seinem Throne.

Josamin erhob sich von seinem Throne

 

und betete mit einer Verneigung vor dem Leben.

Er betete mit einer Verneigung vor dem Leben

 

und reichte Kustä der Seele.

Er reichte der Seele Kustä;

 

[dann führte ich sie an Enos-Uthra vorbei].

Als Enos-Uthra die Seele erblickte,

 

betete er mit einer Verneigung vor dem Leben.

Er betete mit einer Verneigung vor dem Leben

 

und reichte Kustä der Seele.

Er reichte der Seele Kustä;

 

dann führte ich sie an den Söhnen des Heils vorbei.

Als die Söhne des Heils die Seele erblickten,

 

beteten sie mit einer Verneigung vor dem Leben.

Sie beteten mit einer Verneigung vor dem Leben

 

und reichten Kustä der Seele.

Sie reichten der Seele Kustä;

 

[dann führte ich sie vor das Leben].

Als das Leben mich erblickte,

 

gewann es mich lieb.

Die Uthras des Lichtes freuten sich meiner’),

 

das Leben segnete mich,

 

und Manda dHaije war mir dankbar.

 

Sie sprechen zu ihr:

„Gesegnet seiest du, Seele,

 

und gesegnet sei der Mann, der dich erlöst und emporgebracht

Und zu ihm sprachen sie: [hat.“

 

 

sicher.

 

 

1) Diese von NÖLDEKE Gram., p. 46,8 angenommene Bedeutung scheint mir nicht

 

 

Die Lesungen schwanken sehr. Leid. hat NIANYTY, was sicher unrichtig ist.

ad

 

 

20

 

 

25

 

 

35

 

 

40

 

 

533 Linker Teil. 93. 16-94, 10

 

 

„Du hast die Seele hergetragen, du hast sie hergebracht,

und du warst ihr ein Helfer.“

 

 

Er schuf ihr Glanz an seiner Stelle

und bekleidete sie mit seinem eigenen Gewande.

5 Mit seinem eigenen Gewande bekleidete er sie

und setzte sie auf den Thron, den er ihr errichtet.

Er schuf ihr Glanz an seiner Stelle,

und sie bekleidete sich mit seinem‘) Gewande.

Mit seinem Gewande bekleidete sie sich

10 und setzte sich auf den Thron, den er ihr errichtet.

Als sie auf dem Throne saß, den er ihr errichtet,

da hüpfte sie in Glanz und Licht.

Als sie in Glanz und Licht hüpfte,

da sprang sie auf und erhob sich von ihrem Throne.

15 Sie sprang auf, erhob sich von ihrem Throne

und betete mit einer Verneigung vor dem Leben.

Sie betete mit einer Verneigung vor dem Leben

und [94] pries das große Leben.

Sie pries Mandä dHaije,

20 der sie erlöst und hierher emporgebracht hat’).

 

Die Seele preist und spricht: „Auf diesem Aufstiege, auf dem ich auf-

gestiegen bin, sollen die wahrhaften, gläubigen und trefflichen Näsoräer,

sowie die vollkommenen Frauen aufsteigen, wenn sie aus ihrem Körper

scheiden.“ —

 

25 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Ich erblickte mein Gewand und meinen Kranz,

da fühlte meine Seele sich gerüstet für den Lichtort.

 

 

 

 

 

Fünfzehntes Stück.

 

 

30 „Mein Maß ist voll, und ich ziehe hinaus.* —

Der Geist spricht zur Seele:

„Wenn du hinausziehest, warum tut es dir leid?

Wenn es dir leid tut, warum ziehst du hinaus?“ —

 

 

!, AWONJT ist hier widersinnig aus dem Vorhergehenden übernommen.

2) Das war Hibil-Ziwä! Vgl. p. 438, 16.

 

 

 

 

 

94, 11—95, 6 Drittes Buch. Füntzehntes Stück. 533

 

 

„Ziehe ich hinaus, so stehen die Dämonen da,

 

kehre ich um, meine Zahl ist ja voll.

Wo ist das Leben, das ich geliebet,

 

wo ıst das Leben, das mich geliebet?

Wo ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit,

 

auf dessen Namen ich Almosen gespendet?

Wo ist Mandä dHaije,

 

auf dessen Namen ich zum Jordan gegangen bin?

Wo gehst du, Herr der Kusta, hin,

 

wo die Dämonen meinen Körper umringen?

Die Dämonen umringen meinen Körper,

 

und die Sieben stehen da und sinnen auf Böses.

Die Sieben sinnen gegen mich

 

und schmieden geheime Pläne gegen mich.

Sie sprechen:

‚Wenn er von uns weggeht '),

 

wollen wir ihn im Hause der Zöllner fesseln.

Wenn er ruft, wer wird ihm antworten,

 

und wer wird ihm ein Erlöser sein?

Wer wird ihm ein Erlöser sein,

 

wenn er im Hause der Zöllner gefesselt ist?“

 

 

Auf der Stelle entstand ein Beben

in dieser Welt.

Zu mir wurde ein Uthra gesandt,

ein Mann, der hervorragend in der Welt ist.

Zu mir wurde ein großer Uthra gesandt,

ein Mann, der mir ein Helfer sein soll.

[95] Ein Helfer soll er den Männern sein,

die den Stamm festigen.

Er zerbrach ihre Wachthäuser

und schlug eine Bresche in ihre Burg.

In ihre Burg schlug er eine Bresche,

und die Sieben flohen weg’) aus seinem Wege.

Er brachte Glanz und bekleidete mich damit

und holte mich mit Gepränge aus der Welt.

Die Sieben mit ihren Dämonen und Hmurthäs

sitzen trauernd da.

Alle sitzen da und trauern

um den Mann, der der Tibil entsprungen ist,

 

 

\) Lies DEN).

?) Leid. hat 177. Doch heißt 777 „wegstoßen“. Entweder ist Nr77Yy (Ethpeel) zu

lesen. oder NT „sie eilten zitternd fort‘, siehe Lit., p. 24, 6.

 

 

Bi

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

55

 

 

Io

 

 

15

 

 

20

 

 

25

 

 

534

 

 

Linker Teil. 95,6—24

 

 

um den Mann, der entsprungen ist der Tibil

und in ihre Burg eine Bresche schlug.

Er schlug eine Bresche in ihre Burg,

und man holte ihn mit Gepränge aus der Welt.

 

 

Als die Sieben dies sahen,

sahen sie sich als unterlegen an,

sie kehrten um und setzten sich an ihrem Wege hin.

Doch die Auserwählten (und die Uthras) stiegen mit ihrem Lobpreis

und schauten den Ort des Lichtes. — [empor

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Die Seele erblickte den Glanz,

sie steht an ihrem Herkunftsort und pranget.

 

 

Sechzehntes Stück.

 

 

Die Seele in der Frucht des Lebens

blüht und erblühet.

Sie blüht und erblühet.

Die Uthras traten hin und fragten sie aus:

„Als du in der Tibil warest,

im hinfälligen Hause,

als du unter den Sieben warest,

den Söhnen der nichtigen Wohnung,

was haben dir die Sieben angetran,

als du unter ihnen warest?*

 

 

Darauf erwidert sie ihnen:

„Sie nannten mich einen Sklaven, der keinen Herrn hat,

und täglich holten sie mich zum Gericht.

Sie verkehrten‘) das Gericht gegen mich,

sie spitzten ihre Lippen gegen mich.

Sie nannten mich einen Sklaven, der keinen Herrn und keine Herrin

ein jeder, der ihn erreicht?), schlägt ihn, [hat:

ein jeder, der ihn trifft, erbost ihn,

und ein jeder, der zu ihm kommt, verachtet ihn.

 

 

t) NIDDN gibt keinen Sinn; es ist wohl durch 1ND°D beeinflußt. Ich vermute NYIDON.

®) Leid. hat SYYIR7T IND 912; lies ANNRTT.

 

 

 

 

 

 

 

 

95, 24—96, 18 Drittes Buch. Sechzehntes Stück.

 

 

Sie nannten mich einen Fluß ohne Übergang‘),

der sich gehoben hat und an der Mündung verstopft ist.

Er hat sich gehoben und ist an der Mündung verstopft,

 

 

[96] und die Pflanzen an ihm verdursten und sterben vor Durst ab.

 

 

Sie nannten mich einen Gefangenen ohne Heimatsort,

der keinen Vater hat.

Keinen Vater hat er

und keinen Pfleger.

Weh und leid war mir,

daß ich so lange auf meinen Helfer hoffen mußte.

Auf meinen Helfer mußte ich hoffen,

- den Mann, der mich seine Stimme hat vernehmen lassen,

daß er komme und mich von den Bösen losmache,

mich von den Sündern losmache,

daß er mich von den Vögten losmache, die Horcher loslassen,

die über den Zorn in der Tibil eingesetzt sind,

 

 

daß er mich von den Wachthäuslern losmache, mich von den Richtern

die ein falsches Urteil fällen. [losmache,

 

 

Ich sagte mir: Wann werde ich herauskommen

aus der wüsten Einöde’)?

 

Ich sagte mir: Wann werde ich aus ihr herauskommen

und den Lichtort schauen?“

 

 

Wie ich an meinem Orte stehe,

erblickte ich meinen Helfer.

Ich erblickte den sanften Uthra,

den Mann, der mich seine Stimme hat vernehmen lassen.

Er schrie und ließ mich seine Stimme vernehmen

und stützte mein Herz auf seine Stütze.

Als ich meinen Vater, den Uthra, erblickte,

den Mann, der mir ein Helfer ist,

als ich meinen Vater, den Uthra, erblickte,

erstrahlte ich (in meiner Überlegenheit) über die Welten.

 

 

Er sprach und redete

zu den Söhnen der nichtigen Wohnung:

„Ich bin ein Sklave, dessen Herr Einer ist,

keinen Edlen gibt es, der mir gliche.

Ich habe zum Vater einen Uthra,

ich habe einen Pfleger.

Ich habe zum Vater einen Richter,

der meine Rechtssache mit meinen Verfolgern versieht.

 

 

t) Siehe Nöld., p. 430°. ?) Leid. hat NY7032 0217.

 

 

10

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

40

 

 

536 Linker Teil. 96. 18— 97,12

 

 

Ich habe einen Herrn der Pflanzen,

der seine Pflanzen mit Wasser versieht.“

 

 

Die Planeten stehen da,

sie tuscheln und sprechen:

5 „Mit wessen Kraft steht er da,

daß sein Sinn ihm so fest gestützt ist?

Wer ist sein Herr, wer sein Helfer,

wer ist der Richter, der seine Rechtssache mit seinen Verfolgern

versieht?*

10 Darauf erwiderte ich den Sieben,

die sich selber verdammt haben‘):

„Der Sklave des Fremden bin ich,

des Mannes, der seine Freunde festigt.

[97] Der Sklave des Fremden bin ich,

15 des Mannes, der ein Helfer ist.

[Ein Helfer] ist er den Männern «x ++ xx +»,

und er festigt seinen Stamm.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

20 Als ich unter euch weilte,

kümmertet ihr euch nicht um mich.

Jetzt will ich dahingehen,

was habe ich mit euch gemein?

 

 

 

 

 

Siebzehntes Stück.

 

 

25 Die Stimme der Seele des Lebens höre ich,

die aus dem Körper des Kehrichts weinet.

Sie spricht:

„Nackt brachte man mich?) in die Welt,

und leer holte man mich aus ihr.

30 Leer holte man mich aus ihr,

wie einen Vogel, den nichts begleitet.“

 

 

Die Stimme der Seele ist es,

die an ihrem Orte jammert und weint.

 

 

 

 

 

2) 38397 Leid. ist eine Verschlimmerung, vgl. R 54,2; 117,23

2) Siehe oben, p. 517, 22.

 

 

 

 

 

97.12—98, 7 Drittes Buch. Siebzehntes Stück. 537

 

 

Sie spricht:

„Was soll ich mit. dir, mein Körper,

in jener’) Welt anfangen?

Wärest du, mein Körper, ein Gewand von Glanz und Licht,

so zöge ich dich an,

und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.

Wärest du ein Gürtel von Glanz und Licht,

so wärest du mir um die Hüften gebunden,

und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.

Wärest du ein Kranz von Glanz und Licht,

so wärest du mir auf das Haupt gelegt,

und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.

Wärest du ein Stab von Glanz und Licht,

so hielte ich dich in der Hand,

und du stiegest mit mir zum Hause ir Lebens empor.

Wärest du Sandalen von Glanz und Licht,

so wärest du mir an die Füße gelegt,

und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.“

Also sprach und sprach die Seele,

und der Körper begleitete sie nicht.

 

 

Die Stimme des Gesandten des Lebens höre ich,

der der Seele des Lebens zuruft:

„Komm, komm’), du Lichtspendende,

die du das finstere Haus erleuchtetest.

Komm, komm, du Duftspendende,

die du den stinkenden Körper duftend machtest.

Komm, komm, du Edelgeborene,

[98] die man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.*

 

 

Die Seele wendet sich um und schaut

nach dem Körper und dem Palaste, aus dem man sie geholet.

Sie spricht zum Körper:

„Wärest du nicht ein Körper,

aus einem Lehmklumpen geformt!

Aus einem Lehmklumpen bist du geformt,

und die Sieben, die dich verfolgten, blieben als Unterlegene stehen.

Die Sieben, die dich verfolgten, blieben als Unterlegene stehen

innerhalb dieser Welt.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

t) So, nicht „in dieser“, wie dasteht, siehe auch p. 3383

2) Siehe oben, p. 5i4f.

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

20

 

 

30

 

 

Linker Teil. 98, 8—23

 

 

Die Seele steht auf dem Wege

und geht den Wahrhaften entgegen.

Sie spricht zu ihnen:

„Kommet, esset und trinket, ıhr Guten,

ich werde bei euch sein).

 

 

Achtzehntes Stück.

 

 

Obwohl noch jung, wurde mein Maß voll,

obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt;

obwohl noch jung, wurde mein Maß voll

weg von dieser Welt.

Gehe ich hinaus, so stehen die Dämonen da,

kehre ich um, meine Zahl ist ja voll.

Wie töricht sind die Äonen,

wie einfältig sind die Welten,

wie töricht sind die Äonen,

die um mich in Trauer dasitzen.

In Trauer um mich sitzen sie da

und essen ...... ?) um mich.

Um mich essen sie ...... ;

und um mich liegen sie auf Matten.

Sie liegen um mich auf Matten

und zerreißen ihren Schatz um mich’).

Um mich zerreißen sie ihren Schatz,

und um mich vergießen sie Tränen.

Tränen vergießen sie um mich

und raufen sich um mich die Haare aus.

 

 

Ein jeder, der um mich sein Kleid zerreißt,

wird den Fehler an seinem Gewande behalten.

Ein jeder, der Tränen um mich vergießt,

wird Meere und Flüsse vor sich finden‘).

Einen jeden, der sich die Haare um mich ausrauft,

wird man in den Finsterberg einschließen °).

Mein Maß wurde voll, meine Zeit kommt,

und ich ziehe zum Lichtort hin. —

ı) Die Worte klingen wie die Einladung eines Gottes zum Kultmahl.

2) Zu X'2%) und zum Folgenden siehe p. 21 ob.; 466 unt.

 

 

3) Scheint hier so viel wie Gewand zu sein, siehe das Folgende.

“4, Auf seinem Wege zum Jenseits. 5) Leid. hat MINDN.

 

 

 

 

 

98, 23—99, 16 Drittes Buch. Neunzehntes Stück. 539

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

[99] Als ich im körperlichen Gewande wohnte,

wurde mir mein Gewand nicht genommen;

jetzt, wo sie mich daraus weggeholt,

ist mein Vertrauen auf das Leben gerichtet.

Neunzehntes Stück.

Auf meiner Höhe stehe ich,

und meine Augen schauen nach der Tibil.

Ich schaue hin und sehe die Seele,

wie sie weint, klagt und sich (in Tränen) ergießt

und mit ihren Haaren die Straßen fest.

Mit ihren Haaren fegt sie die Straßen,

mit ihren Nägeln gräbt sie Erde aus.

Mit ihren Nägeln gräbt sie Erde aus,

 

 

mit ihren Tränen befeuchtet sie den Erdkloß.

Den Erdkloß befeuchtet sie mit ihren Tränen,

 

mit ihren Händen fügt sie Gewölbe zusammen.

Gewölbe fügt sie mit ihren Händen zusammen,

 

so steht sie da und führt den Bau auf.

Sie baute ihn und putzte ıhn ab,

 

dann stieg sie in die Höhe und setzte sich auf die Ringmauer').

Sie zog den Rosenrock aus

 

und staunte ob seiner Schönheit.

Sie spricht zu ihm:

„Wehe dir, Körperpracht,

 

es ist recht, daß dich das Höllengewürm frißt.

Wehe dir, Rosenrock,

 

den die Vögel in der Luft zerfetzen.“

 

 

Die Seele sitzt da und wartet:

vielleicht kommt ein Geleite.

Vielleicht kommt ein Geleite

und ich gehe mit ihnen zusammen.

Die Seele blickt empor und sieht,

wie das Geleite der Bösen herankommt.

 

 

t) Zweifelhaft, siehe Joh. II, p. 30°.

 

 

20

 

 

30

 

 

20

 

 

25

 

 

35

 

 

Linker Teil. 99, 16—100, 7

 

 

Finsternis geht vor ihnen einher,

Dunkelheit folgt ihnen.

Dämonen begleiten sie,

Liliths sind ihre Geleiterinnen.

Eine Meile und eine halbe Meile‘) hin

dringt der Laut ihres Weinens.

Eine Meile und eine halbe Meile hin

dringt der Geruch ihres Gestankes.

Als sie zur Seele kamen,

sprach zu ihnen des Lebens schuldlose Seele:

„Was sind eure Werke, ihr Bösen,

daß eure Reisezehrung so ausschaut?“

Darauf erwidern sie ihr:

„Unser Haupt drang in die Erde ein’)

innerhalb dieser Welt.

Unsere Augen gaben Winke

innerhalb dieser Welt.

Unsere Ohren lauschten an den Türen

innerhalb dieser Welt.

Unsere Hände begingen Mord

innerhalb dieser Welt.

Unser Herz war [100] zwiespältig

innerhalb dieser Welt.

Unser Körper trieb Unzucht

innerhalb dieser Welt.

Unsere Kniee beugten sich vor den Sieben

innerhalb dieser Welt.

Unsere Füße gingen barfuß

innerhalb dieser Welt.“

 

 

Darauf sprach zu ihnen

 

des Lebens schuldlose Seele:

„Wenn dies eure Werke sind, ihr Bösen,

 

so paßt vortrefflich eure Reisezehrung.

Gehet, gehet, ihr Bösen,

 

ich komme nicht mit euch in eurem Geleite.“*

 

 

Die Seele sitzt da:

vielleicht kommt ein Geleite.

Vielleicht kommt ein Geleite,

und ich gehe mit ihnen in ihrem Geleite.

 

 

) D. bh. eine Meile und darüber hinaus, ähnlich wie un corsaire et demi.

®2) Um zu lauschen oder um Erdmantik zu treiben? Siehe auch R 63, 16.

 

 

 

 

 

100, 8—101, 1 Drittes Buch. Neunzehntes Stück.

 

 

Die Seele blickt empor und sieht,

wie das Geleite der Guten herankommt.

Glanz geht vor ihnen einher,

Licht folgt ihnen.

Uthras des Lebens begleiten sie,

Engel des Glanzes sind ihre Geleiter.

Eine Meile und eine halbe Meile hin

dringt ihr Wohlduft.

Da sprach zu ihnen

des Lebens schuldlose Seele:

„Wenn es euch, meine guten Brüder, beliebt,

führet mich mit euch in eurem Geleite,

Ich will eine Gesellschaft den Guten,

ein Geleite den Gläubigen sein.“

 

 

Darauf sprechen sie zu ihr:

„Was sind deine Werke, Seele,

 

 

daß wir dich mit uns in unserem Geleite auf dem Wege führen ?*

 

 

Da spricht sie zu ihnen:

„Mein Vater verteilte Brot,

und meine Mutter spendete Almosen:

meine Brüder sangen Hymnen,

und meine Schwestern reichten Kusta.“

Darauf sprechen sie zu ihr:

„Dein Vater, der Brot verteilte,

tat es für sich;

deine Mutter, die Almosen spendete,

tat es für ihre Seele.

Deine Brüder, die Hymnen sangen,

werden auf den Pfaden der Kusta emporsteigen;

deinen Schwestern, die Kustä reichten,

wird Manda dHaije ein Helfer sein.

Was sind deine Werke, die du für dich getan,

daß wir dich mit uns in unserem Geleite hinführen?“

 

 

Da erwidert sie ihnen:

„leh will euch sagen, meine Brüder,

 

ich will euch sagen, wahrhafte, gläubige Männer;

ich will euch sagen, meine Brüder,

 

ich will euch sagen, wie es war.

Meine Brüder nach ihrem Willen,

 

meine Schwestern [101] nach ihrem eigenen Willen,

meine Brüder nach ihrem Willen

 

machten mich zur Braut der Bösen.

 

 

41

 

 

4c

 

 

=D Linker Teil.

 

 

Zur Braut der Bösen machten sie mich,

die Lohnzahlung und Almosen nicht gewähren.

Lohnzahlung und Almosen gewähren sie nicht,

daher werden sie in der Finsternis gefesselt.

Doch bei mir, die ich das Leben geliebet,

nahm Manda dHaije im Sinne Platz.

Wenn der Samstag am Abend ausging,

wenn der Sonntag zum Guten eintrat‘),

nahm ich Almosen in meine Tasche,

nahm ein Stück Brot in meine Hand.

Ich nahm Almosen in meine Tasche

und ging an das Tor des Tempels.

Das Almosen tat ich unter die anderen Almosen ‘)

 

 

101,2—18

 

 

und das Stück Brot zur gemeinsamen Speisung (für die Armen) ’).

 

 

Fand ich eine Waise, so sättigte ich sie

 

und füllte die Tasche der Witwe.

Fand ich einen Nackten,

 

so legte ich ihm um den Nacken ein Gewand.

Fand ich einen Gefangenen,

 

 

so löste ich ihn aus und schickte ihn in seinen Heimatsort zurück.

Ich löste ihn aus, schickte ihn zurück in seinen Heimatsort

 

 

und versah ihn mit Reisezehrung auf den Weg.“

 

 

Da brachten sie Glanz und bekleideten sie damit,

brachten Lieht und bedeckten sie damit.

 

Sie banden ihr ein großes Diadem des Glanzes um

und legten ihr einen prangenden Kranz auf.

 

Sie banden ihr einen Gürtel um,

der ganz in hohem Maße Glanz ist.

 

Sie legten ihr einen Übergang über die Meere,

legten ihr einen Damm durch die Flüsse.

 

Sie faßten sie an der Fläche der Rechten

und führten sie über die Wasserbäche.

 

 

Das Leben stützte das Leben,

das Leben fand das Seinige.

Das Seinige fand das Leben,

und meine Seele, die des NN dieses Aufstieges,

 

 

!) Siehe auch Lit., p. 220, LIV.

2) Wohl in die Sammelstelle für Almosen.

 

 

Stelle zusammengebracht und die Armen dort gemeinschaftlich gespeist.

das vielleicht durch das arabische sebdil „milde Gabe“ beeinflußt ist.

 

 

S) Ihn NÖSD vermute ich ovpßoAr, das auch im syrischen &D2ND und im talmudischen

nbyaD (Levy, Neuhebr. Wtb. IH, p. 468b) vorliegt. Die milden Gaben wurden an einer

 

 

[erhoffte. —

fand, was sie |

 

 

Leid. hat NO2D,

 

 

101, 18—102, 9 Drittes Buch. Zwanzigstes Stück. 543

 

 

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Am Wege steht die Seele ')

und schaut aus nach ihrem Helfer:

Nach dir lasse ich meine Augen ausschauen,

Herr, der du ganz Gnade bist.

 

 

Zwanzigstes Stück’).

 

 

” Zwischen dem Verborgenen und dem Glanze,

zwischen dem Lichte und den Uthras,

zwischen dem Verborgenen und dem Glanze

stehen sie da und fragen die Seele aus.

Sie sprechen:

„Sage, sage, Seele,

wer dich gebildet hat.

Wer hat dich gebaut, wer dich gebildet‘),

wer war [102] der Mann, dein Schöpfer?“

 

 

„Einer hat mich gebaut, Einer mich gebildet,

Einer war der Mann, mein Schöpfer.

Einer von den Söhnen des Heils

nahm gütig einen Teil.

Er wickelte mich in einen Wickel des Glanzes,

nahm und übergab mich Adam.

Adam in seiner Einfalt

schämte sich, da er nicht wußte, schämte sich, da er nicht ver-

Adam in seiner Einfalt [stand.

nalım und legte mich in den körperlichen Rumpf.

Er nahm und legte mich in den körperlichen Rumpf

von Wermut, Bitterkraut und ...... W

Die Seele sitzt da und behütet

die körperliche Herberge’), die man ihr anvertrauet.

Sie sitzt da und behütet sie,

bis ihr Maß und ihre Zahl erfüllt ist.

 

 

 

 

 

!) Leid. hat NIOWYI NO’ND. 2) Steht auch Lit., p. 99.

 

3) 122 gehört hier wohl nach dem ganzen Zusammenhange zu 032, nicht zu 2, obwohl

man ININD Text 46,14 (hier p. 464,41; Nöld., p. 270,23) zu 12 zu ziehen hat.

 

4) Vale Bit, p. 1008. 5) Leid. hat wie Qol. NN’EW.

 

 

30

 

 

35

 

 

544

 

 

1) Siehe Joh. II, p. 47®, ?) Siehe oben, p. 540.

 

 

Linker Teil. 102. 9—103, 4

 

 

Als ihr Maß und ihre Zahl erfüllt war,

ging der Löser zu ihr.

Der Löser ging zu ihr und löste sıe,

es führte sie fort, der sie gebunden hatte.

Der die Seele gelöst hatte, ging ihr voran,

der sie gebunden hatte, folgte ihr.

Die Seele lief [und erreichte] den, der sie gelöst hatte,

der sie gebunden hatte, lief, doch er erreichte sie nicht.

Die Seele allein und ihr Löser

gehen zum Orte des Lebens hin. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Was frommt es mir, daß ich kam und wohnte

im trügerischen, nichtigen Rumpfe?

 

Was frommt es mir, daß ich kam und in ihm wohnte,

wo er nicht mit mir zum Lichtort emporsteigt?

 

 

 

 

 

Einundzwanzigstes Stück.

 

 

Die Seele geht hinaus,

 

ihr Maß ist voll, und ihre Zeit ist gekommen.

Voll ist ihr Maß, gekommen ist ihre Zeit,

 

und sie hat ihr Auge voll des Lösers').

Voll des Lösers hat sie ihr Auge,

 

und ihr Herz ist voll Weinens.

Voll Weinens ist ihr Herz,

 

und der Löser nimmt keine Bestechung an.

Er nimmt keine Bestechung an

 

und tauscht nicht den Körper um die Seele ein.

Man löste die Seele und führte sie hin,

 

man stellte sie vor dem Richter auf.

Der Richter fragt sie aus

 

[103] nach ihren Sünden und Verfehlungen:

„Was für Werke hast du, Seele, getan

 

in der Welt der Täuschung, in der du weiltest?“

 

 

„Du bist mein Zeuge, Richter,

 

daß ich um meinetwillen keine Schlechtigkeit begangen habe.

Ich habe keinen Ehebruch getrieben °)

 

und nicht nach dem Willen der Bösen gehandelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

103, 4—23 Drittes Buch. Einundzwanzigstes Stück. 545

 

 

Ich habe keinen Mord begangen

und keines Adamssohnes Blut vergossen.

Mein Haupt drang nicht in die Erde ein,

und meine Hände begingen keinen Diebstahl.

Ich habe keine Zauberei getrieben 5

und nicht die Seele im Körper gequält.

Ich habe nicht den Knecht in die Hand seines Herrn ausgeliefert,

nicht die Magd in die Hand ihrer Herrin,

auch habe ich kein falsches Zeugnis abgelegt.

Ich habe keine Grenzen verschoben, 10

keine Grenzsteine verrückt.

Meine Augen gaben keine Winke,

und mein Mund brachte keine Lüge hervor.

Die Wahrsager sagten mir nicht wahr,

und die betrügerischen Chaldäer chaldäerten mir nicht. 15

Ich aß nicht ein doppeltes Almosen ')

und verehrte nicht zwei Herren.

Den Armen gewährte ich Almosen,

und dem Blinden war ich ein Geleiter.

Fand ich einen Hungrigen, so sättigte ich ihn, 20

und füllte die Tasche der Witwe.

Fand ich einen Nackten,

so legte ich ihm um den Nacken ein Gewand.

Fand ich einen Gefangenen,

so löste ich ihn aus und sandte ihn in seinen Heimatsort zurück. 25

Ich löste ihn aus, sandte ihn in seinen Heimatsort zurück

und versah ihn mit Reisezehrung auf den Weg.

Mit dem Kranken stieg ich zu seinem Lager hin,

mit dem Verstorbenen ging ich zum Friedhofe.* —

„Wenn dies deine Werke sind, Seele, 30

so mögen deine Zeugen kommen und zeugen.“

 

 

Als die Seele noch vor dem Richter stand,

 

flogen ihre Zeugen heran und gelangten zu ihr.

Der Jordan und seine beiden Ufer

 

zeugten für die Seele’). 35

Die Taufe, mit der sie getauft worden war,

 

das Pihta, die Kustä und das Mambügä

 

zeugten für die Seele.

 

Lohnzahlung und Almosenspende (und die Taufe)

 

zeugten für die Seele. 40

 

 

1) Ich ließ mir nicht von verschiedener Seite Almosen geben?

®) Siehe Lit., p. 33f.

Lidzbarski, Ginza. 35

 

 

Io

 

 

25

 

 

546

 

 

Linker Teil. 103, 23—104, 17

 

 

Sie faßten die Seele an der Fläche der Rechten,

 

hoben sie empor und richteten sie im Hause der Vollendung auf,

am Orte, [104] dessen Sonne nicht untergeht

 

und dessen Lichtlampen nicht dunkel werden. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

 

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Im Alter bildete man ihr‘) Flügel,

sie sprang hin und setzte sich in eine Wolke des Glanzes.

 

 

 

 

 

Zweiundzwanzigstes Stück.

 

 

Ich werde erlöst, mein Maß ist voll,

ich werde erlöst, meine Zahl ist voll,

ich werde erlöst, mein Maß ist voll. —

Wenn die Seele den Körper abstreift,

hält der Rumpf den Mund (geschlossen),

das Zimmer?) zeigt Erstarrung.

Die sieben Planeten

umringen meinen Körper und sitzen da.

Sie sprechen zu ihr (zur Seele):

„Wenn du hinausgehst’°), Seele,

bringen wir dich hinein vor die Zöllner.“ —

„Gehe ich hinaus‘), so stehen die Dämonen da,

kehre ich um, meine Zahl ist ja voll.

Wo ist der Lauf, den ich lief,

wo ist der Gruß, den meine Hände reichten ?

Wo sind die Sandalen meiner Füße,

die ich mit meinen Freunden abtrat?

Wo gehst du, Herr der Kusta, hin,

wo die Dämonen meinen Körper umringt haben?

Die Dämonen haben meinen Körper umringt,

und meine Augen färben sich mir im Kopfe.“

Ich hob meine Augen zur Höhe empor,

mit meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin’).

 

 

1) Lies ZbINy, der Seele. 2) D.h. der Körper.

3) Das vorangehende PD „Geh hinaus“ ist hier und Text 116,12 nicht am Platze.

 

 

Die Planeten wünschen ja nicht, daß die Seele den Körper verlasse. Ironisch ist es kaum

 

 

“ gemeint.

 

 

*) Lies PDY. 5) Leid. hat NNID, siehe p. 510!.

 

 

104, 17—105, 9 Drittes Buch. Dreiundzwanzigstes Stück. 547

 

 

Ich hob meine Augen zur Höhe empor

und erblickte den Mann, meinen Helfer.

„Hilf mir, hilf mir“, ruft die Seele,

„hilf mir vor ihnen und laß mich nicht im Stich ').“

Er half mir aus der Mitte der Sieben, 5

hob mich über die Zöllner hinaus,

brachte mich empor und richtete mich im Hause der Voll-

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, [endung auf. —

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Der Mänä freut sich, empfindet Freude, 10

daß Hibil-Ziwa kommet

aus dem Hause des Lebens zu ihm.

 

 

Dreiundzwanzigstes Stück.

 

 

Eine Stimme rief aus der Höhe

 

und aus dem oberen Königreiche. 15

[105] Eine Stimme rief aus der Höhe, die sprach:

 

„Die Gefangenen sollen befreit werden.“

Sie sprach: „Die Gefangenen sollen befreit werden,

 

und den Beengten, denen enge ist, soll es weit werden ’’).“

 

 

Ich zog hin und kam, 20

bis ich zu ihrem Gefängnis gelangte.

Als ich bei ihrem Gefängnis anlangte,

kam der Aufseher der Gefangenen’) mir entgegen.

Ich redete und sprach

zum Aufseher aller Gefangenen: 25

„Was ist die Speise,

und was ist das Getränk der Gefangenen?“ —

„Die Speise der Gefangenen ist Wermut, Bitterkraut und ..... Ä

das Getränk der Gefangenen ist schwarzes Wasser und Schmutz.“

 

 

Darauf redete ich und sprach 30

zum Aufseher aller Gefangenen:

 

„Nimm Pflöcke und Schlüssel

und öffne das Tor des Gefängnisses.

 

 

!) Ich lese YI’R2%9 statt 139, siehe Text 116, 25.

®2) Siehe p. 393, 22; 525 ob. 3) Siehe p. 405 unt.

So

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

548

 

 

Linker Teil. 105, 9—106, 4

 

 

Das Tor des Gefängnisses öffne

 

und die Gefangenen, die eingeschlossen sind, lasse frei.

Lasse die Gefangenen frei, die eingeschlossen sind;

 

es soll weit werden den Beengten, denen enge ist.“

Darauf spricht er zu mir:

„Wieviele soll ich dir herauslassen von tausend,

 

wieviele soll ich dir herauslassen von zehntausend?*

 

 

Er öffnete mir das Tor

und setzte das Zeichen auf das Dokument‘).

Er sucht die Ehebrecher und Diebe aus

und führt sie hinaus zur Pforte der Seol.

Er sucht die Zauberer und Hexen aus

und führt sie hinaus zur Pforte der Seol.

Er sucht die Wahrsager und Winker aus

und führt sie hinaus zur Pforte der Seol.

Er sucht die, die Grenzen verschieben und Grenzsteine verrücken, aus

und führt sie hinaus zur Pforte der Seol.

Ich ging durch das Gefängnis

und fand (dort) keinen wahrhaften Mann.

Darauf redete ich und sprach

zum Aufseher aller Gefangenen:

„Schließe die Bösen wegen ihrer Werke ein

und achte auf die Seelen,

bis daß das große (Leben) zu Gerichte sitzet;

dann sollen die Bösen kommen und geprüft werden.“

Die Gefangenen singen Hymnen und freuen sich,

denen die Fessel abgenommen ward.

Die Gefangenen weinen und heulen,

auf denen die Fessel gelassen ward.

Sie sprechen:

„Wir haben von dir gehört, Guter‘), [dammest.* —

daß du nicht (die Leute) auf den abgeschnittenen Berg ver-

„Meine Söhne, einen abgeschnittenen Berg gibt es nicht,

und niemanden gibt es, den sein Herr auf ihn verdammte.

[106] Nein, eure Angehörigen haben euch verdammt,

die in der Täuschung der Welt leben. [anstaltet

Sie haben für euch keine Totenmessen, nicht meine Gedenkfeier ver-

und den Tisch’) des Almosens und der Messe nicht aufgestellt.“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

t) Hier doch wohl 3%} babyl. göttu „Dokument“. Es ist das dem Erlöser mitgegebene

 

 

Geleitschreiben.

 

 

2) Vgl. Joh. II, p. 106'. ») Leid. hat NINNDDN.

 

 

106, 5— 18 Drittes Buch. Vierundzwanzigstes Stück.

 

 

O sanfter Mana,

 

o geordneter, wohlgeordneter Mana,

o sanfter Mana,

 

mögen mit dir Helfer kommen.

 

 

 

 

 

Vierundzwanzigstes Stück.

 

 

Am Tore der Gefangenen bin ich vorbeigegangen,

mein Glanz ging über ihrem Gefängnisse auf.

Über ihrem Gefängnisse ging mein Glanz auf,

und sie wurden durch meinen Duft wohlriechend.

Durch meinen Duft wurden sie wohlriechend,

und die Seol leuchtete durch meinen Glanz.

Die Seelen nahmen es wahr,

 

 

da weinen sie und heulen und ergießen sich (in Tränen).

 

 

Ich rufe dem Gefangenenaufseher zu:

„Öffne den Seelen das Tor.“

Darauf spricht er:

„Wieviele soll ich dir herauslassen von tausend,

wieviele soll ich dir herauslassen von zehntausend?“

 

 

Er öffnete mir das Tor

 

und setzte das Zeichen auf das Dokument.

Er öffnete mir das Tor

 

und gab ihnen den Lohn für ihre Ketten‘).

Brot legte er für die Armen hin,

 

Gastmähler teilte er an die Verfolgten aus’),

 

 

er wies ihren Tischen den Lohn für ihre Ketten zu.

 

 

Die Seelen wurden ausgesondert

aus dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

1) Er entschädigte sie für die in den Ketten erlittenen Leiden.

2) Lies YINDD oder JOND.

 

 

 

 

 

549

 

 

20

 

 

25

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

550

 

 

Linker Teil. 106, 19—107, 10

 

 

Fünfundzwanzigstes Stück.

 

 

Eine Seele habe ıch in der Tibil,

sie liegt eingehüllt in der Welt da.

Eingehüllt liegt sie in der Welt da,

ein Uthra trete an ihren Pfühl').

An ihren Pfühl trete ein Uthra

und rüttle sie aus dem Schlafe:

„Steh auf, steh auf, Seele,

steh auf, schaue zum Hause des Lebens hin.

Steh auf, schaue zum Hause des Lebens hin

und hebe dein Antlitz zum Lichtort empor.

Siehe, die ganze Welt

ist ein Ding ohne Wert.

Ein Ding ohne Wert ist sie

und verdient kein Vertrauen.

[107] Siehe das große Meer,

durch das es keinen Übergang gibt.

Siehe den Fluß Hitpüun),

durch den kein Damm gelegt ist.

Siehe das Wachthaus,

an dem Rebellen stehen.

Siehe die Feuerbrände,

deren Qualm emporsteigt und das Firmament erreicht.

Siehe die Doppelgruben,

die Rüha auf dem Wege gegraben hat.

Siehe den hohen Berg,

auf dem kein Weg geebnet ist.

Siehe die Mauer, die Eisenmauer,

die wie ein Kranz die Welt umgibt.

Wie ein Kranz umgibt sie die Welt,

und keine Bresche ist in sie geschlagen.

 

 

Wenn du, Seele, hörest, was ich dir sage,

und meiner Rede nicht zuwiderhandelst,

so wird dir über dieses große Meer

ein Übergang gelegt werden.

Durch diesen Fluß Hitpün

wird dir ein Damm gelegt werden’).

 

 

Y) Vgl. p. 430, 32.

2) Bedeutet „sie rissen mich fort‘. Vielleicht hat man sich N% „Wasser“, das Plural

 

 

ist, als Subjekt zu denken.

 

 

®) Vielleicht stehen 789%, ROTYD (TROINYH) für ROY, INIMYDY „ich werde

 

 

dir legen“, siehe weiterhin 7x5W ID (RUND).

 

 

 

 

 

107, 10—108, 1 Drittes Buch. Sechsundzwanzigstes Stück. 551

 

 

Ich werde dich am Wachthause vorbeiführen,

an dem die Rebellen stehen.

Ich werde dich an den Feuerbränden vorbeiführen,

deren Qualm emporsteigt und das Firmament erreicht.

Ich werde dich an den Doppelgruben vorbeiführen, 5

die Rühä auf dem Wege gegraben hat.

Auf diesem hohen Berge

werde ich dir einen Weg ebnen.

In diese Mauer, die Eisenmauer,

werde ich dir eine Bresche schlagen. 10

Ich will mit meiner ganzen Kraft dich fassen

und mit meinem ganzen Körper dich strecken ').

Mit meiner ganzen Kraft will ich dich fassen

und mit mir zum Lichtort emporheben.“ —

Und das Leben ist siegreich. 15

 

 

Kommen die Auserwählten aus der Erde Tibil,

 

so kommen sie und werden von meinem Weinstock umschlungen.

Sie kommen, werden umschlungen von meinem Weinstock

 

und steigen empor, schauen den Lichtort.

 

 

 

 

 

Sechsundzwanzigstes Stück. 20

 

 

Wessen Seele ist diese,

die so gebaut, wohlgebaut ist”)?

So gebaut, wohlgebaut ist sie,

so wahrhaft und gläubig.

So wahrhaft und gläubig ist sie, 25

so gerüstet, wohlgerüstet.

Sie ängstigt und fürchtet sich nicht,

sie kennt keine Angst und Furcht.

Nicht vor den Zöllnern fürchtet sie sich,

nicht vor den verkehrten Engeln. 30

Man legte ihr einen Ätherkranz auf das Haupt

und holte sie aus der Welt.

 

 

Diese Seele fliegt und zieht dahin,

[108] bis sie zum Hause der Zöllner kam.

 

 

1) Man erwartet eigentlich etwas anderes.

2) Hier, sowie in Stück 34 ist es nicht ganz sicher, daß }32 zu 832 gehört (siehe Nöld.,

p. 307,17 und oben, p. 543°); es könnte auch zu }1I gehören, siehe oben p. 391, 14.

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

952

 

 

Linker Teil. 108, 1—20

 

 

Als der Oberzöllner die Seele erblickte,

fragte er sie aus:

„Mit wessen Kraft bist du hinausgegangen, Seele,

und wessen Name ist über dich ausgesprochen?“ —

„Ich bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen,

und der Name des Manda dHaije ist über mich ausgesprochen.“

 

 

„[Womit] soll ich dich vergleichen, Seele,

womit vergleichen in dieser Welt?

Ich vergleiche dich mit der Sonne des Tages,

ich vergleiche dich mit dem Monde der Nacht.

Ich vergleiche dich mit der Nordluft ’),

wenn sie sich in der Welt reget).

Ich vergleiche dich mit den Wogen des Wassers,

wenn die Nordluft über sie weht.“

 

 

Die Seele leuchtete mehr als die Sonne des Tages,

sie war heller als der Mond der Nacht.

 

Sie war stärker als die Nordluft,

wenn sie sich in der Welt reget.

 

Sie war angenehmer als die Wogen des Wassers,

wenn der Nord über sie weht.

 

Der Oberzöllner neigte sein Haupt,

und die Seele stieg auf ihn:

 

„Geh, Seele, steig empor,

geh, fliege und gelange hin.“ —

 

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Wie sehr freue ich mich’),

 

wie sehr freut sich mein Herz,

wie sehr freue ich mich

 

auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird,

auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit

 

und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist!

 

 

 

 

 

Siebenundzwanzigstes Stück »).

 

 

Ein wohlversiegelter Brief ist es,

der aus der Welt hinausgeht,

 

 

?) Siehe über diese p. 281 ob. ° Lies FIIR'RYNH, siehe auch p. 4405.

®) Siehe auch Stück 12. * Steht mit einigen Abweichungen auch Lit., p. 111.

 

 

108, 20—109, 13 Drittes Buch. Siebenundzwanzigstes Stück.

 

 

ein Brief, geschrieben mit Kustä,

 

gesiegelt mit dem Siegelring Großer.

Vollkommene haben ihn geschrieben,

 

gläubige Männer ihn gesichert.

Sie hängten ihn um den Hals der Seele

 

und sandten ihn an das Tor des Lebens.

Woher kam es, daß Daium sah,

 

daß die Seele den Brief trug?

Woher kam es, daß Daium sie sah,

 

während ihre sieben Söhne um sie versammelt waren?

[109] Diese sprechen:

„Wer schrieb den Brief,

 

dessen Geheimnis wir nicht kannten?

Der Brief ist mit Kusta geschrieben,

 

mit dem Siegelring Großer gesiegelt.

Fromme, Vollkommene haben ihn geschrieben,

 

gläubige Männer ihn gesichert.

Sie hängten ihn um den Hals der Seele

 

und sandten ihn an das Tor des Lebens.“

 

 

Die Seele in ihrer Weisheit

breitete Glanz über ihn und verwahrte ihn,

hüllte ihn in Licht und wickelte ihn ein.

Die Sieben neigten ihr Haupt,

und die Seele stieg auf sie.

Man legte ihr einen Ätherkranz auf das Haupt

und holte sie aus der Welt.

 

 

Die Seele fliegt und zieht dahin,

bis sie zu den Wasserbächen kam.

Als sie bei den Wasserbächen anlangte,

ging der große Ausfluß des Glanzes ihr entgegen.

Er faßte sie bei der Fläche der Rechten

und führte sie über die Wasserbäche').

Sie richteten sie in ihrer Skina auf,

an der Stätte, an der die Uthras sitzen.

 

 

Das Leben stützte das Leben,

 

das Leben fand das Seinige.

Das Seinige fand das Leben,

 

und Bar-Haije führte das Seinige hin. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

553

 

 

2) Leid. hat 728. Dahinter steht hier noch N’YDRD KM MN) NT NNWDIDN PIOIN

 

 

Sie holten Glanz heraus und bekleideten sie damit,

sie brachten Licht und bedeckten sie damit.

 

 

25

 

 

35

 

 

25

 

 

30

 

 

Linker Teil. 109, 14—110, 2

 

 

Meine Erleuchtung und meine Lobpreisung führen mich hinüber.

Der du durch die Wache hindurchführest, führe mich hinüber,

die Lichtwolke, und sie steige empor

siegreich zum Orte des Lichtes.

 

 

Achtundzwanzigstes Stück.

 

 

Ich scheide von meinem Körper,

 

meine Zeit ist gekommen, und mein Maß ist voll.

Mein Maß ist voll, meine Zeit ist gekommen,

 

und das Scheiden aus dem Körper ist nahe.

 

Die Wache zieht eilig hinaus.

 

Der Rumpf hielt den Mund (geschlossen),

 

das Zimmer zeigte Erstarrung.

Der körperliche Rumpf erbebte.

 

Die Unholde durchbohren mein Herz’).

Wer von den Bösen sagte ihm:

 

„Rüste aus und stelle Engel auf dem Wege auf)?“

Ziehe hinaus, du scheidest, Seele,

 

man wird dich vor den Richter hineinbringen.

Deine Werke und deine Taten

 

werden dich vor den Richter hineinbringen.

Steh auf, gehe mit ihm,

 

mit dem König®) des großen (Lebens), der zu dir gekommen ist.

Der Weg, den ich gehe,

 

ist weit und endlos.

Durch die Durchfahrt, durch die ich hindurchziehe,

 

dringt kein Steuer.

Die Sonne geht darüber nicht unter,

 

die Lampen [110] des Lichtes werden nicht dunkel.

Die Männer, die dort sind,

 

legen sich prangende Kränze auf.

Mit einem Glanze sind sie bekleidet,

 

ein Licht ist über alle gebreitet ‘).

 

 

') Statt NIDIDDND lies NISYNWND. Ich ziehe NWINT der Lesung NYWINT (auch

 

 

Leid. so) vor. Zu WI = W)7 siehe Nöld., p. 41,6. Dann IND statt 027.

 

 

?) Die Worte sind wohl an ein unterirdisches Wesen gerichtet. Auch die „Engel“

 

 

sind hier schlimme Genien, siehe p. 4.

 

 

®) „König“ ist auch hier so viel wie himmlisches Wesen, siehe p. 6°.

*) Lies DD.

 

 

 

 

 

110, 3—19 Drittes Buch. Neunundzwanzigstes Stück.

 

 

Sie stehen in gleicher Größe da

und nehmen voneinander das Maß an.

Wenn die Guten sprechen,

ist ihre Rede eins. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Seele, steh auf, gehe

 

 

mit dem König des großen (Lebens), der zu dir gekommen

 

 

 

 

 

Neunundzwanzigstes Stück.

 

 

Ich wurde erlöst, mein Maß wurde voll,

das große (Leben) sandte nach mir.

Ich spreche zu meinen Sprossen

und belehrte die Großen '').

Zu meinen Sprossen spreche ich,

den Großen gab ich Verordnungen:

„Meine Sprosse, ich verlasse euch;

was werdet ihr, meine Sprosse, tun?“

 

 

Ich setzte mich in den Schatten meiner Weinstöcke‘),

und mein Glanz ging über meinen Weinstöcken auf.

Über meinen Weinstöcken ging mein Glanz auf,

und meine Weinstöcke sprachen von ihrer Stätte aus.

Sie tragen vor und sprechen:

„Du scheidest von uns, Mann,

was gibst du uns auf?

Sprich uns von deinem Namen,

eine lebendige Rede, ausgedehnt und endlos.

Sprich uns von den verborgenen Reden

und vom festen Mana, wenn er hinausgeht’).

Sage uns, was das große (Leben) ihm aufgegeben ‘),

wenn er aus der Welt scheidet.“

 

 

„Ich will euch von den verborgenen Reden mitteilen

und vom festen Mana.

 

 

L) Hier im Sinne „Vornehme, Edle‘. „Große, Erwachsene“ heißt N%27% nicht.

2) Das sind seine Sprosse. s) Es ist die abscheidende Seele.

#) 7827 IIPND ist nicht in Ordnung; vielleicht XI NYIPND.

 

 

or

fo]

 

 

1St.

 

 

30

 

 

20

 

 

30

 

 

55

 

 

556

 

 

Linker Teil. 110, 19-111, 10

 

 

Wenn er von hier scheidet,

sind die Sieben seine Gegner.

Bis zum Hause des Ptahil

stehen die Sieben zur Gegnerschaft des Mana da.

Wenn er aus dem Hause des Ptahil heraustritt,

empfängt ihn Abathur mit seinem Glanze

und seinem Lichte unbegrenzt.

Ob seines ausgedehnten Glanzes

kommt Angst über den Zweiten.

Der Zweite erhebt sich von seinem Throne

und preist das gewaltige Leben:

„Gepriesen seiest du, gewaltiges Leben,

daß du mir diesen Helfer gesandt hast.“

 

 

Meine Sprosse neigten ihr Haupt,

 

sie jammerten und weinten an ihrer Stätte.

[111] Sie sprechen:

„Du scheidest von uns, Mann;

 

wann werden wir deine Stätte schauen?

Wann werden wir deine Gestalt schauen,

 

die nun von der Welt verborgen ist?“

 

 

Darauf erwidert er ihnen:

„Wenn das große (Leben) mich ließe,

würde ich bei euch in der Welt groß werden.

Doch jetzt, wo das Große mich wünschte,

fügten mich die verborgenen Vollkommenen sich zu.

Ich wurde den verborgenen Mänäs hinzugefügt,

dem Glanze, der im Weinstock lohet.*“ —

Das große Leben spricht zu ihm und beauftragt ihn,

das in Güte nach ihm gesandt hat.

Es spricht zu ihm:

„Du Mann, wem hast du deine Sprosse überlassen,

und wer ist der Mann, der sie unterrichten soll?“

Darauf erwidert er ihm '):

„Deine Kraft wird sie bewahren,

und deine Erleuchtung wird ihnen eine Hilfe sein.“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

1) 55 trotz der Beziehung auf X”, siehe p. 2409; 301273332

 

 

 

 

 

 

 

 

111, 11—112, 2 Drittes Buch. Dreißigstes Stück.

 

 

ar

ot

I

 

 

Dreißigstes Stück.

 

 

Am Tore des Gartens ging ich vorüber,

ich hörte die Stimme des Gärtners.

Die Stimme des Gärtners hörte ich,

der weinte und die Bäume des Gartens zum Weinen brachte 5

Warum weinest du, Gärtner,

und bringst die Bäume deines Gartens zum Weinen?

Ging etwa das...... ') in deinen Händen fort,

oder wurde das Wasser in deinen Kanälen gehemmt?“

 

 

Bllicht ging das .....- ', in meinen Händen fort, 10

noch wurde das Wasser in meinen Kanälen gehemmt.

Doch gestern, doch am Abend

wurde eine Zeder aus meinem Garten entwurzelt.

[Eine Zeder wurde entwurzelt] aus meinem Garten,

eine weibliche Zeder?) an der Wurzel herausgerissen. 15

Ich weine um meine Gefährten?) und um die Pflanzen,

die er bei ihr‘) gelassen hat).“

 

 

„Die Zeder, die aus deinem Garten entwurzelt ist,

sie hat der Mann entwurzelt, der sie gepflanzet.

Die weibliche Zeder, die an der Wurzel herausgerissen ist, 20

sie wird hier bei uns aufgerichtet.

Die guten Pflanzen, die man bei dir gelassen hat,

werden sich emporwinden und trefflich gedeihen.“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Ich bin ein großer Mäna, 2

ich bin ein Manä, ein Sohn des gewaltigen (Lebens).

Ich bin ein großer Mänä,

der ich im Meere wohnte.

Ich wohnte im Meere,

bis man mir Flügel bildete, 30

bis man mir bildete Flügel,

[112] bis ich ein Geflügelter wurde,

bis ich wurde ein Geflügelter

und meine Flügel gegen den Lichtort emporhob.

 

 

1) Siehe oben, p. 431°. 2?) Siehe oben, p. 409, 4.

 

3) Event. „meine Gefährtin“; Leid. hat INMINY.

 

#) Er, der Dieb, bei der Zeder? Nach dem Folgenden erwartet man IRDNYDT „bei mir“.

 

5) Die Zedern sind die Seelen, die von hier weggeholt wurden. Sollte 8YWN wirklich

die weibliche Zeder sein, so könnte auf männliche und weibliche Abgeschiedene angespielt sein.

 

 

588 Linker Teil. 112, 3—20

 

 

Einunddreißigstes Stück.

 

 

Am Tore des Gefängnisses

ging der Glanz des Sonntags vorüber.

Der Glanz des Sonntags ging vorüber,

und am Tore der Gefangenen füllte sich das Licht.

Als die Seelen den Glanz und das Licht des Manda dHaije erblickten,

empfanden sie') Freude in ihren Ketten.

Da sprach zu ihnen der Gefangenenaufseher,

der unter ihnen wohnte:

„Welcher ist mein (bester) Tag unter den Tagen’)?

Der Tag, an dem ihr Freude in euren Ketten empfandet’).“

Darauf sprachen‘) zu dem Gefangenenaufseher

die Gefangenen’), unter denen er wohnte:

„Unser°) (bester) Tag unter allen Tagen ist,

da der Glanz des Sonntags vorüberging.

Der Glanz des Sonntags ging vorüber,

und am Tore der Gefangenen füllte sich das Licht.

Als wir den Glanz und das Licht des Mandä dHaije erblickten,

empfanden wir Freude in unseren Ketten.“

 

 

Darauf sprach ich zu dem Gefangenenaufseher,

der unter ihnen wohnte:

 

„Du Aufseher aller Gefangenen, du Gefangenenaufseher!

Laß deine Seelen los”) und gib sie mir.

 

Laß los und gib mir die Seelen,

die des Lichtortes würdig und wert sind,

 

einen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet

und in den vier Jordanen°) getauft ist.“

 

 

Da sprach zu ihm der Gefangenenaufseher,

der unter ihnen wohnte:

„Guter, zahlreich sind deine Seelen,

end- und zahllos.

Forsche nach ihnen®) in deinem sanften Sinne

und sprich mit deiner hehren Stimme. |

 

 

 

 

 

1) Eigentlich „suchen sie“. 2) Siehe Lit., p. 186. 3) Siehe Nöld., p. 255%. |

#) Leid. hat FORHYT. 5) Leid. hat IN77 N'T'Dy. %) Lies INDM.

 

?), Siehe Joh. II, p. 245m.

 

s) Die „vier Jordane“ finde ich nur noch an einer Stelle im Mand. Diwan (links gegen-

über dem zweiten Hunde 37), die von diesem Stücke abhängig ist: (|. NIIYT) NDNNT IND so

WORWT NDIRDND 18 MDETIRD NDNWINT NMTINY IIND „Einen jeden, der in den vier

Jordanen getauft ist, bringt Sonntag am Wachthause des Samis vorüber.‘

®) Vielleicht „trage ihnen vor“, siehe den folgenden Halbvers.

 

 

 

 

 

 

112, 20—113, 14 Drittes Buch. Einunddreißigstes Stück.

 

 

Mit deiner hehren Stimme sprich

und suche deine Seelen aus und führe sie hin.

Suche aus und führe deine Seelen hin,

die des Lichtortes würdig und wert sind,

einen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet

und in den vier Jordanen getauft ist.“

 

 

Ich forschte in meinem sanften Sinne

und sprach mit meiner hehren Stimme.

Mit meiner hehren Stimme sprach ich,

suchte meine Seelen aus [113] und führte sie hin.

Ich suchte aus und führte hin meine Seelen,

die des Lichtortes würdig und wert sind,

einen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet

und in den vier Jordanen getauft ist.

 

 

Da sprach zu ihm der Gefangenenaufseher,

der unter ihnen wohnte:

„Guter, du suchtest deine Seelen aus und führtest sie hin;

wer wird ihnen Erleichterung von ihren Ketten gewähren?“

Darauf erwiderte ich und sprach

zum Aufseher aller Gefangenen:

„in der Welt, in der diese Seelen weilten,

dort schafft man Linderung).

Linderung schafft man dort

und gibt Brot den Armen.

Auf den Tisch legt man

die Erleichterung von ihren Ketten,“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Ich gehe meinem Abbild entgegen,

und mein Abbild geht mir entgegen.

Es kost und umarmt mich,

als käme ich aus der Gefangenschaft zurück.

 

 

1) Durch Veranstaltung von Totenmessen und Übung frommer Werke, siehe p. 548

 

 

 

 

 

559

 

 

unt.

 

 

20

 

 

25

 

 

560 Linker Teil. 113, 15—114, 5

 

 

Zweiunddreißigstes Stück.

 

 

Wann wird mein Maß voll sein,

wann wird mein Rechtsstreit geschlichtet werden?

Wann werde ich das körperliche Gewand ablegen

und nach dem Orte des Lebens gehen,

nach dem Orte des Hauses der Guten,

nach der Welt, in der mein Haus‘) steht?

Ich will hinausziehen und zu meinem Vaterhause gehen,

werde nicht zu meinem Hause hier”) zurückkehren.

Weh und leid war mir,

daß ich in dieser Welt wohnen mußte,

wo das Leben mir aus den Früchten,

der Glanz mir aus der Ferne antwortete.

Aus einem Orte, der weit und fern ist,

schaute und erkannte ich meinen Vater. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Dreiunddreißigstes Stück

 

 

Welchem Dinge gleichen die Guten,

wenn sie aus ihrem Körper scheiden?

[114] Sie gleichen flinken (?) Pfeilen’’),

die man glättete‘) und die so diese Welt verließen.

Welchem Dinge gleichen die Bösen‘),

wenn sie aus ihrem Körper scheiden?

Sie gleichen den Bienen,

wenn sie ihren Stock verlassen.

Sie haben ihren Honig abgegeben‘),

dann gingen sie hin und legten sich auf den steinigen Berg. —

 

 

!) Ich vermute [38] MIT „in der mein Vaterhaus‘, siehe den folgenden Vers. NDON

PN steht wohl auch hier irrtümlich für 87 NOON, siehe p. 338°.

 

2) Wohl NINT zu lesen. DNN und DNNNT sind durch das vorhergehende DNNNN

beeinflußt. An „das Haus meines Schwiegervaters“ ist nicht zu denken.

 

®) Siehe Joh. II, p. 19°.

 

*) AND (AND) heißt „bestreichen, glätten“. Eine dieser Bedeutungen kann hier wohl

vorliegen. Doch erwartet man eine andere Form, etwa oT oder NOW (Part. pass. pl.).

 

5) Siehe Joh. II, p. 106.

 

®) B und Leid. haben vorher noch Sy, womit ich nichts anzufangen weiß. „Ab-

messen“ paßt hier nicht.

 

 

114.521 Drittes Buch. Vierunddreißigstes Stück. 561

 

 

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Ich will emporsteigen und zum großen (Leben) sprechen:

„Täglich, alltäglich

 

sende mir Stimme und Kraft.

Die Stimme und die Kraft, die du mir sendest,

 

werden mich wachhalten, daß ich nicht strauchle.*“

 

 

 

 

 

Vierunddreißigstes Stück.

 

 

Wessen Seele ist diese,

die so gebaut, wohlgebaut ist‘)?

So wohlgebaut, gebaut ist sie,

so gerüstet, wohlgerüstet.

So wohlgerüstet, gerüstet ist sie,

so wahrhaft und gläubig.

Sie sitzt in einer Glanzwolke,

und Engel bereiten ihr eine Stütze.

Uthras gehen vor ihr einher,

Kustä ebnet ihr den Weg.

Die Seele zog durch das Gefängnis’),

verließ eilig”) das Haus des Leides.

 

 

Die Seele zieht hin und geht,

 

bis sie zum Hause der Zöllner kommt.

Die Zöllner rufen nach den Dienern,

 

nach den Männern, die die Seol warten:

„Nehmet das ganze Waffengerät mit

 

und ziehet zur Hälfte des Weges hin.

Sehet nach, wessen Seele diese ist,

 

die so gebaut, wohlgebaut ist.

So wohlgebaut, gebaut ist sie,

 

so gerüstet, wohlgerüstet.

So wohlgerüstet, gerüstet ist sie,

 

so wahrhaft und gläubig.

 

 

1) Siehe oben, p. 551°.

2) X7N kann heißen „durchgehen“ und (häufiger) „vorbeigehen“. Es ist unsicher,

welcher Sinn hier vorliegt. Siehe einerseits den folgenden Halbvers, andererseits p. 445 ff.

3) Lies P77NW) wie weiterhin Text, Z. 23.

Lidzbarski, Ginzä. 36

 

 

Io

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

55

 

 

562

 

 

Linker Teil 114, 21—115, 12

 

 

Sie sitzt ın einer Glanzwolke,

und Engel bereiten ihr eine Stütze.

Uthras gehen vor ihr einher,

Kustä ebnet ihr den Weg.

Sie zog durch das Gefängnis,

verließ eilig das Haus des Leides.“

Nahmen sie nicht das ganze Waffengerät

und zogen zur Hälfte des Weges hin?

Doch die Seele stieg zum Hause des Lebens empor,

während die Sieben [115] beschämt umkehrten. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Fünfunddreißigstes Stück.

 

 

Sie (die Seele) sprach: In das Leben ordneten sie mich ein;

in seine Ordnung ..... sie mich ').

In Güte werde gedacht des Lebens’),

in Güte werde gedacht des gewaltigen (Lebens),

in Güte werde gedacht des Lebens,

das mein Gewand außerweltlich machte.

Es zog mir den Rock der Finsternis aus

und zog mir ein Gewand des Glanzes an.

Es zog mir ein Gewand an,

das wundersam und endlos ist.

Ich streckte meinen Körper darin aus,

er wurde der Weltenfülle gleich.

Ich schwang meine Flügel darin,

ich zog hin und gelangte bis zum Firmament.

Ich öffnete meine Augen darin,

meine Augen wurden des Lichtes voll.

Ich ziehe in meinem Gewande dahin,

im Gewande, das das Leben mir angezogen.

Ich ziehe im Gewande des Lebens dahin,

bis ich zum Hause der Sieben komme.

Wie ich am Hause der Sieben ankomme,

stehen sie da und tuscheln.

 

 

’) a7 „verfolgen“ paßt nicht; vielleicht stand auch hier IMTD.

2) Siehe oben, p. 524,

 

 

115, 12—116, 5 Drittes Buch. Fünfunddreißigstes Stück.

 

 

„Warum tuschelt ihr, ihr Sieben?

Ich gehöre nicht zu euch.“

 

 

Ich ziehe in meinem Gewande dahin,

bis ich zum Hause des Abathur komme:

 

„Kusta über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit!“ —

„Gebet mir Kusta von der eurigen '’).“

 

 

Ich ziehe in meinem Gewande dahın,

in dem Gewande, das das Leben mir angezogen.

Ich ziehe ın meinem’) Gewande dahın,

bis ich zu den Söhnen des Heils komme:

„Kustä über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit!“ —

„Gebet mir Kusta von der eurigen.“

 

 

Ich ziehe in meinem Gewande dahın,

in dem Gewande, das das Leben mir angezogen.

Ich ziehe in meinem Gewande dahin,

bis ich zu den Wasserbächen komme.

Als ich bei den Wasserbächen anlangte,

ging der Ausfluß des Glanzes mir entgegen.

Er faßte mich bei der Fläche meiner Rechten

und führte mich durch die Wasserbäche:

„Kustä über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit.“ —

„Gebet mir Kustä von der eurigen.*

 

 

Ich ziehe in meinem Gewande dahın,

 

in dem Gewande, das das Leben mir angezogen.

Ich ziehe in meinem Gewande dahin,

 

bis ich zum Hause des Lebens komme.

Als ich am Hause des Lebens anlangte,

 

gingen die Guten mir entgegen.

 

 

[116] Sie holten Glanz heraus und bekleideten mich damit,

 

 

brachten Licht und bedeckten mich damit:

 

„Kusta über dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit.“ —

„Gebet mir Kustä von der eurigen.“

 

Die Guten zählten mich‘) zu den ihrigen

 

 

und verrichten für uns das Gebet an das große (Leben). —

 

 

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

1) Man hat die Worte wohl als Begrüßung des Ankommenden und dessen Gegengruß

 

 

aufzufassen.

 

 

2) Lies wnDsn, siehe weiterhin. ?) Lies 90.

 

 

302

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

Linker Teil. 11%, 6-23

 

 

Dem großen (Leben) gefiel es;

was ich ihm sagte, erhörte es:

„Täglich, alltäglich

sende mir Stimme und Kraft.

Die Stimme und die Kraft, die du mir sendest,

werden mich wachhalten, daß ich nicht strauchle.“

 

 

 

 

 

Sechsunddreißigstes Stück )).

 

 

„Mein Maß ist voll, und ich ziehe hinaus.“ —

Wenn die Seele den Körper abstreift,

hält der Rumpf den Mund (geschlossen),

das Zimmer zeigt Erstarrung.

Die Sieben umringten den Körper,

sitzen da (und sprechen):

„Wenn du hinausgehst”), Seele,

bringen sie dich hinein vor die Zöllner.“ —

„Gehe ich hinaus, so stehen die Dämonen da,

kehre ich um, meine Zahl ist ja voll.

Wo ist das Leben, das ich geliebet,

wo ist das Leben, das mich geliebet?

Wo ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit,

auf dessen Namen ich Almosen spendete?

Wo ist Manda dHaije,

auf dessen Namen ich zum Jordan ging?

Wo ist der Jordan lebenden Wassers,

aus dem ich Sieghaftigkeit holte?

Aus ihm holte ich Sieghaftigkeit

und empfing ich das reine Zeichen.

Wo ist der Lauf, den ich lief,

wo ist der Gruß, den meine Hände reichten?

Wo sind die Schuhe meiner Füße,

die ich mit meinen Freunden abtrat?

Wo gehst du, Herr der Kusta, hin,

wo die Dämonen meinen Körper umringt halten?

Die Dämonen halten meinen Körper umringt,

und meine Augen färben sich mir im Kopfe.“

Ich hob meine Augen zur Höhe empor

und erblickte den Mann, meinen Helfer.

 

 

', Siehe auch Stück 15. 22. ®) Siehe p. 546°.

 

 

116, 23—117.6 Drittes Buch. Siebenunddreißigstes Stück. 565

 

 

Er sprach zu mir:

„Geh hinaus‘), Seele,

deinetwegen bin ich hierher gekommen.“ —

„Trage, trage mich“, ruft die Seele,

„trage, trage mich weg von ihnen und laß mich nicht zurück.“ 5

 

 

Er trug mich hinaus aus der Mitte der Sieben,

er hob mich über die Zöllner hinaus.

Er hob mich hinaus [über die Zöllner],

[117] brachte mich in die Höhe und richtete mich im Hause der

am Orte der ganz Glanz, [Vollendung auf, 10

in der Wohnung, die ganz Leuchten ist.

An jenen Ort

sind auch eure Seelen gerufen und geladen. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 15

 

 

 

 

 

Er stieg empor und hob mich mit sich empor

und ließ mich nicht in der nichtigen Wohnung zurück.

 

 

Siebenunddreißigstes Stück ’).

 

 

Obwohl noch jung, wurde mein Maß voll,

obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt; 20

obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt,

weg aus dieser Welt,

Wie töricht sind die Äonen,

wie einfältig sind die Welten,

wie töricht sind die Äonen, 25

daß sie um mich in Trauer dasitzen.

In Trauer um mich sitzen sie da,

und um mich liegen sie auf Matten.

 

 

Die wehklagen, sterben,

die auf Matten liegen °), werden getötet. 30

Bher..... essen,

schauen nicht den Ort des Lichtes.

1) Hier wiederum stört NTEN). *) Siehe auch Stück 18.

%) Lies dy NIDDNW.

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

566

 

 

Linker Teil. 117.7—15

 

 

Wenn ihr nicht wehklaget,

wenn ihr nicht auf Matten lieget,

so werde ich, wenn ihr mich rufet, euch rasch antworten.

Ich werde vor euch sprechen,

wenn ich euch das Glanzgewand bringe,

das aus dir, großer Jordan, kommt.

 

 

Wenn ihr wehklaget,

wenn ihr auf Matten lieget,

so werde ich, wenn ihr mich rufet, euch nicht antworten.

Ich werde nicht vor euch sprechen,

werde euch kein Glanzgewand gewähren,

keinen prangenden Kranz gewähren.

Am Tage eures Scheidens

werdet ihr im Hause der Zöllner gefesselt werden. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Achtunddreißigstes Stück.

 

 

Den Laut, den Laut eines Lautes

zweier Stimmen hörte ich,

den Laut zweier Stimmen (von zweien),

die dasitzen und sich gegenseitig aufklären.

Die Stimme des Geistes und die Stimme der Seele,

die dasitzen und sich gegenseitig unterweisen.

Der Geist spricht zur Seele,

[es spricht] der Geist zur Seele:

„Bei deinem Leben, meine Schwester,

führe mich mit dir, wenn du dahingehst.“ —

„Wie soll ich dich mit mir führen,

wo du ein lügnerischer Geist bist?

Du bist ein lügnerischer Geist,

erlügest, was du nicht gesehen hast.

Wie soll ich dieh mit mir führen, mein Bruder,

wo der Mann der Wage aufgerichtet dasteht?

Der Mann der Wage steht aufgerichtet da

und wägt Werke und Lohn.

Werke und Lohn‘) wägt er

und tut den Geist mit der Seele zusammen.

 

 

 

 

 

RT) NIINDIY ist vielleicht doppelt zu lesen, doch fehlt es auch Text 128, 12.

 

 

4

 

 

117, 16—118. 6 Drittes Buch. Neununddreißigstes Stück. 567

 

 

Wenn er jemand wägt und er sich als vollwichtig erweist,

 

so hebt man ihn empor und gewährt ihm eine Stütze im Leben.

Wenn er jemand wägt und er sich nicht als vollwichtig erweist,

 

so erledigt man ihm schon dort den Rechtsstreit ').“

 

 

„Führe mich mit dir 5

bis (dahin, wo) die Wage aufgerichtet ist.

Dann mögen sie mich auf die Wage bringen,

Werke und Lohn hineinbringen.

Wenn sie mich beim Wägen vollwichtig befinden,

mögen sie den Geist mit der Seele zusammenbringen: 10

Wenn sie mich beim Wägen minderwertig befinden,

mögen sie mich hinter dir abschneiden. —

Wie gut bist du*), meine Schwester, Seele,

daß du mich mit dir führtest, als du hingingest ’’),

bis (dahin, wo) die Wage aufgerichtet ist, 15

die Werke und Lohn wäget.

Sie fanden mich beim Wägen vollwichtig,

da brachten sie den Geist mit der Seele zusammen.“ —

Wie freut sich die Seele,

daß sie den Geist mit der Seele zusammenbrachten! — 20

Das Leben [118] stützte das Leben,

das Leben fand das Seinige.

Und das Leben ist siegreich,

 

 

Neununddreißigstes Stück.

 

 

Ob Kustä gut ist für den Guten 25

und Manda dHaije für die Söhne des Heils‘)? —

Während sie noch in ihrem Körper weilen

und sich kraft des Namens des Lebens aufzuklären suchen,

„Wann soll es finster, wann hell werden’), [[sprechen sie]:

wann soll das Maß der Welt voll werden? 30

Wann soll das Gute aus dem Bösen heraustreten,

wann das Süße aus dem Bittern?

 

 

!) Siehe p. 4öl unt. ?®) Lies MNIND-

 

®) Die Seele ist dem Wunsche des Geistes nachgekommen.

 

*) Siehe auch p. 142, 13.

 

5) Wann soll die Helligkeit an die Stelle der Finsternis treten?

 

 

Io

 

 

I5

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

568

 

 

Linker Teil. 118, 7—24

 

 

Wann soll das Leben ') aus dem Tode heraustreten;

wann soll das Leben vor seinen Vater emporsteigen?

Wann soll das Bitterkraut und ..... abgelegt werden’),

das die Seele auf dieser Welt tragen mußte?“

 

 

„Wenn es auch nicht finster, wenn es auch nicht hell wird,

so wird doch bald das Maß des Körpers voll.

Wenn auch nicht die Kustä hierher zu den Guten kommt

und Manda dHaije zu den Söhnen des Heils,

das Licht aus der Finsternis heraustritt

und das Gute aus dem Bösen,

das Süße aus dem Bittern heraustritt

und das Leben aus dem Tode,

das Leben vor seinen Vater emporsteigt

und die Seele des Lebens zu den Söhnen des Heils,

das Bitterkraut und ..... abgelegt wird,

das die Seele auf dieser Welt tragen mußte,

so werdet ihr doch aufgerichtet und gefestigt werden

am Orte, an dem die Guten gefestigt werden.“ —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

Vierzigstes Stück.

 

 

Die Stimme der Seele höre ich,

die aus dem Körper heraus weinet’):

„Wer wird mich aus meinem Körper holen ‘),

wer mich aus meinem Leibe herausnehmen?

Es schmerzt und bedrückt mich

in dieser Welt,

der Welt, die ganz Nacht,

ganz voller Ränke ist,

ganz mit Knoten geknotet,

ganz mit Siegeln gesiegelt ist,

mit Knoten ohne Zahl,

mit Siegeln ohne Maß.“

 

 

„Der Mann, der sich selber schaute

und um die Körper zeugte, sie zu lösen”),

 

 

ı) Hier nicht das Leben als höchstes Wesen, sondern das Leben an sich.

?) Lies PORN. 9) Lies NOND. 4) Lies INPDN).

5) Was dasteht, läßt sich nicht anders übersetzen, doch verstehe ieh den Sinn nicht.

 

 

Auch im Folgenden ist manches dunkel.

 

 

 

 

 

118, 25—119, 15 Drittes Buch. Einundvierzigstes Stück.

 

 

der die Sterne am Himmel zählte’),

das Weltmeer unter den Meeren maß,

[119] der Sin (den Mond) am Himmel schaute,

vor ihm schwach wurde und sich hier stützte,

der das große Tor schaute,

aus dem er die Welten holte,

er wird deine Knoten lösen,

jener Mann wird deine Siegel aufbrechen.

Ihr habt gesucht und gefunden,

wiederum werdet ihr suchen und finden.“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Einundvierzigstes Stück.

 

 

Ein Mana (bin ich) aus dem Hause des großen (Lebens),

ein Mäna aus dem Hause des gewaltigen (Lebens),

ein Mänä aus dem Hause des großen (Lebens).

Aus dem Hause des großen (Lebens) brachte mich wer?

Wer brachte mich aus dem Hause des großen (Lebens),

wer warf mich in die Tibil?

Wer warf mich in die Tibil,

in den Rumpf ohne Hände und Füße?

Ich sitze da und bewache

die Herberge, die man mir anvertrauet.

Ich sitze da und bewache sie,

bis mein Maß voll ist.

Ist mein Maß voll,

dann kommt der Löser.

Wenn der Löser kommt,

löst er mich und führt mich zum Lichtort.

Der mich gelöset, geht vor mir,

der mich gebunden, läuft hinter mir her.

Ich lief und hielt mich an den, der mich gelöset;

die mich gebunden, erreichten mich nicht. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

1) Lies 99”.

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

70 Linker Teil. 119, 16—120, 6

 

 

ji

 

 

Zweiundvierzigstes Stück.

 

 

Die Seele, die Seele des Lebens spricht:

„Wer sperrte mich in die Tibil?

Von dem Tage an, da ich in Adam hineinfiel,

schaute ich vier Mysterien ').

Ich ging zum Abbild des Wassers;

das Wasser ist das Leben dieser Welt.

Ich ging zum Abbild der Sonne,

die Sonne ist das Licht dieser Welt.

Ich ging zum Abbild des Mondes,

der Mond ist die Zählung dieser Welt.“

 

 

Die Seele, die Seele des Lebens spricht:

„Wer warf mich in die Tibil?

In die Tibil warf wer mich’),

wer schloß mich in die Mauer ein?

Wer warf mich in den Fußblock,

der der Weltenfülle gleicht?

Wer legte eine Kette um mich’),

die über die Maßen ist?

Wer [120] bekleidete mich mit einem Rock

von allen Farben und Arten?

 

 

Ja, Mandä dHaije ist es,

der aufbrach, um in die Welt zu kommen.

Fürwahr, er holte mich aus der Erde,

zog mich aus ...... 5):

Er holte mich aus dem Fußblock,

der der Weltenfülle gleicht.

Er nahm die Kette von mir’),

die über die Maßen ist.

Er zog mir den Rock aus

von allen Farben und Arten.

Der mich gelöst hatte, ging vor mir,

der mich gebunden, lief hinter mir her.

 

 

») Siehe Joh. II, p. 167. Hier werden nur drei aufgezählt.

 

2) RPIN 12 ist wohl zu streichen; vielleicht ist es als Glosse zu San 312 in den

Text hineingeraten. An der entsprechenden Stelle weiterhin steht zwar NP 1 ID, doch. --

ist dort auch für NW ein anderes Wort gesetzt.

 

3) Lies ININMDT.

 

*) Das Wort NWIINT findet sich nur hier und Text 122,6,19. Es scheint etwas wie

Fessel zu bedeuten. Hängt es vielleicht mit babyl. zörgüuts „Band“ (MUSS-ARNOLT I, p. 297)

zusammen ? 5), Lies WIM.

 

 

> ME

 

 

120, 6—22 Drittes Buch. Dreiundvierzigstes Stück. 571

 

 

Ich lief und hielt mich an den, der mich gelöset;

ich lief, der mich gebunden hatte, erreichte mich nicht.

 

Das Leben antwortete mir aus den Früchten,

der Glanz antwortete mir aus der Ferne.

 

Aus einem Orte, der weit und fern ist, 5

schaute und erkannte ich meinen Vater.“ —

 

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Dreiundvierzigstes Stück ).

 

 

Ich liege eingehüllt da

in einem Gewande’), an dem kein Fehler ist, 10

in einem Gewande, an dem ist kein Fehler,

nicht ist an ihm Mangel und Fehl.

Das Leben wußte um mich;

Adam, der schlief, erwachte.

Es faßte mich an der Fläche meiner Rechten 15

und gab mir nicht ...... in die Hand.

Es warf Licht in die Finsternis,

und die Finsternis füllte sieh mit Licht.

Am Tage, da das Licht emporsteigt,

wird die Finsternis an ihren Ort zurückkehren. 20

Er näherte sich der Wolke des Lichtes,

sein Gang ist nach dem Orte des Lebens gerichtet. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Vierundvierzigstes Stück ’).

 

 

„Mein Maß ist voll, und ich ziehe hinaus.“ — 25

Der Geist spricht zur Seele:

„Wenn du hinausziehest, warum tut es dir leid?

Tut es dir leid, warum ziehst du hinaus?“ —

„Ziehe ich hinaus, so stehen die Dämonen da,

kehre ich um, meine Zahl ist ja voll. 30

Wo ist das Leben, das ich geliebet,

wo ist das Leben, das mich geliebet?

 

 

1) Steht auch Lit., p. 96. 2) Lies nIWYy2. ®) Siehe auch Stück 15.

 

 

15

 

 

30

 

 

O5

 

 

572

 

 

Linker Teil. 120, 22—121, 16

 

 

Wo ist Manda dHaije,

 

auf dessen Namen ich zum Jordan ging?

Auf seinen Namen gingen wir zum Jordan

 

und empfingen das reine Zeichen.

Wo ist [121] der Jordan lebenden Wassers,

 

aus dem wir Sieghaftigkeit holten?

Wo ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit,

 

auf dessen Namen wir Almosen spendeten?

Wo ist der Lauf, den wir liefen,

 

wo der Gruß, den unsere Hände reichten ?

Wo sind die Schuhe unserer Füße,

 

die wir mit unseren Freunden abtraten?

Wo gehst du, Herr der Kustä, hin,

 

wo die Dämonen meinen Körper umringt halten?

Mandäa dHaije ist fern,

 

sei du mir nahe.

An seiner Stätte pflanzte Mandä dHaije Kustä,

 

nun ist Kusta reichlich in der Welt').“

 

 

Darauf sprach er zu mir:

 

„Wie bist du in die Verwesung geraten?

Hat das Leben dich gesandt,

 

oder bist du von selbst gekommen?

Das Leben sandte mich

 

zu dir, Seele des Lebens.

Es sendet dich aus der Welt,

 

aus der Welt der Finsternis,

 

des Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht.

 

Aus der Welt der Finsternis

 

werde ich dich zum lichten Wohnsitz emporheben.* —

Du warst siegreich, Manda dHaije,

 

und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.

 

 

 

 

 

Fünfundvierzigstes Stück.

 

 

Obwohl noch jung, wurde mein Maß voll,

obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt.

Wen soll ich rufen, und wer soll mir antworten,

wer soll mir ein Helfer sein?

 

 

®) Unsicher. Allenfalls auch: nun sitzt er in den Welten der Kustä.

 

 

121, 16—122, 6 Drittes Buch. Sechsundvierzigstes Stück. 573

 

 

Ich will nach der Stimme des Lebens rufen,

ich will nach der Leuchte rufen, die ganz Licht ist,

ich will nach dem Manne von erprobter Gerechtigkeit rufen,

der gläubig Almosen spendete ').

 

 

Er spendet gläubig [Almosen], 5

und das Leben richtete ihn in vollkommener Weise auf.

wen.... Kustä,

 

 

und Mandä dHaije hörte meinen Ruf.

Es kam, kam der Mann von erprobter Gerechtigkeit,

der gläubig Almosen spendet. 10

Er spendete gläubig Almosen

mit wahrhaftem, gläubigem Herzen.

Es kam, kam der Sohn des Lebens (und sprach):

„Ich werde dir ein Helfer sein.

Ich werde dich an den Planeten vorbeiführen, 15

den Männern, die die Tibil bewachen.

Ich werde dich an Jorabba und Rüha vorbeiführen,

die die Oberzöllner genannt werden.

Ich werde dich emporführen und dir den Weinstock zeigen,

der außerhalb der Welten steht.“ 20

Die Freunde des Auserwählten sind aufgerichtet.

KkkkkKkK

Außerhalb der Welten steht er

[122) und ruft nach den Vollkommenen.

Die Stimme des Lebens ruft, 25

wir sehen ihn’) am Orte des Lichtes. —

Gepriesen sei das Leben, das Leben ist siegreich.

 

 

Sechsundvierzigstes Stück.

 

 

Der Manä weint in den Zeitaltern:

 

sein Name ist lieb den Welten. 30

Die Erde wird durch seine Tränen bewegt,

 

der Himmel durch seine Stimme erschüttert.

Der Herr der Erde ist bewegt,

 

und die Bedrückten des...... ”) antworten ihm‘).

 

 

!) Nach dem Folgenden ist damit Mandä dHaije gemeint, obwohl die Aussage des

zweiten Halbverses von ihm auffällig ist, doch siehe auch p. 424, 16.

 

?) Das steht da, aber man erwartet: wir folgen ihm (oder Ähnliches) bezw. ihr zum

Orte des Lichtes. ®) Siehe oben, p. 570%.

 

#) Sie schließen sich ihm an. Fo) ist wohl durch 7) beeinflußt.

 

 

‘ 574

 

 

15

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

Linker Teil.

 

 

Das Gewand Adams weint,

 

 

das aus dem Sandarakbaume'') herausgetreten ist.

 

 

Frucht, Traube und Baum traten heraus

und wahren Geheimnis und Schweigen.

Die Auserwählten versammelten sich,

 

 

und die Vöglein nehmen die Berge in Besitz).

 

 

Der Maänä spricht zu den Äonen

und läßt alle Welten hören:

„Ich bin eine Krone aus Beryll,

die auf dem Haupte des großen (Lebens) aufgerichtet wird.

Wer hat mich hierher gebracht,

ging hin und legte mich in die Hand der Rüha und der Planeten?“ —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Siebenundvierzigstes Stück.

 

 

Der Manä spricht in den Zeitaltern:

 

„Ich bin eine Krone aus Beryll.

Eine Krone aus Beryll bin ich,

 

ein leuchtender Gürtel aus Gold.

Eine Krone aus Beryll bin ich,

 

die auf dem Haupte des großen (lebens) aufgerichtet wird.“

Der Mana weint in den Zeitaltern,

 

sein Name ist lieb den Welten.

Der Himmel ist durch seine Stimme bewegt,

 

die Erde wird durch seine Tränen erschüttert.

Das Gewand Adams weint,

 

 

das aus dem Sandarakbaume herausgetreten ist.

 

 

Der Herr der Erde weint,

 

und die Bedrückten des ..... antworten ihm.

Die Auserwählten versammeln sich,

 

die Vöglein nehmen die Berge in Besitz.

 

 

Der Mäna spricht in den Zeitaltern:

„Ich bin eine Krone aus Beryll.

 

Ich bin eine Krone aus dem Hause des Lebens;

wer brachte mich hin und warf mich in den Wohnsitz der Bösen?

 

Sie warfen mich in den Wohnsitz der Bösen,

den Wohnsitz, in dem die Sünder wohnen.

 

 

!) Siehe p. 325, 13.

 

 

2) Lies NYDNM, siehe Text 2.19.

 

 

122, 6-22

 

 

 

 

 

422, 23—123, 12 Drittes Buch. Achtundvierzigstes Stück. 575

 

 

Die Bösen nahmen mich gefangen,

alle Welten suchen mich zu betören ').

Durch die Kraft meines Vaters, des Mänä’),

und die Erleuchtung, die aus dem Hause des Lebens kam,

konnte Rüha mich nicht gefangen nehmen,

alle Welten mich nicht betören.* —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

Achtundvierzigstes Stück.

 

 

[123] Ein Guter, ein Sohn Großer, bin ich,

der ich im Tränengewande wohnte,

im Gewande verzehrenden Feuers,

das finster ist und nicht leuchtet.

Ich wohnte im Hause der sieben Planeten,

die täglich Waffen gegen mich schmieden.

Ich wohnte im Gewande der Finsternis

und machte mich ihnen gleich.

Weh und leid war mir

im nichtigen Gewande.

Weh und leid war mir in meinem Gewande,

wenn er’) es anzog und wenn er es ablegte.

Bin ich nicht ein Sohn Großer,

wer sperrte mich mit den Sieben ein?

Ich breite mein Licht über sie,

doch ‚sie sind finster und leuchten nicht.

Sie sagen sich im Innern:

„Wir wollen ihn abschneiden und bei uns zurücklassen.“

Doch da begab sich der Fremde zu mir

und zog mich aus ihrer Mitte.

Er zog mich aus dem verzehrenden Feuer

und bekleidete mich mit dem Gewande des gewaltigen (Lebens).

Er ebnete mir einen Weg

von hier zum lichten Wohnsitz. —

Und gepriesen sei das Leben.

 

 

 

 

 

) Lies NOWIRWD) wie weiterhin WYINYND).

2) Hier hat vielleicht etwas anderes gestanden.

2) Wohl der Körper. Eine Beziehung wie p. 461,9 ist bier und L 135,9 kaum möglich.

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

or

1

[op

 

 

Linker Teil. 123, 13—124. 2

 

 

Neunundvierzigstes Stück.

 

 

Ein großes Glanzwesen bin ich,

an dem weder Mangel noch Fehl war.

Als ich im körperlichen Gewande wohnte,

5 buhlte ich nicht und stahl nicht,

nicht war an mir Mangel und Fehl.

Ich trieb kein heimliches Wesen und winkte nicht,

nicht war an mir Mangel und Fehl.

Ich hielt mich heil von den Sieben

10 und trieb nichts von ihren Werken.

Jetzt, wo mein Maß voll ist,

sitzen sie alle in Trauer da.

Ich zog das Gewand des hohen Vaters an

und schaute das Gewand des gewaltigen (Lebens).

15 Man') richtete mich in der Wage auf,

nicht war an mir Mangel und Fehl.

Man bekleidete mich mit einem Gewande lebenden Feuers,

an dem Glut und Wut nicht ist.

Man setzte mir einen Kranz des Glanzes und des Sieges auf,

20 dessen Blätter leuchten.

Man bekleidete mich mit einem Gewande lebenden Feuers,

dann stieg ich empor und schaute den Lichtort. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Fünfzigstes Stück.

 

 

2 Aus einem rechten Orte

kam zu mir der Mann, der Helfer,

kam zu mir die Rede

und wappnete meine Seele’) auf der Stelle.

Er rief mir den Ruf des Lebens zu

30 und schuf mir Helfer.

Die Helfer, die er mir schuf,

waren aus [124] dem Orte des Lichtes.

Er rief laut mit seiner Stimme und ließ mich vernehmen,

er weckte meine Seele aus dem Schlafe.

 

 

 

 

 

1) Lies NN. ®) Lies HROWWD FIR.

 

 

 

 

 

124. 2—20 Drittes Buch. Fünfzigstes Stück.

 

 

Er weckte den Herrn der Mysterien,

Adam, den er unter die Körper ausgesät hatte‘).

Er weckte mich aus dem Schlafe,

den das Leben mir in den Sinn gelegt hatte.

Er brachte die sieben Mysterien in Verwirrung’),

die bei mir in meinem Gewande waren.

Er entfernte sie aus ıhrer Stelle,

von ihrem Zorn (?) ließ er einen Teil auf sie los.

Er brachte die Glöckner in Verwirrung,

die Männer, die die Erde bewachen.

Er stürzte und warf hin die Wachthäusler

und schlug eine Bresche in ihre Burg.

Eine Bresche in ihre Burg schlug er

und brachte Streit hinein.

Ja, er trat unter sie,

und sie wußten nicht, gegen wen sie kämpfen.

Sie sahen nicht -den hohen Vater,

sahen nicht meine Helfer.

Sie sahen nicht meinen sanften Geleiter,

der mich aus ihrer Mitte zog und wegführte.

Er zog mich aus ihrem Gewande

von Wermut, Bitterkraut und ......

Er zog mich aus dem körperlichen Gewande,

aus dem nichtigen Gewande.

Er bekleidete mich mit Glanz von sich,

bedeckte mich mit teurem Licht von sich.

Er band mir einen Gürtel um

und machte meine Gestalt leuchtender als die Sieben.

Als die Sieben mich erblickten,

sahen sie sich als unterlegen an.

Durch die Kraft meines hohen Vaters

kam ich an ihnen allen vorbei.

(Die Wage war aufgerichtet.)

Ich schaute das große Vaterhaus,

in dem meine Brüder wohnen.

Als meine Brüder mich erblickten,

bekleideten sie mich mit Glanz von sich.

Die Guten schlossen mich in ihre Rechnung ein

und bewahrten mich in ihrer Mitte. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

 

 

 

1) Vielleicht ist NW zu lesen: der unter den Körpern wohnte.

2) Gehört eher zu syrisch a9 als zu 892.

 

 

 

 

 

Lidzbarski, Qinza. 37

 

 

577

 

 

Io

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

40

 

 

us

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

578 Linker Teil. 124, 21—125, 10

 

 

Einundfünfzigstes Stück.

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben '),

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

Ich flog und zog hin,

bis ich zum Ersten’) kam.

Die Diener des Ersten kamen mir entgegen:

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

mag er kommen und uns ein Gesellschafter sein.

Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen

und ihn fragen, woher er gekommen ist:

Genosse, [125] woher kamest du’) hierher,

wohin gehst du denn?“ —

„Ich komme aus der Tibil,

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —

„Dies ist das Haus des Lebens.

Hierher! Wohin gehst du denn?

Wenn du dich unter sie begibst‘),

tun sie (dir) alles Erdenkliche an.“ —

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

 

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

 

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

Ich flog und zog hin,

 

bis ich zum Zweiten kam.

Die Diener des Zweiten kamen mir entgegen:

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

 

wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:

 

 

') Das Gedicht schildert anschaulich den Aufstieg der Seele durch den Bereich der

sieben Planeten, wie sie die Versuche, sie dort festzuhalten, zurückweist und schließlich zur

Ogdoas, zum Hause des Lebens, gelangt. Das Gedicht rührt vielleicht von demselben Manne

her wie das Lit., p. 31. Beide zeigen einen gleichen Inhalt der Strophen bis auf das eine

Stichwort — die wenigen Abweichungen sind wohl sekundär —, und der Vers „Das ist

nicht, was ich wünsche“ usw. findet sich nur in ihnen.

 

?) Zum ersten der Planeten. ®) Siehe Text 125,10; 126, 8.

 

*) Der Plural bezieht sich wohl auf die oberen Wesen, doch könnte auch das Leben

gemeint sein. NMNI2 kann trotzdem stehen, siehe Text 128,2 und hier p. 4801,

 

 

 

 

 

125, 10—126, 6 Drittes Buch. Einundfünfzigstes Stück. 579

 

 

Genosse, woher kamest du hierher,

wohin gehst du denn?“ —

„Ich komme aus der Tibil,

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, 5

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —

„Dies ist das Haus des Lebens.

Hierher! Wohin gehst du denn? 10

Wenn du dich unter sie begibst,

tun sie (dir) alles Erdenkliche an.“ —

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, 15

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

Ich flog und zog hin,

bis ich zum Dritten kam. 20

Die Diener des Dritten kamen mir entgegen:

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:

Genosse, woher kamest du hierher,

wohin gehst du denn?“ — 25

„Ich komme aus der Tibil,

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, 30

nach dem Orte [126] des Lebens ist mein Gang.“ —

„Dies ist das Haus des Lebens.

Hierher! Wohin gehst du denn?

Wenn du dich unter sie begibst,

sprechen sie den Namen des Todes aus.“ — 35

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

 

Ich flog und zog hin, 40

bis ich zum Vierten kam.

 

Die Diener des Vierten kamen mir entgegen:

 

 

 

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

580

 

 

Linker Teil.

 

 

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

 

er komme und sei uns ein Gesellschafter.

Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

 

wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:

Genosse '), woher kamest du hierher,

 

wohin gehst du denn?“ -—

„Ich komme aus der Tibil,

 

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

 

nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —

„Dies ıst das Haus des Lebens.

 

Hierher! Wohin gehst du denn?

Wenn du dich unter sie begibst,

 

sprechen sie den Namen des Todes aus,

 

sie fesseln und peinigen (dich).“ —

 

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

 

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

(nach dem Orte des Lebens war mein Gang)

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

 

 

Ich flog und zog hin,

 

 

bis ich zum Fünften kam.

 

 

Die Diener des Fünften kamen mir entgegen:

 

 

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

er komme und sei uns ein Gesellschafter.

Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:

(Genosse, woher kamest du hierher,

wohin gehst du denn?* —

„Ieh komme aus der Tibil,

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —

„Dies ıst das Haus des Lebens.

Hierher! Wohin gehst du denn?

Wenn du dich unter sie begibst,

tun sie (dir) alles Erdenkliche an.

Wenn du dich unter sie begibst,

 

 

sprechen sie den Namen [127] des Todes aus.* —

 

 

 

 

 

t) Lies INYINT statt NIDNN.

 

 

126, 6127, 1

 

 

 

 

 

127,119 Drittes Buch. Einundfünfzigstes Stück.

 

 

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

Ich flog und zog hin,

bis ich zum Sechsten kam.

Die Diener des Sechsten kamen mir entgegen:

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

 

 

wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:

 

 

Genosse, woher kamest du hierher,

 

wohin gehst du denn?“ —

„Ich komme aus der Tibil,

 

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Ich komme aus der Tibil,

 

nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.* —

„Wenn du dich unter sie begibst,

 

sprechen sie den Namen des Todes aus.“ —

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

 

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

 

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

 

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

Ich flog und zog hın,

 

bis ich zum Siebenten kam.

Die Diener des Siebenten kamen mir entgegen:

„Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

 

er komme und sei uns ein Gesellschafter.

Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen,

 

 

wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist:

 

 

Genosse, woher kamest du hierher,

wohin gehst du denn?* —

„Ich komme aus der Tibil,

aus dem Hause, das die Planeten gebauet.

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ —

„Wenn du dich unter sie begibst,

fesseln und peinigen sie (dich).

Wenn du dich unter sie begibst,

sprechen sie den Namen des Todes aus.“ —

 

 

581

 

 

20

 

 

30

 

 

35

 

 

40

 

 

ö

582 Linker Teil. 127, 20—128, 12

 

 

„Das ist es nicht, was ich wünsche,

das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“

 

 

Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

in meinem Innern blühte mir das Wissen auf.

5 Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben,

nach dem Orte des Lebens war mein Gang.

Ich flog und zog hin,

bis ich zum Hause des Lebens kam.

Als ich am Hause des Lebens anlangte,

10 ging das Leben mir entgegen.

[Das Leben] ging mir entgegen,

[128] es kleidete mich in Glanz, brachte Licht und bedeckte mich

Es schloß mich in seine Rechnung ein, [damit.

und in seiner Mitte kamen auch die Guten heraus:

15 „Zwischen den Lampen des Lichtes

sollen deine Lampen emporgezogen werden und leuchten.“

 

 

Ihr wurdet aufgerichtet und gefestigt

durch das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist.

Das Wort der Wahrheit ist zu den Guten gekommen,

20 das Wort der Wahrhaften zu den Gläubigen. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

 

 

 

Zweiundfünfzigstes Stück.

 

 

„Warum stehst du so (lange) da;

wessen Weg bewachest du?“ —

25 „Seinen Weg') bewache ich,

der in der Welt sitzen muß.“ —

„Woher kam, woher ist die Gestalt

des Mannes, dessen Weg du bewachest?“ —

„Sein Gewand ist ein Gewand des Glanzes,

30 und Licht ist ihm über die Schultern gelegt.

Er drang durch die Welten, kam,

spaltete das Firmament und offenbarte sich’).

Die Wage ist vor ihm aufgerichtet,

er wägt Werke und Lohn’).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

‘) Im Texte steht „meinen Weg“, doch steht dies in Widerspruch mit dem Folgenden

?) Siehe p. 197, 16. ?) Siehe p. 451 unt.; 566 unt.

 

 

128, 12—129, 5 Drittes Buch. Dreiundfünfzigstes Stück. 583

 

 

[Werke und Lohn] wägt er

und tut den Geist mit der Seele zusammen.

Wenn er jemand wägt und er sich als vollwichtig erweist,

so hebt man ihn empor und gewährt ihm eine Stütze im Leben.

Wenn er jemand wägt und er sich nicht als vollwichtig erweist, 5

so läßt er ihn in dieser Welt zurück.“ —

Uns, die wir dich‘) preisen,

wirst du unsere Sünden und Vergehen erlassen. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

Dreiundfünizigstes Stück. S

 

 

Am Tore der Gefangenen ging ich vorüber,

an der Pein dieser Welt.

Die Stimme der Seelen höre ich,

die aus dem Gefängnisse heraus weinen.

Sie sprechen: 15

„Wehe uns, daß die Welt uns überlistet,

die Gottheit in ihr uns überlistet hat.

Unser Geld und Gut

hat uns an diese Stätte gefesselt.

Wer will hingehen und unseren Kindern sagen, 20

die wir in der Welt zurückgelassen,

daß sie nichts von unseren häßlichen Werken üben,

damit sie nicht an diese Stätte gefesselt werden’)?

Sie sollen [129] den großen Arzt verehren,

sie sollen die große Leuchte verehren, die ganz Licht ist, 25

sie sollen Manda dHaije verehren,

damit er hintrete und ihnen ein Helfer sei,

ein Helfer den Vollkommenen

aus dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes.“ —

Du warst siegreich, Manda dHaijje, 30

du warst siegreich und verhalfest deinen Freunden zum Siege. —

Und das Leben ist siegreich.

 

 

 

 

 

1) Lies 7RIINWYNT. ®) Lies PINDYR)T.

 

 

 

 

 

Io

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

584 Linker Teil. 129. 621

 

 

Vierundfünfzigstes Stück.

 

 

OÖ ihr Vöglein der Johannisbrotbäume,

 

die ihr auf ihren Kerzen sitzet’)!

Was esset ihr, Vöglein, von den Johannisbrotbäumen,

 

was trinket ihr aus den Kerzen?

Wenn die Zeit kommt,

 

daß ihr aus eurem Körper scheidet,

was wird eure Reisekost,

 

was wird eure Wegzehrung sein?

Nicht Gold, nicht Silber

 

ist eine Wegzehrung.

Nicht Geld, nicht Gut

 

ist eine Wegzehrung.

 

 

Alle Völker versammelten sich

und kamen an das Tor des Sohnes des Lebens:

„Sage uns, Sohn des Lebens,

zur Zeit, da unser Scheiden stattfindet,

was wird unsere Reisekost,

was wird unsere Wegzehrung sein?“ —

„Eure Hände sollen Almosen spenden

und euer Herz fest im Glauben stehen. |

Dies ist eure Reisekost,

die euch eine Wegzehrung sei.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

 

 

 

Fünfundfünfzigstes Stück.

Auf dem Baue, )

auf dem Gipfel der ganzen Wölbung’),

auf dem Gipfel der ganzen Wölbung

steht das große (Leben) und trägt vor.

Das große (Leben) steht und trägt vor

und zählt die Sünden dieser Welt auf):

 

 

 

 

 

 

 

 

NY enthält doch wohl IM, und NIT (RER?) NONTIND) ist candela, sieh:

Nöld., p. XXX unt. Nach dem Folgenden sieht es so aus, als ob die Früchte des Baumes sa

genannt würden, die aber nicht wie Kerzen aussehen. — Die Seelen sind als Vögel gedach

wie nach alter Vorstellung, siehe oben, p. 574, auch Joh. II, p. 129f.

 

®) Lies A209? ®) Siehe Joh. II, p. 169 ob.

 

 

129, 21—130, 12 Drittes Buch. Sechsundfünfzigstes Stück. 585

 

 

„OÖ du törichte Welt,

o du verworrene, durcheinandergeratene Welt '),

o du törıchte Welt,

worauf ist dein Vertrauen gerichtet?

Worauf ist dein Vertrauen gerichtet, 5

an wen heftet sich dein Glaube?

Ich werde dir wegheben und wegnehmen

den Schimmer des Lichtes, [130] den man dir gegeben.

Ich werde dir wegheben und wegnehmen

die Welt, die hinfällt, ohne aufzustehen. 10

O du Welt, du wildes Tier,

das sich von links nach rechts nicht auskennt!

Die Planeten sind Mastochsen,

die auf den Märkten zum Verkaufe ausstehen.

Jetzt mögen sie dir dienen! 15

Jetzt sollst du dich vom Schlaf aufrütteln °),

jetzt die Fäuste ballen,

auf die Vorhöfe deiner Brust schlagen

und sprechen:

„Wehe mir, was habe ich getan, 20

was habe ich reichlich getan

innerhalb dieser Welt!

Sie riefen mich auf den Weg des Lebens,

doch ich blieb abseits vom Wegstein.* —

Und das Leben ist siegreich. 25

 

 

 

 

 

Sechsundfünfzigstes Stück.

 

 

Mein Maß ist voll, und ich ziehe hinaus,

 

ein Kundiger, der von den Wachsamen’) gelernt hat.

Von den Wachsamen habe ich gelernt

 

und wohnte in der Welt. 30

Krk rK

 

und ich vernahm die Rede [meines Vaters] ‘).

Der Mann, der über mich eingesetzt war,

 

ließ mich die Rede des großen (Lebens) vernehmen

 

und sonderte mich ab von der Welt?). 35

 

 

 

 

 

!) Siehe Joh. II, p. 93, 2. 2) Wohl 782% }D zu lesen. ®) Siehe p. 440P.

* Siehe p. 587,10. 5) Siehe ebenda.

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

85

 

 

40

 

 

586

 

 

Linker Teil. 130, 12—131, 5

 

 

Er schenkte mir Lobpreis

 

und entfremdete mich der Welt.

Ich wurde entfremdet

 

den Bösen und den Sündern.

Ich widmete mich dem Lobpreise

 

und pries den lichten Wohnsitz.

Ich pries den weiten Ort

 

und die Uthras ohne Zahl.

 

 

Mein Maß war voll, und ich zog hinaus,

 

die Sieben traten mir auf dem Wege entgegen.

Sie verschlossen die Tore vor mir,

 

um mich auf dem Wege festzuhalten.

Die Bösen sprechen von mir:

 

„Wir wollen ihn abschneiden und bei uns zurücklassen.“

Da hob ich meine Augen zur Höhe empor,

 

mit meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin').

Das Leben antwortete mir aus den Früchten,

 

der Glanz antwortete mir aus der Ferne.

Das große Leben zeigte sich geneigt

 

und sandte den Sohn des Lebens zu mir.

Es sandte zu mir den Mann,

 

der mich seine Stimme vernehmen ließ.

Er öffnete die Türen und kam,

 

spaltete das Firmament und offenbarte sich.

Er öffnete die Türen und kam,

 

er öffnete vor mir die Tore

 

und entfernte die Sieben von meinem Wege.

 

Er bekleidete mich mit Glanz von sich

 

und bedeckte mich mit Licht von sich.

Er verlieh mir einen Kranz des Glanzes,

 

und meine Gestalt leuchtete [131] mehr als alle Welten.

Die Planeten stehen da,

 

tuscheln und sprechen:

„Als er unter uns war,

 

als er unter den Werken unserer Hände wohnte,

als er unter uns wohnte,

 

hörte er nicht auf unsere Rede.

Jetzt, wo sein Maß voll ist,

 

leuchtet seine Gestalt mehr als alle Welt.“

Darauf redete ich und sprach

 

zu den Bösen, die sich selber verdammt haben:

 

 

!) Leid. hat MNID, siehe p. 510'; 546°.

 

 

 

 

 

 

 

 

EG nz 4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drittes Buch. un Stück. 587

 

 

as tuschelt ihr, ıhr Sieben?

 

ch gehörte nicht zu euch.

 

eb nicht eure Werke

 

und wurde nicht zu euch gezählt.

 

ı nannte nicht] euren Namen ') 5

und redete nicht eure Rede.

 

Ich war kein Chaldäer,

 

kein Wahrsager und kein Prophete.“

 

 

Der Sohn des Lebens sprach,

und ich vernahm die Rede meines Vaters. 10

)er Mann, der über mich eingesetzt war,

ließ mich die Rede des großen (Lebens) vernehmen,

und ich sonderte mich ab von der Welt.

dte mir einen Kranz des Glanzes;

ie Sieben unterlagen, und ich siegte. 15

nze meines Vaters gehe ich dahin,

Glanze?]?) des Mannes, der über mich eingesetzt war.

& und zog hin,

s ich zum Wagemann kam.

zum Wagemann, 20

er Werke und Lohn wägt

n Geist mit der Seele zusammentut;

richtete mich in der Wage auf.

änä, ein »++++°) löste für mich die Kleiderfalte des Lebens‘),

nd sie stützten mich auf das Abbild des Lebens. — 25

ben stützte das Leben,

as Leben fand das Seinige. —

en sei das Leben, siegreich ist Manda dHaije und die seinen

 

 

n.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hat YI%RMNY mit Verbum dagestanden.

ist hier eine größere Lücke, und es hat etwas anderes dagestanden.

jier noch einmal 707, doch hat wohl ein anderes Wort dagestanden.

p. 452.

 

 

 

 

 

=

 

 

25

 

 

35

 

 

588

 

 

oder babyl. pasäku gibt einen passenden Sinn. Man hat jedenfalls NN) NOTINDD zu

 

 

Linker Teil. 131, 20—132, 12 |

 

 

Siebenundfünizigstes Stück.

 

 

Die Stimme einer Seele höre ich,

die aus der Wohnung der Bösen und aus dem Innern der Finster-

Sie spricht: [mise er )

„Wehe mir, daß mein Gold und mein Silber mich nicht ließen,

Werke vor mir zu schaffen.

Mein Gold warf mich in die Gehenna,

mein Silber brachte mich in die Tiefen der Finsternis.

Meine Edelsteine und Perlen, meine Genossen,

welche Schlechtigkeit haben sie mich gelehrt’)!

Mein Geld und mein Gut, meine Genossen,

**x***» und gehen verloren.

[132] Mein Gesang und meine Lust,

sie wurden mir Schlingen und Ketten.

Schlingen wurden sie mir und Ketten,

gefesselt ist meine Gestalt’) in jeder Hinsicht.“

Sie spricht:

„Die Bösen verleiteten mich,

und ich liebte weltlichen Wunsch.

Weltlichen Wunsch liebte ich,

und mein‘) Herz ließ mich an alles Böse denken.

Mein Herz ließ mich an Bosheit denken,

und meine Zunge brachte mich durch Lüge zum Straucheln.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Manda dHaije sprach zu mir,

der Bote aller Leuchten:

„OÖ Seele! Als ich dich rief), da antwortetest du nicht,

jetzt, wo du rufest, wer soll dir antworten?

Da du Gold und Silber liebtest,

sollst du in das Innerste der Seol eingeschlossen werden.

Da du Traum und Trug liebtest,

sollst du in die Kessel fallen, während sie brodeln.

Oder aber, wenn deine Vergehen erledigt

und alle deine Sünden beendet sind,

steigest du auf dem Aufstieg empor,

auf dem die Vollkommenen emporsteigen.

Wenn deine Sünden nicht erledigt

und alle deine Vergehen nicht beendet sind,

 

 

') WB findet sich nur an dieser Stelle. Weder dieses noch eine Ableitung von

 

 

°) Lies NIIDN. %) Lies MT oder RMDT. *) Lies IND.

) Lies "bmp.

 

 

132, 12— 133, 4 Drittes Buch. Achtundfünfzigstes Stück.

 

 

wirst du, Seele, eines zweiten Todes sterben,

 

und deine Augen werden das Licht nicht schauen.* —

Ich und die Uthras, meine Brüder,

 

werden emporsteigen und den Lichtort schauen. —

Gesegnet sei das große Leben,

 

und gesegnet sei sein Name am Lichtort.

 

 

Achtundfünfzigstes Stück ).

 

 

Die Stimme einer Seele höre ich,

die aus dem Körper des Kehrichts scheidet.

Aus dem Körper des Kehrichts scheidet sie,

aus dieser Welt.

Sie spricht:

„Nackt brachte man mich in die Welt,

und leer holte man mich aus ihr).

Leer holte man mich aus ıhr,

wie einen Vogel, den nichts begleitet.“

 

 

Die Seele wendet sich um und spricht

zum Palaste, den sie verlassen hat:

„Was soll ich mit dir anfangen, mein Körper,

was soll ich mit dir in jener Welt’) anfangen?

Was soll ich mit dir anfangen, du schöne Körperpracht,

die das Höllengewürm frißt‘)?

Was soll ich mit dir, Rosenrock, anfangen,

den die Vögel in der Tibil zerfetzen?

[133] Wärest du ein Gewand von Glanz und Licht,

daß ich dich anziehen könnte, mein Körper,

 

 

so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.

 

 

Wärest du ein Gürtel von Glanz und Licht,

daß ich dich umbinden könnte, [mein Körper,]

 

 

so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.

 

 

Wärest du ein Turban von Glanz und Licht,

daß ich mich mit dir bedecken könnte, mein Körper,

 

 

so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.

 

 

?) Siehe Stück 17. 2) Siehe p. 517, 22. 3) Siehe p. 537, 3.

+), Hier vielleicht vom Verfasser so aufgefaßt, siehe p. 539, 26.

 

 

30

 

 

590

 

 

Linker Teil. 133, 5—22

 

 

Wärest du ein Kranz von Glanz und Licht,

daß ich dich mir auf das Haupt legen könnte, [mein Körper,

so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.

Wärest du ein Stab von Glanz und Licht, mein Körper,

daß ich dich in die Hand nehmen könnte,

so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.

Wärest du Schuhe von Glanz und Licht,

daß ich dich an meine Füße legen könnte, mein Körper,

so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor.

Was soll ich mit dir anfangen, mein Körper,

der du aus einem Lehmklumpen gebildet wurdest?

Aus einem Lehmklumpen wurdest du gebildet,

und die Sieben und die Zwölf waren deine Verfolger.“

 

 

Wie die Seele dasteht und spricht

zum Palaste, den sie verlassen hat,

wie sie dasteht und zu ihm spricht,

flogen und kamen heran zu ihr die Gesandten des Lebens;

es kamen die Gesandten des Lebens,

die Boten, die keine Bestechung annehmen.

Sie sprachen zu ihr:

„Komm, komm, du Perle,

die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest ').

Komm, komm, du Duftspendende,

die du den stinkenden Körper duftend machtest.

Komm, komm, du Lichtspendende,

die du das finstere Haus erleuchtetest.

Komm, komm, du Edelgeborene,

die man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.

Komm, rege dich, ziehe dein Gewand an

und setze deinen prangenden Kranz auf.

Steig empor, wohne in den Skinäs

unter den Uthras, während sie dort sitzen.“

Gesegnet sei das große Leben, und gesegnet der Name des Lebens

 

 

am Orte des Lichtes.

 

 

1) Siehe oben, p. 5l4f.

 

 

 

 

 

133, 23—134, 16 Drittes Buch. Neunundfünfzigstes Stück.

 

 

Neunundfünfzigstes Stück.

 

 

Eines von den Kindern der Kustä

weint in der Wohnung der Finsternis:

„Ich bin eine Tochter frommer Männer,

eine Tochter [134] gläubiger Männer.

Ich bin eine Tochter Frommer;

wer hat mich in die Wohnung der Finsternis geworfen?“

 

 

„Dein mit Brot gefüllter Korb,

den du dem Hungrigen vorenthieltest.

Dein mit Rauschtrank gefüllter Krug,

den du dem Durstigen vorenthieltest.

Deine mit Öl gefüllte Flasche -?),

die du dem Schwerkranken') vorenthieltest.

Deine mit Gewändern gefüllte Truhe,

die du dem, der sich bekleiden wollte, vorenthieltest.

Dein zurechtgemachtes”) Bette,

das du dem, der sich hinlegen wollte, vorenthieltest.

Der Weg, der breitgetreten ist und hingelangt,

den du den Ankommenden absperrtest.

Wie du absperrtest‘), so sollst du abgesperrt werden

innerhalb dieser Welt.“

 

 

„Wenn ich nur gewußt hätte, daß ich sterben würde,

wenn ich nur gewußt hätte‘), daß ich straucheln würde!

Dann hätte ich meinen mit Brot gefüllten Korb

nicht dem Hungrigen vorenthalten.

* Meinen mit Rauschtrank gefüllten Krug

hätte ich nicht dem Durstigen vorenthalten.

Meine mit Öl gefüllte Flasche

hätte ich nicht dem Schwerkranken vorenthalten.

Meine mit Gewändern gefüllte Truhe

 

 

hätte ich nicht dem, der sich bekleiden wollte, vorenthalten.

 

 

Mein zurechtgemachtes Bette

 

hätte ich nicht dem, der sich hinlegen wollte, vorenthalten.

Den Weg, der breitgetreten ist und hingelangt,

 

hätte ich den Ankommenden nicht abgesperrt.

Wie ich absperrte°), so wurde ich abgesperrt

 

innerhalb dieser Welt.

 

 

2) NDR hat hier vielleicht dieselbe Bedeutung wie an im Neuhebräischen.

 

 

2) Ich vermute NN’NINYD. 3) Lies N997, siehe weiterhin.

*) Leid. hat YNdy. 5) Leid. hat MIN.

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

592 Linker Teil. 134, 17-135, 8

 

 

Doch wir haben von dir gehört‘), Guter,

 

daß du niemand am abgeschnittenen Orte zurücklässest.

Guter, ich habe gesündigt und zur Sünde verleitet,

 

doch du erlasse mir meine Sünden und Vergehen.

*+++*3+» meinen Vater”), der Brot verteilte,

 

und meine Mutter, die Almosen spendete.“

 

 

„Dein Vater, der Brot verteilte,

tat es für sich;

deine Mutter, die Almosen spendete,

tat es für ihre Seele.“ —

Ein Erlasser der Sünden und Vergehen wird euren Seelen gelassen

werden wegen der Tugend der Frommen und der Kusta der Gläubigen’).

 

 

 

 

 

Sechzigstes Stück.

 

 

Ein Glanzwesen, ein Sohh von Glanzwesen, bin ich,

ein Glanzwesen, ein Sohn Gewaltiger bin ich,

ein Glanzwesen, ein Sohn Großer bin ich.

[135] Wer brachte mich in die Tibil und ließ mich da wohnen‘)?

Wer ließ mich in der Tibil wohnen,

in dem Hause, das die Lügner gebauet?

Er ließ mich im verzehrenden Feuer wohnen,

das finster ist und nicht leuchtet.

Es ist finster und leuchtet nicht,

kein Lichtschimmer ist daran.

Ich breite Licht über sie,

doch sie bleiben finster.

 

 

Ich bin der erste Glanz;

 

wer ließ mich im Hause der Sieben wohnen?

Wer ließ mich wohnen im Hause der Sieben,

 

und wer breitete ihr Gewand über mich’)?

Wer warf mich in den Rumpf

 

von Wermut, Bitterkraut und ...... e

Weh und leid war mir,

 

daß ich in der Welt wohnen mußte.

 

 

 

 

 

 

 

 

) Lies ROWW.

 

*) Etwa „denke an meinen Vater“ oder „wegen meines Vaters“.

 

”) Ein angehängter Trostschluß, der zum Vorhergehenden nicht paßt.

*) Lies hier und im Folgenden INTWON. °) Lies 30.

 

 

 

 

 

135, 9— 24 Drittes Buch. Einundsechzigstes Stück. 593

 

 

Weh und leid war mir

in meinem Gewande, wenn er (der Körper) es anzog und wenn

Wann‘) wird der hohe Mann kommen, [er es ablegte.

der mich seine Stimme hat hören lassen?

Er ließ mich seine sanfte Stimme hören,

liebkoste und festigte mich.

Er offenbarte und zeigte mir

leuchtende und feststehende Mysterien.

 

 

Wie er dasteht und sich aufzuklären sucht,

kommt der Mann, der Helfer, heran.

Der hohe Helfer kommt,

er und mit ihm’) großer Glanz.

Er zog ihm das körperliche Gewand aus

von Wermut, Bitterkraut und ......

Er befreite ihn von’) ihrem Begehren

und wusch ihm die Angst vor ihnen ab‘).

Er zog ihm das Gewand des großen (Lebens) an

und führte ihn an dem Manne vorbei, der ihn geschaffen.

Er führte ihn an den Skinas vorbei,

in denen er gewohnt hatte.

Er führte ihn an den Söhnen des Heils vorbei,

den Männern, die Kustä reichen.

Er hob ihn empor und zeigte ihm Hauraran’),

in dem die Seelen vollkommen werden.

Die Seelen werden darın vollkommen,

und es wird ihnen zum Zeugen.

Er zog ihm‘) eilig das Gewand lebenden Feuers an,

hob ihn empor und richtete ihn im Hause der Vollendung auf. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

Einundsechzigstes Stück.

 

 

Wem und wem hast du gedienet,

o Seele, in der Welt!

 

 

1) Lies DNNY. 2) Wohl richtig 7728); Leid. hat N12 An.

3) Ergänze }D. *) Oder lies ON „ihre Glut“?

5) Hier wie oben, p. 302,28 ein Land, das etwa Tarwän entspricht.

6) Lies FWOhn.

Lidzbarski, Ginza. 38

 

 

15

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

25

 

 

594 Linker Teil. 136, 1—14

 

 

[136] Die Männer, denen du gedienet,

waren nicht von der Welt.

Mehr als du, Sonne, sind sie ausgedehnt‘),

mehr als du, Licht, leuchten sie.

Lampen des Lichtes sind sie’),

die in der Welt leuchten.

Als du nachforschtest, dientest du dem Ersten,

dem Leben, das von jeher war.

Du dientest dem Zweiten,

dem Leben, das aus dem Leben ward.

Du dientest dem Dritten,

dem. 2.22 °) lieblichen Namens.

Du gingst zum Vierten,

woher Mangel und Fehl war.

Mangel und Fehl ist dort‘),

dort sind Geheimnisse und Winke.

Geheimnisse und Winke sind da,

da ist der Zorn (?) der Welt.

Warum skkkKkKrK*

wickelst du dich in die Kleiderfalte des Mänä ein?

 

 

Als ich es sah, ging ich fort,

verachtete und verließ sie alle.

[Sie alle] verließ ich

und ging Mandä dHaije nach.

Er sondere euch ab vom Bösen zum Guten,

von der Bosheit und Not dieser Welt. —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

‘) Wohl so nach S’WDN) in CD. Leid. hat won) TiwnnW. Man erwartet freilich

 

 

„glänzen sie“.

 

®) Leid. hat par.

 

°) Nicht bloß beim Ersten, sondern auch beim Zweiten und den Folgenden steht

Plural, weil auch bei ihnen an X’) gedacht ist. Die Bezeichnung des Dritten, d.h. Abathı

als NINBOSNIND (Leid. NYNTIYTIND) ist mir unverständlich. Xpıotiavös, wonach es aus

kann es natürlich nicht sein.

 

*) Lies NY DNA WEN VDNI WIN TDNT NT DANN el.

 

 

 

 

 

 

 

 

136, 15—137, 4 Drittes Buch. Zweiundsechzigstes Stück.

 

 

Zweiundsechzigstes Stück.

 

 

Am Tore des Hauses der Abaddons

ist ein Thron für den Geist’) hingestellt.

Für den Geist ist ein Thron hingestellt,

vor ihm ist ein Gefäß hingestellt.

Er ruft den Dieben zu:

„Kommet, fallet in das Gefäß.

Kommet, fallet in das Gefäß,

kommet, werdet euch klar.

Kommet, werdet euch klar

über das, was ihr in der Welt geübet.“ —

Er ruft den Mördern zu:

„Kommet, fallet in das Gefäß.

Kommet, fallet in das Gefäß,

kommet, werdet euch klar.

Kommet, werdet euch klar

über das, was ihr in der Welt geübet.“

 

 

Am Tore des Hauses der Abaddons

ist ein Thron für den Geist hingestellt.

Für den Geist ist ein Thron hingestellt,

vor ihm ist ein Gefäß hingestellt.

Er ruft den Ehebrechern zu:

„Kommet, fallet in das Gefäß.

Kommet, fallet in das Gefäß,

kommet, werdet euch klar.

Kommet, werdet euch klar,

über das, was ihr in der Welt geübet.“ —

Er ruft den Winkern zu:

„Kommet, fallet in das Gefäß.

Kommet, fallet in das Gefäß,

kommet, werdet euch klar.

[137] Kommet, werdet euch klar

über das, was ihr in der Welt geübet.“

 

 

Am Tore des Hauses der Abaddons

 

ist ein Thron für den Geist hingestellt.

Für den Geist ist ein Thron hingestellt,

 

vor ihm ist ein Gefäß hingestellt.

Er ruft den Zauberern zu:

 

„Kommet, fallet in das Gefäß.

 

 

=) NINDY, sonst Totengeist, siehe Nöld., p. 136,14 und oben, p. 418,22ff., scheint hier

 

 

ein herrschender Geist in der Unterwelt zu sein.

 

 

38*

 

 

595

 

 

20

 

 

25

 

 

30

 

 

35

 

 

596

 

 

Io

 

 

Linker Teil. 137, 4—12

 

 

Kommet, fallet in das Gefäß,

kommet, werdet euch klar.

Kommet, werdet euch klar

über das, was ihr in der Welt geübet.“

 

 

„Guter, wir haben gesündigt und gefehlt,

mag er') uns alle unsere Sünden vergeben.

Er vergebe uns unsere Sünden und Vergehen,

die wir in der Welt begangen haben.“

 

 

Darauf rief eine Stimme des Lebens:

 

„Ein Ohr, das wachsam ist’), hört.

Mancher hörte und lebte auf,

 

mancher hüllte sich ein und legte sich (zum Schlafen) hin.“ —

Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,

 

und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.

 

 

!) Siehe oben, p. 14.

2) N2yT ist besser als NY'727 oder NYYY727. Leid. hat N7y7, was schon grammatisch

 

 

unmöglich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die oberen und unteren Wesen.

 

 

Abathur (nsa8), der Mann mit der Wage, das dritte Leben (vgl. Joh.,

Ber), 89, 2f. 173, 31, 37. 174, 1ff. 195. 196,5. 199,5. 210,6. 230, 16.

249f. 266, 23. 283,8. 284, 10. 285,40. 286,8. 290°. 297, 132,195 2399

305,27. 310,3. 311, 25ff. 313, 34f. 321,29. 323, 371. 324,1. 349ff. 3571.

363ff. 403, 5. 407,26. 408, 3. 440, 21f. 451. 478, 16. 531,5f. 556,6. 563, &.

Abathur-Uthra 358, 9. 359, 5. 405, 35.

 

Adakas (OxDnT), der verborgene Adam (x'DxD DNTN, siehe 64,21. 486°),

246,1. Adakas-Malalä 236,25. 237,9. Adakas-Mäna 109,29. 143, 30. 146, 30.

244,14,38. 245,1,9. Adakas-Ziwa 110,26. 112,36. 113,1,26. 117,352 237 23:

243,6. 246, 7.

 

Adam (oxıs), der erste Mann, 15,7ff. 16,1ff. 27. 33, 16ff. 34, 10ff. 45,25.

51,4. 53,33. 107f. 126ff. 141. 176 unt. 220. 2421f. 261,5. 266,21,23. 284,18.

285,1. 351,24. 853,1,3. 387f. 400, 13, 15. 404. 408. 42411. 465. 477,28.

478,8. A88ff. 497ff. 506,5,7. 513,29. 515,3. 529,18f. 530. 543, 2211. 570,4.

571,14. 574. 577,2. Großer Adam 251,13. 269, 10. 270,9. 298,32. Körper-

licher Adam 242,19. 247,9. 255,35. 307,32. 349,1. Verborgener Adam 486.

Adamssohn 256,13. 436,7. 545,2. Söhne (Kinder) Adams 13,34. 26, 16. 28,25.

39,10. 40,8. 44,3,13. 45,14. 48,24. 201,17. 232,31. 256,4. 260,24. 391,24.

392, 13f. 442, 6, 36. 443, 11.

 

Adatan und Jadatan (INNNINN INDNTN), ein Genienpaar (siehe Lit., p. 278),

13.27.2389, 30. 292, 17. 327, 11.

 

Agzel (yın), Beiname des Sin, 135, 27).

 

Ajar (ww), der Äther. Ajar-Gufna 451,39. Ajar-Ziwa 429, 12.

 

Amamit (mann), eine Dämonin, 154,6. Beiname der Rüha 28, 27.

46, 32.

 

Anan (is), wahrscheinlich nicht „Wolke“, da diese weibliche Wesen

bezeichnet, vielleicht „er erhörte mich“ zu x2y; siehe auch Joh. IEp=157

 

 

') Ich gebe die Endung Sy in diesen Namen durch &@l, nicht durch iel (j&l) wieder, ob-

wohl SIOUFFI iel schreibt. Das i müßte in der Schreibung dargestellt sein, außerdem beachte

man, wie neben Azazel und Nürel besonders Namen mit iel angenommen werden.

 

 

398 Die oberen und unteren Wesen.

 

 

402,33. Gewöhnlich mit 2x3) verbunden: 118, 5f. 144,26. 222,2. 402, 15.

Anan-Nsab-Ziwa-Sitil 118, 8.

 

Ananä (s3n3n) bei Namen bedeutet „Wolke“ und bezeichnet weibliche

Wesen, siehe p. 118n.

 

Anath-Haije (sn), weibliches Wesen, darin hat sich wohl die

Gottheit nıy erhalten, vgl. ymın3y, >smianıy in den Papyri, 118,3.

 

Anatan (xhn3n), ein Dämon der Unterwelt, 155, 9, 14, 18. 158, 15ff.

 

Angel (y33x), Beiname des Bel, 136, 20.

 

Anhar-Ziwa (sY7 8), weibliches Wesen, 118, 5ff.

 

Anös (vi), der biblische Enos, 48,1. 50,35. 109, 16. 118,20. 127, 19.

141,35. 143, 29. 146, 11ff. 148, 14. 166, 31. 223,19. 243,30. 246,21. 249, 11.

259, 32. 260, 10. 261, 12ff. 268, 34. 283,13. 284*. 286,3. 295,18. 370,2.

424, 15. 440,28. Enos (way) 48‘. Die Schreibung schwankt vielfach in

den Handschriften. Großer Anos 251,12. 269,9. 270,8. Guter Enos 184,12.

191,12. Kleiner Enos 263ff. Anos-Uthra 48,6. 52,3. 146, 25. 286, 14, 19.

337ff. 405,33. Enos-Uthra 29,32. 30,2,10. 47,36,41. 531,19f. Bar-Anos-

Adam 118, 14.

 

Arhum (ons), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8.

 

Atarpan (od), ein Dämon, 104,7.

 

Azazel ('yıaı), von ny „stark sein“ gebildet, 144,26. 173, 2.

 

Azaziel (van), gleichfalls, 173, 21.

 

Bärath (ns), eine „Wolke“, 402, 16.

 

Barbag (x2182), ein Uthra, 144, 25.

 

Bar-Haije (av792), „Sohn des Lebens“, 118,13. 553,38. Siehe auch

Register unter Sohn.

 

Bar-Sfag (1850 22), Beiname des Ur, 143, 6.

 

B’haq (px72), ein demiurgisches Wesen. B’haq-Uthra 293. Bhagq-

Ziwä 76, 30. 97, 21.

 

B’hir O2), „Erwählt“, ein Uthra, 222, 1.

 

Bihram (O8%72, siehe Lit., p. 279), 323,6. 403,6. Bihräm-Uthra 406, 26.

 

Bihrun (m2), „es (das Leben) erwählte mich“, ein Uthra, 222, 1.

 

Dajum (oYx7), Beiname der Rüha, 553, 7,9.

 

Dinänukht (A21n27) 205ff.

 

Din-Milıkh (755 77), ein Uthra, 208ff.

 

Disai (IRY7) 205ff.

 

Dmüth-Haije (sYnnın7), „Abbild des Lebens“, weibliches Wesen, 118,

13, 15. 290,25. Siehe auch Register unter Abbild.

 

EI (19) der Große, neben Rüha, 260, 20,28. Siehe auch Register unter

El-El. |

 

Ei-Siddai (w7w >), der biblische El-Saddai, 179, 32,

 

Ethrauribath (nxamıny), eine „Wolke“, 402, 16.

 

Ewath (nsıy), Beiname der Rüha (siehe 71'), 197, 24, 34. 203, 16, 31.

207, 32. 450,8. Ewath-Ruüha 209, 6.

 

Gaf (en), Vater des Ur, 143,1. 159ff. 164,39. 165,44. — Gaf und

Gafan (non), ein Dämonenpaar, 154f. 159, 9. 162, 27.

 

 

 

 

 

Die oberen und unteren Wesen. 599

 

 

Gew (1), ein Dämon, 156. 158, 3.

 

Guban (21) und Gubran (72), ein Genienpaar, 173, 25.

 

Gufna (3011) bei Namen bedeutet „Weinstock*“.

 

Hag (187), ein Dämon, 154, 16ff.

 

Hailel (ybnn), von 5m „Kraft“ gebildet, 173, 27.

 

Halsel (yyonn), ein geheimer Name (zu yon „rüstig sein“ oder zu

mand. yon „bedrücken“) 168, 9.

 

Ham-Ziwä (817 DNT), ein geheimer Name (zu our „heiß sein“) 189,3.

 

Hamamöl ('ynxHoan), ein geheimer Name (desgleichen) 168, 8.

 

Hamgai-Ziwa (st sion), Sohn des Hamgagai-Ziwa (87 'NINIONT),

316, 18.

 

Hananel S'y3s3n7), ein geheimer Name (zu }n „gnädig sein“) 162, 29.

 

Hannel ('y3N7), ein geheimer Name (desgleichen) 162,29. Ein Hüter

173, 23.

 

Hathmel $'ynnsn), ein geheimer Name (zu onm „siegeln“) 168, 8.

 

Hawwä (sn), Eva, 15,10,24. 16,6,14. 33,17. 34, 10ff. 45,27. 107, 25ff.

115. 117, 16f. 118,9,26. 119,3. 127ff. 176,37. 220, 13,16. 242ff. 255, 35.

256,4. 266, 22,24. 284, 18. 285, 2. 353,1. 408, 1,5. A1ff.

 

Hewath (ns), eine Dämonin, 71,9. 72,35. 76,25. 81,3. 147, 21,25.

 

Hibil &2Y7), der biblische Abel, 109,16. 118,3,16. 127,16. 141, 35.

146,23. 148,14. 152,2. 166,31. 173,35. 175,1. 177,5. 223,19. 242ff. 256,35.

257,31. 259f. 261,10. 264,30. 268,9,34. 274,33. 275,3. 283,13. 284*. 286,3.

303,7. 319,5, 9, 28. 404, 22. 424, 15. 500, 19f. Hibil-Jawar 152, 21. 166, 26.

167,10. Hibil-Mäna 163,25. Hibil-Mana-Jawar 153,8. Hibil-Uthra 126, 9.

127, 24. 142,19. 174,18. 369,37. Hibil-Ziwä 14,26. 29, 30ff. 32,39. 47, 33.

142,18. 143, 18ff. 144, 35ff. 152ff. 204,1. 220, 195. 222,9. 30618211, 33

325,31. 326, 30. 350, 35. 352, 37. 356, 21. 357ff. 362,42. 363,20. 365, 10.

366, 19,37. 368ff. 386, 16. 401,24. 402,2. 403,4. 404, 17,21. 437,10, 16.

439ff. 511,4. 530, 10. 547, 11.

 

Himün (non), ein Dämon, 179, 30. 209, 24.

 

In-Hai (87 yy), „Lebensquell“, 195, 29.

 

Jadatan (Inn), nur hier ohne Adatan, 143, 25.

 

Jahur (ns), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8.

 

Jasana (s3NDN’), ein Uthra, 269, 21. 270, 32. 271,4.

 

Jasmus (OHDR"), eine „Wolke“, 402, 6.

 

Jathrün (nn), Vater des Silmai, 196ff.

 

Jattir-Jathrun (Mn8® nn), eine „Leuchte“, 146, 18.

 

Jawar (IS1N), siehe p. 151°) 159,28. 120,7. 171,6,9. 172,15,34.276. 32

190, 14. 280, 12. 289, 2, 19. 290, 28. 291f. 294, 171. 295, 16. 299, 7.02, 0

310, 14, 22. 325, 14. 326, 36. 385, 8f. Verborgener Jawar 230,20. Voraus-

bestimmter Jäwar 288,20. 327,2. Jawar, Sohn Jäwars, 173,11. Jäwar-

Hibil 153,25. 168,22. 171,7. 174,14. 175,36. Jawar-Kbar 151,24. Jäwar-

Manda dHaije 303,7. 400,35. 401,22. Jawar-Smir 289,1. Jäwar-Ziwa 31,7.

also. 142,11. 172,27. 173,6. 177, 8. 204,6. 219,34. 238,16. 268,37. 289,8.

290, 21. 380, 22. 402, 34f.

 

 

600 Die oberen und unteren Wesen.

 

 

Jöfin (Noy), ein Uthra, 148,30. Siehe zu diesem und den folgenden

Namen Joh., p. XXIVff.

 

Jöfin-Jofafin (Paran Po) 67,20. 191,3. 196, 12. 428,7.

 

Jokabar (AnanDY) 390,6. Jokabar-Kusta 318ff. Jokabar-Ziwa 401, 10.

 

Jokasar-Kanna (RI8D NW) 145,2.

 

Jorabba (sa) 132, 14. 188,25. 189,4,7. 221, 1f.,39. 222. 270,4. 316,

22,26. 410,9, 17. 494,7. 573, 17.

 

Josamin (MaRwN) 147,28. 148,7. 167,29. 173,36. 283,8. 284,10. 285,37.

288, 21. 290, 14, 25ff. 291f. 304, 2. 805, 22,25. 311, 25, 32,85. 37er

339. 861. 3ESH. 381, se E: Britt.

 

Josmir (YWDY), ein Weinstock, 326,27. Josmir-Kannä 143,24. Josmir-

Uthra 325, 29.

 

Jozatag (paunm), Beiname des Mandä dHaije, 62, 26. 241,22. 242,6, 9.

 

Jur (WW), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8.

 

Jura (x) 324, 14. 325, 23. 327,9. 386, 24. 402, 10.

 

Kafan (xon>) und Kanfan (Ino3ND), ein Genienpaar, 173, 25.

 

Kannäa (s3nD) bei Namen bedeutet „Behälter“.

 

Karafiun (MonınD), ein Dämon, 189.

 

Karküm (o1D18D), ein Dämon, 143,5. 156,38. 411,13. Eine Säule in

Jerusalem 343, 21.

 

Kbar (822), eine „Wolke“, 402, 19,22. Kbar-Ziwa 67, 19,20. 75,1,8.

 

Kimsath (Nxy92), eine „Wolke“, 401, 38.

 

Krün (9), ein Dämon, 142, 20,23. 143, 20, 22. 157, 1ff.

 

Lufan (9%), ein Dämon, 104,7.

 

Lufafan ((oxD»), „das große Licht“, 159,3.

 

Mag (iD), eine Dämonin, 154, 16ff.

 

Malala (sOson») bei Namen bedeutet „Wort“.

 

Manda dHaije &n7 nd) 5,5. 30,23. 54,18. 61,3. 67, 25ff. 69, Sf.

96, 19. 141,34. 142, 14ff. 144,29. 145, 1ff. 148,6,14. 150,31ff. 164,20. 177.

179f. 190ff. 212, 18. 220ff. 223,18. 229, 11. 233,18. 234, 29. 2417. BE

252ff. 283, 10. 284, 28,27. 285,8, 11. 286, 29, 35. 306,20. 335,8. 348, 11.

349, 24. 360, 30. 361ff. 371ff. 388, 26. 397, 16. 406, 32. 487, 27, 33. 438, 22.

441 ff. 452°. 455,11. 490,12. 506,27. 508,40. 509, 11. 521,3. 523,29. 581,36.

532, 19. 533,7. 541,31. 542,6. 552,6. 558, 6,18. 564, 22. 567,26. 568, 8.

570, 22. 572. 573, 8. 583, 26, 30. 588, 24. 594, 24.

 

Margazel (Hyd), von PN „erzürnen* gebildet, 173, 21.

 

Marpel (yonnn), von hebr. son „Heilung“ gebildet, 104,9. 173,23.

 

Masglel (ybpwan), eine „Wolke“, 402, 26.

 

Namrus (o2N2), die „Mutter der Welt“ (siehe Joh. II, p. 62°), 82, 13.

83,7. 86, 14, 22. 101,6. 127,9. 296f. 338, 17. 340, 11,18. 342, 28, 34. 354f.

384, 30.

 

Natrel (yon), ein geheimer Name (zu "%) „hüten“) 168, 8.

 

Nbat (vx2}, siehe Lit., p. XX), 288ff. 380, 17f. 383, 25. Nbat-Jawaı

67,20. Nbat-Ziwa 290, 5.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die oberen und unteren Wesen. 601

 

 

Nbaz (m23) 444,34. Nbaz-Hailä 208,5. Inhaber eines Wachthauses.

 

Nhar (1873), eine „Wolke“, 402, 19.

 

Nhür-Hai ('87 93), „Lebenslicht“, 195, 30.

 

Nhur-Haije (s®n m), dasselbe, eine „Wolke“, 401, 36.

 

Nhür-Ziwä (at 9), ein geheimer Name, 159,3.

 

Nidbai (2713) siehe Silmai.

 

Nifgath-men-gau-maijä (8% 9 in nspoN), eine „Wolke“, 402, 14.

 

Nsab (283), vgl. Uthra, p. 544), 222, 1. 325, 25. 381, 13. 402, 15.

 

Nürel (Syn) und Nüriel Oyaıı), von 3 „Feuer“ gebildet, 173, 27.

 

Osar-Hai 087 "asıy), „Lebensschatz“, 191,4. 196,14. 292,6. Siehe auch

Register unter Schatz.

 

Pasrel (ywao), ein geheimer Name (zu wo „auflösen“) 168, 9.

 

Pihtath-Unihrath (As nano), eine „Wolke“, 402, 13.

 

Pilpin-Pipin (oo yob'o), Inhaber eines Wachthauses, 186, 12, 34, 37.

 

Piriawis (ons’To), ein Jordan, 235,35. 236,6. Ein Weinstock 451,39.

 

Pirün (nv. vgl. Joh. II, p. 7') 326, 40. 401, 39.

 

Pta-Hai (7 ano, vgl. Lit., p. XXIT') 191,5. 196, 14. 292, 6.

 

Ptahil (Onsno. vgl. Joh., p. XXVIII; Lit., p. XXID), der Demiurg, das

vierte Leben, 33, 31. 34,1. 99,33. 101,11. 103,1,9. 104,23. estt. 1315.

174ff. 194. 199, 4,20. 209, 34. 229,1. 242ff. 265ff. 284, 13. 284*. 293, 351.

294, 18. 305, 32ff. 311, 25, 32. 326, 16. 348ff. 358f. 364ff. 4092, 27. 407, 27.

408,4. 419. 430, 15. 435, 27. 440,20. 446,41. 447,7. 451,10. 478. 509, 31.

530,30ff. 556,3,5. Ptahil-Uthra 97,13. 98. 107,31. 109,14. 111,21. 94727;

249,1,5. 309, 38. 311, 5, 37. 358, 26. 360, 3. 364,7. 867, 31,35. 478, 12.

 

Qananit (ns3np), Beiname der Rüha, 209, 6.

 

Qarbel ('yanRp), vielleicht von x2n7p „Kampf“ gebildet, 173, 27.

 

Qin (7), eine Dämonin, 155, 10, 18. 158, 15ff.

 

Qmamir-Ziwä (sr 1ORnp), Beiname des Todesengels, 424ff.

 

Rahziel ('yın87), ein Uthra, 252, 1.

 

Ram (on), das männliche Haupt des zweiten Zeitalters, 27,23,27. 28,1.

45, 28,39. 260, 24. 408,29. Ein anderes Wesen ist Räm-Ziwä 402, 32.

 

Raza (sın7) bei Namen bedeutet „Mysterium“.

 

R’ham-Räza (sin) DOX7N), gehört zu or „lieben“, 146, 30.

 

Ruüd (m), das weibliche Haupt des zweiten Zeitalters, 27,23,27. 28,2.

45, 28, 39. 260, 24. 408, 29.

 

Ruüha (x), siehe p. XI, 43, 22f. 46,10, 38. 47,1. 50, 37. 52,32. 76,27,

BEEere86, 61. 37,3ff. 898. YSif. 104. 153,31. 159, 16ff. 164f. 173, 16.

Bein. 185,5. 190,4, 6. 197, 24, 34. 203, 8ft. 220ff. 224, 23. 226, 14,

2271 228ir. 248,8. 249. 255. 258ff. 266, 2, 18ff. 267,5. 287,16. 307,8.

316, 38. 323, 23. 337ff. 347, 2,10. 351, 31f. 352,3. 3721. 382#f. 405, 4f. 410,

Bea. 516,8,11. 527,4ff. 5297. 550,25. 551,6. 578,17. 574,12. 575,5.

Rühas 125,18f. Rüha dQudsa (heiliger Geist) 49,4. 106,32. 147,17. 186.12.

1227271727. 220, 13. 247,26f. 33711. 371,22. 384,1. 530.20. Siehe auch

Register unter Geist.

 

 

602 Die oberen und unteren Wesen.

 

 

Rwaz (7) „er prangte“, ein Weinstock, 211,1. 212,10. 324,34. 326,23.

 

Sahrath-Ebdath-Ukisrath (ARNO) DRT2Y INIIND) „sie wachte, machte

und vollbrachte“, eine „Wolke“, 402,3.

 

Sam (oxD, „er schuf“, vgl. Uthra, p. 544), 67,21. 180,17. 191,3. 196, 12.

252,8. 406, 22. 428,7. 503,26. Sam-Smir-Zıwä 291,38. Sam-Ziwa 199,35.

292, 10. 316,1. 326, 28.

 

Sar (xD), ein Uthra, 288,23, sonst zusammen mit Sarwän (1ı8D): 176,

25. 222,1. 402, 18.

 

Sar RW), „er war fest“, siehe Joh. II, p. 6°, ein Weinstock, 326, 38.

386, 23. 406, 24. Sar-Ziwä, Beiname Hibils, 163,28. Ein Uthra 288, 21.

 

Sarrath (nwıNv), „sie war fest“, ein Weinstock, 402,7.

 

Sarhabel &yasmıaW), das weibliche Haupt des dritten Zeitalters, sic

p. VII, 27,31. 28,2ff. 45,35ff. 261,4. 408,36. Ein Mana 240,2. Ein Wein-

stock 326, 29. Sarhakeleirie, ein Uthra, 251, 29.

 

Saskel Oyawaw), eine „Wolke“, 402, 25.

 

Saurel (ynS), Beiname des Mondes, 28,29. 46,34. Sonst Name des

Todesengels 424ff. Siehe Joh. II, p. 119°,

 

Sdüm (Dow), ein Dämon, 156. 158 ob.

 

S’haq (PD), „er hüpfte“, 316, 14.

 

Sidar-Kasia (NDNI INTD), eine „Wolke“, 402, 8.

 

Sihlün pIrw), „es (das Leben) sandte mich“, ein Uthra, 251, 29.

 

Silmai (Rnsw), allein nur 196ff. 429,4. Sonst im Genienpaar Silmai

und Nidbai, den beiden Taufengeln (siehe Joh. I, p XX), 141,35. 143, 29.

146, 28. 148, 15. 222, 19. 273,40. 283, 10. 284, 11. 308ff. 327, 13. 402,217 5

 

Simath-Haije (an namD), „Schatz des Lebens“, weibliches Wesen (vgl.

Joh. Il, p. 201), 31,8. Siehe auch Register unter Schatz.

 

Sindiriawis (oYx 720), der Jordan des Lebens (vgl. Joh. II, p. 12),

145, 4. 146, 37.

 

Siniawis (oY8'2D), ein Gebiet der Unterwelt (vgl. Joh. II, p. 12'), 71,16.

89, 182.103161. 1505833;

 

Siglum (nbpw), ein Dämon, 320, 17.

 

Sitil Oynw), der biblische Seth, 109,16. 118,18. 127, 17f. 141,85. 143;

29. 146, 5, 11,24. 148,14. 166, 31. 223,19. 243, 29. 246, 21. 249,11. 259, 32.

260,9f. 261,6. 264,30. 268, 9,34. 283,13. 284*. 286,3. 320,9. 369,38. 424, 15.

426ff. Großer Sitil 251,13. 269,9. 270,9. Kleiner Sitil 443,9. Sitil-Uthra

146, 7. 370,7.

 

Smir (120), „Verwahrt“, ein geheimer Name, 162,29. Ein Uthra 288, 23.

Siehe auch Jawar.

 

Sum-Hai (7 ow), „Name des Lebens“, 195, 30.

 

Sumgaq (pspmD), Beiname der Qin, 158, 35. 159, 6. i

 

Surbai (RTV), männliches Haupt des dritten Zeitalters, VII, 27,31. 28,

2ff. 45, 341f. 261,4. 408, 36.

 

Tagfel ('yapan), von rpn „stark sein“ gebildet, 173, 21,23

 

Tar (sn) und Tarwän.(sYI8N), ein Genienpaar, 222,1.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die oberen und unteren Wesen. 603

 

 

Tatagmür (YH38HRn), ein Baum, 326,21. Eine „Wolke“ 402, 11.

 

Taurel (yAıRn), vielleicht ist darin xI1Xd „Stier“ als verehrtes Wesen

{siehe Ephemeris II, p. 153f.) erhalten, 291, 37. 305, 18,20. Ein Weinstock

326, 19. Taurel-Uthra 144, 27. 267,1.

 

Ur (Sy), siehe p. XI, 83,37. 87,2,12,33. 89,30, 34. 142,24. 143,2,12,18.

158, 36. 159,21. 163,12. 165,42. 166,5,9. 167f. 171ff, 203, 14ff.- 315, 22.

406, 2.

 

Urpel (yoyıy), gewöhnlich zusammen mit Marpel genannt (siehe Lit.,

p. 279), 104,9. 173, 28.

 

Zahrel (Oyınr), eine Dämonin (siehe Joh. II, p. 11°), 160f.

 

Zamur (n8N), ein Dämon, 220, 15.

 

Zan-Hazazban (2187 Inn), Inhaber eines Wachthauses, 185. 208, 19.

 

Zartai-Zartanai (IRINMINT ISDN), ein Dämon, 154. 162.

 

Zarzel (ymar), ein geheimer Name (zu Nr „rüsten“) 168,8. Zarzel-

Ziwa, ein Mana, 325, 27.

 

Z’hir (m), „Gesichert“, ein Uthra, 221,39. Z’hir-Smir-Ziwa 252, 8.

 

Zihan (in) und Z’ha-Zihan (nn x), zwei „Lichtbinden“, 222, 4.

 

Zihrun (mm, „es' (das Leben) warnte mich“ (vgl. Joh. II, p. 216°),

222,1. Zihrün-Uthra 143, 24.

 

Ziw-Hai (7 Y), „Glanz des Lebens“, 195, 30.

 

Ziwa (x) bei Namen bedeutet „Glanz, Glanzwesen“.

 

 

m ZI ——n

—s os

 

 

Tr Ze

 

 

 

 

 


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