380 Sağ kısım. 282, 2-283, 2
Formda yükselin. Ama girilecek bir kapı bulamadı, hiçbiri
Üzerinde yürümenin yolu, tırmanmak yok, tırmanmak. Çünkü
Derindeyken gördüğü figür yüksekteydi,
insanlar, hayvanlar ve sığırlar gibi, gökyüzünün tepesinde değil
tırmanabilir. Açgözlü aslan gibi ısındı ve parladı
avın üzerinde ve kendi dairesinde dinlenmedi ve dinlenmedi.
Çığlık attı, kişnedi ve yüksek sesle ıslık çaldı. Işık dünyaları sesi duydu ve
donuk iblisin şekline baktı. yıpranmış ordu ')
toplanmış. Birbirlerine bir beden gibi baktılar ve baktılar.
Uzuvlar aniden titremeye başladı ve demir aletler gibi çınladı.
Sonra yüksek Işık Kralı'ndan bir ses çıktı ve konuştu.
ışık dünyalarına ve Uthras'ın Skinä'larına: "Sakin olun, siz
Uthras, derinin üzerine otur. gazabından korkmayın
öfkeye kapılmış donuk, kötü iblis. kendi içinde
Konteyner o tutulmalıdır. Onun içinde tutulmalı
kendi konteyneri, tüm planları mahvolacak. geçersiz kılınmak
planları ve işleri ortaya çıkmamalı."
Bildiğimizi yaşa, anlayışımızı yaşa. övülmüş
hayat ol; hayat galip gelir.
Yedinci parça.
Oyun, öncekiyle aynı yazardan geliyor ve açıklama
ilk incelemede ışığın dünyası, bkz. s. 3. Bununla ilgili ek bir talimat var
Kuzeyin ve okyanusun doğası.
Büyük hayat adına.
Dies ist die Belehrung und Offenbarung, die den abgesonderten
Männern) offenbart wurde, die sich von der Tibil und den Werken der
Verführer abgesondert haben.
Sehet, was ich euch über die Welten des Lichtes und über das, was
in ihnen ist, sage. Ich habe euch über die Welt der Finsternis und ihre
Geschöpfe belehrt. Ich habe zu euch von dem hohen Lichtkönig gesprochen,
dessen Macht weit, gewaltig und endlos ist, von der gepriesenen Erde, von
den Uthras und Königen in ihr, die in der oberen Höhe außerhalb der
Tibil im Norden wohnen, an dem Orte, von dem das lebende Wasser kommt,
durch das [283] alle Welten prangen, woher Glanz der Sonne, Helligkeit
dem Monde, Schimmer den Sternen, Schein dem Feuer kommt, woher die
») Vgl. p. 82, 22; 1038.
?) NYNW'ID auch hier in Verbindung mit WED „absondern“, siehe p. 277%.
283, 3—284, 11 Zwölttes Buch. Siebentes Stück. 281
Nordluft und der angenehme Wind, der König aller Winde, kommt; durch
ihn leben alle Wesen und fühlen sich wohl. Wenn die Luft‘) auch nur
einen Tag nicht wehen sollte, würden alle Seelen, die in der Tibil sind,
sterben und erlöschen.
Wenn ihr sagt, mit der Nordluft komme Hagel und Zorn‘), so erkläre
ich euch, daß sie nicht aus der Lichterde kommen. Vielmehr in die oberste
Erde der Tibil sind ausgedehnte Berge geschnitten. Schnee und Hagel
kommt, fällt auf sie und schmilzt nicht im Winter und Sommer. Von da her
kommt der Nordwind, weht darüber, und der Hagel kommt zusammen mit
dem Winde, wie wenn jemand unter einem verwesenden Leichnam steht
und der Geruch zugleich mit dem Winde herankommt.
Die Sterne und Tierkreisbilder kreisen und gehen nicht am Tore des
Nordens. Denn dort gibt es nichts Finsteres, das der Beleuchtung bedürfte.
Es ist wie ein Erdenkönig, der in ein von ihm entferntes Gebiet ein Heer
sendet. Denn die Erleuchter auf dieser Welt, die damit beauftragt sind,
sie zu erleuchten, haben keinen eigenen Glanz.
Alle Welt nennt den Norden „Höhe“ und den Süden „Niederung“ °).
Denn die Welten der Finsternis liegen in der Niederung im Süden. Das
große Weltmeer umkreist die ganze Tibil, außer dem Tore des Nordens.
Denn man kann das lebende Wasser nicht vom Lichtorte abschneiden.
Alle Welt bezeugt, daß das lebende Wasser unterhalb des Thrones
Gottes hervorkommt, doch verstehen sie nicht, was ihr Mund redet.
Die anderen, die heißen Winde, die zwischen den Mauern kreisen und
zwischen [284] den Toren hervorbrechen, wehen über das Weltmeer. Denn
das Weltmeer ist heiß und das Wasser ist heiß. An den niederen Bergen
kommt der Hauch des Weltmeeres heraus und schmelzt ihren Schnee. Denn
das Weltmeer ist den Welten der Finsternis, dem schwarzen Wasser, sehr
nahe, denn das schwarze Wasser ist gar sehr dunkel und das lebende
Wasser ist gering, denn in jenem ist der Erguß aller Meere, der in dasselbe
fällt. Niemand trinkt davon, wie man gesagt hat:
Es ist das schwarze Wasser,
das siedet, kocht und sich windet.
Wer davon trinkt, stirbt,
ein jeder, der darauf tritt, verbrennt sich.
Niemand kann seinen Geruch ertragen,
außer daß er davon her ist‘).
Diese Zonen sind über die Tibil verteilt. Wer in der oberen Zone
lebt, ist heilfarbig, die in der niederen leben, sind schwarz, und ihr Aus-
sehen ist häßlich gleich Dämonen.
1) Siehe oben, p. 15°.
2) Zorn der Gottheit, der sich in Unwetter und Schaden äußert.
3) In Babylonien erklärlich. Weiterhin nach Norden ziehen sich ausgedehnte Alpen-
länder hin, während der Süden Tiefland ist.
aBiche,p: 71,17; 72,9,27.
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282 Rechter Teil. 284,122
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Ein jeder Einsichtige weiß, daß die Lichtwesen hier sind‘). Sehet:
sie sind nicht auf der Tibil und nicht am Firmament. Denn, wären sie am
Firmament, wo wäre ihr Aufenthalt, wenn Himmel und Erde vergehen?
Denn was den Ort des Lichtkönigs anlangt, so war nichts, da er nicht
; war, und nichts ist, so er nicht ist; für ihn gibt es kein Vergehen’).
Die Finsternis nahm bei den Menschenkindern auf allen Wegen über-
hand und verwirrte die Pfade. Wie man gesagt hat: Du hast der Welt
den Weg verwirrt, und ihre Einwohner liegen da und werden zwischen
den Wassern hin- und hergestoßen. Je mehr das Zeitalter abnimmt, desto
ıo mehr bedrückt (sie) die Bosheit’).
Sehet ein und lasset euch belehren, meine Auserwählten, und steiget
siegreich zum Lichtort empor.
Und das Leben ist siegreich.
‘) Eigentlich „Lichtwelten“, siehe p. 6!. Nach dem Folgenden erwartet man, dab sie
nicht hier sind.
2) Siehe p. 6,1; 31,32.
®) Siehe p. 221,30: 230,32.
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Dreizehntes Buch.
Gebet des Priesters für die Gläubigen und Frommen in der Gemeinde, Warnungen
an die Ungläubigen und Ungehorsamen. Ein junges Stück.
Im Namen des großen Lebens werde mein Name NN und der meiner
Gattin NN jenseits am großen Orte im Hause der Vollendung aufgerichtet.
Im Namen und in der Kraft [285] des gewaltigen, fremden Lebens,
des erhabenen, das über allen Werken steht, im Namen des zweiten Lebens,
des reinen Josamin, im Namen des dritten Lebens, dessen Name Abathur,
der Alte, Hohe, Verborgene, Bewahrte ist, im Namen und in der Kraft des
Manda dHaije, des Erhabenen in den Lichtwelten, im Namen des Silmai
und Nidbai, die über den Jordan des Lebens und die große Taufe des
Lichtes eingesetzt sind und den Seelen Zeugnis, Namen und Zeichen ver-
leihen, im Namen des Hibil, Sitil und Anos, der drei Söhne des lebendigen,
glänzenden, leuchtenden, hellen, prangenden Stammes legen wir Priester
dieses Zeugnis ab über die Mandäer und Mandäerinnen und über ihre Söhne,
die bereits ihr Inneres kennen und ihr Wissen wahrnehmen’), so am Sonntag
und Vorabend des Tages®) nicht in den Tempel kommen, sich nicht an
die Ordnung halten, auf ihre Priester nicht hören und nicht hinter den
Priestern dastehn, das Gebet nicht verrichten, die Verbeugungen nicht
machen, das Pihtä nicht nehmen, Kusta nicht reichen, die Gemeinschaft mit-
einander nicht herstellen, ihre Söhne nicht taufen, ihre Töchter das Zeichen
des Lebens nicht annehmen lassen, in deren Herzen der Glaube an das
gewaltige, erste Leben keinen Platz hat, die mit den Verfolgten und Not-
leidenden kein Mitgefühl haben, ihre Frauen, Söhne und Töchter am Vor-
abend des Tages und am Sonntag nicht in den Tempel senden;
andererseits über alle im Wasser getauften Mandäer und Mandäerinnen,
die gläubigen Männer und Frauen, sowie ihre Söhne und Töchter, die
bereits ihr Inneres kennen, die ihren Herrn lieben, das gewaltige, erste
Leben bezeugen, so nichts war, da dieses nicht war, und nichts ist, da dieses
nicht ist, die im Jordan getauft und mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet
sind, die am Vorabend des Tages und am Sonntag in den Tempel kommen,
1) Die bereits einen reifen Verstand haben.
2) Vermutlich der Vorabend des Neujahrstages, siehe Joh. II, p. 68*.
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284 Rechter Teil. 285. 23—287, 10
sich an die schöne Ordnung halten, die Verbeugungen verrichten, hinter
den Priestern dastehn, das Pihtä nehmen, Kustä reichen, die Gemein-
schaft miteinander [286] herstellen, ihre Söhne und Töchter taufen, sie das
Zeichen des Lebens annehmen lassen, in deren Herzen der Glaube an
das gewaltige, erste Leben ruht, die mit den Notleidenden Mitgefühl und
Erbarmen empfinden, ihre Frauen, Söhne und Töchter am Vorabend des
Tages in den Tempel senden, den Gottesdienst verrichten, in deren Haus
das Almosen nicht übernachtet‘), sie es vielmehr nach dem Tempel bringen.
Das gewaltige, erste Leben, das erhabene, das über allen Werken steht,
Josamin der Reine, Abathur, der Alte, Hohe, Verborgene, Bewahrte, der in
dieser Welt Raina uRast ist’), Silmai und Nidbai, die über den großen
Jordan des Lebens und die große Taufe des Lichtes eingesetzt sind, die in
dieser Welt Zeugen über die Seelen anrufen, Ptahil der Bote, dessen Name
Gabriel ist’), der mit der Kraft‘) des Lebens und dem Worte seines Vaters
den Himmel ohne Pfeiler ausgespannt und die Erde ohne Verdichtung
gedichtet hat, [durch den] am Himmel Sterne gebildet wurden, der auf der
Erde Früchte, Trauben und Bäume schenkte, Glanz der Sonne und Helligkeit
dem Monde brachte, der mit der Kraft des Lebens Adam schuf, ihm Hawwa
als Weib pflanzte und den Segen über sie sprach, so daß bis zum Ende
der Welten ihre Wurzel und ihre Stämme von dieser Welt nicht verschwinden,
sie sollen allen Gläubigen und allen im Wasser getauften Mandäern beistehen,
die alle diese guten Werke üben, diese Wohltaten verrichten, das Leben
bezeugen, Manda dHaije bekennen und den Lobpreis dieser drei Männer or
der Söhne des lebendigen, glänzenden, prangenden, hellen, leuchtenden
Stammes bezeugen und an ihn glauben.
Dieses Gebet verrichten wir und diese Bitte sprechen wir aus, wir
Priester. Manda dHaije erlöse uns von der Schlechtigkeit dieser Welt.
[287] Er sei uns ein Helfer, Beistand, Erlöser und Erretter von den Wacht-
häusern der Planeten, vor denen die Seelen sich ängstigen, von dem Schwerte,
dem Unglück und der Seuche dieser Welt, von den bösen Plänen der Bösen,
von der dritten Zunge, die weicher als Fett und schneidender als das
Schwert ist, von dem bösen Geschrei, vom verderbten Kranze, vom zweiten
Tode und den Augen des Schadens’).
Der Segen, der über die Erde mit ihrer Verdichtung, über den Himmel
mit seiner Zeltdachspannung, über die leuchtende Sonne, den Mond, der
des Nachts scheint, die Sterne, die am Firmament glänzen und leuchten,
N IRININD würde heißen „es glänzt nicht‘‘, was keinen Sinn gibt. Ich vermute ANRIND.
°) D. i. der persische Rasnu razista „Rasnu der Gerechteste“, der die goldenen
Wagschalen hält, in denen die Seelen der Abgestorbenen beim Gericht gewogen werden,
siche Grundriß der iran. Philologie II, p. 643.
?) Siehe oben, p. 3,10; 64,2 und Brandt, Rel., p. 55 unt.
=) Lies NIRDANIT, vorher steht noch im Text: „und mit der Kraft des Lebens, sowie
des Hibil, Sitil und Anös, die Muhur, Rus und Rast sind, (d. i. Mithra, Sraosa und Rasnu,
siehe Grundriß ebda., p. 642) und mit der Kraft des Boten Ptahil“.
°) Siehe oben, p. 250. °) D. h. dem bösen Blick, siehe auch Lit., p. 39.
287, 10— 288, 24 Dreizehntes Buch. 285
über die Luft, das lebende Wasser, die Frucht der Erde, über Adam, den
ersten Mann, sein Weib Hawwä, seine Kinder und Stämme, über die
Gesandten und Propheten, über die Auserwählten und Vollkommenen, über
die Gläubigen und Vollkommenen des Lichtes gesprochen wurde, werde
ihnen zuteil, sowie ihren Frauen, Söhnen und Töchtern, ihrem Kauf und
Verkauf, ihrem Lande und Wasser, ihren Tieren und ihrem Gut, ihrem
Samen und ihrer Saat auf dem Felde und im Dorfe.
Manda dHaije sei ihnen ein Helfer und eine Stütze in dieser Welt der
Bösen. Was sie suchen, sollen sie finden, was sie erbitten, soll ihnen
gewährt werden, [sowie] ihren Freunden und den Freunden ihrer Freunde.
Ferner: die Mandäer, die nur mit ihrem Munde beim Namen des Mandä
dHaije stehen, im Herzen aber ohne Glauben sind, die den bösen Bäumen
gleichen, die lebendes Wasser trinken, aber keine Früchte hervorbringen,
die dem räuberischen Wolfe und dem niederstürzenden Löwen gleichen, die
nicht in den Tempel kommen, kein Gebet verrichten, nicht hinter den
Priestern dastehn, das Pihtä nicht nehmen, Kusta nicht reichen, [288] die
Gemeinschaft miteinander nicht herstellen, kein Almosen nach dem Tempel
bringen, ihre Frauen und Kinder nicht nach dem Tempel mitbringen, ihre
Frauen und Kinder nicht hinschicken, am Vorabend des Tages und am
Sonntag ihre Söhne nicht taufen und ihre Töchter nicht das Zeichen des
Lebens annehmen lassen, die Männer, die Frauen aus den zwölf Pforten
nehmen, die Jüngerinnen'), die in die zwölf Pforten eintreten, die man nicht
belehren, nicht unterrichten und nicht aufklären kann, daß das Leben älter
ist als der Tod, das Licht älter als die Finsternis, die Guten trefflicher sind
als die Bösen, das Süße angenehmer ist als das Bittere, der Tag älter ist
als die Nacht, der Sonntag älter ist als der Sabbat, das Nägaräertum älter
ist als das Judentum, die oberen Wesen älter sind als die unteren, der
Jordan lebenden Wassers älter ist als das trübe Wasser des Ortes der
Finsternis, zu denen ihr Priester belehrend spricht, ohne daß sie auf ihn
hören, deren Herz nicht erleuchtet ist, daß sie auf den Mann, der sie belehren
und erleuchten will, hören, die den Ruf des Lebens verlassen und den
Ruf der Finsternis lieben, die Genossenschaft des Lebens hassen und die
Genossenschaft der Finsternis lieben, den Glanz und das Licht hassen und
die Wohnung der Finsternis lieben, den Jordan lebenden Wassers verlassen
und das trübe Wasser lieben, gegen sie rufen wir diese als Zeugen an:
Das gewaltige, erste Leben rufen wir als Zeugen gegen sie an.
JoSamin, den Reinen, der an den Schätzen des Wassers und an den
gewaltigen, oberen, reinen Sprudeln des Lichtes ruht, rufen wir als Zeugen
gegen sie an.
Abathur, den Alten, Hohen, Verborgenen, Bewahrten, der in der Höhe
thront und in der Tiefe verborgen ist, der die Welten und Generationen
durchsehaut und versteht, der sieht, was sie tun, der über die Seelen ein-
) SDNTONNN kann nicht Priesterinnen bedeuten, da es solche bei den Mandäern
nicht gibt.
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286 Rechter Teil. 288, 24—290, 7
gesetzt ist, um alle Werke, die sie tun, zu wägen, rufen wir ') als Zeugen.
[289] gegen sie an.
Hibil, Sitil und Anos rufen wir als Zeugen gegen sie an.
Die Sonne und ihren Glanz, den Mond und seine Helligkeit rufen wir
als Zeugen gegen sie an.
Den Sonntag und das Almosenwesen °) rufen wir als Zeugen gegen sie an.
Den Ruf des Lebens, das Wort, den Befehl und die Warnung, die
aus dem Hause Abathurs und aus dem Hause des großen, ersten Lebens
kam, rufen wir als Zeugen gegen sie an.
Die Priester mit ihrem Zeichen, ihre Gebete, Bitten, Hymnen, Gebets-
ordnungen, Reden, die Kreuze’) des Glanzes und die Olivenstäbe des
Glanzes sind als Zeugen gegen sie angerufen.
Diese Rede, dieser Befehl und diese Warnung wurden uns aus der
Lichterde verliehen. Anos-Uthra, der Gesandte, brachte sie und gab sie
den Priestern wieder‘), um den Welten und Generationen davon zu sprechen
und sie hören zu lassen, damit man ihnen glaube, auf daß sie sprechen,
erhört werden und Glauben finden und man sich nicht davon abwende.
Wenn jemand sich von dieser Rede, diesem Befehle und dieser Warnung
abwendet, die Anös-Uthra, der Gesandte, nach dieser Welt der Bösen und
dem großen Orte, der reich an Bösen ist, brachte, so soll das Königtum
sich gegen ihn wenden’). Die Sonne und ihr Glanz, der Mond und seine
Helligkeit, das Wasser und seine Kraft, der Wind und seine Annehmlichkeit,
das Feuer und sein Schimmer, die Erde und ihre Früchte, der Himmel und
sein Tau, die Welt und die Gläubigen in ihr, der Tempel, die Priester, der
Sonntag, das Almosenwesen, das Pihta, Kusta und Mambüha, der Jordan,
in den sie hinabstiegen, in dem sie die Taufe empfingen und aus dem sie
das Zeichen empfingen, sollen Zeugen gegen sie sein.
Ferner rufen wir diese wahrhaften Zeugen gegen alle an, Mann und
Weib, Knaben und Mädchen, die sich zum Namen des Manda dHaije be-
kennen, sich aber im Jordan nicht taufen lassen und sich mit dem Namen
und Zeichen des Lebens nicht gezeichnet haben. [290] Sie stehen außer-
halb der Kustä und tun Dienste außerhalb der Gnade‘). Wir Priester
belehren sie und wecken sie, doch sie wollen nicht hören und nicht glauben,
so werden sie denn wegen ihrer eigenen Sünden zur Rechenschaft gezogen
werden. Wenn sie sich jedoch belehren lassen, von Mandä dHaije, der der
erste Gesandte ist, zeugen, nach dem Willen ihres Herrn und dem, was
die Priester ihnen sagen, handeln, so wird ihnen ein Sündenerlasser zuteil
werden. Wenn sie nicht handeln und nicht hören, diese Belehrung nicht
1) Lies Pamınd, so auch im Folgenden.
?) Siehe Joh. II, p. 5.
°) Das Banner der Mandäer, siehe Joh. II, p. 185%.
4) Unsicher, ob DIN) statt IIANN zu lesen ist.
5) Die Worte Fby Ten NMNDOND sind vielleicht eingeschoben, so daß das Folgende
der Nachsatz ist. °) Zitiert aus p. 276, 29f.
290, 7—22 Dreizehntes Buch. 287
bezeugen und auf sie nicht hören, wenn sie nicht fest (im Glauben) stehen
und ihren Priestern nicht glauben, so wird ihnen kein Sündenerlasser zu-
teil werden.
Wenn sie nicht tun, was man ihnen sagt, sich nicht an die Ordnung
halten, die Lehre, die der erste Gesandte ihnen anempfohlen, nicht bezeugen,
so werden sie einen Sündenbinder haben und wegen ihrer Hände Werke
zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn sie wach und wachsam sind
und der Mäna, der in ihnen wohnt, erweckt ist, so werden sie in den
Wachthäusern der Planeten, dem Gerichtshofe, nicht zur Rechenschaft ge-
zogen werden, und die Hand der Planeten wird keine Macht über sie haben.
Gelip gelmiş olan eşlerine, oğullarına ve kızlarına da
gelecek, günahın bağışlanması olacak. rahipler de
ve bu öğretiyi Mandaeans'e veren inananlar,
günahın bağışlanması için.
Hayat tüm işlere galip gelir; hayat galip gelir.
Ama Rühä, çocukları ve onların yaratıkları yenildiler.
sonsuza kadar.
içinde
BM
I5
On dördüncü kitap.
Tezin adı "Büyük Nbat'ın Kitabı". Nbat öne çıkacak
Önceden belirlenmiş Jäwar'ın ve ardından ikinci bir yaratılışın ortaya çıktığı yaratılış
Jösamin "ikinci" çıkıyor. Bunu, başka bir parça izler.
Jäwar hayatın yaratıcısı ve ilk yaratılan manädır. hayat sorunları
Josamin'in niyetleri hakkında, burada her zamanki gibi belirsiz olan yaratma planları hakkında
Sözler belirtilmiştir. Jawar hayatı sakinleştirmeye çalışır. JöSamin birini arıyor
Ancak yaratmayı başarması, onun üzerine atanan koruyucular tarafından engellenir.
Ancak, kendisine ait bir dünya yaratması için onu teşvik eden oğulları yaratır. onlara verir
düzen ve daha aşağı bir dünya yaratırlar; B'hag-
Abatur. Gezegenler oğlu Ptahil tarafından yaratılmıştır.
Parça, üçüncü kitapla teması gösteriyor, bkz. s. 63f. dilsel olarak
Onbirinci kitapla bazı özellikleri paylaşıyor, bu nedenle Dy'nin kullanımında
“İle” (Metin 292.19; 293.20) ve INDy'den. bkz. s. 250.
[291] Büyük yaşam adına.
Bu, ortaya çıkan büyük Nbat'ın gizemi ve kitabıdır.
aydınlandı, çiçek açtı ve muazzam oldu. Ondan önce Uthras geldi.
Bei der ersten Hervorrufung sprach und rief er hervor achthundert Uthras
mit einer Hervorrufung. Es kamen und stiegen empor zwei Uthras. Hervor-
gerufen wurde Jäwar, der Vorausbestimmte, von dem «+++». Bei der zweiten
Hervorrufung kamen und stiegen empor Josamin und Sar-Ziwa. Bei der
dritten Hervorrufung kamen und stiegen empor geliebte, erwählte, sanfte,
ruhige Uthras, deren Namen Sar') und Smir sind. Ihre Namen wurden zu
zweien in einer Skinä gegründet.
Alsdann verbreitete er sich aufblühend, erleuchtete und belehrte. Sie‘)
kamen zu seiner Rechten und Linken hervor, er breitete Lobpreis über
sie‘), und sie erglänzten in ihren Gewändern. Ihr Glanz vermischte sich
miteinander, sie strahlen, leuchten und glänzen, denn an ihrem Gewande
war weder Blut noch Fleisch, nicht war daran Eis und Verderben.
‘) Lond. AC haben DND. Es findet sich öfter SD OND oder NYDD NIND DND (siehe
p- 67,21 und Lit., p. 282 unt.), nicht aber DND und '%D als zwei verschiedene Wesen. Danach
ist IND hier wohl ursprünglich. Auch Leid. hat XD.
®) Die Uthras. ®) Siehe oben, p. 552.
291, 43—293, 7 Vierzehntes Buch. 289
Bei der ersten Hervorrufung, die geschah, wurde der Mana Jäwar-Smir')
hervorgerufen. Jäwar, der wohlbewahrte Mana, erhob sich und sprach zum
Leben, seinem Vater: [292] „Du, Leben, mein Vater, du bist groß, nicht
gering. Du bist gewaltig, nicht klein. Weit ist der Glanz an deiner Rechten,
weit der Glanz an deiner Linken und groß das Licht über dir. Dieser Jordan
lebenden Wassers ist vor dir kein Wasser. Die Tannäs schmolzen und
verbreiteten sich aus dem ersten Behälter über die Erde des Äthers.“
Als das Leben, sein Vater, diese Worte von Jäwar-Ziwä hörte, gefiel
es ihm so sehr, daß es die Rechte auf ihn legte, ihm einen Kranz von
Siegen um das Haupt legte, ihn von seinem Wissen lehrte und ihn „Unser
Gewand“ und „Unser Wort“ nannte. Er wurde das Wort des Lebens genannt.
Darauf erhob sich das erste Leben von seiner eigenen Skinä, das Große
betete und pries seinen Vater?).. Das Wort kam ihm vor seinem Vater
heraus, da sprach er zu ihm‘): „Du darfst in deiner eigenen Welt alles, was
du in Güte erdenkest, tun, und es ist mir lieb. Doch ist es mir unlieb, wenn
du Häßliches ersinnest. Fern liege es, daß Häßliches bei dir sei. Vielmehr
komme der Segen, mit dem ich dich gesegnet, über dich, und die Lichtwesen
sollen sich auf der Erde des Äthers vermehren. Denn ich bin der Sohn
des Jäwar. Mit dem Worte meines Vaters habe ich dich hervorgerufen,
und durch seinen Befehl kam alles zustande, was er ersonnen. Auch du
tue nichts ohne Befehl, sondern handle nach meinem Befehle. Dann werden
deine Werke gelingen und deine Gestalt in hohem Glanz mit den Uthras
leuchten, die du geschaffen. Diese werden erwählt, sanft und ruhig sein.
Du wirst leuchten, und leuchten werden deine Geschöpfe. Was sie sagen,
tritt in Erfüllung. Die Großen, ihre Söhne und die Geschöpfe, die sie
geschaffen, erhalten Bestand.“
Alsdann erhob sich das erste Leben von seiner eigenen Skina, es blühte
auf, brachte zum Aufblühen und schuf vor sich‘) 360 Jordane. Über jeden
Jordan setzte es zwei Hüter ein. Die Uthras, die über den ersten Jordan
eingesetzt wurden, hatten den Namen [293] Adatan und Jadatan. Im Namen
jener Uthras wurden 800000 Myriaden Uthras geschaffen. An jenem Tage
wurden Uthras ohne Zahl geschaffen und wurden in jenem Jordan des Wassers
getauft. Dort wurden 800000 Myriaden Uthras getauft und empfingen das
Zeichen. Tausend mal tausend Uthras wurden getauft und durch den Glanz
des Lebens gefestigt.
Darauf blühte das Leben auf und ließ 360 Lichtwelten aufblühen. Es
schuf den sanften, ersten’) Uthra, das Haupt der Schöpfung, und machte
1) Lond. ABCD und Oxf. haben 5) „wurde von ihr Jäwar-Smir hervorgerufen“.
®) Es ist nicht klar, wen der Verfasser sich als Vater des ersten Lebens denkt. Der
Vater bezeichnet sich weiterhin als Sohn des Jäwar, während dieser eine Schöpfung des
Lebens ist.
3) Der Vater zum Leben.
4) Leid. hat PNONTIDD.
5) Steht hier im Sinne von „hervorragend“.
Lidzbarski, Ginza. 19
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290 Rechter Teil. 298, 7—294, 9
ihn zum Haupte seiner eigenen Welt — es gibt nichts, das endlos wäre,') —
*+*+»* Myriaden Uthras in jener Welt des Lebens, im Jordan, in dem die
Uthras gebildet wurden, in jener Skina, in der sie das Zeichen empfingen.
An jenem Jordan war nicht Haß, Eifersucht und Zwietracht, an ihm war
keine Unruhe, an ihm war keine Wirrung, an ihm war kein Zorn. Nbat-
Ziwa schwang sich auf das Wasser, das Wasser brach hervor und stieg
seinem Glanze entgegen. Darauf vermischten sich beide miteinander. Sie
blühen auf, werden gewaltig und glänzen in ihrer Gestalt wie ein einziger
Glanz. Das Wasser gleicht dem Glanze, und der Glanz gleicht dem Wasser.
Die Erde jenes Jordans®) gleicht einem glänzenden Zeltdache und einer
unerforschlichen Höhe. Alle’) wohnen im Anteil des Lebens, sie leuchten,
strahlen und glänzen. Sie blühten auf und ließen aufblühen, und ihre
Gestalt blühte auf. Dort war keine Verwüstung, noch zeigte sich der Plan
des Vaters der Uthras‘). Der Glanz des Joösamin häufte sich dort nicht,
und dieser überhob sich nicht zusammen mit den Uthras. Dort gab es
keine Großmächtigen, sondern einer war bescheidener als der andere, und
ihr Herz war ruhig und demütig. Der Herr der Größe°) frohlockte über
seine Söhne, die Uthras, und sie freuten sich ihres Vaters, des Herrn der
Größe. Ihr Glanz leuchtete aneinander, und sie preisen den Glanz ihres
Vaters, der ihnen diesen Glanz verliehen und diese Welt ihnen geschaffen hat.
Alsdann rief das Leben [294] den Jawar-Ziwä, in dessen Namen es
900000 Myriaden Uthras hervorbrachte. Es schuf ein Abbild‘), gab es ihm
mit und sprach zu ihm: „Geh, tritt vor den Zweiten”) mit diesem Abbild,
wir wollen sehen, was er sagt und worauf er sinnt.“ Da trat er vor ihn hin
und sprach zu ihm: „O Jösamin, Sohn der Dmüth-Haije°)! Mein Vater hat
mich hierher gesandt. Ja, das Leben, dein°) Vater, hat mir dies befohlen.
Es sprach: Josamin weiß nicht, wer du bist.“
Ob des Glanzes des Abbildes, das das Leben Jäwar mitgegeben, erbebte
und erzitterte die ganze Skina des Josamın. Der Thron des Josamin erlag,
so daß er zusammenknickte'%. Die Frauen'’), die vor ihm standen, er-
schraken. Josamin erhob sich und wankte'®), er erhob sich und wankte,
1)5Slchesp. 758. 2) An den Ufern? 3) D. h. die Uthras.
‘) Der Vater der Uthras ist Abathur, siehe p. 97 unt., und zum Plane Abathurs siehe
p. 174,20ff. Freilich ist sonst häufiger vom „Plane“ JöSamins die Rede, siehe p. 147,28;
167,28, und dies würde auch zum Folgenden besser passen.
°) Dieser erscheint hier unerwartet, siehe oben, p. 4.
°) Oder „sein (des Jäwar) Abbild“. In Leid. ist der Endbuchstabe zwar lang gezogen,
steht aber am Ende der Zeile. Das „Abbild“ ist wohl auch hier als Gattin gedacht, siehe p. 1445,
”) D. h. Jö$amin, das Preis Leben.
*) Vgl. Joh., p. XXI unt. und hier, p. 118,13.
P) D hat „mein Vater“,
9) RIMDINN ist Inf. zu NIHNy, siehe R 173,8; 362,10.
“) Eigentlich „Wolken“, siehe Uthra, p. 539 unt.
'®) Dies scheint der Sinn von NINDY zu sein, das nur an dieser Stelle vorkommt. Es
kann nicht zu IDN gehören: „versuchte zu gehen‘ od. ähnlich.
294, 9—295, 12 Vierzehntes Buch. 291
denn er hatte keine Kraft, vor dem Glanze des Abbildes zu stehen. Die
Füße standen ihm nicht auf dem Gestelle, und sein Herz wurde vor dem
Abbilde unruhig hin und her geworfen.
Jäwar nahm wahr, wie sehr das Herz des Josamin erschrocken war, da
milderte er seinen Glanz und dämpfte') sein Licht und hemmte°) die Augen
des Zweiten, in das Licht zu schauen. Jawar milderte seinen Glanz, faßte
ihn bei der Fläche seiner Rechten, richtete ihn hoch vor sich auf und sprach
zu ihm: „Halte dich fest, halte dich fest, mein Sohn. Siehe, der Glanz deines
Vaters ist größer als dein Glanz. Das Leben, mein Vater, gedachte in Güte
deiner.. Ich bin das Leben, der Sohn des Lebens, mich, seinen Sohn, hat
es zu dir gesandt.“ |
Das Herz des Jo$amin nahm sofort Hochmut an, und er sprach: „Was
hat es zu bedeuten, daß das Leben meiner gedacht hat? Ich bin ein
Großer!“ Josamin sagte sich aber: „Das Leben kennt mich nicht, warum
sollte das Leben meiner gedenken? Es bringt mich nicht zu sich empor,
denn mein Herz ist des Glanzes bar, vom Lichte abgeschnitten.“
Alsdann ließ Jawar eine Lobpreisung von Jösamin zum Leben empor-
steigen, und das Leben empfand Mitgefühl mit Josamin. Es legte die Rechte
auf ihn, reichte ihm Kustä, und er reichte Kustä seinen Söhnen, den Uthras,
die vor ihm saßen. Denn noch war, was kommen sollte, nicht eingetreten.
Darauf — es gibt nichts, das endlos wäre, — [kam] der Gedanke dem
Herzen des Josamin. Denn als er diesen Gedanken hegte, ließ ihn das
Leben [295] nicht an sich herankommen. Doch weil er sein Sohn war,
zürnte es ihm nicht; als einer aus seiner Wurzel war er geschaffen worden.
Als dieser Plan aufkam, wurde er noch nicht ausgeführt, — es gibt
nichts, das endlos wäre, — sowohl über das, was gemacht wird, als über
das, was geschaffen wird, als über das, was gewesen ist. Ja, das Leben
wußte, was von JoSamin geschehen würde, doch wahrte es Schweigen und
fragte aus(!). Es sprach: „Wann wird denn der Zweite für sich Söhne
zeugen, wie er es im Sinne vorhat?“
Da sprach Jäwar, das Wort), die geliebte erste Schöpfung, an dem
das Leben Gefallen hatte und dem es Bestand verliehen hatte, zu ihm:
„Während du, mein Vater, dasitzest, hin und her fragest und redest, ist
dieses Wort‘) in Erfüllung gegangen.“ Das Herz des Lebens beruhigte sich
darüber nicht, sondern es sprach zu ihm: „Du bist zu allem befugt, was
du sagest.“
Das Leben verlieh ihm Gewand über Gewand und sprach zu Taurel,
der Jawar genannt wird, dessen Name Säm-Smir-Zıwä ist, folgendermaßen:
2) Lies SON, eigentlich „er unterdrückte“, vgl. hebr. YRM und babyl. sulmusu.
Leid. hat Aypım Ar Fran. Siehe auch p. 261°.
®) Siehe p. 258%. \
3) Dies ist Epitheton Jäwars, nicht Objekt zu NORD.
#) Wohl m statt NINTD zu lesen. Gemeint ist das soeben ausgesprochene Wort
des Lebens. i :
19*
un
25
2
oO
25
30
35
292 Rechter Teil. 295, 12—296, 18
„Geh, wirf wundersames, lebendes Feuer von Glanz und Licht mitten unter
unsere Welten. [Unsere] des großen (Lebens) [Welten] sollen oben, und die
Welten des Zweiten sollen unten sein. An der Grenze jenes Ortes’) sollen
die Wasserbäche fließen; da sei die Grenze und das Endmaß für alle Welten“.
Es häufte dem Jäwar Gewand über Gewand, es setzte über ihn zwei
Hüter ein, Ogar-Hai und Pta-Hai, und gewährte ihm Glanz über Glanz,
reichlicher als er hatte.
Darauf löste Jäwar das Herz des großen Lebens in großen Pforten).
Alle Uthras üben trefflich aus, wozu das Leben, mein Vater, ihnen rät 2),
Jäwar sprach zu den Uthras und wurde erhört, er, dessen Name Sam-Ziwä
ist. Alle Uthras dankten Jäwar und dankten dem Leben, wie sie es von
ihm hörten.
Dann sann (Jösamin) nach, sein Gedanke wurde schwanger, und der
Gedanke war nahe daran, im Zweiten geboren zu werden‘). [296] Er erhob
sich und wollte aus dem ersten Jordan des Lebens eine Schöpfung voll-
ziehen. Doch die beiden Uthras ließen ihn nicht, die Wächter, die über
ihn eingesetzt waren, deren Name Adatan und Jadatan ist, die die Taufe
vollziehen, deren Zeichen das Leben angenommen und deren Taufe es
bestätigt hat. „Du bist nicht befugt“, sprachen sie zu ihm, „aus diesem
großen Jordan eine Schöpfung zu vollziehen, auf dem das Leben das Zeichen
aufgerichtet, über den es Rede und Gehör hat, aus dem es schafft, was es will.“
Da sprach er zu ihnen: „Wo soll ich hinziehen, um Geschöpfe hervor-
zurufen und Söhne zu schaffen, wie das Leben mich geschaffen und zu
seinem Sohne gemacht hat?“
Darauf erwiderten sie ihm: „Wir sind Söhne, nicht Väter, wir sind zu
nichts befugt. Wir haben nur den Jordan lebenden Wassers zu bewachen,
zu bewachen, was in ihm ist. Du, du hast die Macht zu allem, was du
erdenkest.“
Da ging er hin, stellte sich an die Spitze des unteren Jordans, unter
den oberen Jordan. Er sprach und rief aus ihm drei Erstgeborene hervor.
Sie waren eins, doch ihr Abbild zwei und dieses von einem Zorn.
Alsdann — es gibt nichts, das endlos wäre. — Die Söhne des Zweiten
riefen ihm in der Skinä ihres Vaters’) zu, während das Leben Schweigen
wahrte und sein eigenes Wort bei ihm bewahrt blieb.
Darauf wurden die Söhne des Zweiten (eines Gedankens) schwanger, ein
Gedanke kam ihnen, und sie sprachen zu ihrem Vater: „Diese Welt, die aus-
gedehnt ist, und dessen Glanz sehr ausgedehnt ist, ist deine und unsere Welt.
Woher kommt es, daß wir in ihr nicht wohnen?“ Da erwiderte er ihnen: „Wir
1) Zwischen der Welt des Lebens und der Welt des Zweiten.
®) Der Satz ist verstümmelt.
®) Auch dieser Satz ist wahrscheinlich nicht in Ordnung.
*) Siehe oben, p. 78°.
5) Vielleicht so, d. h. des Lebens. Leid. hat NYNIYN) 8732 71, doch ist der Text
hier überhaupt nicht in Ordnung.
296, 18— 297, 21 Vierzehntes Buch. 293
wollen lieber in der Welt des Lebens nicht wohnen, einem Insassen gleich,
der kein eigenes Heim hat, den der Hausherr zum Zorne reizt und ihm
(böse) Worte ins Ohr wirft. Wenn ich in der Welt des Lebens wohnen
sollte“, sagte er zu ihnen, „so würde ich (freilich) dort sitzen bleiben.“ Doch
sie sprachen zu ihm: „In einer Welt, die nicht dein ist, wollen wir nicht sitzen.“
Da schalt sie ihr Vater heftig‘), doch kümmerten sie sich nicht um das
Schelten ihres Vaters und wollten ihm einen häßlichen Rat erteilen. Manchmal
nahm ihr Vater ihren Rat an, manchmal wiederum nahm er ihn nicht an.
Darauf sprach Josamin: „Ich will mich erheben und zum [297] Leben
emporsteigen, auf daß es mich ausführen lasse, was ıch wünsche, was aus
mir hervorkommen soll.“ -
Das Leben wußte, worauf der Zweite sann, und es sprach: „Einmal
handle er, und es gelinge, dann handle er wieder, und es gelinge nicht.“
Josamin wußte nicht, daß das Leben diesen Fluch über ihn gesprochen.
Er erhob sich und hörte auf das, was seine Söhne gesprochen hatten. Er
verlieh seinen Söhnen von seiner Kraft, seinem Glanze, seiner Macht, seinem
Können, seiner Rede und Erhörung und schickte sie hin, indem er zu ihnen
sprach: „Gehet hin, tuet, was ihr wünschet und mir angeraten habet; machet
es gut, nicht schlecht.“
Da zogen sie hin an das Ende aller Welten, an das Ende aller Skinäs,
sie ließen sich nieder, riefen hervor und dichteten die Dichtung‘) der weißen
Erde, doch gelang es ihnen nicht, eine Glanzerde zu schaffen gleich der
Erde des Äthers. Sie schufen und gründeten jegliches Ding auf den Welten,
sie schufen die vier rüstigen Männer, schufen die Söhne des Heils.
«x++++* B’hag-Uthra rief hervor und schuf für sich’) eine Welt, als
seine beiden Brüder nicht bei ihm waren. Denn ihr Sinn war ihm abhold,
sie standen nicht auf seiner Seite, sie redeten nicht nach seiner Rede und
hörten nicht nach seinem Gehör.
Als B’hag hervorrief und schuf, trat er hin und schaute auf diese Welt:
sie war nicht weit, noch groß, gleich den Welten des großen Lebens. Als
er auf seine eigene Welt schaute, nannte er sich „Vater der Uthras“‘).
(Gleich dem großen Leben benannte er sich Adam der Große; darob
zürnte es ihm aus dem Lichtorte.)
Dann entstand der Sohn des Vaters der Uthras, der sich selber Vater
der Uthras nannte. Er nannte seinen Sohn Ptahil: Die Öffnung, der ich
die Augen geöffnet, doch wurde sie nicht sehend®). Da erhob sich Ptahil,
2) Es ist nicht einzusehen, warum er sie schilt, da ihre Worte der von ihm geäußerten
Ansicht entsprechen. Oder ist nd statt 78597 zu lesen: „in einer Welt, die nicht uns
gehört, wollen wir nicht sitzen“; sie wollen sich eine eigene Welt bauen?
®) Vgl. Joh. II, p. 67 Anm.
®) Leid. hat hier noch won».
*) B’'haq wird mit Abathur identifiziert, siehe oben, p. 97 unt.
5) Der Verfasser will eine Erklärung des Namens Ptahil (nnd — FDIINND) geben.
Bei NND dachte er nur an die Bedeutung „öffnen“ nicht auch an „Schaffen“, was es auch
bedeuten kann, siehe Lit., p. XXIf.
rn
33
294 Rechter Teil. 297,21—298, 15
En
der Sohn des Vaters der Uthras, der sich selber Vater der Uthras nannte,
ging hin, stellte sich an das gemischte Wasser und an das gemischte Feuer,
in dem lebendes Feuer und verzehrendes Feuer ist, und das Wasser der
Erde, in dem trübes Wasser und lebendes Wasser ist, er gedachte, eine
Schöpfung zustande zu bringen [298] und sprach: „Ich will Uthras schaffen
und vor mir aufstellen, wie mein Vater mich geschaffen.“
Mit dem ersten Worte sprach er und rief hervor, und es kamen empor
und stiegen vor ihm die sieben Planeten auf, die Verderber und Verdorbenen,
an deren Gewand Blut und Röte ist. Ihr Gewand gleicht der roten Farbe,
10 es leuchtet nicht und ist nicht weiß. Sie alle taugen nichts, denn sie gleichen
dem Blute, und ihr Name ist im Munde von schlechtem Geschmack.
Die Seelen, [die] von hier scheiden, steigen wieder zu ihrem Ort empor.
Die von hier weggenommen wurden, kehren wieder heim.+ Doch alle Seelen,
die sich zu Bildwerken bekannten, steigen nicht zu uns empor, sind für uns
ı5 ungeeignet und werden die Welt des Zweiten nicht schauen.
Der Stamm der Seelen der Nasoräer danke nicht den Planeten, sondern
dem Leben und Jawar «*+++. Sie steigen empor, denn als das Leben den
Jäwar zu Ptahil und allen bösen Engeln sandte, #++++»++).
Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den
20 Verstehenden und der Wohnung?) der Verstehenden. Leben den Männern,
die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist
siegreich.
in
') Dieser Satz gehört vielleicht an die mit + bezeichnete Stelle.
?) Leid. hat Y18Y7Y5) „und den Helfern‘.
IT
Fünfzehntes Buch.
Ich fasse die folgenden zwanzig Stücke als ein Buch zusammen. Am Anfange steht
zwar nicht die übliche Einführungsformel, doch haben sie einen gemeinsamen Kolophon.
Die meisten Stücke sind verwandten Inhaltes: ein höheres Wesen wird ausgesandt, um die
Gläubigen oder andere Genien zu ermahnen und zu belehren. Es spricht teils von sich in ;
der ersten Person, teils wird von ihm in der dritten Person erzählt. Die Stücke zeigen auch
einige stilistische Berührungen, so die öftere Verwendung der Verba PIRN "TDNDY NP, des
Wortes nö, der Zahl 61. Einige mögen auch von demselben Verfasser herrühren, doch
ist es schwer die Grenze zu ziehen.
Erstes Stück. 10
Anös, das „Wort“, begibt sich im Auftrage des Lebens in die Welt, um die Gläubigen
aufzurütteln, sie zu belehren und zu warnen.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ich bin ein Wort, ein Sohn von Worten, 15
der ich im Namen des Jawar hierher gekommen bin.
Das große (Leben) rief, beauftragte und rüstete mich ar
mich Anos, den großen Uthra, den Sohn Gewaltiger.
Es rief, beauftragte und rüstete mich,
es schuf mir Helfer. 20
Die Helfer, die es mir schuf,
waren sanfte, feste Uthras.
Es sandte mich aus, das Zeitalter zu behüten’),
die Schlummernden aus ihrem Schlafe aufzurütteln und aufizu-
Es sprach zu mir: [richten. 25
ı) pa kann hier in Verbindang mit ’PND auch „ermahnen‘“ bedeuten.
2, Jedes Zeitalter hat seinen Hüter; der Ausdruck NN NUN) „Behüter des Zeit-
alters‘ ist häufig, siehe Joh. II,.p. 93®.
25
296
Rechter Teil. 299, 12—300, 1
„Geh, bilde dir einen Anhang aus der Tibil
gleich dem Anhange, den wir uns gebildet haben.
Erwähle und hole Erwählte
aus der Welt.
Erwähle wahrhafte Männer
und Frauen, die gut und gläubig sind.
Erwähle und hole die Seelen,
die des Lichtortes würdig und wert sind.
Gewähre ihnen Belehrungen,
durch die sie belehrt werden sollen.
Gewähre ihnen geheime Sprüche,
damit sie ihre Wunderkräfte den Unholden hier zeigen können.
Sie sollen zu ihnen mit ihrer reinen Stimme sprechen
und Namrus von ihrem Throne herunterstürzen.
Angst befalle die Planeten,
die Herren dieser Welt.
Belehre die Näsoräer, Mandäer und die Erwählten,
die du aus der Welt erwählt hast,
die im Namen des Lebens in der Tihil verfolgt werden.“
Es spricht zu ihm:
„Erwähle Erwählte der Kusta
und führe sie zum lichten Wohnsitz empor.
Erwähle sie und festige sie,
damit sie ohne Mangel und Fehl seien.
Unterrichte sie über die Gebete, Hymnen und Gebetsordnungen,
damit sie den Gehalt‘) des Lichtes schauen und sich belehren
Belehre die Seelen, damit sie nicht sterben und untergehen, [lassen.
nicht in der finstern Finsternis gehemmt werden.
Nicht soll Namrus sie verderben,
nicht in den Wohnungen der Schwelgerei in Musik gefangen
Es spricht: [halten.“
„Wenn du dich auf die Erde Tibil begibst,
sollen die Bösen nicht von dir wissen ?),
und der Glanz deines Gewandes soll sich nicht verdunkeln.
Sie sollen dich nicht aus dem oberen Firmament herunterzZiäieil
dich nicht in den Ort der Finsternis werfen.
Ängstige und fürchte dich nicht
und sage nicht: ich stehe allein da.
Wenn Angst dich befällt,
werden wir alle [300] bei dir sein.
Wir alle werden zu dir gehen
und werden dir Helfer sein.
*) Eigentlich „Geschmack“.
°) Hier liegt kaum 7 im Sinne „sich stürzen auf“ wie im Syrischen vor.
300, 2—20 Fünfzehntes Buch. Erstes Stück. 997
Helfer werden wir dir sein
und dich von allem Häßlichen befreien.
Belehre die Näsoräer, Mandäer und die Erwählten,
die du aus der Welt erwählt hast.
Sprich zu ihnen von Gebet und Lobpreis, 5
daß sie es in großer Zahl verrichten
und es ohne Mangel und Fehl sei.
Sie sollen das Gebet nicht bei Nacht und Dunkelheit verrichten,
zu einer Zeit, in der das Gebet verborgen bleibt’).
Die nicht das Gebet zu seiner Zeit verrichten, de)
werden am Tore des Hauses des Lebens gefesselt werden.
Sie werden gefesselt werden am Tore des Hauses des Lebens,
bis das Tor des Hauses des Abathur geöffnet wird.
Wenn das große Tor des Hauses des Abathur geöffnet wird,
werden Gebet und Lobpreis an ihren Ort emporsteigen. 15
Emporsteigen werden Gebet und Lobpreis an ihren Ort
und am Orte verborgen werden, aus dem sie gekommen sind.
Wer Gebet und Verbeugung nicht zu ihrer Zeit verrichtet,
wird im Hause des Abathur einer Prüfung unterzogen werden.
Er wird im Hause des Abathur einer Prüfung unterzogen werden, 20
wegen der unnützen Dinge, die er in dieser Welt geübt hat.
Meine Auserwählten! Ich will zu euch von den einzelnen Mysterien
die Namrus über diese Welt ausgeteilt hat. [sprechen,
Ich will zu euch von dem bösen Gifte sprechen,
das Namrus unter den großen Stamm des Lebens geworfen hat. >5
Sie warf unter meine Jünger
Haß, Eifersucht und Zwietracht.
Meine Auserwählten! Euch rufe ich zu und sage ich,
daß ihr die Verfehlungen der Namrus, des ..... 2)
und der sieben Planeten nicht begehen sollet. 30
Wer ihre Verfehlungen begeht,
wird in der Fessel schwarzen Wassers sterben.
Wer ihre Werke übt,
wird durch das Schwert und den Säbel der Planeten hingerafft
[werden. 35
Hingerafft wird er werden durch das Schwert und den Säbel der
und im verzehrenden Feuer verbrannt werden. [Planeten
Sein Name wird aus dem Hause des großen Lebens ausgerissen werden,
und er wird keinen Anteil am Lichte finden.
Wer im Glauben der Ekurs wandelt, 40
wird in brodelnden Kesseln sieden.
2) Siehe p. 222 unt. 2) Vgl. Joh. II, p. 1088.
25
30
298 Rechter Teil. 300, 20301, 15
Wer Wein in der Schenke trinkt‘),
den wird man mit Sägen von ...... °) zersägen.
Eine Frau, die Gold und Silber anlegt’),
wird eines doppelten Todes sterben.
Wer bei seiner Frau liegt und sich nicht mit Wasser wäscht,
wird im Leibe des Leviathan seinen Platz finden.
Jede Frau, die sich nicht mit Wasser wäscht,
wird Schlag auf Schlag erhalten.
Der Hüter des Lichtes wird sie schlagen,
[301] und sie wird vom Lichtort abgeschnitten werden.
Verfluchen wird sie der reine Name
und die Ader (lebenden Wassers), die endlos ist.
Wenn irgend jemand, wenn seine Frau sich nach der Unreinheit und
[Menstruation wäscht,
schon an jenem ersten Tage bei ihr liegt,
so wird sein Name vom Hause des großen Lebens abgeschnitten werden;
in Nebelwolken der Finsternis wird man ihn stehen lassen.
Man wird ihn stehen lassen in Nebelwolken der Finsternis,
und seine Augen werden das Licht nicht schauen.
Wer von der Speise der zwölf Pforten ißt,
wird aus der Welt verschwinden. —
Fern liegt es dem Lichte,
Anteil zu wünschen an Trübungen ‘).
Ja, am Ende des letzten Zeitalters wird es unter den Priestern solche
geben, die ohne Eifer und Würde, ohne Vernunft und Ordnung sind und
bei denen die Reinheit des Jordans keinen Platz gefunden hat.
Bis zum fünfzehnten Lebensjahre wird der Vater wegen der Sünden
seiner Kinder zur Rechenschaft gezogen, so er ihnen nicht mit warnender
Stimme zugerufen, sie nicht aus dem Schlafe aufgerüttelt, sie nicht Gebet
und Lobpreis gelehrt, sie nicht die Pfade der Kustä und des Glaubens zum
Lichtort hat gehen lassen.
Wenn das fünfzehnte Lebensjahr herankommt, werden die Kinder
wegen ihrer eigenen Sünden zur Rechenschaft gezogen.
Wer seine Tochter an die zwölf Pforten ausliefert,
den wird man in Trauer und Klage sitzen lassen.
Man wird ihn sitzen lassen in Trauer und Klage,
und der Kranz der Finsternis wird ihm auf das Haupt gelegt
[werden.
1
) Vgl. Joh. D, p. 99.
®) Siehe Joh. II, p. 99° und oben, p. 194°.
®) Siehe Joh. II, p. 19.
*) Der Verfasser bewahrt das Licht davor, mit den genannten Scheußlichkeiten etwas
zu tun zu haben. Siehe Joh. II, p. 98°. Die folgenden Stücke in Prosa sind eingeschoben.
301, 15—302, 8 Fünfzehntes Buch. Erstes Stück. 399
Auf das Haupt wird ihm der Kranz der Finsternis gelegt werden,
und er wird mit Feuergeißeln gepeitscht werden.
Er wird zur Rechenschaft gezogen werden im lodernden Feuer,
in Glut, Eis und Brand,
worin die Seelen der..... zur Rechenschaft gezogen werden.
Denn sie (die Tochter) hat sich von Lohnzahlung'‘) und Almosenspende
[des Jawar losgesagt
und sich von meinem Näsaräertum getrennt.
Sie trennte sich von meinem Näsaräertum,
und er (ihr Vater) ging hin und pflanzte sie in das trübe Wasser.
Wenn sie den Ekurs Opfergaben bereitet,
wird über ihren Vater das Urteil gesprochen werden.
Wenn sie zu den Wahrsagern und Chaldäern geht,
wird er am Throne des wütenden Nerig zur Rechenschaft gezogen
[werden ’).
Ich spreche zu euch von der Festigkeit und Achtsamkeit,
sowie von der Kustä, die vom großen (J,eben) kam.
Ein jeder, der den Duft [des Lebens] riecht),
und den Namen des Lebens nicht darüber ausspricht,
wird im Hause des Abathur zur Rechenschaft gezogen werden.
Einen jeden, der den Geruch der Wahrsager und Chaldäer riecht,
wird man [302] den Geruch der Verwesung riechen lassen.
Einen jeden, der für die Ekurs und Götzen Opfergaben bereitet,
wird man den finsteren Berg: hinaufsteigen lassen.
Wer die Speise der Gastmähler und der Schmauserei der Planeten
wird auf dem Throne des Nerig gepeinigt werden. [genießt,
Ein jeder, der die Speise der Opfergaben der Tempel genießt,
wird sterben, wie die Hmurthas des Hauses sterben‘).
Wer sich von allen diesen Handlungen frei hält,
yükselecek ve ışığın yerini görecek.
»x + x * x xx'in ruhları
gezegenlerin gözetleme evlerinde zincirlenecek').
Gezegenlerin gözetleme evlerinde kelepçeleneceksin
ve dünyadan uzakta susuzluktan ölmek.
Gün boyunca içmeleri için bir avuç su verilecek.
ve yaptıkları çirkin işlerden dolayı onlara azap
[Kararlı dünya. -
?) NR 12'yi okuyun.
2) Belki de YNIIN3N'yi okumalısınız) burada "acı çekilecek".
3 ŞİMDİ NYIT'i okuyun NIIT NMID RMINIT.
*) Hayalet olarak ölmediklerini varsaymak gerekir. "Ev" de muhtemelen
burada dünyevi dünya kastedilmektedir.
5) NINO NINDWT NANTINEONDI zug NINDWN'yi okuyun.
5
Io
NS.
°
30.
35
içinde
390 Sağ kısım. 302, 8-303, 8
Uzak olsun') denenmiş adaletin adamları, gerçek
ve müminler, öyle iyi ve mümin kadınlar olsun,
bağışlanan sadakalar ve Ürdün'e çağrılan yaşam çağrısı
indi, vaftiz edildi ve saf işareti kabul etti,
o yerin azabını öğren. emirleri tuttum
kardeşlerim bana talimat verdi, ben onları kabul ettim ve onları tam-
en uygun şekilde gelin.
Sellerden Kudüs binasına kadar canlar yükseldi
ışığa kadar '). Kudüs'ün inşasından çağa
Arab'ın Muhammed'i müritlerimin arasında kaldım°). arasından seçtim
onları ve ışığın yerine yükselmelerine izin verin. Araplar döneminden
Mahammat yıkımın başlangıcına kadar') Kendi içimden ayrıldım
Daha genç. Gittim ve MSunne-Kusta'ya gittim. Dedim ki: "Hey
ve kendine dikkat edenlere bir kez daha kurtuluş. ”Çünkü kötülük,
kirlilik ve adet ') kontrolden çıktı'), ayrıldım
ve MSunne-Kusta'ya gitti. Dedim ki: “Benim için ne kadar acı verici?
o çağın sonunda yaşayan öğrencilerim. az dikkat ettikleri için
inciler') ve onları müzikle şımartma dairelerinde tutun
yakalanmış; bu nedenle büyük güney denizine batarlar. vay öğrencilerime,
ışığın yerini göremeyenler."
Yıkım gününden Tibil'in batışına [303]
birçok ruh ışığa yükselir. Kötülük ve pislik olarak
kontrolden çıktı, artık bu dünyada yaşayamazdım.
Hayattan önce yükseldim babam ve beni onun içinde bıraktı.
kendi cildini yaşa. Dedim ki: “Kendi başının çaresine bakanlara selam olsun.
Kendine dikkat eden bir adamın dünyada eşi yoktur.
Er wird König im Lichte sein und wird gleich den Großen ein Großer im
Lichtort sein.“
Das Licht ist siegreich im Hause der Vollendung, das Leben ist siegreich.
!) Auch die folgenden Stücke in Prosa gehören ursprünglich mit dem Hauptstücke nicht
zusammen. Dieses kann noch aus vorislamischer Zeit stammen. Daß etwa mit dem „Thron
des Nerig‘‘ auf die Araber angespielt werde, ist mir nicht wahrscheinlich.
®) Vgl. p. 28 ob., 46 ob.
®) Siehe Joh. II, p. 193£.
*) Hier wird auf irgendeine politische Katastrophe hingewiesen, vielleicht das Ende
der Omaijaden-Herrschaft, siehe auch L 40,10f. Das Weltende ist es nicht, da hiervon erst
später die Rede ist.
5) Hier bildlich für die sittliche Unreinheit. Es fehlt übrigens weiterhin.
°) Lies Dy NDD wie Text 303,1.
*) Die reinen, lauteren Seelen, siehe Lit., p. 102,8.
803, 9—22 Fünfzehntes Buch. Zweites Stück. 301
Zweites Stück.
Hibil, der sanfte Rebstock, wird vom Leben ausgerüstet und mit Wissen ausgestattet
und nach Tarwän gesandt, um die dortigen vom Leben geschaffenen Uthras zu belehren. Er
führt den Befehl aus und besucht dann noch Taurel-Josamin und Ptahil. Das Stück ist
überarbeitet und nicht einheitlich. An die Stelle des Lebens tritt nachher Mandä dHaije und
dann „das große Antlitz der Herrlichkeit‘. Auch der Herr der Größe wird genannt, sogar
Könige des Lichtes.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ich bin ein sanfter Rebstock,
der ich aus dem Orte herrlicher Pracht') gepflanzt [geschaffen]
Ich wurde gepflanzt aus dem Orte herrlicher Pracht, [wurde.
und das große (Leben) war mir der Pflanzer (Schöpfer).
Das Große war mir der Pflanzer
und mehrte mir Glanz zu dem, den ich bereits hatte.
Glanz zu dem, den ich bereits hatte, legte es über mich,
eine wohlbewahrte Gestalt, die mir im Verborgenen bewahrt war.
Es schuf mich, festigte mich und gab mir Befehle,
es rüstete mich durch sein Wort und schuf mir Helfer.
Es gewährte mir Rede und Erhörung,
groß und unbegrenzt.
Es belehrte mich über den großen Glanz
und über das Licht, das am verborgenen Orte lohet.
Es rüstete mich durch sein Wort
und schuf mir Helfer.
Die Helfer, die es mir schuf,
sind wundersam und ohne Zahl.
Das Große rief mich”) und gab mir Befehle
und festigte mich am verborgenen Orte.
Es verlieh mir geheime Reden
und belehrte mich über jegliches Ding.
Es belehrte mich über die Ersten
und über den Großen‘), der von jeher war.
Es belehrte mich mit Erleuchtung
und festigte mich durch seinen wundersamen Ruf.
Mein Vater segnete mich mit seinem Segen
und legte etwas von seiner Pflanzung über mich.
t) Siehe Lit., p. 38%. Zu dem dort Gesagten sei noch bemerkt, daß man den Ausdruck
N) NY kaum von NINDY MN trennen kann, worin NYNPyY nur „Herrlichkeit“, nicht
„Wurzel“ bedeuten kann.
2) Von hier an stehen die Verba im Singular. Dies geschieht auch sonst mit Beziehung
auf NT, siehe oben, p. 240%. Aber vielleicht schwebte schon hier Mandä dHaije als Auftrag-
geber vor. 5) Den großen, ersten Mänä.
“
5
39
3
302
vı
IO
20
D
1a
30
40
Rechter Teil. 303, 22—804, 17
Er verlieh mir Lobpreis,
ausgedehnt und unbegrenzt.
Er verlieh mir Erleuchtung,
die ohne Mangel und Fehl ist.
Er küßte mich mit seinem reinen Munde
und bedeckte mich mit [304] inneren‘) Gewändern.
Er setzte mich in eine Wolke, eine Glanzwolke,
und sandte mich nach dem reinen Tarwän.
Er sprach:
„Geh nach dem reinen Tarwän
und belehre die Uthras, die sich dort niedergelassen haben.
Gewähre ihnen Glanz und Licht,
damit sie in gegenseitiger Erleuchtung dasitzen.
Gewähre ihnen von deiner Lobpreisung,
damit sie im Hause des Lebens ihren Stand erhalten.
Nimm sie in die große Gemeinschaft auf,
damit sie zu deiner Zahl gezählt werden.
Sie sollen gezählt werden zu deiner Zahl,
und an ihnen sei weder Mangel noch Fehl.
Belehre sie über die Uthras des reinen Tarwan B)
und über alle Liehtwesen.
Belehre sie über das große Licht des Lebens
und über die Uthras und Skinäs, die darin geschaffen wurden.
Belehre sie über die verborgenen Weinstöcke
und die reinen Bäume, die über die Jordane leuchten.
Belehre sie über die Welten des Herrn der Größe
und über den Glanz und das Licht, das dort weilet.
Sprich zu ihnen vom reinen Hauraran,
in dem diese wundersame Stimme gerufen wurde.
Sprich zu ihnen von der Äther-Erde,
die [Jawar] in so vortrefflicher Weise gebauet und gegründet.
So baute und gründete sie Jäwar, |
und so war er ihr Baumeister.
Ihr Baumeister war er so,
dann rief er in ihr einen wundersamen Ruf.
So gründete er in ihr Skinäs
und breitete Glanz über sie in hohem Maße.
Alsdann machten sie ihn zum König über das Licht
und setzten ihm Uthras zur Rechten und Linken,
damit sie ihm Gesellschaft leisten. Z
‘) Aus dem Verborgenen, jenseits der Welt herstammend, siehe Lit. p. 2621, :
?) Trotz Vers 11 und obwohl wYmy 5y für NImyD stehen kann, sind die Worte so
aufzufassen, siehe auch den folgenden Vers. Die Uthras sollen über sich und die anderen
Uthras belehrt werden.
304, 17— 305, 11 Fünfzehntes Buch. Zweites Stück. 303
Gesellschaft sollen sie ihm leisten
und ihn in seiner Skimä aufrichten.
Belehre sie über die große, obere Frucht
und die Skinas, die sie am verborgenen Orte gegründet haben.
Belehre sie über den großen, ersten Mänä
und den großen Jordan, in dem er getauft wurde.“
Ich, Hibil, ging von meinem Vater Jäwar Manda dHaije fort
und begab mich nach dem reinen Tarwän.
Ich kam hin, schuf sieben Lichtwelten
und stellte in ihnen sieben Könige vollkommener Art auf.
Ich schuf ihnen sieben Gemächer aus Wasser
und neue Paläste, die nicht vergehen.
Mit meinem Glanze, meinem Lichte und meiner Lobpreisung,
die [305] mein Vater (das Leben) mir in vollendeter Form geschaffen,
mit meiner Erleuchtung, die das große (Leben) mir gewähret,
mit den gewaltigen Reden, die ich mit mir brachte,
mit den verborgenen, gewaltigen, erhabenen, gefestigten und verwahrten
[die] ich aus dem großen, ersten Vaterhause') brachte, [Sprüchen,
mit glänzenden Kreuzen’), die es mir geschaffen,
und Gebeten, die mein Vater, der Herr der Größe, verrichtete,
die bei mir bewahrt wurden’).
Das große Antlitz der Herrlichkeit rief mich und gab mir Befehle,
dieses und sein Abbild, das bei ihm sitzt.
Es sprach:
„Wenn du dich nach dem reinen Tarwän begibst,
richte deine Rede nicht an die bösen Uthras.
Trage sie nicht der Schöpfung des zweiten Lebens vor,
aus dem alles Böse hervorgegangen ist.
Fehler und Mangel entstand durch dasselbe
und wurde die Lüge in der Welt ausgesät.
Teile nicht mit die Erleuchtung, das Wissen, die Kenntnis und die
[Lobpreisung,
sowie die verborgene Rede, die von jenseits hergekommen ist.
Nimm nicht die gewaltige Rede
und wirf sie in das trübe Wasser.
!) Die Wendung findet sich auch im Buche des Dinänükht, p. 208#. Es ist mir jetzt
wahrscheinlicher, daß die Epitheta NIND’N? NI7 sich auf den ganzen Ausdruck YIN MI
beziehen. In IN sehe ich gegen Nöld., p. 1823 ein Abstraktum, doch geht der ae Ausdruck
vielleicht auf babyl. dit abüti ale
2) Zwischen „Reden, Sprüchen“ und „Gebeten“ kann N’WINN trotz Ri hier, wie
sonst oft, für NWN”7 „Hymnen“ stehen, siehe Brandt, Schr., p. 49*.
3) Ein Anakoluth, das Verbum fehlt. Ich glaube nicht, daß es in M’MN hinter SINOTINP
enthalten sei und daß man dafür N’NN „kam ich“ zu lesen habe, auch nicht, daß das nn
zum Folgenden zu ziehen sei.
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Rechter Teil. 305, 11—806, 6
Trage sie nicht den bösen Uthras vor,
den Uthras, die Josamin geschaffen.
Trage sie nicht den Uthras vor,
denen Verborgenheit, Ruhe und Schweigen nicht eigen sind.
Gewähre sie nur den Uthras des reinen Tarwän,
die aus der Schöpfung des Lebens hervorgegangen sind.
Gewähre sie einem von tausend,
gewähre sie zweien von zehntausend.
Gewähre sie einem von tausend,
damit sie sich gegenseitig unterweisen.
Unterweisen sollen sie sich gegenseitig
und einander Eide der Treue abnehmen.
Eide der Treue sollen sie einander abnehmen
und deine Rede nicht verleugnen.“
Wie das Leben, mein Vater, mir befahl,
begab ich mich nach dem reinen Tarwän und ließ dort einen Ruf
Im reinen Tarwän ließ ich einen Ruf ertönen, [ertönen.
und das reine Tarwan leuchtete und glänzte über die Maßen.
Ich gewährte meine Erleuchtung und Lobpreisung
den Uthras, die meinen Namen lieben.
Ich belehrte die verborgenen Uthras
und die Lichtkönige, die ich geschaffen.
Ich belehrte den König des reinen Tarwän
über den Glanz und das Licht, die dort lagern.
Ich belehrte ihn über die Welt des Herrn der Größe,
deren Name „Äther, großes Licht des Lebens“ ist.
Ich belehrte ihn über das große Antlitz der Herrlichkeit
und über die Nituftä, die bei ihm sitzt.
Ich belehrte ihn über die Uthras, über die reinen Reben und Bäume,
[306] die über die Jordane leuchten.
Ich belehrte ihn über das Wissen
und errichtete ihm unvergängliche Erleuchtung.
Ich erleuchtete seine Gestalt gleich der meinigen
und verlieh ihm die Herrschaft über alle Lichtwesen,
die auf der Erde des reinen Tarwän wohnen.
Alsdann erhob er‘) sich von seinem Throne
und verneigte und verbeugte sich vor mir.
Er verneigte und verbeugte sich vor mir
und segnete mich mit großem, endlosem Segen.
Er sprach:
!) Der König von Tarwän.
306, 6-23 Fünfzehntes Buch. Zweites Stück.
„An dir sei kein Mangel,
und deine Schöpfungen sollen nicht verfinstern.
Deine Werke sollen nicht vergehen,
denn du bist ein Großer, ein Sohn. Gewaltiger.
Du bist der Meister der Uthras,
der Vater aller Vollkommenen.
Kraft deines reinen Namens
305
werden wir auf den Pfaden der Kustä hinter dir emporsteigen,
auf den Pfaden des großen Lebens,
das dich aus dem Verborgenen hervorgerufen hat.
Aus dem Verborgenen hat es dich hervorgerufen
und zum großen Auserwählten gemacht.
Es hat dich zum großen Auserwählten gemacht
und als Herrscher über uns eingesetzt.
Es hat dich als Herrscher über uns eingesetzt,
damit an uns weder Mangel noch Fehl sei.“
Ich brach dann von ihm auf
und kam zur Welt des Taurel').
Ich erleuchtete die Uthras und Skinäs
die in der Welt des Taurel waren.
Ich sprach in meiner Erleuchtung,
und mein Glanz ging über Josamin auf.
Die Uthras leuchteten, die Großen frohlockten,
alle Leuchten waren aufgerichtet.
Josamin freute sich seines Glanzes
und erleuchtete alle Uthras.
Er erleuchtete den bösen Abathur,
der schuf, aber nichts vollkommen herstellte.
Nichts leuchtete und wurde recht unter seiner Hand,
weil er seinem Vater nicht die Rechte reichte.
Unter dem Rufe, der Erleuchtung und dem Lobpreise der Uthras
ging mein Glanz tiber dem Vorhange?) des Ptahil auf.
Über dem Vorhange Ptahils ging mein Glanz auf,
und Ptahils Herz wurde voll Weinens.
Voll Weinens wurde sein Herz,
und eine Träne preßte sich ihm im Auge zusammen.
Er sprach:
„Ist der geliebte Sohn des gewaltigen, ersten Lebens gekommen,
der in hohem Maße alle Uthras erleuchtete?
1) Wird hier mit Jösamin indentifiziert, doch siehe p. 291, 37f,
2) Der ihn von seinem Vater Abathur trennte, siehe R 340,8f. und oben, p. 194°.
Lidzbarski, Ginzä. 20
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Rechter Teil. _ 306, 23—8307, 13
Was ist mein Tag unter den Tagen?')
Der Tag, an dem alle Uthras mit ihrer Lobpreisung dastanden.
Die Uthras standen mit ihrer Lobpreisung da,
und die Skinas freuten sich und prangten über die Maßen.“
Alsdann sprachen zu ihm die Uthras,
die bei ihm saßen:
„Mein Tag unter allen Tagen ist
[der Tag, an dem] der Glanz des Hibil-Ziwä aufging,
Der Glanz des Hibil-Ziwa ging auf
[307] und erleuchtete uns in unseren Skinäs.
Er wird uns in seiner Güte segnen,
und wir werden zum Lichtort emporsteigen.
Wir werden zum Licht emporsteigen;
unsere Sünde und Schuld wird uns erlassen werden.
Dein Name ist im Hause des großen (Lebens) aufgerichtet,
und dein Vater wird uns nicht in der Finsternis verdammen.“
Als Ptahil dies hörte,
erhob er sich von seinem Throne und verneigte sich vor mir in
Er sprach: [tiefer Verneigung.
„Wenn es meinem Vater Mandä dHaije beliebt,
vernichte er bald das Haus’).
Das Haus vernichte er bald,
und alle ihre”) Werke sollen vernichtet und zerstört werden.
Der rechte Teil der Männer von erprobter Gerechtigkeit steige empor,
der in dem Orte der Wahrhaften‘) wohnt.
Von der ganzen Tibil
steige jener Teil zum Licht empor,
Die hebräische Rede steige empor’),
die ın die zusammenstürzende Ruine‘) geworfen ist.
Dann werde die ganze Tibil zerstört,
und die Werke in ihr sollen verderben.
Von tausend steige einer empor,
von zehntausend zwei.
Emporsteigen sollen die Seelen der Näsöräer,
die die Speise der Kinder der Tibil nicht genossen.
!) Vgl. Lit., p. 186, XV. ?) Die von ihm geschaffene Welt.
’) Derer, die an der Schöpfung beteiligt waren. Besser wäre ANRTIY mit Beziehung
auf NMIND.
*) Oder „Getreuen‘“. Der Ort ist identisch mit dem Orte M$unn& Kustä, dem Aufenthalt
der Seligen im Jenseits, siehe Joh. II, p. 111®.
5) Diese Äußerung wäre im Munde Ptahils immerhin möglich, doch heißt pbD auch
„verschwinden“, siehe Joh. II, p. 595; 87,12 und R 61,8.
°) D. h. in die irdische Welt, siehe p. 1038.
307, 13—308, 2 Fünfzehntes Buch. Drittes Stück. 307
Sie wurden nicht durch Schmutz verünreinigt
und nahmen Verkehrtheit und Schmutz nicht an.
Sie nahmen nicht an Verkehrtheit und Schmutz
und wurden nicht in der Trübung der Tibil zurückgehalten,
wurden nicht zurückgehalten durch die Werke der Tibil‘). 5
Hingegen werden die Werke der Tibil
und ihre Stämme und Seelen,
sowie Rüha, Christus und die zwölf Pforten
in das lodernde Feuer wandern.
Doch die wahrhaften und gläubigen Männer werden emporsteigen 10
und den lichten Wohnsitz schauen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Drittes Stück.
Das lebende Wasser wird zur irdischen Welt hingezogen, und Silmai und Nidbai werden 15
als Hüter darüber bestellt. Vor diesen klagt das lebende Wasser, daß es nach der bösen,
unteren Welt gebracht wurde. Die Hüter trösten es damit, daß es zur Taufe der Mandäer
dienen soll. Das lebende Wasser spricht dann die Befürchtung aus, daß es wegen seiner und
der Näsöräer Sünden zur Rechenschaft gezogen werde. Silmai und Nidbai weisen darauf hin,
daß die irdische Welt einmal ein Ende nehmen werde; dabei werden selbst ihre Schöpfer 20
Gnade finden.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Am Anfange der Schöpfung’) des lebenden Wassers
und am Ende aller Jordane, 25
am Anfange des Hinziehens des lebenden Wassers,
das aus seinem Orte hergezogen wurde und herkam,
als der Plan’) entstand
und das Wasser aus seinem Orte gebildet wurde,
als [308] das Firmament ausgespannt 30
und die Erde gedichtet wurde,
als der körperliche Adam entstand
und bei ihm Hüter bestellt wurden,
1) Statt NDNTI2Y) nehme ich NMNTI2Y2) an, doch ist vielleicht vorher eine Lücke,
oder es ist eine irrtümliche Wiederholung aus dem Folgenden.
2) Siehe Joh. I, p. 67, Anm.
3») Diese Welt zu schaffen.
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308
Rechter Teil. 308, 2—18
als der Mäna aus seinem Urbehälter gebildet wurde‘),
hinkam und in den Körper fiel,
da gedachten sie, lebendes Wasser hinzuziehen
und in das trübe Wasser zu werfen,
Läufe lebenden Wassers hinzuziehen
und Hüter daran zu bestellen.
Die Hüter, die darüber bestellt würden,
sollten Glanz darüber breiten,
sollten mit der Stimme des Lebens sprechen
und die Wurzel hierher emporziehen.
Sie schufen den Zug lebenden Wassers
und verliehen ihn den zwei Erstgeborenen.
Den zwei Erstgeborenen verliehen sie ihn,
der ersten Schöpfung, die aus dem ersten Leben gekommen war.
Sie schufen Silmai und Nidbai
und stellten sie als Helfer hin.
Sie verliehen ihnen Erleuchtung
und segneten sie mit guter Segnung.
Sie verliehen ihnen Wissen,
das wundersamer als alle Welt ist.
Sie verliehen ihnen einen hehren Ruf,
die Schlafenden aufzurütteln und zum Aufstehen zu bringen.
Sie scllten die Seelen wecken,
die vom Lichte weggestrauchelt sind.
Sie sollten sie wecken und aufrütteln,
damit sie ihr Antlitz zum Lichtort erheben.
Sie zogen das lebende Wasser hin,
und es gelangte auf der Welt an.
Als das lebende Wasser aus dem Hause des Lebens ankam,
befand es sich in Leid und Stöhnen.
In Leid war es und in Stöhnen,
und seine Kraft verringerte sich.
Es verringerte sich seine Kraft,
und es sprach zu Silmai und Nidbai:
„Durch wessen Kraft wurde ich hingezogen °)
und von meinem Orte abgeschnitten?
Wer hat mich vom Wissen abgeschnitten,
das wundersamer als alle Welt ist’)?
!) Der Mänä ist hier die Einzelseele.
°’) 00, das Wasser, spricht von sieh im Plural als grammatischer Plural, wie NY.
°) Für „Wissen“ steht hier NNMI8D, nicht NND, siehe Joh, p. XVII. Aus dem
Satze spricht aber eine Vorstellung vom „Wissen“, die auch die Entstehung der Figur des
Mandä dHaije erklärlich macht.
308, 19—309, 15 Fünfzehntes Buch. Drittes Stück. 309
Wer hat mich von der Kustä und dem Urbehälter abgeschnitten
und von der Gemeinschaftlichkeit,
die mit ihrem Orte verknüpft ist und dorthin emporsteigt?
Wer hat mich von der Gestalt abgeschnitten,
die die Uthras am Lichtorte tragen?
Wer hat mich von der verborgenen Rede abgeschnitten,
in der die beiden Berge‘) sich unterhalten?
Wer hat mich von der verborgenen Rede abgeschnitten,
in der die Großen sich unterhalten?
Wann werde ich die Gestalt der beiden Gesichter”) schauen,
die einander verehren?
Denn der Ort, an den ich gehe,
ist von finsterer Gestalt, die nicht leuchtet.
Weggenommen [309] wird meine Kraft,
und ich werde im trüben Wasser abgeschnitten.
In mir bildet sich Schlechtigkeit,
von mir geht Mangel und Fehl aus.
Verkehrtes tun mir die Planeten an,
und mein Verstand und meine Wurzel wird fortgenommen.
Gewalt erhalten über mich die Geschöpfe
der nichtigen Unholde.
Die Körper werden in mir hingemordet,
und Blut wird über mich ausgegossen.
Die Schlechtigkeit nimmt in der Tibil überhand,
und zahlreich werden meine Anstöße. 25
Die Planeten bedrücken mich durch Wasserfluten,
und so gehen die Seelen in mir zu Grunde.“
20
Als diese Rede hielt
das lebende Wasser an Silmai und Nidbai,
erwiderten Silmai und Nidbai
und trugen vor von ihrer Stätte aus.
Sie sprachen mit ihrer gewaltigen Rede
zum lebenden Wasser folgendermaßen:
„Sei ruhig, lebendes Wasser, und beruhige dich,
denn wir wollen über dies und das zu dir sprechen.
Wir wollen zu dir über den Mangel, das Leid und die SER
die vom zweiten Leben ausgegangen sind, [sprechen,
über die Schlechtigkeit, die von Ptahil-Uthra ausgegangen ist,
der aus dem schwarzen Wasser emporgestiegen ist.
Ptahil stieg aus dem schwarzen Wasser empor,
und alle häßlichen, verderblichen Werke stiegen mit ihm empor.
1) Siehe oben, p. 116, 22.
2) Diese werden sonst nicht genannt. Es sind vielleicht dieselben wie die beiden Berge.
30
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310
ist.
Rechter Teil. 309, 15—310, 10
Mit ihm stieg der Mangel empor,
mit ihm war das Seufzen.
Doch weil Abathur seine reine Rechte [erhob?],
daß seine Werke nicht zu Grunde gehen,
weil er die Seelen ........ e
daß sie nicht im trüben Wasser sterben,
sollen sie nicht im trüben Wasser sterben,
und die Sieben sollen keine Gewalt über sie haben’).
Du, lebendes Wasser,
geh zur niederstürzenden Ruine,
rufe den Ruf des Lebens
und breite Glanz über das Haus.
Sei ein Beistand den Seelen,
die um Jawars willen verfolgt werden.
In dir sollen sie die lebende Taufe empfangen
und in dir mit dem reinen Zeichen gezeichnet werden.
Durch dich sollen die Schmerzen und Gebrechen geheilt werden,
die von den Planeten ausgehen.“
Darauf sprach das lebende Wasser
zu Silmai und Nidbai folgendermaßen:
„Wenn ich [310] in das brennende Wasser’) falle,
werde ich vor Jäwar nicht obsiegen.
Mir wird der Prozeß gemacht werden,
und die Männer von erprobter Gerechtigkeit werden mich am
Wenn meine Wurzel weggenommen wird [finstern Orte tadeln.
und meine Helligkeit an ihren Ort emporsteigt,
steige auch ich von der Tibil empor
und werde vor dem teuren Lichte zur Rechenschaft gezogen
wegen meiner Sünden und wegen meiner Verfehlungen,
mit denen ich am finstern Orte gesündigt habe.
Wenn ich, das lebende Wasser,
wegen dieses Stammes der Nasoräer zur Rechenschaft gezogen
was werdet ihr dazu sagen?“ [werde,
Darauf erwiderten Silmai und Nidbai
dem lebenden Wasser folgendermaßen:
Einer steigt von tausend empor,
zwei von zehntausend.
Zur°®) Skina des gewaltigen, ersten Lebens
steigen die Seelen der Mischung und der Lüge nicht empor.
!) Diese Verse sind stark verderbt, und es ist unsicher, ob meine Auffassung richtig
Leid. hat in Text Z. 16 WNKIN WON und in Z. 17 nnd).
%) Siehe p. 15°. 3) Wohl MNYDW5 zu lesen.
310, 10— 311,7 Fünfzehntes Buch. Drittes Stück. 311
Ein jeder, dem ein Fehler anhaftet,
wird beim gewaltigen, ersten Leben nicht als tauglich angesehen,
Du befreie dich und hebe dich empor
von den Schmerzen und Gebrechen, die die Sieben hervorrufen.
Gleiche nicht Ptahil-Uthra,
der aus dem schwarzen Wasser emporgestiegen ist.
Er empfing nicht das Zeichen vom Jordan
und wurde nicht im lebenden Wasser getauft.
Nicht wurde er im lebenden Wasser getauft,
nicht nahm er die teure Kustä an.
Für immer wird die Tibil untergehen,
und die Werke des Hauses werden dem Verderben anheimfallen.
° In Verwirrung geraten werden die (Himmels)räder,
gesprengt die Ketten der trüben, lichtlosen Erde’).
Weil ihre Eltern‘) keinen Rat annahmen,
sie annahmen keinen Rat, sie sie nicht belehrten und zu ihnen
weil sie Hochmut annahmen, [nicht hiervon und davon sprachen,
sitzen sie in ihrer eigenen Fessel da.
Wenn das Haus zerstört wird
und der Geist der Sieben endet,
wird die Gestalt der zwölf Sterne verderben,
die diesen Stamm des Lebens verfolgten.
Die Werke der ganzen Tibil werden in Verwirrung geraten,
und das ganze Firmament wird erschüttert werden.
Alsdann kommen Jö$amin, Abathur und Ptahil
und schauen diese Welt.
Da kommt eine Erschütterung in ihr Herz,
und sie schlagen auf die Vorhöfe ihrer Brust’).
[311] Sie sehen, wie der Stamm der Seelen
insgesamt in die Trübung hinabsinkt‘).
An jenem großen Gerichtstage
wird über Josamin, Abathur und Ptahil das Urteil gesprochen
Hernach kommt Hibil-Ziwä [werden.
und hebt sie aus dieser Welt empor.
Josamin und Abathur
. werden im Jordan des gewaltigen, ersten Lebens getauft.
Alsdann holen sie Ptahil-Uthra
aus den Nebelwolken mit der Fäulnis, in der er sitzt.
Er wird im Jordan des gewaltigen, ersten Lebens getauft;
in jenem Jordan wird die Fäulnis von ihm abgekratzt.
1) Mit welchen sie an das Firmament befestigt ist?
2) Die Schöpfer der Sieben und der Zwölf.
s) Siehe p. 106, 4.
*, Besser pw „hinabgesunken ist“.
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312 Rechter Teil. 311,7
Er wird das erste Leben umarmen
und vom Fußblock und der Fessel erzählen, die er in der Welt
Er wird von dem Leid erzählen, [erdulden mußte.
das ihm von seinem Vater widerfahren ist..
Er wird König der Uthras genannt werden
und die Herrschaft über den ganzen Stamm der Seelen erhalten.
Er wird König der Näsöräer genannt werden,
und Gebet und Lobpreis werden zu ihm emporsteigen.“ —
Und das Leben ist siegreich.
Viertes Stück.
Über Sin, den Mond, seine Schicksale und seine Wirkung auf die Welt und die Menschen.
Das Stück steht mit geringen Abweichungen auch Joh. 192ff., dort zusammen mit einem
Stücke über die Sonne.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Als die Helligkeit‘) aus ihrem Orte geschaffen war,
ging [der Mann] hin und kam zur Welt.
Er kam zur Welt des Fehls,
und sie wurde Sin in Fülle verliehen.
Der Mann, der ihm die Helligkeit verlieh,
rief ihn, rüstete ihn und gab ihm eindringliche Befehle.
Er sprach zu ihm:
„Das Gewand der Helligkeit gebe ich dir,
damit du damit die Dunkelheit des hinfälligen °) Hauses erhellest n,
Wenn der Glanz der Sonne sich verdeckt,
wird deine Helligkeit aufsteigen.
Wenn der Mann bei seinem Weibe liegt
unter deinem Horoskop,
wird die Saat unter deinem Zeugnis zustande kommen
in der glänzenden Wurzel.
Du beleuchtetest ihr Antlitz
und befreitest sie von Schmerzen und Gebrechen
und von allen den Gestalten, die zu nichts nützen.:
Du befreitest sie von der Schlechtigkeit
und dem Leid’) des hinfälligen Hauses.
') Zum Gebrauche von xp) mit Beziehung auf den Mond vgl. Ich. I,.n.28
®) So nach dem Johannesbuch.
») Lies TIINTINNT.
311, 22—312, 13 Fünfzehntes Buch. Viertes Stück. 313
Denn die Wurzel der lebenden Saat
wurde deinen Händen anvertraut.
Beleuchte du und erhelle
und festige ihren Stamm in hohem Maße.“
Da sprach Sin
zu dem Manne, der ihn mit Helligkeit bekleidet hatte:
[312] „Einen Tag im Monat bleibe ich verborgen,
und meine Strahlen sind verhüllt.
Verhüllt sind meine Strahlen,
und die beiden Hüter geben darauf acht‘).
Wenn ich nicht da bin
und die Männer dann bei ihren Weibern liegen,
so das Weib an jenem Tage empfängt,
werden Stumme und Taube und häßliche Gestalten aus ihnen
Wenn sie an jenem Tage empfängt, [hervorgehen.
werden Taube und Aussätzige,
Hand- und Fußlose aus ihnen hervorgehen’).
Die Planeten verwirren den Samen
und tun ihm alles Böse an.“
Darauf sprach der Mann zu ihm,
der ihn mit Helligkeit bekleidet hatte:
„Die an jenen Tagen zustande kommen,
sind füg unsere Stämme untauglich ’).
Nicht werden sie uns zugezählt
und nicht zu unserer Wurzel gerechnet für alle Zeiten.
Ein Sohn der Wurzel der Finsternis ist er,
er wird zum Neste zurückkehren, aus dem er gekommen ist.“
Darauf rief er ihm zu, befahl ihm, warnte und ermahnte ihn
und ließ auf ihn Festigkeit‘) und Achtsamkeit.
Er sprach zu ihm:
„Gib acht, auf den Stamm der Seelen,
den du in der Welt zurückgelassen hast.“
Er verbeugte sich und entfernte sich von ihm
und ging zum Hause des Abathur.
Er machte sich auf und ging zum Hause des Abathur
und stieg zu den Wachthäusern hinab.
‘) Vgl. L 56, 3ff., auch Brandt, Rel., p. 62 und Anm. 2.
®) Nach dem Johannesbuch.
5) Im Text steht dies und die Fortsetzung im Singular.
4) Wegen des folgenden Wortes fasse ich hier X37\N in diesem Sinne, nicht im Sinne
„Helligkeit“ auf, siehe auch p. 299,15 und Joh. 191,3.
15
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Rechter Teil. 312, 13— 313, 4
Er machte sich auf und stieg zu den Wachthäusern hinab,
um die Rechnung in jeder Hinsicht vollständig zu machen ').
Am Tage, an dem er?) der Tibil entzogen ist,
in den Stunden, in denen er von der Welt verborgen ist,
läßt er?) wegen der Anstöße, die er gegen die Jünger schleudert,
Pein, Marter und Bedrückung gegen ihn los.
Angst, Furcht und Schrecken zeigt er ihm,
bis er stirbt, vergeht und sich verfinstert
und seine Gestalt aussieht, wie sie nie gewesen‘).
Wenn er aus den Wachthäusern herauskommt,
wird ihm seine Farbe weggenommen.
Seine Farbe wird ihm weggenommen,
und seine Gestalt sieht aus, wie sie nie gewesen.
Hernach setzt er sich in seinen Wagen
und zieht helle Strahlen an.
Sie spannen die starke Helligkeit über ihn,
und er tritt seine Wanderung durch die Welt an.
Am ersten Tage, an dem er erscheint,
öffnet sich die Spitze des Firmaments.
Er tritt aus dem oberen Firmament heraus
und geht am unteren Himmel zur Ruhe.
Bis zum zweiten Tage
leuchtet nicht seine Helligkeit über alle Welten.
Bis zum siebenten Tage im Monat
redet Sin in der Stimme des Lebens.
In der Stimme des Lebens redet er,
weil er die Furcht und die Angst vor dem Leben im Sinne hatte).
Wenn er über den siebenten Tag hinaus ist,
hat er schon die Furcht und Angst [313] vergessen.
Vergessen hat er Furcht und Angst
und schleudert Böses in die ganze Welt‘).
Euch sage und erkläre ich,
ihr Männer, die ihr das Leben bezeuget:
Seid fest und ertraget die Verfolgung
im hinfälligen Hause °).
Denn gar bald wird die Tibil untergehen
und die beiden Berge’) zusammensinken.
') Diese drei Verse bezjehen sich nach den letzten Worten auf Sin; sie scheinen
eingeschoben zu sein.
2) Der Mond.
®) Der Mann.
#) Vgl. Joh. II, p. 180°. °) Nach dem Johannesbuch.
®) Im Ginzä vorher noch: in dieser Welt. ?) Siehe oben, p. 116%.
313, 5—21 Fünfzehntes Buch. Fünftes Stück. 315
Zusammensinken werden die beiden Berge,
und die Kraft des Lichtes wird von ihnen genommen werden.
Weggenommen wird die ganze Festigkeit,
die sie in hohem Maße hatten.
Ihre Gestalt wird dunkel und verächtlich. 5
und ihre Gestalt sieht aus, wie sie noch nie vorher ausgesehen hat.
Die Seelen, die sich zu ihnen bekannt haben,
heulen und schreien und weinen von ihrem Orte aus.
Sie sagen zu ihnen:
„Als wir in jener Welt waren, io
leuchtete euer Glanz über alle Welten.
Wir zeugten für euch
und verehrten euch und priesen euch über die Maßen.
Warum wurde jetzt eure Gestalt verächtlich
und wurde dunkel und finster, wie sie es nie gewesen?“ 75
Die Planeten hatten keine Aufklärung,
die sie ihren Verehrern darüber geben konnten, wie es zugegangen
Die Planeten und ihre Seelen und ihre Verehrer [war.
u... ') und alle ihre Schöpfungen,
aber auch die Seelen der Kinder des großen Stammes des Lebens, die 20
werden in die untere Seol hinabsinken. [an sie glaubten,
Sie werden in die große Schlange fallen,
deren Name Ur, Herr der Finsternis, ist.
Doch von jenem Tage an
werden eure Seelen erlöst und errettet werden, 25
die Seelen unserer trefflichen Brüder
und unserer gläubigen Schwestern.
Die Seelen der wahrhaften und gläubigen Männer
werden emporsteigen und den großen Lichtort schauen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 30
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Fünftes Stück.
Das Leben rüstet Säm-Ziwä aus, sichert ihn und bestellt ihn als Schützer der Gläubigen;
Warnungen an die Ungläubigen.
Im Namen des großen Lebens 35
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Y) Statt Om hat Joh. mannd) MNW7. Beide Lesungen passen nicht in den
Zusammenhang, und es ist schwer, die Stelle herzustellen.
u
316
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40
Rechter Teil. 313, 21— 314, 18
Der Ruf des reinen Säm-Ziwä ist es,
den das große (Leben) aus seinem Munde hervorgerufen hat.
Das Große rief ihn aus seinem Munde hervor
und schuf ihm Helfer.
Es schuf ihm reine Vollkommene,
daß sie ihm in seiner Skma Gesellschaft leisten.
Es bekleidete ihn mit sieben Gewändern
von Glanz, Licht und Herrlichkeit
und [314] verlieh ihm die Herrschaft über sein Schatzhaus.
Es verlieh ihm die Herrschaft über die Uthras und die Leuchten,
sowie über die Jordane und Skinäs jeglichen Ortes.
Es verlieh ihm die Herrschaft über die eifrigen Mänas
und den Glanz, der an seinem Orte lohet.
Es belehrte ihn über S’hagq, den großen Glanz des Lebens,
und über den Ort, den es sich zum vollkommenen Sitz erwählt
Es sprach zu ihm von jener Welt, [hat.
die vor allen Lichtwelten verborgen ist.
Es schuf Hamgai-Ziwa, den Sohn des Hamgagai-Ziwa,
und gab ihm (sonstige) Helfer bei’).
Es gewährte ihm die sieben verborgenen, reinen, bewahrten Mysterien,
durch die er in vollkommener Weise bewahrt werde.
Es verlieh ihm die Macht über die Partei des Jorabba
und sprach zu ihm: „Geh, behüte das Zeitalter).
Gib auf den Stamm der Seelen acht;
halte ihn in Ordnung und führe ihn an seine Stätte empor.
Wenn Jorabba zürnt,
wird er durch deine Rede niedergehalten werden.
Sei ohne Bangen, Furcht und Angst,
und der Mäna in dir beunruhige sich nicht.
Ängstige nicht die Wolke,
in der du in vollkommener Weise verborgen bist.
Sei ohne Bangen und Furcht
und sage nicht: Ich stehe allein da.
Ich gab dir getreue Helfer bei,
auf daß sie dich behüten.
Sie sollen dich behüten
und von allem Häßlichen erlösen.
Erlösen sollen sie dich von der Hexerei der Rühä, des Christus und
sowie dem Verderben der zwölf Sterne. [der sieben Planeten,
Erlösen sollen sie dich vom Schwerte und dem Eise,
sowie dem Feuer und dem Brande der fünf Wüteriche,
die Brände gegen die Tibil loslassen.
!) Siehe Z. 34.
®) Siehe p. 295°,
314, 18— 315,13 Fünfzehntes Buch. Fünftes Stück.
Wenn die Bosheit dich bedrücket,
wird unsere Stimme an dich gelangen.
Wenn die Bösen gegen den Stamm der Seelen Pläne schmieden
und in ihnen Angst und Furcht erregen,
so bebe und zittere nicht an deiner Stätte,
und die Sieben sollen nichts von deinem Gewande wissen '),
noch von der Wolke, in der du geborgen bist.
Wenn sie in großen Zorn geraten,
komme ein Brief der Kustä von dir zu uns.
Dann wollen wir dir einen Boten senden,
und wir wollen dir ein Hüter sein.
Wir werden dir ausgedehnte Kraft?) senden,
ausgedehnt [315] und endlos.
Wir werden dir ausgedehnte Kraft senden
und großes, gewaltiges Vertrauen von seiner Stätte her.
Wir werden dir Hilfe senden,
vor der die Sieben erbeben sollen.
Wir werden dir verborgene Gebete gewähren
und Nitubtäs, die nicht vergehen.
Wir werden dir verborgene Gebete gewähren,
durch die die Empörer niedergehalten werden.
Deine Jünger sollen Festigkeit finden,
die in der nichtigen Wohnung wohnen.
Sie sollen kraft deines Vertrauens Vertrauen hegen
und von den Sieben erlöst werden.
Von den Sieben sollen sie erlöst werden
und dafür uns und dir Dank wissen.
Den Naäsoräern, die eifrig sind,
sei du ein Zeuge.
Sei du ihr Zeuge,
und durch deine Kraft sollen sie zum Lichtort emporsteigen.
Sie sollen in die Nordluft eingehüllt werden‘),
317
den Weinstock, der aus dem Wohnsitze des gewaltigen, ersten
[Lebens emporgerichtet wurde.
Sie sollen mit den Gewändern des großen (Lebens) bekleidet
und im lichten Wohnsitz aufgerichtet werden.
Sie sollen im liehten Wohnsitz aufgerichtet
und zur Stadt der Uthras hinzugefügt werden.
Die Näsoräer, die nicht eifrig sind,
werden über Hochmut und Zorn sitzen‘).
1) Siehe p. 2%, 2.
2) So, nicht etwa „Heer“.
8) Siehe p. 281 ob.
4) Besser „die ...-- sitzen“, (Oy), siehe auch weiterhin.
30
35
40
318 Rechter Teil. 315, 13— 316, 4
Den Nasöräern, die nicht eifrig sind,
wird Kraft, Festigkeit und Rede genommen werden.
Ihnen wird Kraft, Festigkeit und Rede genommen werden,
und sie werden mit einem Schlage geschlagen werden, für den
5 [es keine Heilung gibt.
Sie werden geschlagen werden, ohne Heilung zu finden,
weil sie Erste und Vornehme‘) waren.
Erste waren sie und Vornehme a)
und schauten Angst, Furcht und Schrecken ?).
10 Jeglicher Schlag der Finsternis
fand durch das Wort bei ihnen statt.
Jeglicher Schlag des Lichtes
fand durch das Wort bei ihnen statt.
Sie hielten nicht stand, ließen sich nicht warnen
TE und kannten keine Furcht und Angst.
Furcht und Angst kannten sie nicht
und sahen nicht ein, daß sie von der Welt scheiden werden.
Da sie nicht nachsannen und nicht einsahen,
sollen sie aus deinem Namen°) ausgelöscht werden.
20 Sie sollen in den Bränden der Sieben verbrennen
und ein Anteil der Sieben werden. —
Und das Leben ist siegreich.
Sechstes Stück.
Jökabar-Kustä begibt sich aus dem Hause des Lebens zu den frommen Gläubigen, um
25 Sie zum Kampfe gegen die Bösen auszurüsten. Er bringt ihnen Belehrungen und Ermahnungen,
sowie Öffenbarungen über Vergangenheit und Zukunft.
[316] Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ich bin Jokabar-Kustaä,
30 der ich vom Hause meines Vaters fortging und herkam. .
Ich kam mit verborgenem Glanze
und mit Licht ohne Ende.
Ich kam zu den Männern von erprobter Gerechtigkeit,
an denen weder Mangel noch Lüge ist.
’) NNWND, siehe p. 215!. i
?) Man erwartet „ließen schauen“ (iS) oder „schauten nicht“ mad), siehe weiterhin.
°) Lies 7NTENY }D „aus deinem Blatte“, vgl. p. 129, 8.
316, 4—22 Fünfzehntes Buch. Sechstes Stück. 319
Ich brachte ihnen Rede und Erhörung,
wıe das große (Leben) es mir befohlen.
Ich brachte ihnen geheime Reden,
damit sie ihre Wunderkräfte an den Unholden zeigen.
Als Hibil der Hüter des Zeitalters war, E
war ich der Bote vor ihm.
Ich errichtete ihm den Thron in seiner Wolke,
und ich erleuchtete ihn in seinem Gewande.
Alsdann setzte mich Hibil in seiner Majestät
über diejenigen ein, die seinen Namen lieben. Io
Ich brachte ihnen‘) großmächtige Rede,
die wundersam und unbegrenzt ist.
Ich schuf ihnen Wagen’),
ich gewährte ihnen Zeugen (jeglicher) Gestalt’).
Ich gewährte ihnen verborgene Gebete, 15
durch die die Planeten und ihre Stämme gefesselt werden.
Ich gewährte ihnen Stahlspieße lebenden Wassers,
durch die die Hmurthäs des Hauses geknickt werden.
Ich gewährte ihnen Schwerter (lebenden) Wassers,
vor denen die Riesen der Finsternis erschrecken. 20
Ich gewährte ihnen gewaltige Pressen,
durch welche die ganze Wurzel der Finsternis und des schwarzen
[Wassers zusammengepreßt wird.
Gut steht es den Männern von erprobter Gerechtigkeit an,
wie sie in ihren Wagen sitzen. 25
Wie sie sitzen in ihren Wagen
und die Unholde dieser Welt hinstürzen.
Als Hibil der Hüter des Zeitalters war,
berief er mich Jokabar-Kustä.
Er berief mich und machte mich zum Boten 30
und setzte mich als Herrscher über die Männer von erprobter
[Gerechtigkeit ein.
Als Herrscher über die Männer von erprobter Gerechtigkeit setzte er
und ich wurde ihr Hüter. [mich ein,
Ich zeigte mich‘) den Planeten und den zwölf Sternen, 35
da stürzten sie von ihren Wagen herunter.
1) Man hat wohl NOSTIEMR zu lesen mit Beziehung auf FO NWMNT) wie bei den
folgenden Verben.
2) Kampfwagen zum Kampfe gegen die Bösen, vergl. Vers 25, namentlich gegen die
in Wagen sitzenden Sieben und Zwölf.
3) Kaum in Ordnung. Vielleicht ist hinter 97 etwas ausgefallen: nach Art von ....
#) Vielleicht ist NOmRTy — NOnmRTIny) zu lesen und das 4% vom vorhergehenden
yaıny hierher zu ziehen.
I.
20
25
30
320
Rechter Teil. 316, 22—317, 18
Ich wurde ihr Helfer,
und durch meine, des Jokabar-Kustä, Kraft
wurde das Gift der Verderber wirkungslos.
Ihre Gestalt wurde finster,
[317] und die Kraft ihrer Wagen wurde gelähmt.
Sie standen vor den Männern von erprobter Gerechtigkeit,
und diese erlangten von ihnen alles, was sie suchten, in voll- _
[kommener Weise.
Als Sitil der Hüter des Zeitalters war,
kam das Näsaräertum’) in die Welt.
Alles Gemachte und Geschaffene entstand damals.
Es entstanden die abgesonderten Männer),
die sich von der Welt absonderten.
Es entstanden die abgesonderten Männer,
die nichts aßen, worin die Planeten sich verbargen.
Sie taten nichts von deren Werken
und wurden nicht in der Welt des Siglün abgeschnitten.
Ihre Gestalt wurde nicht finster
und ihr Name nicht vom Lichtort abgeschnitten.
Alsdann belehrte ich, Jokabar-Kustä, euch,
die Sprosse, die aus ihnen hervorgegangen sind.
Ich sprach zu euch‘):
„verrichtet nicht ungiltiges Gebet und Lobpreis.
Wenn das Pihtä für euch nicht bereitet ist,
spendet nicht [das Almosen].
Wer das Almosen spendet und kein Pihta bereitet,
wird mit sechzig Stöcken von Eis geschlagen werden.
Mit einer Feuergeißel [wird er geschlagen]
und im schwarzen Wasser gepeinigt werden.
Wenn die Verfolgung euch bedrängt
und die hinfälligen Mysterien‘) euch beunruhigen,
wenn die Verfolgung euch bedrängt,
redet und rufet mit der Stimme des Lebens.
Wenn ihr das Gebet verrichtet und kein Pihtä bereitet
und körperliche Speise genießet,
wenn ihr dieses Mysterium verstehet #x+«x+xx%%,
alsdann stehet auf euren Füßen.
Auf euren Füßen alsdann stehet
und verrichtet einundsechzig mal das Gebet.
!) Auch Leid. hat NMYINYN).
?) Siehe p. 280°.
®) Lies NISINDRN, doch ist ein Wechsel in der Person nicht ausgeschlossen.
*) Damit sind die falschen Religionen gemeint.
317, 18-318, 10 Fünfzehntes Buch. Sechstes Stück. 321
Wenn ihr dieses Gebet verrichtet,
wird man eure Sünden und Vergehen euch erlassen.
Ihr werdet von den einundsechzig Schlägen geheilt werden
und werdet nicht in die Feuergeräte hinabsinken.
Nicht werdet ihr in die Feuergeräte hinabsinken
und nicht in den einundsechzig siedenden Kesseln gepeinigt
[werden.“
Als die Männer von erprobter Gerechtigkeit ihren Körper verließen,
stieg das Licht von hier in die Höhe’).
In die Höhe stieg von hier das Licht,
in die Höhe stieg die glänzende, wundersame Wurzel.
In die Höhe stieg die Güte, die Gradheit und das Wissen,
und der Glanz des Lichtes wurde aus dem hinfälligen Hause ge-
[Er wurde] von einem [318] Strich der Tibil [genommen], [nommen.
ging hin und ließ sich am Orte der Wahrhaften °) nieder.
Die Hüter, die hier waren, gingen hin
und ließen sich am Jordan des Ortes der Wahrhaften nieder.
Immer mehr und mehr, immer stärker und stärker
nahm (dort) die Stimme des Lebens zu).
Die Mischung der Helligkeit, die in der Tibil blieb,
blieb jeglichen Ortes bei den dumpfen Leuten‘) verborgen.
Der Glanz stieg von ihr in die Höhe,
und das helle Gemurre’) blieb.
Von jenem Tage an
werden die Jünger aus jenem Landstrich nicht zum Licht empor-
Sie werden geprüft und gequält, [steigen.
bis sie den Schmutz von sich abstreifen.
Ein jeder, der den Schmutz von sich abstreift,
steigt zum Hause des Abathur empor und wird da aufgerichtet.
Wer den Schmutz nicht von sich abstreift,
erlischt und geht zu Grunde, als ob er nie dagewesen wäre.
!) Siehe auch p. 306°.
2) Siehe p. 306.
3) Die Bedeutung von NDY NEW ist gesichert; es steht immer im Gegensatz zu "32:
R 324,11; L 50,18; 90,23. Daher kann sich der Vers nur auf das Jenseits beziehen.
*), NONNN eigentlich: starr vor Staunen (MN), dann überhaupt: benommenen, dumpfen
Sinnes, vgl. auch R 279,10; 282,8,13; L 57,12. Was vom Licht noch hienieden zurückblieb,
blieb bei den Leuten gestörten Sinnes. Dies entspricht der im Orient verbreiteten Anschauung,
daß der Geist der Irren und Halbirren dem Jenseits näher stehe als der Sinn der gewöhn-
lichen Menschen.
5) Zur Bedeutung von NW siehe Joh. II, p. 41°. Vielleicht ist die unklare Rede
der „dumpfen Leute“ gemeint. Das Beiwort NIPNN paßt zum vorhergehenden KIN, es ist
trotzdem bei NW nicht am Platze.
Lidzbarski, @inzä. 21
5
20
25
30
322
Io
Rechter Teil. 318, 10—819, 1
Euch rufe ich zu und erkläre ich,
ihr wahrhaften, gläubigen Männer.
Sprosse, Sprosse werden aus der letzten Generation
durch mein Wort und meinen Segen emporsteigen.
Sie werden emporsteigen durch meinen Segen
und in vortrefflicher Weise gefestigt werden.
Ich erleuchtete sie und klärte sie auf,
damit sie nicht in der Welt straucheln.
Wer strauchelt, wird sterben und verderben.
Wiederum‘) habe ich euch erleuchtet und aufgeklärt.
Wer leuchtet und klar ist,
dem werde ich ein Helfer sein,
ein Helfer und eine Stütze
aus dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. —
Und das Leben ist siegreich.
Siebentes Stück.
Ein Offenbarungswesen, Mandä dHaije oder Jäwar, wird vom Leben in diese Welt
gesandt, um die Näsöräer zu belehren und zu ermahnen. Er verkündet den Lohn der frommen
Gläubigen und die Strafe der Unwürdigen.
20
25
30
35
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Aus der Skinä des gewaltigen (Lebens) berief das Große mich,
es rief mich, gab mir Befehle und festigte mich.
Das Große rief mich und gab mir Befehle,
es rüstete mich und sandte mich in die Zeitalter hinaus:
den Ruf des Lebens zu rufen
und Glanz über das Haus zu legen.
Den Ruf des Lebens zu rufen,
und die Pflanzung des Großen zu pflanzen,
die Pflanzung des Großen zu pflanzen
und Jordane in vollkommener Weise hinzuziehen,
rechte Pflanzen zu pflanzen
und sie mit lebendem, prangendem Wasser zu tränken,
sie Weisheit, Wissen und Lobpreis zu lehren,
ausgedehnt und unbegrenzt,
ihnen [319] den reinen Ruf zu gewähren,
durch den sie in dieser Welt gefestigt werden sollen.
%) Vgl. Nöld., p. 204.
319,121
Sie
Sie
Sie
Sie
Sie
Sie
Die
Die
Fünfzehntes Buch. Siebentes Stück. 323
sollen in der Erleuchtung des Lebens sprechen
und die Schlafenden aufrütteln und zum Aufstehen bringen.
sollen einen Weg wählen und aufwerfen
und einen Grenzstein aufrichten.
sollen mit dem Wissen aufsteigen,
das aus dem Hause des großen Bihräm, (des Sohnes) des Lebens,
sollen über die Seelen unterrichtet werden, [gekommen ist.
die des lichten Wohnsitzes würdig sind.
sollen aufrütteln, sie sollen belehrt werden '),
und ihnen sollen Leuchten wundersamer Art geschaffen werden.
sollen ihnen die große Wurzel des Segens zeigen,
aus der das gewaltige, erste Leben hervorgegangen ist.
wahrhaften und gläubigen Näsoräer
werden emporsteigen und den Lichtort schauen.
wahrhaften und gläubigen Näsöräer und Ausgezeichneten ’)
werden in dieser Welt nicht zurückgehalten werden.
Nicht werden sie zurückgehalten werden [in dieser Welt]
und im großen Gerichte nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
Über sie wird nicht das Urteil gesprochen werden,
Sie
das über alle Wesen gesprochen wird.
werden im Gerichtshofe nicht schuldig befunden werden
und nicht in das große Süf-Meer fallen,
in dem Rühä und Christus enden,
die zwölf Sterne enden.
Da enden die sieben Planeten,
und ihnen wird das Urteil gesprochen.
Da enden die sieben Planeten,
die Söhne des Mangels’),
die Herren der nichtigen Wohnung,
Die
Ihr
die Herren des hinfälligen Hauses.
Näsoräer, die des Hauses des Lebens nicht würdig sind,
haben schwere Sünde begangen.
Körper stand in Verfehlung,
und an ihnen war Mangel und Fehl.
5
Io
15
25
30
Wenn sie auch in hohem Maße den Schatz (das Ginza) von der Tibil 3;
bringt es ihnen doch keinen Nutzen‘). [her verstehen,
Wenn sie am großen Tore des Hauses des Abathur anlangen,
werden sie vom Tore des Hauses des Abathur zurückgejagt werden.
1) An sich besser YWNDN) „sie sollen belehren“, doch siehe p. 345, 9ft.
2) QInWwıD, siehe p. 2151, 280°.
3) Lies N()NYDNT „der Mangelhaften‘“, d. h. der Rühä, siehe p. 81,14?
*) 13%) scheint hier schon Sammlung religiöser Schriften zu bedeuten, im Übrigen ist
die Übersetzung des Satzes unsicher. siehe auch weiterhin.
-—
ZuRE
20
25
30
35
324
Rechter Teil. 319, 21—320, 16
Vom Tore des Hauses des Abathur werden sie zurückgejagt werden
und den Lichtort nicht schauen.
Sie werden das Wissen nicht schauen,
das aus der Skina des ersten, gewaltigen Lebens geschaffen wurde.
Es wird ihnen abgenommen werden,
und sie werden zur Natur des Ortes der Finsternis hinabsinken.
Ihnen werden die verborgenen Gebete abgenommen werden,
[320] die sie von der Welt her verstehen.
Ihnen werden die verborgenen Gebetsordnungen abgenommen werden,
abgenommen die wohlgerüsteten Schiffe ').
Ihnen wird die Totenmesse und die Taufe abgenommen werden,
und diese werden zu dem Orte emporsteigen, aus dem sie gekom-
Ihnen wird der verborgene Schatz abgenommen werden, [men waren.
und er wird beim großen Jürä°), dem Schatzhalter, aufgestellt
Er°) wird aus dem Lichte ausgerissen werden [werden.
und in der untersten Gehenna lodern.
Er wird in die siedenden Kessel fallen
und im Feuer verbrennen, während es brennt.
Er wird das Leid der Planeten schauen
und eines doppelten Todes sterben.
Ein jeder, der in vollkommener Weise erwählt, fromm, wahrhaftig und
wird von seinem Orte nicht abgeschnitten werden. [glaubensfest ist,
Nicht wird er von seinem Orte abgeschnitten werden,
sondern in die teure Gemeinschaft eingeschlossen werden.
Man wird ihn die Helligkeit der Wurzel schauen lassen
und im verborgenen Lichte in vortrefflicher Weise aufstellen ”
Man wird ihn mit einem Gewande des Glanzes bekleiden,
das wundersam und unbegrenzt ist.
Man wird ihn mit einem Turban des Lichtes bedecken,
der über die Maßen leuchtet und glänzt.
Man wird ihm einen Gürtel, einen Gürtel (lebenden) Wassers um-
in dem es keine Schmerzen und Leiden gibt °). [binden,
Man wird ihm einen Ätherkranz aufsetzen,
der aus dem Weinstock Rwaz hergenommen wurde.
Wenn er aus seinem Körper scheidet,
wird ein Geleiter ihm entgegengehen,
ihn zur Skina des großen (Lebens) emporführen,
die wundersam und unbegrenzt ist,
‘) Die sie zum Jenseits hinfahren sollen. Im Grunde erwartet man hier ein anderes Wort.
?) Bedeutet „Glanz“, siehe p. 66, 15, doch erscheint es in diesen Stücken als Eigenname,
®) Der schlechte Mandäer.
*) Lies MNOPRN (so auch Leid.) YTWT samınd Fa.
®) Siehe Joh. II, p. 206, 21.
320, 16— 321,7 Fünfzehntes Buch. Achtes Stück. 3935
an den Ort, an dem das große (Leben) thronet:
nicht kam fort wer aus der Höhe heruntersank '). —
Und das Leben ist siegreich.
Achtes Stück.
Am Anfange heißt es, daß Jäwar von höheren Wesen — es steht nicht da von wem;
vielleicht bezieht sich der Plural auf N”) „Leben“ — ausgerüstet und über die geheimen
Dinge belehrt wird. Weiterhin ist es Hibil-Ziwä, der vom großen Mänä belehrt und zu den
Näsöräern gesandt wird, um sie zu unterweisen. Er soll ihnen besonders die Wichtigkeit
des Öles dartun, das zur „Siegelung‘“ verwandt wird. Wer damit gesiegelt ist, wird alle
verborgene Dinge schauen.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Mit der Kraft des Glanzes und des Sandarakbaumes’’)
schufen sie’) den Jäwar und setzten ihn über jegliches Ding ein.
Sie belehrten ihn über das Wissen,
das wundersam und unbegrenzt ist.
Sie setzten ihn über den großen Berg ein, dessen Glanz wundersam ist
und dessen Licht strahlet und über die Maßen lohet.
Sie schufen ihm Erleuchtung,
durch die er aufgeklärt wird.
Sie verliehen ihm verborgene Reden,
die wundersam [321] und der Welt fremd sind.
Sie belehrten ihn über den großen Jürä
und über sein Abbild, das Wundersame, das bei ihm ist.
Sie belehrten ihn über den großen Nsab
und die Skinas, die er sich am Lichtort gegründet hat.
Sie belehrten ihn über Zarzel-Ziwä,
den sanften, festen Mäna.
Sie belehrten ihn über Jösmir-Uthra
und die Skinas, die er gegründet hat ...... w}
Hibil-Ziwä sprach zu seinem Schöpfer folgendermaßen.
Er pries den großen, gewaltigen Mana,
der ihm Wissen’) in vollkommener Weise gegründet hatte.
t) Der Sinn und die Auffassung des Satzes ist ganz unsicher, siehe Joh. II, p. 47°.
2) Siehe Lit., p. XXI. ®), Hier wohl so, nicht „rufen, berufen“, siehe p. 32*.
#), Statt NSIPy 72 hat wohl etwas anderes dagestanden, vgl. Vers 26. Zum Folgenden
ist XANy 72 kaum zu ziehen. Hier ist vielleicht eine größere Lücke.
°) Ich vermute NAMIND statt NMIIM.-
5
30
[X6)
Rechter Teil. 321, 7—322,3
Er hatte ihn unterrichtet, belehrt und erleuchtet
über die verborgenen Dinge.
Er hatte ihn über die lebendige Taufe belehrt
und das reine Öl dieser Welt.
Er hatte ihn über die Näsoräer belehrt,
wenn sie aus ihrem Körper scheiden.
Er sprach zu ihm:
„Geh zu den Näsoräern,
die in der Welt zurückgelassen sind.
Sage ihnen:
Wenn ihr aus eurem Körper scheidet,
werdet ihr mit dem reinen Öl emporsteigen.
Denn wichtig und teuer ist das reine Öl"),
das aus dem Hause des großen Lebens gekommen ist.
Wer nicht mit dem reinen Öl emporsteigt,
wird an den Wachthäusern (so!) des Ptahil warten müssen,
bis er mit einundsechzig Briefen emporsteigt;
alsdann wird er in den Lichtwelten aufgerichtet werden.
Er wird den Weinstock Taurel schauen,
der im Jordan des reinen Tarwän ruht.
Er wird den Baum Tatagmur schauen,
der am Jordan des Herrn der Größe ruht,
Er wird den Weinstock Rwaz schauen,
aus dem der Segen des Lebens hervorgeht.
Aus ihm geht der Segen hervor,
und alle Uthras duften durch seinen Duft.
Er wird den Weinstock Josmir schauen,
der auf der Erde des Säm-Ziwä ruht.
Er wird den Weinstock Sarhabel schauen,
der auf der Erde des Hibil-Ziwä ruht.
Er wird die sieben Zeltdächer schauen
des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit,
die über die wundersamen Weinstöcke gespannt sind.
Er wird die zwei reinen Berge schauen,
die ruhig an ihrer Stelle sitzen.
Er wird Jäwar, den großen Glanz des Lebens, schauen,
den ersten Weinstock, [322] der auf der Erde des gewaltigen,
Er wird den Weinstock Sar schauen, [ersten Lebens ruht.
der auf der Erde des ersten Lebens aufgerichtet ist.
Er wird den Weinstock Pirün schauen,
der auf der Erde der „Sie war fest, machte und vollbrachte“ °) ruht.
!) Lies NY statt NIHM.
°) Ein weibliches Gegenstück zu Jäwar. siehe p. 151, 17; 162, 38.
Ää
322, 4—19 Füntzehnstes Buch. Neuntes Stück. 397
Er wird den großen Weinstock schauen,
der über den Früchten des vorausbestimmten Jäwar ruht.
Er wird den großen Weinstock schauen,
den Erzieher der Seelen der Säuglinge, die durch ihn großgezogen
Sie trinken aus seinen Knospen und frohlocken, [werden ')
und ihre Seelen blühen empor.
Empor blühen ihre Seelen
und erhalten Bestand in der Lichtwelt.
Er wird den großen Jüra schauen,
wird die Verborgenheit schauen, die er Sieh geschaffen hat.
Er wird Adatan und Jadatan schauen,
die am Tore des Hauses des Lebens sitzen.
Er wird Silmai und Nidbai schauen,
die in der großen, verborgenen, ersten Wolke wohnen.
Sie wohnen in jener Wolke
und sind über alle Jordane eingesetzt.
Er wird JöSamin, den Reinen, schauen,
der unter den Wasserbächen ruht.
Er wird die vier Männer, die Söhne des Heils, schauen,
die den Nasoöräern ein Beistand sind,
ein Beistand und eine Stütze
vom Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. —
Und das Leben ist siegreich.
Neuntes Stück.
Die Seele — sie ist es, obwohl sie in dem Stücke als Uthra bezeichnet wird — kommt
als Wohlduft zur Welt herunter und nimmt im Herzen des Körpers Platz (siehe auch Lit,,
p. 102,10). Wehmütig stellt sie Betrachtungen darüber an, warum sie in die Welt gesandt
sei. Das Leben hört die Klage und sendet ihr einen Helfer, der sie belehrt und tröstet.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ich bin der Wohlduft der Uthras,
der ich hinging und in jedem getreuen Herzen Platz nahm.
Das Herz, in dem ich Platz nahm,
erleuchtete und erhellte ich über die Maßen.
Über die Maßen erleuchtete und erhellte ich es,
brachte Wohlergehen und ließ es darin wohnen.
1) Es ist unsicher, ob das zweite NI7 so aufzufassen ist. Es ist eher mit CD zu
streichen, so daß der Satz einfach heißt „in dem die Seelen der Säuglinge großgezogen werden“.
5
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Rechter Teil. 322, 19—823, 12
Ich nahm daraus das Seufzen,
das die Sieben den Körpern brachten.
Die Sieben brachten es den Körpern
und ließen es in den finsteren Herzen wohnen.
Wer sich durch die Erleuchtung erleuchten läßt,
wird am Lichtort aufgestellt werden.
Wer sich nicht durch die Erleuchtung erleuchten läßt,
wird vom Lichtort abgeschnitten werden.
Ich stelle in meinem Sinne Betrachtungen darüber an,
wie es zugegangen ist.
Wer hat mich aus meiner Stätte und meinem Orte weg gefangen ge-
aus dem Kreise meiner Eltern, die mich großgezogen? [nommen,
Wer brachte mich zu den Schuldigen,
[323] den Söhnen der nichtigen Wohnung?
Wer brachte mich zu den Rebellen,
die tagtäglich Krieg führen?
Wer zeigte mir die Bitterkeit,
an der keine Süßigkeit ist?
Wer zeigte mir die Finsternis,
an der kein Lichtstrahl ist?
Wer zeigte mir das stinkende Wasser,
das sich auf Rädern dreht‘).
Es dreht sich auf Rädern,
und sein Gestank steigt empor und erreicht das Firmament.
Als ich an meinem Orte stand,
ängstigte ich mich und ängstigte meine Seele.
Ich sagte mir, daß ich keinen hohen Helfer habe,
keinen Mann als Pfleger.
Wie ich noch an meinem Orte dastehe,
erhörte mich das große (Leben) und verurteilte mich nicht.
Es sandte mir einen hohen Helfer,
sandte mir einen Mann als Pfleger.
Es sandte mir einen sanften Beistand,
der kam und mich von jeglichem Ding erlöste.
Er sprach mit mir in lebendiger Rede
und erlöste mich aus der Welt.
Er rief mit sanfter Stimme
und ließ mein Herz auf seiner Stütze ruhen.
Er belehrte mich über die Lobpreisung,
daß ich die Verfolgung der Tibil vergaß.
') Das heißt wohl auf den Schöpfrädern der künstlichen Bewässerung im Gegensatz
zu dem freifließenden lebenden Wasser.
323, 12— 324, 5 Fünfzehntes Buch. Neuntes Stück.
w
Er sprach:
„O du sanfter Uthra!
329
Nicht nach dem Willen des großen (Lebens) bist du hergekommen.
Bist nicht hergekommen nach dem Willen des Großen,
nicht nach dem Willen der Uthras, die dort sind.
Vielmehr nach dem Willen der beiden Uthras’) geschah es,
daß sie dich aussandten und hierher schickten.
Sie sandten dich aus, schiekten dich hierher
und ließen dich in der Welt zurück.
Du weiltest so lange in ihr und wurdest in ihr groß,
als es deinem Vater gefiel.
Wenn es deinem Vater gefällt,
wird er dir sagen, wie es zugegangen ist.“
Ich sprach dann zu meinem Vater,
zum Manne, der über mich eingesetzt war:
„Wer sind die beiden Uthras,
die über mich eingesetzt wurden?
Wer sind die beiden Uthras,
die mich aussandten und hierher schickten?
Sie sandten mich aus, schickten mich hierher
und ließen mich in der Welt zurück.“
Jener Helfer sprach dann zu mır,
der Mann, der über mich eingesetzt war:
„Wo gibt es einen Sohn, der seinen Vater verachtete‘),
daß er dich hierher sandte und schickte?
Er sandte und schickte dich hierher
und ließ dich in [524] der Welt zurück.
Du bliebst so lange in ihr,
als es deinem Vater gefiel,
als es gefiel deinem Vater
und er dir Helfer sandte.
Helfer sandte er dir,
und sie sprachen mit dir [in lebendiger Rede +++ +++ xx.
Nun o sanfter Uthra,
steh auf, steige zum Hause deiner Familie empor
und verfluche den Ort des Hauses deines Pflegers.
So lange du in ihm weiltest und wohntest,
waren die Sieben deine Gegner.
rt, Siehe weiter unten.
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[PP }
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2) NI°D bezw. MID gibt keinen Sinn. Vielleicht ist auch hier eine Form von 803
entstellt, siehe p. 24®.
30
35
330
Jtechter Teil. 324, 5—21
Die Sieben waren deine Gegner,
die Zwölf deine Verfolger ').
Die Zwölf waren deine Verfolger
und sprachen: „Wir wollen seine Werke verächtlich machen,
vielleicht schneiden wir ihn bei uns ab.
Vielleicht schneiden wir ihn bei uns ab
und er nimmt Anteil an [unserer] Welt.“
Ich sprach zu mir, forschte in meinem Sinne
und erwiderte meinem Vater, dem sanften Helfer,
dem Manne, der über mich eingesetzt war:
„Wenn du weißt, daß Mangel an mir ist,
schneide mich im Wohnsitze der Sünder ab.“
Darauf sprach er:
„O sanfter Uthra!
An dir war Überschuß, kein Mangel.“
[Darauf erwiderte ich]:
„Mein Vater! Wenn du weißt, daß an mir kein Mangel ist,
warum hast du mir solches Leid angetan?“
Als er dies von ihm hörte,
holte er ihn aus seinem Körper heraus.
Er bekleidete ihn mit einem Gewande des Glanzes
und setzte ihm einen kostbaren Kranz auf.
Er zerbrach ihre Wachthäuser
und führte ihn mit Gepränge aus der Welt.
Mit Gepränge führte er ihn aus der Welt
und stützte ihn auf die Erde des großen (Lebens).
Er stützte ihn auf die Erde,
auf der das Große thronet.
Empor stieg der Uthra,
dann errichteten sie ihm einen Thron, und er nahm auf ihm Platz.
Ich will euch sagen, ihr Großen,
ich will euch sagen, ihr Gewaltigen, wie es zugegangen ist:
„Wenn ihr solches mir antuet,
soll da an eurer Weinlese in der untergehenden Tibil kein Mangel
Das Zeitalter nahm ab, [eintreten °)?
und die Verfolgung bedrückte sie gar sehr.“
„Sitze da, Uthra,
geordneter, wohlgeordneter Uthra.
!) Siehe Lit., p. 160.
?) Der Sinn ist wohl: Sollen die Seelen, die euren Anteil bilden, nicht darunter leiden?
4
324, 22—325, 10 Fünfzehntes Buch. Zehntes Stück. 331
Wir wissen gar wohl,
daß an unserer Weinlese in der untergehenden Tibil ein Mangel
Das Zeitalter nahm ab, [eintritt ').
und Verfolgung wurde gar sehr gegen sie losgelassen.
Du wurdest erlöst und stiegest empor, Uthra,
und wer es vermag, soll nach dir emporsteigen.“ —
[325] Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Zehntes Stück.
Der Mänä unterhält sich mit seinem Abbilde, d. h. mit dem ihm beigesellten weiblichen
Wesen, siehe p. 1445. Er äußert den Wunsch, Uthras zu schaffen, die ihm zur Seite stehen
sollen. Sein Abbild rät ihm ab. Er folgt ihrem Rate, aber wahrscheinlich war in einem
jetzt weggefallenen Stücke davon die Rede, daß er dennoch eine Gefährtschaft schafft, denn
das Folgende setzt dies voraus. Er begründet die Schöpfung damit, daß das geschaffene
Wesen, den Frommen als Helfer dienen soll. Er schickt einen Boten, um die Frommen in
die Höhe emporzubringen Weiterhin tritt an die Stelle des Mänä das Leben und der Bote
ist Mandä dHaije. Er steigt in die Tiefe und bekämpft die Bösen.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ich unterhalte mich mit meinem Abbilde:
„Komm, ich und du wollen bauen (schaffen).
Wir wollen mit verborgenem Rufe bauen,
bauen in der wundersamen Frucht.
Bis daß wir Früchte schaffen, bis daß wir Helfer schaffen,
preise du mich, und ich werde dich preisen.
Wir wollen in reichem Glanze verwahrt bleiben
und einander in vortrefflicher Weise in Ordnung halten.
Vielleicht werden Uthras von uns geschaffen
und preisen uns dann Gewaltige.“
Als er dies sagte,
sann er auf eine Gefährtschaft.
Auf eine Gefährtschaft sann er
in der wundersamen Frucht.
Er sprach und sann:
!, Der Text ist hier fälschlich mit p. 330, 34 in Einklang gesetzt. Man erwartet hier
ARIDN NTR SOIN2 INDEM DT.
-
_
(0)
-
5
332
Rechter Teil. 325, 10—326, 2
Ich will eine Gefährtschaft zu meiner Rechten schaffen,
will Leuchten zu meiner Linken schaffen.
Ich will Gesandte des Lebens schaffen,
die für mich in der Verborgenheit verwahrt seien.
Darauf erwiderte und sprach
das Abbild zum teuren Mana:
„Wenn du Gesandte schaffest,
wird die Schlechtigkeit des Stammes deiner Pflanzung sich aus-
Deiner Pflanzung Schlechtigkeit wird sich ausdehnen [dehnen ').
wegen des Mangels der Welt.
In ihr wird Lüge sein,
Erschütterung in der Welt sein.“
Da erwiderte ich und sprach
zu meinem über die Maßen wundersamen Abbilde:
„Wir haben nachgedacht, und nun wollen wir keine Pflanzung pflanzen,
aus ihr kommt Mangel und Fehl.
Mangel und Fehl kommt aus ihr,
und Erschütterung entsteht in der Welt.“
Ich beugte mich, verneigte mich vor meiner Gefährtschaft
und nahm von ihr teure Kustä an.
Wir traten in Geräte ein und verbargen uns’),
und sie willigte ein, meine Gefährtschaft zu sein,
Als die Ersten da waren,
sinnen sie auf Zweite.
Als die Zweiten da waren,
sinnen sie auf Dritte.
Als die Dritten da waren,
sinnen sie auf Vierte.
Von den Vierten
kam Mangel und Fehl.
Mangel und Fehl kam von ihnen,
und [326] Erschütterung entstand in der Welt.
Darauf erwiderte und sprach
das Abbild zum teuren Mäna:
„Habe ich dir nicht gesagt,
daß wir keine Pflanzung pflanzen wollen?
') 899 „Haupt“ paßt nicht; ich vermute nmW2. Vielleicht ist auchNNINWT zu streichen.
?) SIND könnte an sich auch „Gewänder‘‘ bedeuten, aber dann paßt schlecht IX dazu.
Es sind hier wohl Geräte, als Behälter der numina gedacht, wie denn auch NND im Sinne
„Geist‘“ auf diese Bedeutung zurückgeht, siehe oben. p. 65.
F
326, 2—17 Fünfzelntes Buch. Zeintes Stück. 333
Wir wollen keine Pflanzung pflanzen,
denn aus ihr kommt Mangel und Fehl.
Mangel und Fehl kommt aus ihr,
und Erschütterung entsteht in der Welt.“
Da erwiderte er und sprach 5
zu seinem über die Maßen wundersamen Abbilde:
„Wie sollen wir die Welt, die entstehen soll,
der Vernichtung überlassen ?
In ihr werden sich Männer von erprobter Gerechtigkeit ausbreiten
und den Ruf des Lebens hierher‘) emporsteigen lassen. 10
Manche von ihnen werden mit der Wurzel emporsteigen,
manche von ihnen in der Welt zurückgehalten werden’).
Wer die Kraft dazu hat und sich frei macht,
wird emporsteigen und den Lichtort schauen.
Wer die Kraft dazu hat und sich (dennoch) nicht frei macht, 15
wird in der Welt zurückbleiben.
In der Welt wird er zurückbleiben,
und sein Wohnort wird von der Welt sein.
Wir wollen den Boten rufen,
den Boten, die Pflanzung des gewaltigen (Lebens). 20
Wir wollen ihn beauftragen und dorthin senden:
was dort ist, soll er hierher emporbringen.
Er erlöse die sanften Mänas,
erlöse den teuren Mänä°).
Den teuren Mänä erlöse er, 25
und dieser sei ein Guter im Hause der Vollendung.
Mich berief und beauftragte das Große‘)
und legte von seiner Weisheit über mich.
[Es legte über mich] die wohlverwahrte Gestalt,
die für mich im Verborgenen verwahrt ist. 30
Es legte über mich Liebe,
die meinen Freunden zukommen soll.
Es legte über mich sanfte Rede’),
in der ich mit meinen Freunden sprechen soll.
%) Wohl 825 statt NIT zu lesen.
») Vielleicht ist auch hier N’IMNINND zu lesen. Zum Schwanken zwischen YNONINY
und NDNINY siehe R 307, 14f. mit Varr.'
#) Die Stelle ist unverständlich. Mit den sanften Mänäs sind die Einzelseelen der
Frommen gemeint. Der „teure Mänä“ müßte hier aber das höchste Wesen sein. Wie soll
er dieses erlösen? Etwa durch seine Hilfe für die Frommen? Es scheint, daß statt, APIND))
ein anderes Verb dagestanden hat.
*, An die Stelle des Mänä tritt hier das große Leben.
ö) Lies NNW, vgl. Text 327,12.
25
30
35
40
334
Rechter Teil. 326, 17— 827,13
Ich soll mit meinen Freunden sprechen
und sie vom Vergänglichen erlösen.
Ich soll sie vom Fehlerhaften erlösen,
das sie von selbst geschaffen haben.
Es warnt mich und befiehlt mir,
wie ein Vater, der seinen Söhnen befiehlt.
Es kost mich und küßt mich,
wie ein Vater, der seinen Sohn küsset.
Es warnt mich und behütet mich,
und es bleibt fest bei seiner Rede ').
Es spricht:
„Wir senden dir Schatzmeister,
komme rasch mit den Boten.
Rasch mit den Boten komme
und bring uns die Pflanzung des Gewaltigen.
Warum willst du in der Tibil weilen,
warum [327] dich im Vergänglichen hin und herschlagen?
Warum verlässest du das reine Gewand
und kleidest dich in das rebellische Gewand?
Warum verlässest du die sanften Geheimnisse
und trittst in die vergänglichen Geheimnisse ein?
Verlaß nicht die geliebte Genossenschaft
und liebe die Genossenschaft des Vergänglichen.
Verlaß nicht die lebendige Rede
und liebe die Rede des Vergänglichen.“
Als das Große [so] zu mir sprach,
beugte ich mich und verneigte mich in vollkommener Weise:
„Warum sprichst du so zu mir,
wo mein Herz in Zwiespalt geraten ist?
In Zwiespalt ist mein Herz geraten,
und meine Augen preßten sich mit einer Träne zusammen.
Mit einer Träne preßten meine Augen sich zusammen,
bis ich an meiner Stelle jammerte und weinte.
Gibt es jemand, der im Hause des großen (Lebens) weilte
und dann die Rede des Vergänglichen liebte?
Gibt es jemand, der das reine Gewand verließe
und sich mit dem rebellischen Gewande bekleidete?
Gibt es jemand, der die geliebte Genossenschaft verließe
und die Genossenschaft des Vergänglichen liebte?
Gibt es jemand, der die Rede der Sanftheit verließe
und die Rede des Vergänglichen liebte?“
’) Vielleicht NO’8) „und es festigte mich mit seiner Rede.“
327, 13— 828, 4 Fünfzehntes Buch. Zehntes Stick.
Da sprach es zu mir:
„Wir sagten und erklärten dir:
Schleppe dich nicht im Vergänglichen hin und her’).
Denn aus dem Zweiten, der der Älteste war),
bildete sich Mangel und Fehl.
Mangel und Fehl bildete sich aus ihm,
und Erschütterung kam durch ihn in die Welt.“
Alsdann rief es (das Leben) Manda dHaije und sprach zu ihm:
„Komme rasch und behüte deine Söhne.
Komm, behüte deine Söhne
und segne sie mit deinem Segen.
[Mit] jenem [deinem Segen] segne sie,
mit dem du deine Söhne, die Uthras, gesegnet hast.“
Es segnete’) mich mit seinem Segen
und breitete über mich von seinem Glanze,
breitete über mich von seiner Pflanzung.
Ich beugte mich und verneigte mich vor dem Leben
und kam in die Welt‘).
Ich beugte mich und verneigte mich vor dem Leben
und sprach mit meiner wundersamen Stimme.
Ich ging zu den Skinas
und den guten Uthras, [die] sie geschaffen haben.
Als die Uthras mich erblickten,
verneigten sie sich und priesen mich’) über die Maßen.
Sie priesen den Uthra der Herrlichkeit,
von dem alle Wahrheit gekommen ist.
[328] Sie sprachen zu ihm:
„Wohin gehst du, Sohn der Glanzwesen,
wohin hat das Leben dich (hierher) gesandt?“
Darauf erwiderte ich ihnen:
„Ich gehe zur Tiefe‘), die ganz Gestank ist,
und zu den Werken, die nicht (ordentlich) geschaffen sind,
den Werken, die die Uthras geschaffen,
die an ihrer Stelle verborgen sind.“
Da sprachen sie zu ihm:
„Geh, richte her
und bringe siegreich deine Pflanzung in die Höhe.
1) Siehe Nöld., p. 249°.
>) NONOND; der Dritte, Abathur, wird NPINN genannt.
335
3) Es bezieht sich wohl auch hier auf das Leben trotz des Singulars, siehe p. 240°.
&) Leid. hat Fans. 5) Lies OWINWM. °) Lies NPDY.
336 Rechter Teil. 328, 5-—17
Komm mit uns und laß dich einpflanzen,
damit wir dir als Helfer beigesellt seien.
Geh mit der Kraft des Lebens,
und Vollkommene seien dir Geleiter.
Der König des Äthers segnete dich,
und du gingest zur Tibil der Vergänglichkeit.“
Li
Als die Bösen mich erblickten,
stürzten sie hin und fielen auf ihr Antlitz.
Sie stürzten hin, fielen auf ihr Antlitz
10 und gingen hin zum großen Süf-Meer:
„Wir haben dich, Mann, geschaut,
deine Gestalt ist nicht von der unsrigen.“
Da wandte ich mich hin und sprach
zu den Bösen und Lügnern, die in dieser Welt wohnen:
15 „Woher habt ihr das Gewand,
das eure Gestalt erleuchtet?
Woher habt ihr diesen Wohlgeruch,
der den Geruch eures Gestankes angenehm macht?
Mich hat das Leben gesandt;
20 ich bin hergekommen, um siegreich den Stamm in die Höhe zu
Das Leben zeigte sich dankbar den Uthras, [bringen.
die aus der Tibil emporgestiegen sind.“ —
Und das Leben ist siegreich.
Elftes Stück.
25 Anös-Uthra begibt sich auf die Erde, um die Mandäer aufzurütteln. Rühä erfährt es
und verschwört sich mit ihren Söhnen, den Sieben, dem fremden Manne entgegenzuwirken.
Sie gründen Jerusalem. Nach einem parallelen Stücke kommen sie auf ihrer Fahrt erst nach
Bethlehem. Sie wollen dort bauen, doch auf eine Stimme aus der Wolke des Anös, dab aus
dieser Stadt 365 Jünger hervorgehen würden, geben sie den Plan auf. Sie ziehen weiter
30 nach Bet-Mtallale. Da geht es ihnen ebenso, desgleichen in Krakh-Nsab. Erst dann kommen
sie in die Gegend von Jerusalem und bauen dort eine Stadt. In ihr lassen sich die Juden
nieder. Anös begibt sich nach Jerusalem und gewinnt da einen Anhang. Die Juden töten
seine Anhänger, daraufhin zerstört er die Stadt. Vgl. auch Brandt, Rel., p. 128; REITZENSTEIN,
Das Buch des Herrn der Größe, p. 33.
35 Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
328, 17—329, 11 Fünfzehntes Buch. Elftes Stück. 337
Als ich, Anös-Uthra, kam,
in diese Welt,
da kam ich, rief den Ruf des Lebens
und richtete die Pflanzung des Lebens auf.
Ich sprach und trug vor mit meiner Stimme
und weckte die Erwählten in der Welt.
Ich rief mit hehrer Stimme,
ich rüttelte die Schlafenden auf und brachte sie zum Aufstehen.
Ich zog Jünger unter ihnen heran,
von denen (manche) des Lichtortes würdig sind.
Wer sagte der Rüha,
wer unterrichtete die Mangel- und Fehlerhafte,
wer sagte der Lügnerin,
daß der fremde Mann hierher gegangen ist ')?
Wer sagte es der Rühä,
[829] daß sie mit ihren Händen ans Haupt schlug)?
Mit ihren Händen schlug sie ans Haupt
und raufte sich die Locken am Kopfe aus.
Die Locken raufte sie sich am Kopfe aus
und rief „Wehe mir, wehe mir!“
Rüha sprach in Zorn,
und in Lüge kam ihr Wort heraus.
Rühä sprach in Zorn
und rief ihre erstgeborenen Söhne zusammen.
Sie sprach zu ihnen:
„Kommet, kommet, meine erstgeborenen Söhne,
höret, was ich euch sage’).
Kommet, sinnet auf Böses,
und wir wollen eine Partei in der Welt gründen.
Eine Partei in der Welt wollen wir gründen
unter dem Stamme des fremden Mannes, der hierher gegangen ist.“
Darauf versammelten sich die sieben Sterne
und begaben sich zu Rüha dQudsa.
Sie sprachen zu ihr:
„Womit sollen wir eine Partei gründen
innerhalb dieser Welt?*
Da erwiderte sie ihnen:
„Kommet, wir wollen beieinander liegen
und unser aller Geheimnis‘) nehmen.
t) Vgl. Joh. II, p. 117,6. 2) Siehe p. 87,4; 102, 23. 3) Siehe Lit., p. 200, 6.
4) Lies XIN” nach dem Suffix beim Verbum und dem Folgenden. Das „Geheimnis“
ist ihr geheimes Wissen.
Lidzbarski, Ginza. 22
%
15
20
25
30
338
Rechter Teil. 329, 11—330, 5
Unser aller Geheimnis‘) wollen wir nehmen
und ein Gebilde damit bilden.
Wir wollen damit ein Gebilde bilden
und den Ort Jerusalem bauen.“
Da gingen die sieben Sterne daran
und legten sich zu ihrer Mutter.
Sie legten sich zu ihrer Mutter
und nahmen von ihrem gemeinsamen Geheimnis.
Von ihrem gemeinsamen Geheimnis nahmen sie
und bauten den Ort Jerusalem.
Den Ort Jerusalem bauten sie
und ließen Unzucht, Verderbnis und Hurerei darin zurück.
Sie sprachen:
„Ein jeder, der im Orte Jerusalem seinen Sitz hat,
wird den Namen Gottes?) nicht nennen.“
Dann erhoben sich die sieben Sterne
und Namrus, die Mutter der Welt.
Die sieben Sterne erhoben sich
und kamen auf ihren sieben Wagen heran.
Sie kamen auf ihren sieben Wagen heran
und stiegen vom Firmament zur Erde herunter.
Sie verließen diese Welt’)
und gelangten nach Bethlehem.
Rühä sprach dann zu ihren Söhnen,
sprach zu den nichtigen Unholden:
„Meine Söhne! Lasset eure Wagen nieder,
wir wollen es (Jerusalem) an dieser Stätte bauen.“
Da kam eine Stimme aus der Wolke des Anos-Uthra
[330] und sprach zu Rüha dQudsa:
„Aus der Stätte, an der dieser Ort gebaut wird,
werden 365 Jünger hervorgehen.“
Da rief sie mit kreischender Stimme und schrie,
sie sprach zu ihren sieben Söhnen:
„Auf, auf, meine sieben Söhne,
bauet es nicht an dieser Stätte.
Ein böser, unreiner Fluch
ist über eure Wagen gekommen.
1) Siehe p. 337%.
2) Hier steht NIINDN, das für das höchste Wesen der Mandäer selten gebraucht wird,
siehe p. 4.
?) Man erwartet „jene Welt“.
330, 5— 20 Fünfzehntes Buch. Elites Stück. 339
Setzet euch in eure Wagen
und gehet von jener Stätte weg.“
Sie gingen von jener Stätte weg
und gelangten nach Bet-Mtallale').
Rüha sprach dann zu ihren Söhnen,
sprach zu den nichtigen Unholden:
„Meine Söhne! Lasset eure Wagen nieder,
wir wollen es an dieser Stätte bauen.“
Da kam eine Stimme aus der Wolke des Anos-Uthra
und sprach zu Rühä dQudsa:
„Aus der Stätte, an der dieser Ort gebaut wird,
werden 365 Jünger hervorgehen.“
Da redete Rüha dQudsa
und sprach zu den Planeten:
„Auf, auf, meine sieben Söhne,
ein Brief des Zornes ist an uns gelangt.
Auf, setzet euch in eure Wagen
und gehet von jener Stätte weg.“
Sie gingen von jener Stätte weg
und gelangten nach dem Orte Krakh-Nsab.
Da redete Rüha dQudsa
und sprach zu den Planeten:
„Meine Söhne! Lasset eure Wagen nieder,
wir wollen an dieser Stätte bauen.“
Da kam eine Stimme aus der Wolke des Anös-Uthra
und sprach zu Rühä dQudsa:
„Aus der Stätte, an der dieser Ort gebaut wird,
werden 365 Jünger hervorgehen.“
Da redete Ruhä in Zorn
und sprach zu den Planeten:
2) NIONDNDD N)2, Haus der bedachten Stätten oder Hütten, als Name eines Ortes, der
in der Geschichte des Judentums oder Christentums eine Rolle gespielt hätte, ist nicht bekannt.
Das Wort »talle „Hütten“ findet sich in einem geographischen Namen, soweit ich sehe, nur
im Namen eines Klosters Dair& daMtalle im Haurän (siehe NÖLDEKE, ZDMG XXIX, 1875,
p. 438), aber der Ort war ohne Bedeutung. Man kommt auch nicht weiter, wenn man in
Bet-Mtallale die Wiedergabe eines hebräischen MID annimmt. Ebenso ist das weiterhin
genannte 2839) 702 unbekannt. Es klingt an Nsibin-Nisibis an, aber die Identität ist
zweifelhaft. HALEVY glaubte, daß es Nazaret sei und IX) 702 auf eine Verschreibung
HANDYS für MNIYN) zurückgehe, siehe Brandt, Schr., p. 93°; dies ist nicht unmöglich. In
unverständlichem Zusammenhange findet sich IX) 70%2 R 193, 6, siehe oben, p. 1939.
228
Io
20
25
30
340 Rechter Teil. 330. 20331, 15
„Auf, auf, meine sieben Söhne,
höret auf das, was ich euch sage.
Auf, wir wollen gehen,
bevor das große Leben herkommt.“
5 Da erhoben sich‘) die sieben Planeteu
und gingen von jener Stätte weg.
Sie erhoben sich’), setzten sich in ihre Wagen
und setzten ihre Fahrt in der Welt fort.
Sie setzten fort [351] ihre Fahrt in der Welt,
10 bis die Flügel ihrer Wagen ausfielen °).
Da sprach zu ihnen Namrus,
die Mutter der Welt:
„Meine Söhne, lasset eure Wagen nieder,
wir wollen an dieser Stätte bauen.
15 An dieser Stätte wollen wir bauen,
weil der Weg zu Ende ist.“
Darauf erwiderten die Planeten und sprachen
zu Namrus, der Mutter der Welt:
„Ja, unsere Kraft ist gehemmt,
20 und die Flügel unserer Wagen sind ausgefallen.
Ja, wir wollen nach deiner Rede’) reden
und an dieser Stätte bauen.“
Die sieben Sterne versammelten sich
und trieben Zauberei und Hexerei.
25 Zauberei und Hexerei trieben sie
und nannten nicht den Namen Gottes.
Sie gingen daran, kneteten den ersten Ziegel
und bauten den Ort Jerusalem.
Da kam eine Stimme aus der Wolke des Anos-Uthra
30 und sprach zu Rüha dQudsa:
„Aus der Stätte, an der dieser Ort gebaut wird,
werden 365 Jünger hervorgehen.“
Da redete Rüha dQudsä
und sprach zu den Planeten:
35 „Kommet, kommet, meine sieben Söhne;
Heil dem, welchem Gott ein Helfer ist.“
‘) Leid. hat DNP.
®) BNDW scheint hier, namentlich nach Z. 20 intransitiv zu stehen: wurden aus-
gerissen, fielen aus. So vielleicht auch Joh. 133,13, dort bei Vögeln.
®) Wohl 7719192 zu lesen.
331, 15— 332, 11 Fünfzehntes Buch. Elftes Stück. 341
Sie bauten Jerusalem,
darin sich die Juden niederließen ').
Sie verliehen ihnen die Werke der Finsternis,
und die Sieben sprachen einen Segen über sie.
Sie riefen schützende Engel hervor,
Fische des Meeres und gefiederte Vögel
und beschworen sie mit Schwüren.
Sie beschworen sie mit Schwüren
und schenkten sie den Juden in Jerusalem.
Sie sprachen einen Segen über sie,
und sie fanden alles, was sie suchten, in hohem Maße.
Die sieben Säulen entstanden,
von denen alle Verkehrtheit und Lüge ausging.
Die Juden vermehrten sich
in der wüsten Einöde.
Die Juden vermehrten sich,
da kam die Zeit, einen Anhang zu bilden.
Ich nahm körperliche Gestalt an
und begab mich nach Jerusalem hinein.
Ich sprach mit meiner Stimme und trug vor
[832] und wurde ein Arzt der Mirjai.
Ein Arzt der Mirjai wurde ich
und heilte sie von Grund aus.
ich wurde ein Arzt der Kustä genannt,
der heilt, ohne Lohn zu nehmen.
Ich führte Mirjai hinunter und taufte sie im Jordan,
ich zeichnete sie mit dem reinen Zeichen’).
Von Mirjai, der Vollkommenen,
sind Jaqif und Beni-Amin”) ausgegangen.
Von Jagif und Beni-Amin
sind 365 Jünger ausgegangen.
365 Jünger sind hervorgegangen
in dem Orte Jerusalem.
Die Juden gerieten in Zorn
und töteten meine Jünger, die den Namen des Lebens aussprachen.
Als ich sıe sah,
wurde ich voll Zornes und böser Wut über sie.
Ich wurde über sie voll Zornes und böser Wut
und stieg zum großen Leben empor.
!) Im Texte steht „worin die Juden waren‘.
2) Der Text knüpft an die Legende von Mirjai an, einer jüdischen Prinzessin, die eine
Mandäerin wurde und als Repräsentantin des Mandäertums gefeiert wurde, siehe Joh. II,
P2ait..p: 210. 3) Jakob und Benjamin, vgl. Joh. U, p. 71.
20
25
30
35
30
35
Rechter Teil. 332, 11—833,.5
Ich erzählte meinem Vater,
wie es an seinem Orte zuging.
Ferner erzählte ich ihm,
wie die Sieben in dieser Welt handelten.
Als er dies von mir hörte,
gab er mir einen Brief in Zorn.
Einen Brief in Zorn gab er mir
gegen den Ort Jerusalem.
Wer sagte es der Rüha,
wer unterrichtete die Fehler- und Mangelhafte,
wer sagte der Lügnerin,
daß der weiße Aar') zum Orte Jerusalem emporgestiegen ist?
Sie ruft ihre Scharen zusammen
und versammelt alle ihre Hmurthas.
Sie ruft die sieben Sterne zusammen,
setzt sich hin und stimmt eine Klage an.
Sie spricht:
„Wehe dir, Ort Jerusalem,
daß der Aar zu dir emporgestiegen ist.
Wehe den Juden,
die in Wut und Zorn hingemordet werden sollen.“
Rüha d(Qudsä tritt dann hin
und verbeugt sich vor Anos-Uthra.
Sie spricht zu ihm:
„Bei deinem Leben, Anos-Uthra,
verwüste nicht diesen Ort Jerusalem, den ich gebaut habe.“
Darauf erwiderte er
Namrus, der Mutter der Welt:
„Wer ein Gegner [333] des Lichtes ist,
stirbt eines zweiten Todes.“
Die Juden in ihrer Furcht
verbargen sich in den verschiedenen Quartieren.
Da sprach zu ihm
Namrus, die Mutter der Welt:
„Laß mich doch,
ich will die Tore der Mauer über ihnen sprengen,
daß sie auf der Stelle getötet werden.
Getötet sollen die Juden werden,
die gegen deine Jünger gesündigt haben.“
!) Findet sich öfter als Bezeichnung für höhere Wesen der Mandäer. Hier ist es
Anös-Uthra; Joh. II, p. 235 ist es Hibil-Ziwä, siehe auch daselbst, p. 131.
333, 5—20 Fünfzehntes Buch. Elftes Stück. 343
Darauf schlug ich sie mit der Keule des Glanzes
und sprach zu ihr:
„Hebe dich weg von mir;
ich bin in Zorn gekommen.
[In Zorn] bin ich gekommen,
in Zorn hat das Leben mich hergesandt.
Das Leben sandte mich in Zorn her,
den Ort Jerusalem zu verwüsten.
Säule nach Säule‘) warf ich hin
und stürzte sie von ihrer Stätte herab.
Ich zerstörte die Säule Usrae]’),
die meinen Jüngern eine Verfolgung war.
Ich zerstörte die Säule Jagıf,
die am Tore Jerusalems stand’).
Ich warf die Säule Adonai nieder,
die sich im Mittelpunkte Jerusalems erhob.
Ich zerstörte die Säule Zatan,
die an der äußeren Mauer stand.
Ich warf die Säule Sihmai nieder,
die an der inneren Mauer stand.
Ich warf die Säule Karküm nieder,
in der alle Engel hausten.
Ich fesselte‘) den großen Turm,
in dem die Wächter des Ortes Jerusalem weilten.
Ich verwüstete den Ort Jerusalem,
in der das Blut meiner Jünger vergossen wurde.
Ich tötete die Juden,
die dem Stamme des Lebens eine Verfolgung waren,
alle gefiederten Vögel
und häßlichen Tiere, die aus ihnen hervorgegangen sind,
die Affen und Wölfe?),
die aus den Juden hervorgegangen sind,
alle bösen Tiere,
gegen die Zorn war.
t) Siehe Joh. II, p. 115°.
®2) Das ist Israel. Auch die folgenden beiden Namen sind jüdisch. Zatan findet sich zwar
auch Joh. 118, 2; 136, 7 als jüdischer Name, ist es aber nicht, siehe Joh. II, a. a. ©. INOM% ist
von DN% (MH%) „glänzen“ nach der beliebten Form gitlai gebildet. Karküm findet sich als Name
eines Dämons, siehe p. 143, 5. 3), Der Text hat ‚steht‘, das einzige Verb hier im Präsens.
3) % steht da, das nichts anderes bedeuten kann. Man erwartet aber „zerstören“
oder „niederwerfen“; vielleicht hat AnspaRp oder etwas Ähnliches dagestanden.
5) Das oben, p. 295 besprochene NIN}, eine Priesterklasse, kann es nicht sein. Vielleicht
liegt hier das Wort für „Wolf“ vor (BANT, älter NDNT). Darin könnte sich das Zain erhalten
haben, vgl. Nöld., p. 43. Daß man den Flußnamen Zäb durch Avxos übersetzte, zeigt, daß
das Wort für „Wolf“ ähnlich lautete.
Io
15
25
344
Rechter Teil. 333, 20—8334, 10
Zorn war gegen sie,
und sie sollen am großen Tage des Endes ein Ende nehmen.
Doch meinen Jüngern wurde Sicherheit zuteil,
die die Verfolgung in Jerusalem ertrugen.
Ich zerstörte das Haus
derer, die ohne Güte waren. —
Und das Leben ist siegreich.
Zwölites Stück.
Das Leben schickt einen Uthra zur unteren Welt, um den Frommen und Gläubigen
ıo als Helfer und Unterweiser beizustehen. Das Stück läuft aus in eine abrupte, wohl anders-
25
woher entlehnte Schilderung des Schicksals der Seele, „des sanften Mänä“, auf Erden und
bei ihrem Aufstieg.
[334] Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
An der Spitze des reinen Kranzes’), den das große (Leben) sandte,
schuf es einen sanften Uthra.
Es schuf den sanften Uthra
und hob ihn zur Skina des Großen empor.
Es sprach zum sanften, festen Uthra:
„Sanfter, fester Uthra!
Nimm Kraft ın Fülle
vom Leben, das in seiner Skina thronet.
Eine Krone gleich der reinen Krone
bist du auf unserem Haupte?).
Nimm reichen Glanz mit
und Licht ohne Ende.
Nimm in deiner Rechten Leuchten’) mit,
und zwei Uthras sollen mit dir kommen.
Setze dich in eine bergende Wolke
mit sanften, festen Reden ‘).
Nimm von den Gebeten mit,
die wir verrichten.
Nimm von unserer Erleuchtung mit,
an der weder Mangel noch Fehl ist.
Y) Leid. hat nur NYIDNT Kyhleje)o) „Als reinen Kranz“. Der Anfang scheint unter Einfluß
von Text Z. 6 entstellt zu sein. Die Worte X2% ININWT sind vielleicht zu streichen.
®2) Wohl 1857 INYID zu lesen. ®) Leid. hat falsch NDOYYIND.
%) Lies NONSONND2. Leid. hat wie D WORORDN.
334, 10—335, 6 Fünfzehntes Buch. Zwölftes Stück. 345
Geh in der bergenden Wolke dahin,
und die beiden Uthras sollen mit dir kommen.
Gehet'‘) zu den Männern von erprobter Gerechtigkeit,
an denen Mangel und Lüge nicht ist.
Bring ihnen die Rede des Lebens,
die weit und endlos ist.
Gehet zu den Männern von erprobter Gerechtigkeit,
den wahrhaften, gläubigen Männern.
Lasset ihr den Ruf des Lebens vernehmen,
damit sie die Schlafenden wecken’).
Gib ihnen verborgene Reden,
durch die sie belehrt werden sollen.
Belehre sie über das große Leben,
wie es in seinem Buche redet,
womit das Leben die Näsoräer aneiferte,
die in der Welt sind.
So sollen sie sich denn mit Gewändern des Glanzes bekleiden,
damit sie auf den Pfaden nach dir emporsteigen.
Gewähre ihnen Rede und Erhörung,
damit sie vom Zorne der Bösen befreit werden.
Gewähre ihnen von der Gnade,
die das große Leben dir in seiner Skina aufgegeben.
Gewähre ihnen die Weisheit des Äthers,
damit sie sich erheben und das Gewaltige mit Bitten angehen.
Belehre sie über die Lichtwesen
und die verborgenen Skinas, [335] in denen sie sitzen.
Belehre sie über das große Leben,
belehre sie über die Mänäs, die dort sind.
Belehre sie über den Ätherkranz,
der dem großen Leben in seiner Skina aufgesetzt ist.
Belehre sie über das große Leben
und°) die Uthras, die in gegenseitiger Erleuchtung dasitzen.
Belehre sie über den sanften Mänä
und die drei Uthras‘),
die ihn gefangen nahmen.
[Sie nahmen] den Mäna [gefangen]
und brachten ihn zum Wohnsitz der Sünder.
1) Die Imperative schwanken im Folgenden zwischen Singular und Plural, indem sie
sich teils auf den „sanften Uthra‘“ allein, teils auf ihn und seine beiden Begleiter beziehen.
2) Man erwartet an sich und nach dem folgenden Verse, daß die Männer selber
geweckt werden. Doch findet sich hier ebensowenig eine straffe Gedankenfolge, wie in dem
verwandten Stücke p. 323 ob. ®) Lies NYINMY by.
*) Man erwartet nach dem Folgenden, daß es die Sieben seien. Die drei Uthras sind
vielleicht aus p. 347, 34 genommen.
30
35
30
35
40
346
Rechter Teil. 335, 6—23
Die Sieben sprachen von ihm:
„Er soll zu uns gezählt werden.
Zu uns soll er gezählt werden
und bei uns in der Welt weilen.
Wir wollen ihn in der Tibil zurückhalten,
damit er seinen Schöpfer nicht schaue.
Er schaue nicht den großen Weinstock
der Männer‘), die hier stehen.
Er schaue nicht den, dessen Glanz lohet,
und welchem Dinge seine Skina gleichet.
Er schaue nicht seine Eltern
und prange nicht in seinem Gewande.
Er schaue nicht das große Leben,
er schaue nicht die Mänäs, die hier sind.“
Der sanfte Mana sprach
und belehrte seinen ganzen Stamm:
„Ich bin ein einsamer Rebstock,
der in der Welt steht.
Ich habe keinen hohen Beistand,
habe keinen Ernährer,
habe keinen sanften Helfer,
der komme und mich über jegliches Ding belehre.“
Als das große (Leben) den Mäna vernahm,
schuf es und sandte ihm einen Helfer.
Es bedeckte ihn mit reichem Glanz
und mit endlosen Licht.
In meiner Rechten brachte ich einen Kranz,
in meiner Linken brachte ich ein Gewand’).
In meinem Herzen brachte ich das Zeichen,
mit der Freude, die das Große mir verliehen.
Mit der Freude, die das Große mir verliehen,
KK
Der Mänä schied aus seinem Körper.
Die Sieben merkten es nicht,
nachdem er aus seinem Körper geschieden war.
Bis zum Hause des Zweiten
ging der Glanz des Mana aus dem Hause nicht unter;
dann verfinsterte es sich ganz.
Dann merkten es die Sieben;
nun sitzen sie alle in Trauer da.
1) Wohl 92117 zu lesen.
°\) Siehe auch Lit., p. 98,8.
335. 23— 8336, 14 Fünfzehntes Buch. Zwölftes Stück. 347
Alle sitzen in Trauer da,
und Ruüha sitzt in Verwirrung da.
Die Sonne verließ ihren Glanz,
der Mond [336] verließ seine Helligkeit.
Nbü verließ sein Buch,
Libat warf ihr Bilür fort.
Kewän bel(ler)ini attı
ve boynunun arkasını kes ').
Bel silahını bıraktı
ve Ruha'nın kafasına toz saçıldı. 10
tanrılar ve hükümdarlar
düştü ve yüzünün üzerine düştü.
Düştüler, yüzüstü düştüler
ve büyük Güney Denizi'ne gitti.
BM
Tibil'de dolaşıyorlar, 15
adamı arıyorlar ve bulamıyorlar.
babalarının yanına giderler
adamı arıyorlar ve bulamıyorlar.
Mana, büyük (hayat) evine yükseldi.
Tanrılar onu görünce'), 20
düştüler ve yüzüstü düştüler.
Mana hayata konuştu
derisinde taht kurdu:
"Sana karşı ne günah işledim?
günahkarlar diyarına gönderildiğimi mi? 25.
Beni bağbozumu altına aldılar')
tenindeki büyük hayattan uzak,
Manas'ın ortasından,
güçlülerin hazinesinden gelen.
Büyük Maänä'yı gördüğünde, 30
hakkında emir verdiği'),
yüksek parlaklık ile aldı
ve derisine yerleştirdi.
Onun için üç uthras yarattı,
ona eşlik etmek için. 35
ı, veya enseden enseden boyun; NWNY gibi N7NWD (kisädu) her ikisi de demektir. Cefa.
Aybnn ve Amy var. Sözlerin amacı, Kewan'ın intihar etmesidir.
Görünüşe göre burada bir efsaneye atıfta bulunuluyor. ZIMMERN bir ilişki sürdürüyor (mektupla)
mümkün olduğu için Babil mitlerine, ancak soru burada olamayacak kadar karmaşık
dipnotta tartışılacaktır.
2) Yükselişinde geçtiği.
3, Emin değilim, yukarıya bakın, s. 330, 34.
#, Muhtemelen eksik.
rt
t3
sen
[@>)
vi
348 Sağ kısım. 336, 14-337, 4
ona eşlik etmelisin
ve onun cildini aydınlatın.
Ona bol ışık verdi
bu onun formunu aydınlatmalı.
Es schenkte ihm Gnade,
reich und groß im Lichtort.
Es schuf ihm Leuchten des Glanzes,
die den Mäna in seiner Skinä erleuchten sollen.
Er verneigte sich und pries
das große Leben in seiner Skina. —
Manda dHaije errang den Sieg
und verhalf seinen Freunden zum Siege.
Dreizehntes Stück.
Ein kurzer Schöpfungsbericht. Ptahil wird von seinem Vater Abathur hinuntergesandt,
um die untere Welt und ihre Geschöpfe zu schaffen. Er steigt in das schwarze Wasser und
versucht daraus eine Erde zu verdichten, es gelingt ihm jedoch nicht. Er teilt den Mißerfolg
seinem Vater mit. Dieser steigt zum Leben empor, und auf seine Bitte schickt es Hibil-Ziwä
„an die Seite des Hengstes“, von wo er Verdichtungsstoff holt. Er gibt ihn Abathur, und
dieser gibt ihn Ptahil. Er bildet damit die Welt der Seligen, die der M$unn&-Kustä, dann
die Tibil, dann aber auch die Welt der Finsternis mit Rühä und den Planeten. Er verheißt
diesen, wenn sie Gutes täten (vgl. p. 105,9), sie als Ordner der Welt einzusetzen. Er wird
deswegen bestraft und in Fesseln gelegt. Hibil wird hinuntergesandt, um die Welt in
Ordnung zu bringen. Das Stück zeigt Berührungen mit dem dritten Buche.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Als ich Ptahil gebildet wurde und entstand,
entstand ich aus der Quelle des großen Glanzes.
Als mein Vater den Plan faßte und mich schuf,
schuf er mich aus der Quelle des Glanzes.
Er bekleidete mich mit einem Gewande von Glanz
und bedeckte mich mit einer Hülle von Licht.
[337] Er verlieh mir eine große Krone,
durch deren Glanz die Welten leuchten.
Er sprach:
„Mein Sohn! Auf, geh, begib dich zur Erde Tibil
und schaffe eine Verdichtung im schwarzen Wasser.
Dichte die Erde Tibil
und zerteile in ihr Jordane und Kanäle.
337.4—23 Fünfzehntes Buch. Dreizehntes Stück. 349
Scehaffe‘) und bilde den körperlichen Adam,
von dem die Erwählten entstehen sollen.
Von ihm sollen die Erwählten entstehen
und emporsteigen und den Lichtort schauen.
Geh zur Erde Tibil 5
und sende drei Rufe aus.
Mit dem ersten Rufe dichte die Erde;
mit dem zweiten Rufe zerteile in ihr Jordane und Kanäle;
mit dem dritten Rufe schaffe die Fische im Meere, die gefiederten Vögel
[am Firmament und bilde alle Kräuter und Sämereien. 10
Bilde die Kräuter und Sämereien,
von denen ein jedes vom anderen verschieden sei.“
Ich breche auf und gelange
bis zu den Grenzen der Erde Tibil.
Meine Augen wurden voll am schwarzen Wasser’). 15
Bis zu den Knien stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Bis zu den Oberschenkeln’) stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Bis zum ersten Munde‘) stand ich im Wasser, 20
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Bis zum letzten Munde stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Ich sprach den Namen des Lebens und des Mandä dHaije über das
und das Wasser verdichtete sich nicht. [Wasser,
Von den sieben Gewändern des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit,
die mein Vater mir verliehen, warf ich (einige) auf das Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Den Stab der Rede und Erhörung°) schlug ich auf das Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht. 30
[07
un
Was soll ich nun mit den Gewässern, die einander verzehren °), anfangen,
da sie den Namen des Lebens nicht annehmen wollen?
Was habe ich gegen meinen Vater Abathur verbrochen,
daß er mich hierher leitete und sandte
zur Tiefe, die ganz Gestank ist, 3s
in der niemand wohnen kann,
zu den Gewässern, die einander verzehren,
die den Namen des Lebens nicht annehmen wollen?
2) Leid. hat M12. 2) Er sah es, soweit er hinblicken konnte, siehe auch p. 101°.
3) Siehe p. 291, *, Dem After, siehe auch p. 192,18.
5, Der Stab, der ihm die Macht verlieh, daß er reden durfte und erhört wurde.
%) Siehe p. 15°.
350
vi
Io
ty
vr
ah
4o
Rechter Teil. 337. 23—338, 20
Ich stieg vom schwarzen Wasser empor
und begab mich vor Abathur.
[Ich ging] vor meinen Vater Abathur,
um ihm über [338] die Geheimnisse dieser Welt zu berichten.
Als Abathur mich erblickte, |
fragte er mich aus.
Er sprach:
„Welchem Dinge gleicht die Welt, die du geschaffen,
und wie hast du deine Werke in ihr in vollkommener Weise
[hergerichtet?“
Da erwiderte ich meinem Vater Abathur und sprach zu ihm:
„Du sandtest mich zu der Welt, die ganz Gestank ist,
an der kein Lichtstrahl ist,
zu den Gewässern, die einander verzehren,
die den Namen des Lebens nicht annehmen wollen.
Bis zu den Knien stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Bis zu den Oberschenkeln stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Bis zum ersten Munde stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Bis zum letzten Munde stand ich im Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Von den sieben Gewändern des Glanzes, des Lichtes und der Herr-
[lichkeit warf ich (einige) auf das Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.
Den Stab der Rede und Erhörung schlug ich auf das Wasser,
und das Wasser verdichtete sich nicht.“
Als ich so zu meinem Vater Abathur sprach,
stellte er sich zu Gebet und Lobpreisung hin.
Zu Gebet und Lobpreisung stellte er sich hin,
er verneigte sich und pries das Leben in hohem Maße.
Er stieg zum Leben, seinem Vater, empor,
um ihm über die Werke dieser Welt zu berichten.
Ich rief‘) Hibil-Ziwa,
und es sandte ihn an die Seite des Hengstes);
von ihm nahm er Verdichtung.
Verdichtung nahm er von ihm, |
und er kam, gab sie Abathur.
Abathur wickelte sie in seinen reinen Turban ein,
brachte sie seinem Sohne Ptahil und gab sie ihm a
1) Es steht fälschlich für „es rief“ (Fbynp).
?) Siehe oben, p. 2273. ®) Siehe p. 109, 10ff., auch weiter unten.
nn
338. 20—339, 17 Fünfzehntes Buch. Dreizehntes Stück. 351
Er sprach zu ihm:
„Geh, verdichte die Erde Tibil
und spanne das Firmament in vollkommener Weise aus.“
Ich erhob mich von meinem Vater Abathur
und gelangte zu den Grenzen der Erde Tibil’).
Ich warf die Verdichtung, die mein Vater mir gegeben, auf das Wasser,
und das Wasser verdichtete sich.
Die erste Verdichtung maß 12000 Meilen,
und man schuf ihr Flügel [539] einer Wolke gleich.
Flügel gleich einer Wolke schuf man ihr,
und sie fliegt und kreist in der Welt umher.
Sie wird MS$unne-Kustä genannt,
in der die Männer von erprobter Gerechtigkeit großgezogen werden.
Großgezogen werden die Männer von erprobter Gerechtigkeit in ihr,
und sie steigen empor und schauen den Lichtort.
Die zweite Verdichtung maß 12000 Meilen,
welche Erde Tibil genannt wird.
Mit meinem ersten Ruf dichtete ich die Erde und spannte das Firma-
[ment in vollkommener Weise aus.
Mit meinem zweiten Ruf zerteilte ich in ihr die Jordane und Kanäle.
Mit meinem dritten Ruf schuf ich die Fische im Meere und die ge-
[fiederten Vögel jeglicher Gattung und Art.
Ich schuf die Fische im Meere
als Speise für Adam und alle seine Söhne.
Sie seien auch eine Speise für die Seelen,
die in der nichtigen Wohnung wohnen’).
Mit meinem vierten Ruf [schuf ich] alle Kräuter und Sämereien, jedes
[einzelne verschieden vom anderen.
Durch meinen fünften Ruf entstand alles böse Gewürm.
Durch meinen sechsten Ruf entstand die ganze Bildung der Finsternis.
Durch meinen siebenten Ruf entstanden Rüha und ihre sieben Söhne.
Rühä und ihre sieben Söhne entstanden,
und sie kamen, stellten sich vor mir auf.
Als ich sie erblickte,
fiel mir das Herz von der Stütze herunter.
Ich wandte mich an die Sieben und sprach zu ihnen:
„Woher kamet ihr, Sieben,
wo euer Name nicht in meinem Vaterhause war?
Woher kamet ihr, Sieben,
wo ich nicht die Absicht hatte, euch zu schaffen ’)?“
1) Die erst später gebildet wurde! 2) Sie sind als Speise auch den Mandäern erlaubt.
5) Vgl. p. 104,25. Auch zum Folgenden vgl. p. 104.
wı
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je)
(0?)
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35
35
352
Rechter Teil. 339, 17—8340, 13
Als die Sieben mich hörten,
kamen sie zusammen und vergruben sich ineinander.
Als Rüha es hörte,
kam sie und stellte sich vor ihm hın.
Sie sprach zu ihm:
„Wir kommen, um deine Diener zu sein
und dir in jeder Hinsicht zu gehorchen.
Meine Söhne und meine Stämme,
wir stehen als Sklaven vor dir.
Richte du dein Reich ein;
wir wollen hinter dir als deine Sklaven stehen.“
Darauf erwiderte Ptahil und sprach zu ihnen:
„Wenn ihr gute Werke tuet,
will ich euch zu meiner Partei zählen und um euch sorgen.
Wenn ihr keine guten Werke tuet,
[340] werdet ihr in den Herkunftsort eingeschlossen werden, aus
Wenn ihr gute Werke tuet, [dem ihr gekommen seid.
werdet ihr meine Söhne in dieser Welt genannt werden
und die Werke ordnen,
über die mein Vater mich eingesetzt hat.“
Als Ptahil dies sagte,
wurde ihm das Haus weggenommen.
Weggenommen wurde ihm das Haus,
und man setzte ihn in schwere Bande.
Man band ıhn mit Banden,
so lange bis die Tibil vergeht.
Denn er wich von der Rede seiner Väter ab
und hielt sich nicht an die Rede seiner Väter.
Er tat, was sein Vater ihm nicht befohlen,
daher setzte man ıhn in schwere Bande.
Ein Vorhang fiel nieder
zwischen ihn und seinen Vater Abathur ').
Sie hören gegenseitig ihre Stimme,
aber können ihr Antlitz nicht schauen.
Sie nahmen ihm das Haus ab
und setzten ihn in schwere Bande.
Sıe sandten Hibil-Ziwa,
um diese Welt herzurichten,
die Werke herzurichten,
die Ptahil hervorgerufen, aber nicht durchgeführt hatte,
") Siehe p. 194°.
340, 13— 341. 1 Fünfzehntes Buch. : Vierzehntes Stück.
co
St
Adam und sen Weib Hawwä zu behüten ')
und ihnen Gesellschaft zu leisten,
Adam zu behüten,
von dem die Erwählten ausgehen sollen.
Von ihm sollen die Erwählten ausgehen, 5
mit Lohnspende und Almosen handeln und die Vollkommenheit
Gebet und Lobpreis bewachen sie, [erlangen.
heben sie empor und richten sie im Hause der Vollendung auf. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 10
Vierzehntes Stück.
Der Abgesandte des großen Lebens kommt in die Welt, um die Jünger zu belehren.
Namrus sucht ihn zu verführen und an sich zu ziehen, doch er trotzt ihr.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. — 15
Die Jünger befragen den Mann,
der vom großen (Leben) hergekommen ist.
Die Jünger’) sprechen zum Uthra,
dessen Herrlichkeit sie schauten:
„Sage uns, du Sohn des großen (Lebens), 20
wie du vom Großen hergekommen bist.
[Vom Großen] kamest du
und gingest in diese Welt.“
Da erwiderte ıhnen der Uthra,
dessen Herrlichkeit sie schauten. 25
Er sprach:
Vom Großen’) bin ich hierher gekommen,
vom Auserwählten ging ich her.
Das Große wünschte mich und sandte mich aus:
[341] ich bin gekommen, um die Seinigen zu belehren. 30
!) Deren Schöpfung wurde vorher nicht erzählt.
2) Doch wohl hier, ebenso am Ende des Stückes NYTWINRN statt NMy zu lesen.
Daß die Jünger oder Priester als Uthras bezeichnet werden, ist unwahrscheinlich.
®) Man hat hier }0 zu lesen wie vorher. Auch 3%, das auch Leid. hat, ist nicht
riehtig. — 072 mit Bezug auf das Leben auch R 351,21: 353,10. Danach ist es auch
R 78,19 (oben. p. 77.11) nicht zu beanstanden.
Lidzbarski, Ginza. 23
-
20
25
30
>)
>
54 Rechter Teil. 341, 1—18
Ich bin hergegangen und belehrte
alle Söhne des Guten‘),
die erdulden und ertragen ’) mußten.
Von ihm’) wurde dieses Haus geschaffen
und die Werke in ihm hergerichtet.
Dem Himmel und der Erde
wurde von ihm‘) Festigkeit zuteil,
der Sonne und dem Monde,
die durch es leuchten,
dem Winde, dem Feuer und dem Wasser,
den Lenkern dieser Welt.
So ergoß sich das Wasser
und wurde die Verbindung dieser Welt hergestellt).
So wurde der Wind geschaffen
und erhielten die Planeten ihren Lauf.
Ich ging hin und belehrte sie,
und den Jüngern wurde die Wahrheit zuteil.
Er leuchtete in seiner Erleuchtung
und wurde mächtig über alle Welten.
Als die Welten ihn erblickten, gerieten sie in Furcht,
und die Gottheit in ihr (der Welt) erschrak.
Es redet ihn an und spricht zu ihm
Namrus, die Mutter der Welt:
„Du stürzest hin‘)
die Herren dieser Welt.
Sei du unser Haupt,
und wir wollen hinter dir stehen.“
Darauf erwiderte er und sprach
zu Namrus, der Mutter der Welt:
„Als ich hierher kam,
da wünschte es das Große und sandte mich her.
Das Große wünschte und sandte mich her,
und ich kam, um die Seinigen zu belehren.
Zu den Erwählten bin ich hierher gekommen,
warum soll ich die Schlafenden wecken?
Zu den Guten bin ich hierher gekommen,
warum soll ich die Sünder wecken?
Zur Helligkeit bin ich hierher gekommen,
warum soll ich Trübung annehmen?
‘) Der Singular steht statt des Plurals trotz der Beziehung auf NY”, siehe oben, p. 240°.
2) Lies INDD. Hier steht 07 für 07 wie oft im linken Teil.
®) Bezieht sich auf das Leben.
‘) Lies 11977 D.
>) Mit der oberen Welt. °) Hier ist wohl ein Wort ausgefallen.
341, 18-342, 6 Fünfzehntes Buch. Fünfzehntes Stück. 355
Zu den Sanften bin ich hierher gekommen,
nach den Widerspenstigen habe ich kein Verlangen.
Ich bin gekommen, um die Wachsamen aufzuwecken '),
die des lichten Wohnsitzes würdig sind.“
Als Namrus es hörte, 5
erhob sie ihre Stimme und weinte:
„Ich sagte mir, daß der Uthra nicht kommen würde,
doch da offenbarte er sich und kam
und stürzte hin die Herren dieser Welt.
Er kam, unterwies seine Jünger 10
und errichtete ihnen einen Weg zum Lichtort.“
Die Jünger’) freuten sich und priesen
den Uthra, dessen Herrlichkeit sie schauten.
Er belehrte [die Jünger]
und stellte (bei ihnen) die Gemeinschaft mit dem Lichtort [342] her. — 15
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Fünfzehntes Stück.
Hibil-Ziwä wird vom Leben zu Jösamin gesandt, um ihn zu belehren und zu beruhigen.
Von Jösamin begibt sich Hibil zu Abathur und dann zu Ptahil. Dieser lehnt sich auf. Hibil 20
teilt es Abathur mit, dieser dem Jösamin. Jösamin eilt herbei, um Ptahil zu züchtigen.
Dem Ptahil wird jedoch vom Leben verziehen, und er wird in Gnaden aufgenommen.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Als der Erwählte, Reine hinging’): 25
Das Leben schuf mich aus seiner Mitte.
Aus seiner Mitte schuf das Leben mich,
und von seiner Sanftheit legte es mir etwas in den Sinn.
Es bekleidete mich mit Glanz,
es brachte Licht gar groß und bedeckte mich damit. 30
t) Eine Sinnlosigkeit; es soll eine Antithese zu p. 354, 35 sein.
?®) Siehe oben, p. 353°.
®) Dieser Halbvers ist ein Zitat. Die in den Pariser Handschriften Cod. Sab. 15 und 25
vorliegende liturgische Sammlung enthält fol. 8b und 38a (bzw. fol. 12a und 46a) ein
Einzellied und fol. 24aff. (bzw. fol. 29a ff.) eine Gruppe von Liedern, die mit dem Verse
beginnen NOWIN NINRT NINND NIONT RVTID UN 72 (Var. INN) „Als der Erwählte,
Reine hinging nach dem Orte, an dem die Vollkommenen sitzen.“
23*
-
iD
vi
auch p
Rechter Teil. 342, 6-24
Es wappnete mich mit seiner Wappnung und sprach:
„Geh, sei dem Zweiten eine Kraft.
Belehre ihn, damit sein Herz leuchte,
festige ihn, damit sein Sinn leuchte.
Kläre ihn über die ruhigen Mysterien auf,
die vor den widerspenstigen Mysterien waren.
Belehre ihn über die Süßigkeit,
an der keine Bitterkeit ist.
Belehre ihn über die Söhne des Stammes des Lebens,
der älter ist als die Söhne der nichtigen Wohnung.
Belehre ihn über den großen Jordan des Lebens,
aus dem er sich Sieghaftigkeit holte’).
Kläre ihn über die große Krone auf,
die den Uthras auf das Haupt gesetzt ist.
Belehre ihn über die Söhne des großen Stammes des Lebens
die dastehn, sich verneigen und preisen.“
Ich verneige mich und begebe mich hin,
bis ich zum Hause des Jösamin gelange.
Als Josamin mich erblickte,
sprang er von seinem Throne auf
und redete mich, Hibil-Ziwä, an.
Er sprach:
„Du bist die Kustä der Großen,
der du hingingest und in die Welt kamest.
Du gingest hin, kamest in die Welt
und öffnetest der Welt ein Tor.
Ein Tor der Welt öffnetest du
und errichtetest einen Pfad für die Gläubigen.
Du bist der Meister der Ganzibras °),
auf denen dein Glanz ruhet.
Ich®) belehrte Josamin, so daß sein Herz leuchtet,
ich festigte ihn, so daß sein Sinn leuchtet.
Ich belehrte ihn über die ruhigen Mysterien,
die vor den widerspenstigen Mysterien waren.
Ich belehrte ihn über die Süßigkeit,
an der keine Bitterkeit ist.
Ich belehrte ihn über alle Werke des Lebens,
die über alles wundersam und fremdartig sind.
') NDJ bezieht sich auf Jösamin, nicht etwa auf das Leben, siehe p. 357,5.
*) Hier wohl, wie gewöhnlich, die Hohenpriester. siehe auch R 368, 24, doch vgl.
. 305,5 und 150%.
») Es ist wohl METER NN zu lesen.
343, 1—19 Fünfzehntes Buch. Fünfzehntes Stück. 357
[343] Ich faßte Josamin bei der Fläche seiner Rechten,
und die Frage der Lichtwesen'’) richtete ich an ihn.
Ich sprach zu ihm:
„Ich verlieh dir Macht kraft der hohen Stimme des Lebens,
von der du Sieghaftigkeit erhieltest.
Ich verlieh dir Macht kraft des Pihtä, Kustä und Mambüga,
du Haupt des ganzen Stammes.
Bei der ersten Schöpfung
ist welcher Mann entstanden?
Welcher Mann ist entstanden,
und wer war es, an dem Mangel und Fehl war ’)?“
Als Josamin dies hörte,
fiel ihm das Herz von der Stütze herunter.
Er sprach:
„Bei der ersten Schöpfung
ist nichts Mangel- und Fehlerhaftes entstanden.
Bei der zweiten Schöpfung
ist nichts Böses entstanden.
Bei der dritten Schöpfung
wurde Glanz über allen Uthras gemehrt.
Bei der vierten Schöpfung’)
bin ich JöSamin entstanden.
Bei ihr bin ich Josamin entstanden,
und an mir war Mangel und Fehl.“
Da sagte ich mir: „Wie soll ich jetzt Josamin anreden, daß er nicht
sage: Hibil-Ziwa hat jetzt Hochmut mir gegenüber an-
genommen?“ Da sprach ich zu ihm:
„Du, unser Vater, dein Glanz ist reich und leuchtend‘),
denn dir sind alle Leuchten aufgerichtet.
Du sitzest da und erleuchtest den ganzen Stamm.
Guter, komm und erleuchte uns mit deinem reichen Glanze
und mit deinem endlosen Lichte, die ich dir aus dem Hause des großen
Lebens gebracht habe.“
Ich gehe und begebe mich hin,
bis ich zum Hause des Abathur gelange.
Als Abathur mich erblickte,
sprang er von seinem Throne auf.
1) Wie diese einander fragen.
?) Lies DRITT IND).
®) Also nicht bei der ersten.
4) Dieses Stück enthält eine freiere Versart, wie die Lieder Lit., p. 241 ff. Siehe auch
daselbst, p. XIV.
“
iO)
40
358
Rechter Teil. 343, 19-— 8344, 13
Er sprang von seinem Throne auf
und redete mich, Hibil-Ziwä, an.
Er sprach:
„Ja, ist nicht zu mir gekommen?
Ja, wohlan, gekommen ist zu mir Hibil-Ziwa!
Das große Leben segnete dich,
und die verwahrten Mänäs festigten dich.“
Da sagte ich mir:
„Ich will Abathur-Uthra anreden,
damit er ruhig auf seinem Throne sitzen bleibe.“
Darauf sprach ich zu ihm:
„Kustä erhalte dich heil, Guter,
und erhalte heil das Wort, in dem du dich geäußert.“
Ich gehe und begebe mich hin,
bis ich zum Hause [344] des Ptahil gelange.
Als Ptahil mich erblickte,
sprang er von seinem Throne auf.
Er sprang von seinem Throne auf
und redete mich, Hibil-Ziwä, an.
Er sprach:
„O du Sproß, der du im Äther groß wurdest os
wer hat dich geschaffen, wer dich beauftragt?“
Darauf erwiderte ich ihm:
„Mich schuf das große Leben,
mich hat das Gewaltige hier gefestigt.“
Ferner sprach ich zu Ptahil-Uthra:
„Warum ist dein Gebet nicht im Hause des großen Lebens auf-
und leuchtet deine Gestalt nicht am Lichtorte? [gezeichnet
Warum hat das große Leben dich nicht gesegnet
und dir den Schatz verliehen, der nicht weggenommen wird?*
Darauf erwiderte er:
„Warum soll ich hintreten, mich verneigen und das große Leben
wo es mir doch keinen Dank dafür weiß?“ [preisen,
Als Ptahil so sprach,
jammerte er über sich und weinte.
Er jammerte und weinte über sich,
setzte sich hin und schrieb einen Zettel an die Planeten.
Ptahil versammelte die Dämonen,
versammelte das hinfällige Heer.
Das hinfällige Heer versammelte er,
und sie lauern darauf, Streit zu entfachen.
) R 351.19 steht besser DNI)T. siehe auch Lit., p. 220,5.
344, 13— 345, 9 Fünfzehntes Buch. Fünfzehntes Stück. 359
Als Hibil-Ziwä dies sah,
setzte er sich hin und schrieb einen Brief an Abathur.
Abathur ging und begab sich hin,
er und die vierhunderttausend Myriaden Uthras, die mit ihm sind,
Abathur-Uthra setzte sich hin [kamen hin.
und schrieb einen Brief an Josamin, den Königssohn.
Josamin, der Königssohn, ging dann und begab sich hın,
indem er die Keule‘) lebenden Wassers in der Hand hielt.
Die Keule, die er in der Hand hielt,
war derart, daß die Dämonen sie sehen und erschrecken.
Er nahm das große Schwert,
durch das die Dämonen getötet werden.
Jösamin, der Königssohn, ging und begab sich hin,
bis er zu Hibil-Ziwä kam.
„Laß mich Ptahil mit dem großen Schwerte schlagen,
ihn vernichten und vom Throne herunterstürzen.
Ich will ihn mit meiner Keule schlagen
und ihm den Kopf spalten.
Ich will sie mit meiner großen Keule schlagen
und ihr loderndes Feuer auslöschen.“
Darauf sprach Hibil-Ziwa zu ihm:
„Sei ruhig, Josamin, du Königssohn,
denn das große Leben hat sich in Güte [345] beruhigt.“
Als das erste Leben dies hörte,
wußte es, daß es eine Torheit von Hibil-Ziwä ist.
Es schrieb darauf einen Brief der Kustä
und sandte ihn zum hinfälligen Hause.
Ptahil öffnete ihn und las ihn
und sah, daß das erste Leben ihm vergeben hatte.
Er schrie dann die Dämonen an
und zerstreute das hinfällige Heer.
Er sprach zu ihm:
„Nimm dich jetzt in acht, Hibil-Ziwä,
es ist ganz deine Torheit.“
Darauf erhoben sich Hibil-Ziwa und Abathur,
sowie Jo$amin und alle Uthras.
Sie setzten Ptahil in seine eigene Skina ein
und sprachen ihn an:
„Angenehm ist der Duft des Manä,
wie dein Duft angenehm ist, teurer Mänä.
Y) NND) sonst „Faust“ scheint hier eine Waffe zu sein, vielleicht eine Keule mit
faustartigem Knauf. Siehe Z. 17.
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15
30
55
40
25
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360
Rechter Teil. 345. 9-24
Angenehm ist der Glanz des großen Lebens
und die Erleuchtung des gewaltigen Lebens.“
Darauf erwiderte Ptahil’)-Uthra
und sprach sie an:
„Wie ist doch der Glanz über den Vorhöfen eures Antlitzes aufgegangen °),
und wie wundersam ist euer Glanz! [Uthras, meine Brüder,
Wundersam ist der Ort, an dem das Große thronet,
unbegrenzt ist seine Lobpreisung.* —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Sechzehntes Stück.
Uthras begeben sich zu Mandä dHaije, um mit ihm zusammen zu Jögamin zu gehen.
Sie machen ihm Vorwürfe, daß er Jösamin bei seinen Werken gewähren ließ. Mandä dHaije
fordert Hibil-Ziwä auf, zu Jösamin zu gehen. Auf eine Aufforderung des Lichtkönigs geht
er schließlich selber hin. Es gelingt ihm, JöSamin, doch nicht Ptahil zu versöhnen. Er ruft
wieder Hibil-Ziwä, der auch die Versöhnung Ptahils erreicht. Von Ptahil begibt er sich zu
Abathur und dann zu Jösamin. Auf beiden Seiten finden friedliche Begrüßungen statt.
Hibil steigt dann wieder zu den Himmlischen empor und wird von ihnen mit Ansprachen
empfangen. — An einigen Stellen wird der Lichtkönig genannt, $. 370,11 auch der Herr der
Größe, doch tritt er im ganzen in dem Stücke zurück.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Als der Erwählte, Reine hinging:
Das Leben schuf mich aus der Höhe.
Die Uthras suchten Aufklärung in ihrem Sinne;
sie werden durch die Weisheit des großen (Lebens) aufgeklärt.
Sie sitzen in ihren Skinas
und bewachen den leuchtenden Schatz.
Sie sprechen:
„Auf, wir wollen hingehen, uns zu Mandä dHaije begeben
und mit ihm von den Werken sprechen, die in ihm (im Schatze?)
Wir wollen ihn über die lebendige Lehre aufhellen, [sind.
durch welche die Männer von erprobter Gerechtigkeit aufgeklärt
Wir wollen mit ihm von den sanften Manäs sprechen [werden.
und von der Taufe des Lebens, durch die sie (neu) gebildet wurden.
Wir wollen ihn beim Lichtkönig beschwören,
dessen Namen die Uthras nicht offenbart haben.
!) Wohl so statt Hibil. ?) Siehe Joh. II, p. 37° und oben, p. 106, 4.
345, 24—346, 19 Füntzehntes Buch. Sechzehntes Stück. 361
Wir wollen ihn bei der alten Myrte beschwören,
der duftenden Pflanze, aus der man den Kranz windet.
[346] Wir wollen zu ihm sprechen:
Auf, wir wollen an den Rand des Hauses des Jösamin gehen
und zu den Werken, die der Mangelhafte geschaffen.
Wir wollen ihn über den Schimmer aufhellen,
den er vor die Füße der Gewaltigen ausstreut'‘).“
bw 23
Als die Großen so sprachen,
stieg der Ruf zum Hause des gewaltigen (Lebens) empor’).
Vom Jordan 10
begaben sich 550000 Uthras zu Mandä dHaije.
Von der weißen, reinen Erde des Äthers
begaben sich 444000 Uthras zu Manda dHaije.
Von unterhalb des Thrones des Königs der Uthras
begaben sich 660000 Uthras zu Manda dHaije. 15
Sie sprachen zu ihm:
„Wozu hat der Lichtkönig dich geschaffen
und zum König im Äther gemacht,
wo. du nicht zum Hause des Josamin gehest
und seine Werke nicht in vollkommener Weise herrichtest? a)
Jösamin soll wissen, n
daß des Lebens Kraft größer ist als seine nichtige Kraft.
Die Uthras des Lichtes sind zahlreicher
als die Söhne des hinfälligen Unholdes.
Die Genossenschaft des Lebens ist größer
als die Genossenschaft der hinschwindenden Bösen.
Jetzt hast du die Helligkeit genommen
und vor die Füße der Gewaltigen hingeworfen,
hast die sanften Mänäs genommen
und in die nichtigen Körper geworfen, 30
hast die wohlriechenden Blumen genommen
und streutest sie haufenweise über das hinfällige Haus’).
Die Myrte sandtest du in Lasten hin
und übtest an ihr Mangel und Fehl.
Du sandtest den hohen Jasmin hin- 35
und tatest an ihm alles Böse.
1)
vr
1) Zum Sinne des vieldeutigen NNNDD hier ist zu beachten, daß es anderswo sicher
„Schein, Schimmer, Glanz“ bedeutet, siehe Joh. II, p. 185°. Da es hier parallel w3P}N steht
(Z. 27), wird es auch hier diesen Sinn haben. Statt 0I%nW7 (auch Leid. so) ist vielleicht
NIINWT zu lesen, da es parallel INM’NY”N steht, doch steht auch weiterhin Nm. Zweifel-
haft ist auch der Sinn des Ausdruckes NIWI N252, der sich nur an dieser Stelle findet.
Bedeutet er etwa „auf großen Füßen, großspurig“? Zum Geschlecht siehe Nöld., p. 157. 17.
2) Vielleicht „der Gewaltigen“, d. h. der Uthras.
3) Vgl. p. 116.
30
40
362
Rechter Teil. 346, 19— 347,18
Du sandtest Maru astargan hin
und tatest an ihm alles Böse.
Du sandtest die Narcisse, die Myrte und das Maru hin,
die vom reinen Lande Tarwän gekommen sind.
Du sandtest die Nareisse, die Myrte und das Maru hin;
jetzt übten sie Verkehrtes an ihnen.
Du sandtest den reinen Wacholder hin,
dessen Duft von unterhalb des Thrones des Königs der Uthras
Du sandtest den reinen Wacholder hin, [gekommen ist.
und sie übten an ihm [347] Mangel und Fehl.
Sie verschmähten die wohlriechenden Blumen
jeglicher Art und Gattung.
Sie verschmähten die wohlriechenden Blumen
und tun den Seelen alles Böse an,
Du nahmest den Schatz des Lebens
und warfest ihn auf die nichtige Erde.
Du nahmest die Rede des Lebens
und warfest sie in die Rede der Vergänglichkeit.
Du nahmest die reine Perle
und gabest sie den Männern, die aus Fleisch und Blut geformt sind.
Man verlieh dir die Herrschaft über die Weisheit des großen (Lebens)
und über die Stimme, die aus der Höhe gekommen ist.
Man verlieh dir die Herrschaft über die Werke des Lichtes
und über die Rede des lichten Schatzes.
Und nun, wo man dir die Herrschaft über alle Werke verliehen hat,
warum wird Mangel und Fehl an ihnen geübt?
Du nahmest den Ruf des Lebens
und warfest ihn in den nichtigen Ruf.
Du nahmest die Rede des Lebens
und warfest sie in die Rede der Vergänglichkeit.
Du sandtest die Gebete hin
und warfest sie in den nichtigen Ruf.
Du nahmest die reine Perle
und warfest sie unter die Vergänglichen.
Jetzt habe ich den Ruf des Lebens weggenommen,
damit die Vergänglichen keine Macht über ihn erhalten.
Über ihn sollen die Vergänglichen keine Macht erhalten
und kein Weib in der Menstruation darauf treten.“
Als Manda dHaije dies hörte,
sprang er von seinem Throne auf.
Er sprang auf von seinem Throne
und rief Hibil-Ziwa zu.
Er sprach zu ihm:
347. 18348, 12 Fünfzehntes Buch. Sechzehntes Stück.
„Springe von deinem Throne auf
und rufe Josamin zu.
Sprich zu ihm:
„Nimm die reine Perle,
bringe sie in die Höhe und richte sie an ihrer Stätte auf.
Die Männer von erprobter Gerechtigkeit sollen nicht wissen,
363
daß die Kraft auf diese Weise vom Hause weggenommen wurde.
Sie sollen keine Macht «+xx+»x» erhalten,
und der Stamm des Lebens soll nicht von der Welt abgeschnitten
Er (Josamin) spricht: [werden. ı0
„Wozu soll mir ein Körper ohne Seele,
wie ein Gefäß, das keinen Glanz hat?
Wozu sollen mir prangende Reben,
wo ihr Duft nicht angenehm ist?“
Da kam eine Stimme vom hohen Lichtkönig
[348] und rief Mandä dHaije zu.
Er sprach zu ihm:
„Warum sollte Josamin wissen,
daß der Ruf des Lebens auf diese Weise weggenommen wurde?
Warum sollte Hibil-Ziwä wissen,
daß der Schatz des Lebens auf diese Weise verborgen wurde?“
Als Manda dHaije dies hörte,
sprang er von seinem Throne auf.
Er sprang auf von seinem Throne
und zog einundsechzig Gewänder des Glanzes, des Lichtes und 25
[der Herrlichkeit
Er suchte Aufklärung in der Weisheit des Großen,
im Schatze, den das Leben, sein Vater, ihm verliehen.
Er suchte Belehrung in der Weisheit des Großen
und begab sich hin, kam zu Jösamin.
Er stellte sich an den Rand des Hauses des Josamin
und deckte Glanz über seinen Schimmer ’').
Glanz über seinen Schimmer) deckte er, e
und eine Erschütterung erbebte in seinem Hause.
In seinem Hause erbebte eine Erschütterung,
und die Planeten fielen auf ihr Antlitz.
Die Erde schrumpfte zusammen,
und das Firmament rollte sich wie Matten.
Unter dem Throne des Abathur
entstand schwarzes Wasser und füllte sich auf.
!\ Es ist zweifelhaft, ob es hier denselben Sinn wie p. 361,6 hat. Leid. hat NN”.
an.
[07
(v7:
364 techter Teil. 348. 12-349, 6
in
50
Als sie‘) den Glanz des Manda dHairje erblickten,
stürzten sie hin und fielen auf ihr Antlitz.
Die Planeten riefen mit ihrer Stimme
Ptahil zu und sprachen:
„Warum sollen wir das Haus bewachen,
wo uns der Schimmer abgenommen ist?“
Darauf erwiderte Ptahil-Uthra den Planeten:
„Wer hat euch den Schimmer abgenommen,
wo ich seinen Glanz nicht geschaut habe,
nicht geschaut habe seine Gestalt,
die wundersame, den Welten fremde?“
Als Ptahil so sprach,
stürzte er hin und fiel auf sein Antlitz.
Er sprach:
„Da ich in der Fessel sitze,
machten sie Jösamin zum Hüter des Hauses.
Sie setzten ihn über die Werke ein,
an denen ich Mangel und Fehl geübet.
Abathur wurde der Wagemann,
der das Helle aus dem Trüben hervorholt.“
Als Ptahil so sprach,
stand Jösamin von seinem Throne auf.
Von seinem Throne stand Josamin auf
und rief einundsechzig Fesseln um Ptahil hervor.
Ptahil zürnte in der Fessel
und rief [349] seinen Vater Abathur.
Er sprach:
„Was wollte Jößamin von mir,
daß er die Fessel um mich geschaffen hat?
Wo Mandä dHaije Angst losgelassen hat
in diese Welt,
was wollet ihr von mir,
daß ihr mich von meinem Throne herunter zu Falle gebracht habet?
Ihr habet mich von meinem Throne herunter zu Falle gebracht
und mein Herz von der Stütze heruntergestürzt.“
Als Ptahil so sprach,
stieg seine Stimme zum Hause des gewaltigen (Lebens) empor.
Das Große stand von seinem Throne‘) auf
und sprach zu Manda dHaijje:
!) Die Planeten.
°) Für „Thron“ steht der Plural NIRINDINI mit Beziehung auf 82% (RM). wie wir
vs regelmäßig bei NNNI’IW finden.
349. 6— 21 Fünfzehntes Buch. Sechzehntes Stück. 365
„Warum bist du eigentlich in deinem Glanze groß geworden
innerhalb dieser Welt?
Du ließest Angst gegen die Sieben los
und warfest Verwirrung unter die Uthras.
Wo du nun mit deinem Glanze JoSamin überragest,
lege deine Rechte in seine Rechte
und beschwöre ihn beim Kranze des Gewaltigen.
Beschwöre ihn bei dem einen großen Namen,
bei dem der Liehtkönig dich beschworen hat.
Bei ihm schwor Hibil-Ziwä
und stieg dann zum Orte der Finsternis hinunter.
Er baute die Werke auf,
derentwegen ich ihn in diese Welt sandte’).
Sage ihm‘): Nicht soll es sein, daß die Sonne (nicht) wisse ®),
wie sie den Schein des Glanzes trage.
Nicht soll es sein, daß der Mond wisse,
daß ich auf seine Helligkeit das Zeichen gelegt habe.
Nicht soll es sein, daß Ptahil wisse,
wie die Seele fällt,
wie die Seele in den Körper fällt
und wie das Blut in ihm spricht ‘).“
Es sprach‘): „JoSamin, mein Sohn, ...... *%) Ptahil und laß ihn hören
und stütze sein Herz auf seine Stütze.
Löse seine Fesseln,
damit in seinem Sinne kein Mangel und Fehl sei.“
Als Josamin dies hörte,
verneigte er sich und pries das gewaltige Leben.
Er pries das große Leben,
ging hin und löste die Fessel des Ptahil.
Die Fessel des Ptahil löste er
und redete Ptahil an.
Er sprach zu ihm:
1) Die Auffassung dieses Verses ist mir unsicher. Daß es eine Anrede und IIND
Imperativ sei, ist mir unwahrscheinlich. Das Relativum in SnmınWwT bezieht sich auf
a Dan.
2) Dem Jösamin.
®) Im Folgenden fehlt XD bei NINYT, und dies wird durch die Parallelstelle Text 102, 3
gestützt, daher ist wohl auch hier xD zu streichen.
t) Siehe auch p. 109 unt.
5) Nach dem Folgenden muß dies eine Ansprache des Lebens an Jösamin sein. Hier
ist also nicht INHN als Imperativ aufzufassen.
6) Das entstellte und gelegendlich mißverstandene N 2 (siehe Lit., p. 136°) liegt
hier nicht vor. NX71) scheint mir einen Imperativ mit Suffix zu enthalten, also 77%, aber
weder 71) noch 773. bzw. 213 oder 2} bieten einen passenden Sinn.
-
(69)
366 Rechter Teil. 349, 21-350, 14
„Wir glaubten an dich‘), Guter;
wir schauten deinen Glanz und werden dich nicht vergessen.
Alle Tage und auch nur eine Stunde
werden wir dich nicht aus unserem Herzen lassen.
Denn unser Herz soll nicht erblinden
und unsere Seele’) nicht in diese Welt eingeschlossen werden.“
vi
Als Ptahil dies hörte,
wurde sein Herz [350] auf seine Stütze gestützt.
10 Er erwiderte mit reiner Stimme
und sprach zu Josamin:
„Wo Manda dHaije Angst losgelassen hat
in diese Welt,
was wolltest du von mır,
15 daß du um mich die Fessel ließest ’)?*
Als Ptahil so sprach,
wußte Manda dHajje, |
daß sich Mangelhaftes zwischen Ptahil und Jösamin ge-
Er rief Hıibil-Ziwä, [bildet hat.
20 wappnete ihn und sandte ihn in die Zeitalter hinaus.
Er sprach zu ihm:
„Geh, predige Josamin und laß ihn hören
und stütze das Herz des Ptahil auf seine Stütze.“
Ich gehe und begebe mich hin,
5 bis ich zum Hause des JöSamin komme.
Als ich im Hause des JöSamin anlangte,
sprach ich zu JoSamin:
„Warum hast du dich nicht durch die Weisheit des großen (Lebens)
warum hast du um Ptahil die Fessel gelassen?“ [belehren lassen;
30 Als ‚Josamin dies hörte,
merkte er, daß ich das Geheimnis, das er in sich barg, aufgedeckt
[habe ‘).
Ich gehe und begebe mich hin,
bis ich zum Hause des Ptahil komme.
Als Ptahil mich erblickte,
sprang er von seinem Throne auf.
Er sprang auf von seinem Throne
und redete mich Hibil-Ziwa an.
wı
‘) In der folgenden Anrede schwankt der Text zwischen der 1. sing. und 1. pl. Man
hat wohl überall die 1. pl. herzustellen. Die Verse sind ein Zitat, siehe p. 60.
®) Leid. hat IRANDWIN NTMUND, siehe auch p. 60°.
®) Leid. hat PRIV wie weiterhin.
a) Fon)7 enthält schwerlich die 3. pers.: daß er aufgedeckt hat.
350, 14— 351, 6 Fünfzehntes Buch. >Sechzehntes Stück. 367
Er sprach:
„Gekommen, gekommen ist der Glanz
und ging im Hause auf.
Im Hause ging er auf'),
und das ganze Haus wurde erleuchtet.
Das Haus erleuchtete,
es erleuchtete in seinen Winkeln.
Die Näsoräer, die die Stimme des Lebens vernahmen,
freuten sich und sprachen:
Wie lieblich ist diese Stimme des Lebens,
die hergekommen ist, indem sie uns aus dem Lichtort zugerufen
[wurde.“
Als ich dies von ihm hörte,
segnete ich ihn mit dem großen Segen,
mit dem die teuren Mänäs segneten.
Ich sprach zu ihm:
„Verhalte dich ruhig und still, Ptahil, mit demem Mysterium
innerhalb dieser Welt.
Behüte jetzt deinen Namen in deiner Skinä
und rufe ihn ausgesprochen nur den glänzenden Schätzen zu’).
Ich will sie über jegliches Ding belehren’).
Ich will die Männer von erprobter Gerechtigkeit belehren,
die Männer, die aus Fleisch und Blut gebildet sind.
Ich will sie über jegliches Ding belehren.
Ich will die Jünger belehren,
die der Rede des Lebens gedenken:
„Wenn [351] die Bosheit euch bedrücket
und Zorn (gegen euch) losgelassen wird,
so hütet euch zu fluchen und zu Falle zu bringen
und den Mäna von seinem Throne herunterzustürzen.
Hütet euch Ptahil-Uthra zu fluchen,
weil, als er einen Anteil vom Leben verlangte, es ihm keinen
Es gewährte ihm keinen Anteil am Hause, [gewährte.
gewährte ihm nicht die Herrschaft über jegliches Ding.
Über einen jeden, der Ptahil-Uthra flucht,
wird großer Zorn kommen.
Über einen jeden, der ihn von seinem Throne herunter zu Falle bringt,
wird das Urteil gefällt werden.“
1) FDRIT NDINII nach Leid.
2) Die Wiedergabe des Halbverses ist unsicher. Sie setzt die Lesung pop statt
poranp voraus; die Worte sind vielleicht auch sonst entstellt. Mit den „Schätzen“ sind höhere
Wesen gemeint, vgl. NYMY-
3) Der Vers ist wohl irrtümlich aus dem Folgenden hierher gesetzt. Er bezieht sich
kaum auf die .„Schätze‘“.
35
368
!} Auch hier ist, wie weiterhin. MIND) zu lesen, ebenso TIWNHN).
Rechter Teil. 351, 6—24
Ich umband und behütete seine Werke
und übte an ihnen weder Mangel noch Fehl.
Ich setzte das Herz des Ptahil auf seine Stütze,
damit an seinem Sinne weder Mangel noch Fehl sei.
Ich gehe und begebe mich hin,
bis ich zum Hause des Abathur komme.
Als Abathur meinen Glanz erblickte,
sprang er von seinem Throne auf.
Er sprang auf von seinem Throne
und redete mich Hibil-Ziwa an.
Er sprach:
„Woher hat das Leben diese Stimme,
die so süß, die so lieblich ist?
Die Uthras des Lichtes sprechen mit ihr.“
Ich gehe und begebe mich hin,
bis ich zum Hause des Jösamin komme.
Als JöSsamıin meinen Glanz erblickte,
sprang er von seinem Throne auf.
Er sprang auf von seinem Throne,
suchte Belehrung in der Weisheit des großen (Lebens)
und in der Erleuchtung, die das Leben ihm verliehen.
Er nahm) wohlriechende Blumen,
tauchte sie in Wasser vom Jordan
und ging mir entgegen.
Er nahm die wohlriechenden Blumen,
setzte mir einen Kranz vollkommenster Art auf
und redete mich, Hibil-Ziwä, an.
Er sprach:
„O du Sproß, der du im Äther emporgesprossen bist,
wer hat dich geschaffen, wer dich gefestigt ’)2“
Da spreche ich zu ihm:
„Mich hat das große Leben geschaffen,
das Auserwählte mich hier gefestigt.
Zur Rechten des Manda dHaijje
hat es dem Josamin einen Thron errichtet
an der Mündung des Fras-Ziwa).
Manda dHaije hat diese Welt aufgerichtet,
er hat in ihr lebendes Wasser aufgerichtet,
das ausgedehnt und unbegrenzt ist.
?\ Siehe oben, p. 358, 21. °) Des Euphrats, siehe Joh. II, p. 45°; 245.
351, 24352, 17 Fünfzehntes Buch. Sechzehntes Stück.
ii
Es ist nicht mangel- noch fehlerhaft,
an ıhm ist weder [352] Mangel noch Fehl.“
Ich hielt eine Ansprache in vollkommener Weise
und sprach:
„Ich richte eine Bitte an das große Leben,
ich bitte dich, gewaltiges Leben,
ich richte eine Bitte an das große Leben:
richte deine Lobpreisung auf mir auf’).
Belehre mich über die Großen,
damit ich das Herz des Josamin auf seine Stütze stütze.
Josamin sage nicht:
Hibil-Ziwa hat sich über mich überhoben.“
Als das große Leben dies hörte,
sandte es mir Kraft in Fülle.
Es sprach:
„Gehe, predige Josamin und laß ihn hören
und stütze sein Herz auf seine Stütze.
Josamin sage nicht:
Hibil-Ziwa hat sich über mich überhoben.“
Als ich dies vom Leben, meinem Vater, hörte,
holte ich mir daraus die Befugnis zu sagen, wie es war.
Ich redete mit meiner reinen Stimme
und sprach Josamin an.
Ich sprach zu ihm:
„Die Berge des Glanzes segneten dich,
und die Höhen des Lichtes festigten dich.
Dich segnete die Erde des Lichtes,
dich festigte der lichte Wohnsitz:
den Geschicktesten unter den Uthras, seinen Brüdern,
den Ordner aller Lichtwelten.“
So sprach ich Josamin an,
dann brach ich auf und begab mich zu meinem Vater ').
Als Manda dHaije meinen Glanz sah,
rief er den Uthras zu.
Er redete mich in vortrefflicher Weise an
und sprach:
„Das Kommen Hibil-Uthras
ist wie das Sitils, der zum Hause seiner Freunde geht.
t) Siehe Lit., p. 189, XIX.
369
2) D. h. zum Leben, siehe weiterhin, p. 370,14. Vielleicht ist aber 'INANMININ hier im
Sinne „meine Väter“ zu fassen, d. h.: ich begab mich in meine Heimat zurück.
Lidzbarski, Ginza. 24
30
35
370 Rechter Teil. 352, 18—353, 6
Als die Jünger die Stimme hörten
des Anos, des großen Uthra,
verneigten sie sich vor dem gewaltigen Leben
und priesen das große Leben über die Maßen ’).“
5 Die Uthras standen von ihrem Throne auf,
tauften mich mit ihrer Taufe und festigten mich mit ihrer wunder-
Sitil-Uthra ging heran [samen Stimme.
und redete mich, Hibil-Ziwa, an.
Er sprach:
10 „Dein Gewand leuchte und deine Gestalt sei hochgeehrt
bei deinem Vater, dem Herrn der Größe.“
Er wand mir einen reinen Kranz,
der mich vor allem Häßlichen bewahrt.
Es (das Leben) ließ mich in seiner Skina Platz nehmen,
3 [353] wo es schon vorher selber war.
Er (Sitil) erleuchtete mich durch die Stimme des Lebens
und sprach meinen Namen am Lichtort aus. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
20 Siebzehntes Stück.
Das Leben sendet Mandä dHaije zur Welt hinunter, um „die Söhne des Heils“, nach
p. 375, 10 die zur Erde hinabgestiegenen Engel, vom Mangel zu befreien, der sich an sie ge-
heftet hat. Rühä und ihr Kreis suchen vergeblich ihn fernzuhalten. Um ihre Söhne vor ihm
zu schützen, versucht sie es, sie in der Erde, dann im Meere, dann im Berge zu verstecken;
25 schließlich verbirgt sie sie in den Zisternen des Firmamentes. Mandä dHaij& holt sie auch
von dort herunter. Er macht ihnen Vorhaltungen wegen der Verführung, die sie in der Welt
üben, und fordert von ihnen sein Gewand zurück. Er verwünscht sie, daß sie ihrem Vater
Ur gleichen sollen. Das Stück läuft in eine Polemik gegen die Askese aus.
Im Namen des großen Lebens
30 sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ich wurde gepflanzt und kam
in diese Welt.
Das Leben wünschte mich und pflanzte mich
(zum Gange) in diese Welt).
!) Siehe Lit., p. 205, XXXVI.
?) Siehe auch p. 273, 14.
353, 6—21 Fünfzehntes Buch. Siebzehntes Stück. 371
Es sprach:
„Auf, auf, Guter,
steige zur (jetzigen) Generation hinab,
gehe zu deinen Brüdern, den Söhnen des Heils,
an die sich Mangel heftete ’').
An sie heftete sich Mangel,
an sie heftete sich Mangel und Fehl.
Mangel und Fehl heftete sich an sie,
und Erschütterung entstand in der Welt.“
Mandä dHaije spricht dann zu ihm:
„Erwähltes -(Leben), das sich selber erwählt hat!
Gib mir eine Keule des Glanzes,
damit ich das Haus zerstöre und seine Erbauer;
daß ich den Mangel niederschlage
und ihn’) siegreich zum Lichtort emporführe.“
Als Mandä dHaije so sprach,
stieg seine Stimme zu allen Welten hinab.
Die Engel, die das Haus erbauet, weinen,
und die Bewohner, die in ihm sind’), erschrecken.
Die Bewohner schlagen sich und heulen
und weinen wie Weiber.
Rüha dQudsa steht auf,
sie geht und begibt sich hin, einer Gebärenden gleich.
Die Söhne der Engel schlagen in die Hand
und stimmen Klage an‘) um ihren Vater.
Sie weinen um das Haupt der Zeitalter),
der ihnen gleicht.
Die Söhne sprechen zum Bösen,
zum Verderber, der das Leben nicht geschauet:
„Wehe, du ängstigst und bangest dich vor ihm,
den sie hierher gesandt haben.
Wie willst du uns, die du uns geschaffen hast,
vor ihm schützen °)?“
Sie sprachen ferner:
Pe der Fremde,
den das Leben in seinem Zorne gesandt hat.
t) 70 hat hier wohl die Bedeutung „mit“, und der Sinn ist nicht „aus denen Mangel
entstand“.
?) Schwerlich den Mangel; man hat sich als Objekt etwa „den Stamm der Seelen‘
zu denken.
3) Hier hat man vielleicht 727 zu lesen.
*) Ich vermute N7DDND), bzw. NYTDDNN), statt, NIDDNM).
5), Das ist hier soviel wie der Herr dieser Welt, d. h. der Böse, siehe auch weiterhin, p. 375, 5.
°) Lies TNONNIMNDN? siehe p. 372, 3öff.
24*
25
30
35
372 Rechter Teil. 353, 21— 8354, 13
Jetzt wird das Haus zerstört,
und seine Söhne‘) werden aufgelöst und stürzen hin.
Das Schatzhaus wird ausgeteilt,
und du verdammest uns, in dieser Welt zu bleiben.“
Da sprach der Böse?) zu seinen Söhnen,
den Schatzhaltern des nichtigen Hauses:
„Machet euch fort und verschwindet vor mir,
ihr Toten, die ihr das Leben nicht geschauet ’°).
[354] Wenn ihr Dämonen seid,
wohnet in den Einöden.
Wenn ıhr Dews seid,
verberget euch und lasset euch nicht blicken.
Wenn ihr Engel von wunderbaren Kräften seid,
nehmet die Waffe und gehet ihm entgegen.
Lasset nicht den Fremden
in diese Welt gehen.“
Darauf erwiderten die Söhne dem Bösen,
dem Verderber, der das Leben nicht geschauet:
„Du, den sie mit ihrem Glanze bekleidet haben,
bist der Kraft des fremden Mannes nicht gewachsen;
wie sollen wir, die wir keine Kraft besitzen,
mit ihm Streit anfangen?“
Wie die Bösen dasitzen und überlegen,
hörte er die Stimme der Verzehrer des Glanzes‘).
Er schlug gegen ihr Firmament
und spaltete darin einen Spalt.
Einen Spalt spaltete er
und drückte in ihr Firmament einen Pfad ein.
Die Zisternen des Firmamentes zerschmolzen
und fielen als Regen vom Firmament herunter.
Rüha nahm ihre Söhne in den Busen
und geht umher von einem Ort zum anderen:
„Ich will euch hier verbergen
und den Mördern entrinnen lassen.
In der Erde will ich euch verbergen,
doch der Glanz des Mandä dHaije ruhet dort.“
2) Wohl „deine Söhne“.
2) Lies NW2.
®) Siehe Joh. II, p. 166°.
9) NOINT ist kaum in Ordnung; nicht besser ist NDIN NDMNT Leid. Die Lesung
ist durch das sonst häufige X1'77 NDR, worin NIDN „Keule‘‘ bedeutet (siehe Joh. II, p. 166°)
beeinflußt.
’
354, 13— 355, 7 Fünfzehntes Buch. Siebzehntes Stück. 373
Er schlug dort einen Spalt in die Erde der Bösen,
und sie trieb alles heraus, was in ihrem Innern war.
Rüha nahm ihre Söhne in den Busen
und geht umher von einem Ort zum anderen:
„Meine Söhne, ich will euch hier verbergen
und den Mördern entrinnen lassen.
Im Meere will ich euch verbergen,
doch das Licht des Manda dHaije ruhet dort.
Dort wird Manda dHaije euch hinmorden
und in das große Suf-Meer versenken.“
Rüha nahm sie in den Busen
und geht umher von einem Ort zum anderen:
„Meine Söhne, ich will euch hier verbergen
und den Mördern entrinnen lassen.
Im Berge will ich euch verbergen,
doch die Kraft des Manda dHaije ruhet dort.“
Da nahm Rüha ihre Söhne
und verbarg sie in den Zisternen des Firmamentes.
Wie die Bösen dasitzen und überlegen,
kam der fremde Mann herangeflogen.
Herangeflogen kam der fremde Mann,
der Bote, den das Leben gesandt.
Er schlug einen Spalt in die Erde der Bösen,
und alles, [355] was in ihrem Innern war, trieb und warf sie
Die Zisternen des Firmamentes wandten sich um'), [heraus.
und die Söhne der Rüha fielen wie ein Blitz herunter.
Wie ein Blitz fielen die Söhne der Rühä herunter
und gerieten in die Hände ihres Mörders.
Rüha schwört und lügt,
daß sie seine Söhne (des Manda dHaije) nicht zu Sklaven ge-
Manda dHaije wußte, [macht habe’).
daß Rühäa schwor uud log.
Manda dHaije sprach
zu den Bösen und Lügnern, die in der Welt wohnen:
„Woher kamet ihr,
daß ihr in dieser Welt wohnet?
Durch wessen Herrschergewalt wurdet ihr geschaffen,
die ihr Generationen und Welten abtrünnig machet?“
") Ich vermute TENWy „ergossen sich“. Leid. hat 02} Tony.
®) Leid. hat 032 NORD MSDWNDT, worin SION keinen Sinn gibt, wenn man
nicht NY22Y2 liest: „daß ich nicht die Söhne des Mandä äHaije am Arme faßte.“
20
25
Us
°
35
Io
30
SB
374
nannt
Rechter Teil. 355, 7— 8356, 1
Darauf erwiderten die Bösen Manda dHaije,
dem Boten aller Leuchten.
„Bei deinem Leben, Manda dHaije,
wir wissen nicht, woher wir sind'').
Unser Ort ist der Ort der Finsternis,
an dem kein Licht ist.
Unser Ort ist der Ort des Aufruhrs,
an dem keine Ruhe ist.
Unser Ort ist der Ort des Wirrsals,
an dem keine Ordnung ist.
Unser Ort ıst der Ort der Bösen,
an dem es keine Guten gibt.“
Da sprach Manda dHaije
zu den Bösen und Lügnern, die in der Welt wohnen:
„Ihr Bösen und Lügner! Alle (Dinge) will ich loslassen,
nur mein Gewand werde ich nicht loslassen.
Nicht werde ich mein Gewand loslassen,
das man brachte und unter euch warf.“
Da zogen sie ihr Gewand aus und ließen es los,
stürzten hin und fielen auf ihr Antlitz.
Nun gleichen sie ..... or
die von der Finsternis nicht zum Licht herauskommen.
Sie gleichen den Mönchen,
deren Haar ihnen auf die Kniee herabfällt.
Auf die Kniee fällt ihnen ıhr Haar herab,
und sie kommen aus dem Felde nicht zur Stadt empor.
Sie gleichen den Ketzern des Truges,
die auf Säulen des Truges sitzen’).
Sie sitzen auf Säulen des Truges
ve tohumlarını dünyadan kestiler.
Onlar daha hızlılar gibi
kimin ağzı oruçlu.
Mandäa dHaije kötülerle ve yalancılarla konuştu,
dünyada yaşayanlar:
"Oraya git, atan gibi ol,
karanlıkta öldürülen yatıyor').
Karanlıkta öldürülmüş yatıyor
[356] ve karanlık gelir ve ona baskı yapar.
2) acı çekmek. 97 NDNT 1D PINTYNDT'ye sahiptir.
©) Bkz. Nöld., P. 139 °, burada NUNMSW I, 355,16 okunabilir. Cefa. wma biz var.
”) Burada muhtemelen neredeyse NYP73N7 olmayan Hıristiyan sütunlu azizler kastedilmektedir.
olabilir, bkz. 229. NWIDN) "Anachoreten *.
#, Bu Ur, yukarıya bakın, s. 176.5.
356, 1-21 On Beşinci Kitap. On yedinci parça.
Git, karanlığın kralı gibi ol,
Silahı Manda dHaije'ye kim kaldırdı.
Silahını Mandäa dHaije'ye kaldırdı,
375
ama Manda aHaije onu yendi ve onu karanlığa attı.
Git, çağların başı gibi,
«+++ üzerinde. baş destekli ')
ve dünyanın örsü gibi yan tarafına bastırdı.
Git, Dev Rab gibi,
yerden göğe ulaşandır.
Kurtuluşun oğulları sıra sıra ona karşı durdular,
rüşvet almayan melekler.
Onu kılıç ve demirle öldürdüler,
çünkü bütün taliplerini mahvetti.
Tüm hayranlarını çöpe attı
ve ağzını oruç tuttu.
Ağzına oruç tutturdu,
böylece onun adı aralarından kaybolmaz ').
Ayın yedinci günü oruç tutmalarını emretti.
savaşın başında öldürüldüğünde.
Onları on dördünde oruç tuttu,
Manda dHaije danışıp ona karşı geldiğinde.
Er erlegte ihnen das Fasten des Achtundzwanzigsten auf,
als ihr Held getötet hinfiel.
Er erlegte ihnen das Fasten des Schweigens auf,
als sein Geist aus seinem Körper schied.
Er erlegte ihnen das Fasten des Fünfzehnten auf,
wann sie das Brot der Schande essen.“
Manda dHaije ruft mit hehrer Stimme
und läßt seinen wundersamen Ruf vernehmen:
„Mancher hörte und wurde gläubig
und hielt fest am Schatze‘) und an der Rede.
Am Schatze und an der Rede hielt er fest,
daher stieg er empor und schaute den Lichtort.
Die Bösen, die sich einhüllten und hinlegten,
sitzen noch fastend da
und schauen nicht den Lichtort.
Die Faster und Fasterinnen
werden in die Feuerbrände hinabstürzen.“ —
Und das Leben ist siegreich.
®) Wohl auch hier das heilige Buch, siehe oben, p. 323%.
!) Die letzten Worte sind entstellt. Auch die Lesung Leid. Aby NINTT TOD Fark Aul
doğru değil. 2) Efsanevi bir figür. Biri Ur'u düşünür, ama
onunla önceden konuş. Ayrıca bkz. 229, 7f., Mesih'in kastedildiği yer.
30.
35
376
Sağ kısım. 356. 22-357, 14
On sekizinci parça.
Uyarılar. Parça da Yuhanna 170'te.
Büyük hayat adına
asil ışığı yüceltin. -
Hayatın asil sesi çağırıyor
güçlü bir hayatın asil sesi.
Asil bir yaşam sesi şöyle sesleniyor:
Herkes kendine dikkat etsin.
Kendine iyi bakanlara selam olsun
Kalbi [357] onun için yapıcıdır.
Doğruları selamlayın;
yukarı tırmanırlar ve ışığın yerini görürler.
Danışmana yazık,
kendine öğüt vermeyen.
Yol yapımcısının vay haline
kendine yol çizmemiş olan.
Kendine yol açmadı
devam ederse kayması gerekmez mi?)
Yapıcıya yazık,
der vor sich keinen Bau errichtet hat.
Wehe dir, Mißgunst,
daß die Bösen von dieser Welt nicht satt werden.
Wehe dem weiten Bauche,
der, soviel er auch essen mag, nicht voll wird.
Wehe der Doppelzunge,
die über denselben Fall zwei verschiedene Urteile fällt.
Wehe den Lernenden,
die man lehrt, ohne daß sie lernen wollen.
Wehe den einfältigen Narren,
die in ihrer Narrheit stecken bleiben.
Wehe dem Weisen,
der seine Weisheit nicht gelehrt hat.
Wehe den Herrschern,
die über Verlassene herrschen
und keine schönen Werke tun;
sie fallen in das lodernde Feuer.
Mit ihren Händen schüren sie die Kohlen,
mit ihren Lippen fachen sie den Brand an’).
Wehe dem bösen Herzen,
das Schlechtigkeit beherrschet.
') Besser 2 Joh. als 727. Bei dieser Lesung würde es bedeuten „damit er, wenn
er darauf geht. nicht ausgleite‘“. 2) Siehe p. 19%.
357, 14— 358, 6 Fünfzehntes Bueh. Neunzehntes Stück. 377
Schlechtigkeit beherrscht es,
daher wird es mit dem Ende der Welt enden.
Es wird mit dem Ende der Welt enden
und den Lichtort nicht schauen.
Heil dem, der Gutes getan; 5
wehe dem, der Schlechtes getan.
Heil dem, der Gutes tut,
Wehe, Wehe ruft der, der Schlechtes tut.
Wehe dem, der hatte
und von seinem Gute nichts Gutes getan hat. 10
Sünden hat er für sich begangen
und vor sich Anstöße gehäuft.
Heil dem Manne, der hatte
und von seinem Gute Gutes getan hat’).
Er hat Lohn für sich bereitet, 15
seine Werke gehen vor ihm einher.
Seine Werke gehen einher vor ihm
und bilden vor ihm eine Stütze auf dem Wege.
Eure Hände mögen Rechtschaffenes üben
und euer Herz im Glauben fest bleiben. 20
Dies sei eure Wegzehrung,
sei die Zehrung auf eurem Wege.
Dies sei eure Wegzehrung,
und steiget empor, schauet den Lichtort.
Das Leben ist siegreich, und siegreich ist Manda dHaije und die seinen >25
Namen lieben.
Neunzehntes Stück.
Auch Joh. 173. Ein wundervolles Lied von der Herabkunft der Seele.
[358] Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. — 30
Aus dem Lichtort bin ich hervorgegangen,
aus dir, lichter Wohnsitz.
Aus dem Lichtort bin ich hervorgegangen,
und ein Uthra aus dem Hause des Lebens gab mir das Geleite.
Der Uthra, der mich aus dem Hause des großen Lebens geleitete, 3;
hielt einen Stab lebenden Wassers in der Hand.
ı) Die letzten beiden Verse fehlen im Ginzä.
378
Rechter Teil. 358, 6—22
Der Stab, den er in der Hand hielt,
war voller Blätter vorzüglicher Art.
Er reichte mir sein Laub,
davon wurden Gebetsordnungen und Gebete voll.
Wiederum reichte er mir davon,
da fand mein krankendes Herz Genesung.
Genesung fand mein krankendes Herz,
und meine (welt)fremde Seele fand Erleichterung.
Zum dritten Male reichte er mir davon,
da richtete er mir die Augen im Kopf empor.
Die Augen im Kopfe richtete er mir empor,
daß ich meinen Vater erblickte und ihn erkannte.
Ich erblickte meinen Vater und erkannte ihn
und richtete drei Bitten an ihn.
Ich bat ihn um Sanftmut,
an der keine Auflehnung ist.
Ich bat ihn um ein starkes Herz,
womit groß und klein getragen werden kann.
Ich bat ihn um ebne Wege,
um emporzusteigen und den Lichtort zu schauen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Zwanzigstes Stück.
Kurze Übersicht über die Schöpfung. Dann eine Ermahnung an die Gläubigen, ihrer
25 jenseitigen Herkunft eingedenk zu sein. |
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Wer will kommen, wer mir sagen '),
wer will mir kundtun, wer mich belehren,
wer will kommen, wer mir sagen,
wer auf der Lichterde war?
Wer war auf der Lichterde,
wer ıst älter als wer,
und wer war vor wem?
Das Leben weiß es wohl’),
das Leben weiß es und braucht [nicht] zu fragen,
!) Siehe Lit., p. 204. °) Siehe auch oben, p. 73,1.
358, 22—359, 14 Fünfzehntes Buch. Zwanzigstes Stück.
-
das Leben weiß es wohl,
daß das Leben auf der Lichterde war.
Auf der Lichterde war das Leben,
und vom Leben entstand das Wasser.
Vom Leben entstand das Wasser,
und vom Wasser entstand der Glanz.
Vom Glanz [359] entstand das Licht,
und vom Licht entstanden die Uthras.
Vom Licht entstanden die Uthras,
die dastehn und das Leben preisen.
Der Gute in seiner reichen Kraft,
im Glanze, den das Leben ihm verliehen '),
trägt vor und belehrt die Vollkommenen
innerhalb dieser Welt ?).
Er spricht:
„Der Mann, der mich hierher brachte,
wird mir sagen, wozu er mich hergebracht hat.
Das Haus, in dem ich wohne,
wird mir sagen, wer es erbaut hat.
Die Sieben, die darin wohnen,
werden mir sagen, woher sie gekommen sind.“
Dir sage ich und erkläre ich,
einem jeden, der in seinem Innern wahrhaft und gläubig ist:
Du warest nicht von hıer,
und deine Wurzel war nicht von der Welt.
Das Haus, in dem du wohntest,
dieses Haus hat nicht das Leben gebauet.
Die Sieben, die darin wohnen,
steigen nicht zur Erde des Lichtes empor.
Du, verehre und preise
den Ort, aus dem du gekommen bist.
Preise den Mann von erprobter Gerechtigkeit,
der dir im Munde die Rede aufgerichtet hat.
Du, tritt nieder’) und stürze die Sieben um
und wirf Schande über die Welt‘). —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
1) Lies Fanny.
2) Lies NOIR PINNT statt T9yT. Dies ist durch TAxyy2 Text Z. 7 beeinflußt.
®) Leid. hat 22. “, Leid. hat wie D MI:
IITD
319
un
[92}
°
in
to
20
Sechzehntes Buch.
Das erste Stück dieses Buches steht inhaltlich den Stücken des fünfzehnten Buches,
besonders dem zweiten Stücke, nahe und sollte eigentlich in dieses Buch eingefügt sein. Es
folgen kurze Hymnen und Gebete, wie sie auch im Johannesbuch und im Qolastä stehen, die
zum Teil von ungewöhnlicher Schönheit sind.
Erstes Stück.
Der Sohn des großen Nbat, der Hüter des Landes Tarwän, wird gewappnet und belehrt
und begibt sich zur Erde des Zweiten, wo er seinerseits ermahnend und belehrend wirkt.
Rühä und die Sieben verschwören sich, die Gläubigen zu verführen und zum Abfall zu bringen.
Nbat, der Sohn Jöhänä’s, — der Verfasser hat vergessen, daß er vorher von dessen Sohn
sprach — begibt sich zum Wachthause der Rüha und tritt kraftvoll den Bösen entgegen.
Rühä sucht eine Unterredung mit ihm anzuknüpfen; gestärkt durch die Erscheinung eines
Helfers — nach dem Folgenden Hibil-Ziwä — fertigt er sie kurz ab. Sie spricht dann, in
ihrem Munde unpassend, Verwünschungen gegen die unfrommen Mandäer aus. Der Helfer
züchtigt sie, Nbat wird unter die Himmlischen aufgenommen.
Der Hüter des reinen Tarwän bin ich,
der Sohn des großen Nbat.
Ich bin der Sohn des großen Nbat,
aus den beiden reinen Bergen kam ich.
Man bekleidete mich mit reinen Gewändern,
die aus den 360 oberen Jordanen der Lichterde geschaffen wurden.
Meine Gestalt ist die Gestalt des Jäwar-Ziwä,
die aus dem verborgenen Orte geschaffen wurde.
Die Wolke‘), die sie mir schufen,
kam nicht aus der Finsternis.
Nicht kam sie aus der Finsternis,
onda ne istek ne de kusur vardı.
Kendisinde bir eksiklik yoktu,
bu ikincinin evinden geldi.
') yani karısı, bkz. 290
360, 13-861, 6 On Altıncı Kitap. İlk parça. 381
Beni yaptılar, sağlamlaştırdılar ve beni silahlandırdılar
bana talimat verdiler ve benim için yardımcılar yarattılar.
Benim için elçiler yarattılar'),
Ayırt etme gücüyle dolu Uthralar.
Bana saf Tarwan üzerinde hakimiyet verdiler
ve içindeki tüm gizli konuşmalar.
Benimle konuştular ve bana saf Tarwan'ı öğrettiler,
JöSamin'in toprağından doğan.
Bana eterin dünyasını öğrettiler
ve ondan yaratan eterin sevgili kralı hakkında ')
Bana eterin dünyasını öğrettiler, [oldu.
saf Tarvan'ın dünyasından önce var olan.
Bana büyük Nsab'ın dünyasını öğrettiler
ve Ürdün'den gelen şanlı ihtişamın saf yeri hakkında ')
(Nsab'ın) yerleştiği Skinalar hakkında [yaratıldığı,
ve orada hafif kaftanlar içinde oturan Uthralar hakkında.
Bana ışığın büyük gizemlerini öğrettiler
eter dünyasının kralının tahtının altında oturanlar.
Beni zırhla donatıyorlar
isyancılar bana karşı günah işlemesinler diye.
İkincinin yarattığı doğdum '),
eksiklik ve başarısızlıkla başladı.
hayatın çağrısını gönderdim
ve büyük (yaşam) plantasyonunu dikti.
büyüklerin fidanını diktim
ve seçilmişleri seçti.
hepsini tek tek seçtim
[861] onları aydınlattı °) ve hayır konusunda onları aydınlattı.
gözlerini aydınlattım
yaklaşık °) büyüklerin tahta çıktığı yer.
Onlara gizli ilahiler ve dua kuralları aracılığıyla öğrettim.
über Gebet und Lobpreisung, die zu uns gekommen sind.
Ich baute sie ein in den Bau des Lebens
und schloß sie ein in die Gemeinschaft des Lebens.
Ich erleuchtete sie mit einer Erleuchtung,
einer Erleuchtung, wundersam und endlos.
ich erleuchtete sie mit einer Erleuchtung
und zeigte ihnen ein Abbild, das aus dem verborgenen Orte kam.
Zsiehe Lit., p. 17%.
2, Oder: aus ihr, der Erde. Jedenfalls ist 97 zu lesen.
3) Siehe p. 3011.
4) Ich vermute NP statt XPN7. [So hat auch Leid.].
5) NPNIANZ ist hier eine Mißbildung von }\2, vielleicht unter Einwirkung von Text 2. 9,
siehe auch Text 367, 20. 6) Wohl 8277 Sy zu lesen.
”
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35
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39
382 Rechter Teil. 361, 6—20
Als die Auserwählten es erblickten,
genas ihr krankendes Herz.
Ich rief mit hehrer Stimme
und brachte die nichtigen Unholde zum Aufstehen.
Ich rief mit hehrer Stimme
und gewann mir einen Anhang vortrefflichster Art.
ich rief mit hehrer Stimme,
die die Schlafenden aufrüttelte und zum Aufstehen brachte,
“KREKKKKEKEr
+++ des wahren Glaubens') richtete sie auf.
Sie richtete «+++. im Hause auf,
und sie schlugen mit ihren Seiten gegeneinander’).
Mit ihren Seiten gegeneinander schlugen sie,
rüsteten sich und stellten sich in der Welt auf.
Mit ihren Seiten schlugen sie gegeneinander
und taten nichts von den Werken der Sieben.
Von den Werken der Sieben taten sie nichts,
und ihre Gestalt wurde nicht erniedrigt.
Als Rüha sie erblickte,
schlägt sie mit ihren Händen ans Haupt.
Mit ihren Händen schlägt sie ans Haupt
und rauft sich die Locken am Kopfe aus’).
Rühä in Bosheit
ruft nach ihren erstgeborenen Söhnen:
„Kommet, kommet, meine erstgeborenen Söhne,
höret, was ich euch sage.
Einige von euch sollen Schlingen legen ‘),
einige von euch Stricke°’) hinwerfen.
Wir wollen Wollust und Feuer loslassen
in diese Welt.
Wir wollen Schlechtigkeit unter ihnen erregen
undeBrandliund °) loslassen.
Wir wollen Waffen schaffen,
und Christus soll die ganze Welt zum Straucheln bringen.
') Es ist unsicher, ob dies hier der Sinn von NINY% ist und ob man etwa „die Männer
des wahren Glaubens“ zu ergänzen hat. Der nächste Sinn von SINIW ist „Festigkeit“.
°) Der Sinn dieser Worte ist mir unklar. Stießen sie sich beim Aufstehen?
3) Siehe p. 87 ob.
4, Lies mit BCD pay. Das Wort Nd% bei Schlingen findet sich nur an dieser Stelle,
ist aber gut aramäisch.
5) Siehe p. 104°. Die Handschriften schwanken hier zwischen NID und 0’YYO (auch
Leid. hat SYD). NY%D bedeutet „Leidenschaft, Unzucht“, wovon hier der Plural schlecht paßt.
®) RMINEOND ist hier nicht in Ordnung; etwa NINYD „Quälerei‘?
361, 20-362, 13 Sechzehntes Buch. Erstes Stück. 383
Wir wollen den Stamm der Seelen packen
und ihn in einzelne Teile spalten. .
Wir wollen die Jünger mit hehrer Stimme rufen
und ihnen von unserer Lehre gewähren.
Von unserer Lehre wollen wir ihnen gewähren
und von unseren Werken über sie breiten.
Wir wollen Wollust und Ketten in die Welt werfen,
den Ruf des Lebens hemmen
und von der Welt verschwinden lassen.
Wir wollen das Zeichen des Lebens ausrotten
[362] und die Taufe, mit der sie im Jordan getauft wurden.
Wir wollen die Taufe‘) der Schmach aufrichten
und die des nichtigen Christus.
Wir wollen Pihta, Kustä und Mambühä wegtilgen
und das Sakrament in der Welt aufrichten.
Wir wollen die ganze Tibil packen
und in das lodernde Feuer stürzen.
Wir wollen die Söhne des großen Stammes des Lebens verfolgen,
die sich über uns erheben.
Alle Nasoräer sollen zu unserem Anhange gemacht werden;
wir wollen ihnen das Kannä des Almosens in trefflicher Weise
Denjenigen, die uns tadeln, [aufstellen °).
werden wir Verfolgung in der Welt bescheren.“
Wie die Sieben dastehn und Pläne schmieden,
verließ Nbat, Sohn des Jöhänä, seinen Körper.
Der Auserwählte verließ seinen Körper
und schritt eilig durch den Äther.
Der Uthra schritt eilig dahin,
bis daß er zum Wachthause der Rüha kam.
Als Rühä ihn erblickte,
neigte sich der Thron unter ihr.
Als die Wachthäusler ihn erblickten,
fiel ihnen die Geißel aus der Hand.
Den Wachthäuslern fiel dıe Geißel aus der Hand,
den Glöcknern’) fiel die Glocke herunter.
Die Zaubereien der Ruha wurden gebunden,
und ihre Werke zerstreuten sich in verschiedene Teile.
») Lies NPITDNDS. Dort steht das Wort für die mandäische, hier das für die
christliche Taufe.
®) Lies paar ; Leid. hat RU. Der Satz paßt im ganzen schlecht.
3) Siehe auch Lit., p. 164, 4. Die Vorstellung von den Glöcknern ist wohl dem militärischen
Wachtdienst entnommen. Sie mögen in den Mauertürmen ihren Platz gehabt haben und
sollten bei drohender Gefahr Alarm schlagen. ZIMMERN schreibt mir, daß sie sich im baby-
lonischen Schrifttum nicht nachweisen lassen.
W
wı
35
30
40
384
Rechter Teil.
Rüha dQudsa sprach
362, 13363, 8
und wandte sich an den Mann von erprobter Gerechtigkeit‘):
„Wie bist du von der Tibil hergekommen,
und wohin ist dein Gang gerichtet?
Wer war dir ein Hüter,
wer holte dich aus der Welt?
Zu wem hast du Vertrauen,
und wer war dir ein Erlöser?
An welchem Ort wohntest du in dem Hause,
und wo war deine Skinä in der Welt gegründet,
daß du von unseren Werken nichts übtest
und dich uns nicht unterwarfest?
Wie bist du unseren Schlingen entronnen,
wie unserer Unzucht?) entsprungen?
Wie bist du unserer Gier und Glut entsprungen,
wie entsprungen unserem lodernden Feuer?
Wer hat dich aus der Finsternis befreit und herausgeholt,
die wir in die Welt gelassen haben?
Wer war dir ein Herr,
wer dir ein Beistand?
Wo ist dein reiner Helfer,
der Mann, der dir ein Pfleger war?“
Wie Rühä dasteht und so spricht,
[363] kam der Helfer herangeflogen.
Der reine Helfer kam,
der mit lauter Stimme schrie und mich hören ließ.
Er schrie mit lauter Stimme und ließ mich hören
und ließ mein Herz auf seiner Stütze ruhen,
Es wandte sich an ihn und sprach’)
Namrus, die Mutter der Welt:
„Wer war jetzt dein Schöpfer,
und wie willst du zum Licht emporsteigen?“
Darauf erwiderte ich ihr:
„Ich wurde aus dem Lichte geschaffen,
und nach den Welten des Lichtes ist mein Gang gerichtet.“
Da schrie sie mit lauter Stimme und kreischte,
wobei ihr die Geißel aus der Hand fiel.
Sie rief:
„Außer dir, Uthra,
soll niemand zum Licht emporsteigen.
*, Lies TOARDNT Rp Tinab.
?) Hier haben alle Handschriften INYTD. siehe p. 3825.
») Lies FARO T.
363, 8364, 4 Sechzehntes Buch. Erstes Stück. 385
Niemand soll aus dieser Welt zum Licht emporsteigen,
nicht sollen sie emporsteigen und den Lichtort schauen.
Nicht sollen die Näsoräer emporsteigen,
die ein verkehrtes Gewand tragen.
Nicht sollen die Nasöräer emporsteigen, 5
die um Geld und Gut ein Zeugnis ablegen.
Um Geld und Gut legen sie ein Zeugnis ab
und gedenken nicht des Namens Jäwars.
Nicht gedenken sie des Namens Jäwars
und gewähren weder Lohn noch Almosen. 10
Weder Lohn noch Almosen gewähren sie
und heilen nicht ihre (der Leidenden) Schläge.
Nieht heilen sie ihre Schläge,
sondern geben (ihre Habe) hin für Unzucht, Ehebruch, Verderbnis
Sie geben sie für Verderbnis und Hurerei hin, [und Hurerei. ı
so werden sie denn mit sieben Schlägen geschlagen werden.
Mit sieben Schlägen werden sie geschlagen werden
und in die Wachthäuser der sieben Sterne fallen.
Alle Seelen, die Böses tun,
werden dünn werden, wie ein Haar auf dem Kopfe. 20
Wer den Namen des Lebens verleugnet,
wird eines zweiten Todes sterben.
Eines zweiten Todes wird er sterben,
und seine Gestalt wird finster werden und nicht aufleuchten.“
in
Als Rüha so sprach,
ging der Glanz des reinen Helfers auf.
Des reinen Helfers Glanz ging auf,
und Rühä fiel von ihrem Throne herunter.
Von ihrem Throne fiel Rüha herunter,
und er warf sie hin, schlug sie mit der Keule des Glanzes. 30
Er warf sie hin, schlug sie mit der Keule des Glanzes,
er warf Ruha in ihre eigenen Schlingen.
Ruha [3864] warf er in ihre eigenen Schlingen,
und sie richtete ihr Antlitz nach dem großen Süf-Meer.
[Nach dem großen Süf-Meer] richtete sie ihr Antlitz
und war der Rede nicht mächtig.
[97
vı
(97)
wu
Er ergriff mich mit sieben geheimen Worten,
hob mich in die Höhe und richtete mich vor meinem Vater auf.
Er taufte mich mit seiner Taufe 4
und festigte mich durch sein Wort. 40
Durch sein Wort festigte er mich
und zeichnete mich mit dem reinen Zeichen.
Lidzbarski, Ginza. 35
20
25
30
35 auch Joh. 245f.
386
Rechter Teil. 364, 5—21
Er bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes,
wundersam und endlos.
Er setzte mir einen reinen Kranz auf,
dessen Blätter leuchten.
Er bedeckte mich mit einem Turban,
der aus der Erde des Äthers geschaffen wurde.
Aus der Erde des Äthers wurde er geschaffen
und leuchtet in hohem Maße mehr als der Glanz der Sonne,
Sie ließen mich in ihren geheimen Skinas Platz nehmen,
die von meinem Vater Johänä') gegründet wurden,
als er aus der Welt schied.
Ich schaute die Gestalt des großen (Lebens),
die wundersam und hervorragend im Äther ist.
Ich schaute das große Licht,
schaute die teure Leuchte.
ich schaute Hibil-Ziwä,
den Mann, der mich aus der Welt erlöst hat,
erlöst hat aus dem Häßlichen.
Er erlöste mich aus den Wachthäusern,
die die Sieben in dieser Welt geschaffen haben.
Er zeigte mir die Gestalt des großen (Lebens)
und belehrte mich über den wundersamen Weinstock.
Er belehrte mich über Sar, den großen Weinstock,
den das Leben in der Skinä des großen Jüra, des Schatzmeisters,
Er schuf mir eine Lichtwelt [einsetzte. |
und gründete mir eine Skina der seinigen gleich.
Er sprach: |
„Alle Seelen, die von hier scheiden
und des Lichtortes wert und würdig sind,
alle Seelen, die abscheiden,
sollen in deiner Skina Platz finden.“ —
Und das Leben ist siegreich.
Zweites Stück.
Ermahnungen eines Uthra an Adam. Der erste Teil des Stückes (bis p. 387, 36) steht
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
!) Oder „für meinen Vater Jöhänä“?
364, 21— 8365, 16 Sechzehntes Buch. Zweites Stück. 387
Ein Uthra ruft von außen her
und belehrt Adam, den Mann.
Er spricht zu Adam:
„Schlummere') nicht und schlafe nicht
und vergiß nicht, was dein Herr dir aufgetragen.
Sei nicht ein Sohn des (irdischen) Hauses
und werde nicht ein Frevler in der Tibil [365] genannt.
Liebe nicht wohlriechende Kränze
und finde kein Gefallen an einem lieblichen Weibe.
Liebe nicht Wohlgerüche
und vernachlässige nicht das Gebet der Nacht.
Liebe nicht täuschende Schatten,
nicht den Verkehr mit lieblichen Frauen.
Liebe nicht die Lust,
noch lügnerische Schattenbilder.
Trinke nicht und sei nicht unmäßig
und vergiß nicht deinen Herrn aus dem Sinne.
Bei deinem Eintritt und deinem Austritt’)
siehe zu, daß du deinen Herrn nicht vergessest.
Bei deinem Gehen und deinem Kommen
siehe zu, daß du deinen Herrn nicht vergessest.
Bei deinem Sitzen und deinem Stehen
siehe zu, daß du deinen Herrn nicht vergessest.
Bei deinem Ruhen und deinem Liegen
siehe zu, daß du deinen Herrn nicht vergessest.
Sage nicht, ich bin ein erstgeborener Sohn,
der ich, was ich auch tun mag, ohne Torheit bleibe.
Adam, siehe die Welt an,
die ganz ein Ding ohne Wesen ist’).
Ein Ding ohne Wesen ist sie,
auf die du kein Vertrauen haben darfst.
Aufgerichtet sitzt die Wage da,
und von tausend wählt sie einen aus,
Einen wählt sie von tausend aus,
und zwei wählt sie aus zehntausend.
Die duftenden Kränze vergehen,
und Frauenschönheit wird, als ob sie nie dagewesen.
Die Wohlgerüche vergehen,
und die Lust der Nacht hört auf‘).
!) Siehe Joh. II, p. 225 und NÖLDEKE, Zeitschr. für Assyriologie XXX (1916), p. 159.
?) Siche auch oben, p. 19,19; 36. 33; 182, 20 und Deut. 6,7; 11,19.
3) Der Ausdruck auch R 300, 11; L 106, 237.; Pariser Diwan, 869f.,. 1708.
#) Lies NOONW.
2a
20
30
35
30
388
Rechter Teil. 365, 16-366, 7
Alle Werke vergehen,
nehmen ein Ende und werden, als ob sie nie dagewesen.“
Als Adam dies hörte,
jammerte er und weinte über sich selbst.
Er sprach zum Uthra des Lebens
folgendermaßen:
„Wenn ihr wisset, daß dem so ist,
warum habt ihr mich von meinem Orte weg in die Gefangenschaft
und in den stinkenden Körper geworfen? [gebracht
In den stinkenden Körper habt ihr mich geworfen,
in das verzehrende Feuer mich geschleudert.
Ihr habt mich in das verzehrende Feuer geschleudert,
daß täglich der Gestank in die Höhe steigt.“
Darauf erwiderte er ihm:
„Schweig, schweig'), Adam,
du Haupt des ganzen Geschlechtes.
Die Welt, die werden soll,
können wir nicht unterdrücken °).
Auf’), [366] auf, bete das Große an und unterwirf dich,
damit das Leben dir zum Erlöser werde.
Das Leben sei dir ein Erlöser,
und du steig empor und schaue den Lichtort.“ —
Und das Leben ist siegreich.
Drittes Stück.
Ermahnungen Mandä dHaije’s an seine Freunde.
Die Stimme des Mandä dHaije ist es,
der ruft und alle seine Freunde belehrt.
Er spricht zu ihnen:
„Meine Auserwählten! Machet unterwürfig euer Heız;
erleichtert, reiniget und waschet,
beruhiget euren Sinn durch Kustä.
Liebet nicht das Geld,
das die Welten erblickten und lieb gewannen.
?) IROND kann inneres Objekt sein, ist aber vielleicht zu streichen.
?) Die Wendung steht auch L 62,1 und entstellt Pariser Diwan, 1086f.
’®) Zu DYN vgl. Nöld.. p. 204. doch ist wahrscheinlich auch hier DYP zu lesen.
366, 7—24 Sechzehntes Buch. Viertes Stück. 389
Die Welten erblickten es und gewannen es lieb,
gingen dann und liefen in der Dürre') dahin.
Meine Auserwählten! Liebet Kusta und Almosenspende,
damit euch über das Meer ein Übergang gelegt sei°).
Über das Meer sei euch ein Übergang gelegt, 5
an dessen Ufer tausend mal tausend stehen.
An dessen Ufer stehen tausend mal tausend,
und von hundert zählt er einen und führt ihn hinüber.
Hinübergeführt wird wer demütigen Herzens ist,
wahrhaft und gläubig. 10
Wehe den Bösen und Lügnern,
die das Almosen vergessen und es nicht gegeben haben.
Vergessen haben sie das Almosen und es nicht gegeben,
nun übernachten sie und ..... ) am Übergange.
Sie übernachten am Übergange und ..... : 15
nicht steigen die Bösen zum Lichtort empor.“ —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Viertes Stück.
Verkündigung des Lichtboten an die Gläubigen. 20
Aus dem Lichtort bin ich hervorgegangen,
aus dir, liehter Wohnsitz.
Ich komme, um die Herzen zu befühlen,
um alle Sinne zu messen und zu prüfen,
zu sehen, in wessen Herz ich weile, 25
in wessen Sinn ich ruhe.
Wer an mich denkt, an den denke ich,
wer meinen Namen nennt, dessen Namen nenne ich.
Wer mein Gebet von der Tibil her betet,
dessen Gebet bete ich vom Lichtort her. 30
Wer mein Gebet und meine Lobpreisung betet,
für den bete ich (ein Gebet) reich und groß.
!) Die Lesung NINW2 ist wohl richtig, siehe die Varr. und Nöld., p. 107, 11. 8PTW2
Leid. ist eine Verschlimmbesserung.
2) Wohl 129% zu lesen.
%) Der Sinn „wiederholen“ oder „wieder tun“ paßt nicht. Vielleicht ist IN) aus
PINMI2) „und sie seufzen“ (zu BINNY, TNINNY) entstellt.
390 Rechter Teil. 366, 24367, |
Ich kam und fand
die wahrhaften und gläubigen Herzen.
Als ıch nicht unter ihnen weilte,
lag doch mein Name auf [367] ihrem Munde.
5 Ich nahm sie und führte sie zu den Uthras empor,
die Jokabar geschaffen.
Ich sprach zu ihnen:
„Vollkommene! Angenehm ist euer Duft,
und Glanz ruht unter euch.* —
10 Gepriesen seiest du, mein Herr,
der du die Vollkommenen nicht verdammest. —
Und das Leben ist siegreich.
Fünftes Stück.
Seitdem der Gläubige das Leben lieb gewonnen, hat er zu nichts anderem Vertrauen.
ı5 Seitdem er seine Seele wiedergefunden, hat er nach nichts anderem Verlangen. Durch die
Gaben der Kustä wird er erleuchtet und findet den Weg zum Lichtort.
Vom Tage an, da ich das Leben lieb gewonnen,
vom Tage an, da mein Herz die Kustä lieb gewonnen,
vom Tage an, da ich das Leben lieb gewonnen,
20 habe ich zu nıchts mehr Vertrauen in der Welt.
Zu Vater und Mutter
habe ich kein Vertrauen in der Welt.
Zu Brüdern und Schwestern
habe ich kein Vertrauen ın der Welt.
25 Zu Weib und Kind
habe ich kein Vertrauen in der Welt.
Zu Geißel und Herrschermacht
habe ich kein Vertrauen in der Welt.
Zu Burgen und Bauten
30 habe ich kein Vertrauen in der Welt.
Zu prächtigen Gewändern und schönen Hüllen
habe ich kein Vertrauen in der Welt.
Zu Gemachtem und Geschaffenem
habe ich kein Vertrauen in der Welt.
35 Zur ganzen Welt und ihren Werken
habe ich kein Vertrauen in der Welt.
Nur nach meiner Seele gehe ich (suchend) umher,
die mir Generationen und Welten wert ist.
367, 15-368, 5 Sechzehntes Buch. Sechstes Stück. 391
Ich ging hin und fand meine Seele;
wozu sollen mir alle Welten?
Ich stieg zu den hohen Bergen empor
und stieg zu den tiefen‘) Tälern hinab.
Ich ging hin und fand Kustä, 5
[da freute sich?] mein Herz.
Ich ging hin und fand sie,
wie sie am Außenrande der Welten dasteht.
Sie steht da und drei ....... 5
hält sie in der Hand. 10
Bmes..... nahm ich von ihr,
da wurden meine Augen des Lichtes voll.
Ich nahm das zweite,
da machte ich meine Seele hell und klar.
Ich nahm das dritte, 15
da stieg ich empor und schaute den Lichtort. —
Gepriesen seiest du, König des Lichtes,
der du voll Erbarmens mit uns wurdest. —
Und gepriesen sei das Leben.
Sechstes Stück. 20
Belehrung des Auserwählten, des Gesandten des Lebens, an die Söhne Adams: Nur
fromme Werke, nicht irdische Güter führen zum Heil.
Der Auserwählte predigt von jenseits her
und klärt die Söhne Adams auf.
[368] Er klärt die Söhne Adams auf, 25
diese Einfältigen, die nichts erkannt haben.
Er spricht zu ihnen:
„O ihr einfältigen Leute,
worauf bauet ihr euer Vertrauen?
Wenn ihr am Süf-Meer ankommet, 30
womit wollet ihr das Süf-Meer überschreiten ?
Wenn ihr am Finsterberge ankommet,
womit wollet ihr den Finsterberg überschreiten ?
Wenn die Zeit eures Aufbruches da ist
und das Scheiden aus dem Körper kommt, 35
1) Im Texte steht falsch „hohen“; man hat dafür etwa NANPYON einzusetzen.
®) Ein Wort unsicherer Bedeutung, vielleicht eine Waffe, siehe Joh. II, p. 19°. Leid.
hat DIOIONW.
tIJ
in
30
392
holung aus der vorhergehenden Zeile.
Rechter Teil.
was wird eure Zehrung,
was eure Wegzehrung sein?“
Darauf erwidern sie ihm:
„Wohlan, unser Gold und unser Silber
ist unsere Wegzehrung.
Wohlan, unser Gut und unser Geld
ist uns eine Erlösung ').
Wohlan, unsere Geißel und unsere Herrschermacht
ist uns ein Helfer.
Wohlan, das Gemachte und das Geschaffene
ist uns eine Stütze auf unserem Wege.“
Der Auserwählte predigt von jenseits her
und klärt die Söhne Adams auf.
Er klärt die Söhne Adams auf,
diese Einfältigen, die nichts erkannt haben.
Er spricht zu ihnen:
„Nicht euer Gold, nicht euer Silber
ist euch eine Wegzehrung.
Nicht euer Gut, nicht euer Geld
ist euch eine Erlösung.
Nicht eure Geißel, nicht eure Herrschermacht
ist euch ein Helfer.
Nicht das Gemachte, nicht das Geschaffene
ist euch eine Stütze.“
Die Welten und Generationen versammelten sich dann
und begaben sich vor den Gesandten des Lebens.
Sie sprechen zu ihm:
„Bei deinem Leben, bei deinem Leben, Gesandter des Lebens,
offenbare uns die Geheimnisse des Weges.“
Da spricht er zu ihnen:
„Eure Hände sollen Almosen geben
und euer Herz im wahren Glauben stehn.
Unterwerfet euch und verehret den König des Lichtes,
damit er des Erbarmens mit euch voll werde.
Dies sei eure Zehrung,
dies eure Wegzehrung.“ —
Und gepriesen sei das Leben.
u) INImyT, das die meisten Handschriften hier noch haben, ist eine irrtümliche Wieder-
368, 23— 369. 14 Sechzehntes Buch. Achtes Stück. 393
Siebentes Stück.
Der Uthra bedauert, die Seele in den Körper geworfen zu haben, und verheißt, dab
die Stunde der Erlösung für die auf der Erde Beengten kommen werde.
Am Tore des Hauses des Lebens
verneigte sich der Uthra, setzte sich hin und predigte.
Er sprach:
„Da ich der Oberste unter den Lehrern war,
war ich den Schriftgelehrten ein rechter Leiter.
[869] Da ich der Oberste unter den Weisen war,
wer hat mich betört, so daß ich ein Tor wurde? 10
Wer hat mich betört, so daß ich ein Tor wurde
und die Seele in den Körper warf?“
Ferner sprach er:
„Wann wird das Maß und die Zahl der Welt voll sein
und es den Beengten, denen enge ist, weit werden? 18
Es wird weit werden den Edlen,
die früher besaßen und nichts mehr haben.
Es wird weit werden den Edlen,
Tibil'deki sıkıntıya katlan.
Tibil'de sıkıntıya katlanırlar, - 20
o zaman yedinin gücünden kurtarılacaklar.
Dar olana geniş olur,
çünkü dünya onu alt etti
içindeki tanrıyı alt eder * -
Sana hamd olsun, lordum, 25
mükemmel olanı mahkum etmediğini.
wı
Sekizinci parça.
Kötüler, soyundan gelen Kurtarıcı'yı baştan çıkarmaya çalışır ve irtidat eder
yap ama nafile.
Kim bu kimin oğlu 30
kimin türü bu kadar güzel?
Onun yolu çok güzel
ve kendini dünyada görür.
Kötüler ondan bahseder:
“Ona karşı şehvet bırakalım.
Ona karşı şehvet bırakmak istiyoruz
ve onu dünyada bizimle geride tut.
[VEYA]
ile
394 Sağ kısım. 369, 14-370, 4
Mürted olur, kalbi korkar,
ve efendisinin kendisine emrettiğini unutur.
Gerisini unutur
ve isyan onun üzerinedir.
Nazik yolu unutur ')
ve bizden sonra günahkarlarla gelin.)
wı
Rabbimin gücüyle ayaktayım
Yaratıcım insanın övgüsüyle').
Dayandım, kalbim korkmadı
10 ve efendimin bana emrettiğini unutmadım.
gerisini unutmadım
ve isyan bende değildi.
İlahileri ve dua kurallarını unutmadım
ve boş bir ilahi söylemedi.
Nazik yolları unutmadım
ve günahkarlarla onların peşinden gitmedi.
Hayır, ilahiler söyledim
ve bu dünyanın kötülerini devirdi.
onlara dedim ki:
28 "Bilmiyor musunuz ey kötüler,
dünyada mahkum olmadığımı?
Rabbime kulluk ettim ve hamd ettim
bana kim yardimci olur * -
[370] Ve hayat övülmüştür.
Dokuzuncu parça.
16)
sen
Gebet an die Kustä um Beistand hienieden und auf dem Wege zum Jenseits. Hinweis
auf die Vergänglichkeit alles Irdischen. Steht auch Joh. 178.
Kusta, dich bezeuge ich
als ein Mann, der nach Erkenntnis sucht.
30 Zu dir schauen meine Augen empor‘),
Auserwählte des Lebens, die hierher gegangen ist.
Wohlan, sage meinem Herzen, daß es ausruhe,
sage meinem Innern, daß es genese.
Y) 7 nach Leid.
°®) Wie richtig weiterhin.
S)Siehe Joh. IE pr 822
*) Nach Joh.: Zu dir lasse ich meine Augen emporschauen.
370, 4—18 Sechzehntes Buch. Zehntes Stück. 395
Sage meinen Gedanken,
daß sie an ihrem Platze fest bleiben.
Sage dem, der Flüsse überbrücket,
daß er mir über die Flüsse eine Brücke baue.
Sage dem Wächter der Meere,
daß er mir im Meere einen Übergang bewahre.
Sage dem, der Berge ebnet,
daß er mir auf den Bergen einen Weg ebne.
Sage dem Bildner der Bilder und Bildwerke:
auf dein eigenes Haupt schlägt die Begierde.
Sage dem körperlichen Baumeister:
führe eilends deinen Bau auf.
Eilends führe deinen Bau auf,
denn gar bald mußt du ihn verlassen.
Die Welt vergeht,
und ihre Werke werden verlassen.
Verloren geht das geliebte Gold,
und das Silber wird gesucht und nicht gefunden.
Die Herzen der Freude erblinden '),
und ihr Gesang geht dahin und wird zu nichte.
Der König verläßt seine Krone,
und die Edelleute gehen in die Gefangenschaft.
Die Vollkommenen steigen zum Licht empor,
doch die Frevler werden hier zurückgehalten. —
Und das Leben ist siegreich.
Zehntes Stück.
Lobpreis des Lebens. Bitte an das Leben um Gewährung von Kraft, um auf Erden
standzuhalten und zum Lichtort zu gelangen. Die Bitte wird gewährt.
Von allen Stimmen, die ich gehöret,
antwortete mir?) deine Stimme, du Sohn des gewaltigen (Lebens) ‘).
Lieblich ist die Stimme seines‘) Rufes,
süß die Stimme seiner Rede.
1) Siehe p. 60,24: 366,5. Joh. hat MPN) „werden ausgerissen“.
°) Lies INMY.
3) Siehe Lit., p. 147f.
*, D. h. des Lebens. Man sollte erwarten, daß auch die folgenden Verse sich auf den
Sohn des Lebens beziehen, aber diese Beziehung ist nicht möglich.
10
[07
Er
30
Io
ws
u
396
Rechter Teil. 370, 19—371, 16
Wundersam ist der Ort, an dem es thronet,
unbegrenzt sein Lobpreis'‘).
leuchtend und groß ist es in seinen Ordnungen
und tut alles, was es wünschet.
Wie ich an meinem Orte stehe,
sprach ich eine große Bitte aus.
Ich sprach:
„Wer mag mir von seiner hohen Kraft gewähren,
daß sie mir in den Zeitaltern eine Stütze sei?
Wer mag mir von seiner sanften Herrschermacht gewähren
und mir in allen Zeitaltern (in wunderbarer Weise) dienen’)?
Wer mag meinen Mund gleich der Mündung [371] des Fras-Zıwä
und meine Lippen gleich seinen beiden Ufern machen? [öffnen
Gleich dem Wasser, das in ihm läuft,
fülle er mich mit Gebeten, Hymnen und Gebetsordnungen.
Wer mag mich zu dem Orte emporbringen, an dem es (das Leben) thront,
der wundersam, hell, leuchtend und erleuchtet über die Maßen ist?
Wer mag mich mit seinem (des Lebens) Glanze bekleiden,
wer mich mit seinem Lichte bedecken?
Wer mag mich zu ihm emporbringen,
wer meine Seele in seiner Skins wohnen lassen?“
Wie ich an meinem Orte stehe,
gewährte es mir die Bitte, die ich ausgesprochen.
Es gewährte mir von seiner hohen Kraft,
daß sie mir in den Zeitaltern eine Stütze sei.
Es gewährte mir von seiner Herrschermacht,
daß sie mir in allen Zeitaltern (in wundersamer Weise) diente a)
Es öffnete meinen Mund gleich der Mündung des Fras-Ziwä
und machte meine Lippen seinen beiden Ufern gleich.
Gleich dem Wasser, das in ihm läuft,
füllte es mich mit Hymnen und Gebetsordnungen.
Es brachte mich zu sich empor
und ließ meine Seele in der Skina des Lebens wohnen.
Es zeigte ihr den Ort, an dem es thronet,
der wundersam, hell und erleuchtet über die Maßen ist.
Es bekleidete mich mit seinem Glanze
und bedeckte mich mit seinem Lichte.
Die Stätte, an der das große (Leben) thronet,
ist ein Ort, an dem die Guten ruhen.
!) Siehe oben, p. 55°.
®) >NINW ist wohl zu streichen, obwohl es auch weiterhin steht.
3) Statt on MANINT ist wohl InomoF zu lesen.
ü
371, 16—19 Sechzehntes Buch. Elftes Stück. 397
Die Stätte, an der das große (Leben) thronet,
ist ohne Mangel und Fehl.
Es ist ein Ort, dessen Sonne nicht untergeht
und dessen Lichtlampen nicht dunkel werden‘). —
Und das Leben ist siegreich.
Elftes Stück.
Das Stück fehlt in den Pariser Handschriften; es ist hier nach Cod. Leid. gegeben. —
Mandä dHaije ruft mahnend die Auserwählten, die jedoch seinen Ruf nicht hören wollen.
Ihzle\opie) Amn2b DOWN NDR MM22 NooR MI22 DOWRPT NTT NTINDT SON?
wT aınp Sy win RITNDD RT INON NITTND a Ban Ana NIRPD
NANTIY NIT ORDNTIY NPIND re ya NINPON MIMTPNRD) MP MP san
Sa\ypage KPTN RN NDINY NTTIR RTIRDT RIND RITINIDIENIPINY NITIR Hanna
ID) AMD pnD am MOTOR PIWIRD NDOIROYT NONTPRD) MP NOPRMD 8027
sans Ann NPD REWIIT RIN2T SIND TUD RI Nr Ra NT NDR
Nam oin D NT IND Fand RIND“
Der Ruf Manda dHaije’s ist es,
der am Außenrande der Welten steht’).
Am Außenrande der Welten steht er
und ruft nach seinen Auserwählten.
Nach seinen Auserwählten ruft er
und nimmt’) Zeugen gegen sie.
Er spricht:
„Leben, sei mir Zeuge
gegen die Gerufenen‘), die ich aus der Tibil rief.
Ich rief sie, befahl ihnen und wollte sie herausholen,
doch sie tun nicht, [was ich ihnen befohlen]°).
Sie verlassen die Werke des Lebens
und üben die Werke der Tibil.
Sie verlassen den Willen des Lebens
und üben den Willen der Körper.
Sie verlassen Lohnzahlung und Almosenspende
und straucheln über die Anstöße der Bösen.
1) Siehe Joh. II, p. 51 ob.
2) Siehe oben, p. 391, 8.
»), Vielleicht ist MUND) zu lesen.
# K19D Sy zu lesen? Unsicher.
2) Hinter NITIRD ist wohl MINTPRDT zu lesen. Dieses steckt vielleicht im vorher-
gehenden NINPEN.
vi
[6)
[@)
vi
[e$)}
°
398 Rechter Teil.
Ich rief sie und befahl ihnen:
Tuet, was euer Herr euch befohlen.
Verrichtet ') das Gebet und bereitet das Pihtä
und verehret und preiset das gewaltige Leben.
Das gewaltige Leben verehret und preiset,
damit ihr auf dem Pfade der Kustä emporsteiget
und den Ort schauet, den unbegrenzten.“ —
Und gepriesen sei das Leben.
t) Lies PI TION.
Siebzehntes Buch.
Erstes Stück.
Ein Stück bunten Inhaltes. Ein höheres Wesen spricht von der Stellung. die es jen-
seits einnimmt, und von der Belehrung und Erleuchtung, die es unter den Skinäs und Uthras
ausübt. Glanzwesen und. Weinstöcke werden geschaffen, und von diesen sondern sich Aus- ;
erwählte aus, die über die Lichterde aufgeklärt werden. Nach einem jetzt nicht am richtigen
Platze stehenden Stücke sollen auch die Frommen unter den Söhnen Adams belehrt werden.
Das Leben fordert Hibil-Ziwä auf, die Auserwählten auf Erden über die verborgenen Dinge
zu belehren, namentlich über die Wolken, die den hehren Wesen als Sitz dienen. Es folgt
eine Aufzählung der von oben her stammenden Gebete, die hier zurückgelassen, d. h. den ıo
Gläubigen nicht entzogen wurden. In dem Stücke wird als höchstes Wesen vorwiegend der
große, gewaltige Mänä genannt, doch daneben das große Leben und der Herr der Gröbe.
Im Namen des großen Lebens.
Jenseits, jenseits stehe ich da
mit den Worten des großen, gewaltigen Mänä, 15
aus dem sieben Leuchten entstanden.
Jenseits, jenseits stehe ich da,
ich und die Helfer, die mit mir entstanden sind.
Ich glänze im Gewande des großen (Lebens),
ich leuchte in der Macht des gewaltigen (Lebens) '). 20
Jenseits, jenseits stehe ich da,
ich und die Wolke”), die mit mir entstanden ist.
Jenseits, jenseits stehe ich da,
in der verborgenen Säule, die im bereiten®) Äther aufgerichtet
Ich leuchte durch geheime Reden, list. 25
ich spreche‘) in trefflichen Gebetsordnungen.
1) Leid. hat NIINY77. ®\ D.h. seine Gattin.
®) D. h. hehren, jenseitigen, siehe p. 152'.
4) Oder „ich glänze“ in Parallele zu ..ich leuchte‘? Siehe Joh. II, p. 11f.
5
10
in
20)
400
Rechter Teil. 372, 21—878, 7
Ich leuchte durch die geheime Rede,
die ich mit mir aus dem Lichtort gebracht habe.
Ich schuf großen Glanz,
zog sieben Jordane hin und richtete in ihnen Skinäs auf.
Ich belehrte sie über die Gemeinschaftlichkeit
und die Kustä, die von jeher war.
Ich belehrte sie über den Weg,
auf dem der große, gewaltige Manä emporgestiegen ist.
Mit meiner Erleuchtung und meiner Lobpreisung
verehren und preisen die Uthras in vollkommener Weise.
Ich erleuchtete sie in ihren Skinäs
Als
und stellte vor ihnen wundersame Leuchten auf.
Adam geschaffen wurde,
das Haupt des Zeitalters für seinen ganzen Stamm,
als Adam, das Haupt des Zeitalters, geschaffen wurde,
wurde ihm eine Gefährtschaft gebildet.
Sein Stamm verbreitete sich von ihm,
und die Gemeinschaft des Lebens wurde mächtig.
Mächtig wurde des Lebens Gemeinschaft,
die jeglichen Ortes wundersam, glänzend und leuchtend ist.
Die Männer von erprobter Gerechtigkeit wurden geschaffen,
an denen Mischung oder Lüge‘) [373] nicht ist.
Nicht war Mischung oder Lüge an ihnen,
Sie
Sie
Sie
Sie
Sıe
nicht war an ihnen ein Gebilde der Finsternis,
nicht war an ihnen Haß, Eifersucht und Zwietracht.
wurden ruhige Vollkommene genannt,
die aus Ruhigen?) hervorgegangen sind.
wurden mächtig durch ihre geheimen Reden,
und vor ihnen wurden Hüter geschaffen.
wohnten da, blühten auf, und wurden mächtig,
und die Stirnlocken wurden ihnen auf dem Haupte gedreht.
wurden über den großen Glanz aufgeklärt
und über das Licht, das am verborgenen Orte lohet.
wurden über die Kraft und die Festigkeit und über die Erleuchtung
des Jawar Manda dHaije, der hierher gegangen ist’). [aufgeklärt
") B hat NI70D7 „der Lüge“. Zu NIINDT siehe Text 259,3, zu NIINDY 310,9.
®) Wohl NYonD > zu lesen. Der Sinn „plötzlich“, den won > sonst hat, paßt
hier nicht.
3) Dieses Stück von den Frommen unter den Söhnen Adams unterbricht den Zusammen-
hang. Hier wird zunächst von den himmlischen Wesen gesprochen, und der folgende Vers
schließt sich an Vers 12 an. Es hatte wohl ursprünglich seinen Platz hinter p. 401,12 und
hatte seine Fortsetzung in dem dort folgenden Stücke.
2
373, 7974, 4 Siebzehntes Buch. Erstes Stück. 401
Wohlan, es freuten sich die Uthras ihrer Rede,
die Vollkommenen ihres glänzenden Schatzes.
Am Tore des Hauses des Lebens
wurde dem Obersten der Glanzwesen ein Thron aufgestellt ').
Vor den ruhigen Glanzwesen 5
wurde ein Jordan in vollkommener Weise hingezogen.
Drei Skinäs wurden gegründet
und sieben Weinstöcke geschaffen.
Sieben Weinstöcke wurden geschaffen,
die von Jökabar-Ziwä herkamen. 10
Sie glänzen in ihren Gewändern
und leuchten im Glanze, der von jenseits herkam.
Glanz, Licht und Leuchten kamen vom großen, ersten Maänä her,
und er gewährte allen Welten Kraft.
Die Auserwählten, die aus allen wohlduftenden Weinstöcken hervor- ı;
sonderten sich von ihnen ab. [gegangen sind,
Sie stiegen vor das gewaltige Leben empor,
und dieses ließ sie in ihren Skinäs wohnen.
Wie sie in ihren Skmas dasitzen,
wurden sie über die Erde des Lichtes aufgeklärt. 20
Sie wurden über die Kraft und die Festigkeit und über die Erleuchtung
des Jäwar Manda dHaije, der hierher gegangen ist. [aufgeklärt
Das große Leben hub an
und redete zu Hibil-Ziwa.
Es sprach zu ihm: 25
„Gehe, belehre die Auserwählten,
die in der wüsten Einöde weilen.
Belehre sie über die verborgenen Wolken
und über den Glanz, der an jeglicher Stätte hingezogen wurde.
Belehre sie über die Zeltdächer 30
und über die Skinas und Jordane, die jeglichen Ortes geschaffen
Belehre sie über die großen, inneren, verborgenen Eier’), [wurden.
die vor dem Herrn der Größe entstanden sind.
Sie sind [374] vor dem Herrn der Größe entstanden
und als Uthras°) hierher gegangen. 35
Belehre sie‘) über Nhür-Haije-Anäna (die Wolke),
in der der Herr der Größe verborgen sitzt.
Belehre sie über Kimsath-Anäns,
in der der kleine Pirün verborgen sitzt.
1) Siehe oben, p. 94, 23.
2) Leid. hat N’DYI7.
3) Man erwartet NIMy 2.
*) Auch hier und im Folgenden ist TIDWIMEN zu lesen.
Lidzbarski, Ginza. 96
402 Rechter Teil. 374, 4—375,5
Belehre sie über die Wolke Jungfrau,
in der Hibil-Ziwa wohnet.
Sie sollen über Sahrath ')-Ebdath-Ukisrath-Anana (die Wolke Wachte,
[Machte und Vollbrachte) belehrt werden,
5 in der der große, gewaltige Mäna und seine Nitufta sitzen.
Sıe sollen über Jasmus-Anänä belehrt werden,
in der Sarrath, der große, verborgene, erste Weinstock, verborgen ist.
Sie sollen über Sidar-Kasia-Anana (die Wolke, die verborgene Gebets-
[ordnung) belehrt werden,
10 in der der große Jürä, der Schatzmeister, verborgen ist.
Sie sollen über Tatagmür-Anana belehrt werden,
die dem erstgeborenen Sohne des Jösamin gegeben wurde.
Sie sollen über Pihtath-Unihrath (sie öffnete und leuchtete auf) und
Nifgath-men-gau-maijä (sie ging aus dem Wasser heraus) belehrt werden,
15 die beiden Wolken, die sie Nsab und Anan-Nsab gaben.
Sie sollen über Bärath (sie leuchtete) und Ethrauribath (sie wurde
[überragend), die beiden Wolken, belehrt werden,
in denen Sar und Sarwän wohnen.
Sie sollen über Nhar (er leuchtete) und Kbar (er wurde groß), die
Be [beiden Wolken, belehrt werden,
in denen Silmai und Nidbai wohnen.
Sie sollen über Kbar-Anänä belehrt werden,
die seiner reinen Rechten gegeben wurde.
Sie sollen über die Wolke „der kleine Knabe“) belehrt werden,
25 deren Name Saskel-Anana ist.
Sıe sollen über Masglel-Anana belehrt werden,
die geschaffen und Ptahil gegeben wurde.
Sie sollen über die Mengen, Mengen Gebete belehrt werden,
die im Sinne der Männer von erprobter Gerechtigkeit [ruhen]. “
30 Von dieser Welt‘) steigt Kraft, Festigkeit und Rede an ihren Ort empor,
und in der Tibil bleibt nur Trübung zurück.
Von den Gebeten‘) des Hauses des Ram-Ziwa haben sie elf zurück- ,
gelassen. Von den Gebeten des Anan, des Mannes Anan, haben sie vierund-
zwanzig [375] zurückgelassen. Von den Gebeten des Hauses des Jäwar-Ziwä
35 haben sie vierundvierzig zurückgelassen. Von den Gebeten des Jäwar-Ziwä
haben sie sechsunddreißig zurückgelassen. Von den Gebeten „Das Haupt
der Kraft und des Wissens“ «x +++. Sie hoben ihr Geheimnis in die Höhe?)
und die Kraft der ganzen Erde, alles Gemurmel, das die Uthras in dieser
Welt murmelten.
-
!) Leid. hat ANYT’W, Sihrath; R 322,3 hat MNINW. siehe auch p. 326, 41.
?) Wohl „des kleinen Knaben‘, siehe oben, p. 235.
3) Möglich, daß die Worte NDON INT 730 der Rest eines ausgefallenen Satzes sind.
1) Das Prosastück schließt sich wohl an Z. 29 an.
5) Auch Leid. hat NNPDN. siehe auch Text, Z. 9.
375, 5—22 Siebzehntes Buch. Erstes Stück. 403
Von den Gebeten „Wenn das gewaltige, erste Leben in seiner Skina
sitzt“ haben sie dreißig zurückgelassen. Von den Gebeten „Das große My-
sterium und der Spruch, die an den Wassersprudeln ruhen“, haben sie (einige)
verdeckt. Von den Gebeten „Als Hibil-Zıwäa wollte“, „Als er hinging und
zum Hause des Abathur kam“ haben sie (einige) von der Welt empor- 5
gehoben. Von den Gebeten „Oben auf dem Äther“) haben sie zwei
zurückgelassen. Von den Gebeten des Hauses des Bihram haben sie (einige)
abgetrennt und den Helfern überlassen. Von den Gebeten „Über die
Tannas“°) haben sie sieben zurückgelassen.
Denn sie wußten, daß unter den Männern von erprobter Gerechtigkeit
sich Lüge in der Welt bilden werde’).
Von diesen trüben Sprößlingen der Finsternis
ist die Gestalt blind und leuchtet nicht.
Diese Näsoräer, die eine Weisheit der Lüge aus ihrem Innern hervor-
und trübe Reden in die Welt [hinaussenden], [holen 15
jene Näsoräer der Lüge
werden am großen Tage des Endes ein Ende nehmen.
Ihr Name wird aus dem Hause des Lebens ausgerottet werden,
und ihre Augen werden das Licht nicht schauen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 20
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
En
o
Zweites Stück.
Ein „Wesen“ des Lebens kommt mit reichem Glanz zur Welt und bringt den Gläubigen
geheimes Wissen und Lehren mit. In loser Anknüpfung an die Nennung Adams wird eine
Rede Adams angefügt über die Versuchungen, welche Rühä und die Planeten unter die 25
Gläubigen bringen, und über die Strafen, denen die Abtrünnigen verfallen. Mahnung an die
Gläubigen, des Tages eingedenk zu sein, an dem sie ausgefragt und zur Rechenschaft gezogen
werden. Eindringliche Warnung vor der Benutzung farbigen Zeuges. Der Lohn der Frommen.
Im Namen des großen Lebens.
Gekommen ist das Wesen‘) des Lebens 30
und richtete uns die Leuchte des Lebens auf.
2) Siehe Lit., p. 228, LIX.
2) by leitet vielleicht nur das Objekt ein, also „Die Tannäs“.
®) Man hat wohl NW NP A227 zu lesen, und der Vers ist so aufzufassen.
Schwerlich ist XD’ 0712 zu lesen, so daß dieses Subjekt zu NY wäre NP NW]
steht parallel NYNUN), und auf sie bezieht sich NITNN won yorn.
4) SıNYy, Q'NYy findet sich an einigen Stellen als Bezeichnung für höhere Wesen: Lit.,
p. 134,7; 138, 3; Cod. Par. 15, fol. 28a (Cod. 25, f. 34b, NYDNT NNY). Es soll wohl heißen
das wirklich Seiende im Gegensatz zum Vergänglichen, Irdischen. Siehe auch Zeüschr.
für Semitistik 1 (1922), p. 1.
26*
30
55
404
Rechter Teil. 375, 22— 376, 14
Es kam mit reichem Glanz,
wundersam und endlos.
Es brachte uns’) geheime Sprüche,
damit wir‘) durch sie in dieser Welt aufgeklärt werden.
Wir 'sollen durch sie in dieser Welt aufgeklärt werden
und den Mann, unseren Schöpfer), preisen.
Wir sollen das große Leben preisen,
denn das Leben pflanzte uns eine Pflanzung.
Es pflanzte uns eine Pflanzung des Lebens
[376] und gewährte uns Helfer.
Es gewährte uns verborgene Vollkommene,
die uns von allem Häßlichen befreien.
Es belehrte uns über die Gebete,
die Adam in dieser Welt verrichtete.
Es belehrte uns über den Äther-Weinstock,
über die Rede des Lichtes, aus der er Erkenntnis holte,
und über die Gnade°), die Hibil-Ziwä
dem Adam in dieser Welt brachte.
Adam, das Haupt des ganzen Stammes, sprach:
„leh bin Adam,
mir war Hibil-Ziwa ein Helfer‘).
Hibil war mir ein Helfer
und erlöste mich aus der Welt,
von der Bangigkeit der sieben Sterne,
die sie gegen die Seelen loslassen,
von der Verfolgung der zwölf Sterne,
aus denen jede häßliche Gestalt hervorgegangen ist,
von der Wut°) und der Glut,
die sie gegen ihre Körper loslassen.
Sie verfolgen die Seelen,
die des Lichtortes wert und würdig sind.
Sie bringen Leid
über die wahrhaften, gläubigen Männer.
Sie bringen Verfolgung und Seufzen
über die Seelen, die das Leben bezeugen.
Sie bringen die Nasöräer zum Straucheln,
so daß sie des Lichtortes unwürdig sind.
') Lies KON und NIWNIONNT.
®) Lies INIYN); Leid. hat YNIYN).
») Wohl so aufzufassen. „Gewürz“ heißt NMYIND hier kaum, obwohl dieses in den
apokryphen Adamsgeschichten eine Rolle spielt, siehe besonders die syrische ‚„Schatzhöhle‘,
*) Siehe Joh. II, p. 60°.
°) XD scheint hier diesen Sinn zu haben, vgl. Nöld., p. 105,9. Siehe auch oben, p. 2591,
376, 14— 877,8 Siebzehntes Buch. Zweites Stück. 405
Die Finsternis bedrückt sie,
und sie straucheln weg vom Lichte.
Vom Lichte weg straucheln sie,
und Rüha ruht auf ihnen.
Auf ihnen ruht Rüha
und hält sie in den Wohnsitzen der Schwelgerei in Musik gefangen.
Über diejenigen, die auf Zechgelagen zechen und singen,
wird schwerer Zorn kommen.
Sie werden eines zweiten Todes sterben,
und ihre Augen werden das Licht nicht schauen.
Nicht werden ihre Augen schauen das Licht,
nicht werden ihre Füße Festigkeit finden.
Über denjenigen, der auf ein Lager von Polstern ') tritt,
wird schwerer Zorn?) kommen.
Wehe den Näsoräern,
die die Sieben in dieser Welt zum Straucheln gebracht haben.
Sıe verfielen in die Trunkenheit der Planeten,
daher sollen sie ın das verzehrende Meer fallen’).
[In das verzehrende Meer] sollen sie fallen
und mit einer Feuergeißel gepeitscht werden.“
Euch rufe ich zu und erkläre ich,
ihr Seelen, die ihr das Leben [377] bezeuget:
Bleibet fest in dieser Welt,
bis euer Maß‘) voll ist.
Euch sage und erkläre ich,
ihr Seelen, die ihr im hinfälligen Hause wohnet:
Wenn ihr aus eurem Körper scheidet,
welchen Bescheid werdet ihr dem großen Leben geben?
Was werdet ihr dem Boten sagen,
der euch aus der Welt erlöset?
Was werdet ihr den Wachthäuslern
und dem Gefangenenaufseher’) sagen, die dort wohnen?
Was werdet ihr Anös-Uthra sagen,
wenn ihr vor ihm zur Rechenschaft gezogen werdet?
Was werdet ihr Abathur-Uthra sagen
über das Gewand der Finsternis, das ihr in dieser Welt traget,
1) Leid. hat wie D SYD.
2) Leid. hat NY.
ö), Siehe p. 38.4.
%) Lies NIR9YIT.
5) Ein Genius der Unterwelt, der auch in Palmyra verehrt wurde und dessen Tempel
in der Einleitung zu dem dort gefundenen Zolltarif genannt wird, siehe Siizungsberichte
der Berliner Akademie 1916, p. 1218.
5
a5
20
25
30
406
Rechter Teil. 377, 8—878, 3
über die sieben ..... on
die aus der Nase Urs, des Herrn der Finsternis, herausgekommen
über die zwölf farbigen Zeuge, [sind,
die aus der unteren Finsternis herausgekommen sind?
Meine Auserwählten! Ich sage euch über die weißen Gewänder.
Wer in jenem gefärbten Zeug getauft wird’).
Ein jeder, der darin getauft wird und sich damit bekleidet,
wird zur Natur des finsteren Ortes hinabstürzen ’).
Wer sich darin einwickelt und darin schläft,
wird in der unteren Gehenna lodern.
Wenn er aus dem Körper scheidet,
wird er in den Nebelwolken der Finsternis verdeckt werden.
In den Nebelwolken der Finsternis wird er verdeckt werden
und wird den Sieben als Anteil anheimfallen.
Ein jeder, der sich von ihnen freimacht
und vor ihnen allen auf der Hut ist,
wird befreit werden von ihrem Schwerte, ihren Schlingen, ihren Banden *)
[und ihren Ketten,
sowie vom Schwerte und der Bosheit, die Christus in dieser Welt
Ein jeder, der sich von ihnen freimacht, [ausgesät hat.
wird emporsteigen und das gewaltige Leben in seiner Skinä schauen.
Er wird Säm, den reinen Weinstock, schauen
und den Baum Astarwän’), aus dem er hervorgegangen ist.
Er wird Sar, den Weinstock, schauen,
er wird in seinen Zweigen, Sprossen und Blättern Platz finden.
Er wird ein Gewand gleich dem Gewande des Bihräm-Uthra tragen
und emporsteigen und den Lichtort schauen.
Den Lichtort wırd er schauen,
wird schauen [378] den lichten Wohnsitz.
Er wird suchen und finden
für die Seelen, die im hinfälligen Hause wohnen. —
Du warst siegreich Mandä dHaije
und führtest alle deine Freunde zum Siege.
1) Siehe oben, p. 93°. 2) Die Verse sind lückenhaft.
8) Leid. hat NPDN), lies NYDW vgl. Text 80, 10.
*) Siehe oben, p. 104°, 382%. Leid. hat NNPNND), was die Lesung NND) gegen
pymor BD stützt.
°) Ein mir sonst unbekannter Baum. Nach ANDREAS ist es wahrscheinlich persisch
„Sternbaum“.
Achtzehntes Buch.
Eine Weltgeschichte, freilich eine mandäische. Ptahil schafft Himmel und Erde, alles
auf der Erde, auch das erste Menschenpaar. Als Weltdauer werden 480000 Jahre bestimmt.
Die Zeit wird unter die Planeten und die Tierkreisbilder verteilt. Zahlenangaben über die
Dauer der Weltperioden bis zur Sintflut; Noah und die Sintflut. Nach dem Zeitalter Sems
wird Jerusalem von Adönai-Jörabbä gegründet. Abraham zieht nach Ägypten, später verlassen
die Juden unter Jorabbäs Führung Ägypten, ziehen durch das Meer, dann durch die Wüste
und lassen sich in Jerusalem nieder. Vierhundert Jahre hernach wird Jesus geboren. Auf-
zählung der altiranischen und sasanidischen Könige. Die Ereignisse in der Welt vom Jahre
791 bis zum Jahre 803 der Fische und dann noch über das Jahr 850. Auf die Herrschaft
der Perser folgt die böse Zeit der Araber. Daran schließen sich noch apokalyptische Ent-
hüllungen über die Endzeit.
Dieser Traktat ist der einzige, dessen Abfassungszeit sich enger begrenzen läßt
Seite 414 wird die Dauer der Araberherrschaft mit 71 Jahren angesetzt, was nach den ersten
Jahren des 8. Jahrhunderts nicht gesagt sein kann. Die Annahme einer so kurzen Dauer des
Araberreiches, für welche die neben den Zahlen 70 und 72 beliebte Zahl 71 angenommen
wird, ist aber wahrscheinlicher für die ersten Jahre des Islams, so daß der Traktat etwa um
die Mitte des 7. Jahrhunderts redigiert sein dürfte. Der Verfasser hat aber älteres Material
verwertet. Die „Könige der Araber‘‘ werden vor dem Sturze der Sasaniden-Herrschaft an-
gesetzt. Es sind wohl die arabischen Könige von Hira, auf deren Gebiet ein Teil der Mandäer
wohnte. Neben den islamischen Herrschern haben ja auch Könige von Babel, mit denen nur
die Perserkönige gemeint sein können, keinen Platz. Ja die Art, wie stellenweise von den
Göttern und Tempeln gesprochen wird, zeigt, daß auch noch Material heidnischer Herkunft
verarbeitet ist. Der Traktat bedarf für die Einzelheiten einer eingehenden Untersuchung ').
Im Namen des großen Lebens.
Am ersten Tage, am ersten Orte, in der ersten Stunde, als <Abathur
und) °) Ptahil kam, den Himmel ausspannte, die Erde dichtete, das Firmament
ausspannte, die Meere spaltete, die Berge ausschnitt, die Fische in den
Meeren, die gefiederten Vögel und das Viehgetier jeglicher Art bildete, Frucht,
1) Ich habe das Manuskript des Traktates wegen der astrologischen und apokalyptischen
Partien an Franz BOLL mit der Bitte gesandt, ihn daraufhin durchzusehen, ob er Bekanntes
enthielte. Das Manuskript kam in Heidelberg am Todestage BOLL’s an.
2) Dies ist eingeschoben; die Verba stehen auch hier und weiterhin im Singular.
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35
408 Rechter Teil. 378, 32—380, 7
Traube und Baum als Speise für Adam und als Getränk für Adam, Hawwä
und seinen ganzen Stamm bildete, wohlriechende Pflanzen, Sämereien,
Blumen, Blätter und Heilkräuter schuf, alsdann überlegte (Abathur und)
Ptahil, betrachtete sich, sah seine Gestalt, schuf Adam, den Mann, und schuf
ihm Hawwä, das Weib, von denen das Geschlecht sich in der Welt ver-
breitete.
Alsdann wurden Maß und Zahl dieser Welt verliehen. Von dem Tage,
da Adam geschaffen wurde, bis zum Ende der Welten sind es 480000 Jahre.
Alsdann wurden Maß und Zahl [379] den sieben Planeten und den
zwölf Lenkern verliehen. Das Maß wurde in sieben untereinander gleiche
Teile geteilt, so daß keiner zu viel, keiner zu wenig hat. Einem jeden
Manne fielen als Anteil zu 68571 Jahre, 5 Monate, 4 Tage, 6‘ Stunde,
4 Sosse und 1'/ Augenblicke. Die 12 Zodiakalzeichen dauern neben den
sieben Planeten, und die sieben Planeten dauern neben den zwölf Zodiakal-
zeichen. Dem Maße des Bel entnehmen die zwölf Zodiakalzeichen, wenn dem
Bel noch 9000 Jahre übrig bleiben. Die zwölf Zodiakalzeichen empfangen
von ihm, dann dauern sie 9000 Jahre zusammen mit Bel und 69[000 Jahre]
zusammen mit Nerig. Von diesen 78000 Jahren, die die zwölf Zodiakal-
zeichen dauern, teilten sie dem Widder 12000 Jahre als Anteil zu‘), dem
Stier 11000 Jahre, den Zwillingen 10000 Jahre, dem Krebs 9000 Jahre, dem
Löwen 8000 Jahre, der Ähre 7000 Jahre, der Wage 6000 Jahre, dem
Skorpion 5000 Jahre, dem Schützen 4000 Jahre, dem Steinbock 3000 Jahre,
dem Wassermann 2000 Jahre, den Fischen 1000 Jahre.
Alsdann, von dem Tage, da Adam geschaffen wurde, bis daß die Welt
durch Schwert und Pest hingerafft wurde*), sind es 216000 Jahre. In den
Jahren des Sternes Sin (des Mondes) gingen 10000 Jahre von den Jahren
des Sın hin, bis daß die Welt durch Schwert und Pest hingerafft wurde.
Aus ihnen wurden zwei Menschen zum Leben erweckt°), ein Mann Namens
Ram und ein Weib Namens Rüd, von denen die Welt zum Leben erweckt
wurde.
Bis daß die Welt durch Feuer hingerafft wurde, [380] sind es
156000°) Jahre. Als 29000 Jahre vom Anteil des Bel dahingegangen waren,
wurde die Welt durch Feuer hingerafft. Es verzehrte die ganze Welt, es
verzehrte zwölf ...... °) Staub auf der Erde.
Alsdann wurden von ihnen zwei Menschen zum Leben erweckt’), ein
Mann Namens Surbai und ein Weib Namens Sarhabel, von denen die Welt
zum Leben erweckt wurde. Von dem Tage, da die Welt durch Feuer
hingerafft wurde, bis daß sie durch Wasser hingerafft wurde, waren es
100000 Jahre.
!) Siehe p. 138.
?) Siehe oben, p. 27.
) Man erwartet „blieben übrig‘, siehe p. 27, 23, 30.
*) So muß es heißen; der Text hat falsch 150000.
5) Siehe oben, p. 83°.
“=
380, 8—381, 3 Achtzehntes Buch. 409
Alsdann, als noch 8000 Jahre von den Jahren [des Nerig]'‘) übrig blieben,
erging ein Ruf an den Archen-Noah und sprach zu ihm: „Baue eine Arche.“
Alsdann brachte Noah entsprechend dem Befehle Zimmerleute herbei, fällte
Zedern vom Amanus’) und weibliche Zedern’) vom Libanon und baute
dreihundert Jahre lang. Er fügte die Arche zusammen im Längenmaße von
300 Ellen, in der Breite von 50 Ellen, in der Höhe von 30 Ellen. Dann
nahm Noah von jeder Gattung je zwei, Männlein und Weiblein, und brachte
sie in die Arche hinauf. Dann kamen durch 42 Tage und 42 Nächte die
oberen Wasserquellen vom Himmel und die unteren Wasserquellen von der
Erde, überschwemmten die Berge und überschwemmten die Höhen. Da
wurde die ganze Welt durch Wasser dahingerafftt.
Die Arche schwamm auf dem Wasser elf Monate dahin. Nach den
elf Monaten ward Ruhe, und die Arche senkte sich und blieb auf dem Berge
Qardün‘) sitzen. Da erkannte Noah in seiner Seele, daß Ruhe in der Welt
war. Noah sandte dann den Raben aus und sprach zu ihm: „Geh hin,
siehe, ob Ruhe in der Welt ward.“ Der Rabe ging hin und fand einen
Leichnam. Er aß von ihm und vergaß was Noah [381] ihm befohlen. Als-
dann schickte Noah die Taube hinter ihm her und sprach zu ihr: „Geh,
siehe, ob Ruhe in der Welt ward. Wo ist der Rabe, den ich vor dir aus-
gesandt habe?“
t, Dies ist zu ergänzen. Es wird hier eine Reihenfolge der Planeten vorausgesetzt,
wie sie oben, p. 28, 192; 46, 126 gegeben ist, von der die pp. 115, 124ff., 176, 347 ab-
weichen. Über die Planetenfolgen bei‘den Babyloniern siehe ZIMMERN in Keilinschriften
und Altes Testament’, p. 622f. Die Rechnung hier ist folgende: Die erste Periode, von der
Weltschöpfung bis zur Katastrophe durch Schwert und Pest, dauerte die Zeit von Sonne,
Venus, Merkur und 10000 Jahre von der Zeit des Mondes, also 3 >< 68571 + 10000, das sind
215713 Jahre. Für die zweite Periode bleiben dann noch von der Zeit des Mondes 58571 Jahre,
dazu kommt die Zeit des Saturn mit 68571 Jahren und 29000 Jahre von der Zeit des Jupiter,
das macht 156142 Jahre. Für die dritte Periode bleiben 39571 Jahre des Jupiter, dazu
kommen 60571 Jahre des Mars, das macht 100142 Jahre. Die Zahlen sind also abgerundet.
Die oben, p. 27f., 45f. nach Menschenzeitaltern gegebene Dauer der Perioden ist viel kürzer.
?) Statt INN lese ich INONT. Die Kenntnis der Zedern des Amanus geht wohl, wenn
auch indirekt, auf babylonische bzw. assyrische Quellen zurück, in denen öfter von ihnen die
Rede ist. Ebenso hat weiterhin das Motiv, daß der von Noah ausgesandte Rabe eine Leiche
fand, von ihr aß und deshalb nicht zurückkehrte, das sich im Alten Testament nicht findet,
letzten Endes seine Quelle im Gilgames-Epos. Hier heißt es Taf. XI, 155, daß der ausgesandte
Rabe „fraß .... nicht umkehrte*., Das Motiv lebte mündlich oder literarisch in Babylonien
fort und wurde weiter ausgeschmückt. So ist es denn auch in die vorliegende Erzählung
gelangt, wie auch in das syrische, jüdische und arabische Schrifttum (siehe M. GRÜNBAUM,
Neue Beiträge zur semitischen Sagenkunde, p. 82f.. Nach dem arabischen Targüm bei
LAGARDE, Materialien zur Kritik und Geschichte des Pentateuchs II, p. 79 findet sich
der Zug bereits bei Ephräm. Im Bienendbuch des Salomon von Basra (ed. BUDGE, p. 32)
wird in diesem Zusammenhange auf ein Sprichwort hingewiesen, in dem von Noahs Raben
die Rede ist; um so leichter konnte sich das Motiv erhalten.
3) Siehe Joh. II, p. 157%. E
*) Das Gebirge der Kordyäer (Gebel Güdi) nach Berossus (JOSEPHUS, Arch. I, 93),
dann von Juden, Christen und Muslims übernommen (Onkelos und PSittä zu Gen. 8,4; TABARrr,
Annales 1, p. 197).
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20
2
De]
410 Rechter Teil. 381, 3—382, 11
Da ging die Taube hin und fand den Raben, wie er über einem
Leichnam saß und von ihm aß. Sie sah den Ölbaum, der auf dem Berge
Qardün stand und dessen Blätter aus dem Wasser herausragten. Die Taube
pflückte von ihm und brachte es Noah, damit er in seiner Seele erkenne, daß
Ruhe eingetreten sei. Da verfluchte er den Raben und segnete die Taube’).
Alsdann wurde das Zeitalter dem Sum (Sem), Sohn des Noah, und
seiner Gattin Nhüraitä°) bewahrt, von denen die Welt wieder erweckt wurde.
Es vergingen dann 6000 Jahre, und 2000 Jahre blieben übrig. Da über-
legte Jorabbä, den die Juden Adonai nennen, er, seine Genossin Ruha und
die sieben Planeten. Sie planten, eine Partei zu gründen. Auf Befehl des
Adonai bauten sie eine Stadt, die man Ort Jerusalem nennt. Sechzig Meilen
mißt sie in der Breite. Tausend Jahre sollte sie in Blüte, tausend Jahre in
Verwüstung dastehn, und die ganze Tibil sollte dann verwüstet werden.
Alsdann wurde Abraham, der Vater der Juden, geschaffen. Er und
sein ganzer Stamm zogen°) nach dem Lande der Ägypter, deren König den
Namen König Pharao führte. Die Juden mußten viel Böses von den Ägyptern
und König Pharao erdulden‘). Alsdann führte sie Jorabba, Rühä und der
Gott, den sie verehren, aus dem Lande der Ägypter heraus. Die Juden
beeilten sich, als ihr Gott sie herausführte, und an einem Tage zogen sie
durch das Meer°). Er spaltete ihnen [das Meer], und das Wasser des Meeres
erhob sich zu zwei Wällen, zwei Bergen gleich, so daß alle Juden hindurch-
zogen. [382] Sie wanderten dann durch die wüste Einöde. Dann zogen
sie in Jerusalem ein und ließen sich da nieder °%. Dann kam König Pharao
hinter ihnen her, er und sein ganzes Heer. Siebzig Myriaden ”), 770000
Ägypter waren mit König Pharao. Er sieht das Meer ohne Schiff, Floß
und Furt. Dann sieht Pharao einen Weg auf dem Grunde des Meeres,
während das Wasser des Meeres sich zu zwei Bergen zusammengezogen
hat. Dann stieg die ganze Phalanx des Königs Pharao hinter den Juden
hinab, da legte sich das Meer°) um die Phalanx des Königs Pharao. Nur König
Pharao mit seinen Freunden und Helfern in den Verfehlungen entkamen.
Dann, bis daß vierhundert Jahre in Jerusalem vergingen, wurde Jesus,
Sohn der Mirjam, nicht in Jerusalem geboren. Alsdann wurde Jesus, das
‘) Vgl. GRÜNBAUM, a. a. O., p. 82.
?) Die Worte sind, wie aus dem folgenden Relativsatz zu ersehen ist, so aufzufassen,
nicht „Sohn des Noah und dessen Gattin Nhüraitä“, obwohl oben, p. 46, 4 Nüraitä die Gattin
Noahs ist, siehe auch Joh. II, p. 58.
®) Statt WıN2 muß ein Verb dieses oder ähnlichen Sinnes dagestanden haben.
*) Statt NMWY2D (auch Leid. so) ist mit CD xNW2 zu lesen und N2WN hat den
gewöhnlichen Sinn „sie fanden“. NÖLDEKE’s Auffassung Gram., p. 104! ist mir unwahr-
scheinlich. Ein Verb IWN im Sinne „Klagen“ findet sich im Mandäischen nicht.
°) Der Text ist hier stark verderbt. Schon Fan NINDN) neben NIN ist auf-
fällig. Leid. hat TOYanR7T RDÖRD FIRD ]D NTNDN), was nicht besser ist.
‘) Die letzten beiden Sätze gehören an das Ende dieses Absatzes.
”) Ist wohl zu streichen, denn es deckt sich mit NVDON NDYDND im Folgenden.
°) Ich lese mit D NDN). Londd. und Leid. haben NENN NO, Oxf. 891 NDN.
382, 11—384, 4 Achtzehntes Buch. 41
Haupt der Christen, geboren. Er schuf sich eine Kirche und wählte sich
eine Gemeinde.
Nun sage ich, daß für die Könige, die von den Wasserfluten bis jetzt
und bis daß die Jahre der Könige vollendet werden, (leben), die Jahre, die
ein jeder König regiert, ausgesprochen sind.
Der König‘) Arudan Gaimurat war am Anfange aller Könige. Er
regierte (dauerte) 900 Jahre. Nach ihm war König Zardanaiata Tahmurat.
Er regierte 600 Jahre. Nach ihm war König Lifrius-Zisag. Er regierte
750 Jahre. Nach jenem König war hundert Jahre lang kein König in der
Welt. Hernach war Asdahag, Sohn des Asfag, den man König Bahrän
nennt. Er regierte 300 Jahre. Nach ihm war König Faridün, Sohn des
Tibian. Er regierte 450 Jahre. Nach ihm war Pasm Nariman, den man
den Fesseler des Karkum nennt. Er regierte 500 Jahre. Nach ihm war
Fraarase [383] von Turän. Er regierte 60 Jahre. Nach ihm war König
Kaikobas. Er regierte 503 Jahre. Nach ihm war Kai-Kosrau, Sohn des
Seiawisan. Er regierte 60 Jahre. Nach ihm war König Egab°), Sohn des
Königs Burzin. Er regierte 300 Jahre. Nach ihm war König Lohräsp. Er
regierte 365 Jahre. Nach ihm war König Gustasp, Sohn des Lohräsp. Er
regierte 14 Jahre. Nach ihm war ArdSır, Sohn des Asfindiär. Er regierte
112 Jahre. Nach ihm war Nuraita$ Horizdän, den man König Samidai nennt.
Er regierte 80 Jahre. Nach ihm war König Asgan. Er regierte 470 Jahre.
Nach ihm war König DSamsid, den man König Salomon, Sohn des David,
nennt. Er regierte 1000 Jahre; 900 Jahre auf der Erde und 100 im Himmel’).
Nach ihm war König Bruq...... ‚ den man Sandar (Alexander) den Griechen
nennt. Er regierte 14 Jahre. Nach ihm war Asaq, Sohn des Asgan. Er
regierte 465 Jahre. Nach ihm war Alzur und Listar Kosrau und Abas
(Waba3?) Jasdis Tibian, den man König Ardbän nennt. Er regierte 14 Jahre.
Nach ihm waren persische Könige‘). Sie regierten 382 Jahre. An der
Spitze der persischen Könige war Ardsir Pabugän. Er regierte 14 Jahre.
Nach ihm war König Sabür, Sohn des Königs Ardsır. Er regierte 62 Jahre.
Nach ihm war König Bala$ Churnig°), Sohn des Königs Sabür. Er regierte
50 Jahre. Nach ihm war König Bahran, [384] Sohn des Königs Sabür. Er
regierte 12 Jahre. Nach ihm war Jazdigar, Sohn des Königs Bahrän. Er
regierte 12 Jahre. Nach ihm war König Sabür, Sohn des Jazdigar. Er
2) 18% ist wohl entstellt; es gehört kaum zum Namen. Auch NA8 D gibt keinen
Sinn. Zur folgenden Aufzählung der altiranischen Könige, der ältesten, die vorliegt, siehe
Louis H. GRAY, Zeitschr. für Assyriologie XIX (1906), p. 272#f.
2) Leid. hat INDY.
3) So nach BCD und Leid. (hier xP7)), während A „auf dem Weltmeer“ hat. Vielleicht
spiegelt sich hier die Legende wieder, daß Salomo vorübergehend durch einen Dämon vom
Throne verdrängt war und währenddessen in armseligem Zustande in der Ferne umherziehen
mußte, siehe GRÜNBAUM, a. &. O., p- 221ff., auch hier p. 28,21; 46, 16. Der Dämon soll
bw (Asmodaeus, Tobit) gewesen sein; der Name liegt vielleicht im vorhergehenden
Samidai ((NTONW) vor.
*, Im Folgenden werden die sasanidischen Könige aufgezählt. 5) Leid. hat POT-
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412 Rechter Teil. 384, 4—385, 13
regierte 10 Jahre. Nach ihm war König Peroz, Sohn des Jazdigar. Er
regierte 40 Jahre. Nach ihm war König Bihdäd. Er regierte 3 Jahre. Nach
ihm war König Kabad, Sohn des Königs Peröz. Er regierte 41 Jahre. Nach
ihm war Kosrau, Sohn des Kabad. Er regierte 48 Jahre. Nach ihm war
König Hormis, Sohn des Kosrau. Er regierte 12 Jahre. Nach ihm war der
König der Könige Kosrau, Sohn des Kosrau, Sohnes des Hormis. Er regierte
38 Jahre. Im 38sten Jahre zeigte die Sonne Zeichen. Da ging Kosrau,
und Seroe') trat die Herrschaft an ?).
Also, von dem Tage, da Jerusalem zerstört wurde, bis daß König
Jazdigar, Sohn des Bahrän, von den Persern die Herrschaft antrat, vergehen
von diesem letzten Tausend 594 Jahre’). Von diesem letzten Tausend der
Fische, wenn die Welt im 701. Jahre der Fische steht, teilt sie. 89 weitere
Jahre wird sie im Glücke und 210 Jahre im Unglücke dasitzen‘). Über
die(se) Jahre ist gesagt: Wenn die Welt ım 790. Jahre steht, wird das Wasser
von jetzt ab ausbleiben, die ganze Welt wird Trockenheit treffen. Die
Götter und Könige’) werden in (allen) Jahren und Monaten unter der
Menschheit allerhand Zeichen zeigen. Diesen Ort‘) bis zur ganzen Welt
wird Trockenheit treffen.
Ferner ist angezeigt: Wenn die Fische im 791. Jahre stehen, [385] wird
das Wasser ausbleiben, und Gott wird mit jedem und jeglichem Wind den
Nord(wind) loslassen.
Wenn die Fische im 792. Jahre stehen, ist darüber angezeigt, daß die
Araber sich aus jedem Landbezirk erheben werden, eine schwarze Wolke
aufsteigen und kommen und dem König von Babel das Vieh entfliehen wird.
Wenn die Fische im 793. Jahre stehen, ist darüber angezeigt, daß der
König der Araber sterben wird, die Araber übereinander herfallen und im
Lande Babel unter Vieh und Menschen eine Verheerung stattfinden wird.
Wenn die Fische im 794. Jahre stehen, ist darüber angezeigt, daß die
Erde dreimal am Tage beben, des Nachts einmal in der mittleren Schlafzeit
in der ganzen Welt ein Licht erscheinen wird, der Stern Bel (Jupiter) mehr
als die Sonne strahlen, am Himmel strahlen wird.
Wenn die Welt im 795. Jahre steht, ist darüber angezeigt, daß der Wolf
vom Lande aufsteigen und kommen‘) und Verheerung unter die Menschen
!) Londd. und Leid. haben YYW.
®) Die Regierungsdauer des Serö& wird nicht angegeben, und seine Nachfolger werden
nicht genannt. Die Liste scheint daher aus der Zeit des Söröö zu stammen (628).
») Jezdegerd II trat 438 die Regierung an. Jerusalem soll am Anfange des letzten
Jahrtausends zerstört worden sein (siehe auch p. 28,15), danach stimmt die Rechnung nicht.
*, Unsicher. Vielleicht ist NMWIIN NINMN NMI2NVD zu lesen. Es ist schwerlich
aufzufassen: ,‚89 weitere Jahre wird sie im Glück und im Unglück dasitzen. Über die
(bleibenden) 210 Jahre ist gesagt:‘
°) Damit sind natürlich keine irdischen Könige, sondern himmlische Wesen gemeint,
siehe p. 6° zu SIDOND in diesem Sinne, doch hat wahrscheinlich ursprünglich NIINDND
„Engel“ dagestanden. 6) Wohl so; im Texte steht „jenen“.
?) Leid. hat schlecht N) &PIN ID Ü’NIINT.
385, 14--386, 20 Achtzehntes Buch. 413
loslassen wird, verschiedene Könige sterben, die Araber in den Jahren jenes
Wolfes die Herren der ganzen Welt werden. Die Falschheit wird die
Cradheit .....- '). Im Monat Februar, im Wassermann der Mesenier?), am
Mittwoch wird die Falschheit die Sonne...... Ferner ist darüber angezeigt,
daß der König von Babel nach Babel kommen und das Vieh von Babel
nach Babel kommen werde und in Turän(?) die Barbaren zur Herrschaft
gelangen werden.
Wenn die Welt im 796. Jahre steht, ist darüber angezeigt, daß jeglichen
Ortes’) Wahrzeichen erscheinen, unter den Pferden und Männern der Welt
und in den Städten Mangel herrschen, das Getreide ziemlich fehlen, Frevel,
Ertrinken(?) und Hagel kommen, unter den vierfüßigen Tieren und unter
SE der Blitz Schaden‘) anrichten wird.
Wenn die Welt im 797. Jahre steht, [386] ist darüber angezeigt, daß
zwei Herrscher einander verhöhnen werden; mit Rossen und Männern werden
sie (einander) verhöhnen.
Wenn die Welt im 798. Jahre steht, ist darüber angezeigt, daß einer
von den Herrschern sterben und nur einer in der ganzen Welt sein wird.
Wenn die Welt im 799. Jahre steht, ist darüber angezeigt, daß eine
Stimme an die Menschen gelangen wird, ..... °) wird an sie kommen.
Wenn die Welt im 800. Jahre steht, ist darüber angezeigt, daß Pferde
und Männer in der ganzen Welt, von Groß bis Klein, auf das Feld und an
einen Ort [kommen werden], daß in der ganzen Welt ..... °%), Alsdann
sucht sie sie sehr, und weißer Kampf’) wird sein. Im Monat Juni, den
Zwillingen der Mesenier, am ersten Tage des Monats, in der 2’. Stunde
wird weißer Kampf sein. Von je 1700 Männern, die hinausziehen, werden
drei übrig bleiben.
Wenn die Welt im 802. Jahre steht, ist darüber angezeigt, daß wenige
Männer für die Frauen da sein werden »x+++x eine Sache wird viel sein.
Es ist darüber angezeigt, daß sieben Frauen am Gange‘) sitzen und sagen
werden: Wir warten, bis daß ein Mann in den Straßen vorbeigeht. Sie
werden am Tore stehen, hinausgehen und einen Mann süchen, ohne ihn
zu finden. Sie werden dem Manne um den Hals fallen und ihn tausendmal
küssen. Denn es werden in der Welt wenige Männer zu finden sein.
Ferner ist darüber angezeigt: Wenn jene Zeit kommt, wird es viel Streit
geben, und nur wenige Männer werden davonkommen. Sieben, acht Frauen
NEN) hat sonst die Bedeutung „erreichen‘‘ od. ähnl., siehe Joh. II, p. 148%, doch
paßt diese hier nicht. Man erwartet eher etwas wie „unterdrücken“.
2) Der Bewohner der Landschaft Mai$än, Mesene in Südbabylonien, siehe zu dieser
SCHAEDER, Islam XIV (1924), »p. I11ff. ®) Leid. hat INAN IENND7.
A NDNT ist hier wie R 389, 16 pers. zijan.
5) NATION findet sich nur hier und ist unsicheren Sinnes, kaum „Staubgeborene‘.
e) SMWND ist doch wohl „Schale“. Stand da, daß eine Schaleer... so und so viel
kosten werde? Dahinter ist eine Lücke, in der das Jahr 801 genannt war.
?) Es ist mir unklar, was der Ausdruck bedeuten soll.
s) Unsicher, doch kaum NTNDNYD2 „an der Moschee“.
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414 Rechter Teil. 386, 20—387, 20
werden einem Manne als Anteil zufallen, und der Mann wird sich wegen
der Frauen Böses anwünschen.
Es ist angezeigt: wenn die Welt vom 803. Jahre der Fische ausgeht,
so frage gar nicht nach den Plagen der Welt, (die) von jener Zeit an (sein
werden). Es ist darüber gesagt, daß, wenn Kewän (Saturn) im Skorpion
steht und er dann aus dem Skorpion heraustritt und in den Löwen eingeht,
der große Euphrat sich über den Tigris [387] ergießen wird, das Land
Babel fünfzig Jahre vor (gegenüber) dem Lande Gaukai ') verwüstet daliegen
werde und im Lande Gaukai ein Kafız Samen um fünf Statere gesucht
und nicht gefunden werden wird. Es ist darüber angezeigt, daß ein Lügen-
messias kommen, Herr über die ganze Welt werden, auf einem großen
Throne sitzen und auf ihm richten werde, während er die anderen Richter
entfernt. Vom Osten nach Westen wird er an einem Tage kommen, bis
daß der Ziegel aus der Wand für ihn zeugt‘).
Wenn die Welt im 850. Jahre der Fische ist, wird große Pest ein-
treten ').
Alsdann, nach den persischen Königen, werden arabische Könige sein.
Sie werden 71 Jahre regieren. In den Jahren jener arabischen Könige wird
die Welt lügnerisch sein. Die Rosse der Erde, die Kameele, die Freien,
die Diener und Mägde, die kleinen Knaben und Mädchen, die Frauen und
die Freien werden keine Festigkeit und Ruhe finden. In den Jahren jener
Könige wird der Vater über den Sohn, die Mutter über die Tochter keine
Gewalt haben, der Herr wird über den Diener keine Gewalt haben. Jene
Könige ziehen den Menschen die Haut ab gleich Gazellen und Wildeseln.
In den Jahren jener Könige wird, wer viele Söhne hatte, sie bis auf einen
Sohn [verlieren?]. Dann wünschen sie: Heil dem, der einen Sohn hätte ).
(Gold und Silber, Pferde und Kameele, Stiere, Esel und Schafe werden in
(beschränkter) Zahl da sein. Die Fische werden vom Meere auffliegen. Die
') Ein sehr fruchtbares Gebiet östlich von Tigris in der Gegend von Seleukia. POGNON
faßt richtig DNTP in örtlichem Sinne auf (Inser. mandaites, p. 9).
?) Bis daß selbst die Steine für ihn schreien, siehe zu dieser Stelle POGNoNn, a. a. O.,
p. 10 und BRANDT, Die Mandäer (1915), p. 12.
®) Mit der Überschwemmung ist wohl die folgenschwere Überflutung des Euphrats und
des Tigris gemeint, die kurz vor dem Zusammenbruch des Perserreiches im Winter 627—628
stattfand und durch die ein großer Teil Babyloniens für die Dauer verwüstet und versumpft
wurde, vgl. MAS’UDI, Zes prairies d’or I, p. 225; JACUT I, p. 668f. Dazu paßt das gleich-
zeitige Auftreten eines Lügenmessias, d. h. des Propheten Mohammed. Freilich paßt dazu
die Angabe nicht, daß in diesem Jahre Saturn aus dem Krebs (so muß es statt Skorpion
heißen) in den Löwen eingegangen sei. Wie Herr Geheimrat MEYERMANN von der Göttinger
Sternwarte mir mitteilt, fand diese Konstellation im Laufe des 7. Jahrhunderts im März 622,
dann in den Jahren 651 und 681 statt. Aber mit der Sternkunde des Verfassers war es an-
scheinend, wie die Verwechslung zeigt, nicht weit her. Die anschließend, freilich für ein
späteres Jahr, genannte Pest ist vielleicht die „Pest des Serös“‘ vom Jahre 628, die jener
Überschwemmung folgte und nicht minder verhängnisvoll war, vgl. TABARI, Annales I,
p- 1061, 9; JAcUT II, p. 143, 14f.
“) Leid. hat NIONYINDT, wohl für Fond: „der überhaupt keinen Sohn hatte“,
387, 21— 389, 4 Achtzehntes Buch 415
Wildesel werden auf den Bergen ..... ') zu ihm kommen. Alles Geschaffene,
überhaupt jegliches Ding wird verkehrt sein. Der Reiche wird arm, der
Arme wird reich sein. Die Häuser werden zu ebenen Feldern, die ebenen
Felder zu Häusern werden. Die Hervorragenden’) werden zu Taubstummen,
die Taubstummen zu Hervorragenden werden. Der Herr [388] wird zum
Diener, der Diener zum Edlen werden. ..... ®,, Hinterlist und Täuschung
werden unter den Menschen herrschen. Die Tempel werden zerstört, die
Gotteshäuser zerstört werden. Der Himmel [wird sich verdunkeln ?]‘),
die Gerechten werden zu Betrügern und gierig nach Besitz werden. Eine
Täuschung wird von der Erde, eine vom Himmel ausgehen. Beide werden
sich miteinander vermischen und sich über die Menschen legen. Vom
Himmel wird kein Regen fallen, und die Erde wird keine Früchte zur rechten
Zeit hervorbringen. Nichts wird zur rechten Zeit geschehen, und Frevei
wird auf die Erde herabsteigen. Dann wird eine Zeit des Todes, des Siech-
tums und der Krankheit sein. Feuer wird zu jeder Zeit ausbrechen, und
Schnee wird in Übermaß fallen. Von einer Stadt zur anderen, von einer
Ortschaft zur anderen können nicht zwei oder drei zusammen gehen‘). Der
Sohn bekämpft seinen Vater und treibt ihn bei Lebzeiten aus dem Hause.
Die Mutter treibt vor der Zeit ihre Tochter heraus und fordert von ihr
tägliche Gebühr. Die Magier und Schriftgelehrten verdrehen durch Eide
das Nask®) und das Buch. Bei Nacht ziehen die Diebe aus, machen die
Wege unsicher und holen den Besitz heraus. Die Fische gehen im Ozean
und den (sonstigen) Meeren aus. Von Zeit zu Zeit kommt das Meer und
das Wasser in Menge heran, richtet viel Unheil an und vernichtet Frucht,
Traube und Baum. Die Ferne wird zur Nähe, die Nähe wird zur Ferne.
Niemand hält es aufrichtig mit seinen eigenen Leuten, doch mit fremden
verkehrt man nach Recht. Wohlbestellte Leute stellen sich zum Truge und
zu trügerischem Zeugnis hin. Eide verlangt man den Leuten ab, wie ein
Hund, der nach Brot verlangt. Der Freund hält es nicht schön mit seinem
Freunde, sondern sie gehen in Eifersucht hinter einander her. Betrügerische
Männer geben leere Worte als Frauengabe, und die Jungfrau wird ihnen
zur Genossin. [3889] Die Frauen senden nach Männern zum Ehebruch aus,
die Frauen verlassen ihre Ehegatten und fordern sie vor das Gericht. Die
Menschen werden betrügerisch und böse und bekämpfen ihren Vater und
ihre Mutter. Der Bruder verkehrt betrügerisch mit seinem Bruder, der Sohn
ı) Das dunkle Wort N3I387 findet sich nur an dieser Stelle.
®?\ D. h. die geistig Hervorragenden; hier steht wieder das Wort NYNW’ND, siehe
oben, p. 215'.
3) Das Wort NND findet sich nur an dieser Stelle. Es scheint persisch zu sein und
muß etwas wie „List‘‘ bedeuten.
#) Vielleicht ist auch 09%) mit D zu streichen; es könnte unter Einfluß der folgenden
Zeile hierher geraten sein.
5) 85 nDWw5 wie Text 391, 23.
8) Londd. und Oxf. haben NPDNN. Dies könnte nach ANDREAS das persische nask
d. h. „Sammlung heiliger Schriften“ sein, siehe BARTHOLOMAR. Altiran. Wrib., col. 1060.
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416 Rechter Teil. 389, 4—390, 10
mit seinem Vater, der Knecht mit seinem Herrn, die Magd mit ihrer Herrin 6);
die Frau ermordet ihren Gatten und schließt sich einem Andern an. So
wird denn Lug und Schlechtigkeit unter den Menschen herrschen. Die
Dämonen, Unholde, Ekurs und Altargeister machen die Menschen stumpf,
so daß die Menschen der Welt ohne Verstand sind und geschunden werden.
Die Götter werden über die Menschen erbittert und berauben sie des ihnen
zukommenden Anteiles°). Gar bald zeigt sich bei ihnen Altersschwäche °) und
ein versagender Körper, und ihnen wird ein kurzes Maß zuteil. Täuschung
und Trug verbreiten sich. Ins Gesicht sagen sie sich schöne Worte, und
hinter dem Rücken sagen sie sich häßliche Worte. Wegen dieser Falsch-
heit, die sie treiben, findet sich Gerste, Weinertrag und sonst alles in ge-
ringer Menge. Sie säen reichlich und erreichen wenig. Sie erwerben reichen
Besitz und werden nicht satt. Wenn sie essen, werden sie nicht satt. Zu
jeder Zeit trifft sie Unheil und Übel. An Gräsern und Gerste bleibt die
Erde ohne Wachstum. Frucht, Traube und Baum vertrocknen. Eine lüg-
nerische Unreinheit «xx xx.
Hernach erheben sich die Zungen und kämpfen miteinander. Die
Menschen, die in den Wüsten leben, ziehen gegen die Menschen, die in den
Häusern wohnen, und nehmen die Städte ein. Die Perser, Parther, Rho-
mäer, Sigistanier und die sonstigen Zungen kämpfen miteinander. Dann
siegen die Wüstenbewohner und bringen Elend über die, welche in Häusern
wohnen. In den 71 Jahren, die sie herrschen +*++++++ und bringen Gutes,
und Gutes #x+*+++*+ Die Söhne versammeln sich zusammen mit ihren
Eltern, [390] die Frauen zusammen mit ihren Männern, die Brüder zusammen
mit ihren Brüdern nach einem Orte. Mit eigener Hand tötet dann einer
den anderen.
Dann bleibt das Uferland von Gaukai fünfzig Jahre in Blüte, Her-
nach wird das Uferland von Babel, indem die Verwüstung dieses Uferlandes
von Babel eintritt, sich verändern“). Die arabischen Könige von Kardus’°)
empören sich. Die vier Winde kommen heraus. Der burdäische König
und der simräische König °) kommen, empören sich gegeneinander und plün-
dern dieses Uferland von Babel von Westen nach Osten. Von diesem Ufer-
Jande von Gaukai werden 12000 ausgeplündert ”). Dann bleiben 50 Jahre,
') Die Herleitung der Worte NAMNNIWN und NMDNT ist unsicher, aber ihr Sinn ergibt
sich aus dem Zusammenhang. NNINIWN könnte nach ANDREAS aus mittelpers. (h)asäkert
(neupers. Sägörd) „Lehrling“, dann „Diener“ aramaisiert sein. NMDNY ist vielleicht aus
MNINT oder NMDN”T verderbt.
®) Siehe zu xp5Yn Joh. II, p. 1176. ®) Lies KNWNWND?
*) NINW) wohl = NYNMW. Sollte es „Zeichen“ bedeuten, so müßte hier eine Lücke
sein, wie R 391, 24.
’) Hiermit sind schwerlich die Kurden, Kapdoöxoı gemeint,
°) Ein burdäischer König ist sonst unbekannt. Die Simräer werden L 17,5 zusammen
mit den Turaniern genannt, siehe Brandt, Schr., p. 218; MARQUART, Eränsahr, p. 26".
°) Nicht, woran man leicht denkt: werden geraukt, als Gefangene fortgeführt. Vgl.
R 225,20, wo I1 neben NIW steht.
390, 10— 391, 23 Achtzehntes Buch. 417
daß das Uferland von Gaukai in Blüte steht. Wenn 25 Jahre von den
50 Jahren vergehen, erhebt sich ein Goldberg in Daxt-Misaq '), sieben Land-
striche und sieben Könige kommen auf ihm zusammen und halten eine Ver-
sammlung ab. Die Könige erheben sich und ernennen einen König der
Könige. Sie sprechen zum König der Könige: Wir wollen die Verabredung
treffen, daß der Große nicht mehr in Ehren stehen soll als der Sklave.
Nachdem sie die Verabredung getroffen, kam ein König vom Firmament
herunter und flüsterte dem König der Könige zu. Der König der Könige
sieht ihn nicht, während alle Leute ihn sehen. Da sprechen sie zum König
der Könige: „Was hat dieser Mann, der vom Firmament heruntergestiegen
ist und dir ins Ohr geflüstert hat, dir gesagt?“ Da spricht er zu ihnen:
„Ihr lüget.* Da sprechen die Könige zum König der Könige: „Dann ist
die Verabredung, die wir getroffen, Lug.“ Dann sprechen die Könige zum
König der Könige: „Auf, wir wollen uns ins Gesicht schauen“ ’). Sie
springen dann auf und fallen übereinander her. Da kommt jener König,
läßt sein Pferd los, und dieses schreitet [891] über sie bis zum Sattel in
Blut, und der Wirbel des Blutes gelangt bis an seine Nasenflügel. Einer
ee den anderen, und jeder einzelne, der übrig bleibt, läuft hinter einem
her, den er tötet, dabei spricht er zu ihm: „Ich töte, aber warum bleibe
ich zurück?“ Darauf fassen sich die Frauen beim Saum ihres Gewandes,
suchen nach dem ..... und Bilde eines Mannes und finden keines. Da
nehmen sie ihr Gold und Silber und werfen es auf die Misthaufen.
Hernach kommt der König Mzarz°). Er herrscht 12 Jahre. Er schafft
Vertrauen zu den Göttern, und Gott ist ihm ein Beistand. Die in den
Wüsten sitzen, stößt er ab, und die an ihrem Orte sitzen, kommen heran.
Der Stadt wird Gutes zuteil, und die Menschen gehen in Glück einher.
Hernach steigt das Wasser aus dem Ozean empor und bringt viel Unheil.
Hernach tritt etwas Schweres‘) in der Welt ein. Die hervorragenden
Männer sowie die Taubstummen’) ziehen in den Kampf, und von ihnen bleiben
nur wenige Menschen vom Kampfe heil.
Hernach erhebt sich ein anderer König, dessen Name Sargid, Sohn
des Warzigar, ist. Er regiert sieben Jahre. Dann erhebt sich ein anderer
König, dessen Name Serasp ist. Er regiert sieben und zwanzig Jahre.
In den Jahren jener Könige wird den Menschen keine Bosheit anhaften.
Sie werden keinen Streit erregen, nicht nach Besitz suchen und nicht über-
mäßig essen. Jeder einzelne wird in seinem eigenen Hause sitzen, und
Streit, Quälerei und Kampf wird unter ihnen nicht sein. Niemand wird
Täuschung und Betrug gegen seinen Nächsten ausüben können. Wenn er
2) Oder Emisag. Der Ort ist sonst unbekannt. MWNT gehört mit zum Namen; das
Appellativ „Ebene“ ist NNWNT-
2) Vgl. II Kön. 14,8.
3) Oder Mzaraz. Dies heißt „Gerüstet“.
*) Im Texte steht dahinter NINIP „Kampf“, das mir eine Glosse zu sein scheint,
siehe das Folgende. 5) Siehe oben, p. 415,4.
Lidzbarski, Ginza. 21
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418 Rechter Teil. 391, 23—398, 7
Täuschung ausübt, wird er in Stücke zerrissen. Wenn diese Rede............ ')
und Zeichen «x+++». [392] Ein leuchtender Stern leuchtet auf, er steigt
bis zur Erde herunter und bleibt sieben Tage und sieben Nächte.
Nach ihm erhebt sich der König Wazan. Er regiert fünf Jahre. In
den Jahren jenes Königs wird alles gut stehn. Die Götter werden geehrt
werden’), Alle Städte und Gotteshäuser werden in Blüte stehn, die Grad-
heit wird zur Geltung kommen, und die Menschen werden nicht gierig nach
Geld sein. In jener Zeit wird in einem Maße Wein soviel Wein sein, daß
dreißig Menschen sich von ihm satttrinken, und in einem Ardeb von Gersten-
körnern wird soviel sein, daß fünfzig Menschen sich davon sättigen. Jeg-
liches Ding wird gut stehn, und für die Menschen wird es kein Maß geben ?).
Dann wird dieses Zeichen eintreten, daß vom Himmel ein Stern herunter-
stürzt und in den Ozean fällt. In den sieben Meeren ‘‘) wird rotes Wasser
dahinfließen. Eine Frau, die von jenem Wasser trinkt, wird unfruchtbar
und verliert den Verstand. Sie schickt nach Männern aus und spricht zu
ihnen: „Ihr da, leget euch zu mir.“
Dann treten andere Zeichen ein. Ein Sturmwind ’°) erhebt sich, mit
ihm kommt Staub und überdeckt die Pforten der Menschen. Darauf ver-
anstaltet der König eine Versammlung, fragt die Leute und spricht zu ihnen:
„Habt ıhr je etwas, wie es jetzt eingetreten ist, gesehen oder gehört ?*
Doch die Leute wissen nichts, was sie ihm sagen sollen°). Nach ihnen be-
fragt König Wazan die Geister der Toten, ob es niedergeschrieben sei, daß
dieses Ereignis am Ende der Welt eintreten solle, das früher niemals ein-
getreten ist‘). Darauf sprechen zu ihm die Geister der Toten: „Du weißt
nicht, daß, wenn ein leuchtender Stern vom Himmel herunterstürzt, ein
Sturmwind sich erhebt, Staub mit ihm kommt und die Häuser der Menschen
überdeckt — du mußt [393] wissen, daß das Wort, das über das Ende der
Welt niedergeschrieben ist‘), zur Erfüllung gelangt ist. Doch du, o König,
hast schön gegen Gott gehandelt, darum brauchst du dich um dieses Wort
nicht zu kümmern. Ja, wenn du stirbst, werden deine Totengeister sich
so gut nähren, gleichwie da du am Leben bist.“
Hernach erhebt sich der König Parasai Sifa, Sohn des Königs Burzan
(Burzin). Seine Herrschaft dauert bis an das Ende der Welten. In den
Jahren jenes Königs wird viel Wohlsein und Rechtlichkeit herrschen. Es
wird keinen Winter geben.
') „Wird gebildet“, wie Nöld., p. 252,9 annimmt, paßt schlecht.
*) C hat gut NIPNINM. \
’) Sie werden keines brauchen, der Überfülle wegen.
‘) Die es nach verbreiteter Vorstellung gibt, vgl. ZDMG XLVIN (1894), p. 667 unt.
°) NIND gibt keinen Sinn. Sollte NND zu lesen sein und zu hebr. YyW gehören?
®) Lies Fby107 nach CD. >
‚) Ich vermute, daß zu lesen sei: 97 a5 22 NDÖNT RDIT2 NTD PienT
ANIIRD RONTD DYIP siche weiterhin.
®) Man hat wohl anmns N2NND zu ergänzen.
393, 7—8394, 14 Achtzehntes Buch. 419
Dann wird das lebende Wasser abgeschnitten werden, es wird nicht
kommen und nicht aufsteigen. Grünes Wasser wird aus dem Ozean kommen,
und die Seelen, die den Duft jenes Wassers einatmen, scheiden aus ihrem
Körper.
Dann holen sie den Stern Bel aus der Mitte seiner Brüder, bekleiden
ihn mit dem Gewande des Ptahil und bedecken ihn mit der Hülle des Ptahil,
legen ihm den Kranz des Ptahil auf das Haupt und setzen ihn auf den Thron
des Ptahil. Zweiundvierzig Jahre (sitzt er) in der wüsten Einöde. Alsdann
sprechen sie zu ihm: „Auf, leg ab dein Gewand, deine Hülle und deinen
Kranz. Sie gehören dem Ptahil, und wir wollen sie emporheben') zum
Glanze der Sonne, zur Helligkeit des Mondes, zum Schimmer der Sterne,
zur Kraft des Wassers, zur Kraft des Windes, zum Schein des Feuers und
zur Dichtigkeit der Erde.“
Darauf spricht Bel zu ihnen: „Erst gestern abend setzte ich mich auf
diesen Thron, und (schon) jetzt saget ihr: „Auf, leg ab!“ Dann heben sie
das Gewand, die Hülle und den Kranz des Ptahil zu ihrem Ort empor.
Alsdann wird der große, alte Leviathan von seinen Fesseln befreit.
Die Dicke der Lippe seines Mundes beträgt 144000 Meilen. Er öffnet den
Mund, verschlingt die Erde Tibil und verschlingt die sieben Planeten mit
ihren zwölf Königen und fünf Lenkern )), [394] sowie alle Hmurthas, Ekurs
und Altargeister, die Dämonen, Dews, Liliths und alle Seelen, die im Ge-
richtshofe schuldig befunden wurden, die das erste Leben verleugneten; sie
werden in der Finsternis abgeschnitten. Dann preßt er seinen Mund zu-
sammen, worauf alle in seinem Leibe sterben und sein Gestank von der
Tibil in die Höhe steigt’).
Alsdann kommen alle Uthras der Lichterde, stellen sich an den Rand
dieser Welt und sprechen: „So steige auf der Gestank eines jeden‘), der daran
denkt, eine Welt zu schaffen gleich dieser Welt, die Ptahil schuf. Hin-
gegen diese Welt°) soll tausend mal tausend Myriaden Jahre dauern. Diese
Welt wird Glanz und Licht genannt. Alle Seelen der vortrefflichen Männer,
die das erste Leben bekannt haben °), werden im Gerichtshof nicht schuldig
befunden und sterben nicht eines zweiten Todes. Ihre Seelen wohnen hier
im Leben.“
Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden ’), Leben den
Männern, die uns unterweisen. Das Leben ist siegreich über alle Werke
in alle Ewigkeit.
1) So aufzufassen, siehe weiterhin, nicht „denn Ptahil wollen wir emporheben“.
2) Vgl. p. 13, 27. 3) Siehe p. 189.
%) Lies XD 127. 5) D. h. die Lichtwelt.
6) Wohl YNN7 zu lesen, siehe Text Z. 2. ?, Lies INTRO, INIINDS, siehe p. 177, 6.
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Linker Teil.
Erstes Buch.
Während der rechte Teil des Ginzä vorwiegend einen belehrenden Charakter trägt, sich
mit kosmogonischen und kosmologischen Dingen befaßt, das Verhältnis der guten und der
bösen Mächte zur Welt und zum Menschen zeigen und den Gläubigen über seine Pflichten
belehren will, handelt der linke Teil fast ausschließlich vom Schicksal der Seele, besonders
ihrem Abscheiden. Dieser Teil wurde mit Recht das Totenbuch der Mandäer genannt.
Betrachtungen über den linken Teil bietet REITZENSTEIN, Das iranische Erlösungsmysterium,
p. 43ff. — Das erste Buch ist, wie vorwiegend der rechte Teil, in Prosa gehalten; es erzählt
und ermahnt. Die ersten beiden Stücke schildern Adams Verhalten beim Abscheiden, sein
Hängen an der Welt und am Leben, das dritte Hawwäs Klage um den abgeschiedenen
Gatten. Dem Gläubigen soll die Nichtigkeit und Verwerflichkeit dieses Tuns dargelegt
werden. Das vierte Stück bietet eine neue Schilderung der Wachthäuser.
Gepriesen sei mein Herr lauteren Herzens.
Im Namen des großen, fremden Lebens, des erhabenen, das über allen
Werken steht, leuchte dein Gewand und werde geehrt deine Gestalt bei
deinem Vater dort, dem Herrn der Größe‘).
Erstes. Stück.
Preis des Lebens, der Frommen und der Brüder Hibil, Sitil und Anös. — Das Leben
beschließt, den Tod über Adam, der tausend Jahre alt ist, zu verhängen. Es schickt den
Todesengel Saurel zu ihm, um seine Seele zu holen. Adam weint und jammert und bittet,
daß statt seiner Sitils Seele geholt werde: erst werde das Grünkorn und dann die Ähren
gegessen. Saurel teilt es dem ersten Leben mit, dieses ist damit einverstanden, daß Sitils
Seele geholt werde, und sendet Saurel zu ihm. S$itil schickt den Todesengel erst zu Adam
zurück, läßt sich aber dann von ihm überreden und streift den Körper ab. Er schaut die
Lichtwelt, und auf sein Gebet werden auch Adam die Augen und die anderen Sinne geöffnet.
Nun will auch Adam nach jener Welt gehen, wird jedoch von Sitil abgewiesen. Sitil wird
dann in die Höhe gehoben und vom Leben und den Uthras willkommen geheißen.
2) Sonst sind diese Benediktionen in der ersten Person gehalten. Hier spricht wohl
der bezahlte Abschreiber zum Auftraggeber.
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10
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=
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494 Linker Teil 1,5—2.4
Wer sind die Berge, die nicht wanken,
und die Wasserhöhen ‘), die sich nicht verändern,
die nicht bebten, nicht erbebten,
und deren Körper nicht in seinem Gewande erbebte?
Das große Leben ist Berge, die nicht wanken,
und Wasserhöhen, die sich nicht verändern,
das nicht bebte, nicht erbebte,
und dessen Körper nicht in seinem Gewande erbebte.
Es sind unsere Brüder, die reichlich Lohnspende und Almosen dar-
brachten, die den Bau‘) erleuchteten, die auf der Erde Tibil, die reich an
Anstößen und durchweg Mangel ist, einhergingen, dabei nicht bebten, nicht
erbebten und deren Körper nicht in ihrem Gewande vor den Stürmen,
Blitzen und Wolken erbebte, die nicht vor den Bösen und Zornerregern
der Tibil zitterten und erzitterten.
Es sind unsere Brüder Hibil, Sitil und Anos, die Nasoräer, die Voll-
kommenen, die von erprobter Gerechtigkeit, die Lohnspende und Almosen
nicht vergaßen‘), die den Bau erleuchteten, die auf der Erde Tibil, die reich
an Anstößen und durchweg Mangel ist, einhergingen, dabei nicht bebten,
nicht erbebten und deren Körper nicht in ihrem Gewande vor den Stürmen,
Blitzen und Wolken erbebte, die nicht vor den Bösen und Zornerregern der
Tibil zitterten und erzitterten‘).
Das Leben sann nach und klärte sich auf. Das Leben saß in seinem
eigenen großen Glanze da und sprach: „Wohlan, wir wollen die Strafe des
Todes über jene Welt der Bösen und jene Wohnung, die reich an Anstößen
und durchweg Mangel ist, verhängen. Denn Adam ist jetzt tausend Jahre
alt). Nun soll man ihn aus dem Körper rufen und holen, bevor er greisen-
haft, bevor er [2] altersschwach wird, bevor seine kleinen Kinder sich er-
heben und viele Torheiten an ihm üben.“
Darauf rief, beauftragte, rüstete°) und sandte das große, erste Leben
den Löser Saurel—_Qmamir-Ziwä’), der die Geister und Seelen aus dem
') Mit „Wasser“ ist lebendes Wasser gemeint. Wie es Olivenstäbe und andere Dinge
lebenden Wassers gibt (siehe p. 79.9; Lit., p. 21"), so gibt es auch Höhen dieser Art.
®) D. h. die Welt. 3) Entweder NYWUyNdT oder NY WND3T zu lesen.
*, Für Hibil, Sitil und Anö$ paßt weder die Bezeichnung ‚‚unsere Brüder“ noch N äsöräer.
Sie können neben dem großen Leben genannt sein, aber in diesem Absatz ist wohl, wie im
vorhergehenden, von den Frommen die Rede, obwohl es dann eine störende Wiederholung ist.
Es scheint, daß die Aufzählung ursprünglich anders gruppiert war.
5) SYehe oben, p. 27, 26. 6) Siehe p. 295t,
”) Saurel ist der Todesengel, der Löser der Seele vom Körper, und somit der Erlöser,
siehe Joh. IH, p. 119°. Wahrscheinlich sekundär ist ihm hier noch Qmamir-Ziwä als zweites
Wesen beigefügt. Im Texte steht „der Löser Saurel und Qmamir-Ziwä“. Dieser wird außer
in einem schlecht passenden Zusammenhange Joh. II, p. 214,13 nur hier genannt. Die
Pronomina und Verba, die sich auf Saure] beziehen, standen wohl alle ursprünglich im Singular,
jetzt stehen sie teilweise im Plural.
2,4—3,19 Erstes Buch. Erstes Stück. 495
Körper löst und fortführt. „Tod“ wird er in der Welt genannt, doch Kustä
von den Wissenden, die um ihn wissen. Ein jeder, der den Anstoß begeht,
dem Tode zu fluchen, häuft vor sich sechsundsechzig Anstöße. Denn er
ist gerufen, er ist beauftragt, er ist ausgesandt. Er nimmt keine Bestechung
an, empfängt kein Geschenk und tauscht niemand gegen einen andern ein.
Da sprach das große Leben zum Löser Saurel—Qmamir-Zıwä: „Steiget
hinab, gehet zu jener Welt der Bösen und jener Wohnung, die reich an An-
stößen und durchweg Mangel ist, rufet Adam einen Ruf zu und belehret.
ihn mit trefflichem Wissen. Sprechet zu ihm: ‚OÖ Adam, erster Mann,
Stummer, Törichter, Tauber, Verhüllter ')! Auf, verlasse die Tibil, die reich
an Anstößen und durchweg Mangel ist — denn du bist tausend Jahre alt —,
bevor du greisenhaft, bevor du altersschwach wirst, bevor deine kleinen
Kinder sich erheben und viele Torheiten an dir üben.“
Darauf stieg der Löser Saurel—-Qmamir-Ziwä hinab und kam zu jener
Welt der Bösen und jener Wohnung, die reich an Anstößen und durchweg
Mangel ist. Sie riefen Adam einen Ruf zu und belehrten ihn mit trefflichem
Wissen. Sie sprachen zu ihm: „O Adam, erster Mann, Stummer, Törichter,
Tauber, Verhüllter! Auf, verlasse die Erde Tibil, die reich an Anstößen
und durchweg Mangel ist — denn du bist tausend Jahre alt —, bevor du
greisenhaft, [3] bevor du altersschwach wirst, bevor deine kleinen Kinder
sich erheben und viele Torheiten an dir üben.“
Da zürnte Adam, er kleidete sich in Zorn, bekleidete sich mit Zorn
und hüllte sich in Zorn. (Süßen, nicht) ’) bitteren Speichel spritzte und
warf er auf die Erde. Er krümmte sich zusammen und dehnte sich nicht),
und sein Herz füllte sich mit Wehleid. In sein Auge fiel eine Träne, er
schrie und jammerte, heulte und weinte. Er warf sich hin und streckte sich
auf den Boden. Er ballte die Fäuste, schlug sie gegen die Vorhöfe seiner
Brust‘) und rief: „O du Stimme, die du mir zurufest, o du treffliches Wissen,
das mir gelehrt wurde! Ich bin nun tausend Jahre alt. In dieser Welt, in
der ich lebe, werden erst die Blütenrispen vor den Datteln gegessen, und
dann werden die Datteln gegessen. Erst wird das Grünkorn vor den
Ähren gegessen, und dann werden die Ähren gegessen. Ferner werden in
dieser Welt, in der ich lebe, erst die zarten Gemüse vor den kräftigen ge-
gessen, und dann werden die kräftigen gegessen.“ Dann sprach er zu ihnen:
„Laßt uns zur Mündung des Fras-Ziwä, zum Ufer des großen Jordans des
Lebens und zum großen Bau unserer Väter emporsteigen und in den Wohn-
sitzen nachsehen, ob zarte Gemüse zum Essen da sind oder kräftige.*
Darauf stieg der Löser Saurel—Qmamir-Ziwä empor, trat vor das große,
erste Leben und sprach zum großen, ersten Leben: „Du weißt und dir ist
1) Dessen Verstand umschleiert und unklar ist.
2) Die Worte 852 WDNT sind wohl zu streichen. Daß der Sinn sei „er schluckte den
süßen Speichel herunter und spritzte bitteren aus“ (NIINDN), ist unwahrscheinlich.
>) JOrNnyRD ist zu streichen.
#) Siehe p. 106 ob.
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496 Linker Teil. 3, 19—5, 10
offenbar, mein Vater; die geheimen Dinge sind vor dir offenbart. Du be-
darfst keiner Belehrung und brauchst nicht zu fragen. Was Adam betrifft,
so haben wir mit ihm gesprochen, doch er liebt die Gesellschaft und Lust
jener Welt und will sie nicht verlassen.“
Da rief und beauftragte das große, erste Leben den Löser Saurel—
Qmamir-Ziwa und sprach zu ihm: „Steiget hinab, gehet [4] zu jener Welt
der Bösen und jener Wohnung, die reich an Anstößen und durchweg Mangel
ist. Rufet Adam einen Ruf zu und belehret ihn mit trefflichem Wissen.
Sprechet zu ihm: ‚O Adam! Sollte niemand da sein, der, weiser als du,
dasitzt, dir gute Lehren beibringt und zu dir spricht: Nein! Steh auf, ver-
lasse die Erde Tibil, die reich an Anstößen und durchweg Mangel ist, bevor
du greisenhaft, bevor du altersschwach wirst, bevor deine kleinen Kinder
sich erheben und viele Torheiten an dir üben?‘ Sprechet zu ihm: ‚O Adam,
auf, stirb, als ob du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie geschaffen
wärest. Denn deine Seele wird für den Urbehälter (der Seelen), für das
große, erste Vaterhaus‘) und für die Stätte, an der sie früher weilte, verlangt.“
Darauf stiegen hinab und kamen der Löser Saurel—Qmamir-Ziwa zu
dieser Welt der Bösen, dieser Wohnung, die reich an Anstößen und durch-
weg Mangel ist. Sie riefen Adam einen Ruf zu und belehrten ihn mit treff-
lichem Wissen. Sie sprachen zu ihm: „O Adam! Sollte niemand da sein,
der, weiser als du, dasitzt, dir gute Lehren beibringt und zu dir spricht:
Nein! Steh auf, verlasse die Erde Tibil, die reich an Anstößen und durch-
weg Mangel ist, bevor du greisenhaft, bevor du altersschwach wirst, be-
vor deine kleinen Kinder sich erheben und viele Torheiten an dir üben ?*
Ferner sprachen sie zu ihm: „O Adam, auf, stirb, als ob du nie gewesen,
und vergehe, als ob du nie geschaffen wärest. Denn deine Seele wird für
den Urbehälter, für das große, erste Vaterhaus und für die Stätte, an der sie
früher weilte, verlangt.“
Darauf sprach er zu ihnen: „O du Rufer, der du mir zuriefest, o du
treffliches Wissen, das mir gelehrt wurde’)! [5] Ich bin tausend Jahre alt
und möchte noch weitere tausend Jahre leben. Doch gehet zu meinem
Sohne Sitil und rufet ihn; er ist es, der für jene Welt gebraucht wird. Er
ist jünger als ich, zarter als ich. Er ist in dieser Welt achtzig Jahre alt’).
Er hat noch nicht auf den Saum eines Weibes getreten‘), und ihm wurden
noch keine großen Früchte zuteil. Er hat noch kein Schwert gezogen und
in den Wohnsitzen noch kein Blut vergossen. Er ist es, der für jene Welt
gebraucht wird.“
Da kam der Löser Saurel—Qmamir-Ziwäa vor das große, erste Leben
und sprach zu ihm: „Leben, mein Vater! Du weißt und dir ist offenbar;
die offenbaren und die geheimen Dinge sind vor dir offenbart. Du bedarfst
2) Vgl. p. 303%. 2) Ich lese nach Text 3,8 NÖWNTDNN.
°) Zur Lesung und Beziehung von }X7 NDÖND siehe Text Z. 15 und p. 6,12, 15.
*) NOW bedeutet auch die weibliche Scham, und 727 „treten“ hat auch sonst im
Aramäischen den Sinn „begatten“.
5,10—7,3 Erstes Buch. Erstes Stück. 4927
keiner Belehrung. Was Adam betrifft, so sprachen wir mit ihm, und er
schiekte uns zu seinem Sohne Sitil, indem er sprach: ‚Ich bin tausend Jahre
alt und möchte noch weitere tausend Jahre leben. Gehet‘, sagte er, ‚zu
meinem Sohne Sitil, der jünger als ich, zarter als ich ist. Er ist in dieser
Welt achtzig Jahre alt. Er hat noch nicht auf den Saum eines Weibes ge-
treten, und ihm wurden noch keine großen Früchte zuteil. Er hat noch
kein Schwert gezogen und in der Tibil noch kein Blut vergossen. Er ist
es, der für jene Welt gebraucht wird.“
Darauf rief, rüstete und sandte das große, erste Leben den Löser
aurel—Qmamir-Ziwä und sprach zu ihm: „Steiget hinab, gehet zu jener
Welt der Bösen und jener Wohnung, die reich an Anstößen und durchweg
Mangel ist. Rufet Sitil, dem Sohne Adams, zu und belehret ıhn mit treff-
lichem Wissen. Sprechet zu ihm: ‚O Sitil, Sohn Adams, auf, stirb, als ob
du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie geschaffen wärest. [6] Denn
deine Seele wird für den Urbehälter, [für das große, erste Vaterhaus] und
für die Stätte, an der sie früher weilte, verlangt.“
Da stiegen hinab und kamen der Löser Saurel— Qmamir-Ziwa nach
dieser Welt der Bösen, dieser Wohnung, die reich an Anstößen und durch-
weg Mangel ist. Sie riefen Sitil, dem Sohne Adams, einen Ruf zu und be-
lehrten ihn mit trefflichem Wissen. Sie sprachen zu ihm: „oO Sitil, Sohn
Adams! Auf, stirb, als ob du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie ge-
schaffen wärest. Denn deine Seele wird für den Urbehälter, für das große,
erste Vaterhaus und für die Stätte, an der sie früher weilte, verlangt.“
Darauf sprach Sitil, der Sohn Adams: „O du Rufer, der du mir zu-
rufest, o du treffliches Wissen, das mir offenbart wurde! Ich bin in dieser
Welt achtzig Jahre alt. Ich habe noch nicht auf den Saum eines Weibes
getreten, und mir wurden noch keine großen Früchte zuteil. Ich habe noch
kein Schwert gezogen und in der Tibil noch kein Blut vergossen. Gehet
zu meinem Vater Adam. Er ist in dieser Welt tausend Jahre alt. (Er
sterbe), bevor er greisenhaft, bevor er altersschwach wird und bevor seine
kleinen Kinder sich erheben und viele Torheiten an ihm üben.“
Da sprachen sie zu ihm: „OÖ Sitil, Sohn Adams! Bevor wir diesen Ruf
dir zugerufen haben, riefen wir ihn Adam zu und sprachen mit ihm, doch
dein Vater Adam ') schickte uns zu dir.“
Da sagte sich Sitil, der Sohn Adams, in seinem Sinne: „Ich fürchte mich :
zu sagen, daß ich meinen Körper nicht verlassen wolle, sonst zürnt mir noch
das große Leben am eigenen großen Orte.“
Darauf erhob sich Sitil, der Sohn Adams, und verrichtete ein großes,
nicht kleines Gebet. Dann legte er den Rumpf von F leisch und Blut ab
und legte ein Gewand [7] von Glanz und einen vorzüglichen, reinen Turban
von Licht an. 990000 Myriaden mal leuchtete sein Licht mehr als das
Licht der Sonne, und 990000 Myriaden mal war seine Helligkeit heller als
1) Lies DNIN)
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428 Linker Teil. 7,38,
die Helligkeit des Mondes. Tausend mal tausend und zehntausend mal zehn-
tausend führten ihn an der Rechten und an der Linken. Winde, Winde
holten Sitil, den Sohn Adams, hin, Stürme, Stürme führten ihn hin, hoben
ıhn empor und stellten ihn in eine große Lichtwolke’). Er verrichtete ein
Gebet, das sehr groß, nicht klein war. Sitil, der Sohn Adams, sprach: „An
euch richte ich eine Bitte, an das erste Leben, das zweite Leben, das dritte
Leben, an Joöfin-Jofafın, an Säm, den wohlbewahrten Mänä, an den Wein-
stock, der ganz Leben, und den großen Baum, der ganz Heilungen ist?),
daß man‘) meinem Vater Adam die Blendung von den Augen, die Stöpsel
aus den Ohren und das Fleischstück vom Herzen nehme‘), damit er diese
Welt schaue, zu der ich gehe.“
Da stieg das Weinen, die Klage und die Unterwürfigkeit des Sitil, des
Sohnes Adams, vor das große, erste Leben auf, und es nahm (Adam) die
Blendung von den Augen, die Stöpsel aus den Ohren und das Fleischstück
vom Herzen. Er schaute jene Welt, die Sitil sah, und sprach zu ihm:
„Mein Sohn! Komme, komme! Ich will nach jener Welt gehen, nach der
ich verlangt werde.“ Darauf erwiderte er ihm: „Gehe, Greis, der ohne
Weisheit, und großer Maribä°), der ohne Verstand ist. Gibt es jemand, der
Speichel aus dem Munde gespien und ihn wieder verschluckt hätte? Gibt
es jemand, der aus dem Mutterleib herausgetreten wäre und den man wieder
in den früheren Ort eingeführt hätte®)? Nein! Wie ich aus dieser Welt vor
den Jahren scheiden mußte, komme der Fötus aus dem Mutterleibe hin,
gleich einem Eidotter aussehend, kommen die kleinen °) Kindlein hin, wäh-
rend ihr Mund ihnen noch voll Milch ist, kommen die verschlossenen Briefe,
die Jungfrauen, hin, kommen [8] die Bräute hin, während das Öl ihnen noch
vom Kranze trieft, kommen die Knäblein durch ...... und die Mägdelein,
indem ihr Mund .......... in dieser Welt‘). Der Hausherr®) hingegen
wird den Tod wünschen, und dieser wird sich ihm nicht nähern, bis sie ihn
verachten’) und sich (seiner) schämen. Ein jeder, der sagt, dieses Knäblein
') Siehe oben, p. 208 ff. ®) Siehe p. 191 ob.; 196, 11.
®) Oder „sie“. Ein Wechsel in der Person wie sonst nicht selten, siehe p. 141.
*) Siehe p. 237,11.
°) Das Wort wird auch Joh. 120,12 verächtlich von einem Greise gebraucht. Es ist
anscheinend entstellt, siehe Joh. II, p. 117°. °) Vgl: Joh. TE,:p. 1225
?) Dies muß etwa der Sinn von N'%%) sein, das sich nur noch L 17,19 findet,
®) Die Schwierigkeit liegt in dem zweimal vorkommenden N. Dieses bedeutet
„Zufall (der jemand trifft), Unglücksfall“, dann „Auflehnung, Streit“ und findet sich besonders
in den Jösamin-Stücken des Johannesbuches (21.6; 26, 11; 29, 11; 34,6), siehe auch Nöld.,
p- 195 unt. Ich weiß mit diesen Bedeutungen hier nichts anzufangen. Vielleicht ist 9
MNDYD unter Einwirkung von Text 7,23 hierher geraten.
®) Der begüterte Grundbesitzer.
10) NÖLDEKE nimmt für uman, das sich nur in GL findet (hier; Text 44,4; 62,15;
63,9), die Bedeutung „‚hinwerfen“ an nach by» (Gram., p. 55,2). In 44,4 könnte es diesen
Sinn haben, doch paßt er nicht an den anderen Stellen. Da scheint es „verachten“ oder
„verächtlich machen“ zu bedeuten. Dieser Sinn könnte sich allerdings aus der Bedeutung
„wegwerfen“ entwickelt haben.
8,595 Eıstes Buch. Zweites Stück. 499
bleibe hier und dieser Alte gehe hin, wird am großen Orte, im Hause der
Großen, zur Rechenschaft gezogen werden.“
Winde, Winde holten Sitil, den Sohn Adams, hin, Stürme, Stürme
führten ihn hin, hoben ihn empor und stellten ihn an das Wachthaus $il-
mais, des Schatzmeisters, der die Pflöcke des Glanzes in der Hand hält und
die Schlüssel der Kustä auf beiden Armen trägt. Sie öffneten ihm das Tor
des Schatzhauses, hoben vor ihm den großen Vorhang der Sicherheit in die
Höhe, führten ihn ein und zeigten ihm jenen Weinstock, dessen Inneres
Glanz, dessen Seiten Licht, dessen Fersen Wasser, dessen Zweige Uthras,
lessen Blätter Leuchten des Lichtes‘), dessen Same der große Behälter der
Seelen ist. Sie essen, was nicht verwerflich, und trinken, was nicht Wein
ist). Ajar-Ziwa, der Sohn des großen, ersten Lebens «x»# ++. Sie essen,
und die Wonnigkeit des Lebens kommt und legt sich über sie. Sie winden
Kränze der Wonnigkeit und legen sie sich aufs Haupt. Sie laclıen, hüpfen,
frohlocken und jubeln über die herrliche Pracht. Sie prangen in der Herr-
lichkeit, die auf ihnen ruht.
Sitil, der Sohn Adams, sprach: „Auf diesem Wege, Pfad und Aufstieg,
auf dem ich emporgestiegen bin, sollen auch die wahrhaften, gläubigen,
trefflichen und vollkommenen Männer emporsteigen und kommen, wenn sie
aus ihrem Körper scheiden.“
Darauf reichte das Leben, die Uthras und Könige der Lichterde und
des lichten Wohnsitzes die Kustä, sie reichten [9] die Hand der Kustä Sitil,
dem Sohne Adams.
Das Leben stützte das Leben,
das Leben fand das Seinige.
Das Seinige fand das Leben,
und meine Seele fand, was sie erhoffte‘).
Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den
Männern, die uns unterweisen. Saget: Das Leben steht fest in seiner Skinä,
das Leben ist siegreich.
Zweites Stück.
Das große Leben schiekt einen Boten, um Adam(s Seele) aus dem Körper zu holen
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25
und von der irdischen Fessel zu befreien. Der Bote komınt zu Adam und fordert ihn auf,
den Körper abzustreifen. Adam weint und heult und weist in langer Rede auf seine Unent-
behrlichkeit in dieser Welt hin. Der Bote hebt die Schlechtigkeit dieser Welt hervor und
fordert Adam nochmals auf, diese Welt zu verlassen. Adam schmerzt es, seinen Körper
1) Siehe Lit., p. 72 unt.
2) Siehe Joh. II, p. 130, 4.
) Vgl. Lit., p. 114.
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20
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430 Linker Teil. 9, 6—10, 9
unbewacht und unversorgt zurückzulassen, und er wünscht ihn mitzunehmen. Wie dies abgelehnt
wird, wünscht er, daß Frau und Kind ihn auf dem Wege geleiten. Der Bote weist auf die
Wertlosigkeit alles irdischen Besitzes und die Schwierigkeit des Weges hin. Adam klagt
wieder, den Körper verlassen zu müssen, der neben seinen Mängeln auch seine Vorzüge habe.
Eine von vier Uthras geleitete Wolke kommt ihm entgegen, und er wird von den Uthras
aufgefordert, in sie einzusteigen. Noch immer sträubt er sich und bittet wieder, Hawwä
mitnehmen zu dürfen. Er wird belehrt, daß Hawwä nach ihm aufsteigen werde, dann über-
haupt sein ganzer Stamm. Die Leiden der Endzeit werden geschildert; danach sollte es ihm
lieb sein, die Welt vorher zu verlassen. Adam bittet das Leben, die Welt vor Verwüstung
zu bewahren. Das Leben verheißt ihm und seinem Stamme ewiges Heil.
Im Namen des Lebens.
Als der Plan vom Hause des großen Lebens ausging, schickte es den
Boten zu Adam, ihn zu (er)lösen und herauszuholen aus dem Körper, aus
dieser Welt, aus dem Fußblock, der Fessel, den Stricken und den Schlingen,
ihn wegzuholen von der Erde, die Ptahil und die sieben Planeten gebaut, in
die sie ihn dann einführten und ihn darin haben wohnen und sitzen lassen, ihn
zu erlösen und herauszuholen aus dem schmutzigen, stinkenden, verzehrenden,
verderblichen Körper, dem reißenden Löwen, dem lodernden, verderblichen
Feuer, dem zerrinnenden, auseinanderfließenden (Körper), dem Meere, das
nicht ergründet, und dem Spalte‘), der nicht verstopft werden kann, dem
Drachen, der die Welt umkreist, dessen Kraft niemand gewachsen ist.
Alsdann überlegte die Seele im Körper Adams, sie überlegt und fühlt
sich zu kurz‘), um einen Zoll fühlt sie sich im Körper zu kurz. Die Seele
sitzt da und spricht mit dem Geist und dem stinkenden Körper’): „Warum
sitzen wir da, warum liegen wir da, wo wir uns nicht mit Reisezehrung
für unseren Weg versehen haben? Gar bald mag der (Er)löser zu uns
kommen und uns aus dieser Welt holen.“
Einmal sprach die Seele mit dem Geist und dem stinkenden Körper,
doch der Geist und der stinkende Körper gaben ihr keine Antwort. Während
die Seele dasteht und mit dem Geist und dem stinkenden Körper spricht,
kam der Erlöser heran. Heran kam [10] der Erlöser, es langte an der Bote.
Er kam heran, trat an den Pfühl Adams, an den Pfühl Adams trat er
und weckte ihn aus dem Schlafe. Er sprach zu ihm: „Steh auf, steh auf,
Adam, leg ab deinen stinkenden Körper, den Lehmrock, in dem du weiltest.
Leg ab den körperlichen Rock, den verwesenden Körper, in dem du weiltest.
Leg ab das körperliche Gewand, in dem du weiltest, und schlag es den
Sieben und den Zwölf, den Männern, die es geschaffen, um den Kopf. Laß
den Körper sogleich in der Welt zurück, denn deine Zeit ist gekommen,
dein Maß ist voll, aus dieser Welt zu scheiden‘). Das Leben hat mich zu
') Der vom großen Grundwasser zur Oberfläche der Erde führt, siehe auch p. 208°.
°) Sie fühlt sich im Körper beengt.
?) Der Mensch besteht aus Seele, Geist und Körper, siehe Bitsep. 12%
*) Lies Ayn proymb Dibw RbyD..
10, 9—11, 15 Erstes Buch. Zweites Stück. 431
dir gesandt, denn es verlangt nach dir. Dein Gang sei nach dem Orte des
Lebens, nach dem Orte, an dem du früher weiltest, nach der Wohnung, in
der dein Vater sitzet.“
Als Adam dies hörte, jammerte er über sich und weinte. Er jammerte
und weinte, und in seinem Auge löste sich eine Träne. Adam öffnete den
Mund und sprach zu dem Boten, der zu ihm gekommen war: „Vater! Wenn
ich mit dir komme, wer wird in dieser so weiten Tibil Hüter sein? Wer
wird diesem meinem Weibe Hawwä Gesellschaft leisten? Wer wird diesen
Pflanzen, die ich gepflanzet, in den Zeitaltern') eine Stütze sein? Wer
wird ihnen eine Stütze sein? Wer wird in diesem Hause wohnen, in dem
ich gewohnet; wer soll darin ..... ?), sein? Wenn die Palme Früchte trägt,
wenn der Christdorn Blüten trägt, wer wird ihr Hüter sein? Wenn der
Euphrat und der Tigris herankommen, wer Bol ®, mit der Hand er-
greifen und das Wasser zu den Pflanzen leiten? Wenn die Gebärerin ge-
bieret, wer soll ihnen‘) beistehen? Wer soll die Rinder vor den Pflug‘)
spannen und wer den Samen in die Erde leiten? Wer soll die Klapper in
die Hand nehmen und den Schafen nach ihrer Hürde und den Antilopen
nach ihrer Herde zuklappern? Wer soll die Waisen zusammenhalten,
wer die Taschen der Witwe [11] füllen? Wer soll den Nackten kleiden und
ihm ein Gewand um den Nacken legen? Wer soll den Gefangenen auslösen,
wer im Dorfe den Streit schlichten?“
Darauf erwiderte der Bote des Lebens, der zu Adam gekommen war:
„O Adam! Steh auf, steig zu deinem Ort empor, zur guten Wohnung, in
der du früher weiltest, zum Orte, dessen Sonne nicht untergeht und dessen
Liehtlampen nicht dunkel werden. Nimm das Gewand des Glanzes und bekleide
dieh damit und hülle dich in teures Licht. Setze dir den Kranz, den Kranz
der Siege, auf, durch den die Welten leuchten. Binde dir den Gürtel, den
Gürtel (lebenden) Wassers®), um, in dem man ohne Schmerz und Leid
bleibt. Setze dich auf deinen Thron des Glanzes, den das Leben dir in voll-
kommener Art aufgestellt hat. Vergiß das Haus deines Pflegers, in dem
du täglich, alltäglich Verfolgung ertragen mußtest. Es tue dir nicht leid,
Adam, um diesen Ort, in dem du weiltest, denn dieser Ort ist öde, und die
ganze Wohnung liegt in der Wüstenei. Die Werke werden gänzlich ver-
lassen und kommen nicht wieder zusammen. Die Schlechtigkeit ist groß in
ihr und der Zorn ausgedehnt in jeglicher Stadt. Die Söhne verleugnen
ihren Vater, die Töchter verleugnen ihre Mutter. Die Brüder töten einander,
1) Gerade im linken Teile ist es oft unsicher, ob NN zu NN „Zeitalter“ oder zu
NPINT „Wohnsitz“ gehört. Ersterer Sinn paßt aber im allgemeinen besser.
%) 97 ist wohl verderbt, es steht aber kaum für NN „wer soll darauf sehen?“
s) Offenbar ein Gerät zum Bewässern. Die Herkunft des Wortes ist unbekannt, siehe
Joh. II, p. 48°.
4) „Ihnen“ wohl nur aus Flüchtigkeit statt „ihr“ (Abm), oder es bezieht sich auf
Mutter und Kind. 5) Lies NINTNDI oder NIMNNT „das Joch Rinder zusammenspannen“.
6) Siehe p. 424'.
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40
4323 Linker Teil. 11, 16—13, 2
und die Schwestern essen einander das Fleisch ab. Jeder Mann verläßt sein
Eheweib, und jedes Weib verläßt seinen Ehemann. Damit keine Schlechtig-
keit komme und Zorn über die Zeitalter losgelassen werde, damit keine
Waisen, Witwer und Witwen und Gefangene da seien, stehe du auf, Adam,
und verlasse diese Welt und den stinkenden Körper.“
Da öffnete Adam seinen Mund und sprach zum Boten: „Vater! Wenn
ihr wußtet, daß dem so ist, warum betörtet ihr mich und brachtet mich in
den stinkenden Körper hinein? Wenn ich jetzt meinen Körper verlasse,
wer wird ihm ein Hüter sein? Wenn er schläft, wer wird ihn wecken, wer
ihn aus dem Schlafe rütteln? Wer wird ihm zu essen, wer zu trinken geben,
[12] und wer wird ihm in den Zeitaltern Gesellschaft leisten? Wenn Donner
und Blitze über ihn losschlagen, wer wird ihm einen Palast und einen Bau
aufführen, wer ihm ein Dach herstellen? Kommen nicht Krämpfe *), kommt
nicht die Sonne und fällt auf ihn? Die Winde fassen Staub und werfen
Erde auf ihn. Versammeln sich nicht die Vögel und essen von meinem
Körper? Von meinem Körper essen sie, nisten in meinem Haare und tragen
von meinem Fleische zu ihrem Nest empor. Sie ziehen mein Gewand ab,
zerreißen es [und werfen es] auf die Misthaufen. Wer soll mir ein Anblick ®)
sein? Vater! Wenn du willst, daß ich mit dir komme, komme mein Körper
mit mir als Geleite. Mein Körper komme mit mir und leiste mir Gesellschaft
auf meinem Wege. Ich habe nicht Vater und Mutter, die mit mir als Geleite
kommen sollten. Gold und Silber wird von mir nicht getragen und geleitet
mich nicht, das ich als Reisezehrung mit mir tragen, und das mit mir als
(Geleite kommen sollte.“
Darauf erwiderte der Bote, der zu Adam gekommen war, und sprach:
„Wie schmerzt es und packt es dich, Adam, um den stinkenden Körper,
in dem du weiltest! Gibt es einen Körper [im Hause] des Lebens? Ein
Körper steigt zum Hause des Lebens nicht empor.“ i
Da erwiderte Adam dem Boten, der zu ihm gekommen war, und sprach:
„Gesandter des Lebens! Wenn es dir beliebt und gefällt, komme mein
Weib Hawwä mit mir als Geleite und leiste mir Gesellschaft auf dem Wege.
Meine Söhne und Töchter mögen mit mir kommen und mir auf dem Wege
Gesellschaft leisten.“
Als sein Weib Hawwa diese Äußerung von Adam hörte, schrie sie laut
und rief. Sie schrie und rief laut, und in ihrem Auge löste sich eine Träne.
Sie sprach zu ihm: „Ich will mit dir als Geleite mitkommen, Adam, und dir
auf deinem Wege Gesellschaft leisten.“
Darauf sprach zu ihm der Bote des Lebens, der zu Adam gekommen
war: „Im Hause des Lebens gibt es keinen Körper; ein Körper steigt zum
Hause des Lebens nicht empor. Auf Vater und [13] Mutter, auf Brüder und
Schwestern, auf Gold und Silber kannst du im Hause des Lebens nicht ver-
') Hier ist wohl der Sonnenstich gemeint, siehe p. 85%.
2) Auf den ich meine Blicke richte? Sehr unsicher.
13, 2—14. 10 Erstes Buch. Zweites Stück. 433
trauen. Dort wird jeder einzelne nur nach seinen Handlungen, nach Lohn-
zahlung und Almosenspende, dem Zeichen und der Taufe und den Werken,
die er geübet, geprüft. Wenn sie den Körper verlassen, werden sie an den
Wachthäusern geprüft. Adam! Wozu sollen dir falsche Brüder, die ein
Ende nehmen, und falsche Schwestern, die zu nichts taugen? Deine Brüder
sind Uthras der Kustä, und deine Schwestern sind gläubige Skinas. Täglich,
alltäglich stehen sie im Hause des Lebens da und verrichten über dich ein
reiches, langes Gebet. Adam! Wozu soll dir in dieser Welt Gold, das ver-
geht, wozu soll dir Silber, das sich verfinstert? Der Weg'), den wir zu gehen
haben, ist weit und endlos. Auf ihm sind keine Meilen abgemessen, keine
Meilensteine nach dem Maß aufgestellt. Vögte sind an ihm zurückgelassen,
und Wachthäusler und Zöllner sitzen an ihm. Die Waffe ist geschmiedet
und bereitgelegt, poliert und bereitgelegt ist das Eisen. Die Kessel brodeln,
die die Seelen der Bösen bergen. Am Wege ist ein Meer, das ohne Über-
gang ist. Nein, jeden einzelnen bringen nur Lohnzahlung und Almosen-
spende heran und bringen ihn hinüber. Nur seine Werke gehen als Führer
vor ihm einher. Der Weg, den wir zu gehen haben, ist voll Disteln und
Dornen. Sieben Mauern umgeben ihn, Berge, in die keine Bresche ge-
schlagen ist. Die Wage sitzt aufgerichtet da, und von tausend wählt sie
eine Seele aus, die gut und erleuchtet ist.“
Als Adam dies hörte, jammerte und weinte er über sich, und seine
Trömen ..r.. flossen herunter. Darauf verließ Adam seinen Körper. Er
wandte sich um und erblickte ihn, da erbebte er. Es dauerte ihn, den
Körper zu verlassen, und er konnte sich von ihm nicht trennen. Dann trat
er seine Wanderung durch den Äther an. Adam wandert und zieht dahin
wie ein Vogel, der noch kein Nest gebauet, nicht gebrütet und noch keine
Jungen erhalten hat. [14] Adam wandert und zieht dahin wie ein Vogel,
dem man (soeben) Flügel gebildet hat’). Er fliegt und zieht durch die
Welten und Äonen dahin und gleicht einem Tier, das von seiner Herde ab-
geschnitten ist. Er gleicht den vier Winden, und die Stürme trieben ihn
fort”). Er gleicht einem Löwen, der aus dem Käfig entwichen ist. Br
gleicht einem Wildschwein‘), das aus dem ..... °%) entwichen ist. Adam
ging dahin und sprach: „Wehe, wehe, daß meine Brüder mich betörten,
mich aus ihrer Mitte fortbrachten®) und gewaltsam in den stinkenden Körper
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hineinwarfen, den verderblichen Löwen, den grimmen, grimmigen Löwen. 35
Sie warfen mich in den Drachen hinein, der die ganze Welt umkreist. Sie
brachten mich und warfen mich unter die bösen Planeten, die täglich Un-
1) Siehe Joh. II, p. 180f.
2) Dies ist wohl der Sinn des Satzes. NY steht mehrmals gerade bei Flügeln: R 339, 1;
L 88,4; 104,4; 111,26, doch siehe auch R 244, 15ff.
8) Sehr unsicher. Hier ist wohl eine Lücke, und NYYYONY ist vielleicht entstellt.
4) Lies NININD statt NPIN2.
5) Offenbar auch ein Wort für Käfig oder Behälter. Es ist vielleicht verderbt unter
Einwirkung von NY2UIND „Turban“. ®) Lies YPDN.
Lidzbarski, Ginza. 28
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434 Linker Teil. 14, 11—15, 19
ruhe erregen. Täglich schmieden sie Waffen gegen mich. Sie bauten für
mich Götzenschreine aus Lehm, Trugbilder, und täglich, alltäglich schlachten
sie vor ihnen und [spielen] auf Pauken und Flöten, um mich in ihrer Mitte
zum Abfall zu bringen. Durch die Kraft des großen Lebens trat ich zu ihnen
und nahm in ihrer Mitte Platz, doch wurde ich nicht ihr Genosse und
machte keine Gemeinschaft mit ihnen. Ich wußte, daß ich scheiden werde,
daß ich allein scheiden, allein meinen Streit schlichten werde. Als meine
Brüder, dıe Uthras, mich betörten, mich aus meinem Orte entfernten und in
den stinkenden Körper hineinbrachten, pfui! — da trat ich in ihn nicht ein
ve ayaklarımı üzerine koymadan bir saat orada durmadım.
adım attı ve onu yedi ve on iki kişiye verdi, onu yapan adamlar
düzeltti, uydurdu, kafasına fırlattı. Ama ne güzel
(sonuçta) benim bedenimdi, (öte yandan onu yapan erkekler ne kadar çirkindi)
yaratmış)> onu oluşturan heykeltıraşlar ne kadar bilge ve güzeldi,
ve onu döven kuyumcular!) [15] Çok güzel
başını şekillendirdiler, saçını düzelttiler ve onu yarattılar. o
düzeltti ve saçını yarattı, aklına koydu ve kafasına koydu
bilgeliği kalbe döktü. Ona iki göz yarattılar, gündüzler
ve geceleri parla. Onun için her gün büyük bir kapı yarattılar.
Hayatı övüyor. Onun için her gün birbirinden bağımsız çalışan iki el yarattılar.
simartmak?). Doğudan arkaya onun için iki ayak yarattılar.
Batıya doğru yürü. Şimdi çok güzel olan figür gider ve olur
mezarlıkta toza ve solucanlara. Gözleri bir yıldız gibi gitti
etraftaki resimler, şimdi karanlıklar. İki pencere engellendi
günlük hayatın konuşmasını kim duydu '). Büyük kapı engellendi,
kim her gün hayatı övdü®). Eller aksi halde gündüz ve gece iken
çalıştı ') okşamadan, kuşlar korkmuyor şimdi
bedenimin önünde. Ayaklar kilometrelerce uzağa giderdi'),
kuşlar kaçmıyor artık Onu ve beni terk etmem gerekiyor
ona destek olamaz. Kendime gidebiliriz dedim.
bedenimi taşıyorum ama sonra duvarları patladı ve düştü
ayrı. Sonra vücuduma vurdum ve onu oraya fırlattım.
gitti ve toza ve solucanlara döndü. Oraya gitti, o da oldu
Toz ve solucanlar, bölündü ve her şehre düştü. "
Mezarlığın kapısında *)
kardeşler birbirlerini satın almazlar.
Kardeşler birbirlerini fidye ettiğinde
mezarlığa ceset gelmezdi.
Mezarlığa ceset gelmezdi
ruh bedeni bırakmadı.
2) Ar, Farsça zer “altın” içerebilir.
2) Sadece "tatlı ol, nazik ol"a ait olabilir. Arapça yılan balığı & "boş, boş dur"
uygun olur ama söz konusu değil.
®) Metinde şimdiki zaman kullanılmıştır. *) Ayette eklenen bir parça.
15, 19-17, 1 ilk kitap. İkinci parça. 435
Eğer baba oğlunu fidye verirse
Tibil'de çocuksuz olmazdı').
Oğullar babalarını fidye verirse
Tibil'de yetimler olmasaydı.
Adam karısını fidye verdiyse,
Tibil'de dullar olmasaydı.
Wenn die Frau ihren Gatten loskaufte,
würde keine Witwe auf den Märkten gerufen werden’).
Darauf erwiderte und sprach zu ihm der Bote des Lebens, der zu
Adam gekommen war: „O Adam! [16] Wie schmerzt und packt es dich um
den stinkenden Körper, in dem du weiltest! Hebe deine Augen empor und
schaue die Lichtwolke, die dir, Adam, entgegenkommt, die vier Männer,
Söhne des Lichtes, hinleiten. Tausend mal tausend Meilen zieht die Wolke
dahin, die dir entgegengekommen ist. In ihr liegen zusammengewickelt Ge-
wänder des Glanzes und reine Turbane des Lichtes. In ihr liegen prangende
Kränze, die weit und endlos sind.“
Die vier Uthras, die Söhne des Lichtes, die zu ihm gekommen waren,
redeten ihn an und sprachen zu ihm: „Warum weinest du, Adam, und fällt
dir vom Auge eine Träne herunter?“
Darauf erwiderte er ihnen: „Ich bin ein Diener ohne Herrn, auf den
kral acıdır.” Bunun üzerine ona dediler ki: “Sen, Adem, o musun?
Büyük yaşamın oğlu, büyük yaşamın hizmetkarı. sen
Büyük yaşamın hizmetkarı, o zaman barış içinde gel, seçilmiş kişi, saf olan,
Hayatın günahsız kıldığı günahsız kişi. Yukarı gel
ve büyük ışık bulutunda oturun. sen ışığı düşündün
Konut, ailen seni düşündü, çünkü sen onların ..... °) ve
seni Ptahil'in dünyasından, hiçbir değeri olmayan dünyadan kaldırdılar."
Adem ağzını açtı ve kendisiyle konuşan Uthralarla konuştu.
Gelmişti: "Lütfen, Uthras, kardeşlerim, bekleyin
ben ') bir saat, sadece bir saat beni bekliyor ki sonra yapabileyim
Karısı Havva benimle eskort olarak gelmesini gönderdi."
Uthras cevap verdi ve Adem'in başıyla konuştu.
bütün kabilenin: “Sakin ol ve sus ey Adem ve geri kalanlar.
Kendinize iyi bakın. Gidip yerinize tırmanıyorsunuz ve sizinki
Karısı Havva senin peşine düşecek. Tüm bagajınız kaldırılacak
seni takip etmek için yükseliyor. Sonra tüm nesiller sona erer ve
tüm yaratıklar yok olur. Bütün kuyular ve denizler kuruyor,
ve nehirler ve akarsular kurur. [17] Dağlar ve tepecikler
1) RUNIINT, NYINNINT bu anlama sahip olmalı ama kelimenin kökeni bana göre
Bilinmeyen.
2) Kendileriyle ilişki kurmak isteyen erkeklerden? Yine sorunlu iki
N netliği
2) Neredeyse "onlarla"; Tabii ki, “yapraklar” da uymuyor.
4) Bkz. Nöld., P. 85.
28 *
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BM
30.
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436 Sol kısım. 17, .1-18, 6
yok et, düş ve bat. Babel ve Borsip ıssız ve
git ve hiç var olmamışlar gibi ol. Perslerin ülkesi
ve Romalıların toprakları yok edilecek ve sanki hiç var olmamışlar gibi görünecek.
bakmış olurdu. Sind ve Inderland birbirinin üzerine düşer ve
Simräerland, Turäerland ') ve Eisenberg'in 5 bölgesi birbirini öldürür.
Katillerinin hükmünü söylerler ve dünya hükmü söyler
über den, der auf ihr das Blut eines Adamssohnes vergossen und Bilder
seinesgleichen vernichtet hat. Die Vögte, Häscher, Ehebrecher, Diebe,
Fälscher, Denunzianten, Grenzverschieber, Grenzsteinverrücker, Zauberer,
ıo Hexen, Pfaffen, Priester, Orakelmänner, Schmäher, Zeichner’), Wahrsager
und Chaldäer wandern in den Feuerbrand. Wenn die Erde in Trümmer
zerfällt”), der Himmel ohne Sterne dasteht, Sonne und Mond an ihren Ort
zurückgehen, die Leuchten an ihren Ort zurückgehen, die vier Winde des
Hauses an ihren Ort zurückgehen, alle Bösen in die Tiefen der Finsternis
ı; sinken, dann Heil dir, Adam, daß du auserwählt wurdest und aus der Welt
der Engel‘) und dem Leid dieser Welt emporstiegest. Es tue dir nicht
leid, Adam, um diese Welt, die du verlassen hast. Nach dir verlassen sie
die kleinen Kindlein, wenn sie noch nicht zu Verstand gekommen sind. Es
verlassen sie die Jünglinge und Mädchen, die Knäblein und Mägdelein, wenn
20 sie noch keine Verlobung gefeiert haben. Es verlassen sie die Bräutigame
und Bräute, und Staub fällt auf ihren Pfühl‘). Die Nägel ihres Braut-
gemaches springen heraus, und sie verlassen leer die Welt. Die verheirateten
Männer und Frauen erwerben Häuser und verlassen sie dann, sie gehen
dahin und enden im Gefilde der Seol. Die Greise und Hausherren verlangen
25; [18] nach dem Tode, und er kommt zu ihnen nicht, dann verlassen sie un-
freiwillig‘) die Welt. Der König läßt seine Krone im Stich, die Edlen lassen
ihre Pracht im Stich. Den Frauen geht ihre Schönheit, den Edelfrauen ihr
Reiz verloren, und sie schreiten barfuß zum Friedhof. Du, Adam, steig
empor und trage deine Rechtssache “dem Lichtkönig und) dem großen,
30 ersten Leben vor, die Rechtssache betreffend die Welt, in der du weiltest.
') Sind ist das Gebiet des Indus, zu den anderen Namen siehe p. 416 unt.
®) Zu magischen Zwecken. ®) Siehe p. 203, 3. *) Siehe p. 4, 20,
5) Dies dürfte ungefähr der Sinn von Nam sein. In einem Hochzeitsliede Cod. Paris.
25, f.15b; Cod. 15, f.11b heißt es:
FOND NIDNT NUNIN) sm AD212H STD
RT RPIN INTND NYTNT KDD m
N NP NION NYTTT RINDND
„Polster sind für den Bräutigam hingebreitet,
Becken mit Wein für ihn gemischt.
Der Pfühl des Bräutigams
war der Amboß der Erde.
Das Kissen des Bräutigams
waren die Zisternen des Himmels.“
Das Lied knüpft an kosmologische Vorstellungen an (zu N711977 81211 vgl. R 354, 9,21; 355, 1),
doch kommt Unsinn heraus. Siehe auch Lit., p. XI.
®) Eigentlich: ohne ihren Beschluß.
18, 6—19, 15 Erstes Buch. Zweites Stück. 437
Sprich zum großen Leben: „Warum hast du diese Welt geschaffen, warum
hast du die Stämme weg aus deiner Mitte hinbefohlen, warum hast du in
die Tibil Streit geworfen? Warum verlangest du nun nach mir und meinem
ganzen Stamme? Warum hast du die ganze Welt in die Einöde gebracht,
während kein Hüter für sie da war, während die Sieben und Zwölf in ihrer
eigenen Welt die Herrschaft über die Menschen ausüben und meine Stämme
dauernd der Verfolgung ausgesetzt sind? Wohlan, wenn es dir, großes
(Leben), lieb ist und es dir gefällt, werde jene Welt nicht verwüstet, (son-
dern leuchte,) meine Stämme von ihr nicht abgeschnitten, und dein Name,
gewaltiges, erstes Leben, weiche von dort nicht. Diese Skinäs, die Hibil-
Ziwä gegründet hat, sollen nicht verwüstet, der Jordan von dort nicht weg-
genommen werden und die Planeten, Rüha und Christus nicht die Herr-
schaft über sie ausüben.“
Darauf sprach das große, erste Leben zu Adam, dem Haupte des
ganzen Stammes: „O Adam! Bleib ruhig in deiner Erleuchtung, und die
Ruhe der Guten umfange dich. Hibil-Ziwa ist hier, deine Brüder, die
Uthras, sind hier, der ganze Jordan ist hier. Du, Adam, sollst hier wohnen,
dein Weib Hawwä wird hierher kommen, ‘und dein ganzer Stamm wird nach
dir emporsteigen. Dies ist die Skina, die für dich, Adam, und dein Weib
Hawwäa vor dem [19] gewaltigen, ersten Leben gegründet ist, bis zum Tage,
dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlösung, bis zum großen
Tage der Auferstehung. Dann stehest du, Adam, und alle deine Stämme
auf und gehest nach deiner eigenen Erde’). So beruhige denn deinen Sinn
und laß dein Herz auf seiner Stütze sitzen.“
Und das Leben ist siegreich.
Dieses Buch „Als das Maß Adams voll war und seine Rechnungen sich
in den Zeitaltern vor ihm auflösten“ trägt Manda dHaije vor und erklärt 2):
Er spricht: „Der Verdammung verfällt ein jeder, der, wenn er seinen Körper
und die Welt verläßt, in der er war, nach Gesellschaft verlangt, Gold und
Silber liebt, sagt, was er nicht sieht, und erzählt, was er nicht hört, Brüder
entzweit und Söhne von den Eltern trennt, leiht und Zinsen nimmt,
kleines .....”) verzehrt, Grenzen verschiebt, Grenzsteine verrückt und sonst
häßliche Handlungen verübt, diesen wird Mandä dHaije verfluchen, er wird
den Weg, den Adam, das Haupt des Zeitalters, gegangen ist, nicht gehen,
1) Dieser Satz ist nach den vorhergehenden Äußerungen sinnlos; sie sollen in der
oberen Skinä ihren dauernden Sitz erhalten.
®) Es ist ein Nachwort zum zweiten Stücke. Die einführenden Worte entsprechen zwar
dem Anfange des dritten Stückes, aber das Zitat beruht auf einem Irrtum, oder der Vers hat
ursprünglich auch an der Spitze des zweiten Stückes gestanden, siehe auch p. 183, 25. Die
Bemerkung enthält ja eine Warnung vor dem Hängen an der Welt und ihrem Besitz, was
zum zweiten, nicht zum dritten Stücke paßt. Eine entsprechende auf das dritte Stück be-
zügliche Bemerkung steht am Ende dieses Stückes.
2), Weder NYY’D noch NIYYD (siehe p. 1043, 382°) paßt.
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438 Linker Teil. 19, 15—20, 12
er wird nicht emporsteigen und den Lichtort schauen, wenn die guten Seelen
zum Hause des Lebens emporsteigen, sondern er wird vom großen Lichtort
und vom lichten Wohnsitz umkehren müssen.“
Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den
Männern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das
Leben ist siegreich über alle Werke.
Drittes Stück.
Das Stück wendet sich gegen die Totenklage und knüpft an Hawwäs Verhalten nach
Adams Tode an. Auf Rühäs Überredung erhebt Hawwä Klage um Adam. Hibil-Ziwä wird
vom Leben gesandt, um sie zu trösten und zu veranlassen, daß sie sich der Klage enthalte.
Hawwä folgt seinem Zureden. Darauf verschwören sich Rühä und die Planeten, sie wieder
zur Totenklage zurückzuführen. Hibil-Ziwä teilt dem Leben den Erfolg seines Schrittes mit
und daß Hawwä sich nach dem Lichtorte, dem Sitze Mandä dHaije's, sehne. Da die Planeten
sie bedrücken, wendet sie sich an Mandä dHaije um Hilfe. Er kommt, um sie aus dem Körper
zu holen. Rühä sucht sie auf der Erde zurückzuhalten. Da erscheint Hibil-Ziwä und holt
sie aus dem Körper. Wir haben hier einen Wechsel zwischen Hibil-Ziwä und Mandä dHaije,
wie sonst oft. Hibil ermahnt die Kinder Adams. wo ihre Hüter von ihnen geschieden sind,
selbst auf sich achtzugeben, und verheißt auch ihnen die Erlösung. Er holt den kleinen
Sitil in die Höhe. Das Stück schließt mit einer Mahnung Mandä dHaije’s gegen die Totenklage.
Im Namen des großen Lebens.
Dies ist das Mysterium, das Buch, die Belehrungen, die Überredung
und die Aufklärung’), die Manda dHaije lehrte und den Männern von er-
probter Gerechtigkeit mitteilte.
Als das Maß Adams voll war und er seinen Körper [20] verließ, und
sein Weib Hawwä sich der Klage, dem Jammern und dem Schmerze hin-
gab, als sie sich dem lange, kostbare Tage hingab, kam Rüha, setzte sich
vor sie und sprach zu Hawwä: „Warum erfassen dich die Schmerzen der
Witwen?“ Sie bringt ihr die Totenklage”) um Adam mit (mannigfachen)
Klageweisen®). Sie schlägt die Hände gegeneinander, so daß sie eine Er-
schütterung in die Erde bringt, und spricht: „Meine Gefährtin! Wer hat
dich verlassen, so daß du ruhig dasitzest und nicht zürnest?“ Alsdann be-
gann Rüha und alle Liliths, die mit ihr waren, Klage zu erheben, und sie
sprach zu Hawwä: „Wohlan, wir wollen uns eifrig der Klage widmen. Eine
Edle, die keine Klage um [ihren Gatten] erhebt, verachten ihre Genossinnen.“
Hawwa gehorchte der Rüha, und Hawwä nahm alles an, was Rüha ihr sagte.
!) 02 sonst von 22 = 832 gebildet, gehört hier zu na!
?) Siehe Joh. I, p. 115".
®) Siehe Nöld., p. 266'. Nicht etwa „mit Klageweibern‘“, siehe p. 441, 7.
20, 12—21, 21 Erstes Buch. Drittes Stück. 439
Ich, Hibil-Ziwa, wußte, daß Hawwä viele Sünden hatte. Sie stand da
in Nachdenken und Wehleid, und ihr Herz war zwiespältig. Sie stand in
Verfehlung da und näherte sich Adam nicht ').
Da rief, wappnete, beauftragte und sandte mich das Leben, mein Vater,
und sprach zu mir: „Du, Schöpfer der Stämme, der du die Stämme Adams
ausbreitest! Du führtest Adam in das Hochzeitsgemach hinein, und du
gründetest Hawwa ein Haus der Buhlerei. Gehe du, rede Hawwä zu und
laß ihr Herz auf seiner Stütze ruhen. Sprich zu ihr: ‚Der Seele, die von
dir geschieden ist, leuchtet das Antlitz in Freude, sie findet reichlich Be-
hagen und führt die Seelen von dort zu sich empor. Für den Abgeschiedenen,
der von dir geschieden ist, ist es eine Verhängung vor dem Schwerte‘).
Alle Menschen, [die] den Ruf des Lebens bezeugen und in der außerweltlichen
Rede sprechen, [21] scheiden ab laut der Verhängung vor dem Schwerte
und gehen dahin auf dem Wege des Lebens und dem Pfade, auf dem die
Männer, die Söhne des Heils, hinausgingen, die sich dann auf das Leben
und die Skinas der Wesen gewaltig an Herrlichkeit stützten und Rettung
fanden. Auch du wirst, wenn du deine Augen von der Träne trocknest,
deine Arme vom Haupte wegnimmst, Zorn und Wehleid aus deinem Sinne
entfernest, Trauer und Klage aus deinem Herzen entfernest, ihm bald laut
der Verhängung vor dem Schwerte nachfolgen, auf dem Wege des Lebens
dahingehen und auf dem Pfade der Männer, der Söhne des Heils, hinaus-
ziehen.“
Diese Worte richtete sein Vater an Hibil-Ziwä, dann ging dieser hin
und kam vor Hawwä. Er legte um und glättete seinen Turban’°), setzte
sich hin und sprach mit Hawwä in freundlicher Rede. Hawwä zeigte sich
fremdartigen Sinnes und weinte vor ihm. Sie sprach zu ihm: „Hast‘) du
die Seele gesehen, die von mir geschieden ist?“
Darauf erwiderte er ihr: „Die Seele, die von dir geschieden ist, ist in
herrlicher Pracht aufgerichtet, ihr Antlitz leuchtet ihr in dem Behagen, das
sie gefunden, sie ist in großer Freude des Lichtes aufgerichtet.* Ferner
‚sprach er zu ihr: „Du treibst die Torheiten der Planeten, widmest dich der
Trauer und Klage, weinest, ängstigst dich und betrübst dich und bringst dir
Zorn und Wehleid in den Sinn ««+x+++»«"). Ihr entfremdeter Sinn wurde
!) Dessen Körper noch dalag?
2) Der Tod ist über Adam verhängt, bevor das Zeitalter des Schwertes eintritt, siehe
oben, p. 259, 19.
8) So wie die Worte dastehen, geben sie keinen Sinn. Ich vermute, dab TDInW AND
Syauındb zu lesen sei. “) Lies ROMMND.
5 6) Die Rede Hibil-Ziwäs ist abgebrochen, und in die Lücke sind Reste einer oder ver-
schiedener Ansprachen Rühäs und der Sieben an Hawwä und einer Erzählung von Rühä ein-
gefügt. Vielleicht gehören die Worte NMMMI TIN INIRDSY) „und deine Augen preßten
sich mit einer Träne zusammen“ noch zur Rede Hibil-Ziwäs. Die Worte „[sprach zu ihr]
in freundlicher Rede und sprach zu ihr in hebräischer Rede‘ beziehen sich auf Rühä, siehe
weiterhin. Die Form Fomanwy statt Sbnminnwy stört nicht sehr. Im Folgenden ist
wieder von Hibil-Ziwä die Rede.
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440 Linker Teil. 21, 21—22, 21
ihr zu den fremden‘) Menschen zurückgebracht. Er richtete ihr das Herz
nach dem Hause des Lebens hin, nahm ihr Trauer und Klage vom Ge-
sichte, nahm ihr die Träne aus den Augen und sprach zu Hawwa: „Siehe,
du treibest ihre Torheiten, doch wird man dir deine Sünden erlassen.
[22] Denn die Planeten haben dich verführt. Jetzt sollen dir deine Augen
leuchten, stehe in der Freude der herrlichen Pracht da, preise die Seele,
die von dir geschieden ist, und sende zu ihr in Freude Gebet und Lobpreis.“
Hawwä erhob sich dann, ließ von der Trauer, der Klage und dem
Wehleid, von der großen, schweren Klage, stand in Lobpreis®) da und
sprach: „Meine Sünden wird man mir erlassen, denn Rühä und die Planeten
haben mich verleitet. Ich saß in Klage da, erhob große, schwere Klage.“
Hawwa sprach dann zu Hibil-Zıwa: „Warum hast du mich nicht mitgenommen,
sondern setztest dich zu mir? Meinen verbitterten Sinn hast du nicht be-
ruhigt, nicht Trauer, Klage und Wehleid aus meinem Herzen °) entfernt.
Du sprachst mit mir nicht in fremder Rede, unterhieltest dich nicht mit mir
in angenehmer Unterhaltung und sprachest mit mir nicht mit angenehmer
Stimme.“
Darauf erwiderte ich ihr: „Dem Auserwählten, der von dir geschieden
ist, war ich ein Geleiter. Ich führte ihn an den Wachthäusern vorbei, an
der Erschütterung und dem Zorn dieser Welt. Ich führte ihn an Ptahil
vorbei, der ihn geschaffen hatte. Ich zeigte ihm das Haus des Abathur, und
Abathur reichte ihm die Hand. Ich brachte ihn zum Zweiten ‘), und dieser
vermehrte seinen Glanz aus dem seinigen. Ich brachte ihn über die Wasser-
bäche und zeigte ihm die Glänzenden °), Wohlbewahrten in ihren Skinas.
Ich ließ ihn in den Gemächern der neuen Paläste wohnen, die nicht zer-
fallen. Ich schuf ihm eine Skinä des Glanzes, dann ging ich hin und kam
zu dir.“
Da sprach sie zu ihm: „Warum war Ano$ nicht bei mir und schmiedete
nicht mit mir geheime, aufrührerische Anschläge‘)?“ Darauf erwiderte er
ihr: „Er ließ sich nicht im Hause eines Gegners nieder, paßte nicht für das
Haus eines Feindes.“ Da sprach sie zu ihm: „War ich seine Gegnerin, wenn
Adam ihn haßte?“ — „Nicht du warst seine Gegnerin“, sprach er zu ihr,
') D. h. jenseits" befindlichen, siehe p. 52.
°) Lies SAPMINN.
3) Lies IND 0. Der Text hat „von meiner Pforte‘,
4) Siehe p. 782.
®) Wie es sonst öfter zweifelhaft ist, ob eine Form zu 1 „glänzen“ oder zu NY
„wach sein“ gehört (siehe Nöld., p. 62°), so bei diesem NY, ob es „die Glänzenden“ oder
„die Wachsamen‘ bedeutet. Letzterer Sinn liegt R 341,19 vor (hier p. 355, 3), wahrscheinlich
auch L 130, 9f. Bei der Bedeutung „wachsam‘“ könnte N’2y mit den }19%y Dan. 4, 10ff. zu-
sammenhängen, siehe auch oben, p. 180". NMY BCD ist erst für das seltene NY eingesetzt.
*) Gegen Adam. Hier wird auf eine Feindschaft zwischen Anös und Adam angespielt;
vielleicht ist es der Vorgang, von dem p. 127 erzählt wird. Daß NN YNDD „geheime
Pläne schmieden“, nicht etwa „niedertreten‘ heißt, ist sicher, siehe z, BR 114, 11; 258, 22;
259,14; L 24,6, 8.
22,21—24,3 Erstes Buch. Drittes Stück. 441
„und nicht haßte ihn Adam. Die Sieben waren seine Gegner, und die
Zwölf und Rüha waren seine Verfolger‘). Alle Planeten sannen in Zorn
Böses gegen ihn.“
Da erhob sich Rüha und die Planeten, sie drehte sich im Kreise, ging
hinaus und sprach zu ihnen: „Hawwä zeigt sich untreu, sie ist durch die
fremde Stimme zur Untreue verleitet. [23] Sie zeugt in der lieblichen Rede’),
nimmt den Namen Adams nicht mit Klageweisen in den Mund und erhebt
keine Klage und Trauer. Sie erblickte den fremden Mann und gewann ihn
lieb, während sie unseren Namen nicht in den Mund nimmt. Was haben
wir davon, daß wir bei ihr saßen und sie große, schwere Trauer und Klage
erheben ließen‘), daß Hawwä sich dann zu Lobpreis hinstellte, Trauer,
Klage und Wehleid verließ, daß sie sich hinstellte und durch den fremden
Ruf aufleuchtete, in der lieblichen Rede sprach, angesichts des fremden
Mannes aus dem Lichte aufleuchtete und zu ihm sprach: ‚Erleuchte, erleuchte
mich, mein Schöpfer, du Mann, der du mich mehr als alle Uthras aufhelltest‘),
du Mann, der du mir die Arme vom Haupte wegnahmest, meine Augen von
der Träne trocknetest, Trauer, Klage und Wehleid von mir entferntest, so-
wie die Torheit und Lässigkeit, die die Planeten auf mich‘) warfen‘. Sie
neigte ihr Ohr nach der fremden Stimme hin und sprach in der lieblichen
Rede.“
Da ging ich von Hawwä weg und begab mich zu meinem Vater. Ich
erzählte ihm, was die Planeten und was Rüha an Hawwa, (Adam und den
Frauen) getan haben. Wie ich sie von der Klage befreit, ihre Augen von
der Träne getrocknet und sie zu Lobpreis hinstellte. Sie vergaß dann
Trauer, Klage und Wehleid und die Erschütterung, die die Planeten hervor-
gerufen haben. Sie stellte sich hin, erhob ihre Augen zum Hause des Lebens
und zum Pfade, auf dem Mandä dHaije herkam. Täglich, alltäglich spricht
sie: „Wann wird er geneigt sein herzukommen, wer wird mir den Willen
tun, mich aus meinem Körper holen und mich den Weg der Söhne des
Heils und den Pfad der frommen Männer gehen lassen‘)? Ich möchte hin-
scheiden laut der Verhängung vor dem Schwerte und jenen Mann sehen,
zu dem meine Augen emporschauen, den Ort, an dem Mandä dHaije weilt,
die neuen Paläste und die Gemächer der neuen Paläste, [24] die nicht zer-
fallen.“
Da wandten sich die Planeten gegen Hawwa, verfolgten sie und ließen
schwere Verfolgung gegen sie los. Doch Hawwä stellte sich zu Lobpreis
hin und rief nach Manda dHaije, indem sie die Worte an ihn richtete: „Du,
1) Siehe Joh. 60,9; Lit., p. 160, 10.
®2) Der Himmlischen. Nicht „für die .... Rede“, was es an sich auch heißen könnte,
siehe weiterhin.
8) Lies FORITIINI?
%) Lies NMy HDD ID IRWTIDRT NIDNN.
5) Lies Sy.
®, Lies AIINIDRIYN.
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442 Linker Teil. 24, 3—25, 9
Mandä dHaije, werde mir bald zum Erlöser und erlöse mich aus dieser Welt,
in der die häßlichen, verderblichen Unholde täglich auf Böses gegen mich
sinnen und einen geheimen Anschlag gegen mich schmieden. Wegen des
Gewandes, in dem ich stehe, und weil ich auf ihre Rede nicht höre, beraten
sie sich in Zorn gegen uns und schmieden häßliche, geheime Anschläge
gegen uns, indem sie sprechen: Wir wollen die Söhne Adams durch das
Schwert hinraffen.“
Darauf brach Manda dHaije auf, kam hin, holte Hawwä vor der Ver-
hängung des Schwertes und entfernte von ihr Trauer und Klage. Als
Hawwä den Manda dHaije erblickte, streckte sie sich hin und fiel vor ihm
hin und sprach zu ihm: „Du bist zu Guten gekommen, mein Herr ), be-
stimme die Verhängung über mich und hole mich weg.“ — „Wohlan, das
Leben hat mich gesandt und gerüstet, es hat mich hierher zu dir geschickt.
Seele, um dich zum Schatze deines Vaters hinüberzuführen ,E
Da verfiel Hawwä in Krankheit und Stiche °), einen Tag und einen
halben‘). Darauf kam Rühä, setzte sich vor Hawwä und sprach zu ihr:
„Warum scheidest du [aus] dem Leben °), du Edle, und läßt die Häuser ohne
Herren zurück, wo ich nach dir verlange? Wohin sollen wir gehen und
worauf Vertrauen fassen?“
Darauf kam Hibil-Ziwä, belehrte Hawwä und holte sie aus dem Körper.
Und Hibil-Ziwa sprach zu den Planeten: „Auf, traget die Werke eurer
Hände weg und achtet auf sie.“ Darauf sprach Rüha zu Hibil-Zıwa: „Alles
was begehrenswert ist, holst du von uns und was ohne Wert ist, läßt du
uns zurück.“ Da sprach Manda dHaije zu Rüha: „Du [und] die Werke
deiner Hände haben beieinander ihren Platz gefunden, doch der Mana, der
darin war, soll [25] zum lichten Wohnsitz emporsteigen.“ Er ermahnte die
Stämme Adams und sprach zu ihnen: „Ihr alle ermahnet euch gegenseitig,
denn die Hüter lassen euch zurück. Ich gehe hin, lasse Hawwa in neuen
Gemächern wohnen, die nicht zerfallen, dann will ich wieder zu euch kommen,
euch erlösen, euch behüten und erretten, euch am Orte im Hause des Lebens
behüten, hingehen und euch bei eurem Vater Skimäs gründen.“
Da kam ein Tor, der töricht gehandelt‘), und sprach zu ihm: „Deine
Nachsicht werde mir zuteil, mag ich hingeleitet werden, emporsteigen, bei
meinem Vater aufgestellt und in seiner neuen Skina aufgerichtet werden.“
Darauf erwiderte ich ikm: „Ein jeder von euch, der abgefallen ist, wird hier
bei euch aufgerichtet werden.“ Die Söhne Adams ängstigen sich‘) und
') Wahrscheinlich formelhafte Begrüßung eines Ankömmlings.
2?) Wohl MarTD zu lesen.
®) Siehe Nöld., p. 41, 7.
4) Lies KIbRDN.
°), Im Munde Rühäs ist 7 }D nicht anstößig, sonst würde man NND !D oder
TIND !D erwarten.
*%) 89% heißt auch „Verfehlungen, Sünden begehen‘. An dem einen Toren und Sünder
werden im Allgemeinen die schlechten Gläubigen exemplifiziert. ”) Lies PINND.
25, 10—26, 11 Erstes Buch. Viertes Stück. 443
weinen, und in ihren Augen preßt sich eine Träne zusammen. Sie sprechen
zu ihm: „Du steigest empor und gehest davon; was läßt du uns zurück?“
Darauf erwidert er ihnen: „Ich gehe hin, will eurer Mutter einen Platz
anweisen, dann will ich aufbrechen und hierher kommen.“
Dann ging ich hin, wies Hawwä dort in ihrer Skinä einen Platz an
und sprach zum großen Leben vom Stamme Adams. Da sprach das große
Leben: „Du bist als Bote zu ihnen gesandt.“
Da kam ich, hierher in die Zeitalter und Welten gesandt. Ich erlöste
den kleinen $itil und bewahrte ihn vor jeglichem Ding. Ich setzte ihm
einen Kranz des Glanzes auf, erlöste ihn aus der Welt und wies ihm einen
Platz in seiner Skina an. Ich verlieh ihm reichen Glanz, erlöste die Söhne
Adams und hob sie zum lichten Wohnsitz empor. Dieser lebende Stamm
wurde gegründet, und die Sieben, die sie verfolgten, xx» + +++».
Dies ist die Überredung und Aufklärung, die Manda dHaije lehrte und
den Männern von erprobter Gerechtigkeit, gebildet aus Fleisch und Blut,
übergab, die da sagen, daß sie sich der Trauer und Klage der Planeten
widmen wollen. Er sprach’): „Einem jeden, der an dieser Überredung fest-
hält, wird eine Stätte in Freude errichtet werden, wie sie Adam errichtet
wurde, [26] und sein Antlitz wird leuchten gleich Hawwä, dem Weibe Adams,
deren Antlitz in den gewaltigen Eiern der Verborgenheit”) leuchtete.“
Dies ist die Überredung, die Manda dHaije dem Adam und allen
Stimmen Adams gewährte. Er sprach: „Ein jeder, von dem eine Seele
scheidet”), gebe sich der Freude über sie hin. Er widme sich nicht großer,
schwerer Trauer und Klage über sie, sondern in wahrhafter Freude suche
er, und er wird finden, gleich Adam, der im Hause des Lebens suchte und
fand, sprach und erhört wurde.“
Gepriesen sei das Leben, das Leben ist siegreich, und siegreich ist
Manda dHaije, sowie die seinen Nainen lieben.
Viertes Stück.
Eine neue Schilderung der Wanderung der Seele durch die Wachthäuser, siehe p. 183.
Die Beherrscher der Wachthäuser sind hier: Nbaz, Nbü, die sieben von Ptahil geschaffenen
Gestalten, [Jörabbä?], Christus, Ewath der heilige Geist, [Ptahil], Abathur.
Im Namen des Lebens und im Namen des Manda dHaije, des erhabenen
unter den Welten (Wesen).
2) Lies INON).
2) Siehe oben, p. 151°, 236°.
#) Lies ON.
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444 Linker Teil. 26, 11—27, 20
Dies ist der Glanz und das Licht des Lebens.
Als der Geist und die Seele aus dem Körper, aus dem Rock von Blut
und Fleisch, aus dem siedenden Kessel, aus den geheizten Öfen, aus den
Gräben, .. ') und Gruben schied, da ging diese Seele hin und stieß auf
ein Wachthaus, in dem Gerät, Fußblock, Pein und Qual zusammengehalten
sind, wo man mit rechtlosem Rechte die schuldigen Seelen richtet. Mit
einer Feuergeißel peitscht man die [Zauberer und]?) Hexen, wie Würmer
wirft man sie in die Öffnung der Öfen. :
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht: „Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die
Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich
in meiner Tasche trug?“
Darauf erwidert man ihr: „O Seele! Du steigst zum Lichtort empor,
warum rufest du nach dem großen, hehren Leben? Gib deinen Namen und
dein Zeichen her, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen
des Glanzes, aus dem großen, hehren Krater‘), [27] aus dem großen Jordan
der Heilungen und aus den gewaltigen Quellen des Lichtes geholt hast.“
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, öffnet sie (den Mund), ruft, zeigt
an und gibt her ihren Namen, ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und
was sie sonst aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen des Glanzes,
aus dem großen, hehren Krater, aus dem großen Jordan der Heilungen, aus
den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom großen, hehren Leben geholt
hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: „Gehe,
Seele, laufe und gelange hin, entrinne, steig empor, führe deine Rechtssache
und sıege ob, sprich und werde erhört, gedenke unser vor dem großen,
hehren Leben.“
Darauf erwidert sie ihnen: „Wer soll euer vor dem großen Leben ge-
denken? Ihr seid Recken, wir sind Schwächlinge, ihr seid Götter, ‚wir sind
Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“
Ich steige empor, und die Uthras, meine Brüder, steigen vor mir auf.
Ich frage die Uthras, meine Brüder, und spreche zu ihnen: „Wessen Wacht-
haus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf erwidern mir die
Uthras, meine Brüder: „Dieses Wachthaus ist das des Nbaz, der Kraft des
Himmels, des großen Ambosses der Erde. Am Tore der Welten ist ihm ein
Thron hingestellt, und seine Schleppe [zieht sich] über alle Meere hin. Sein
Kopf ıst ihm auf die ...... ‘) geschlagen, und seine Füße ruhen auf den
unteren Abaddons der Finsternis.“ Ferner sprachen sie: „In diesem Wacht-
hause sind die Pfaffen, Priester und Orakelmänner festgebunden, die Kichern,
!) Schwerlich „Nägel“, Nöld., p. 61°.
*) Nach den folgenden Stücken.
®»), Siehe p. 1833.
*) Die Bedeutung von NSW hier ist unsicher. Daß es wie anderwärts für NY
„Bier‘‘ stehe, siehe p. 236°, ist unwahrscheinlich.
27,20—29, 5 Erstes Buch. Viertes Stück. 445
ee “und ......‘) hinwarfen, die Abgesonderten°) und Hervorragenden, die
sich voneinander absondern, die Männer, die ihre Gattinnen, und die Frauen,
die ihre Gatten verlassen, die die Grenzen verschieben und die Grenzsteine
verrücken. Sie fesselt man in diesem Wachthause und brüht sie’) mit
Schwert, Brand [28] und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur
Stunde, den Stunden der Erlösung.“
Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun
Angst, Furcht, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Diese
Seele ging dann hin und stieß auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerät,
Fußblock, Pein, Bedrückung und (Qual zusammengehalten sind, wo man mit
rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer
Feuergeißel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Würmer wirft man
sie in die Öffnung der Kessel.
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht: „Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die
Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich
in meiner Tasche trug?*
Darauf erwidert man ihr: „O Seele! Du steigst zum großen Lichtort
empor, warum rufest du nach dem großen, hehren Leben? Gib deinen
Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her, die du aus den
Wogen des Wassers, aus den Schätzen des Glanzes, aus dem großen, hehren
Krater, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom großen, hehren
Leben geholt hast.“
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, öffnet sie (den Mund), ruft, zeigt >
an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und
was diese Seele sonst aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen des
Glanzes, aus dem großen, hehren Krater, aus den gewaltigen Quellen des
Lichtes und vom großen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten
auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: „O Seele, laufe und gelange hin, :
entrinne, steig empor, führe deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser
vor dem großen, hehren Leben.“
Darauf erwidert sie ihnen: „Wer soll euer vor dem großen, hehren
Leben gedenken? Ihr seid [29] Recken, wir sind Schwächlinge, ihr seid
Götter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer
gedenken.“
Ich steige empor, und die Uthras, meine Brüder, steigen vor mir auf.
Ich frage die Uthras, meine Brüder, und spreche zu ihnen: „Wessen Wacht-
haus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?‘ Auf meine Frage erwidern
ı) ROT) und RNNIND bezeichnen wohl auch Vegetabilia. sind aber unbekannt. Das
Hinwerfen geschah wohl zu magischem Zwecke.
2) NTNWND, siehe p. Bit, 280°.
®) Lies yorpbaı trotz „Schwert“. Ich habe auch an PD gedacht, aber dieses findet
sich im Sinne „peinigen“ nur im Pa&l.
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AA Linker Teil. 29, 5—80, 14
sie mir: „Dieses Wachthaus ist das des weisen Schriftkundigen Nbü’), vor
(lem diese seine Bücher hingelegt sind und dessen Gedenkbuch auf seinen
Händen liegt‘). An der Spitze seines Buches ist Wehe für ihn hingeworfen,
am Ende seines Buches ruft er Wehe, Wehe!“ Ferner sprachen sie zu mir:
„In diesem Wachthause befinden sich die hervorragenden und abgesonderten
Schriftgelehrten, die mit ihren Augen sehen, mit ihren Ohren hören, mit
ihrem Munde rufen, in ihrem Herzen wissen und doch nichts Gutes tun.
Sie fesselt man in diesem Wachthause und brüht sie mit Schwert, Brand
und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der
Erlösung.“
Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun
Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele
ging dann hin und stieß auf ein Wachthaus, in dem Gerät, Fußblock, Pein,
Bedrückung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte
die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer Feuergeißel peitscht
man die Zauberer und Hexen, wie Würmer wirft man sie in die Öffnung
der Öfen.
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht: „Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die
Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich
in meiner Tasche trug?“
Darauf erwidert man ihr: „O Seele! Du steigst zum großen Lichtort
empor, warum rufest du nach dem großen, hehren Leben? [30] Gib deinen
Namen und dein Zeichen her, die du aus den Wogen des Wassers, aus den
Schätzen des Glanzes und aus dem großen, hehren Krater geholt hast.“
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, öffnet sie (den Mund), ruft, zeigt
an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und
was sonst an ihr ist, die sie aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen
des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom großen,
hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und
sprachen zu ihr: „O Seele, laufe und gelange hin, entrinne, steig empor,
führe deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser vor dem großen,
hehren Leben.“
Darauf erwidere ich ihnen: „Wer soll euer vor dem großen, hehren
Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwächlinge, ihr seid Götter,
wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“
Ich steige empor, und die Uthras, meine Brüder, die Söhne des Lichtes,
steigen vor mir auf. Ich spreche zu den Uthras, meinen Brüdern: „Wessen
Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf erwidern sie
mir: „Dieses Wachthaus ist das der sieben Gestalten, die Ptahil hervor-
‘) Siehe p. 205 unt.
*) Siehe p. 206, 15.
30, 14—31, 23 Erstes Buch. Viertes Stück. A4A7
gerufen hat. Sie sind mit Rosen bekleidet, mit Rosen bedeckt. Ein Kranz
der Unzucht und Hurerei ist ihnen aufs Haupt gelegt. Unzucht und Schande
ist ihnen in den Busen gelegt. Ihre Brust ist ihnen zur Schande entblößt,
ihre Seite ihnen zu Verfehlungen aufgeschlitzt. Streit ist für sie hin-
geworfen, Hader für sie breitgetreten, und ihr Haupt ist ihnen verhüllt.*
Ich frage ferner und spreche: „Wer ist in diesem Wachthause, das
Ptahil hervorgerufen, gefesselt?“ Darauf erwidern mir die Uthras, meine
Brüder: „In diesem Wachthause sind diejenigen gefesselt, die zum Hause
des Tammüz gehen, dort 28 Tage sitzen, Schafe schlachten, Becken mischen,
Kuchen hinwerfen und trauernd im Hause der Dilbat‘') dasitzen. Die Wahr-
sager und Wahrsagerinnen, die Zauberer und Hexen, die Buhler und Buhle-
rinnen, die Diebe und Diebinnen, diejenigen, die an den Pforten ihrer
Genossinnen stehen und nach den Worten lauschen, die Pforten öffnen,
[31] die ihre Hände nicht geschlossen, die erbrechen, was ihre Hände nicht
versiegelt, die Fesseln lösen, die ihre Hände nicht geschlossen, die etwas
nehmen, was ihre Hände nicht hingelegt, die ihre Milch verkaufen, ihre
eigenen Kinder töten und die Kinder ihrer Genossinnen nähren, indem sie
um Bissen und Becher betteln, die ihre eigenen Kinder töten und die Kinder
ihrer Genossinnen nähren, sie fesselt man in diesem Wachthause und brüht
sie mit Schwert, Brand und Feuer, bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis
zur Stunde, den Stunden der Erlösung.“
‚Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun
Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele
ging dann hin und stieß auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerät, Fuß-
block, Pein, Bedrückung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit
rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer
Feuergeißel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Würmer wirft man
sie in die Öffnung der Kessel.
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht: „Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die
Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich
in meiner Tasche trug?“
Darauf erwidert man ihr: „O Seele! Du steigst zum großen Lichtort
empor, warum rufest du nach dem großen, hehren Leben? Gib deinen
Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her und was sonsi
an dir ist, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schätz endes Glanzes,
aus dem großen, hehren Krater, aus dem großen Jordan der Heilungen,
aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom großen, hehren Leben
geholt hast.“ |
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, öffnet sie (den Mund), ruft und
zeigt an ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und
1) Oder Dlibat. Lies NN297 siehe p. 176, 16ff.
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448 Linker Teil. 31, 23--33, 14
was sonst an ihr ist, die sie aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen
des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen [32] des Lichtes und vom großen,
hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und
sprachen zu ihr: „Laufe, Seele, entrinne, gelange hin und steig empor,
führe deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser vor dem großen,
hehren Leben.“
Darauf erwidere ich ihnen: „Wer soll euer vor dem großen, hehren
Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwächlinge, ihr seid Götter,
wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“
Ich steige empor, und die Uthras, meine Brüder, die Söhne des Lichtes,
steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Brüder, und spreche zu
ihnen: „Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf
erwidern sie mir: „In diesem Wachthause weilen die Großen, die mit großen
Scheffeln nehmen und mit kleinen Scheffeln geben, die Zins und Zinses-
zins nehmen. Sie fesselt man in diesem Wachthause und brüht sie mit
Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde,
‘len Stunden der Erlösung.“
Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun Angst,
Furcht, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele
ging dann hin und stieß auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerät, Fuß-
block, Pein und (Jual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte
die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit Feuergeißeln peitscht man die
Zauberer und Hexen, wie Würmer wirft man sie in die Öffnung der Kessel.
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert ünd bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht (zu ihm): „Wo ist das Leben, das ich geliebet,
wo ist die Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Al-
ınosen, das ich in meiner Tasche trug?“
Darauf erwidert man ihr: „O Seele! Du steigst zum großen Lichtort
empor, warum rufest du nach dem gewaltigen, hehren Leben? Gib [33] deinen
Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her und was sonst
an dir ist, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen des Glanzes, aus
den gewaltigen Quellen des Lichtes, aus dem großen, hehren Krater, aus dem
großen Jordan der Heilungen und vom großen, hehren Leben geholt hast.“
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, öffnet sie (den Mund), ruft, zeigt
an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe
und was diese Seele sonst aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen
des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom großen, hehren
Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen
zu ihr: „Laufe, Seele, und entrinne, führe deine Rechtssache und siege ob,
gedenke unser vor dem großen, hehren Leben.“
Darauf erwidere ich ihnen: „Wer soll euer vor dem großen, hehren
Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwächlinge, ihr seid Götter,
wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“
33, 14— 34, 23 Erstes Buch. Viertes Stück. 449
Ich steige empor, und die Uthras, die Söhne des Lichtes, steigen vor
mir auf. Ich frage die Uthras, meine Brüder, und spreche zu ihnen:
„Wessen Wachthaus ist dieses, wer bewacht es, und wer ist darin gefesselt?“
Auf meine Frage erwidern sie mir: „Dieses Wachthaus ist das des Zauberers
Christus, des Sohnes des Geistes der Lüge, der sich als Gott der Näsöräer
aufgeworfen hat').“ Ferner sprechen sie zu mir: „In diesem Wachthause
sind gefesselt die „heiligen“ ’) Männer und Frauen, die jungfräulichen Männer
und Frauen, die ehelosen Männer und Frauen, die Männer, die nach keinen
Frauen, und die Frauen, die nach keinen Männern begehren, die die Kinder
töten, damit sie keine haben, die die Kinder in ihrem Leibe vernichten °),
die ihren lebenden Samen abschneiden, der ihnen aus dem Hause des Lebens
gekommen ist. Sie fesselt man in diesem Wachthause und brüht sie [34] mit
Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde,
den Stunden der Erlösung.“
Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun Angst,
Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und stieß
auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerät, Fußblock, Pein, Bedrückung,
Fesselung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte
die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit Feuergeißeln peitscht
man die Zauberer und Hexen, wie Würmer wirft man sie in die Öffnung
der Öfen.
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht: „Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die
Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich
in meiner Tasche trug?“
Darauf erwidert man ihr: „O Seele! Du steigst zum großen Lichtort
empor, warum rufest du nach dem großen, hehren Leben? Gib deinen Namen
und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her, die du aus den Wogen
sudan, ihtişamın hazinelerinden, büyük Ürdün'den
Şifalar, güçlü ışık kaynaklarından ve büyük, yüce
hayat getirdi."
Bu can nasıl yerinde durur, açar (ağzını), seslenir, gösterir.
ve ona adını ve işaretini, kutsamasını ve vaftizini verin.
ve onun hakkında suyun dalgalarından, denizden aldığı başka ne var?
Şifaların büyük Ürdün'ünden gelen ihtişamı takdir ederek,
muazzam ışık kaynakları ve büyük, asil yaşamdan getirdi.
Sonra lanetli yüzüne düştü ve ona dedi ki: "Ey ruh,
koş ve oraya git, kaç ve tırman, davanı yürüt
ve kazanın, konuşun ve duyulun, büyüklerin önünde bizi hatırlayın,
asil hayat."
1) Bkz. 25, 27.
2) Bkz. 136 °.
3) PN okudum) NND yerine BD ile) AC.
Lidzbarski, Ginza. 29
BM
1
°
25.
30.
35
40
içinde
20.
[9]
içinde
40
450 Sol kısım. 34. 24-36, 10
Onlara cevap veriyorum: “Büyük olanın önünde sizi kim onurlandırmalı?
Hayatı hatırlıyor musun? [35] Siz savaşçısınız, biz zayıfız, siz
Allah'ım biz insanız, kendi amelleriniz ve işleriniz sizin olur.
anıyoruz.";
Yükseliyorum ve Utralar, kardeşlerim, ışığın oğulları,
önümde yüksel. Uthra'lara soruyorum kardeşlerim ve konuşuyorum
onlara: "Bu kimin nöbetçi kulübesi ve orada kim bağlı?"
Uthras'a cevap verin: "Bu muhafız evi, kutsal olan Evat'ın evidir.
Ruh. ”Bana da diyorlar:“ Bu muhafız evinde bağlı
Günah orucu ve namaz kılan oruçlular
Ekmeğe aç olup da yemeyenler, su için yalan dua etsinler.
susuzluk ve içme, orada keder ve keder içinde otur, başı
gerade strecken‘) und keinen Gruß entbieten. Sie fesselt man in diesem
Wachthause und brüht sie mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage,
dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlösung.“
Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun
Angst, Furcht, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Diese
Seele ging dann hin und stieß auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerät,
Fußblock, Pein, Bedrückung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit
rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer
Feuergeißel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Würmer wirft man
sie in die Öffnung der Öfen.
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre
ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem großen,
hehren Leben und spricht: „Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die
Kustä, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das
ich in meiner Tasche trug?“
Darauf erwidert man ihr: „Du Seele steigst zum großen Lichtort
empor, warum rufest du nach dem großen, hehren Leben? Gib deinen
Namen [36] und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her und was
sonst an dir ist, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schätzen des
Glanzes, aus dem großen, hehren Krater, aus dem großen Jordan der
Heilungen, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom großen, hehren
Leben geholt hast.“
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, öffnet sie (den Mund), ruft, zeigt
an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe
und was sonst an ihr ist, die diese Seele aus den Wogen des Wassers, aus
den Schätzen des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und
vom großen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr
Antlitz und sprachen zu ihr: „Du Seele, laufe und gelange hin, entrinne
') Die den Kopf steif halten, ohne ihn zum Gruße zu neigen. Immerhin unsicher.
22 findet sich gerade in diesem Stücke im Sinne von „foltern, peinigen‘“, doch scheint mir
dies weniger zu passen.
86, 10— 37,19 Erstes Buch. Viertes Stück. 451
und steig empor, führe deine Rechtssache und siege ob, sprich und werde
erhört, gedenke unser vor dem großen, hehren Leben.“
Darauf erwidere ich ihnen: „Wer soll euer vor dem großen, hehren
Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwächlinge, ihr seid Götter,
wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“
Ich steige empor, und die Uthras, meine Brüder, die Söhne des Lichtes,
steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Brüder, und spreche zu
ihnen: „Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf
erwidern mir die Uthras, meine Brüder: „In diesem Wachthause sind die
Bösen gefesselt, die Ptahil hervorgerufen. Darin sind die großen Macht-
haber’) und Herrscher gefesselt, die auf den Thronen der Auflehnung sitzen,
ihre Handlungen mit der Geißel ausüben und Blut in der Tibil vergießen.
Den Schuldigen sprechen sie frei und den Unschuldigen verurteilen sie. Sie
nehmen Bestechung an und empfangen Geschenke. Sie verdrehen das Recht,
beugen das Recht. Sie gehen hinaus auf die Straßen der Tibil und sagen,
was sie nicht sehen, erzählen, was sie nicht hören, schwören Schwüre [37] der
Lüge und zeugen ein Zeugnis des Frevels. Sie fesselt man in diesem Wacht-
hause und brüht sie mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem
Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlösung.“
Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daß nun Angst,
Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da sein werden. Ich ging hin
und gelangte zum Wachthause des alten, hohen, verborgenen und verwahrten
Abathur. Ich frage die Uthras, meine Brüder, und spreche zu ihnen: „Wessen
Weachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?‘ Darauf erwidern mir
die Uthras, meine Brüder: „Dies ist das Wachthaus des alten, hohen, ver-
borgenen und verwahrten Abathur. Vor ihm ist die Wage aufgerichtet. Er
wägt Werke und Lohn. Er wägi und vereinigt den Geist mit der Seele.
Wer sich beim Wägen als vollwichtig erweist, den hebt man empor und
gewährt ihm eine Stütze im Leben. Wer sich beim Wägen als nicht voll-
wichtig erweist, dem erledigt man schon dort den Rechtsstreit.“
Ich frage und spreche: „Wer alles ist in diesem Wachthause des Abathur
gefesselt?‘ Darauf erwidern sie mir: „Darin sind die Näsöräer gefesselt,
die keine Näsoräer waren, die den Vorabend des Tages°) nicht kannten und
am Sonntag nicht in den Tempel gingen, die ihr Haupt nicht neigten, nicht
lehrten’) und keinen Dienst verrichteten‘), die den Armen kein Almosen
gaben und ihre Pforte den Armen nicht öffneten, die sich einen unrechten
Namen beilegten, indem sie sich Nasöräer nannten.“
Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, schaute sie hin und erblickte
den Ajar-Gufna (Äther-Weinstock), den Sohn des Piriawis-Gufna, dessen
U) Siehe p. 136°.
2) Siehe p. 283,17.
») Da AN2DN8D sowohl "N2D Ry) wie "NIDN ND sein kann, ist es zweifelhaft, ob es
„nicht lernten‘ oder „nicht lehrten‘ bedeutet.
*) Nicht gerade Gottesdienst, sondern allgemein Betätigung im Dienste des Glaubens.
29*
in
t9
in
35
un
452 Linker Teil. 37, 19-38, 4
Fersen Wasser, dessen Wurzel der Stamm der Seelen, dessen Zweige Utlhras,
dessen Blätter Leuchten des Lichtes sind’). Ein Blatt nahm diese Seele
von ihm und legte es sich auf die Augen. Da wurde ihr die Blendung von
den Augen genommen, und sie schaute den äußeren Äther und den lichten
Wohnsitz. Man hob für diese Seele die Kleiderfalte des Lebens hoch und
führte sie ein, man stützte sie auf das Abbild des Lebens’).
Das Leben stützte das Leben,
[38] das Leben fand das Seinige.
Das Seinige fand das Leben,
und meine Seele fand, was sie erhoffte.
Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den
Männern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das
Leben ist siegreich über alle Werke’°).
1) Siehe Lit., p. 72 unt.
?) Siehe auch Lit., p. 84, 4f., wo die Worte unrichtig wiedergegeben sind. NDJND
heißt neben „Arm, Seite, Schoß auch „Kleiderfalte, Tasche“, und dieser Sinn liegt hier vor,
siehe auch Text 131,16. Es ist unsicher, was mit dem „Abbild des Lebens“ hier gemeint ist.
) Cod. Tieid. hat hier noch: RNROWII KIT NTIND INN WIIDRT NTTD 7 TINT
N"D 107 NYNDIIT NIITD Mind SORT 1 O NONINOND®N. „Dieses ist das Buch, das
Mandä dHaije den Seelen und den Wachthäuslern lehrte und vortrug: von hier nach unten
maenalarla ilgili kitaplar gitti."
YS
OG)
İkinci kitap.
İkinci kitap tek girişli 28 parçadan oluşmaktadır.
Soul kendini hayatın adamı olarak tanıtıyor. Parçaların çoğu aynı zamanda içerikle de ilgilidir.
Yakınlarda. Adam, orijinal evinden uzaklaştırıldığından şikayet ediyor ve
kötülerin altına vücuda atılan ortak toprak. 5'i aradığında
Yardımcılar, genellikle yalnız, ancak aynı zamanda 8. parçadaki gibi diğer koruyucularla birlikte, ayrıca bkz.
27. Parça. Yardımcı onu açıklar ve teselli eder. ona sabretmesini öğütler ve
ona bunun mükafatını ve bu dünyadan kurtuluşu verir. Yardımcı bunlarda
Genellikle NDYN olarak adlandırılan parçalar, yaratıcı anlamına da gelebilir. Önce mantıklı olduğunu
yanında NMNIN'in içildiğini gösterir. Bazı parçalar ana şeklinden sapıyor
ve çelişkiler başka şekillerde de ortaya çıkar. Koleksiyon aynı yerden gelmiyor
Yazar ve bazı parçalar muhtemelen derleyiciden yalnızca eşleşen parçayı aldı
Alınan tanıtım. Yukarıdaki parça. P. 327ff. ayrıca ilgili bir içeriğe sahip
diğer tanıtım. 1. parçada NPINYIND, Mandä dHaije tarafından gönderilir. 10 adet
adamın ilk başvurduğu ata denir. Görünüşe göre bu değil
Hayat, bkz. 470.171. Baba daha sonra ona bir yardımcı gönderir. 15. parçada olur
Erkeklerden sadece yetişkinler tarafından bagaja girmeleri ve sığınmaları istendi.
gezegenlere gitmek için O yapar. gezegenler çabalıyor. onu ağlarına çekmek için,
ama girişimlerini engelledi. Adam daha sonra yardımcısını çağırır ve ona sorar:
onu yeniden yetiştirmek için. Yardımcı bunu hayata uygun olarak yapar.
Ayrıca 16. parçada 19. 19'da erkekten önce cesede girmesi istenir. parçalar halinde
14, 19, 21, 24, 25 mana Adem olarak adlandırılır, 18. parçada "gizli Adem"
Fiziksel gövde ile zıt. 8. parçada ise sadece bu Adam'dan bahsediliyor.
Koleksiyon, genel olarak, Kutsal Yazıları bilenler tarafından okunması için bir teselli kitabıdır.
tanımayanlara sunulacaktır. REITZENSTEIN 28 sayısını getirdi
ay istasyonları ile birlikte. Aydaki istasyon sayısı 28 oldu
popüler. ve derleyici bunları bilerek seçmiş olabilir. ama ay için
istasyonları pek düşünmüyordu.
Büyük hayat adına, birlik ve kutsanmış
Io
15.
20.
12}
içinde
bana verilen günahların bağışlanmasının yanı sıra, NN ruhu, 30
Karımın ruhu NN, çocuklarımın (ruhları) NN, NN, benim
Babamın NN'si, annem NN'nin yanı sıra babalarımızın ruhları, bizimki
454 Linker Teil. 38, 12—39, 6
Meister, unserer Brüder und unserer Schwestern, die aus ihrem Körper
geschieden sind und die noch in ihrem Körper weilen.
25
Se
35
OÖ sanfter Mäna,
0 geordneter, wohlgeordneter Mana,
o sanfter Mänä,
mögen mit dir Helfer kommen.
bis daß die Wage wäget
Werke und Lohn.
Erstes Stück.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht. —
Ein Mänä bin ich des großen Lebens,
ein Mäna bin ich des gewaltigen Lebens,
ein Manä bin ich des großen Lebens.
Wer hat mich in der Tibil wohnen lassen ?
In der Tibil hat wer mich wohnen lassen,
wer mich in den körperlichen Rumpf geworfen?
Wer hat in den körperlichen Rumpf mich geworfen,
der ohne Hände und Füße ist?
Kr hat weder Hände noch Füße
und weiß nicht, wie er gehen soll.
Er liegt da und kriecht
und ist ohne Kraft.
Warum riefen sie mich [39] von meinem Orte weg,
brachten mich hin und warfen mich in den Rumpf?
Meine Füße sind Füße des Glanzes,
nun müssen sie dem Rumpfe zum Gehen dienen.
Mein Mund ist ein reiner Mund,
nun wurde er ein Mund für den Rumpf.
Meine Augen, die vom Lichtort her aufgetan wurden,
gehören nun dem Rumpfe.
Mein Herz, das sich nach dem Leben sehnet,
kam hin und wurde dem Rumpfe zuteil.
Meinen Sinn, in dem das Leben wohnet,
haben sie hier in (körperliche) Hüllen gegossen.
Meine Füße haben auserwählte Pflanzer gepflanzet,
nun stehen sie auf dem Pfade des Rumpfes.
39,7 —24 Zweites Buch. Erstes Stück.
Der Pfad des Rumpfes ist es,
nicht lassen mich die Sieben auf meinem‘) Pfade.
Wie muß ich gehorchen, wie dulden,
wie muß ich meinen Sinn beruhigen!
Wie muß ich von den sieben und zwölf Mysterien hören,
wie muß ich stöhnen °)!
Wie muß die Rede meines milden Vaters
unter den finsteren Wesen weilen!
Als der Manä dies sagte,
stieg sein Ruf zum Lichtort empor.
Mandä dHaije hörte meinen Ruf
und sandte seinen Boten zu mir:
„Geh, mein reiner Bote,
zeige dich dem Mäna, daß er leuchte.
Wenn du dich nicht dem Mänä zeigest,
verachten ihn die Vergänglichen.“
In verborgenem Glanze stand da
der Bote, der zu ihm kam.
Er stand in Glanz da
und zeigte sich dem Maänä, denı Sohne des gewaltigen (Lebens).
Er schrie und ließ ihn seine Stimme vernehmen
und richtete ihm sein Herz auf seiner Stütze auf:
„Leuchte und erleuchte, Mänä!
Ich bin zu dir gekommen und werde dich nicht verlassen.
Wenn man dich rufet,
steig zum Lichtort empor.
Mich haben sie geschaffen
und zu dir gesandt.
Açık, bırak, mana,
içine atıldığın gövde
içinde büyüdüğün gövde,
elleri ayakları olmayan kim.
Yükselin, orijinal evinize yükselin,
Uthras'taki iyi koltuğunuza.
Utralar arasında oturun, kardeşleriniz,
alıştığın gibi otur.
memleketine git
ve yaşadığın aldatma dünyasına lanet et ').
senin parlaklığın sende kalıyor
senin gizli ışığında doğrul.
1, WITT'i okuyun.
2) DNMIY'yi okuyun.
s) Bkz. Ref., s. 160.
vi
20.
30.
35
40
Io
15.
20.
2
30.
+56
Sol kısım. 40, 1-18
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